Hauptmenü öffnen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Stadthagen
Stadthagen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Stadthagen hervorgehoben
Koordinaten: 52° 19′ N, 9° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Schaumburg
Höhe: 72 m ü. NHN
Fläche: 60,27 km2
Einwohner: 22.247 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 369 Einwohner je km2
Postleitzahl: 31655
Vorwahl: 05721
Kfz-Kennzeichen: SHG, RI
Gemeindeschlüssel: 03 2 57 035
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathauspassage 1
31655 Stadthagen
Website: www.stadthagen.de
Bürgermeister: Oliver Theiß (parteilos)
Lage der Stadt Stadthagen im Landkreis Schaumburg
Nordrhein-WestfalenLandkreis Hameln-PyrmontLandkreis Nienburg/WeserRegion HannoverAhnsenApelernAuetalAuhagenBad EilsenBad NenndorfBeckedorfBückeburgBuchholz (bei Stadthagen)HagenburgHasteHeeßenHelpsenHespeHeuerßenHohnhorstHülsedeLauenauLauenhagenLindhorstLüdersfeldLuhdenMeerbeckMessenkampNiedernwöhrenNienstädtNordsehlObernkirchenPohlePollhagenRintelnRodenbergSachsenhagenSeggebruchStadthagenSuthfeldWiedensahlWölpinghausenKarte
Über dieses Bild

Stadthagen ist die Kreisstadt des Landkreises Schaumburg (ehemalige Landkreise Schaumburg-Lippe und Grafschaft Schaumburg) in Niedersachsen, etwa 40 km westlich von Hannover. In ihrer Geschichte war sie Residenz- und kurze Zeit Universitätsstadt.

GeographieBearbeiten

Die Stadt liegt zwischen Minden und Hannover im Zentrum des Landkreises Schaumburg an der Bundesstraße 65. Im Süden erhebt sich der Bückeberg, ein Ausläufer des Weserberglandes, im Nordwesten liegt der Schaumburger Wald.

Nachbarkommunen sind im Uhrzeigersinn die Gemeinden Lauenhagen, Lüdersfeld, Heuerßen, Beckedorf, Apelern und Auetal, die Stadt Obernkirchen sowie die Gemeinden Nienstädt, Helpsen, Hespe, Meerbeck, Nordsehl und Niedernwöhren.

Stadthagen gliedert sich in die Ortsteile:

GeschichteBearbeiten

 
Stadthagen 1784, Planzeichnung von Johann Christian Houpe (geostet)
A Schloss; B Lusthaus im Schlossgarten; C Amtspforte; D Vorwerk; E Landsbergscher Hof; F Lateinschule; G Mausoleum; H St.-Martini-Kirche; I Rathaus; K ehemaliges Franziskanerkloster
 
Schloss Stadthagen
 
Marstall

Graf Adolf III. von Holstein-Schaumburg gründete um 1224 eine Siedlung mit dem Namen indago comitis (Hagen des Grafen). Auf seine kommende Bedeutung weist der Name civitas et castrum (Stadt und Burg) hin, der 1244 urkundlich belegt ist. 1287 änderte die Stadt ihren Namen in Grevenalveshagen (Graf Adolfs Hagen), 1378 setzte sich der Name Stadthagen endgültig durch.

Im Jahre 1344 erfolgte die Verleihung der Stadtrechte. Um 1400 wurden die steinernen Befestigungsanlagen, von denen noch der Turm am Viehmarkt, ein kleinerer Turm am Schloss und etwas Stadtmauer übrig sind, errichtet. Im Jahre 1501 begann in Stadthagen der Steinkohleabbau, der bis 1961 betrieben wurde. 1559 führte der in Stadthagen residierende Graf Otto IV. zusammen mit seiner zweiten Frau Elisabeth Ursula von Braunschweig-Lüneburg, einer Tochter Ernsts des Bekenners, das lutherische Bekenntnis ein und berief Jakob Dammann nach Stadthagen. Sein Vorgänger Graf Adolf XI. ließ 1534 bis 1538 durch den Tübinger Schlossbaumeister Jörg Unkair an der Stelle einer älteren Burganlage das heutige Schloss errichten. Die Amtspforte wurde 1553 am damaligen Oberntor gebaut.

