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Bornum ist ein Stadtteil von Hannover und gehört dort zum Stadtbezirk Ricklingen.[2]

Bornum
Stadt Hannover
Koordinaten: 52° 20′ 58″ N, 9° 41′ 22″ O
Höhe: 62–78 m
Fläche: 99 ha
Einwohner: 1422 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.436 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1920
Postleitzahl: 30453
Vorwahl: 0511

Lage und AllgemeinesBearbeiten

Bornum liegt im Südwesten der Stadt. Es grenzt an folgende andere Stadtteile: Im Westen und Norden an Badenstedt, im Nordosten an Linden-Süd, im Osten an Ricklingen, im Südosten nur über einen Kreuzungspunkt an Oberricklingen, im Süden an den Mühlenberg. Im Südwesten bildet Bornum auf etwa 200 m Länge zum Ronnenberger Stadtteil Empelde hin die Außengrenze Hannovers. Trotzdem hat Bornum eine vergleichsweise recht zentrale Lage; die Entfernung in die Innenstadt beträgt rund vier Kilometer. Durch Bornum verläuft die Ein- und Ausfallstraße des südwestlichen Hannover, die Bornumer Straße, die diesen Namen kurioserweise zu beiden Seiten Bornums und auf dem eigenen Gebiet trägt. Von der Fläche her handelt es sich um den viertkleinsten Stadtteil, von der Einwohnerzahl her nach Wülferode um den zweitkleinsten (die beiden Halbstadtteile Brink-Hafen und Nordhafen ausgeklammert).

GeschichteBearbeiten

 
Das „Hotel am Lindenhof“

Der sprachlich typisch niederdeutsche Ortsname setzt sich aus „Born“ (= Brunnen, Quelle) und „Heim“ zusammen. Aus dem Jahr 1130 datiert die frühest bekannte urkundliche Erwähnung. Nahezu das gesamte Mittelalter hindurch umfasste der Ort 13–14 Hofstellen. In der nicht mehr vorhandenen Fachwerkkapelle hing eine Glocke aus dem Jahr 1452.[3] Bornum lag als Haufendorf an der Straße von Empelde nach Linden.[4] Die 1782 ausgebaute Mindener Chaussee durchquerte den Ort in Ost-West-Richtung. Nach Westen und Norden wird Bornum durch die 1872 fertiggestellte Bahnstrecke Hannover–Altenbeken sowie die Güterumgehungsbahn Hannover begrenzt. Auch die weiter nördlich gelegene Fläche zählte einst zu Bornum, wovon heute noch das Waldstück „Bornumer Holz“ und eine gleichnamige Kleingartenkolonie zeugen, die nunmehr zu Badenstedt gehören. Bei Entstehung der Siedlung Körtingsdorf lag sogar diese in Bornum. 1909 wurde Bornum nach der damaligen Stadt Linden eingemeindet. Angesichts dieser nördlich gerichteten Orientierung erscheint die heutige Zusammenlegung mit südlicheren Stadtteilen im Stadtbezirk Ricklingen ahistorisch. 1920 kam Bornum als Teil Lindens mit zu Hannover. Erst 1953 wurden Straßennamen eingeführt; vorher gab es nur Hausnummern. Das einzige nennenswerte geschichtsträchtige Gebäude ist der „Lindenhof“, eine traditionsreiche Restaurations-, Beherbergungs- und Versammlungsstätte.

WohngebietBearbeiten

Bornum besteht aus zwei grundverschiedenen Hälften. Mit einigem Abstand westlich der Bornumer Straße liegt das Wohngebiet. Dieses wird nördlich und westlich von Bahnlinien umrahmt, südlich von der Bundesstraße 65 („Bückeburger Allee“). Für den normalen Autoverkehr gibt es sackgassenartig lediglich eine einzige Verbindung über die Bornumer Straße, während Busse – der zwischen dem Mühlenberg und Stöcken verlaufenden Linie 581 – durch einen Tunnel auch eine Durchfahrtsmöglichkeit am Nordrand haben. Aufgrund dieser abgeschotteten Lage ohne ansatzweisen Übergang der Bebauung findet kaum ein Austausch mit den benachbarten Stadtteilen statt. Die eigene Bevölkerungszahl ist für den Betrieb von Geschäften, Vereinen und öffentlichen Einrichtungen allerdings zu gering. Vieles wie Schule, Poststelle, Sparkasse, Kirche, Osterfeuer, Stadtteilfeste gab es zu verschiedenen Zeiten mal, jedoch konnte sich nichts dauerhaft halten. Lagebedingt verfügt Bornum im Wohngebiet aber unverhältnismäßigerweise über einen der insgesamt nur elf hannoverschen S-Bahn-Haltepunkte, welcher hier entsprechend schwach frequentiert wird. Zu Schule, Sport, Kirche und sonstigen Aktivitäten suchen die Bornumer andere Stadtteile auf, meist Badenstedt oder den Mühlenberg. Da das Wohngebiet selbst von der Bornumer Straße aus nicht zu erkennen ist, und Kontakte zu Bornumer Einwohnern statistisch nur selten vorkommen können, gilt Bornum bei manchem Hannoveraner als Phantom-Stadtteil.

GewerbegebietBearbeiten

 
Produktionsstandort Hannover von Harry-Brot im Gewerbegebiet

Entlang der Bornumer Straße und östlich davon hinauf bis zum Scheitelpunkt des Tönniesbergs ist Gewerbe angesiedelt. Hier wiederum sind Institutionen mit Bedeutung für den hannoverschen Südwesten, die ganze Stadt oder noch darüber hinaus enthalten: Der Großmarkt Hannover, die Feuerwache 4 der Berufsfeuerwehr mit einigen Spezialaufgaben und den Freiwilligen Feuerwehren Bornum sowie Ricklingen, eine Fabrik der Firma Harry-Brot, ein Fuhramt, Filialen der Handelsketten Metro und Kaufland, ein bekanntes Schnellrestaurant und ein regelmäßig stattfindender „Antikmarkt“. Seit 2005 hat sich auch das Niedersächsische Staatstheater Hannover, von dem unter anderem die Oper bespielt wird, mit seinem Probe-, Werkstatt- und Lagerzentrum eingerichtet. Die früher auffällige Ansammlung von Baumärkten verschwand hingegen infolge von Neuansiedlungen im benachbarten Linden-Süd. Des Weiteren wird ein Großbordell häufig in Bornum verortet, jedoch steht dieses genaugenommen schon knapp auf Ricklinger Boden.

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke 2017 (PDF). In: Internetseite der Stadt Hannover. Abgerufen am 25. Juli 2018.
  2. Stadtbezirk 9: Ricklingen. In: Internetseite der Stadt Hannover. Abgerufen am 9. Februar 2018.
  3. Bornum. In: Carl Wolff (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover. Heft 1: Landkreise Hannover und Linden. Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Theodor Schulzes Buchhandlung, Hannover 1899, S. 65.
  4. Kurhannoversche Landesaufnahme

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bornum (Hannover) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien