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Olympische Sommerspiele 1968/Leichtathletik – 800 m (Frauen)

Der 800-Meter-Lauf der Frauen bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt wurde am 17., 18. und 19. Oktober 1968 im Estadio Olímpico Universitario ausgetragen. 24 Athletinnen nahmen teil.

Olympische Ringe
Estadio olimpico universitario unam.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin 800-Meter-Lauf
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 24 Athletinnen aus 16 Ländern
Wettkampfort Estadio Olímpico Universitario
Wettkampfphase 17. Oktober 1968 (Vorläufe)
18. Oktober 1968 (Halbfinale)
19. Oktober 1968 (Finale)
Medaillengewinnerinnen
Goldmedaille Madeline Manning (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA)
Silbermedaille Ileana Silai (Rumänien 1952Rumänien ROM)
Bronzemedaille Maria Gommers (NiederlandeNiederlande NED)

Olympiasiegerin wurde die US-Amerikanerin Madeline Manning. Silber gewann die Rumänin Ileana Silai, Bronze ging an Maria Gommers aus den Niederlanden.

Die DDR – offiziell Ostdeutschland – wurde durch Karin Burneleit und Barbara Wieck vertreten. Wieck schied im Vorlauf aus, Burneleit scheiterte im Halbfinale.
Läuferinnen aus der Bundesrepublik Deutschland – offiziell Deutschland, der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende RekordeBearbeiten

Weltrekord 2:00,5 min Vera Nikolić (Jugoslawien  Jugoslawien) London, Großbritannien 20. Juli 1968[1]
Olympischer Rekord 2:01,1 min Ann Packer (Vereinigtes Konigreich  Großbritannien) Finale von Tokio, Japan 20. Oktober 1964

Durchführung des WettbewerbsBearbeiten

Die Athletinnen traten am 17. Oktober zu insgesamt vier Vorläufen an. In der Vorrunde und auch im Halbfinale am 18. Oktober qualifizierten sich die jeweils vier Laufbesten für die nächste Runde. Das Finale fand am 19. Oktober statt.

ZeitplanBearbeiten

17. Oktober, 11.00 Uhr: Vorläufe
18. Oktober, 16.40 Uhr: Halbfinale
19. Oktober, 17.50 Uhr: Finale[2]

Anmerkung: Alle Zeiten sind Ortszeit Mexiko-Stadt (UTC −6)

Die qualifizierten Athletinnen sind hellblau unterlegt.

VorrundeBearbeiten

Datum: 17. Oktober 1968, ab 11.00 Uhr[3]

Vorlauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Vera Nikolić Jugoslawien  Jugoslawien 2:05,7 min 2:05,78 min
2 Laine Erik Sowjetunion 1955  Sowjetunion 2:06,5 min 2:06,52 min
3 Paola Pigni Italien  Italien 2:06,7 min 2:06,72 min
4 Karin Burneleit Deutschland Demokratische Republik 1968  DDR 2:07,1 min 2:07,13 min
5 Francea Kraker Vereinigte Staaten  USA 2:07,3 min 2:07,34 min
6 Elizabeth Chesire Kenia  Kenia 2:10,9 min 2:10,92 min

Vorlauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Maria Gommers Niederlande  Niederlande 2:04,0 min 2:04,06 min
2 Ileana Silai Rumänien 1965  Rumänien 2:04,1 min 2:04,11 min
3 Sheila Taylor Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 2:04,1 min 2:04,17 min
4 Anna Simina Sowjetunion 1955  Sowjetunion 2:04,4 min 2:04,48 min
5 Barbara Wieck Deutschland Demokratische Republik 1968  DDR 2:08,5 min 2:08,18 min
6 Channa Shezifi Israel  Israel 2:09,2 min 2:09,23 min

Vorlauf 3Bearbeiten

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Maryvonne Dupureur Frankreich  Frankreich 2:09,5 min 2:09,55 min
2 Doris Brown Vereinigte Staaten  USA 2:09,5 min 2:09,54 min
3 Pat Lowe Irland  Irland 2:09,5 min 2:09,57 min
4 Sylvia Potts Neuseeland  Neuseeland 2:09,6 min 2:09,63 min
5 Eeva Haimi Finnland  Finnland 2:09,6 min 2:09,67 min
6 Tilly van der Made Niederlande  Niederlande 2:10,5 min 2:10,59 min

Vorlauf 4Bearbeiten

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Madeline Manning Vereinigte Staaten  USA 2:08,7 min 2:08,74 min
2 Abby Hoffman Kanada  Kanada 2:08,9 min 2:08,94 min
3 Jaroslava Jehličková Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 2:08,9 min 2:08,96 min
4 Ilja Keizer-Laman Niederlande  Niederlande 2:08,9 min 2:08,96 min
5 Annelise Damm Olesen Danemark  Dänemark 2:09,0 min 2:09,1 min
6 Joan Page Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 2:10,2 min 2:10,21 min

