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Japanische Rugby-Union-Nationalmannschaft

Die japanische Rugby-Union-Nationalmannschaft (jap.ラグビー日本代表, Ragubī Nihon Daihyō) vertritt Japan in der Sportart Rugby Union. Sie gehört den High Performance Teams an und hat bislang an allen Rugby-Union-Weltmeisterschaften teilgenommen und erreichte bei der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2019 erstmals das Viertelfinale.

Japan
Logo
Spitzname(n) Kirschblüten
Verband Japan Rugby Football Union
Trainer NeuseelandNeuseeland Jamie Joseph
Kapitän Michael Leitch
WR-Kürzel JPN
WR-Rang 8. (79,28 Punkte)
(Stand: 5. November 2019)
[1]
Heim
Auswärts
Meiste Länderspiele
Hitoshi Ono (98)
Meiste erzielte Punkte
Ayumu Goromaru (708)
Meiste erzielte Versuche
Daisuke Ohata (69)
Erstes Länderspiel
JapanJapan Japan 9:8 Kanada Kanada 1921Kanada
(31. Januar 1932)
Höchster Sieg
JapanJapan Japan 155:3 Taiwan Chinesisch TaipehChinesisch Taipeh
(6. Juli 2002)
Höchste Niederlage
NeuseelandNeuseeland Neuseeland 145:17 Japan JapanJapan
(4. Juni 1995)
Weltmeisterschaft
Teilnahmen: 8
Bestes Ergebnis: Viertelfinale 2019

GeschichteBearbeiten

Rugby wurde erstmals 1899 in Japan gespielt. Der in Yokohama geborene Professor Edward Bramwell Clarke stellte in jenem Jahr die Sportart seinen Studenten an der Keiō-Universität vor. Das erste Länderspiel bestritt Japan am 31. Januar 1932 gegen Kanada und gewann es mit 9:8. Zu den wichtigsten Erfolgen in den darauf folgenden Jahrzehnten zählen der Sieg gegen die neuseeländische Jugendauswahl 1968 und die beiden knappen Niederlagen gegen England (3:6) 1971 und Wales (24:29) 1983. Einer der größten Erfolge Japans folgte 1989, als man Schottland in Tokio mit 28:24 schlagen konnte.

Japan hat seit der Einführung der Rugby-Union-Weltmeisterschaft an allen Endrunden teilgenommen. 1995 sorgten sie für die höchste Niederlage, die je eine Mannschaft bei einer Rugby-Union-Weltmeisterschaft kassiert hat. Gegen Neuseeland ging das Spiel in der Vorrunde mit 17:145 verloren. Während der Qualifikation zur Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2003 gelang es den Japanern, den höchsten Sieg in ihrer Geschichte zu feiern. Am 5. Juli 2002 schlug man Taiwan mit 155:3. Allerdings sorgten sie auch weiterhin für Rekordsiege ihrer Gegner. So stellten Schottland mit 100:8 und Wales mit 98:0 ihre historischen Erfolge 2004 gegen Japan auf.

Am 14. Mai 2006 brach Daisuke Ohata beim 31:7 gegen Georgien mit seinem Hattrick den Weltrekord für erzielte Versuche. Mit seinen 65 erzielten Versuchen hatte er zum damaligen Zeitpunkt einen mehr als der vorherige Rekordhalter David Campese. Mittlerweile hat es Ohata auf 69 Versuche gebracht.

Anfang 2007 verpflichtete der japanische Rugbyverband die neuseeländische Rugbylegende John Kirwan als Trainer der Nationalmannschaft. Kirwan setzte sich das ehrgeizige Ziel, bei der darauffolgenden Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2007 in Frankreich zwei Siege in der Vorrunde zu erzielen. Dabei wollte er vor allem die japanischen Stärken wie Schnelligkeit und Gewandtheit gezielt einsetzen. Allerdings kamen die Japaner nicht über ein Unentschieden im abschließenden Gruppenspiel gegen Kanada hinaus. Zuvor hatten sie deutlich gegen Australien und Wales verloren und waren nur knapp an einer Überraschung gegen Fidschi gescheitert, so dass das Abschneiden bei dem Turnier als Erfolg gewertet wurde und Kirwan sein Konzept zunächst weiterführen konnte. 2008 gewann Japan souverän die erste Austragung der Asian Five Nations durch Siege über Südkorea, Kasachstan, Hongkong und eine arabische Auswahl.

2012 verpflichtete man schließlich den früheren australischen Rugbyspieler Eddie Jones als Trainer. Der japanischstämmige Jones hatte bereits in den 1990ern Erfahrungen in Japan gesammelt und unmittelbar zuvor drei Jahre lang den japanischen Proficlub Suntory Sungoliath trainiert. Kapitän ist gegenwärtig Michael Leitch, der in Australien in eine aus Fidschi stammende Familie geboren wurde, im Alter von 15 Jahren jedoch nach Japan auswanderte.

