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Bantorf (niederdeutsch Bandärp) ist ein Stadtteil der Stadt Barsinghausen am Rande der Region Hannover in Niedersachsen.

Bantorf
Wappen von Bantorf
Koordinaten: 52° 19′ 46″ N, 9° 24′ 57″ O
Höhe: 91 m ü. NHN
Fläche: 4,81 km²
Einwohner: 1275[1]
Bevölkerungsdichte: 265 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1968
Eingemeindet nach: Hohenbostel
Postleitzahl: 30890
Vorwahl: 05105
Bantorf (Niedersachsen)
Bantorf

Lage von Bantorf in Niedersachsen

Blick von der Bantorf-Höhe des Deister auf den Ort und sein Gewerbegebiet
Blick von der Bantorf-Höhe des Deister auf den Ort und sein Gewerbegebiet

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Südlich von Bantorf befindet sich der Deister, der innerhalb von wenigen Minuten erreicht werden kann. Nachbardörfer von Bantorf sind Hohenbostel, Winninghausen und Wichtringhausen zur östlichen Seite und Waltringhausen und Bad Nenndorf zur westlichen Seite.

OrtsgliederungBearbeiten

Das Dorf gliedert sich in zwei Teile. Der obere (südliche) Teil zeichnet sich durch Wohnsiedlungen aus, die teils schon sehr lange bestehen und teils noch gebaut werden. Der untere (nördliche) Teil ist eher vom Gewerbe geprägt. Neben Gaststätten und Hotels befinden sich dort auch zwei Tankstellen und eine große Logistikfirma. Im unteren Teil befindet sich ebenfalls der S-Bahnhof.

GeschichteBearbeiten

VorgeschichteBearbeiten

 
Bei der Ausgrabung in Bantorf gefundene Nienburger Tasse

Bei Bantorf bestand in vorgeschichtlicher Zeit eine eisenzeitliche Siedlung. Sie wurde bei der Vergrößerung des Gewerbegebietes Bantorf-Nord an der BAB 2 im Jahre 2011 entdeckt. Eine Ausgrabung ergab, das zu ihr mehrschiffige Häuser sowie Grubenhäuser und Pfosten-Speicher gehörten. In Vorrats- und Abfallgruben wurde in großer Menge gut erhaltene Keramik ausgegraben. Das Fehlen von Metallgegenständen sowie die Fundsituationen ließen darauf schließen, dass die Siedlung etwa im 1. Jahrhundert aufgegeben und verlagert worden ist.[2] Sie konnte nicht vollständig erforscht worden, da sie sich auf einem Gelände fortsetzt, das bereits vor Jahren mit einem großen Gebäudekomplex überbaut worden ist. Die Fundstücke wurden im September 2012 als Ausstellung im Rathaus in Barsinghausen präsentiert.[3]

MittelalterBearbeiten

Bantorf ist aus den drei Siedlungen Bantorf, Ebbinghausen und Luttringhausen entstanden. Bantorf wurde 1226 erstmals urkundlich genannt, als der sächsische Herzog Heinrich von Sachsen dem Kloster Mariensee Güter in der Siedlung, die damals Bodindorp hieß, schenkte. Der Ortsnamensteil Bodin geht auf eine Person Bodo zurück, so dass mit dem Ortsnamen ausgedrückt wurde, das in dem Dorf (-dorp) die Sippe des Bodo lebt. Ebbingehusen wurde 1216 erstmals in einer Urkunde von Papst Innozenz III. genannt. Luttringhausen wurde erstmals im Lehnsregister des Luthard von Meinersen um 1226 erwähnt. Die landwirtschaftlich geprägten Siedlungen bestanden bis etwa zum Jahr 1700 selbstständig und wurden dann gemeinsam verwaltet.