HalbfinaleBearbeiten

Datum: 18. Oktober 1968, ab 16.40 Uhr[3]

 
Maria Gommers, Nr. 60, und Ilja Keizer-Laman, Nr. 62, bei einem Wettkampf 1969. Gommers gewann in Mexiko-Stadt die Bronzemedaille, Keizer-Laman scheiterte im Halbfinale

Lauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Madeline Manning Vereinigte Staaten  USA 2:05,8 min 2:05,82 min
2 Ileana Silai Rumänien 1965  Rumänien 2:05,9 min 2:05,94 min
3 Pat Lowe Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 2:06,6 min 2:06,62 min
4 Abby Hoffman Kanada  Kanada 2:07,0 min 2:07,03 min
5 Karin Burneleit Deutschland Demokratische Republik 1968  DDR 2:08,4 min 2:08,41 min
6 Anna Simina Sowjetunion 1955  Sowjetunion 2:08,5 min 2:08,54 min
7 Ilja Keizer-Laman Niederlande  Niederlande 2:14,8 min 2:14,88 min
DNF Vera Nikolić Jugoslawien  Jugoslawien

Lauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Maria Gommers Niederlande  Niederlande 2:05,1 min 2:05,13 min
2 Doris Brown Vereinigte Staaten  USA 2:05,2 min 2:05,23 min
3 Sheila Taylor Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 2:05,2 min 2:05,29 min
4 Maryvonne Dupureur Frankreich  Frankreich 2:05,5 min 2:05,58 min
5 Laine Erik Sowjetunion 1955  Sowjetunion 2:06,0 min 2:06,09 min
6 Sylvia Potts Neuseeland  Neuseeland 2:07,2 min 2:07,27 min
7 Paola Pigni Italien  Italien 2:07,8 min 2:07,82 min
8 Jaroslava Jehličková Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 2:13,5 min 2:13,59 min

FinaleBearbeiten

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Madeline Manning Vereinigte Staaten  USA 2:00,9 min 2:00,92 min OR
2 Ileana Silai Rumänien 1965  Rumänien 2:02,5 min 2:02,58 min
3 Maria Gommers Niederlande  Niederlande 2:02,6 min 2:02,63 min
4 Sheila Taylor Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 2:03,8 min 2:03,81 min
5 Doris Brown Vereinigte Staaten  USA 2:03,9 min 2:03,98 min
6 Pat Lowe Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 2:04,2 min 2:04,25 min
7 Abby Hoffman Kanada  Kanada 2:06,8 min 2:06,99 min
8 Maryvonne Dupureur Frankreich  Frankreich 2:08,2 min 2:08,28 min

Datum: 19. Oktober 1968, 17.50 Uhr[3]

Favoritin war die jugoslawische Weltrekordlerin Vera Nikolić. Aus unbekannten Gründen hatte sie jedoch ihr Halbfinalrennen nach 300 Metern abgebrochen. Sie hatte unter erheblichem Erwartungsdruck ihrer Landsleute gestanden und vielleicht war die nervliche Belastung einfach zu groß[4]

Im Finale ging die US-Läuferin Madeline Manning mit scharfem Tempo in Führung. Bei 300 Metern wurde sie von der französischen Olympiazweiten von 1964 Maryvonne Dupureur abgelöst. Die 400-Meter-Marke wurde in schnellen 59,1 Sekunden durchlaufen. Hier übernahm die Rumänin Ileana Silai die Spitze, Manning blieb zunächst in Silais Windschatten. Dann setzte die US-Amerikanerin zu ihrem Finish an, passierte die Rumänin und setzte sich mit einem immer größer werdenden Vorsprung mehr und mehr ab. Im Ziel hatte sie ca. fünfzehn Meter Vorsprung. Madeline Manning wurde Olympiasiegerin vor Ileana Silai, die ihren zweiten Platz knapp gegen die Niederländerin Maria Gommers verteidigen konnte.
Die Siegerin verbesserte Ann Packers olympischen Rekord um zwei Zehntelsekunden und blieb nur vier Zehntel über dem Weltrekord.[5]

Madeline Manning errang den ersten US-Olympiasieg über 800 Meter der Frauen.

Ileana Silai und Maria Gommers gewannen die ersten Medaillen in dieser Disziplin für ihre Länder.

LiteraturBearbeiten

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 384f

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 641 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive), abgerufen am 10. November 2017
  2. Offizieller Report der Olympischen Spiele 1968 S. 10f, engl./frz. (PDF), abgerufen am 10. November 2017
  3. a b c Offizieller Report der Olympischen Spiele 1968 S. 535, engl./frz. (PDF), abgerufen am 10. November 2017
  4. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 384
  5. SportsReference (engl.), abgerufen am 10. November 2017