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Horst Vetter

deutscher Politiker (FDP), MdA und Stadtentwicklungs- sowie Umweltsenator in Berlin

Horst Vetter (* 28. August 1927 in Berlin) ist ein deutscher Politiker (FDP) und langjähriger Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Berliner Abgeordnetenhaus sowie ehemaliger Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz von Berlin.

Leben und BerufBearbeiten

Horst Vetter beendete die Schule mit der Mittleren Reife, machte 1945/46 eine kaufmännische Ausbildung. Ab 1947 war er als Handelsvertreter tätig. 1951 wurde er Mitinhaber der Firma Vetter & Huffert, einer Großhandlung. 1956 gründete er die Firma Horst Vetter Großhandel, 1966 den Berliner Glückwunschkarten-Vertrieb, ebenfalls eine Großhandlung, deren alleiniger Inhaber er seit 1970 war. 1969 ergänzte er den Großhandel durch die Einzelhandelsfirma Horst Vetter Papier- und Bürobedarf, die verschiedene Läden in Berlin betrieb.

Vetter ist verheiratet. Er hat drei Kinder. Der jüngste Sohn, Andreas Vetter, war bis 2016 Bezirksvorsitzender der FDP in Berlin-Reinickendorf und war dort bis 2011 Bezirksverordneter.

PolitikBearbeiten

1961 trat Vetter in die FDP ein und war von 1965 bis 1979 Vorsitzender des Bezirksverbands Berlin-Reinickendorf. Von 1973 bis 1975 übernahm er das Amt des stellvertretenden FDP-Landesvorsitzenden Berlins. In den Jahren 1987/88 gehörte er erneut dem Landesvorstand an. Gegenwärtig ist er stellvertretender Beisitzer des FDP-Landesschiedsgerichts.

1971 wurde er auf der Reinickendorfer Bezirksliste in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt und übernahm 1975 den FDP-Fraktionsvorsitz von Hermann Oxfort, der zum Justizsenator gewählt wurde. 1981 war er treibende Kraft bei der Aufarbeitung der Garski-Affäre. Im Juni 1981 ermöglichten er und drei andere FDP-Parlamentarier der CDU die Berliner Landesregierung zu bilden. Gegen einen Beschluss des FDP-Landesparteitags tolerierten Vetter, sowie die Abgeordneten Walter Rasch, Jürgen Dittberner und Edgar Swinne in einer parlamentarischen Patt-Situation den Senat Richard von Weizsäckers. Nach ihrer Auffassung benötigte Berlin eine handlungsfähige Regierung. Obgleich sie darin vom FDP-Vorsitzenden Hans-Dietrich Genscher bestärkt wurden, leitete der FDP-Landesvorstand ein Parteiordnungsverfahren ein. Vetter antwortete mit einer Werbeaktion, in der er die Bürger aufrief, in die FDP einzutreten, um die Mehrheitsverhältnisse in der Partei zu verändern. Am 12. März 1983 beschloss der Berliner FDP-Landesparteitag, eine Koalition mit der CDU einzugehen.

Am 17. März 1983 wurde Vetter zum Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz im Senat Richard von Weizsäcker gewählt. Er behielt das Amt auch in den folgenden Senaten unter Eberhard Diepgen. Im April 1986 musste er zurücktreten, nachdem öffentlich geworden war, dass er von dem Berliner Baufinanzier Kurt Franke eine Parteispende über 10.000 Mark in bar angenommen hatte. Wie das Landgericht Berlin später feststellte, hatte er sich damit nicht strafbar gemacht. Weil er als Zeuge bei der Staatsanwaltschaft jedoch unwahre Angaben über die Höhe der Spende gemacht hatte, wurde er 1988 wegen Meineids zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten auf Bewährung verurteilt.

LiteraturBearbeiten

  • Werner Breunig, Andreas Herbst (Hrsg.): Biografisches Handbuch der Berliner Abgeordneten 1963–1995 und Stadtverordneten 1990/1991 (= Schriftenreihe des Landesarchivs Berlin. Band 19). Landesarchiv Berlin, Berlin 2016, ISBN 978-3-9803303-5-0, S. 376.

WeblinksBearbeiten

Siehe auchBearbeiten