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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hörstel
Hörstel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hörstel hervorgehoben
Koordinaten: 52° 18′ N, 7° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Steinfurt
Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 107,54 km2
Einwohner: 20.141 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 187 Einwohner je km2
Postleitzahl: 48477
Vorwahlen: 05454, 05459, 05978
Kfz-Kennzeichen: ST, BF, TE
Gemeindeschlüssel: 05 5 66 016
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kalixtusstraße 6
48477 Hörstel
Website: www.hoerstel.de
Bürgermeister: David Ostholthoff (SPD)
Lage der Stadt Hörstel im Kreis Steinfurt
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Über dieses Bild

Die Kleinstadt Hörstel (plattdeutsch Hüörsel) befindet sich am nordwestlichsten Ausläufer des Teutoburger Waldes. Das im Kreis Steinfurt/Deutschland, Bundesland Nordrhein-Westfalen liegende Stadtgebiet wird auch der Region Tecklenburger Land zugeordnet. Sie wurde am 1. Januar 1975 aus den bis dahin selbstständigen Gemeinden Hörstel, Riesenbeck, Dreierwalde und der Stadt Bevergern gebildet.

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Hörstel befindet sich am äußersten, nordwestlichen Ende des Teutoburger Walds, der hier als Huckberg beginnt. Die nächsten größeren Städte sind Rheine im Westen und Ibbenbüren im Osten. Die Stadt wird von einem Abschnitt der Hörsteler Aa durchflossen. Rund zwei Kilometer südlich von Hörstel zweigt am „Nassen Dreieck“ der Mittellandkanal vom Dortmund-Ems-Kanal ab.

NachbargemeindenBearbeiten

Das Stadtgebiet grenzt an insgesamt sechs Städte und Gemeinden. Die Stadt Ibbenbüren und die Gemeinde Hopsten befinden sich im Tecklenburger Land, die Städte Rheine, Emsdetten und die Gemeinde Saerbeck liegen bereits im Münsterland. Im niedersächsischen Emsland grenzen die Gemeinden Spelle und Schapen an.

 
Spelle
11 km
 
Schapen
11 km
 
Hopsten
7 km
 
Rheine
10 km
   
Ibbenbüren
9 km
 
Emsdetten
14 km
 
Saerbeck
15 km

StadtgliederungBearbeiten

 
Ortsteile von Hörstel

Zur Stadt Hörstel gehören die Stadtteile

Die Ortschaften

gelten nicht als Ortsteile der Stadt, sondern als Bauerschaften von Hörstel.

GeschichteBearbeiten

 
Die ab 1796 errichtete Knollmanns Mühle in Hörstel.

Die heutige Stadt Hörstel entstand am 1. Januar 1975 durch den Zusammenschluss der bisherigen Stadt Bevergern mit den Gemeinden Dreierwalde, Hörstel und Riesenbeck.[2] Eine Fläche der ehemaligen Gemeinde Rheine rechts der Ems von 3,00 km2, auf der damals 212 Personen lebten, kam hinzu.[3] Die Stadtrechte brachte der Ortsteil Bevergern ein, die urkundlich am 25. Juli 1366 durch Nikolaus Graf zu Tecklenburg und seinen Sohn Otto verliehen wurden.[4]

PolitikBearbeiten

StadtratBearbeiten

Die Sitzverteilung im Rathaus nach der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014:

Partei / Liste Sitze
CDU 18
SPD 9
Grüne 3
UWG 3
Fraktionslos 1

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister der Stadt ist David Ostholthoff (SPD), der im September 2015 gewählt wurde. Erste stellvertretende Bürgermeisterin sind Ingrid Bosse (SPD) und Angelika Wollny (CDU).[5]

Ehemalige BürgermeisterBearbeiten

  • 2000–2015 Heinz Hüppe (CDU)
  • 1999–2000 Bernhard Lahme (CDU)[6]
  • 1989–1999 Josef Plumpe (CDU)[7]
  • 1979–1989 Karl Grüter (CDU)
  • 1975–1979 Ernst-August Beyer (CDU)[8]

WappenBearbeiten

Waagerecht geteilter Schild, oben gespalten. Vorn im roten Feld ein goldenes (gelbes) Eichenblatt aus dem Wappen der ehemaligen Gemeinde Dreierwalde. Im goldenen (gelben) hinteren Feld eine rote Schaufel aus dem Wappen der ehemaligen Gemeinde Riesenbeck. Im goldenen (gelben) Schildfuß sich ein rechtsgerichteter schwarzer Biberkopf mit roter Zunge aus dem Wappen der ehemaligen Stadt Bevergern. Das Gold (Gelb) steht für die ehemalige Gemeinde Hörstel.

Wappen vor 1975 der Hörsteler Ortsteile:

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Hörstel pflegt Städtepartnerschaften mit[9]

  • Mit der sächsischen Stadt Lunzenau verbindet Hörstel eine Städtefreundschaft.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Das Wasserschloss Surenburg im Ortsteil Riesenbeck und dessen Geschichte reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Nach der Eroberung des Amtes Bevergern durch das Hochstift Münster von der Grafschaft Tecklenburg wurde es vermutlich durch den Bischof von Münster im Jahr 1400 errichtet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte erst 1474 als Wohnsitz der Herren von Langen und wurde in seiner heutigen Gestalt ab dem 18. Jahrhundert umgebaut. Die Surenburg ist das bekannteste Wasserschloss im Tecklenburger Land.[10]

Das Kloster Gravenhorst wurde durch den tecklenburgischen Ministerialen Konrad von Brochterbeck im Jahr 1256 gegründet. In den folgenden 50 Jahren nach Gründung konnte Gravenhorst überwiegend Güter der Tecklenburger Grafen und ihrer Ministerialen erwerben. Bei den Besitzverhältnissen ist auffällig, dass viele der Vorbesitzer zum engeren Gefolge der Grafen gehörten. Der klösterliche Besitzschwerpunkt lag dabei im südwestlichen Tecklenburger Land. 2004 wurde das ehemalige Kloster vollkommen renoviert und wird heute als Kunsthaus genutzt. Gravenhorst ist neben Leeden und Schale eines von drei Zisterzienserinnenkloster, das im 13. Jahrhundert im Tecklenburger Land entstand.[11]

KriegsgräberstättenBearbeiten

Auf folgenden Friedhöfen befinden sich Kriegsgräber:

  • Riesenbeck-Birgte / Ehrenfriedhof Brumleytal (42)
  • Hörstel / Alter Katholischer Friedhof (1)
  • Bevergern / Katholischer Friedhof (3)
  • Dreierwalde / Katholischer Friedhof (69)
  • Hörstel-Gravenhorst / Katholischer Friedhof (6)
  • Riesenbeck / Katholischer Friedhof (23)
  • Hörstel-Harkenberg / Evangelischer Friedhof (9)

Erholungsgebiete und WanderwegeBearbeiten

Der Hermannsweg, ein Wanderweg durch den Teutoburger Wald auf den Spuren von Arminius, führt durch Bevergern und Riesenbeck. In der Umgebung von Hörstel gibt es zahlreiche Waldwanderwege. In der Nähe liegt der Torfmoorsee als Naherholungsgebiet.

Rad- und WanderwegeBearbeiten

SportBearbeiten

Das Gelände rund um die Surenburg gilt als Mekka der deutschen Gespannfahrer, hier werden nationale und internationale Meisterschaften abgehalten.

Am Torfmoorsee haben sich einige Wassersportvereine angesiedelt. Die Seglergemeinschaft Hörstel 1978 e. V. nutzt diesen See zum Segeln und Windsurfen. Der Angelsportverein Bevergern 1968 e. V. hat sich dort angesiedelt. Die DLRG unterhält dort eine eigene Station.

VerkehrBearbeiten

SchienenverkehrBearbeiten

 
Haltepunkt Hörstel

Der Haltepunkt Hörstel liegt an der Bahnstrecke Löhne–Rheine. Im Schienenpersonennahverkehr verkehren hier

Für den Güterverkehr stehen am nördlichen Rand des Stadtgebietes die Bahnhöfe Hörstel-Ostenwalde und Uthuisen an der Tecklenburger Nordbahn zur Verfügung.

BusverkehrBearbeiten

Im Straßenpersonennahverkehr verbindet montags bis samstags im Stundentakt der Taxibus der Linie T60 die Stadtteile Hörstel, Riesenbeck und Bevergern miteinander. Die Regionalbuslinie 190 verbindet den Stadtteil Dreierwalde mit Hopsten und Rheine, wo sich der nächste Fernverkehrsbahnhof befindet. Die Buslinien R93 und R63 verbinden den Stadtteil Bevergern im Stundentakt mit Rheine und Ibbenbüren.

Im öffentlichen Personennahverkehr gilt der Westfalentarif (Verkehrsgemeinschaft Münsterland), der NRW-Tarif sowie in den Regionalzügen der Niedersachsentarif (Niedersachsen-Ticket im RB 61 gültig bis Herford).

StraßenverkehrBearbeiten

Hörstel liegt an der Bundesautobahn 30; nahe dem Ortszentrum des Stadtteils Hörstel liegt die gleichnamige Anschlussstelle Hörstel.

Verkehrsentwicklung auf der Bundesautobahn 30 im Bereich zwischen den Anschlussstellen "Hörstel" und "Rheine-Kanalhafen" im täglichen Durchschnitt[12].

Jahr 2000 2005 2010
Anzahl der erfassten Fahrzeuge 31.077 34.879 37.377

2010 wurden im Durchschnitt 10.057 Lkw sowie 27.320 Pkw erfasst.

FlugverkehrBearbeiten

Hörstel besitzt einen ehemaligen Militärflugplatz in Dreierwalde, der derzeit von der Firma Krone als Abstellplatz für LKW benutzt wird. Der nächste zivile Flugplatz (Verkehrslandeplatz) liegt in Rheine. Für internationale Flüge liegt der Flughafen Münster-Osnabrück in 20 Kilometern Entfernung sehr günstig.

