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Oleksandr Ussyk Boxer
Oleksandr Ussyk (2015)

Oleksandr Ussyk (2015)

Daten
Geburtsname Oleksandr Oleksandrovic Usyk
Kampfname The Cat
Gewichtsklasse Cruisergewicht
Nationalität UkraineUkraine Ukraine
Geburtstag 17. Januar 1987
Geburtsort Simferopol
Stil Rechtsauslage
Größe 1,90 m
Kampfstatistik
Kämpfe 16
Siege 16
K.-o.-Siege 12
Niederlagen 0
Unentschieden 0
Keine Wertung 0
Oleksandr Ussyk
Medaillenspiegel

Boxen Boxen

UkraineUkraine Ukraine
Olympische Spiele
0Gold0 2012 Schwergewicht
Weltmeisterschaften
0Gold0 2011 Schwergewicht
0Bronze0 2009 Schwergewicht
Europameisterschaften
0Gold0 2008 Halbschwergewicht
0Bronze0 2006 Mittelgewicht

Oleksandr Oleksandrowytsch Ussyk (ukrainisch Олександр Олександрович Усик, engl. Transkription Oleksandr Oleksandrovic Usyk; * 17. Januar 1987 in Simferopol, Ukrainische SSR, UdSSR) ist ein ukrainischer Profiboxer und aktueller Weltmeister aller vier bedeutenden Verbände (WBO, WBC, WBA, IBF) im Cruisergewicht. Somit ist er, neben Evander Holyfield, der einzige Boxer im Cruisergewicht der alle vier der bedeutendsten Verbände vereinigt hat. Zudem gewann er im Juli 2018 das Turnier World Boxing Super Series und wurde dadurch erster Gewinner der Muhammad Ali Trophy.

Als Amateur war er unter anderem Europameister 2008 im Halbschwergewicht, sowie Weltmeister 2011 und Olympiasieger 2012 im Schwergewicht.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Ussyk wuchs auf der Krim auf. Er spielte bis zu seinem 14. Lebensjahr Fußball und trainierte mit dem Club Tawrija Simferopol. Mit 15 Jahren wechselte er zum Boxen zunächst ohne eine Profikarriere anzustreben. Ausschlaggebend für den Wechsel vom Fußball zum Boxen war die finanzielle Situation seiner Familie, welche sich die Fußballausrüstung und Vereingebühren nicht leisten konnte. Er besuchte eine örtliche Schule, wo er seine spätere Ehefrau Ekaterina kennenlernte. Ussyk studierte Sportwissenschaft an der staatlichen Sportuniversität in Lwiw.[1] 2009 heiratete er seine Frau Ekaterina und ist Vater dreier Kinder.[2] 2014 musste Ussyk die Krim verlassen nachdem Russland die Halbinsel besetzt und annektiert hatte.[3] Seitdem lebt er in Kiew.[4]

AmateurkarriereBearbeiten

Ussyk begann im Alter von 15 Jahren mit dem Boxsport und schien im Mittelgewicht ab 2005 bei internationalen Turnieren und Wettkämpfen auf. Bei den Junioren-Europameisterschaften 2005 in Estland verlor er noch im ersten Kampf gegen den Russen Sergei Sklijarow, gewann aber beim Bocskai-Turnier 2006 in Ungarn die Silbermedaille nach Finalniederlage gegen Ömer Aydoğan, nachdem er zuvor unter anderem Ronald Gavril und Petrișor Gănănău besiegt hatte. Ebenfalls die Silbermedaille gewann er beim Ahmet Cömert Turnier in der Türkei nach Finalniederlage gegen Mohamed Hikal.

Bei den Europameisterschaften 2006 im bulgarischen Plowdiw konnte er durch Siege gegen Balázs Kelemen, Badou Jack und Revas Karelischwili das Halbfinale erreichen, wo er mit einer Bronzemedaille gegen Matwei Korobow ausschied. Zudem vertrat er die Ukraine den als Länderkampf organisierten Weltcup 2006 in Baku, wo er erneut gegen Mohamed Hikal verlor, aber den Chinesen Lu Yuping schlagen konnte.

Bei einem Länderkampf gegen die USA verlor er im Dezember 2006 gegen Shawn Porter und beim Ahmet Cömert Turnier im Mai 2007 gegen Babacar Kamara. Inzwischen boxte er bereits im Halbschwergewicht. Beim ebenfalls als Länderkampf organisierten Turnier Amber Gloves in Russland gewann er gegen Cavid Tağıyev und Utkir Soipow, verlor jedoch gegen Artur Beterbijew knapp mit 10:12.

Im Februar 2008 gewann er das Strandja-Turnier in Bulgarien durch überragende Siege gegen Gottlieb Weiss, Robert Woge und Dmitri Tschudinow. Noch im selben Monat nahm er im Schwergewicht an der europäischen Olympiaqualifikation in Italien teil, wo er sich mit Siegen gegen Adrian Ciobanu, Yousef Abdelghani, Elchin Alizade und Danny Price ein Olympiaticket sichern konnte. Zudem gewann er noch im Mai 2008 das Klitschko-Turnier in der Ukraine durch Finalsieg gegen den Kubaner Osmay Acosta und nahm wieder am Ahmet Cömert Turnier teil, wo er diesmal im Finale an Zhang Xiaoping scheiterte. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking schlug er im ersten Kampf den Chinesen Nijati Yushan (23:4), unterlag aber dann im Viertelfinale gegen den Italiener Clemente Russo mit 4:7.

Im November 2008 gewann er im Halbschwergewicht die Europameisterschaften in Liverpool, wobei er sich gegen Alexander Moskowski, Boško Drašković, Bahram Muzaffer, Nikolajs Grišuņins und Sjarhej Karnejeu durchgesetzt hatte. Im Dezember 2008 war er beim diesmal als Einzelbewerb durchgeführten Weltcup in Moskau am Start, wo er im Finale kampflos gegen Osmay Acosta auf dem zweiten Platz landete. Zudem gewann er bis Juli 2009 auch noch zwei internationale Turniere in der Ukraine.

Bei den Weltmeisterschaften 2009 in Mailand kämpfte er sich im Schwergewicht gegen Manpreet Singh (16:2), Stephen Simmons (11:1) und Vitalijus Subačius (19:1) ins Halbfinale vor, wo er gegen Jegor Mechonzew (10:14) mit einer Bronzemedaille ausschied. Im Dezember 2009 gewann er noch den Presidents Cup in Baku gegen Rafael Lima, Ramesjon Achmedow und Julio Castillo und im März 2010 zwei Länderkämpfe gegen Arsen Goulamirian. Bis Ende des Jahres 2010 gewann er erneut den Presidents Cup, den Europacup und ein Turnier in Frankreich, wobei ihm unter anderem Siege gegen Dschachan Kurbanow, Wassili Lewit, Mohammad Ghossoun, Lenier Pero, John M’Bumba, Terwel Pulew und Joshua Temple gelangen.

Nach dem Gewinn zweier internationaler Turniere in Kasachstan und der Ukraine startete er auch im Schwergewicht bei den Weltmeisterschaften 2011 in Baku, die er ebenfalls souverän gewinnen konnte. Er schlug auf dem Weg zum Titel Evgenijius Tutkus (26:2), Terwel Pulew (TKO), Artur Beterbijew (17:13), Sjarhej Karnejeu (23:10) und Teymur Məmmədov (25:15).

Als amtierender Weltmeister startete er dann bei den Olympischen Spielen 2012 in London und gewann die Goldmedaille im Schwergewicht, nachdem er sich erneut gegen Artur Beterbijew (17:13) und Terwel Pulew (21:5), sowie im Finalkampf gegen Clemente Russo (14:11) durchgesetzt hatte.