Bei der Weltmeisterschaft 2015 legte Japan seine bisher stärkste Endrunden-Performance hin und holte in vier Spielen drei Siege, darunter ein 34:32 gegen Südafrika, welches eine der größten Sensationen der internationalen Rugby-Geschichte darstellte. Dennoch schied die Mannschaft wegen der unglücklichen Konstellation in Gruppe B in der Vorrunde aus. 2016 wurde Jamie Joseph als Trainer verpflichtet.

Ein Großteil der für Japan antretenden Spieler speist sich seit 2003 aus der höchsten Spielklasse des Landes, der Top League.

Die Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2019 findet in Japan statt.

ErfolgeBearbeiten

LänderspieleBearbeiten

Stand: 22. November 2008

Land Spiele Gewonnen Verloren Unentschieden
  Arabien 2 2 0 0
Argentinien  Argentinien 5 1 4 0
Australien  Australien 4 0 4 0
England  England 1 0 1 0
Fidschi  Fidschi 10 2 8 0
Frankreich  Frankreich 2 0 2 0
Georgien  Georgien 1 1 0 0
Hongkong  Hongkong 18 14 4 0
Irland  Irland 5 0 5 0
Italien  Italien 3 0 3 0
Kanada  Kanada 18 9 8 1
Kasachstan  Kasachstan 1 1 0 0
Niederlande  Niederlande 1 0 1 0
Neuseeland  Neuseeland 1 0 1 0
Neuseeland  New Zealand Māori 1 0 1 0
Rumänien  Rumänien 3 2 1 0
Russland  Russland 3 2 1 0
Samoa  Samoa 8 1 7 0
Schottland  Schottland 3 0 3 0
Simbabwe  Simbabwe 1 1 0 0
Spanien  Spanien 2 2 0 0
Sri Lanka  Sri Lanka 2 2 0 0
Korea Sud  Südkorea 25 18 6 1
Taiwan  Taiwan 8 8 0 0
Thailand  Thailand 1 1 0 0
Tonga  Tonga 9 4 5 0
Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 18 5 12 1
  Wales 7 0 7 0
Total 163 76 84 3

Ergebnisse bei WeltmeisterschaftenBearbeiten

SpielerBearbeiten

Aktueller KaderBearbeiten

Die folgenden Spieler bilden den Kader während der Weltmeisterschaft 2019:[2]

Spieler Position Verein Länderspiele
Takuya Kitade Hakler Suntory Sungoliath 0
Atsushi Sakate Hakler Panasonic Wild Knights 16
Shōta Horie Hakler Panasonic Wild Knights 61
Keita Inagaki Pfeiler Panasonic Wild Knights 28
Koo Ji-won Pfeiler Honda Heat 7
Yusuke Kizu Pfeiler Toyota Verblitz 3
Isileli Nakajima Pfeiler Kobelco Steelers 2
Asaeli Ai Valu Pfeiler Panasonic Wild Knights 8
Uwe Helu Zweite-Reihe-Stürmer Yamaha Jubilo 13
James Moore Zweite-Reihe-Stürmer Munakata Sanix Blues 2
Luke Thompson Zweite-Reihe-Stürmer Kintetsu Liners 66
Wimpie van der Walt Zweite-Reihe-Stürmer NTT DoCoMo Red Hurricanes 12
Kazuki Himeno Flügelstürmer Toyota Verblitz 12
Michael Leitch (C)  Flügelstürmer Toshiba Brave Lupus 62
Pieter Labuschagné Flügelstürmer Kubota Spears 2
Amanaki Mafi Flügelstürmer NTT Communications Shining Arcs 24
Yoshitaka Tokunaga Flügelstürmer Toshiba Brave Lupus 11
Hendrik Tui Flügelstürmer Suntory Sungoliath 44
Yutaka Nagare Gedrängehalb Suntory Sungoliath 44
Kaito Shigeno Gedrängehalb Toyota Verblitz 9
Fumiaki Tanaka Gedrängehalb Canon Eagles 70
Rikiya Matsuda Verbinder Panasonic Wild Knights 19
Yū Tamura Verbinder Canon Eagles 57
Timothy Lafaele Innendreiviertel Kubota Spears 17
Ryōto Nakamura Innendreiviertel Suntory Sungoliath 18
Will Tupou Innendreiviertel Coca-Cola Red Sparks 9
Kenki Fukuoka Außendreiviertel Panasonic Wild Knights 33
Lomano Lemeki Außendreiviertel Honda Heat 11
Ataata Moeakiola Außendreiviertel Kobelco Steelers 3
Kōtarō Matsushima Schlussmann Suntory Sungoliath 33
Ryōhei Yamanaka Schlussmann Kobelco Steelers 13

Bekannte SpielerBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. World Rugby Rankings. world.rugby, 5. November 2019, abgerufen am 5. November 2019.
  2. Thompson set for fourth Rugby World Cup. Rugby World Cup, 29. August 2019, abgerufen am 3. September 2019 (englisch).