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Olympische Sommerspiele 1968/Leichtathletik – 200 m (Frauen)

Disziplin bei den Olympischen Sommerspielen 1968

Der 200-Meter-Lauf der Frauen bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt wurde am 17. und 18. Oktober 1968 im Estadio Olímpico Universitario ausgetragen. 36 Athletinnen nahmen teil.

Olympische Ringe
Estadio olimpico universitario unam.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin 200-Meter-Lauf
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 36 Athletinnen aus 21 Ländern
Wettkampfort Estadio Olímpico Universitario
Wettkampfphase 17. Oktober 1968 (Vorläufe/Halbfinale)
18. Oktober 1968 (Finale)
Medaillengewinnerinnen
Goldmedaille Irena Szewińska (Polen 1944Polen POL)
Silbermedaille Raelene Boyle (AustralienAustralien AUS)
Bronzemedaille Jennifer Lamy (AustralienAustralien AUS)

Olympiasiegerin wurde die Polin Irena Szewińska. Sie gewann mit einer neuen Weltrekordzeit vor den Australierinnen Raelene Boyle und Jennifer Lamy.

Für die BR Deutschland – offiziell Deutschland – starteten Jutta Stöck, Rita Wilden und Halina Herrmann, die die 1960 und 1964 als Halina Górecka für Polen teilgenommen hatte. Wilden und Herrmann schieden in den Vorläufen aus. Stöck erreichte das Finale, in dem sie Achte und damit Letzte wurde.
Läuferinnen aus der DDR – offiziell Ostdeutschland, der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Inhaltsverzeichnis

Bestehende RekordeBearbeiten

Weltrekord 22,7 s Irena Kirszenstein (Polen 1944  Polen) Warschau, Polen 8. August 1965[1]
Olympischer Rekord 23,0 s Edith McGuire (Vereinigte Staaten  USA) Finale von Tokio, Japan 19. Oktober 1964

Durchführung des WettbewerbsBearbeiten

Die Athletinnen traten am 17. Oktober zu insgesamt fünf Vorläufen an. Die jeweils drei Laufbesten sowie die nachfolgend Zeitbeste kamen ins Halbfinale, das am gleichen Tag stattfand. Hier qualifizierten sich die jeweils ersten vier Läuferinnen für das Finale am 18. Oktober.

ZeitplanBearbeiten

17. Oktober, 10.00 Uhr: Vorläufe
17. Oktober, 16.00 Uhr: Halbfinale
18. Oktober, 15.30 Uhr: Finale[2]

Anmerkung: Alle Zeiten sind Ortszeit Mexiko-Stadt (UTC −6)

Die direkt qualifizierten Athletinnen sind hellblau, die übrigen hellgrün unterlegt.

VorrundeBearbeiten

Datum: 17. Oktober 1968, ab 10.00 Uhr[3]

Vorlauf 1Bearbeiten

 
Wyomia Tyus, USA, Siegerin über 100 Meter, kam im Finale über 200 Meter auf Platz sechs
 
Die Niederländerin Mieke Sterk scheiterte im Vorlauf …
 
… wie auch ihre Teamkameradin Wilma van Gool

Wind: 0,0 m/s

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Ljudmila Samotjossowa Sowjetunion 1955  Sowjetunion 23,1 s 23,16 s
2 Margaret Bailes Vereinigte Staaten  USA 23,1 s 23,17 s
3 Nicole Montandon Frankreich  Frankreich 23,3 s 23,34 s
4 Marijana Lubej Jugoslawien  Jugoslawien 23,9 s 23,96 s
5 Eva Lehocká Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 24,0 s 24,08 s
6 Györgyi Balogh Ungarn 1957  Ungarn 24,1 s 24,15 s
7 Tien Ah-Mei Taiwan  Taiwan 25,5 s 25,53 s

Vorlauf 2Bearbeiten

Wind: 0,0 m/s

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Raelene Boyle Australien  Australien 23,0 s 23,09 s ORe
2 Wera Popkowa Sowjetunion 1955  Sowjetunion 23,3 s 23,40 s
3 Geertruida Hennipman Niederlande  Niederlande 23,4 s 23,43 s
4 Lillian Board Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 23,4 s 23,49 s
5 Irene Piotrowski Kanada  Kanada 23,7 s 23,74 s
6 Vilma Charlton Jamaika  Jamaika 24,3 s 24,39 s
7 Josefa Vicent Uruguay  Uruguay 24,8 s 24,89 s
8 Yeh Chu-Mei Taiwan  Taiwan 25,5 s 25,55 s

Vorlauf 3Bearbeiten

Wind: 0,0 m/s

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Barbara Ferrell Vereinigte Staaten  USA 22,9 s 22,94 s OR
2 Jennifer Lamy Australien  Australien 23,1 s 23,19 s
3 Jutta Stöck Deutschland BR  BR Deutschland 23,3 s 23,37 s
4 Wilma van Gool Niederlande  Niederlande 23,5 s 23,54 s
5 Maureen Tranter Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 23,5 s 23,58 s
6 Ljudmila Golomassowa Sowjetunion 1955  Sowjetunion 23,7 s 23,73 s
7 Alice Annum Ghana  Ghana 23,9 s 23,95 s
8 Karin Wallgren-Lundgren Schweden  Schweden 24,7 s 24,62 s

Vorlauf 4Bearbeiten

Wind: 0,0 m/s

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Wyomia Tyus Vereinigte Staaten  USA 23,4 s 23,46 s
2 Dianne Burge Australien  Australien 23,6 s 23,69 s
3 Fulgencia Romay Kuba  Kuba 23,7 s 23,71 s
4 Oyeronke Akindele Nigeria  Nigeria 23,9 s 23,91 s
5 Alicia Kaufmanas Argentinien  Argentinien 24,4 s 24,57 s
6 Halina Herrmann Deutschland BR  BR Deutschland 24,7 s 24,62 s

Vorlauf 5Bearbeiten

Wind: 0,0 m/s

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Irena Szewińska Polen 1944  Polen 23,2 s 23,21 s
2 Miguelina Cobián Kuba  Kuba 23,4 s 23,50 s
3 Una Morris Jamaika  Jamaika 23,7 s 23,80 s
4 Sylviane Telliez Frankreich  Frankreich 23,8 s 23,84 s
5 Mieke Sterk Niederlande  Niederlande 24,0 s 24,01 s
6 Rita Wilden Deutschland BR  BR Deutschland 24,0 s 24,02 s
7 Esperanza Girón Mexiko  Mexiko 25,3 s 25,32 s
 
Die Jamaikanerin Una Morris schied im Halbfinale aus
 
Geertruida Hennipman aus den Niederlanden scheiterte ebenso
 
Olympiasiegerin Irena Szewińska aus Polen

HalbfinaleBearbeiten

Datum: 17. Oktober 1968, ab 16.00 Uhr[3]

Lauf 1Bearbeiten

Wind: 0,0 m/s

Die für das Halbfinale qualifizierte Kubanerin Fulgencia Romay trat nicht an.

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Raelene Boyle Australien  Australien 22,9 s 22,95 s ORe
2 Wyomia Tyus Vereinigte Staaten  USA 23,1 s 23,14 s
3 Irena Szewińska Polen 1944  Polen 23,2 s 23,21 s
4 Jutta Stöck Deutschland BR  BR Deutschland 23,4 s 23,41 s
5 Ljudmila Samotjossowa Sowjetunion 1955  Sowjetunion 23,4 s 23,52 s
6 Lillian Board Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 23,4 s 23,52 s
7 Dianne Burge Australien  Australien 23,6 s 23,65 s

Lauf 2Bearbeiten

Wind: + 1,7 m/s

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Barbara Ferrell Vereinigte Staaten  USA 22,8 s 22,87 s OR
2 Jennifer Lamy Australien  Australien 22,8 s 22,89 s
3 Margaret Bailes Vereinigte Staaten  USA 22,9 s 22,95 s
4 Nicole Montandon Frankreich  Frankreich 23,0 s 23,02 s
5 Wera Popkowa Sowjetunion 1955  Sowjetunion 23,2 s 23,28 s
6 Miguelina Cobián Kuba  Kuba 23,3 s 23,39 s
7 Una Morris Jamaika  Jamaika 23,5 s 23,59 s
8 Geertruida Hennipman Niederlande  Niederlande 23,5 s 23,60 s

FinaleBearbeiten

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Irena Szewińska Polen 1944  Polen 22,5 s 22,58 s WR
2 Raelene Boyle Australien  Australien 22,7 s 22,74 s
3 Jennifer Lamy Australien  Australien 22,8 s 22,88 s
4 Barbara Ferrell Vereinigte Staaten  USA 22,9 s 22,93 s
5 Nicole Montandon Frankreich  Frankreich 23,0 s 23,08 s
6 Wyomia Tyus Vereinigte Staaten  USA 23,0 s 23,08 s
7 Margaret Bailes Vereinigte Staaten  USA 23,1 s 23,18 s
8 Jutta Stöck Deutschland BR  BR Deutschland 23,2 s 23,25 s

Datum: 18. Oktober 1968, 15.30 Uhr[3]

Wind: + 2,0 m/s

Toppfavoritin war die Polin Irena Szewińska, Silbermedaillengewinnerin von Tokio 1964 und Europameisterin von 1966, die unter ihrem Mädchennamen Kirszenstein den bestehenden Weltrekord gelaufen war.
Im Finale startete die Olympiasiegerin über 100 Meter, die US-Läuferin Wyomia Tyus, am besten und war auch am Ende der Zielkurve noch an der Spitze des Feldes. Doch auf der Zielgerade wurde sie nacheinander von fünf Läuferinnen passiert. Ganz vorne lag nun Irena Szewińska die das Rennen mit zwei Metern Vorsprung gewann. Die weiteren Medaillen gingen ganz überraschend an die beiden Australierinnen: Silber für die erst 17-jährige Raelene Boyle und Bronze für Jennifer Lamy. Die Zweite des 100-Meter-Laufs Barbara Ferrell aus den USA belegte nur eine Zehntelsekunde dahinter Platz vier vor der Französin Nicole Montandon. Zum ersten Mal in der Geschichte dieser Disziplin blieben die ersten vier Athletinnen unter 23 Sekunden.[4]

Irena Szewińska lief zum ersten polnischen Olympiasieg über 200 Meter.

LiteraturBearbeiten

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 380–382

WeblinksBearbeiten

VideoBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 640 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive), abgerufen am 10. November 2017
  2. Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1968 S. 10f, engl./frz. (PDF), abgerufen am 10. November 2017
  3. a b c Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1968 S. 10, engl./frz. (PDF), abgerufen am 10. November 2017
  4. SportsReference (engl.), abgerufen am 10. November 2017