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Eilvese

Stadtteil von Neustadt am Rübenberge

GeographieBearbeiten

Eilvese liegt im Nordostteil des Naturparks Steinhuder Meer zwischen dem Grinderwald im Westen und dem Toten Moor im Süden. Die höchsten Erhebungen nahe dem Dorf sind mit 91 m ü. NN die im Grinderwald befindlichen Eckberge.

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung ist unter dem Namen elyvessen für das Jahr 1215 belegt.[2] Im Jahre 1281 wurde Eilvese, das damals Eyluessen hieß, im Calenberger Urkundenbuch V. erwähnt. Kaiser Konrad II. erwähnte jedoch schon 1033 in einer Eigentumsurkunde das Drubbel Helingaburstalla (Heiligenborstel), welches in der Gemarkung von Eilvese lag. Möglicherweise bestand zu dieser Zeit weiter östlich schon ein Alt-Eilvese.

Im Jahre 1376 wurde die Brandschatzung Eilveses im Zuge des Lüneburger Erbfolgekrieges folgendermaßen urkundlich erwähnt: „..dat dorp to eyluessen geschinnet und gebrandt ward..“.

Südlich von Eilvese und der heutigen B 6 wurde nach zweijähriger Bauzeit 1913 im Toten Moor der 260 m hohe Überseesender Eilvese, auch „Funkenturm“ genannt, fertiggestellt. Er war seinerzeit das höchste deutsche Bauwerk. Zu diesem Ereignis reiste Kaiser Wilhelm II. nach Neustadt und Eilvese an. Die Station sendete letztmals am 15. April 1929 und wurde 1931 abgerissen.

Bei der Volkszählung vom 13. September 1950 ergab sich, dass im Ort 1315 Einwohner in 383 Haushalten lebten.[3]

Eilvese war bis zum 1. März 1974 eine eigenständige Gemeinde, die jedoch im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform nach Neustadt am Rübenberge eingemeindet wurde.[4]

Am 10. November 2009 nahm sich der Fußball-Torwart Robert Enke in Eilvese durch Schienensuizid das Leben.

ReligionBearbeiten

Eilvese war seit dem Mittelalter nach Hagen eingepfarrt. 1821/22 erbauten die Einwohner – zunächst ohne Genehmigung des Konsistoriums – eine eigene Kapelle. Erst zum 1. Januar 1958 wurde die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Eilvese von Hagen gelöst und verselbständigt.

PolitikBearbeiten

Ortsratswahl in Eilvese 2016[5]
Wahlbeteiligung: 68,6 %
 %
50
40
30
20
10
0
43,9 %
48,3 %
7,8 %

OrtsratBearbeiten

Der Ortsrat von Eilvese setzt sich aus drei Ratsfrauen und sechs Ratsherren zusammen. Im Ortsrat befinden sich zusätzlich 19 beratende Mitglieder.[6][7]

Sitzverteilung:

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister/inBearbeiten

Die Ortsbürgermeisterin von Eilvese ist Christina Schlicker (SPD). Ihr Stellvertreter ist Michael Homann (CDU).[6][7]

WappenBearbeiten

Der Entwurf des Kommunalwappens von Eilvese stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der sämtliche Wappen in der Region Hannover entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde durch den Regierungspräsidenten in Hannover am 15. Februar 1965 erteilt.[8]

Blasonierung: „Von Schwarz und Gold zweiundzwanzigmal geständert, belegt mit einer schwarzen Scheibe, darin eine goldene Urne.“[8]
Wappenbegründung: Die Urne gibt Zeugnis davon, dass seit Jahrtausenden Menschen auf Eilveser Boden siedeln. Die Fächerung in elf schwarze und elf goldene Felder gewinnt für die Eilveser symbolische Bedeutung durch die Zahl elf aus der Ortsnamenssage, durch die Entstehung des heutigen Ortsnamens im Mittelalter (in dessen Mitte ja das 11. Jahrhundert liegt) und durch die Zahl der elf heutigen Gemeinderatsmitglieder. Die von der Mitte ausgehenden Strahlen der schwarzen Fächer erinnern an die Heimaterde. Aus den goldenen Feldern strahlen Licht, Wärme, Geborgenheit und Segen – Geschenke, die es in der Heimat immer wieder gibt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Der Ort Eilvese liegt zwischen der westlich verlaufenden B 6 und der östlich verlaufenden Landesstraße L 192. Der Bahnhof Eilvese, der Bahnhofskategorie 6[9] an der Hauptstrecke Bremen-WunstorfHannover gelegen, wird im Stundentakt von der S-Bahn Hannover bedient.

Sagen und LegendenBearbeiten

Es existieren einige Sagen über die Region um Eilvese. Die bekannteste ist die von den Elf am See. Sie erzählt von der Gründung eines Elf-Hütten-Dorfes am Ufer des Steinhuder Meers. Das von Fischern gegründete Dorf „Eilf am See“ soll nach der Sage von H. W. Ottens Namensstifter des heutigen Stadtteils Eilvese sein.

LiteraturBearbeiten

  • Dorfchronik Eilvese. hrsg. vom Dorfchronik Eilvese e. V., Eilvese 2008
  • Kalenderbuch „Der Schütting“, Heinrich Wilhelm Ottens

WeblinksBearbeiten

  Commons: Eilvese – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Unsere Ortschaften stellen sich vor – Eilvese. In: Internetseite der Stadt Neustadt a. Rbge. 2016, abgerufen am 13. Oktober 2017.
  2. Hans Ehlich: Bauern Bürger brennende Dörfer. In: Calenberger Blätter. Nr. 4. Oppermann Verlag, Wunstorf, S. 130.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Endgültige Ergebnisse nach der Volkszählung vom 13. September 1950. Band 33. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart/Köln August 1952, S. 30, Sp. 2 (Digitalisat [PDF; 26,4 MB; abgerufen am 13. Juni 2019] Landkreis Neustadt am Rübenberge, S. 39).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 198.
  5. Ergebnis der Ortsratswahl 2016 in Eilvese. In: www.wahl.hannit.de. 11. September 2016, abgerufen am 11. November 2017.
  6. a b Ortsrat der Ortschaft Eilvese. In: Ratsinformationssystem der Stadt Neustadt a. Rbge. Abgerufen am 11. November 2017.
  7. a b Mandatsträger der Stadt. In: Ratsinformationssystem der Stadt Neustadt a. Rbge. Abgerufen am 11. November 2017.
  8. a b Landkreis Hannover (Hrsg.): Wappenbuch Landkreis Hannover. Selbstverlag, Hannover 1985, S. 276–278.
  9. Bahnhofskategorieliste 2017. (PDF; 343 KB) (Nicht mehr online verfügbar.) DB Station&Service AG, 16. Dezember 2016, archiviert vom Original am 15. Februar 2017; abgerufen am 14. Februar 2017.