SchiffsverkehrBearbeiten

Hörstel liegt direkt am Mittellandkanal (MLK) sowie am Dortmund-Ems-Kanal (DEK).

Beide Kanäle treffen am sogenannten „Nassen Dreieck“, in Riesenbeck-Bergeshövede aufeinander. Das „Nasse Dreieck“ bezeichnet das Wasserstraßendreieck, bei dem der Mittellandkanal vom Dortmund-Ems-Kanal abzweigt und den Teutoburger Wald quert. Das Nasse Dreieck ist ein wichtiger Knotenpunkt für die Binnenschifffahrt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

MedienBearbeiten

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

BäderBearbeiten

In Riesenbeck befindet sich ein kommunales Hallenbad. Der Torfmoorsee ist zum Baden freigegeben.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehenBearbeiten

  • Ludger Beerbaum (* 26. August 1963 in Detmold), Springreiter und Olympiagewinner, wohnt und trainiert in Riesenbeck
  • Marco Kutscher (* 2. Mai 1975 in Norden), Springreiter und Olympiagewinner, wohnt und trainiert in Riesenbeck
  • Peter Niemeyer (* 22. November 1983 in Mettingen), Fußballspieler, wuchs in Riesenbeck auf und begann seine sportliche Karriere beim SV Teuto Riesenbeck

FilmdokumentationenBearbeiten

  • Detlef Muckel, Regisseur aus Rheine-Mesum, drehte den Film: Leben und Sterben 45. Ein Dokumentarspielfilm, der sich mit den Kämpfen im Brumleytal zu Ende des Zweiten Weltkrieges beschäftigt.

LiteraturBearbeiten

  • Franz-Josef Wissing (red.) et al.: Hörstel – gestern und heute – oder wie aus einer Bauerschaft eine Stadt wurde. Das Heimatbuch der Ortschaft Hörstel bis zur Stadtwerdung. Herausgegeben vom Heimatverein Hörstel. F.-J. Wissing, Hörstel 1987.
  • Autorenkollektiv: 25 Jahre Stadt Hörstel. 1975–2000. Stadt Hörstel / A. Schöwe, Hörstel und Riesenbeck 2000, ISBN 3-89714-777-7.
  • Autorenkollektiv: Riesenbeck. Aus Vergangenheit und Gegenwart eines münsterländischen Dorfes. Herausgegeben im Rheinheldis-Gedenkjahr 1962 vom Heimatverein Riesenbeck. Riesenbeck 1962.
  • Autorenkollektiv: Bevergern. Geschichte und Geschichten um eine alte Stadt. Stadtverwaltung Bevergern, Bevergern 1966.
  • Autorenkollektiv: Dreierwalde wie es war und wurde. Herausgegeben von der Gemeinde Dreierwalde in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Dreierwalde, Dreierwalde 1971.
  • Reinhard Niehoff, Klaus H. Peters, Georg Pistorius: Hörstel. Fotografische Impressionen. Bevergern, Dreierwalde, Hörstel, Riesenbeck. Lammert, Hörstel-Riesenbeck 1992.
  • Ottilie Baranowski, Walter Kinast: Päörtkes, Püttkes, Pädtkes: Tore, Brunnen, Wege. Bevergern. Herausgegeben vom Heimatverein Bevergern. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 1989, ISBN 3-921290-39-2.
  • Hein Schlüter: Pättkerii düör Hüössel. Gesammelte Texte aus der Ibbenbürener Volkszeitung über das Leben im Dorf Hörstel in der Zeit von 1931 bis 1991. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 1995, ISBN 3-921290-82-1.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hörstel (Stadt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2018 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 21. September 2018. (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 318.
  3. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 90.
  4. Norbert Voß: Der Kreis Tecklenburg - Amt Riesenbeck. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart und Aalen 1973, ISBN 3-8062-0108-0.
  5. Zwei Frauen vertreten den Bürgermeister
  6. https://archiv.ivz-aktuell.de/index4.php?id=24810&pageno=27 Nachruf für Bürgermeister Bernhard Lahme der Stadt Hörstel am 1. Februar 2000 in der Ibbenbürener Volkszeitung
  7. http://www.hoerstel-online.de/download/11/articles Amtszeit von Plumpe
  8. Buch "25 Jahre Stadt Hörstel" S. 31 Bürgermeister der Stadt Hörstel
  9. Informationen der Stadtverwaltung zu den Städtepartnerschaften; abgerufen am 21. Februar 2013
  10. [1] Hörstel - Das Schloss Surenburg in Riesenbeck, abgerufen am 9. November 2013
  11. Uni-Münster - Das Kloster Gravenhorst (Memento vom 9. November 2013 im Internet Archive) (PDF; 86 kB)
  12. http://archiv.ivz-aktuell.de/index4.php?id=30698&pageno=30 Ibbenbürener Volkszeitung am 31.08.2012:"Da hilft nur noch Ohren zuhalten"