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Empelde ist der nördliche und größte Stadtteil von Ronnenberg und grenzt an den Südwesten von Hannover.

Empelde
Wappen von Empelde
Koordinaten: 52° 20′ 31″ N, 9° 39′ 58″ O
Höhe: 62 m ü. NN
Einwohner: 11.762 (1. Jul. 2008)
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 30952
Vorwahl: 0511

GeschichteBearbeiten

Empelde wurde 840 als „Amplidi“ in einer Urkunde Ludwig des Deutschen erstmals erwähnt. Im Mittelalter entwickelte sich der Ort zu einem Haufendorf.

Johann Egestorff baute 1831 in Empelde eine Ziegelei. Sein Sohn Georg Egestorff gründete 1835 in Linden bei Hannover eine Eisengiesserei und Maschinenfabrik, aus der später die Hanomag entstand, einer der größten Hannoverschen Industriebetriebe. Für den Bedarf des Tontaubenschießens ließ Georg Egestorff 1861 am Lindener Berg die Lindener Zündhütchen- und Tonwarenfabrik errichten. Die Egestorffsche Zündhütchenfabrik wurde vor dem Ersten Weltkrieg nach Empelde auf ein freies Feld neben der Bahnstrecke Hannover–Altenbeken verlegt, das heutige Areal des „Wohnparks am See“. Die 1928 eingestellte Produktion wurde 1938 im Rahmen der Aufrüstung der Wehrmacht vom neuen Eigentümer Dynamit AG, vormals Alfred Nobel & Co (kurz DAG) wieder aufgenommen. Nach Kriegsende 1945 nutzten diverse Firmen, darunter auch Telefunken, die Gebäude und Baracken auf dem Gelände. In den 1980er Jahren erfolgte schließlich die heutige Bebauung mit Wohnhäusern.

Noch heute wird das Ortsbild von der Rückstandshalde des Kaliwerks „Hansa-Silberberg“[1] geprägt, das von 1894 bis 1973 produzierte und in den 1950er Jahren mehr als 1000 Mitarbeiter beschäftigte.

ReligionBearbeiten

Die evangelisch-lutherische Johanneskirche steht an der Hallerstraße; sie wurde 1963/64 erbaut.[2] Die zuvor genutzte Kapelle an der Stillen Straße dient seit Einweihung der Kirche als Stadtteilbücherei. Die Kirchengemeinde, die auch einen Kindergarten unterhält, gehört zum Kirchenkreis Ronnenberg im Sprengel Hannover.

Die katholische Kirche Heilige Familie wurde 2016 profaniert. Die an der Berliner Straße gelegene Kirche wurde 1959/60 erbaut und gehörte seit 2002 zur Pfarrei St. Maximilian Kolbe in Hannover-Mühlenberg.

Die Türkisch-islamische Gemeinde zu Ronnenberg hat ihren Sitz in Empelde.

PolitikBearbeiten

Der Ortsteil Empelde hat wie auch die Kernstadt Ronnenberg selbst keinen eigenen Ortsrat.[3]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Grubenlok im Außenbereich des Kali- und Salzbergbaumuseums
  • Über die Geschichte des Salzabbaus informiert das Niedersächsische Museum für Kali- und Salzbergbau.
  • Die Kaliabraumhalde ist weltweit erstes Beispiel für ein kommerziell tragfähiges Renaturierungsvorhaben dieser Art. Dabei wird die Halde mit einer Ummantelung aus Bauschutt und Erde versehen und anschließend vielfältig bepflanzt. Sie bietet an den gelegentlichen Öffnungstagen neben Freizeitmöglichkeiten auch Raum für Kunst- und Kulturveranstaltungen.
  • Der Busse-Stein erzählt mit seiner verwitterten Inschrift die Geschichte des Königlichen Hofjägers Wilhelm Busse, der am 5. Mai 1842 in Ausübung seiner Dienstpflicht von Wilderern ermordet wurde. Der Stein wurde zwischenzeitlich mehrfach versetzt, steht nun jedoch wieder an der historischen Stelle des Geschehens auf einem Plateau. Der Ort liegt dort, wo Süd- und Westseite der Kalihalde zusammentreffen.
  • Direkt am Fuß der Kali-Abraumhalde befindet sich das Freibad Empelde,[4] das in den 1930er Jahren erbaut wurde.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

UnternehmenBearbeiten

 
Oberirdische Anlagen des Gasspeichers

Seit 1982 betreibt die Gasspeicher Hannover GmbH (GHG) in dem Salzstock des ehemaligen Kaliwerks einen Erdgaskavernenspeicher mit (Stand: 2014) 600 Millionen m3 Arbeitsgasvolumen.[6]

In dem Gewerbegebiet südlich der B65 findet sich u. a. ein Hagebau Markt.

BildungBearbeiten

In Empelde gibt es zwei Schulen. Die ehemalige Volksschule Empelde teilte sich 1965 in zwei eigenständige Schulen, die immer noch eng zusammenarbeiten. Die Klassen 1–4 werden an der Theodor-Heuss-Grundschule unterrichtet. Die Marie-Curie-Schule – KGS Ronnenberg hat zwei Standorte: Empelde mit den Klassen 7–12 und Ronnenberg mit den Klassen 5 und 6. Sie wurde 1994 gegründet und erhielt zum zehnjährigen Jubiläum 2004 den Namen Marie-Curie-Schule. Zurzeit besuchen 1500 Schülerinnen und Schüler die Schule, die von ca. 130 Lehrkräften unterrichtet werden. Als offene Ganztagsschule verfügen beide Standorte sowohl über eine Mensa als auch über Freizeit- und offene Lernbereiche.

VerkehrBearbeiten

Als der Hannover nächstliegende Teil Ronnenbergs ist Empelde durch die Stadtbahnlinie 9 und den Bahnhof an der Bahnstrecke Hannover–Altenbeken mit der Landeshauptstadt verbunden. Die S-Bahn Hannover bietet einen Halbstundentakt mit den Linien 1/2 HasteHannover HbfWunstorfMinden beziehungsweise –Nienburg.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Empelde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kaligeschichte auf Heimatmuseum Ronnenberg.de; abgerufen am 23. November 2014
  2. Website der Johanneskirche Empelde; abgerufen am 10. Januar 2016.
  3. Forderung nach Ortsrat auch für Empelde und Ronnenberg
  4. Freibad Empelde auf Ronnenberg.de; abgerufen am 23. November 2014
  5. Der Feuerwehrturm in der Hirtenstraße. (Nicht mehr online verfügbar.) Freiwillige Feuerwehr Empelde, 2012, archiviert vom Original am 13. Oktober 2014; abgerufen am 8. Oktober 2014.
  6. Kavernenspeicher: Erdgas aus dem Untergrund (Memento des Originals vom 20. Februar 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.enercity.de auf enercity.de; abgerufen am 20. Februar 2015