In der Saison 2012/2013 startete Ussyk für die Ukrainian Otamans in der World Series of Boxing. In der Saison gewann er alle sechs Kämpfe bei denen er eingesetzt wurde und schlug u. a. Joseph Joyce von den British Lionhearts. Im Viertelfinale der Playoffs gewann er gegen Məhəmmədrəsul Məcidov von Azerbaijan Baku Fire und im Halbfinale gegen Matteo Modugno, Italia Thunder. Bei den Finalkämpfen traf er auf Mihai Nistor, konnte mit seinem Sieg aber die Niederlage gegen die Astana Arlans nicht verhindern.

Darüber hinaus war er Ukrainischer Meister der Jahre 2009, 2010 und 2011.

ProfikarriereBearbeiten

Im November 2013 startete Ussyk seine Profikarriere unter dem Promoter K2 Promotions. Am 17. September 2016 gewann er in seinem erst zehnten Kampf den Weltmeistertitel der WBO im Cruisergewicht, als er den polnischen Titelträger Krzysztof Głowacki einstimmig nach Punkten besiegte. In seiner ersten Titelverteidigung am 17. Dezember 2016 schlug er den Südafrikaner Thabiso Mchunu durch K. o. in der neunten Runde. Im April 2017 verteidigte er den Titel erneut einstimmig gegen Michael Hunter.

Im Viertelfinale der World Boxing Super Series besiegte er am 9. September 2017 Marco Huck durch technischen K.O. in der 10. Runde und verteidigte seinen WM-Gürtel im Cruisergewicht. Im Halbfinale schlug er Mairis Briedis nach Punkten und gewann damit dessen WBC-Titel. Am 21. Juli 2018 bestritt er den Finalkampf des Turniers und besiegte dabei den IBF- und WBA-Weltmeister Murat Gassijew einstimmig, wodurch er als erster Cruisergewichtsboxer die vier anerkannten WM-Titel vereinte.

Nach dem Sieg über Gassijew in Moskau schlug der ukrainische Ministerpräsident Wolodymyr Hrojsman vor, Ussyk die Auszeichnung Held der Ukraine zu verleihen. Ussyk lehnte dies mit der Begründung ab, dass er für einen gewissen Teil der Bevölkerung schon jetzt ein Held sei. Darüber hinaus benötige er keine Auszeichnungen, die seitens der Regierung an Personen ausgehändigt würden, die diese teils verdienten, teils aber auch nicht.[5]

Im November 2018 verteidigte er alle Titel durch K.o. in der achten Runde gegen Tony Bellew, welcher in seinen letzten beiden Kämpfen David Haye geschlagen hatte.

VorgängerTitelNachfolger
Krzysztof GłowackiBoxweltmeister im Cruisergewicht (WBO)
seit 17. September 2016
-
Mairis BriedisBoxweltmeister im Cruisergewicht (WBC)
seit 27. Januar 2018
-
Murat GassijewBoxweltmeister im Cruisergewicht (IBF)
seit 21. Juli 2018
-
Murat GassijewBoxweltmeister im Cruisergewicht (WBA)
seit 21. Juli 2018
-