1607 verlegte Graf Ernst zu Schaumburg die Residenz von Stadthagen nach Bückeburg. Zwei Jahre später wurde das gräfliche Mausoleum an der Rückseite der St.-Martini-Kirche errichtet. 1610 erhielt Stadthagen ein Gymnasium illustre, welches 1620 zur Universität erhoben, jedoch schon 1621 nach Rinteln verlegt wurde.

Die Obern- und Niedernstraße erhielten 1825 die erste Kanalisation. 1847 begann der Bau der Bahnlinie Minden Hannover, zur gleichen Zeit entstand das heutige Bahnhofsgebäude. Im Jahre 1864 wurde die erste Straßenbeleuchtung, es waren Richtlaternen, installiert, der 1899 eine Gasbeleuchtung und 1955 eine elektrische folgte. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde damit begonnen, die Wallanlagen in eine baumbestandene Parkanlage zu verwandeln. 1855 bis 1923 bestand die Glasfabrik Wendthöhe. Im Jahre 1917 kam die Firma P. A. Rentrop (heute Faurecia) nach Stadthagen. Der Freistaat Schaumburg-Lippe wurde nach dem Ende der Monarchie 1918 begründet.

In vielen deutschen Städten wurden am 9. November 1938 die Synagogen der jüdischen Gemeinden von Nationalsozialisten in Brand gesteckt, in Stadthagen geschah dies in der Nacht vom 11. auf den 12. November 1938. Der damalige Bürgermeister Fritz Hamelberg behauptete nach dem Zweiten Weltkrieg, er habe einen Angriff auf die Stadthagener Synagoge am 9. November 1938 nicht gewünscht. Daher sei die Synagoge erst zwei Tage später, als er verreist gewesen sei, angezündet worden. Ob für diese Tatsache tatsächlich eine Weigerung Hamelbergs oder aber andere Gründe ausschlaggebend gewesen sind, ist ungeklärt.[2] Der Reichspogromnacht ging die Verdrängung der jüdischen Mitbürger aus dem öffentlichen und gesellschaftlichen Leben voraus. So wurde das jüdische Kaufhaus Elias Lion nach zahlreichen Boykottaktionen 1938 arisiert und vom Kaufmann Thomas übernommen. Während des Zweiten Weltkrieges blieb die Stadt von gezielten Bombenangriffen verschont. Lediglich dreimal wurde die Stadt in jener Zeit von Fliegerbomben getroffen. Das Schloss, die Eisenbahnlinie Hannover – Minden, sowie der Bereich der heutigen Windmühlenstraße waren die Orte, an denen die Bomben fielen. Am 9. April 1945 wurde Stadthagen ohne Gegenwehr durch amerikanische Truppen eingenommen, wodurch der Stadt Kriegsschäden erspart blieben.

Im Jahre 1948 wurde Stadthagen Kreisstadt des neu gegründeten Landkreises Schaumburg-Lippe und 1977 des neuen Landkreises Schaumburg. Durch die Gemeindereform mit der Eingliederung der Umlandgemeinden 1974 erhöhte sich die Einwohnerzahl Stadthagens auf 23.000. 1982 erfolgte der Neubau der Stadtverwaltung am Standort der alten städtischen Brauerei. In den Jahren 1980 bis 1990 wurden Teile der innerstädtischen Straßen und der Marktplatz zur Fußgängerzone umgebaut.

Bergbau in StadthagenBearbeiten

1501 begann in Stadthagen der Steinkohleabbau.

