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Die rumänische Rugby-Union-Nationalmannschaft vertritt Rumänien in der Sportart Rugby Union. Sie wird Stejarii („die Eichen“) genannt und gehört der zweiten Stärkeklasse (second tier) an. Damit gehört die rumänische Nationalmannschaft zu den stärksten europäischen Teams außerhalb der Six Nations. Bislang hat die Auswahl an allen Weltmeisterschaften teilgenommen und konnte bei sechs Austragungen jeweils ein Spiel in der Vorrunde gewinnen. Neben den Teilnahmen an Weltmeisterschaften gehören die drei Titel bei der Europameisterschaft zu den größten Erfolgen der Rumänen. Während ihrer Blütezeit in den 1980er Jahren gelang es ihnen, Rugbygrößen wie Frankreich, Wales und Schottland zu besiegen.

Rumänien
Logo
Spitzname(n) Stejarii
Verband Federaţia Română de Rugby
Trainer RumänienRumänien Romeo Gontineac und NeuseelandNeuseeland Steve McDowell
Kapitän Sorin Socol
WR-Kürzel ROM
WR-Rang 18. (66.69 Punkte)
(Stand: 19. August 2019)
[1]
Heim
Auswärts
Meiste Länderspiele
Romeo Gontineac, Adrian Lungu (76)
Meiste erzielte Punkte
Petre Mitu (327)
Meiste erzielte Versuche
Gabriel Brezoianu (26)
Erstes Länderspiel
Rumänien KonigreichRumänien Rumänien 0:21 USA Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten
(1. Juli 1919)
Höchster Sieg
Bulgarien 1971Bulgarien Bulgarien 0:100 Rumänien Rumänien 1965Rumänien
(21. September 1976)
Höchste Niederlage
EnglandEngland England 134:0 Rumänien RumänienRumänien
(17. November 2001)
Weltmeisterschaft
Teilnahmen: 8
Bestes Ergebnis: ein Sieg in der Vorrunde
1987, 1991, 1999, 2003, 2007 und 2015

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

AnfängeBearbeiten

Die Rugbyhistorie Rumäniens begann im frühen 20. Jahrhundert, als Studenten den Sport aus Frankreich mitbrachten. 1919 bestritt die Nationalmannschaft ihr erstes Länderspiel gegen die USA. Sie gehörten neben den Vereinigten Staaten und Frankreich zu den drei Nationen, die bei den Olympischen Spielen 1924 antraten. Aufgrund zwei klarer Niederlagen blieb Rumänien der dritte Platz und damit die Bronzemedaille. 1931 gründete sich der nationale Rugbyverband Federaţia Română de Rugby.

AufbauarbeitBearbeiten

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden französische Trainer engagiert, um ein funktionierendes System rund um den Rugbysport aufzubauen. Sie schulten unter anderem einheimische Trainer, was dazu führte, dass die Nationalmannschaft in den folgenden Jahrzehnten sehr erfolgreich spielte. Von den 1960er Jahren an spielte sie gegen die großen Rugbynationen aus Europa wie Frankreich. 1976 reisten die Rumänen gar nach Neuseeland, um gegen die All Blacks zu spielen. Rumänien entwickelte im Laufe der Jahrzehnte einen eigenen Stil, der vor allem durch starke Stürmer und Gedränge geprägt war. 1979 etablierten sich die Osteuropäer endgültig, als sie nur knapp einen Sieg gegen Wales verpassten. Die Waliser konnten erst kurz vor Schluss den entscheidenden Sprungtritt zum 13:12 erzielen. Ein Jahr später siegte man in Bukarest gegen Frankreich mit 15:0.

Etablierung in EuropaBearbeiten

In den 1980er Jahren reisten unter anderem Wales und Schottland nach Rumänien, um dort Länderspiele auszutragen. Beide Mannschaften konnten besiegt werden. Den ersten Auswärtssieg bei einer der Five Nations gelang 1988. In Cardiff schlug Rumänien Wales mit 15:9. Neben den Siegen gegen Frankreich, Schottland und Wales zählte auch die Niederlage gegen die Neuseeländer 1981 zu den größten Erfolgen dieser Zeit. Die Rumänen verloren zwar mit 14:6, ihnen wurden allerdings zwei Versuche aberkannt. Trotz dieser guten Ergebnisse war Rumänien nie Teil eines größeren Wettbewerbes wie etwa der Five Nations.

