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Sebastian Czaja

deutscher Politiker (FDP, CDU), MdA

Familie, Ausbildung und BerufBearbeiten

Sebastian Czaja wuchs in Berlin-Mahlsdorf auf. Sein älterer Bruder Mario Czaja ist CDU-Politiker und ehemaliger Sozialsenator von Berlin. Sebastian Czaja besuchte 1996 bis 2000 die Klingenberg-Oberschule in Berlin-Biesdorf und erwarb die mittlere Reife, nach dem Besuch des Oberstufenzentrums Energietechnik II in Berlin (2000 bis 2004) die fachgebundene Hochschulreife. Im Januar 2004 schloss Czaja eine Ausbildung im Bereich der Elektrotechnik durch Bestehen der Gesellenprüfung ab. Nach dem Besuch des Victor-Klemperer-Kollegs in Berlin-Marzahn (2004 bis 2008) erwarb er 2008 die allgemeine Hochschulreife.[1]

Nach seinem Ausscheiden aus dem Berliner Abgeordnetenhaus 2011 war Czaja von 2012 bis Herbst 2013 beratender Repräsentant für die „Jahn Baumanagement“-Gesellschaft, danach bei der Gesellschaft „beton & rohrbau C.F. Thymian“ für die Projektentwicklung verantwortlich[1] und ist seit 2016 bei der beton & rohrbau 2.0 GmbH in der Projektentwicklung tätig.[2]

Czaja ist verheiratet und hat eine Tochter.[3][4]

ParteilaufbahnBearbeiten

CDUBearbeiten

Czaja war von 1999 bis 2005 Mitglied der CDU und 2001/02 Kreisvorsitzender der Jungen Union Marzahn-Hellersdorf. Zeitgleich war er stellvertretender Landesvorsitzender der Schüler-Union Berlin.

FDPBearbeiten

Nach seinem Eintritt in die FDP 2005 koordinierte er als Vorsitzender der FDP-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf bis 2006 die politischen Richtlinien. Von 2009 bis 2012 war Czaja Bezirksvorsitzender der FDP Marzahn-Hellersdorf.[5]

2009 gründete Czaja die Fach- und Arbeitsgruppe Sportpolitik der FDP-Fraktionsvorsitzendenkonferenz (FVK) und war deren Vorsitzender und Sprecher.

Seit September 2015 ist Czaja Generalsekretär der FDP Berlin[6], die ihn auf ihrem Landesparteitag am 9. März 2018 mit 80,9 Prozent in seinem Amt bestätigte.[7] Auf dem FDP-Parteitag am 12. März 2016 war Czaja mit 72,4 Prozent der Stimmen zum Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl am 18. September 2016 gewählt worden.[8]

Die FDP erhielt am 18. September 2016 6,7 % der Wählerstimmen (2011: 1,8 %).

Nach dem Wiedereinzug ins Berliner Abgeordnetenhaus, seiner Wahl zum FDP-Fraktionsvorsitzenden und der Bestätigung im Amt im Oktober 2017 wurde Czaja am 29. Januar 2018 zum stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Fraktionsvorsitzendenkonferenz gewählt.[9]

Öffentliche ÄmterBearbeiten

BezirksverordnetenversammlungBearbeiten

Sein Mandat als Bezirksverordneter in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Marzahn-Hellersdorf übte Czaja 2001 bis zum Ende der Legislaturperiode 2006 aus. Durch seinen Wechsel von der CDU zur FDP 2005, bei dem er sein Mandat behielt, wuchs die FDP in der BVV zur Fraktionsstärke, was Czaja schnell großen Einfluss, aber auch Kritik von anderen FDP-Politikern brachte.[10]

Berliner AbgeordnetenhausBearbeiten

 
Sebastian Czaja (2016)

Czaja wurde 2006 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses[11] und Sprecher der dortigen FDP-Fraktion für Sport, berufliche Bildung, Wissenschaft und Forschung. Er war im Abgeordnetenhaus Mitglied der Ausschüsse für Sport, berufliche Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie Mitglied des Hauptausschusses und stellvertretender Vorsitzender des Unterausschusses Bezirke. Des Weiteren war er Mitglied des Landesfachausschusses für Bildung und Sport sowie des Bundesfachausschusses Hochschule. Zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Berliner FDP wurde Czaja am 26. April 2009 gewählt.[10] Seine Sprecherfunktion für Wissenschaft und Forschung gab er zu diesem Zeitpunkt ab. Nachdem Czaja den erfolglosen damaligen FDP-Parteivorsitzenden und Spitzenkandidaten Christoph Meyer unmittelbar nach Schließung der Wahllokale bei der Abgeordnetenhauswahl am 18. September 2011 scharf kritisiert und dessen Rücktritt gefordert hatte, wurde er am 30. September 2011 als stellvertretender Fraktionsvorsitzender abgewählt.[12] Bei dieser Wahl hatte Czaja als Spitzenkandidat der Bezirksliste und Wahlkreiskandidat für Marzahn kandidiert. Da die FDP nach der Wahl mit einem Ergebnis von 1,8 Prozentpunkten nicht mehr im Parlament vertreten war, endete auch das Mandat von Czaja.

Bei der Abgeordnetenhauswahl am 18. September 2016 führte Sebastian Czaja als Spitzenkandidat die Freien Demokraten wieder zurück in das Abgeordnetenhaus und wurde nach der Konstituierung am 19. September 2016 zum Vorsitzenden der dortigen FDP-Fraktion gewählt. Am 17. Oktober 2017 bestätigten die 12 FDP-Abgeordneten Czaja in diesem Amt.[13]

Sonstiges EngagementBearbeiten

2014 gründete Czaja zusammen mit dem ehemaligen wohnungspolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Sebastian Körber, sowie mit dem Vizepräsidenten des Immobilienverbandes Deutschland IVD, Jürgen Michael Schick, den FDP-nahen Verein „Liberale Immobilienrunde“, in dem er stellvertretender Vorsitzender ist.[14] Seit 2014 gehört Czaja auch der „Arbeitsgemeinschaft City“ an. Er engagiert sich in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft und war Mitglied der Nachwuchsförderung des „German Council Ne(X)t Gen“.[15] Daneben ist er Botschafter des Vereins „Sport gegen Gewalt“, der es sich zum Ziel gemacht hat, Jugendlichen in schwierigen urbanen Umfeldern Alternativen und Perspektiven zu vermitteln.[16] Darüber hinaus ist er u. a. stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Victor-Klemperer-Kolleg und Beisitzer der berliner wirtschaftsgespräche sowie Mitglied im Verein der Freunde und Förderer – Kiddies Family und im Kuratorium für den Wiederaufbau der Synagoge Fraenkelufer.[17]

Zudem ist Czaja Initiator des Volksbegehrens „Berlin braucht Tegel“, das Tegel als Verkehrsflughafen auch nach einer Eröffnung des BER dauerhaft erhalten will.[18] Beim Volksentscheid am 24. September 2017 sprach sich eine klare Mehrheit von 56,4 % für den Weiterbetrieb von Tegel aus.[19] Damit ist der Senat nun aufgefordert, "alle Maßnahmen einzuleiten, die erforderlich sind, um den unbefristeten Fortbetrieb des Flughafens Tegel als Verkehrsflughafen zu sichern", wie es in dem Volksbegehren wörtlich heißt.[20]

Czaja ist ein Gegner des Berliner Mietendeckels.[21]

Ehrungen und AuszeichnungenBearbeiten

Für den von Czaja verantworteten Berliner FDP-Abgeordnetenhaus-Wahlkampf erhielt seine Partei gemeinsam mit der ausführenden Agentur HEIMAT den Politikaward 2016 der Fachzeitschrift „politik & kommunikation“ in den Kategorien „Politische Kampagne“ und „Digital Public Affairs“ sowie „Virale Kommunikation“ – letzteren speziell für die Guerilla-Maßnahme und Startup-Kampagne, mit der seine Partei in London mit dem Slogan "Dear start-ups, keep calm and move to Berlin." um Unternehmensgründer geworben hatte.[22][23]

Das Wirtschaftsmagazin „Capital“ nahm Czaja 2017 und 2018 in die „Junge Elite - die Top 40 unter 40“ in der Kategorie „Politik und Staat“ auf, in der die herausragenden Talente des Landes unter 40 Jahren, die in Parteien und Behörden Karriere machen, gekürt werden.[24][25] Bereits ein Jahr zuvor zählte der FDP-Politiker zu den Rising Stars 2016 von „politik & kommunikation“, die „deutschlandweit in Jugendorganisationen von Parteien, in Landesparlamenten, Ministerien und im Deutschen Bundestag schon viel bewirken und noch Großes vor sich haben.“[26]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Sebastian Czaja – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Persönliches. (Memento vom 23. März 2014 im Internet Archive) In: Sebastian-Czaja.de, abgerufen am 26. Juli 2019
  2. Profil in abgeordnetenwatch
  3. Kann dieser Mann Berlin die „Frischzellenkur“ geben? In: Welt.de, 13. September 2016.
  4. Berliner Politiker erinnern sich an den 19. Dezember 2016 In: tagesspiegel.de, 19. Dezember 2017.
  5. Mitteilung der FDP Marzahn-Hellersdorf bei Facebook, 15. April 2012.
  6. Thorkrit Treichel: Liberale in Berlin: Sebastian Czaja ist neuer Generalsekretär der FDP. In: Berliner Zeitung, 29. September 2015.
  7. Mitteilung der FDP Berlin, 9. März 2018
  8. Mitteilung der FDP Berlin (Memento vom 29. April 2016 im Internet Archive), 12. März 2016
  9. FDP-Fraktionsvorsitzendenkonferenz unter neuer Führung In: portal liberal, 30. Januar 2018
  10. a b Stefan Alberti: Endlich auf Augenhöhe. In: die tageszeitung, 2. Mai 2009.
  11. FDP und SPD entscheiden über Fraktionsvorsitz. In: Der Tagesspiegel, 31. März 2009.
  12. Constantin Magnis: Berliner FDP im freien Fall: „Gestorben wird zum Schluss“. (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cicero.de In: Cicero, 8. November 2011.
  13. sueddeutsche.de
  14. Webseite des Vereins, abgerufen am 1. April 2019.
  15. Webseite des Vereins, abgerufen am 1. April 2019.
  16. Webseite des Vereins, abgerufen am 1. April 2019.
  17. Biografie auf der Webseite des Berliner Abgeordnetenhauses, abgerufen am 1. April 2019.
  18. Volksbegehren zum Flughafen BER und Tegel sind ein Muß für Berlin auf: Tagesspiegel online vom 9. Dezember 2015.
  19. Endgültiges Ergebnis des Volksentscheids über den Weiterbetrieb des Flughafens Berlin-Tegel „Otto-Lilienthal“ (TXL) veröffentlicht von der Landesabstimmungsleiterin Berlin am 5. Oktober 2017.
  20. Amtliche Information zum Volksentscheid herausgegeben von der Landesabstimmungsleiterin Berlin.
  21. Sebastian Czaja: Plenarprotokoll, 50. Sitzung, S. 5912. (PDF; 1,9 MB) In: parlament-berlin.de. 28. November 2019, abgerufen am 4. Dezember 2019.
  22. Coworking für die Demokratie - neue Ansätze in der politischen Kommunikation In: Hamburger Wahlbeobachter, 30. März 2017
  23. Gewinnerliste 2016 | Politikaward
  24. Top 40 unter 40 - Politik und Staat In: Capital.de, 23. November 2017
  25. Top 40 unter 40 - Politik und Staat In: Capital.de, 21. November 2018
  26. Die Rising Stars 2016 In: politik-kommunikation.de, 2016