Mit dem Bau und der Abteufung des Georgschachtes bei Stadthagen, der 1902 von Fürst Georg zu Schaumburg-Lippe eingeweiht wurde, begann die Blütezeit des dortigen Bergbaus. Die mit damals modernster Technik betriebene Anlage umfasste den Förderturm, das Maschinenhaus mit Dampffördermaschine, die Kohlewäsche, das Elektrizitätswerk, das Zechenhaus mit Büros und Waschkaue, ferner den Wasserturm und verschiedene Werkstätten. 1925 wurde mit der Teufung eines zweiten Schachtes eine Tiefe von 353 m unter Tage erreicht. Etwa 2600 Kumpel fanden auf dem Georgschacht Arbeit, außerdem 64 Beamte und Angestellte.[3]

Hoffnungen auf eine Ausdehnung des Abbaureviers auf Beckedorf, Auhagen, Düdinghausen und Blyinghausen in den 1950er Jahren erfüllten sich nicht, und so beschloss 1960 die Preussag die Stilllegung der Schachtanlagen, weil der Abbau nicht mehr wirtschaftlich war. Seitdem ist der Georgschacht eine Industrieruine. Der Kohlebunker der ehemaligen Kokerei wurde 2007 wegen Baufälligkeit abgerissen.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Enzen, Habichhorst-Blyinghausen, Hobbensen, Hörkamp-Langenbruch, Krebshagen, Obernwöhren, Probsthagen, Reinsen, Reinsen-Remeringhausen und Wendthagen-Ehlen sowie Gebietsteile der Gemeinden Nordsehl (Brandenburg) und Nienstädt (Bruchhof) eingegliedert.[4]

EinwohnerzahlentwicklungBearbeiten

Der Demographiebericht der Bertelsmann Stiftung zählt die Kreisstadt zum „Demographietyp 8“ (stark alternde Kommunen). Ebenso wird Stadthagen ein Bevölkerungsrückgang von 8,1 % zwischen den Jahren 2012 und 2030 prognostiziert. Bis dato konnte sich die Entwicklung nicht bestätigen, da die Bevölkerung seit einigen Jahren wieder kontinuierlich ansteigt. Dieses Wachstum konnte allerdings nur durch vermehrte Zuzüge, insbesondere von Ausländern erzielt werden, da die Sterbefälle je 1000 Einwohner mit 14,5 weit über de Geburtenrate von 8,1 Kindern je 1000 Einwohner liegt.

Das Durchschnittsalter der Stadthäger Bevölkerung lag im Jahr 2016 bei 49,5 Jahren und damit deutlich über dem bundesweiten Mittel von 43,9 Jahren. Der Jugendquotient (unter 20-Jährige je 100 Personen im erwerbsfähigen Alter) betrug 31,4 %, der Altenquotient (über 65-Jährige je 100 Personen im erwerbsfähigen Alter) hingegen 63 %.[5]

Die Kreisstadt hat traditionell einen hohen Ausländeranteil. Bereits in den 1970er Jahren ließen sich in Stadthagen viele Gastarbeiter nieder. Insgesamt hatten 3734 der rund 22.800 Stadthäger Bürger im Jahr 2017 einen ausländischen Pass oder die doppelte Staatsangehörigkeit. Das entspricht einem Anteil von 24,2 %. In der Kernstadt, besonders im westlichen Stadtgebiet ist der Ausländeranteil wesentlich höher als in den Ortsteilen. Rund 28 % aller ausländischen Bürger Stadthagens leben hier. Insgesamt belief sich der Ausländeranteil in diesem Quartier im Jahr 2017 auf 48,3 %.[6][7]

 
Einwohnerentwicklung von Stadthagen von 1961 bis 31. Januar 2017
Jahr Einwohner[8]
1961[4] 20.097
1970[4] 22.228
1987 22.109
1990 22.778
1995 23.556
2000 23.802
2005 23.181
2010 22.272
2013 21.594
2014 21.694
2015 21.814
2016 22.148
2017 22.158

ReligionBearbeiten

 
St.-Martini-Kirche
 
St. Martini

Evangelisch-lutherische Kirchengemeinden sind die St. Martinigemeinde Stadthagen, die Kirchengemeinde Wendthagen und die Kirchengemeinde Probsthagen.

Außerdem besteht die Kreuzgemeinde Stadthagen, die der Selbständigen Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) zugehörig ist, sowie die Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde in der Klosterkirche.

Zu den Freikirchen in Stadthagen zählen die Bethel-Kapellengemeinde (Baptisten) und die Ev. Freikirche Ecclesia und die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Die katholische Gemeinde findet sich in der St.-Joseph-Kirche.

Weitere christliche Gemeinden sind die Neuapostolische Kirche, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage. Neben christlichen Gotteshäusern befinden sich außerdem insgesamt drei Moscheen in Stadthagen.

Im Jahr 2011 gehörten 50,7 % der Stadthäger Bürger der evangelischen Kirche und 9,6 % der katholischen Kirche an. Die übrigen 39,7 % waren konfessionslos oder hatten einen anderen Glauben.

PolitikBearbeiten

 
Altes Rathaus

StadtratBearbeiten

Der Stadtrat von Stadthagen setzt sich aus 34 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Zusätzliches Mitglied ist der direkt gewählte hauptamtliche Bürgermeister. Nachfolgende Tabelle zeigt die Sitzverteilung im Stadtrat nach der Kommunalwahl 2016; zum Vergleich sind auch die Zahlen für die Wahlen 2006 und 2011 genannt.[9]

SPD CDU WIR1 Grüne FDP Linke BfS2 Gesamt Wahlbeteiligung
2016 13 11 4 3 2 1 34 Sitze 50,7 %
2011 15 11 2 4 1 1 34 Sitze 44,1 %
2006 15 13 1 2 2 1 34 Sitze 49 %

1 Wählerinitiativen in der Region Schaumburg; 2 Bürger für Stadthagen

Folgende Gruppen wurden gebildet:

  • SPD/Die Grünen/FDP (18 Sitze)
  • CDU (11 Sitze)
  • WIR (4 Sitze)
  • Die Linke (1 Sitz ohne Fraktionsstatus)

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist der parteilose Oliver Theiß. Bei der Kommunalwahl 2014 fielen bei einer Wahlbeteiligung von 52,82 % eine Summe von 39,95 % der Stimmen auf ihn, auf den CDU-Kandidaten Heiko Tadge 25,66 % der Stimmen und auf den SPD-Kandidaten Bernd Hellmann 34,38 %, somit kam es am 15. Juni 2014 zu einer Stichwahl, bei der Theiß mit 61,92 % der Stimmen gewann. Bei der Stichwahl lag die Wahlbeteiligung bei 46,35 %.

WappenBearbeiten

 
Großes Wappen Stadthagen

Das Wappen der Stadt Stadthagen besteht aus einem silbernen Schild, in welchem ein rotes Mauertor mit drei Türmen steht. In dem offenen Tor schwebt ein roter Schild mit silbernesselblattartigem Schildbeschlag. Über dem Stadtwappen ist eine dreitürmige graue (steinfarbene) Mauerkrone. Das im Mauertor befindliche kleine geschlossene Tor ist hellbraun, die drei Turmknäufe bis zum Dach sind vergoldet, während alle Fenster schwarz gehalten sind. Sämtliches Mauerwerk und die Turmdächer sind schwarz ausgefugt.

Das älteste Stadtsiegel, aus dem das Stadtwappen hervorgeht, stammt aus dem Jahre 1324. Das Nesselblatt ist das Wappenemblem der Schaumburger Grafen. Es hat seinen Ursprung von der Schaumburg auf dem Nesselberg im Wesertal, dem Stammsitz des Adelsgeschlechts.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Partnerstädte sind

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseenBearbeiten

 
Amtspforte

MusikBearbeiten

Stadthagen beheimatet überregional bekannte Bands und Orchester, darunter etwa das Schulorchester des Ratsgymnasiums Stadthagen („Ratsband“)[10] sowie zahlreiche Posaunenchöre der Kirchen. Außerdem unterhält die St.-Martini-Kirche eine in Deutschland vergleichsweise selten anzutreffende Brassband nach englischem Vorbild, die „St. Martini-Brass Band Stadthagen“.[11] Bekannt ist auch der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr.

Neben den Orchestern gibt es in Stadthagen auch zahlreiche Chöre. Dazu zählen die „Chorgemeinschaft Stadthagen“, der überregional bekannte Chor „Kreuz & Quer“ sowie der Männerchor Enzen-Hobbensen.

BauwerkeBearbeiten

 
Fürstenmausoleum, Christusfigur des Grabmonuments unter der Kuppel

Grünflächen und NaherholungBearbeiten

  • Der Stadtgarten mit Teich, altem Lustschlösschen und der Schlosspark mit altem Baumbestand sind öffentlich. Mit schönem Springbrunnen und Café lädt die Anlage zum Spaziergang ein.
  • Die alten Wallanlagen um die Altstadt herum wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Parkflächen umgewandelt.

SportBearbeiten

  • Bowlingcenter „Bowler’s World“
  • Fitness- und Wellnesscenter „Looms“
  • Freizeitbad „Tropicana“
  • Kartsport
  • Reithalle
  • Tennisanlage an der Schachtstraße (TC Grün-Weiß)
  • Skatepark
  • Dirtpark/BMX-Bahn
  • Sporthallen und -plätze
  • Sportschützenverein
  • Kampf-Kunst-Center
  • Der Postsportverein (Post SV) bietet seinen über 1000 Mitgliedern Betätigung in zwölf Sparten an.
  • Der FC Stadthagen (Fußballclub Stadthagen e. V. von 1950) mit etwa 300 Mitgliedern ist der erfolgreichste Fußballverein der Stadt und spielt in der Saison 2013/2014 in der Bezirksliga Hannover.
  • Der VfL Stadthagen betreibt zwölf Sparten für seine etwa 1350 Mitglieder.
  • Der SV Union Stadthagen betreibt lediglich die Sparte Fußball und hat etwa 130 Mitglieder.
  • Die SG Rot-Weiß bietet seinen etwa 200 Mitgliedern die Sparten Fußball und Gymnastik.
  • Der TSV Eintracht Bückeberge hält sieben Abteilungen vor und ist vorrangig im Bereich der Bergkette aktiv.
  • Der TuS Schwarz Weiß Enzen unterhält vier Sparten.
  • Der Stadthäger Motor Club bietet Kartslalom, Automobilslalom und viele andere Aktivitäten für Kinder und auch Erwachsene.
  • Weitere sporttreibende Vereine sind der Tennisclub Grün-Weiß, der Ski-Club, der Schwimmclub, der Ruderclub, der Reit-Zucht- und Fahrverein, der BSV Jitae sowie die Versehrtensportgemeinschaft.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Alljährlich findet in Stadthagen das Historische Schützenfest Stadthagen statt.
  • Seit 1935 findet in jedem Jahr das Jahn-Bergturnfest auf dem Bückeberg statt, ein Teil dieser breitensportlichen Veranstaltung für das Schaumburger Land auch in Stadthagen.[13]
  • Zweimal im Jahr findet der Jahrmarkt, der sog. „Krammarkt“, statt, einmal im Frühjahr und einmal im Herbst.
  • Im Mai jeden Jahres findet in Wendthagen der Schaumburger Wander- und Walkingtag statt.
  • Jedes Jahr findet im Park des Renaissance-Schlosses ein großes Sommerfest – das „fisKuß“ – statt, dass vom Kulturzentrum Alte Polizei veranstaltet wird. Namensgebend ist das im Schloss ansässige Finanzamt von Stadthagen. Zahlreiche Spielmöglichkeiten, Walkacts und musikalische Darbietungen verwandeln den Park in ein buntes Treiben. Das Fest wird durch zahlreiche Förderer – von größeren Unternehmen bis hin zu Einzelpersonen – finanziert und ermöglicht den Auftritt internationaler Straßenkünstler und Theatergruppen[14]
  • Der Wilhelm-Busch-Preis für satirische und humoristische Versdichtung wird alle zwei Jahre in Stadthagen, der Heimatregion von Wilhelm Busch, verliehen. Stifter sind die Schaumburger Landschaft, die Schaumburger Nachrichten und die Sparkassenstiftung. Die letzte Verleihung fand 2013 statt.

Kulinarische SpezialitätenBearbeiten

  • In Stadthagen wurde das Schaumburger Bier gebraut.[15]
  • Der einst an der Obernstraße hergestellte „Schaumburger Landwein“, eher bekannt unter Meyer’s Bitter, wird nunmehr von der MBG-Gruppe (Hauptsitz: Paderborn) in Rinteln hergestellt und abgefüllt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

MedienBearbeiten

Werktäglich erscheinen die Schaumburger Nachrichten, die in Stadthagen mit Redaktion und Verlag vertreten sind.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

 
Landsbergscher Hof, Stadtbücherei
  • Stadtbücherei, ehem. Landsbergscher Hof
  • Augenklinik
  • Kreisverwaltung
  • Amtsgericht
  • Agentur für Arbeit
  • Kreisaltenheim
  • Kommunikationszentrum Alte Polizei
  • Sender Stadthagen
  • Für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ist das Polizeikommissariat Stadthagen an der Vornhäger Straße zuständig.
  • Für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe stehen mehrere Freiwillige Feuerwehren zur Verfügung.

BildungBearbeiten

  • Im vorschulischen Bereich sind 12 Kindergärten und Tagesstätten tätig. Sieben davon befinden sich in der Kernstadt. Weitere Einrichtungen gibt es in Wendthagen, Obernwöhren und Enzen.
  • Schule am Schlosspark, bis 31. Juli 2011 Haupt- und Realschule, seither Oberschule
  • Integrierte Gesamtschule
  • Europaschule Ratsgymnasium Stadthagen
  • Europaschule Wilhelm-Busch-Gymnasium[16]
  • Berufsbildende Schulen
  • Ludwig Fresenius Schulen
  • Volkshochschule
  • Grundschule am Sonnenbrink
  • Grundschule am Stadtturm
  • Grundschule An der Bergkette
  • Hans-Christian-Andersen-Schule, Förderschule
  • Schulen der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland
  • Studienseminar Stadthagen für das Lehramt an Gymnasien
  • Fachgymnasium Technik (in den Berufsbildenden Schulen)

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhofsgebäude

Über die B 65 wird Minden und Hannover erreicht. Die A 2 ist ca. 15 Autominuten entfernt. Die nächste Anschlussstelle befindet sich in Bad Nenndorf.

Der Bahnhof Stadthagen an der Bahnstrecke Hannover–Minden wird im Stundentakt durch von der Westfalenbahn betriebene RE-Züge nach Hannover-Braunschweig und Minden-Löhne (weiter abwechselnd jede Stunde nach Bielefeld bzw. Osnabrück-Rheine) bedient. Der Fahrplan wird durch die S-Bahn S 1 zwischen Minden und Hannover verdichtet.

Bis 1981 gab es Güterverkehr auf der Bahnstrecke Stadthagen–Stolzenau, Personenzüge fuhren hier letztmals etwa 20 Jahre zuvor.

Der Bahnhof Stadthagen West liegt an der Bahnstrecke Rinteln–Stadthagen, die von 1898 bis 1965 regelmäßigen Personenverkehr hatte und heute museal von der Dampfeisenbahn Weserbergland betrieben wird.

Vom 4. September 1897 bis zum 20. Juni 1930 fuhr die Straßenbahn Stadthagen als Pferdebahn zwischen Bahnhof und Stadt. Sie war damit die letzte in Deutschland regulär betriebene Pferdebahn. Ersetzt wurde sie durch Busse. Den Stadt- und Regionalverkehr mit Bussen führt die Schaumburger Verkehrsgesellschaft mbH durch.

PersönlichkeitenBearbeiten

Mit der Stadt verbundenBearbeiten

  • Jakob Dammann (1534–1591), erster lutherischer Geistlicher an St. Martini, Reformator der Grafschaft Schaumburg; nach ihm sind die Dammannstraße sowie das evangelische Gemeindezentrum Jakob-Dammann-Haus (erbaut 1969, umgebaut 2001) benannt.[17]
  • Josua Stegmann (1588–1632), evangelischer Theologe und Kirchenlieddichter, war ab 1617 Lehrer am Ratsgymnasium Stadthagen. Ihm zu Ehren trägt das kirchlich getragene Altenheim an der Büschingstraße den Namen „Josua-Stegmann-Heim“.
  • André Schiebler (* 1991), Jan-Christoph Meyer (* 1990) und Cengiz Dogrul (* 1990) wuchsen allesamt in Stadthagen auf. Sie betreiben unter dem Namen ApeCrime einen der erfolgreichsten deutschen Webvideokanäle auf der Plattform YouTube.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Friedrich Bartels: Stadthagen – Einst und jetzt. Historische Arbeitsgemeinschaft für Schaumburg, Rinteln 1972
  • Otto Bernstorf: Stadthagen – Stadthagen im Wandel der Zeit, Beiträge zur Stadtgeschichte. Stadthagen 1958
  • Matthias Blazek: Wendthagen – Ein Beitrag zur Heimatgeschichte Schaumburg-Lippes. Stadthagen 2005
  • Heinrich Munk: Stadthagen. Die Reihe Archivbilder, Erfurt 1999
  • Heinrich Munk: Oh, Hannes wecken Haut! Chronik des Historischen Schützenfestes in Stadthagen. Stadthagen 2009
  • Karlheinz Poll und Friedrich-Wilhelm Welge: Stadthagen – Eine Stadt in Bildern. Stadthagen 1973
  • Albrecht Wehling: Chronik der Stadt Stadthagen. Stadthagen einst und jetzt. Aus der Geschichte der Stadt Stadthagen. Magdeburg 1932

WeblinksBearbeiten

  Commons: Stadthagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Stadthagen – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Marc-Oliver Rehrmann: Wo die Synagogen-Brandstifter später kamen. In: ndr.de, abgerufen am 12. Juni 2017.
  3. Vgl. Oswald Reißert, Hans Stille: Das Weserbergland und der Teutoburger Wald., Bielefeld, Leipzig 1925, S. 111.
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 201.
  5. Demographiebericht Stadthagen (im Landkreis Schaumburg) in: wegweiser-kommune.de. 2016, abgerufen am 8. September 2018.
  6. Migranten in Stadthagen – Stadt will Integrationsbeauftragten in: sn-online.de. 28. Januar 2017, abgerufen am 8. September 2018.
  7. Stadthäger Weststadt ein sozialer Brennpunkt? in: szlz.de. 30. Juli 2017, abgerufen am 8. September 2018.
  8. Regionalstatistische Datenbank, Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen LSKN-Online. Einwohnerzahlen ab 1987 jeweils am 31. Dezember des Jahres.
  9. Website der Stadt
  10. Vgl. ratsband.de Abgerufen am 26. November 2012.
  11. Vgl. brassband-stadthagen.de abgerufen am 26. November 2012.
  12. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Deutscher Kunstverlag, München 1992.
  13. 74. Jahn-Bergturnfest vom 12. bis 14. Juni auf dem Bückeberg, Landes-Zeitung, 13. Mai 2009 (Online-Ressource).
  14. schaumburg-regional.de Abgerufen am 30. Juni 2015.
  15. Geschichtlicher Rückblick in: NN, Schaumburger – Seit über 100 Jahren im Privatbesitz, Stadthagen o. J. (1980). Das Geburtsjahr des Schaumburger Bieres war 1873, Gründer der Brauerei waren der Kaufmann August-Heinrich Lagershausen, der Ziegeleibesitzer Heinrich Möller und der Mühlenbesitzer Wilhelm Lambrecht.
  16. WBG jetzt ELOS- und Europaschule. In: wilhelm-busch-gymnasium.de
  17. Jakob-Dammann-Haus. abgerufen am 26. November 2015.