Verona

italienische Großstadt

Verona ist eine Großstadt in der Region Venetien im Nordosten Italiens. Sie hat 259.608 Einwohner (Stand 31. Dezember 2019) und ist Hauptstadt der Provinz Verona. Verona liegt an der Etsch etwa 59 m über dem Meeresspiegel am Austritt des Etschtals und der Brenner-Transitroute in die Po-Ebene. Seit 2000 gehört die Altstadt von Verona zum UNESCO-Welterbe.

Verona
Wappen
Verona (Italien)
Verona
Staat Italien
Region Venetien
Provinz Verona (VR)
Lokale Bezeichnung Verona
Koordinaten 45° 26′ N, 11° 0′ OKoordinaten: 45° 26′ 19″ N, 10° 59′ 36″ O
Höhe 59 m s.l.m.
Fläche 206,63 km²
Einwohner 259.608 (31. Dez. 2019)[1]
Postleitzahl 37000–37999
Vorwahl 045
ISTAT-Nummer 023091
Volksbezeichnung Veronesi
Schutzpatron San Zeno
Website www.comune.verona.it

GeschichteBearbeiten

FrühgeschichteBearbeiten

Verona war eine Gründung der Räter und Euganeer, wurde um 550 v. Chr. vom gallischen Stamm der Cenomanen erobert und war erst ab 89 v. Chr. römische Kolonie. Unter Gaius Iulius Caesar erhielt Verona 49 v. Chr. das Recht eines Municipiums, was als offizieller Gründungsakt der Stadt angesehen wird.[2] Das gut erhaltene Amphitheater – die Arena di Verona – entstand erst ein knappes Jahrhundert später.

 
Ponte Pietra (100 v. Chr.)

Erst als Kolonie des Kaisers Augustus wurde Verona eine große Stadt. Decius schlug hier 249 den Kaiser Philippus Arabs, Konstantin 312 den Pompejanus (Schlacht von Verona). 402 gelang Stilicho hier ein Sieg über Alarich (Schlacht bei Verona). Attila plünderte und verwüstete 452 die Stadt. Dann war sie neben Pavia und Ravenna Residenz des Ostgotenkönigs Theoderich, der hier 489 Odoaker besiegt hatte und in der Sage Dietrich von Bern heißt. Aus dieser Zeit stammt der alte Name der Stadt: „Dietrichsbern“.[3] Weiterhin war in alter Zeit die Bezeichnung „Welsch-Bern“ gebräuchlich (zimbrisch: Bearn).[4] Im 5. und 6. Jahrhundert war Verona nicht nur Residenz der Ostgoten, sondern auch für den Langobardenkönig Alboin, bis es an das fränkische Reich kam.

 
Antonio Guglielmi, Bürgermeister 1883–1887

Mittelalter und frühe NeuzeitBearbeiten

In der Folge der verheerenden Ungarneinfälle ab 899 in Oberitalien wurde die stark befestigte Stadt nach 900 Sitz einer Münzstätte, die zum Ausgangspunkt des Veroneser Währungsraums wurde. Ab 952 gehörte Verona zur Markgrafschaft Verona und damit zum Herzogtum Bayern und bzw. (ab 976) zu Kärnten. Erst zu Beginn des 12. Jahrhunderts wurde Verona selbständig und besaß eigene Stadtrechte. Bei einem schweren Erdbeben 1117 wurde die Stadt schwer getroffen, bei dem unter anderem Teile der Arena einstürzten. Bei einem Stadtbrand 1172, ausgelöst durch Streitigkeiten zwischen Ghibellinen und Guelfen, brannten große Teile der Stadt ab.[5] 1184 fand das Konzil von Verona statt.

 
Verona 1866
 
Obligation über 200 Lira der Stadt Verona vom 1. Juli 1873

Im Kampf gegen Kaiser Friedrich I. stand Verona mit an der Spitze des Lombardischen Städtebundes. Darauf wurde es durch die Parteikämpfe der Adelsparteien, der Montecchi (Ghibellinen) und der San Bonifazios (Guelfen), erschüttert. Zu Anfang des 13. Jahrhunderts bemächtigten sich die Ezzelini, die Beschützer der Montecchi, der Stadt. Nach dem Tod Ezzelinos III. da Romano (1259) wählten die Veroneser 1260 Mastino I. della Scala zum Podestà. Die Scaliger herrschten fortan 127 Jahre lang über Verona und erreichten unter der Signoria von Cangrande I. ihre höchste Blüte und unter seinem Nachfolger Mastino II. die größte territoriale Ausdehnung.