NeuzeitBearbeiten

Anfang des 19. Jahrhunderts lebten etwa 300 Personen in Bantorf. Als Mitte des 19. Jahrhunderts der Steinkohle-Bergbau im Deister und damit auch in Bantorf einsetzte, verdoppelte sich die Einwohnerzahl auf 750 Personen im Jahre 1905. Unter den Bewohnern waren 500 Bergleute. 1928 kam der Bergbau zum Erliegen und die entstandenen Bergwerksanlagen, wie der Schornstein, Bahngleise und die Halde verschwanden bis 1938. Das Abbruchmaterial wurde als Unterbau für die Autobahn, heute BAB 2, verwendet. Im August 2013 wurden die ehemalige Waschkaue und das Knappenheim abgerissen.

PolitikBearbeiten

Stadtrat und BürgermeisterBearbeiten

Bantorf wird auf kommunaler Ebene von dem Rat der Stadt Barsinghausen vertreten.

WappenBearbeiten

Der Entwurf des Wappens von Bantorf stammt von dem in Gadenstedt geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Grafiker Alfred Brecht, der auch die Wappen von Aligse, Barrigsen, Egestorf und vielen anderen Ortschaften im Landkreis Hannover entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde am 12. März 1964 durch den Regierungspräsidenten in Hannover erteilt.[4]

Blasonierung: „In Gold ein bis ins Schildhaupt ragender, grüner Berg, belegt mit einem von Schildrand zu Schildrand reichenden, goldenen „Sluchter“, unterbrochen von einer Wegsperre mit eingelassenem Zapfpfosten, darüber in der Bergspitze drei silberne Findlinge 1 : 2.“[4]
Wappenbegründung: Der Berg im Wappen weist auf die Bantorfer Höhe des Deisters hin, die drei Findlinge sollen die drei frühen Siedlungen symbolisieren, ebenso den Thieplatz und die Bantorfer Steinbrüche. Die Wegsperre versinnbildlicht am knappsten den bei Bantorf nachgewiesenen Posten, Wackerhagenort genannt, weist auch auf das Zollhaus am alten Helwege und die Grenzlage im Marstemgau mit den frühen Befestigungsanlagen gegenüber der Bückethaler Landwehr hin. Die Farben Gold und Grün werden dem Ort der „Börde“ gerecht, dessen vorherrschender bäuerlicher Charakter die Wohngebiete der hier sesshaft gewordenen Bergleute harmonisch einbezieht.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kirche von Bantorf

Am oberen Rand des Dorfes befindet sich die St.-Alexandri-Kirche. Sie stammt im Ursprung aus dem 12. Jahrhundert, Mauerreste auf der Südseite der Kirche belegen das. Der heutige Bau ist im Wesentlichen aus dem 13. Jahrhundert. Die Kirche ist ausgestattet mit einer Furtwängler-Orgel von 1872, die von Jörg Bente überholt wurde. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Ronnenberg. Es findet regelmäßig sonntäglicher Gottesdienst statt.

Baudenkmäler

siehe Liste der Baudenkmale in Bantorf

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

In Bantorf gibt es eine S-Bahn-Anbindung an der Deisterbahn in Richtung Hannover und Haste sowie eine Busanbindung nach Barsinghausen, Empelde und Bad Nenndorf. Des Weiteren liegt Bantorf an der Autobahn BAB 2 und an der Bundesstraße 65.

BildungBearbeiten

In Bantorf existierte (bis Juli 2015) als Außenstelle der Wilhelm-Busch-Schule in Hohenbostel eine Grundschule, die nur über eine Klasse pro Jahrgangsstufe verfügte. Ihre Existenz ging auf das Engagement der Bürger der Gemeinde zurück. Die Schule teilte sich mit der Grundschule in Hohenbostel die Sporthalle. Außerdem gibt es im Ort einen Kindergarten.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zahlen und Fakten. Auf: Internetseite der Stadt Barsinghausen, abgerufen am 21. Juli 2017.
  2. Frühe Germanen auf 40.000 m². In: Archäologie in Deutschland Juli/August 2011, (pdf, 146 kb).
  3. Ausstellungsankündigung beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege.@1@2Vorlage:Toter Link/www.denkmalpflege.niedersachsen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  4. a b Landkreis Hannover (Hrsg.): Wappenbuch Landkreis Hannover. Selbstverlag, Hannover 1985, S. 32–33.