Liste der ProfikämpfeBearbeiten

16 Siege (12 K.-o.-Siege), 0 Niederlagen, 0 Unentschieden
Jahr Tag Ort Gegner Ergebnis für Usyk
2013 9. November Ukraine  Sport Palace, Kiev, Ukraine Mexiko  Felipe Romero
Profidebüt
Sieg / TKO 5. Runde
14. Dezember Ukraine  Ice Palace, Brovari, Ukraine Kolumbien  Epifanio Mendoza Sieg / TKO 4. Runde
2014 26. April Deutschland  König-Pilsener-Arena, Nordrhein-Westfalen, Deutschland Deutschland  Ben Nsafoah Sieg / KO 3. Runde
31. Mai Ukraine  Sport Palace, Odessa, Ukraine Argentinien  Cesar David Crenz Sieg / KO 4. Runde
4. Oktober Ukraine  Lviv Stadium, Lviv, Ukraine Sudafrika  Daniel Bruwer
interim WBO Inter-Continental Meisterschaft
Sieg / TKO 7. Runde
13. Dezember Ukraine  Sport Palace, Kiev, Ukraine Sudafrika  Danie Venter
WBO Inter-Continental Titelverteidigung
Sieg / TKO 9. Runde
2015 18. April Ukraine  Sport Palace, Kiev, Ukraine Russland  Andrei Kniazev
WBO Inter-Continental Titelverteidigung
Sieg / TKO 8. Runde
29. August Ukraine  Sport Palace, Kiev, Ukraine Sudafrika  Johnny Muller
WBO Inter-Continental Titelverteidigung
Sieg / TKO 3. Runde
12. Dezember Ukraine  Sport Palace, Kiev, Ukraine Kuba  Pedro Julio Rodriguez
WBO Inter-Continental Titelverteidigung
Sieg / TKO 7. Runde
2016 17. September Polen  Ergo Arena, Danzig, Polen Polen  Krzysztof Głowacki
WBO-Cruisergewicht-Weltmeisterschaft
Punktsieg (einstimmig) / 12 Runden
17. Dezember Vereinigte Staaten  The Forum, Kalifornien, USA Sudafrika  Thabiso Mchunu
WBO-Cruisergewicht-Titelverteidigung
Sieg / KO 9. Runde
2017 8. April Vereinigte Staaten  MGM National Harbor, Maryland, USA Vereinigte Staaten  Michael Hunter
WBO-Cruisergewicht-Titelverteidigung
Punktsieg (einstimmig) / 12 Runden
9. September Deutschland  Max-Schmeling-Halle, Berlin, Deutschland Deutschland  Marco Huck
WBO-Cruisergewicht-Titelverteidigung
World Boxing Super Series-Viertelfinale
Sieg / TKO 10. Runde
2018 27. Januar Lettland  Arena Riga, Riga, Lettland Lettland  Mairis Briedis
WBO-Cruisergewicht-Titelverteidigung
WBC-Cruisergewicht-Weltmeisterschaft
World Boxing Super Series-Halbfinale
Punktsieg (Mehrheitsentscheidung) / 12 Runden
21. Juli Russland  Olimpijski, Moscow, Russland Russland  Murat Gassijew
IBF/WBA/WBC/WBO-Cruisergewicht-Titelvereinigung
World Boxing Super Series-Finale
Punktsieg (einstimmig) / 12 Runden
10. November Vereinigtes Konigreich  Manchester Arena, Manchester, Großbritannien Vereinigtes Konigreich  Tony Bellew
IBF/WBA/WBC/WBO-Cruisergewicht-Titelverteidigung
Sieg / TKO 8. Runde
2019 25. Mai Vereinigte Staaten  MGM National Harbor, Oxon Hill, USA Frankreich  Carlos Takam Ausstehend
Quelle: Oleksandr Ussyk in der BoxRec-Datenbank

LiteraturBearbeiten

  • Fachzeitschrift Box Sport

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Олександр Усик у світовому рейтингу піднявся на сьому позицію. Staatliche Universität Lwiw für Körperkultur, abgerufen am 25. Juli 2018.
  2. Усик играл за «Таврию» и вышивал подушки. 9 апперкотов о великом украинце, который уложил Гассиева. In: Eurosport, 22. Juli 2018.
  3. Usyk Beats Gassiev to Unify Cruiserweight Division. In: The New York Times, 21. Juli 2018.
  4. Joyous Ukrainian Crowd Greets Boxer Usyk In Kyiv After Victory In Moscow. In: Radio Free Europe. 23. Juli 2018.
  5. Boxing champion Usyk rejects Hero of Ukraine award, unian.info, 2. August 2018