1387 fiel Verona nach der Vertreibung von Antonio della Scala durch Gian Galeazzo Visconti an die Mailänder Viscontis. Aber bereits 1405 wurde die Stadt dem venezianischen Herrschaftsbereich einverleibt.

1630 wurde die Stadt erneut von der Pest heimgesucht, nachdem die Bevölkerung von Verona bereits im 14. und 15. Jahrhundert von Pestepidemien dezimiert worden war. Der im März 1630 ausgebrochenen Epidemie fielen bis November des gleichen Jahres etwa 30.000 der 50.000 Einwohner zum Opfer. An dem vom Geschichtsschreiber Francesco Pona abgefassten Bericht über die Epidemie inspirierte sich später Alessandro Manzoni für sein Werk I Promessi Sposi.[6]

ModerneBearbeiten

Nach dem von Napoleon Bonaparte bedingten Ende der Republik Venedig fiel Verona im Frieden von Campo Formio 1797 an Österreich; der vorherige, antifranzösische Aufstand der Veroneser zu Ostern wurde blutig niedergeschlagen. Unter österreichischer Herrschaft war die Stadt Teil des oberitalienischen Festungsvierecks (it.: Quadrilatero), das 1815 zur Verteidigung der habsburgerischen Besitztümer in Italien in den Orten Peschiera, Mantua, Legnago und Verona errichtet wurde. Der Ausbau zur Festungsstadt wurde zwischen 1833 und 1866 nach Plänen des Ingenieurgenerals Franz von Scholl vorgenommen. 1866 kam Verona als Ergebnis des Deutschen Kriegs nach dem Dritten Italienischen Unabhängigkeitskrieg zum Königreich Italien.

1882 wurde die Stadt an der Etsch von einer schweren Flutkatastrophe heimgesucht, bei der mehrere Gebäude vollkommen zerstört, fast 200 beschädigt und 3000 Menschen obdachlos wurden. Der nachfolgende Wiederaufbau prägt nach wie vor das Stadtbild entlang des Etschufers.[7] 1913 wurde zum 100. Geburtstags von Giuseppe Verdi in der römischen Arena die Oper Aida aufgeführt. Aus dem überwältigenden Erfolg entstanden nach dem Ersten Weltkrieg die Opernfestspiele in der Arena von Verona.[8]

Nachdem Verona bereits im Ersten Weltkrieg zum Ziel der österreichisch-ungarischen Luftstreitkräfte geworden war, wurde die Stadt im Zweiten Weltkrieg mehrmals von den Alliierten bombardiert. Im Herbst 1943 fand im Castelvecchio der erste Parteitag der neugegründeten Republikanischen Faschistischen Partei statt, die nach dem Sturz Mussolinis im Juli 1943 und dem Verbot der Faschistischen Partei im September des gleichen Jahres gegründet worden war. An gleicher Stelle fand im Januar 1944 der sogenannte Prozess von Verona statt. In dem Schauprozess wurden sieben ehemalige Mitglieder des Großen Faschistischen Rats, die in der Sitzung vom 24./25. Juli 1943 im Rom im Palazzo Venezia für die Absetzung von Benito Mussolinis als Oberbefehlshaber der italienischen Streitkräfte gestimmt hatten, wegen Hochverrats zum Tode verurteilt, darunter Galeazzo Ciano, der Schwiegersohn Mussolinis. Am 26. April 1945 wurde Verona im Rahmen der alliierten Frühjahrsoffensive befreit. Zuvor hatten die abziehenden deutschen Truppen noch sämtliche zehn Etschbrücken der Stadt, darunter die Römerbrücke Ponte Pietra sowie die Scaligerbrücke, gesprengt.

Heute ist die Stadt durch die Nähe zum Gardasee und zu Venedig ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen und wirtschaftliches Zentrum der Region Venetien. 2000 wurde die Altstadt von Verona in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1871 1881 1901 1911 1921 1931 1936 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011
Einwohner 86.443 89.784 99.579 116.518 131.711 145.863 153.565 178.415 221.001 266.205 265.932 255.824 253.208 252.250

Quelle: ISTAT

Römisches VeronaBearbeiten

Von der Bedeutung Veronas als eines politischen und wirtschaftlichen Zentrums zeugen heute noch etliche Monumente, angefangen von der Arena bis zum Römischen Theater, vom Gavi-Bogen bis zum Stadttor Porta Borsari, von dem Grabungsgebiet der Porta Leoni bis zu den Scavi Scaligeri.

ArenaBearbeiten

 
Das Innere der Arena während einer Aufführung
 
Die Arena von Verona beim Aufbau der AIDA-Festspiele
 
Die Arena in der Dämmerung

Das gut erhaltene und in das heutige Stadtbild mit einbezogene Amphitheater wurde wahrscheinlich unter Kaiser Tiberius um 30 n. Chr. erbaut. Es entstand ein halbes Jahrhundert vor dem Kolosseum in Rom (80 n. Chr.) und ist somit eines der frühesten Beispiele für ein von den Römern fortentwickeltes, in Form eines geschlossenen Ovals angelegtes Amphitheater. Das Bauwerk ist 138 m lang, 109 m breit und ist das nach dem Erhaltungszustand zweitgrößte Amphitheater neben dem Kolosseum in Rom. Die klassisch gegliederte Fassade besteht aus zweigeschossigen Arkadenbögen; man muss sich das Original jedoch mit einer zusätzlichen Außenmauer aus rosafarbenem Marmor vorstellen. Das Innere der Arena besteht aus 45 Sitzreihen, welche 45 cm hoch und 45 cm tief sind, mit heute etwa 22.000 Plätzen. Im Sommer finden in der Arena die berühmten Opernfestspiele statt.

 
Arco dei Gavi

Umgeben ist die Arena von der Piazza Bra mit dem 1730 angelegten, gepflasterten Listone. Der breite Bürgersteig mit vielen Restaurants verläuft vor den Fassaden der Palazzi auf der Westseite des Platzes.

 
Porta dei Borsari

Arco dei GaviBearbeiten

Auf dem Weg vom Ponte Scaligeri in die Stadt – auf einem der Etsch zugewandten Platz am Ende des Corso Cavour – kommt man als erstes am Arco dei Gavi vorbei. Ursprünglich befand er sich nicht weit entfernt vom Uhrturm des nahegelegenen Castelvecchio und wurde später in den Stadtmauerring einbezogen. Der römische Ehrenbogen stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. 1805 rissen die Franzosen das Monument ab. Die Trümmer wurden erst 1932 wiederentdeckt und nach einer Aufrisszeichnung neu zusammengefügt.

Porta dei BorsariBearbeiten

Andere Baudenkmäler aus dem Altertum sind die ehemaligen Stadttore Porta dei Borsari und Porta dei Leoni sowie die Überreste eines römischen Theaters. Die dreigeschossige, monumental gestaltete Porta Borsari, sie öffnete sich einst für die Römerstraße Via Postumia, wurde 265 n. Chr. unter Kaiser Gallienus erbaut und ist nach dem Amphitheater das am besten erhaltene römische Monument.

Mittelalterliches ZentrumBearbeiten

Castelvecchio und Ponte ScaligeroBearbeiten

Das von 1354 bis 1356 von Cangrande II. della Scala erbaute Castelvecchio der Herren della Scala an der Etsch und die mit Zinnen bekrönte Festungsbrücke sind architektonische Meisterwerke. Zweck des Kastells und der Ponte Scaligero war es, den Fluchtweg der Scaliger zum anderen Ufer der Etsch zu sichern. Die dreibögige Scaligerbrücke war zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung 1356 mit einer Hauptspannweite von knapp 49 m die größte Segmentbogenbrücke der Welt. Die Burg beherbergt heute ein Museum mit Werken der Veroneser Malerei und Skulpturen aus dem Mittelalter.

Am Corso Cavour, zwischen dem Castelvecchio und der Porta Borsari, der dann bis zur Porta Nuova Corso Castelvecchio heißt, stehen eine Anzahl sehenswerter Paläste. Im Palazzo Scannagatti (1530 bis 1537) ist das Museo Civico di Storia Naturale (Naturhistorisches Museum) untergebracht.