An der ersten Weltmeisterschaft 1987 in Neuseeland und Australien nahmen die Rumänen jedoch teil und gewannen ein Spiel. Man konnte Simbabwe mit 21:20 schlagen, die beiden anderen Gruppenspiele gegen Frankreich und Schottland gingen jedoch verloren. So verpasste man das Viertelfinale und schied bereits in der Vorrunde aus.

Ende des Kalten KriegesBearbeiten

Nach der Auflösung der Sowjetunion fielen schlagartig die finanziellen Mittel für die beiden wichtigsten Teams in Rumänien, Dinamo und Steaua Bukarest, weg. Diese beiden Mannschaften waren durch die Polizei respektive die Armee gebildet worden, die in dieser Form nun nicht mehr bestanden. Dazu kam, dass zahlreiche Spieler in der rumänischen Revolution 1989 ums Leben kamen. Zunächst blieb die Nationalmannschaft jedoch weiter erfolgreich. 1990 konnte auswärts gegen Frankreich gewonnen werden, im Jahr darauf besiegte man erneut Schottland. Bei der Weltmeisterschaft 1991 gelang wie bei der vorherigen WM erneut ein Sieg. Im abschließenden Gruppenspiel, nach Niederlagen gegen Frankreich und Kanada, konnte Fidschi mit 17:15 bezwungen werden.

Bei der Weltmeisterschaft 1995 konnte Rumänien kein Spiel gewinnen. Erneut traf man auf Kanada, zudem auf Gastgeber Südafrika und Australien. Gegen Südafrika hatten die Rumänen die besten Chancen auf einen Sieg, scheiterten letztendlich aber mit 8:21 am späteren Weltmeister.

Mit der Professionalisierung des Rugbysports in den 1990er Jahren endete auch die erfolgreiche Ära der rumänischen Nationalmannschaft. Da der finanzschwache Verband keine eigene hochklassige Liga schaffen konnte, wechselten die besten Spieler des Landes nach Frankreich und Italien. Die Zahl der aktiven Spieler ging rapide zurück, nur wenige schafften den Sprung nach Westeuropa und setzten sich in den besten Ligen durch. Zahlreiche rumänische Vereine lösten sich auf, die übrig gebliebenen konnten vor allem finanziell nicht annähernd mit der westlichen Konkurrenz mithalten.

2000er JahreBearbeiten

 
Spiel gegen Schottland 2006

Im Jahr 2000 gewann Rumänien den European Nations Cup durch vier Siege in vier Spielen. In den folgenden Jahren wuchs die Konkurrenz in diesem Wettbewerb jedoch, da die Georgier immer stärker wurden und die Rumänen auch besiegen konnten. 2001 zeigte sich deutlich, dass die Schere zwischen den großen Rugbynationen und Rumänien stark auseinandergegangen war. Bei einem Länderspiel gegen England verlor die Nationalmannschaft mit 134:0, die höchste Niederlage in der Geschichte des Verbandes. Allerdings waren die besten Spieler Rumäniens nicht dabei, da sie von ihren Vereinen nur eine sehr geringe Bezahlung in der Zeit der Länderspiele erhalten sollten.

2002 verpflichtete man den französischen Trainer Bernard Charreyre, der die Mannschaft wieder zurück auf die Erfolgsspur brachte. Sie gewann den European Nations Cup in diesem Jahr und qualifizierte sich für Weltmeisterschaft in Australien. Bei diesem Turnier gelang wieder ein Sieg. Im abschließenden Gruppenspiel, nach drei Niederlagen gegen Australien, Irland und Argentinien, wurde Namibia mit 37:7 geschlagen. Die Verantwortlichen des Verbandes zeigten sich nicht zufrieden mit dem Abschneiden der Mannschaft und entließen Charreyre nach dem Turnier. Nach ihm wurden drei anderen französischen Trainer verpflichtet: Phillipe Sauton, Robert Antonin und Daniel Santamans, der bis 2007 unter Vertrag stand.