 
Die Piazza delle Erbe

Piazza delle ErbeBearbeiten

 
Blick auf die Piazza delle Erbe vom Turm Torre dei Lamberti aus

Historische Fassaden aus verschiedenen Jahrhunderten umgeben die Piazza delle Erbe, Marktplatz und Versammlungsort der mittelalterlichen Stadtrepublik. An der dem Durchgang zur Piazza dei Signori gegenüberliegenden Schmalseite des Platzes stehen der wuchtige, an römische Barockbauten erinnernde Palazzo Maffei von 1668 und der mittelalterliche Uhrturm Torre del Gardello aus dem 14. Jahrhundert. Davor ragt eine Marmorsäule mit dem geflügelten Markuslöwen empor. Die mittelalterlichen Bürgerhäuser der Casa dei Mazzanti mit ihren Fresken begrenzen den Platz nach Osten. Im Zentrum thront über einem antiken Brunnenbecken die schon bald nach der Errichtung im 14. Jahrhundert zum Symbol der Stadt gekürte „Madonna Verona“.

Von der Piazza delle Erbe sind es nur wenige Schritte zum Haus der Julia (Casa di Giulietta) mit dem berühmtesten Balkon der Literaturgeschichte. Für die Figuren in dem Schauspiel Romeo und Julia von Shakespeare gab es keine historischen Vorbilder und auch keinen Balkon der Julia. Der Balkon wurde in den 1930er Jahren nachträglich angebaut und war zuvor Teil eines Sarkophags. Was heute als Haus der Julia zur Besichtigung angeboten wird, ist immerhin der Rest eines großen palastartigen Baues, der im 14. Jahrhundert im Besitz der Familie dal Capello war, die mit den Capulets identifiziert wurde (Montagues und Capulets). Vor dem Umbau war das Haus allerdings als Gasthof und teils als Stall genutzt worden.[9][10]

 
Piazza dei Signori, Palazzo del Governo und Loggia

Piazza dei SignoriBearbeiten

Mit befestigten Privatpalästen hatten die Scaliger die Piazza dei Signori mit dem Denkmal Dantes (von Zannoni) umbaut. Kommt man von der Piazza delle Erbe, passiert man den Palazzo dei Giudici. In dem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert walteten die venezianischen Richter einst ihres Amtes. Rechter Hand stehen der romanische Palazzo del Comune von 1194 mit dem 83 m hohen Torre dei Lamberti sowie der Justizpalast von 1365.

Die gegenüber liegende Schmalseite der Piazza nimmt der Palazzo del Governo mit seinem Zinnenkranz ein. Wo einst die Scaliger residierten, ist heute die Provinzregierung untergebracht. Direkt neben den düsteren gotischen Palästen der gestürzten Scaliger erbauten die neuen Herren aus Venedig nach der Machtübernahme im 15. Jahrhundert ihre schöne Renaissance-Loggia Fra Giocondo.

SakralbautenBearbeiten

 
Basilika San Zeno Maggiore

San Zeno MaggioreBearbeiten

Die Basilika San Zeno Maggiore ist ein romanischer Bau aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Der Turm der Abtei und der Turm der dreischiffigen Basilika bilden einen ansprechenden Rahmen für die Fassade der Kirche, die durch eindrucksvolle Farbgebung, harmonischen Baustil und schlichte Verzierungen besticht. Besonders ansprechend ist die große Fensterrose über dem Bau- und Skulpturenkomplex im Eingangsbereich.

San LorenzoBearbeiten

Zwischen dem Castelvecchio und der Porta dei Borsari steht zurückgesetzt die Kirche San Lorenzo, die ebenfalls aus dem 11. und 12. Jahrhundert stammt. Es ist eine romanische Emporenbasilika mit fünf Apsiden, die aus einem karolingischen Vorgängerbau hervorging. Im dreischiffigen Innenraum ist nahezu nichts von der ursprünglichen Ausstattung erhalten, da die Kirche im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde.

Dom Santa Maria MatricolareBearbeiten

 
Der Dom Santa Maria Matricolare

Der Dom Santa Maria Matricolare wurde im Jahre 1187 geweiht und vereint sowohl romanische als auch gotische Bestandteile. Bekannt ist vor allem das Portal von Nicolò mit seinen zeitgenössischen romanischen Steinmetzarbeiten; im Innenraum sind es die Fresken von 1500, das Altargemälde von Tizian und die 1122 bis 1135 erbaute romanische Taufkapelle. Neben der Chorpartie des Doms führt eine Tür zum Baptisterium San Giovanni in Fonte. In der dreischiffigen Basilika steht das berühmte romanische Taufbecken, gehauen aus einem einzigen rosafarbenen Monolith aus Veroneser Marmor.

San Fermo MaggioreBearbeiten

San Fermo Maggiore ist eine gotische Kirche mit schöner Holzdecke und romanischer Krypta. Der Bau wurde 1065 von Benediktinermönchen begonnen und im Jahr 1138 vollendet. Im 13. Jahrhundert übernahmen die Franziskaner San Fermo Maggiore und bauten sie nach ihren Maßstäben um. Die Fassade zeigt sowohl romanische als auch gotische Stilelemente.

Sant’AnastasiaBearbeiten

 
Sant’Anastasia

Die Chiesa di Sant’Anastasia ist die größte gotische Kirche Veronas. Sie wurde von den Dominikanern um 1290 begonnen und 1481 fertiggestellt. Ihre Fassade blieb unvollendet.

Der von hohen Marmorsäulen dreischiffig aufgeteilte Innenraum ist reich ausgestaltet. Ein farbiger Fußboden und ornamentale Gewölbeausmalungen prägen das Bild. Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten gehört neben den Grabdenkmälern, Altären und anderen Skulpturen des 15. bis 17. Jahrhunderts vor allem das berühmte Fresko „Aufbruch des hl. Georg zum Kampf mit dem Drachen“ von Antonio Pisanello (1433–1438). Es gilt in der Kunstgeschichte als der Höhepunkt und Endpunkt der höfischen Gotik in Oberitalien.

Santa Maria AnticaBearbeiten

Nahe der Piazza dei Signori befindet sich die kleine Kirche Santa Maria Antica aus dem 8. Jahrhundert. Sie war für die Scaliger eine Art Hauskirche. Daneben erstreckt sich der Privatfriedhof der Familie (arche scaligere) mit prunkvollen gotischen Grabmälern. Nur wenige Meter östlich entfernt das angebliche Haus des Romeo.

 
Hügel S. Pietro mit dem Teatro Romano di Verona, dem archäologischen Museum im römischen Theater – dem ehemaligen Kloster des Hl. Hieronymus – und dem Castel San Pietro

MuseenBearbeiten

Das Museo Lapidario Maffeiano ist eines der ältesten archäologischen Museen in Europa. Es wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts von dem Veroneser Literaten Scipione Maffei eingerichtet und es zeigt etruskische, griechische und römische Fundstücke. Das Museo Archeologico im Teatro Romano beherbergt eine sehenswerte Sammlung an etruskischen und unteritalischen Bronzen sowie Funden aus römischer Zeit. Wechselnde Fotoausstellungen finden in den Scavi Scaligeri – einer unterirdischen Ausgrabungsstätte – statt. Im Palazzo Forti sind regelmäßig wechselnde Ausstellungen zu moderner Kunst zu sehen. Das Museum des Castelvecchio ist eines der bedeutendsten Kunstmuseen Veneziens. Es zeigt eine Sammlung mittelalterlicher Skulpturen und Bilder. Der Museo civico di Storia Naturale (Stadtmuseum der Naturgeschichte) im Palazzo Pompei, beherbergt neben Fossilien auch Sammlungen zur Mineralogie, Geologie, Botanik, Zoologie und Volkskunde.[11]

 
Blick vom Hügel San Pietro über Verona

Weitere SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Ponte Pietra: Brücke aus der Römerzeit
  • Santuario della Madonna di Lourdes: ehemalige österreichische Festungsanlage San Leonoardo aus dem 19. Jahrhundert hoch über der Stadt, in den 1950er Jahren zur Wallfahrtskirche umgewandelt
  • Porta dei Leoni: Ausgrabungen aus der Römerzeit
  • Arche Scaligeri: Grab der Scaliger
  • Castel San Pietro: Burg oberhalb Veronas
  • Giardino Giusti: Garten mit Blick auf Verona
  • Sante Teuteria e Tosca: romanische Kirche mit älterer Bausubstanz
  • Synagoge

KlimaBearbeiten

Das Klima Veronas ist warmgemäßigt, jedoch aufgrund der Lage im Landesinneren der Po-Ebene kontinental ausgeprägt, sodass es im Winter, vor allem in den Monaten Januar und Februar häufiger zu Frösten kommen kann. Die Sommer sind heiß, gelegentlich können über 37 °C erreicht werden.

Durchschnittliche Temperaturen und Niederschläge für Verona, Venetien
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 6,1 8,9 13,4 17,2 22,7 26,3 29,2 28,8 24,4 18,0 11,0 6,7 Ø 17,8
Min. Temperatur (°C) −1,2 0,1 3,4 6,8 11,7 15,4 18,0 17,8 13,7 8,7 3,2 −0,4 Ø 8,1
Niederschlag (mm) 50,9 43,3 48,7 70,4 74,2 87,2 62,6 81,7 76,2 91,0 64,8 52,5 Σ 803,5
Sonnenstunden (h/d) 3 4 5 6 8 9 10 8 7 5 2 3 Ø 5,8
Regentage (d) 6,8 5,1 6,0 8,9 8,6 8,6 5,5 5,8 6,0 7,4 7,1 6,2 Σ 82
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
6,1
−1,2
8,9
0,1
13,4
3,4
17,2
6,8
22,7
11,7
26,3
15,4
29,2
18,0
28,8
17,8
24,4
13,7
18,0
8,7
11,0
3,2
6,7
−0,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
50,9
43,3
48,7
70,4
74,2
87,2
62,6
81,7
76,2
91,0
64,8
52,5
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

VerkehrBearbeiten

Der Bahnhof Porta Nuova ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt; die Brennerbahn BolognaInnsbruck kreuzt hier die wichtige Linie von Mailand nach Venedig.

Verona ist ebenfalls ein Knotenpunkt des italienischen Autobahnnetzes. Die Brennerautobahn A22 kreuzt hier die Europastraße 70. Südwestlich der Stadt liegt der Flughafen Verona. Der innerstädtische öffentliche Verkehr wird durch Busse der Azienda Trasporti Verona betrieben. Hauptumstiegspunkte sind der Hauptbahnhof Porta Nuova, Arena und Ospedale Maggiore.

SportBearbeiten

Der Fußballverein Hellas Verona spielte in der ersten (Serie A) und zweiten (Serie B) italienischen Liga und gewann in der Saison 1984/85 die italienische Meisterschaft. In der Saison 2005/06 spielte Verona in der Serie B, stieg aber nach der Relegation ab. Nach Abstieg in der Saison 2015/16, spielt Hellas Verona seit der Saison 2019/20 erneut in der Serie A. Der kleinere Verein Chievo Verona hingegen spielte von 2001 bis 2007 sowie von 2008 bis 2019 in der Serie A. Beide Mannschaften tragen ihre Heimspiele im Stadio Marcantonio Bentegodi aus, welches mitten in einem Wohngebiet unweit des Hauptbahnhofs liegt.

In den Jahren 1999 und 2004 richtete Verona die UCI-Straßen-Weltmeisterschaften aus.

PersönlichkeitenBearbeiten

Bürgermeister von Verona ist Federico Sboarina.

Bekannte Persönlichkeiten der Stadt sind in der Liste von Persönlichkeiten der Stadt Verona aufgeführt.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Verona listet acht Partnerstädte und 17 Städtefreundschaften auf: [12]

Stadt Land Typ seit
Albany Vereinigte Staaten  New York, USA Partnerstadt
Ayacucho Peru  Peru Städtefreundschaft
Bethlehem Palastina Autonomiegebiete  Palästina Städtefreundschaft
Detmold Deutschland  Deutschland Städtefreundschaft 2006[13]
Fresno Vereinigte Staaten  Kalifornien, USA Städtefreundschaft 2000
Johannesburg Sudafrika  Südafrika Partnerstadt
Kasan Tatarstan Republik  Republik Tatarstan Städtefreundschaft
Korça Albanien  Albanien Städtefreundschaft
Korfu Griechenland  Griechenland Städtefreundschaft
Košice Slowakei  Slowakei Städtefreundschaft 1992
Kragujevac Serbien  Serbien Städtefreundschaft
München Deutschland  Deutschland Partnerstadt 1960
Nagahama Japan  Japan Partnerstadt 1992
Namwon Korea Sud  Südkorea Städtefreundschaft 2008[14]
Nîmes Frankreich  Frankreich Partnerstadt 1960[15]
Ningbo China Volksrepublik  Volksrepublik China Städtefreundschaft 2005
Prilep Nordmazedonien  Nordmazedonien Städtefreundschaft
Pula Kroatien  Kroatien Partnerstadt 1980
Ra’anana Israel  Israel Städtefreundschaft 1998
Saint-Josse-ten-Noode Belgien  Belgien Partnerstadt
Salzburg Osterreich  Österreich Partnerstadt 1973[16]
Tirana Albanien  Albanien Städtefreundschaft
Zhuji China Volksrepublik  Volksrepublik China Städtefreundschaft
Zintan Libyen  Libyen Städtefreundschaft
Hangzhou China Volksrepublik  Volksrepublik China Städtefreundschaft

Außerdem bestehen Städtefreundschaften mit

LiteraturBearbeiten

Geschichte

  • Maureen Catherine Miller: The Formation of a Medieval Church. Ecclesiastical Change in Verona, 950-1150. Cornell University Press, 1993.
  • Stefania Salti, Renata Venturini: La vita di Teodorico. Ravenna 2001.
  • Luigi Simeoni: Studi su Verona nel medioevo. 3 Bände, Verona 1962.
  • Andreas Stinsky: Die 30 bekanntesten archäologischen Stätten am Gardasee und in seinem Umland. Mit Ausflügen nach Verona, Brescia, Bergamo und Trient. Nünnerich-Asmus-Verlag, Mainz 2018, ISBN 978-3-96176-016-9.
  • Giovanni Zalin: Storia di Verona. Caratteri, aspetti, momenti. Vicenza: Neri Pozza, 2001.

Kunst, Architektur

  • Andreas Bigelmair: Zeno von Verona. Münster 1904.
  • Giorgio Borelli: Chiese e monasteri di Verona. Verona 1980.
  • Federico Dal Forno: Case e palazzi di Verona. Verona 1973.
  • Delia Fringesi: Cesare Lombroso. Einaudi, Turin 2003, ISBN 88-06-13866-9.
  • Hans Dieter Huber: Paolo Veronese. Kunst als soziales System. Fink, München 2005, ISBN 3-7705-3842-0.
  • Arturo Sandrini, Pierpaolo Brugnoli: L’architettura a Verona nell’età della Serenissima (sec. XV – sec. XVIII). Verona 1988.
  • Arturo Sandrini, Pierpaolo Brugnoli: L’architettura a Verona dal periodo napoleonico all’età contemporanea. Verona 1994.

Stadtmauern

  • Guido Barbetta: Le mura e le fortificazioni di Verona. Verona 1978.

Archivalien

WeblinksBearbeiten

Commons: Verona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2019.
  2. Verona Romana – la Fondazione. In: veronissima.com. Abgerufen am 1. April 2021 (italienisch).
  3. Dietrichsbern. In: Herders Conversations-Lexikon. Band 5. Freiburg im Breisgau 1857, S. 613 (zeno.org).
  4. Welsch-Bern. In: Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon. Fünfte Auflage. Band 2. Leipzig 1911, S. 969 (zeno.org).
  5. Franco Benucci: Incendi e altre catastrofi urbane. Padova e Verona nelle fonti annalistiche, epigrafiche e letterarie di età presignorile. In: Franco Benucci et al. (Hrsg.): Il fuoco e la città: storia, memoria, architettura. (= Studi di storia urbana Band 5). Roma Tre, Università degli studi: CROMA, Rom 2016, ISBN 978-88-8368-123-3, S. 34–35.
  6. Marta Morbioli: La peste e il Gran contagio di Verona, correva l’anno 1630. In: verona-in.it. 12. März 2020, abgerufen am 11. März 2021 (italienisch).
  7. Giorgio Massignan: L’Adige e i veronesi, un amore difficile rimasto ormai senza parole. In: verona-in.it. 29. Oktober 2018, abgerufen am 9. März 2021 (italienisch).
  8. Storia del Festival lirico. In: arena.it. Abgerufen am 9. März 2021 (italienisch).
  9. Betrug vorm Balkon
  10. Im Hof der Julia – Die Legende um Romeo und Julia
  11. Museo di Storia Naturale
  12. Comune di Verona – Grandi Eventi – Gemellaggi e Patti d’Amicizia. Abgerufen am 24. April 2018.
  13. Partnerstädte auf Detmold.de Abgerufen am 29. August 2020
  14. Chunhyangol Introduction to Namwon: Friendly Ties. Abgerufen am 24. April 2018.
  15. Jumelages. Abgerufen am 24. Februar 2017.
  16. Partnerstadt Verona – Stadt Salzburg. Abgerufen am 4. April 2017.
  17. Verona (Italien) – Amt für Internationale Beziehungen. Abgerufen am 11. Februar 2015.