Nach dem Sieg über Italien 2004 wurden die Rumänen vom IRB in die zweite Stärkeklasse eingeordnet und ersetzten Russland beim Super Powers Cup. Bei diesem Wettbewerb musste sich das Team mit dem letzten Platz begnügen, da zahlreiche Profis aus Frankreich nicht dabei sein konnten. Trotz diverser Rückschläge qualifizierte sich Rumänien erneut für die Weltmeisterschaft. Gegen Schottland und Neuseeland war man chancenlos, gegen Italien verlor man nur knapp. Gegen den aus dem European Nations Cup bekannten Gegner aus Portugal gelang der einzige Sieg dieser WM. Nach der Weltmeisterschaft entließ der Verband Trainer Santamans und verpflichtete den Neuseeländer Ellis Meachen. Meachen wurde im März 2009 wieder entlassen, nachdem Rumänien im European Nations Cup nach zwei Niederlagen nur auf Platz vier der Tabelle lag und damit außerhalb der Ränge, die zur Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2011 berechtigten.[2] Als der neue Trainer, der Franzose Serge Lairle, im Mai 2010 eine Vertragsverlängerung zu geringeren Bezügen ablehnte, wurde das Gespann bestehend aus dem Neuseeländer Steve McDowell und dem Rumänen Romeo Gontineac mit der Traineraufgabe betraut.[3] Bei der Weltmeisterschaft in Neuseeland wurde jedoch kein Spiel und kein Bonuspunkt in der Gruppe B gewonnen. Bei der Weltmeisterschaft 2015 gewann Rumänien zwar das Vorrundenspiel gegen Kanada, war jedoch gegen die anderen Gruppengegner Frankreich, Irland und Italien weitgehend chancenlos.

ErfolgeBearbeiten

LänderspieleBearbeiten

Stand: 14. Februar 2009

Land Spiele Gewonnen Verloren Unentschieden
Argentinien  Argentinien 7 0 7 0
Australien  Australien 3 0 3 0
Belgien  Belgien 2 2 0 0
Bulgarien  Bulgarien 3 3 0 0
Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR 13 12 0 1
Deutschland  Deutschland 15 10 5 0
England  England 4 0 4 0
Fidschi  Fidschi 1 1 0 0
Frankreich  Frankreich 50 8 40 2
Georgien  Georgien 11 7 4 0
Irland  Irland 8 0 8 0
Italien  Italien 41 16 22 3
Japan  Japan 3 1 2 0
Kanada  Kanada 3 1 2 0
Marokko  Marokko 9 8 1 0
Namibia  Namibia 2 2 0 0
Niederlande  Niederlande 8 7 0 1
Neuseeland  Neuseeland 2 0 2 0
Polen  Polen 20 18 2 0
Portugal  Portugal 14 13 1 0
Russland  Russland 9 6 3 0
Schottland  Schottland 12 2 10 0
Serbien  Serbien 1 1 0 0
Simbabwe  Simbabwe 4 4 0 0
Sowjetunion  Sowjetunion 22 18 3 1
Spanien  Spanien 26 24 2 0
Sudafrika  Südafrika 1 0 1 0
Tunesien  Tunesien 4 3 1 0
Tschechien  Tschechien 26 25 0 1
Ukraine  Ukraine 3 3 0 0
Uruguay  Uruguay 1 1 0 0
Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 5 1 4 0
  Wales 8 2 6 0
Total 341 199 133 9

Ergebnisse bei WeltmeisterschaftenBearbeiten

Jahr Resultat Spiele Siege Unent. Ndlg. +/- Punkte
1987 Vorrunde 3 1 0 2 61:130 2
1991 Vorrunde 3 1 0 2 31:64 5
1995 Vorrunde 3 0 0 3 14:97 3
1999 Vorrunde 3 1 0 2 50:126 2
2003 Vorrunde 4 1 0 3 65:192 5
2007 Vorrunde 4 1 0 3 40:161 5
2011 Vorrunde 4 0 0 4 44:169 0
2015 Vorrunde 4 1 0 3 60:129 4
2019 nicht qualifiziert

Bekannte SpielerBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. World Rugby Rankings. world.rugby, 19. August 2019, abgerufen am 19. August 2019.
  2. Roumanie : Meachen remercié. (Nicht mehr online verfügbar.) Rugbyrama, 16. März 2009, archiviert vom Original am 18. März 2009; abgerufen am 17. März 2009 (französisch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rugbyrama.fr
  3. ONLINESPORT.ro vom 19. Mai 2010 (Memento des Originals vom 22. Mai 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.onlinesport.ro, abgerufen am 21. November 2010 (rumänisch)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rumänische Rugby-Union-Nationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien