Nichtbinäre Geschlechtsidentität

alle Geschlechtsidentitäten, die außerhalb der Zweigeschlechtlichkeit liegen: nicht eindeutig und immer Mann oder Frau

Nichtbinäre Geschlechtsidentität, in Kurzform nichtbinär oder nicht-binär (englisch nonbinary, kurz enby), ist eine Sammelbezeichnung für Geschlechtsidentitäten aus dem Transgender-Spektrum, die weder ausschließlich männlich noch weiblich sind, sich also außerhalb dieser binären Einteilung befinden. Aus dem Englischen wurde dafür auch die Bezeichnung genderqueer [ˈdʒɛndɐkwɪə̯] übernommen (queer gender: von geschlechtsordnenden Regeln abweichendes soziales Geschlecht); international wird oft die Bezeichnung gender-nonkonform verwendet. Die nichtbinäre Geschlechtsidentität einer Person steht nicht in Zusammenhang mit ihrem biologischen Geschlecht oder ihren Geschlechtsmerkmalen, und nicht alle intergeschlechtliche Menschen verstehen sich als nichtbinär. Die geschlechtliche Identität ist zu unterscheiden von der sexuellen Identität: Die erotischen Ausrichtungen von nichtbinären Menschen sind genauso unterschiedlich und vielfältig wie die von binären (vergleiche Cisgender). Eine nichtbinäre Geschlechtsidentität kann dem nach außen sichtbaren Geschlechtsausdruck in Aufmachung und Verhalten widersprechen und muss nicht zwingend androgyn oder „zwitterhaft“ wirken – nichtbinäre Menschen bringen ihr Identitätsgefühl auf viele Arten zum Ausdruck (vergleiche Unterschiede zwischen Geschlechtshabitus und Geschlechterrolle).

Die Ausprägung genderfluid („fließend“) bewegt sich zwischen den Geschlechtern männlich–weiblich (oder weiteren), teils in wechselnder Ausformung oder veränderlich. Neben diesen gibt es nichtbinäre Personen, die sich (zeitweise) keinem Geschlecht zugehörig fühlen und sich als agender („ungeschlechtlich“) oder neutral definieren. Darüber hinaus gibt es weitere Selbstbezeichnungen zur Beschreibung der eigenen Identität. Als nichtbinär verstehen sich auch Personen, die sich einem dritten Geschlecht zuordnen (vergleiche die rechtliche Geschlechtsoption „divers“) oder einer gänzlich anderen Geschlechtsvorstellung (vergleiche X-gender, Postgender), sowie diejenigen, die ihre Geschlechtsidentität bewusst nicht genauer benennen und nicht auf eine traditionelle Geschlechterrolle festgelegt werden wollen.

Nonbinary Pride-Flagge (pride:Stolz“),
2014 entworfen von Kye Rowan:[1][2]
- gelb für Personen außerhalb der Binarität
- weiß für Vielgeschlechtliche
- lila für Zwischengeschlechtliche (m↔w)
- schwarz für Ungeschlechtliche
Genderqueer Pride-Flagge,
2011 entworfen von Marilyn Roxie:[3]
- lavendel für androgyn, queer (m↔w)
- weiß für Ungeschlechtliche (agender)
- grün für Personen außerhalb der Binarität

Definitionen und IdentitätenBearbeiten

Nichtbinäre Geschlechtsidentitäten ergeben sich allgemein nicht aus bestimmten Körpermerkmalen, sondern aus dem eigenen Geschlechtsempfinden einer Person, schreibt das Regenbogenportal des deutschen Familienministeriums 2019.[4] Arn Sauer, Politologe und Mitarbeiter für Gender-Mainstreaming am deutschen Umweltbundesamt, erklärt 2017 zur Einführung seines LSBTIQ-Lexikons der Bundeszentrale für politische Bildung: „Selbstdefinitionen und Selbstbeschreibungen sind immer anzuerkennen, sie sollten nicht in Frage gestellt, sondern als ein weiterer Teil einer sich ausdifferenzierenden, sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt begriffen werden. Und damit als Bereicherung!“[5]

Die Bezeichnung non-binary definierte 2015 das National Center for Transgender Equality (NCTE) bei der Befragung von 28.000 transgender Personen in den USA:

Nicht-binär: Dieser Ausdruck wird von einigen verwendet, um Personen zu beschreiben, deren soziales Geschlecht nicht ausschließlich männlich oder weiblich ist, einschließlich derjenigen, die sich als ungeschlechtlich identifizieren, oder als ein anderes Geschlecht als männlich oder weiblich, oder als mehrgeschlechtlich.“

Non-binary: This term is used by some to describe people whose gender is not exclusively male or female, including those who identify as no gender, as a gender other than male or female, or as more than one gender.“[6]

Unter der Bezeichnung gender-nonconforming people („geschlechts-nonkonforme Personen“) erfasst die US-Kongressbibliothek seit 2017 die Themen gender-variant, genderqueer, non-binary people als Identifikator (siehe Studie 2018).[7] Bei der weltweiten Befragung des Gender Census von 24.500 „Gender-Diversen“ im Jahr 2020 wählten 29 % gender non-conforming als Selbstbezeichnung (identity word).[8] Im Unterschied dazu erklärt das Regenbogenportal die Bezeichnung „gendernonkonform“ als Nicht-Übereinstimmung mit gesellschaftlich vorherrschenden Ideen über ein bestimmtes Geschlecht (Geschlechterrolle).[9]

Die US-Sozialpsychologen Bosson, Vandello und Buckner definieren 2018 die einzelnen Bezeichnungen wie folgt (übersetzt):[10]

  • Transgender: Beschreibt Personen, deren psychologische Geschlechtsidentität nicht übereinstimmt mit dem ihnen bei Geburt zugewiesenen Geschlecht.
  • Genderqueer: Beschreibt Personen, die sich als weder/noch identifizieren, oder als beides oder als Kombination von Mann und Frau.
  • Genderfluid: Beschreibt Personen, deren Geschlechtsidentität sich verschiebt oder flexibel verändert, statt anhaltend gleich zu bleiben.
  • Bigender: Beschreibt Personen, die zwischen den Geschlechtsidentitäten Frau und Mann wechseln.
  • Trigender: Beschreibt Personen, die zwischen Frau, Mann und einer dritten Geschlechtsidentität wechseln.
  • Agender: Beschreibt Personen, die sich innerlich als ungeschlechtlich empfinden.

Transgender ist ein Oberbegriff (umbrella term)[11] und umfasst auch nichtbinäre Personen; nichtbinäre Personen können sich als transgender verstehen, wenn sie das wollen, oder als „zwischengeschlechtlich“.[12] Die Varianten trans* und inter* schließen durch das Gendersternchen nichtbinäre und weitere Geschlechtsidentitäten ausdrücklich ein.[13] Bei der US-Erhebung 2015 beschrieben sich 35 % der rund 28.000 Befragten als non-binary/genderqueer, 82 % hatten keine Einwände gegen die Beschreibung als „transgender“.[14] Beim Gender Census 2020 wählten 29 % transgender, rund 34 % trans und etwa 12 % trans* als Selbstbezeichnung; 66 % wählten nonbinary.[8]

Genderfluide Personen ziehen es vor, ihre Geschlechtsidentität anhaltend veränderbar zu halten („fließend“), statt sich auf ein Geschlecht festzulegen. Dabei können sie sich zwischen verschiedenen Geschlechtern bewegen oder mehrere Geschlechter gleichzeitig zum Ausdruck bringen.[15][16] Bei der US-Umfrage 2015 beschrieben sich 20 % als gender fluid/fluid,[14] beim weltweiten Gender Census 2020 wählten 21 % genderfluid/fluid gender, 6 % genderflux und 9 % androgyne als Selbstbezeichnung.[8]

Als bigender („beidgeschlechtlich“) definieren sich Personen, die sich mit den beiden Geschlechtern männlich/weiblich identifizieren oder Elemente beider in sich vereinen, auch im Ausdruck. Beim Gender Census 2018 wählten fast 5 % der rund 11.000 befragten „Gender-Diversen“ bigender als Selbstbezeichnung, 2020 waren es rund 4 % von 24.500 Befragten.[8]

Trigender („dreigeschlechtlich“) geht noch darüber hinaus und schließt eine weitere geschlechtliche Variation oder Elemente davon ein; die dritte kann eine Mischform aus Mann/Frau sein oder ganz außerhalb der Zweigeschlechtlichkeit liegen, oder auch das (zeitweilige) Gefühl sein, sich keinem Geschlecht zugehörig zu fühlen.[17] Beim Gender Census 2020 gaben nur 0,1 % trigender als Eigenbezeichnung ein.[8]

Als pangender („allgeschlechtlich“) bezeichnen sich Personen, die sich allen Geschlechtern irgendwie zugehörig fühlen, ohne dabei auf eines festgelegt zu sein.[17] Beim Gender Census gaben nur 0,2 % diese Eigenbezeichnung ein.[8]

Als agender („ungeschlechtlich/geschlechtslos“), gender-neutral, neuter oder neutrois definieren sich Personen, die sich mit keinem Geschlecht identifizieren oder gar keine Geschlechtsidentität haben (wollen).[18] Neutrois kann aber auch als ein eigenes, neutrales Geschlecht verstanden sein (so beispielsweise von Lann Hornscheidt). Der Gender Census 2018 ergab für agender 26 %, 2019 waren es 24 % und 22 % im Jahr 2020; rund 13 % wählten neutral, 3 % neutrois und rund 14 % genderless als Identitätsbezeichnung.[8]

Als demigender („halbgeschlechtlich“) bezeichnen sich Personen, die sich teilweise oder hauptsächlich mit einem Geschlecht identifizieren, gleichzeitig aber auch mit einem anderen.[19] Diese Gruppe schließt Untergruppen ein, so sieht sich eine Demifrau (demigirl) nur teilweise als Frau (unabhängig vom Geburtsgeschlecht), während andere Teile ihrer Identität anderen Geschlechtern zugehören oder auch genderfluid oder agender sein können; in umgekehrter Weise tut das ein Demimann (demiboy).[20] Im Jahr 2018 wählten im weltweiten Gender Census 11 % demigender und einige Prozente mehr demiboy oder demigirl als Selbstbezeichnung; 2020 waren es etwa 5 % demigender, 6 % demiboy und 8 % demigirl.[8]

Die Bezeichnung abinäre Menschen schlägt Ende 2020 die Studie Geschlechterdiversität in Beschäftigung und Beruf vor, die von der deutschen Antidiskriminierungsstelle des Bundes in Auftrag gegeben wurde: „Mit dem Begriff abinäre Menschen bezeichnen wir Personen, die sich nicht oder nicht nur als Frauen* oder Männer* beziehungsweise nicht (nur) weiblich oder männlich identifizieren. Verbreitet ist auch die Selbstbezeichnung nichtbinär, die aber in der Wortbildung durch das Suffix ‚nicht-‘ die Abweichung von einer binären Norm als Moment des Fehlens oder Mangels zentriert, weswegen wir die positive Selbstbezeichnung abinär nutzen. Wir benutzen die Formulierung ‚inter*, trans* und (andere) abinäre Menschen‘, um kenntlich zu machen, dass inter* und trans* Menschen auch abinär sein können, aber nicht alle abinären Menschen inter* oder trans* sein müssen.“[21]

SelbstbezeichnungenBearbeiten

In Deutschland erwähnten im Jahr 2015 erste Begleitmaterialien zur „Interministeriellen Arbeitsgruppe Inter- & Transsexualität“ (IMAG) an zwei Stellen „nicht binär normative Geschlechtsidentitäten und Körperlichkeiten“[22] und „Menschen, die als weder*noch*, (gender-)queer, non-gender/nicht-geschlechtlich u. Ä. jenseits der Geschlechterpolarität leben“.[12] Ende 2017 veröffentlichte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Forschungsergebnisse und Erkenntnisse aus der IMAG und erwähnte darin an drei Stellen „non-binary“, „nicht binär lebende Menschen“ und „non-binäre Personen“.[23]

2015 erschien ein Eintrag im Queer-Lexikon des Berliner Tagesspiegel, in dem unter Transgender auch Personen genannt werden, „die sich weder als Mann noch als Frau verstehen wollen (‚nicht binär‘, ‚genderqueer‘).“[24]

2016 veröffentlichte Hengameh Yaghoobifarah auf Zeit Online ein kleines Glossar zu LGBT-Bezeichnungen, darunter auch „Nicht-binär: Nicht-binäre Genderidentitäten können total unterschiedlich sein. Agender (geschlechterlos), genderqueer, femme, demigirl, demiboy, die Liste ist endlos lang. Sie haben jedoch alle miteinander gemeinsam, dass sie sich der (binären) Zweiteilung in Mann oder Frau verweigern.“[20] Zwei Jahre später ergänzte Hengameh Yaghoobifarah: „Ich bin non-binary oder auf Deutsch: nicht-binär. Das ist ein Schirmbegriff für sehr viele unterschiedliche Gender […] In Deutschland ist der Diskurs noch nicht so weit, aber es wird.“[25]

2017 erklärte ein Glossar-Eintrag im Missy Magazine: „Nicht-binär ist sowohl ein Sammelbegriff als auch eine Bezeichnung für eine eigenständige Identität. […] Nicht-binäre Menschen können trans oder cis, inter oder dyadisch sein. Sie können weiblich, männlich, beides, weder-noch, vieles, mehreres, femme, agender, neutrois oder etwas ganz anderes sein. […] Sie können unterschiedliche, neue oder alte, mehrere, wechselnde oder keine Pronomen benutzen. […] Ähnlich wie trans und queer ist nicht-binär eine Selbstbezeichnung.“[2]

2020 befragte der jährliche Gender Census des Walisers Cassian Lodge rund 24.500 „Gender-Diverse“ weltweit (übersetzt): „Welche der folgenden englischen Bezeichnungen beschreiben, wie du über dich denkst?“ Von 30 Vorgaben hier die Top 10:[8]

# Bezeichnung 2020  2019  2018  2017  2016  2015
1. nonbinary 66,4 % 66,6 % 60,6 % 65,8 % 64,6 % 63,7 %
2. queer  (teils oder ganz) 42,9 % 43,0 % 2,9 % 0,3 %
3. trans 33,7 % 36,6 % 34,8 % 30,1 % 34,8 % 31,1 %
4. enby[19] 31,5 % 31,7 % 24,5 % 19,4 % 15,6 %
5. gender non-conforming 29,0 % 26,2 % 1,1 %
6. transgender 29,0 % 30,4 % 27,9 % 23,9 % 30,9 % 26,5 %
7. genderqueer 25,9 % 28,9 % 30,8 % 34,3 % 40,7 % 41,2 %
8. agender 21,9 % 23,5 % 26,1 % 33,1 % 30,9 % 31,4 %
9. genderfluid/fluid gender 21,4 % 21,0 % 24,6 % 27,9 % 30,8 % 31,2 %
10. transmasculine 19,3 % 19,5 % 18,8 % 15,8 % 14,2 %
Befragte „Gender-Diverse“: 24.576 11.242 11.278 9.934 3.055 2.901

17,4 % der Befragten wählten die Option „fragend oder weiß nicht“ (questioning or unknown), 11 % wählten „Frau“ und je rund 9 % „Girl“, „Boy“ oder „Mann“.[8]

Zu den grundlegenden Bezeichnungen gab der Initiator folgende Definitionen (übersetzt):[26]

  • Nichtbinär: Jemand, dessen Gender weder immer gänzlich männlich noch immer gänzlich weiblich ist. Gebrauch: eine nichtbinäre Person, eine Person, die nichtbinär ist.
  • Genderqueer: Jemand, der quer zu den Gendern liegt. Gebrauch: eine genderqueere Person, eine Person, die genderqueer ist.
  • Transgender: Das Gender ist verschieden zu dem bei der Geburt zugewiesenen. Oft verkürzt zu „trans“, obwohl trans auch oft als eigenständige Identität angesehen wird. Gebrauch: eine transgender Person, eine Person, die transgender ist.

2018 hatte der Gender Census auch nach der bevorzugten Schreibweise gefragt: „nonbinary vs. non-binary“ – 45 % aller Befragten waren für die einfache und nur 28 % für die Bindestrich-Schreibung; Nichtbinäre stimmten 49 % zu 25 % (siehe auch Bevorzugte Pronomen).[8]

Das US-Wörterbuch Merriam-Webster’s Dictionary führt die Bezeichnung zusammengeschrieben:

nichtbinär (Adjektiv) C): bezugnehmend auf eine Person oder diese selbst, welche sich mit einem Geschlecht identifiziert oder dieses ausdrückt, das weder gänzlich männlich noch gänzlich weiblich ist“

nonbinary (adjective) c): relating to or being a person who identifies with or expresses a gender identity that is neither entirely male nor entirely female“[27]

Neben weiteren Gender-Bezeichnungen führt das Webster’s genderqueer sowie gender-fluid.[27] Auch das britische Oxford English Dictionary erklärt die Bezeichnungen mit ähnlichem Wortlaut als Geschlechtsidentitäten.[28]

Sexuelle IdentitätBearbeiten

Nichtbinäre Geschlechtsidentität geht nicht einher mit einer bestimmten sexuellen Orientierung oder romantischen Ausrichtung: Eine nichtbinäre Person kann ebenso unterschiedliche erotische Vorlieben und Einstellungen haben wie binärgeschlechtliche Personen und etwa heterosexuell, bisexuell, lesbisch, schwul oder nicht-sexuell sein.[29][30] Dies kann für Nichtbinäre beispielsweise auf Online-Dating-Plattformen zu verletzenden Erfahrungen führen, wenn aus ihrer geschlechtlichen Identität fälschlich auf eine bestimmte sexuelle Identität geschlossen wird.[31][32]

GeschichteBearbeiten

 
Kate Bornstein (* 1948), US-amerikanische Schauspielerin und Autorin, akzeptiert weibliche oder geschlechtsneutrale Pronomen (Foto: 2010)
 
Jonathan Van Ness (* 1987), Friseur und Podcaster, erklärt sich 2019 als nonbinary, beansprucht aber weiterhin männliche Pronomen (Foto: 2018)

Die US-Anthropologin April Scarlett Callis führte die traditionelle Zweigeschlechtlichkeit auf das 19. Jahrhundert zurück, als Sexualität zuerst medizinisch untersucht wurde.[33] Im frühen 20. Jahrhundert wurde Sexualität zunächst mehr nach Geschlechtsidentität als nach dem Sexualpartner kategorisiert, während dann in der Mitte des 20. Jahrhunderts die Trennung in Heterosexualität und Homosexualität aufkam (laut Geschichtswissenschaftler George Chauncey 1994).[34]

Im Jahr 1990 veröffentlichte die feministische Philosophin Judith Butler (* 1956) ihr Buch Gender Trouble (deutsch: Das Unbehagen der Geschlechter), in dem sie sowohl eine Naturgegebenheit des männlichen/weiblichen „Geschlechts“ als auch seine ausschließliche Zweiteilung in Frage stellte. Sie schloss mit der Einschätzung: „Die kulturellen Konfigurationen von Geschlecht und Geschlechtsidentität könnten sich vermehren (…), indem man die Geschlechter-Binarität in Verwirrung bringt.“[35]

1994 erschien das Buch Gender Outlaw: On Men, Women, and the Rest of Us (etwa: „Geschlechtlich gesetzlos: Über Männer, Frauen und den Rest von uns“) der nichtbinären Schauspielerin und Autorin Kate Bornstein (* 1948).[36] Sowohl die Gender Studies (Geschlechterforschung) wie auch die entstehende Queer-Theorie begannen, ihre Forschungsansätze um nichtbinäre Gender und Geschlechtsidentitäten zu erweiterten. Bornstein erneuerte ihre Bestandsaufnahme im Jahr 2010 mit dem Buch Gender Outlaws: The Next Generation.[37]

Im englischsprachigen Raum kam die Bezeichnung „genderqueer“ Mitte der 1990er-Jahre auf, oft in Verbindung gesehen mit der US-amerikanischen Transgender-Aktivistin Riki Wilchins (* 1952), insbesondere aufgrund ihrer Mitherausgeberschaft der Artikelsammlung GenderQueer: Voices from beyond the Sexual Binary im Jahr 2002 (deutsch: GenderQueer: Stimmen von jenseits der Binärsexualität).[38] Bereits 1995 verwendete Wilchins den Ausdruck im Newsletter In Your Face vor allem zur Argumentation gegen heteronormative Sexualregeln, aber auch gegen diskriminierende Geschlechterrollen.[39] 1997 gab sie in ihrer Autobiografie an, sich als genderqueer zu identifizieren.[40] Wilchins publizierte weiterhin aktivistisch und veröffentlichte 2017 eine eigene Artikelsammlung unter dem Titel Burn the Binary! („Verbrenn das Binäre“).[41]

Als neuter, als geschlechtsneutral erklärte sich 1997 Jim Sinclair öffentlich – eine intergeschlechtliche und autistische Person (* 1940), die als Mitinitiatorin und Aktivistin der internationalen Neurodiversitätsbewegung bekannt wurde.[42]

Bereits 1973 erschien das Musical The Rocky Horror Show mit der Hauptfigur des Transvestiten Dr. Frank N. Furter – sein Schöpfer Richard O’Brien (* 1942) verstand sich früh als transgender und erklärte sich im Nachhinein als zwischen den Geschlechtern stehend, eher als ein drittes Geschlecht. 2013 sagte O’Brien der BBC: „Ich verstehe mich wahrscheinlich als rund 70 % männlich, 30 % weiblich.“[43]

In Japan wird seit der Jahrtausendwende der Ausdruck „X-gender(x-jendā) verwendet als Selbstdefinition einer Geschlechtlichkeit außerhalb der zwei Kategorien „Mann“ und „Frau“ (etwa von den Manga-Zeichnern Yūki Kamatani und Yuu Watase).[44]

In Deutschland konnte seit 2013 der Geschlechtseintrag in der Geburtsurkunde offengelassen werden, falls das Neugeborene nicht eindeutig als Junge oder Mädchen einzuordnen war; 2018 wurde „divers“ als dritte Geschlechtsoption rechtlich verankert, ein Jahr später folgte Österreich (siehe unten).

VerbreitungBearbeiten

 
Kaitlyn Alexander (* 1992), in der Filmbranche tätig, erklärt sich 2015 als non-binary und bean­sprucht das neutrale Pronomen they (Foto: 2015)

Im Jahr 2011 führte die britische Equality and Human Rights Commission (Kommission für Gleichberechtigung und Menschenrechte) im Vereinigten Königreich eine Befragung durch, wobei knapp 0,4 % der 10.000 Befragten sich als nicht eindeutig männlich oder weiblich beschrieben (in another way).[45]

2015 wurden zwei unterschiedliche Bevölkerungsgruppen in Belgien nach ihren Geschlechtsidentitäten befragt, dabei ordneten sich 1,8 % der als Mann geborenen und 4,1 % der als Frau geborenen Personen als gender ambivalent ein, definiert als sich in unterschiedlicher Ausprägung mit dem eigenen und dem anderen Geschlecht identifizierend.[46]

Bei einer US-weiten systematischen Online-Umfrage des National Center for Transgender Equality (NCTE) im Jahr 2015 mit offener Teilnahme identifizierten sich 35 % der rund 28.000 Rückmeldenden als nichtbinär (non-binary/genderqueer), 82 % von ihnen waren einverstanden mit der Bezeichnung „transgender“ oder standen ihr neutral gegenüber.[14]

2018 ermittelte eine Studie unter rund 81.000 Studenten im US-Bundesstaat Minnesota einen Anteil von 2.170 Personen (2,7 %), die sich als transgender oder gender nonconforming bezeichneten. Als „gender nonconforming“ (auch offizieller LCCN-Identifikator)[7] wurden Personen beschrieben, deren geschlechtlicher Ausdruck nicht den geschlechterordnenden Konventionen bezüglich Männlichkeit und Weiblichkeit folgt, und die sich als transgender identifizieren oder auch nicht. Demgegenüber identifizierten sich 97,3 % der Befragten als cisgender (mit ihrem Geburtsgeschlecht übereinstimmend).[47] Im Jahr zuvor hatte eine US-Studie den Anteil an transgender Personen eingeschätzt auf 0,7 % im Alter von 13 bis 24 Jahren und auf 0,6 bis 0,5 % bei älteren Menschen; die Schätzungen ergaben eine Zahl von 1,55 Millionen transgender US-Amerikanern.[48]

In einer Studie, die 2019 unter der Two-Spirit- und LGBT-Bevölkerung der kanadischen Großstadt Hamilton durchgeführt wurde, gaben von den 906 Befragten 164 an, nichtbinär zu sein (18 %).[49]

Für den deutschsprachigen Raum sind keine belastbaren Zahlen bekannt, auch weil bisherige Umfragen nicht genauer unterschieden zwischen nichtbinären und binären transgender und intergeschlechtlichen Personen. Bei der deutschen ZEIT-Vermächtnisstudie 2016 gaben von den 3.104 Befragten 3,3 % an, „entweder ein anderes Geschlecht zu haben als bei ihrer Geburt zugewiesen oder sich schlicht nicht als weiblich oder männlich zu definieren. Das heißt: Knapp 2,5 Millionen Deutsche“.[50]

Rechtliche AnerkennungBearbeiten

 
Norrie May-Welby (* 1961), cartoonistisch und aktivistisch tätig, erstritt im Mai 2013 in Australien die Möglichkeit eines unbestimmten Geschlechts­eintrags, hier bei der Lektüre der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs

Viele nichtbinäre Personen drücken ihre Identität im Alltag in einer Form aus, die mit dem ihnen bei Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt, um sich an die vorherrschenden binären, zweigeteilten Geschlechterrollen anzupassen (siehe Geschlechterordnung, Geschlechtshabitus). Seit den 2010er-Jahren wächst das Bewusstsein sowie die Akzeptanz nichtbinärer Gender- und Geschlechtsidentitäten, bedingt durch Selbstdarstellungen in sozialen Medien und medienwirksame Coming-outs von Künstlern (beispielsweise Sam Smith 2019) sowie befördert durch systematischere Studien.[18]

Es gibt nur rund 20 Staaten weltweit, die eine dritte Geschlechtsoption ermöglichen, meist ein Eintrag als „X“ (Liste). In vielen Kulturen der Welt haben andere soziale Geschlechter eine lange Tradition, aber nur in wenigen Fällen sind sie rechtlich anerkannt und vor Diskriminierung geschützt (siehe Liste von dritten Geschlechtern).

Geschlechtseintrag offengelassen oder „divers“Bearbeiten

In Deutschland ist seit Ende 2013 die Geburt bei denjenigen Neugeborenen ohne Angabe zum Geschlecht ins Geburtenregister einzutragen, die weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden können; in diesen Fällen ist der Geschlechtseintrag offenzulassen (siehe Dritte Geschlechtsoption im Personenstandsgesetz ab 2013). Der deutsche Ethikrat hatte allerdings im Februar 2012 der Bundesregierung empfohlen, neben männlich und weiblich als weitere Geschlechtsoption „anderes“ aufzunehmen. Der Psychologe Michael Wunder, Mitglied des Ethikrats, kommentierte die Gesetzesänderung: „Kein Eintrag sieht aus wie kein Geschlecht. Intersexuelle Menschen haben aber natürlich ein Geschlecht – ein anderes, was aber ganz unterschiedlich sein kann.“ Interessenverbände wie Zwischengeschlecht.org befürchteten, dass Eltern nun operative Eingriffe bevorzugen würden, statt ihrem Kind kein Geschlecht zuzuweisen.[51]

Ende 2018 wurde rechtlich die neue Geschlechtskategorie „divers“ geschaffen als „dritte Option“ für Personen, die sich weder als Mann noch als Frau definieren (unabhängig von ihren biologischen Geschlechtsmerkmalen). Zuvor hatte das Bundesverfassungsgericht „der Beschwerde einer Inter*Person stattgegeben und entschieden, dass jenseits des binären Geschlechtermodells auch ein positiver Eintrag möglich sein muss“ (so die Antidiskriminierungsstelle des Bundes).[52]

In Österreich besteht seit Anfang 2019 in begründeten Fällen die Möglichkeit der nachträglichen Änderung des Geschlechtseintrags zu „divers“.

Rechtliche EinschränkungenBearbeiten

Im Dezember 2019 weist ein Artikel im Lifestylemagazin Vice darauf hin, dass selbst diejenigen Staaten, die eine dritte Geschlechtsoption in Ausweispapieren erlauben, nichtbinäre Personen in ihren Karteien als entweder männlich oder weiblich führen (Ausnahmen: Malta und Dänemark). Diese Art der Datenverwaltung könne zu Einschränkungen führen, beispielsweise in Bezug auf ein Eherecht, das nur die Heirat zwischen Männern und Frauen erlaube (vergleiche Heiratswunsch von Norrie May-Welby), oder bei der Einreise in andere Staaten oder auch bezüglich des Militärdienstes.[53]

DiskriminierungBearbeiten

Im Jahr 2008 wählte die Mehrheit der Befragten in der US-Studie National Transgender Discrimination Survey (nationale Umfrage zur Transgender-Diskriminierung) „ein hier nicht aufgezähltes Geschlecht“ (a gender not listed here). Diese Befragten verzichteten aus Angst vor Diskriminierung 9 Prozentpunkte (33 %) öfter auf medizinische Versorgung als die Befragten insgesamt (36 % im Vergleich zu 27 %). 90 % gaben an, Anti-Transgender-Diskriminierung bei der Arbeit ausgesetzt zu sein, und 43 % gaben an, einen Suizidversuch hinter sich zu haben.[54]

2017 kam eine Studie von Transgender Europe (TGEU) in fünf europäischen Ländern zu dem Ergebnis, dass nichtbinäre Menschen im Gesundheitssystem verglichen mit anderen transgender Personen benachteiligt sind und für Zugang zu transgender-spezifischen Gesundheitsdiensten oft nachweisen müssen, „ausreichend trans“ zu sein.[55]

Personenbezogene Anrede und PronomenBearbeiten

 
Anstecker, um Fragen nach dem ange­messenen Pronomen zu beantworten:
„sie/ihr“ • „er/ihm“ • „sie/ihnen“ • „Frag mich!“
(auf dem XOXO Art and Technology Festival in Portland, Oregon 2016)

Viele sich als nichtbinär definierende Personen beanspruchen, mit geschlechtsneutralen Fürwörtern (Pronomen) bezeichnet und angeredet zu werden; jede zehnte nichtbinäre Person möchte nur mit Namen angeredet und beschrieben werden, gänzlich ohne Pronomen. Im angelsächsischen Sprachraum ist für Nichtbinäre die singulare Verwendung von they in Bezug auf eine einzelne Person am verbreitetsten (entspricht ursprünglich der deutschen Pluralform „sie“). Statt über eine nichtbinäre Person zu sagen: he/she is a singer („er/sie ist ein/e Sänger/in“), heißt es in der Einzahl: they are a singer. Eine Ähnlichkeit besteht zu der deutschsprachigen Höflichkeitsform „Sie“, die ebenfalls mehrzahlig ist, aber auch für Einzelpersonen gilt und immer großgeschrieben wird: Können Sie singen?

Befragungen zu PronomenBearbeiten

Im Jahr 2015 gaben in den USA von rund 28.000 transgender Personen 84 % an, nicht die Fürwörter zu verwenden, die dem Geschlecht auf ihrer Geburtsurkunde entsprachen. Das National Center for Transgender Equality (NCTE) ermittelte in seiner systematischen Online-Umfrage:[56]

37 %  he…his  („er…sein“)
37 %  she…her  („sie…ihr“)
29 %  they…their („sie…ihr“ im Plural für eine Person)
20 % ohne spezielle Ansprüche
04 % wollten nur mit Namen und ganz ohne Fürwörter angesprochen werden
04 % nutzten Fürwörter, die nicht im Fragebogen standen

35 % der 28.000 Befragten verstanden sich als nichtbinär/genderqueer.[14]

Anfang 2020 befragte der jährliche Gender Census von Cassian Lodge rund 24.500 „Gender-Diverse“ weltweit (übersetzt): „Wenn alle Fürwörter von allen akzeptiert und leicht zu lernen wären, welche würdest du gerne in Bezug auf dich verwendet sehen?“ Im Deutschen gibt es für diese englischsprachigen Varianten keine Entsprechungen (außer „er“, „sie“ und „sier“) – bei den Top 9 der Antworten führt they seit 2015:[8]

# Pronomen (Fürwörter) 2020  2019  2018  2017  2016  2015
1. they…them…their…theirs…themself  (Singular) 77,5 % 79,5 % 77,4 % 80,5 % 77,5 % 74,4 %
2. he…him…his…his…himself 30,5 % 30,8 % 31,2 % 27,9 % 23,4 % 21,8 %
3. she…her…her…hers…herself 29,0 % 29,0 % 30,9 % 29,2 % 25,0 % 23,9 %
4.  0 keine Pronomen, oder vermeiden (nur Name) 13,7 % 10,3 % 10,1 % 10,7 % 11,0 % 13,2 %
5. xe…xem…xyr…xyrs…xemself 7,4 % 7,2 % 7,4 % 8,2 % 9,7 %
6. it…its…its…itself 5,6 % 4,4 % 4,5 % 4,7 % 4,8 % 5,7 %
7. fae…faer…faer…faers…faeself 5,4 % 4,3 % 3,9 % 4,1 % 4,1 %
8. e…em…eir…eirs…emself  (Spivak-Pronomen) 4,6 % 5,2 % 5,3 % 4,8 % 7,4 % 9,3 %
9. ze…hir…hir…hirs…hirself 4,4 % 4,7 % 5,3 % 6,1 % 8,7 % 13,1 %
Befragte „gender-diverse“ Personen: 24.576 11.242 11.278 9.934 3.055 2.901
Davon akzeptieren nonbinary für sich (siehe oben): 66,4 % 66,6 % 60,6 % 65,8 % 64,6 % 63,7 %

Das singulare Pronomen „they“Bearbeiten

Das älteste US-Wörterbuch Merriam-Webster’s Dictionary enthält seit September 2019 eine eigene Bedeutung für das Fürwort they:[57][58]

„verwendet, um eine einzelne Person zu referieren, deren Geschlechtsidentität nichtbinär ist (siehe nonbinary Bedeutung C)“

„used to refer to a single person whose gender identity is nonbinary (see nonbinary sense c)“[59][27]

Die Redaktion erklärte dazu, dass die Verwendung des pluralen they für einzelne Personen bereits ab dem späten 14. Jahrhundert belegt sei; auch die Wortform you („du“) sei ursprünglich eine Mehrzahlform (you are: „ihr seid“, aber auch: „du bist“). In seiner nichtbinären Bedeutung wäre they ab den 1950ern belegt.[60][61]

Ende 2015 hatte die große US-Tageszeitung The Washington Post das Pronomen in seiner Bedeutung für nonbinäre Personen seinem Wortschatz beigefügt.[62][63][64] Im März 2017 folgte die Nachrichten- und Presseagentur Associated Press (AP) und nahm die nonbinäre Verwendung von they in ihr AP Stylebook auf.[65][66] Im selben Jahr erschien eine erste Studie zur Verwendung geschlechtsneutraler Pronomen – bis dahin kamen sie in akademischen Texten kaum vor.[67]

Der einflussreiche US-Styleguide Chicago Manual of Style erlaubt das singulare they in seiner 17. Auflage 2018 im mündlichen sowie im informellen schriftlichen Sprachgebrauch; für den förmlichen schriftlichen Gebrauch wird es nur in Bezug auf individuelle Personen erlaubt, die sich mit den geschlechtlichen Fürwörtern he („er“) oder she („sie“) nicht identifizieren.[68] Auch das Oxford English Dictionary führt die nichtbinäre Bedeutung von they.[69]

Im März 2019 kommt eine dreiteilige Sprachstudie zum Ergebnis, dass die Verwendung neutraler Fürwörter die Akzeptanz von Frauen in öffentlichen Positionen und der LGBTI-Gemeinschaft erhöht.[70][71][72]

AnredeformenBearbeiten

Die geschlechtsneutrale Anredeform Mx. nahm das Webster’s im Jahr 2016 auf zur möglichen Verwendung anstelle des binären Mr. (Herr) oder Ms. (Frau); die erstmalige Verwendung von Mx. sei 1977 in einem US-Elternmagazin belegt.[73] Ein Jahr zuvor hatte das Traditionswörterbuch Oxford English Dictionary die Bedeutung von Mx als Titel ergänzt (in der britischen Schreibweise ohne Punkt).[74][75] 2019 ermittelt der Gender Census unter 11.000 Befragten weltweit: 33 % wünschen das Weglassen eines Titels in der Ansprache, 31 % bevorzugen Mx., 8,7 % Mr. und 4,7 % Ms. Für geschlechtsneutrale (akademische) Abkürzungen wie prof. und dr. sprechen sich 5,5 % aus.[8] Die neutralisierende X-Form wurde im deutschsprachigen Raum ab 2014 vor allem von Lann Hornscheidt aufgegriffen:[76] Hornscheidt bezeichnete sich selbst als „Professx“ (für Prof.) und schlägt auch weiterhin vor, weibliche und männliche Wortendungen durch ein „x“ zu ersetzen, beispielsweise dex Radfahrex (statt „der/die Radfahrer/in“).[77]

Der weltweite Gender Census befragte Anfang 2020 rund 24.500 „Gender-Diverse“ (übersetzt): „Angenommen, alle Anrede-Felder auf Formularen wären optional auszufüllen, welche Anredeform würdest im Englischen für dich wollen?“ Bei den Top 10 der Antworten führt „ohne Titel“ seit 2015:[8]

# Anrede (Titel) 2020  2019  2018  2017  2016  2015
1. ohne Titel 34,4 % 33,0 % 32,4 % 30,8 % 32,9 % 50,3 %
2. Mx 28,0 % 31,3 % 32,6 % 29,6 % 34,4 % 32,0 %
3. Mr 8,6 % 8,7 % 8,5 % 5,0 % 3,0 % 4,8 %
4. berufl./akadem. Titel (ungegendert) 5,3 % 5,5 % 5,4 %
5. Ms 4,9 % 4,7 % 5,7 % 2,8 % 2,6 % 3,6 %
6. unbekannt 3,9 % 3,5 % 3,2 % 4,4 % 2,4 %
7. Miss 3,3 % 3,1 % 3,5 % 2,4 % 1,8 % 3,3 %
8. Ind (Individuum) 3,3 % 3,0 % 3,0 % 3,8 % 2,5 %
9. Tageswahl 2,7 % 2,2 % 2,0 % 1,4 % 1,0 %
10. nichtbinärer Titel 2,6 % 2,5 % 1,5 % 2,7 % 3,6 %

Empfehlungen im DeutschenBearbeiten

Im November 2018 stellt der Rat für deutsche Rechtschreibung (RdR) in einem Bericht zur „geschlechtergerechten Schreibung“ fest, „dass der gesellschaftliche Diskurs über die Frage, wie neben männlich und weiblich ein drittes Geschlecht oder weitere Geschlechter angemessen bezeichnet werden können, sehr kontrovers verläuft. Dennoch ist das Recht der Menschen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen, auf angemessene sprachliche Bezeichnung ein Anliegen, das sich auch in der geschriebenen Sprache abbilden soll.“ Der Rat untersucht und beobachtet weiterhin die verschiedenen Schreibweisen und Ausdrucksmittel wie Gendersternchen, Unterstrich (Gender Gap) oder den Zusatz „(m, w, d)“, wobei „d“ für die dritte Geschlechtsoption „divers“ steht. Die Frage nach geschlechtsneutralen Pronomen kommt aber nicht auf.[78]

Im Oktober 2019 schreibt das Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz in seiner Handreichung „Geschlechtergerechte Sprache“, dass unter „transidenten und intergeschlechtlichen Menschen“ Pronomen zur Eigenbezeichnung diskutiert würden, und nennt das englische they sowie die neugeprägte deutsche Singularform „sier“ (als Zusammenziehung von „sie“ und „er“). Das Ministerium empfiehlt, sofern möglich bei der Anrede oder bei Anschreiben nur den Vor- und Familiennamen zu verwenden und „Herr“ oder „Frau“ wegzulassen.[79] Dies entspricht auch den Empfehlungen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (vergleiche Genderneutrale Schreibung für Diversgeschlechtliche).[80] Das Fürwort „sier“ benutzt beispielsweise Planningtorock, Berliner Musiker/in und Performer/in.[81] In den Übersetzungen der preisgekrönten Wayfarer-Trilogie der Science-Fiction-Autorin Becky Chambers werden nichtbinäre Charaktere mit dem zusammengesetzten Pronomen „ser“ beschrieben.[82]

Der Allgemeine Deutsche Tanzlehrerverband, weltweit eine der größten Dachorganisationen von Tanzschulen und Tanzlehrenden, empfiehlt im November 2019: „Wer jedem Menschen die ihm zustehende Wertschätzung entgegenbringen und zeigen will, wird […] die aktuelle Sprache in Wort und Schrift so gestalten, dass sich darin auch diejenigen wiederfinden, die sich weder als Frau noch als Mann fühlen.“[83]

Festtag und FlaggenBearbeiten

Am 14. Juli wird der jährliche „Internationale Nichtbinär-Tag“ begangen (International Non-Binary Day), zeitlich genau zwischen dem Internationalen Frauentag im März und dem Internationalen Männertag im November. Der Vorschlag hierzu wurde 2012 in einem kanadischen Blog veröffentlicht und in der Folge aufgegriffen.[84] 2019 berichtete unter anderen das US-Nachrichtenmagazin Newsweek darüber.[85]

Seit 2009 wird am 31. März der International Transgender Day of Visibility (TDoV) begangen, der „Internationale Tag für trans Sichtbarkeit“ zur Demonstration der Leistungen und Erfolge von trans* und gender-nonkonformen Menschen.[86][87][88]

Es gibt verschiedene Flaggen, um das nichtbinäre Spektrum oder Teile davon zu repräsentieren, beispielsweise bei Pride-Paraden (pride:Stolz, Selbstwertgefühl“):[89][90]

Genderqueer

!!!! = Androgynie oder Queersein, als Mischung von männlich/weiblich
!!!! = Agender-Identitäten oder geschlechtliche Neutralität
!!!! = Identitäten außerhalb des binären Systems oder ohne Bezug dazu (Komplementärfarbe des Lavendel-Farbtons)

Die Flagge wurde im Juni 2011 von Marilyn Roxie entworfen (unter Creative Commons) und erweiterte die 1999 von Monica Helms entworfene Transgender-Flagge  .[3][40]

Nonbinary

!!!! = Geschlechtsidentitäten außerhalb der Zweigeschlechtlichkeit
!!!! = Personen mit vielen oder allen Geschlechtern (Farbton: „Kosmisch-Latte“)
!!!! = Mischung von männlich/weiblich, oder dazwischen
!!!! = Personen, die kein Geschlecht haben (wollen)

Die Flagge wurde im Februar 2014 von der/dem 17-jährigen nichtbinären Kye Rowan unter dem Benutzernamen „thejasmineelf“ auf der Online-Plattform Tumblr entwickelt und unter Creative Commons gestellt, um die Genderqueer-Flagge mit weiteren Ausprägungen zu ergänzen.[1][2]

Genderfluid

!!!! = Pink für Weiblichkeit
!!!! = Weiß für alle Geschlechter
!!!! = Lila für beide: Weiblichkeit und Männlichkeit
!!!! = Schwarz für die Abwesenheit von Geschlecht
!!!! = Blau für Männlichkeit

Die Flagge wurde bereits 2012 von JJ Poole unter „genderfluidity“ auf Tumblr entworfen.[91][90]

Agender

  Schwarz und weiß stehen für Abwesenheit von Geschlecht, Grau für Teilgeschlechtlichkeit oder Halbgeschlechtslosigkeit, Grün repräsentiert nichtbinäre Geschlechtlichkeit (invers zu Lila: ohne Bezug zu männlich/weiblich).

Diese Flagge wurde 2014 von Salem X auf Tumblr unter „transrants“ entworfen.[92][90]

FilmkulturBearbeiten

1998 drehte die Hamburger Regisseurin Monika Treut in San Francisco in Kooperation mit WDR und arte den Dokumentarfilm Gendernauts – eine Reise durch das Land der Neuen Geschlechter (englisch: „A Journey through shifting identities“); er gilt als das erste Gruppenporträt nichtbinärer Menschen.[93]

Seit 2016 arbeiten die nichtbinären Filmemacher Owl Fisher und Fox Fisher an dem andauernden Filmprojekt My Genderation, das in vielen einzelnen Kurzfilmen das Leben und die Erfahrungen von transsexuellen und genderqueeren Personen porträtiert.[94]

Anfang 2018 gründeten Sandra Polchow, Kate Bergmann und Juli Lenz das Berlin Lesbian Non-Binary Filmfest (BLNfilmfest)[95][96] und veranstalteten Ende 2019 ihr zweites Filmfestival mit thematischen Schwerpunkten wie „Rainbow-Family, Trans*gender im Sport, Queer*feminismus in der Musik und zugehörenden Film-Talks“.[97]

Das Wissenschaftsmagazin Quarks des WDR-Fernsehens erstellte im April 2018 die Dokumentation Junge oder Mädchen? Warum es mehr als zwei Geschlechter gibt, zu der mehrere Autoren und Autorinnen Beiträge lieferten: „Dabei gibt es Variationen – so häufig, dass immer mehr Forscher das Geschlecht als Kontinuum betrachten, auf dem ‚weiblich‘ und ‚männlich‘ nur die Endpole sind.“[98] Zwei Monate später erschien die WDR-Dokumentation von Franziska Ehrenfeld, Insa Rauscher und Hannah Reineke Männlich, weiblich – oder was? Leben mit dem dritten Geschlecht, in der drei intergeschlechtliche Personen die Suche nach ihrer geschlechtlichen Rolle schildern.[99]

Ebenfalls 2018 drehten die österreichischen Filmemacherinnen Constanze Grießler und Franziska Mayr-Keber für den Österreichischen Rundfunk (ORF) die Dokumentation Die Abschaffung der Geschlechter über Geschlechterrollen und ihre Auflösung, über Persönlichkeitsrechte intergeschlechtlicher Menschen und über gendergerechte Sprache.[100]

Auf der Berlinale 2020 hatte der Dokumentarfilm Always Amber von Lia Hietala und Hannah Reinikainen seine Weltpremiere: Er handelt von der 17-jährigen Person Amber, die sich in Schweden als nichtbinär versteht und ihren Weg sucht. Der Film beschreibt in persönlichen Aufnahmen, meist von den Jugendlichen mit Handy gefilmt, wie wichtig ein tolerantes soziales Umfeld für die Entwicklung der eigenen Geschlechtsidentität ist.[101]

Der Schweizer Filmemacher Manuel Gübeli drehte 2020 für die 3sat-Reihe Ab 18! ein Porträt von Sascha Rijkeboer als nichtbinäre, aktivistische Trans-Person.[102]

AusstellungenBearbeiten

  • Parker Rebecca Hirschmüller: Non-binary Identity. Jugend Museum Berlin-Tempelhof, 2017/2018 (Fotografien).[103][104]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • 2020: Tamás Jules Fütty, Marek Sancho Höhne, Eric Llaveria Caselles: Geschlechterdiversität in Beschäftigung und Beruf: Bedarfe und Umsetzungsmöglichkeiten von Antidiskriminierung für Arbeitgeber_innen. Herausgegeben von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Berlin, November 2020 (Studie zu Geschlechterdiversen; PDF: 1,1 MB, 148 Seiten auf antidiskriminierungsstelle.de).
  • 2020: Sasha Geffen: Glitter Up the Dark: How Pop Music Broke the Binary. University of Texas Press, Austin April 2020, ISBN 978-1-4773-1878-2 (englisch; Vorab-Auszug im TheGuardian).
  • 2019: Netzwerk Geschlechtliche Vielfalt Trans* NRW (Hrsg.): Nicht-binär. Glossareintrag auf NGVT.nrw (gefördert vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen).
  • 2019: Micah Rajunov, A. Scott Duane (Hrsg.): Nonbinary: Memoirs of Gender and Identity. Columbia University Press, New York 2019, ISBN 978-0-231-18533-2 (englisch; Beiträge von 20 Autoren; Besprechung von Rebecca Rafferty).
  • 2018: Sarah Gibson, J. Fernandez: Gender diversity and non-binary inclusion in the workplace: the essential guide for employers. Jessica Kingsley Publishers, London/ Philadelphia 2018, ISBN 978-1-78450-523-3 (englisch; Leseprobe in der Google-Buchsuche).
  • 2018: Jennifer K. Bosson, Joseph A. Vandello, Camille E. Buckner: The Psychology of Sex and Gender. Sage, Los Angeles Januar 2018, ISBN 978-1-5063-3132-4 (englisch; Leseprobe in der Google-Buchsuche).
  • 2017: Adam Smiley, Aisa Burgwal u. a.: Overdiagnosed but Underserved – Trans Healthcare in Georgia, Poland, Serbia, Spain, and Sweden: Trans Health Survey. Herausgegeben von Transgender Europe (TGEU), Oktober 2017 (englisch; 26 % nichtbinäre Studienteilnehmer; Pressemeldung; PDF: 761 kB, 89 Seiten auf tgeu.org).
  • 2017: Riki Wilchins: Burn the Binary! Selected Writings on the Politics of Trans, Genderqueer and Nonbinary. Riverdale Avenue Books, Riverdale NY 2017, ISBN 1-62601-407-8 (Artikelsammlung; Leseprobe in der Google-Buchsuche).
  • 2016: Sandy E. James, Jody L. Herman u. a.: The Report of the 2015 U.S. Transgender Survey. Herausgegeben vom National Center for Transgender Equality (NCTE). Washington Dezember 2016 (englisch; detaillierte Auswertungen: 27.715 Transgender-Befragte, 35 % davon nichtbinär; PDF: 2,1 MB, 302 Seiten auf transequality.org).
  • 2016: Previn Karian (Hrsg.): Critical & Experiential: Dimensions in Gender and Sexual Diversity. Resonance, Eastleigh 2016, ISBN 978-0-9957625-0-3 (englisch; Beiträge zum Thema „nichtbinäre Identität“ von Forschern, Ärzten und Aktivisten aus Großbritannien, USA, Kanada, Russland und Indien).
  • 2016: Meg John Barker: Nonbinary Genders. In: Abbie E. Goldberg (Hrsg.): The SAGE Encyclopedia of LGBTQ Studies. Sage, Thousand Oaks CA 2016, ISBN 978-1-4833-7131-3, S. 816–820 (englisch; Leseprobe in der Google-Buchsuche).
  • 2016: Christina Richards, Walter Pierre Bouman u. a.: Non-binary or genderqueer genders. In: International Review of Psychiatry. Band 28, Nr. 1, Januar 2016, S. 95–102 (englisch; doi:10.3109/09540261.2015.1106446; Volltext: PDF: 872 kB, 9 Seiten auf ugent.be).
  • 2015: Arn Thorben Sauer: Gutachten: Begrifflichkeiten, Definitionen und disziplinäre Zugänge zu Trans- und Intergeschlechtlichkeiten. Begleitmaterial zur Interministeriellen Arbeitsgruppe Inter- & Transsexualität – Band 1. Herausgegeben von der Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Berlin Mai 2015 (PDF: 1,1 MB, 134 Seiten auf bmfsfj.de).
  • 2010: Jannik Franzen, Arn Sauer: Benachteiligung von Trans*Personen, insbesondere im Arbeitsleben. Herausgegeben von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS). Berlin Dezember 2010 (PDF: 900 kB, 118 Seiten auf antidiskriminierungsstelle.de).
  • 2002: Joan Nestle, Clare Howell, Riki Anne Wilchins (Hrsg.): GenderQueer: Voices from Beyond the Sexual Binary. Alyson Books, Los Angeles 2002, ISBN 1-55583-730-1 (englisch).

WeblinksBearbeiten

Englisch:

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Kye Rowan: Genderweird: After counting up all the ‘votes’ for each variation of my nonbinary flag… In: tumblr.com. 2014, abgerufen am 22. November 2019 (englisch; Farbcodes);
    Zitat: „Yellow is representative of being outside the binary, as it is a color often used to distinguish something as its own.
    White is the photological presence of all color/light. This is to represent people who are many or all genders.
    Purple represents the fluidity and multiplicity of many gender experiences, the uniqueness and flexibility of nonbinary people, as well as representing those whose gender experiences include being of or between female and male.
    Black is the photological absence of color/light. This is to represent agender or genderlessness.“
  2. a b c Yori Gagarim: Hä? Was heißt denn nicht-binär? In: Missy Magazine. 4. Oktober 2017, abgerufen am 8. November 2019.
  3. a b Marilyn Roxie: About the Flag. In: GenderQueerID.com. Genderqueer and Non-Binary Identities, April 2013, abgerufen am 22. November 2019 (englisch);
    Zitat: „Lavender (#b57edc): The mixture of blue and pink (traditional colors associated with men and women […]) as lavender is meant to represent androgynes and androgyny. Also represents the “queer” in genderqueer, as lavender is a color that has long been associated with “queerness” […]
    White (#ffffff): Meant to represent agender identity, congruent with the gender neutral white on the transgender pride flag.
    Dark chartreuse green (#4A8123): The inverse of lavender; meant to represent those whose identities which are defined outside of and without reference to the binary. […]
    The three colors are not meant to indicate that any of these identities are entirely separate or opposites of one another conceptually; they are all interrelated as well as key concepts in their own right, and there are more concepts and variation of gender and sexuality present that tie into genderqueer identities than can be listed here. The purpose of the flag is to help create visibility for the genderqueer community and related identities.
    […] Please note that the design is not related to the any UK suffragette colors, flags, or other symbols.“
  4. Regenbogenportal: Nicht-binär, non-binary. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Mai 2019, abgerufen am 30. Oktober 2020.
  5. Arn Sauer: LSBTIQ-Lexikon: Vorbemerkung. In: bpb.de. 27. März 2017, abgerufen am 5. April 2020.
  6. Sandy E. James, Jody L. Herman u. a.: The Report of the 2015 U.S. Transgender Survey. Hrsg.: National Center for Transgender Equality (NCTE). Washington DC Dezember 2016, final 1. Juni 2017, S. 40 (englisch; PDF: 2,1 MB, 302 Seiten auf transequality.org; USTS-Website).
  7. a b Vergleiche die US-amerikanische Library of Congress Control Number: LCCN sh2017-004882. In: LCCN.loc.gov. 24. Januar 2019, abgerufen am 22. November 2019 (englisch); Zitat: „Topical heading: Gender-nonconforming people – Variant(s): Gender-creative people […] Genderqueer people, Non-binary people.“
    Ebenda: Gender-nonconforming people:Change Notes: 2017-11-09: new; 2019-01-24: revised.“
  8. a b c d e f g h i j k l m n Cassian Lodge (Initiator): Gender Census 2020 – The Full Report (Worldwide). In: Gender Census. 2. November 2020, abgerufen am 4. November 2020 (englisch).
    Die Privatinitiative von Cassian Lodge (aus Wales) begann 2013 und wird inzwischen mitfinanziert durch Crowdfunding bei crowdfunder.co.uk.
    Alle Rohdaten-Tabellen sind einsehbar in Google Spread Sheets.
    Tabellen zum Vergleich 2015–2020 finden sich unter dem Titel 2013–2020 popularity over time [Gender Census]:
  9. Regenbogenportal: Gender(non)konform. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Mai 2019, abgerufen am 30. Oktober 2020.
  10. Jennifer K. Bosson, Joseph A. Vandello, Camille E. Buckner: The Psychology of Sex and Gender. Sage, Los Angeles Januar 2018, ISBN 978-1-5063-3132-4, S. 9–11 (englisch; Leseprobe ohne Seitenzahlen in der Google-Buchsuche); Zitat:
    Gender Identity […]
    Transgender: Describes people whose psychological gender identity does not align with their assigned sex at birth.
    Agender: Describes people who feel internally ungendered.
    Genderqueer: Describes people who identify as neither, both, or a combination of man and woman.
    Gender fluid: Describes people whose gender identity shifts or changes flexibly rather remaining constant.
    Bigender: Describes people who shift between gender identities as woman and man.
    Trigender: Describes people who shift among woman, man, and third gender identities.“
  11. Jonathan Dent: Release notes: the formal language of sexuality and gender identity. In: Public.OED.com. 29. März 2018, abgerufen am 8. November 2019 (englisch); Zitat: „Umbrella Terms and Wildcards: These days, the terms transgender and trans are both frequently used to refer to a broad range of non-traditional gender identities, experiences, and expressions. […] The idea of the transgender umbrella appears to have started life in the early- to mid-1990s […]“.
  12. a b Arn Thorben Sauer: Gutachten: Begrifflichkeiten, Definitionen und disziplinäre Zugänge zu Trans- und Intergeschlechtlichkeiten. Begleitmaterial zur Interministeriellen Arbeitsgruppe Inter- & Transsexualität – Band 1. Hrsg.: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Berlin Mai 2015, S. 121 (PDF: 1,1 MB, 134 Seiten auf bmfsfj.de); Zitat: „Auch Menschen, die als weder*noch*, (gender-)queer, non-gender/nicht-geschlechtlich u. Ä. jenseits der Geschlechterpolarität leben, können sich – müssen sich jedoch nicht – als inter* und/oder trans* verstehen (Franzen/Sauer 2010: 7 ff.). Wichtig hervorzuheben ist, dass solche Identifizierungsprozesse unabhängig von einem ggf. intergeschlechtlichen Körper oder einem als im Zweigeschlechtersystem für normal geltenden Körper sind.“
  13. Jannik Franzen, Arn Sauer: Benachteiligung von Trans*Personen, insbesondere im Arbeitsleben. Hrsg.: Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), Berlin Dezember 2010, S. 7 (PDF: 900 kB, 118 Seiten auf antidiskriminierungsstelle.de); Zitat: „Trans* ist ein recht junger, im deutschsprachigen Raum inzwischen verbreiteter, weit gefasster Oberbegriff für eine Vielfalt von Identitäten und Lebensweisen. Dabei dient der Stern * als Platzhalter für diverse Komposita.“
  14. a b c d Sandy E. James, Jody L. Herman u. a.: The Report of the 2015 U.S. Transgender Survey. Hrsg.: National Center for Transgender Equality (NCTE). Washington DC Dezember 2016, final 1. Juni 2017, S. 44/45 (englisch; PDF: 2,1 MB, 302 Seiten auf transequality.org; USTS-Website).
  15. Sarah Marsh, Redakteurin des Guardian: „Wir sind kein Trend“. In: derFreitag.de. 18. Januar 2017, abgerufen am 8. November 2019 (übersetzte Version von Holger Hutt); Zitat: „Die Generation Y wird gern auch als die Gender-fluide Generation bezeichnet […] Bei der Guardian-Umfrage haben sich 104 Menschen gemeldet, die sich mal mehr, mal weniger Gender-fluid fühlen. Für manche von ihnen bedeutet das sogar, zwischen einer ganzen Reihe von Geschlechtern hin und her zu wechseln.“
  16. Simone Leimgruber: Trendthema «Gender Fluidity»: Kaleidoskop der Geschlechter. In: NZZ.ch. 15. März 2017, abgerufen am 8. November 2019; Zitat: „Als «fliessendes Geschlecht» steht Gender Fluidity für den dynamischen Wechsel von männlichen, weiblichen und geschlechtsneutralen Empfindungen. Diese folgen keiner vorgegebenen Struktur, sind nicht permanent ausgeprägt und zudem unabhängig von zeitlichen Phasen. Gender-fluide Menschen erleben und zelebrieren wechselnde Tendenzen ihres Geschlechts. Der Körper ist eine Art «neutraler Raum», der je nach Stimmung männlichen wie weiblichen (oder auch neutralen) Gefühlen Raum bietet, ohne dass ein Wechsel offensichtlich sein muss.
    Die wahrgenommene Geschlechter-Zugehörigkeit von gender-fluiden Menschen ist ein interner Prozess und hat vorderhand wenig mit Äusserlichkeiten, Geschlechtsteilen und Sexualität zu tun. Anders als bei den Transgender-Menschen wird keine definitive Verwandlung zum anderen Geschlecht angestrebt. Gender-Fluide verkleidet sich auch nicht, wie es etwa Crossdresser tun. Ihre vielfältige geschlechtliche Identität steht in einer Symbiose zueinander. Das (Ver-)Fliessende drückt sich dabei oft in einem androgynen Look aus, der gleichzeitig männliche und weibliche Merkmale hat.“
  17. a b Madison-Amy Webb: A Reflective Guide to Gender Identity Counselling. Jessica Kingsley Publishers, London/ Philadelphia 2019, ISBN 978-1-78592-383-8, S. 48 (englisch; Seitenansicht in der Google-Buchsuche); Zitat: „Pangender: A non-binary gender defined as being more than one gender. A pangender person may consider themselves a member of all genders.“
    S. 53: „Trigender: A non-binary identity in which one shifts among three genders, which could inlude male, female and a non-binary gender. Someone who is also genderqueer may mix two or more genders at a time.“
  18. a b Christina Richards, Walter Pierre Bouman u. a.: Non-binary or genderqueer genders. In: International Review of Psychiatry. Band 28, Nr. 1, Januar 2016, S. 95–102, hier S. 95/96 (englisch; doi:10.3109/09540261.2015.1106446; Volltext: PDF: 872 kB, 9 Seiten auf ugent.be).
  19. a b Sarah Gibson, J. Fernandez: Gender diversity and non-binary inclusion in the workplace: the essential guide for employers. Jessica Kingsley Publishers, London/ Philadelphia 2018, ISBN 978-1-78450-523-3, S. 123 (englisch; Seitenansicht in der Google-Buchsuche); Zitat: „DEMI-GENDER: a person with a demi-gender may be part or mostly one gender and part or mostly one of another. For example, a demi-boy may be someone who is mostly a boy, but can be part of something else. […] ENBY: a shorthand term for ‘non-binary’ (from the initials NB). Often used by younger non-binary people.“
  20. a b Hengameh Yaghoobifarah, selber nichtbinär: Homosexualität: LGBT, ist das ein Mobilfunkstandard? In: Zeit Online. 16. Juni 2016, abgerufen am 8. November 2019.
  21. Tamás Jules Fütty, Marek Sancho Höhne, Eric Llaveria Caselles: Geschlechterdiversität in Beschäftigung und Beruf: Bedarfe und Umsetzungsmöglichkeiten von Antidiskriminierung für Arbeitgeber_innen. Herausgegeben von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS). Berlin, November 2020, S. 15–17: Begriffe zu geschlechtlicher Vielfalt, hier S. 16 (Studie zu Geschlechterdiversen; PDF: 1,1 MB, 148 Seiten auf antidiskriminierungsstelle.de).
  22. Arn Thorben Sauer: Gutachten: Begrifflichkeiten, Definitionen und disziplinäre Zugänge zu Trans- und Intergeschlechtlichkeiten. Begleitmaterial zur Interministeriellen Arbeitsgruppe Inter- & Transsexualität – Band 1. Hrsg.: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Berlin Mai 2015, S. 119 (PDF: 1,1 MB, 134 Seiten auf bmfsfj.de).
  23. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Zusammenfassung Forschungsergebnisse und Erkenntnisse des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus der Begleitarbeit zu der Interministeriellen Arbeitsgruppe „Inter- und Transsexualität“ (IMAG). Begleitmaterial zur Interministeriellen Arbeitsgruppe Inter- & Transsexualität – Band 12. Berlin November 2017, S. 6, 10 und 14 (PDF: 823 kB, 32 Seiten auf bmfsfj.de).
  24. Anja Kühne: Das Queer-Lexikon: Was bedeutet Transgender? In: Tagesspiegel.de. 10. August 2015, abgerufen am 22. November 2019.
  25. Hengameh Yaghoobifarah: Genderfluidität: Was für ein Glück, ein 90s Kid zu sein. In: Zeit Online. 2. September 2018, abgerufen am 8. November 2019.
  26. Cassian Lodge: Definitions/glossary. In: GenderCensus.com. 2020, abgerufen am 4. November 2020 (englisch); Zitat:
    Nonbinary: Someone whose gender is neither always entirely male nor always entirely female. Usage: A nonbinary person, a person who is nonbinary.
    Genderqueer: Someone who queers gender. Usage: A genderqueer person, a person who is genderqueer.
    Transgender: Gender is different to the one assigned at birth. Often shortened to “trans”, though trans is also often considered to be a unique identity. Usage: A transgender person, a person who is transgender.“
  27. a b c Wörterbucheintrag: nonbinary (adjective) c): In: Merriam-Webster’s Dictionary. 2019, abgerufen am 8. November 2019 (englisch).
    Ebenda: genderqueer: „of, relating to, or being a person whose gender identity cannot be categorized as solely male or female“.
    Ebenda: gender-fluid: „of, relating to, or being a person whose gender identity is not fixed“.
  28. Oxford English Dictionary: nonbinary. In: lexico.com. Abgerufen am 8. November 2019 (englisch); Zitat: „nonbinary (adjective) 1.1: Denoting or relating to a gender or sexual identity that is not defined in terms of traditional binary oppositions such as male and female or homosexual and heterosexual.“
    Ebenda: genderqueer: „Denoting or relating to a person who does not subscribe to conventional gender distinctions but identifies with neither, both, or a combination of male and female genders.“
    Ebenda: gender-fluid: „Denoting or relating to a person who does not identify themselves as having a fixed gender.“
  29. Susan Stryker: Transgender History. Seal Press, Berkeley 2008, ISBN 978-1-58005-224-5, S. ohne Seitenzahl (englisch; Seitenansicht in der Google-Buchsuche); Zitat: „A transgender person may be of any sexual orientation, just like a nontransgender person.“
  30. Glossar der Gay and Lesbian Alliance Against Defamation: Glossary of Terms – Transgender. In: GLAAD Media Reference Guide. 19. April 2017, abgerufen am 8. November 2019 (englisch); Zitat: „Non-binary and/or genderqueer: Terms used by some people who experience their gender identity and/or gender expression as falling outside the categories of man and woman. They may define their gender as falling somewhere in between man and woman, or they may define it as wholly different from these terms. […] Gender identity and sexual orientation are not the same.“
  31. Karen L. Blair, Rhea Ashley Hoskin: Transgender exclusion from the world of dating: Patterns of acceptance and rejection of hypothetical trans dating partners as a function of sexual and gender identity. In: Journal of Social and Personal Relationships. 31. Mai 2018, S. 1–22, hier S. 17–19 (englisch; doi:10.1177/0265407518779139; PDF: 306 kB, 22 Seiten auf squarespace.com).
    Kritik an der Studienmethodik von Madeleine Kearns: Natural Law: Are Your Sexual Preferences Transphobic? In: NationalReview.com. 23. August 2019, abgerufen am 8. November 2019 (englisch).
  32. Karen L. Blair: Are Trans People Excluded from the World of Dating? In: PsychologyToday.com. 16. Juni 2019, abgerufen am 8. November (englisch).
  33. April Scarlette Callis: Bisexual, pansexual, queer: Non-binary identities and the sexual borderlands. In: Sexualities: Studies in Culture and Society. Band 17, Nr. 1/2, 5. Februar 2014, S. 63–80, doi:10.1177/1363460713511094 (englisch): “This article focuses on sexualities in the USA that exist within the border between heterosexuality and homosexuality.”
  34. George Chauncey: Gay New York: gender, urban culture, and the makings of the gay male world, 1890–1940. Basic Books, New York 1994, ISBN 0-465-02621-4, S. ?? (englisch).
  35. Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter. Aus dem Amerikanischen von Kathrina Menke. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1991, ISBN 3-518-11722-X, S. 218.
  36. Kate Bornstein: Gender Outlaw: On Men, Women, and the Rest of Us. Routledge, New York/London 1994, ISBN 0-415-90897-3 (englisch; Leseprobe in der Google-Buchsuche).
  37. Kate Bornstein, S. Bear Bergman: Gender Outlaw: The Next Generation. Seal Press, Berkeley 2010, ISBN 978-1-58005-308-2 (englisch; Leseprobe in der Google-Buchsuche).
  38. Joan Nestle, Clare Howell, Riki Anne Wilchins (Hrsg.): GenderQueer: Voices from Beyond the Sexual Binary. Alyson Books, Los Angeles 2002, ISBN 1-55583-730-1 (englisch).
  39. Riki Wilchins: In Your Face! Nr. 1, New York, Frühling 1995, S. 4 (englisch; PDF: 247 kB, 4 Seiten auf digitaltransgenderarchive.net); Zitat: „[…] But maybe we genderqueers feel it most keenly, because it hits us each time we walk out the front door openly and proudly.“
  40. a b Marilyn Roxie: Genderqueer History. In: GenderQueerID.com. 4. Dezember 2011, abgerufen am 20. Januar 2020 (englisch).
  41. Riki Wilchins: Burn the Binary! Selected Writings on the Politics of Trans, Genderqueer and Nonbinary. Riverdale Avenue Books, Riverdale NY 2017, ISBN 1-62601-407-8 (Artikelsammlung; Leseprobe in der Google-Buchsuche).
  42. Jim Sinclair: Self-Introduction To The Intersex Society Of North America: Brief Biography. (Nicht mehr online verfügbar.) In: syr.edu. 1997, archiviert vom Original am 7. Februar 2009; abgerufen am 19. Januar 2020 (englisch): „I remain openly and proudly neuter, both physically and socially.“
  43. Jo Fidgen: Richard O’Brien: “I’m 70 % man”. In: BBC.com/news. 18. März 2013, abgerufen am 20. Januar 2020 (englisch); Zitat: „[…] I believe myself probably to be about 70 % male, 30 % female.“
  44. Sonja Pei-Fen Dale: An Introduction to X-Jendā: Examining a New Gender Identity in Japan. In: Carolyn Brewer (Hrsg.): Intersections: Gender and Sexuality in Asia and the Pacific. Nr. 31. Australian National University, Dezember 2012 (englisch; online auf anu.edu.au).
  45. Fiona Glen, Karen Hurrell: Technical note: Measuring Gender Identity. Hrsg.: Equality and Human Rights Commission. Manchester Juni 2012, ISBN 978-1-84206-447-4, S. 5 (englisch; PDF: 347 kB, 21 Seiten auf equalityhumanrights.com).
  46. Eva Van Caenegem, Katrien Wierckx u. a.: Prevalence of Gender Nonconformity in Flanders, Belgium. In: Archives of Sexual Behavior. Band 44, Nr. 5, Juli 2015, S. 1281–1287, hier S. 1281 (englisch; PDF-Downloadangebot bei doi:10.1007/s10508-014-0452-6).
  47. G. Nicole Rider, Barbara J. McMorris u. a.: Health and Care Utilization of Transgender and Gender Nonconforming Youth: A Population-Based Study. In: Pediatrics. Februar 2018 (englisch; Volltext: doi:10.1542/peds.2017-1683); Zitat: „Data came from the 2016 Minnesota Student Survey, which consisted of 80.929 students in ninth and 11th grade (n = 2168 TGNC, 2.7%). […] Gender nonconforming describes individuals whose gender expression does not follow stereotypical conventions of masculinity and femininity and who may or may not identify as transgender.“
  48. Jody L. Herman, Andrew R. Flores u. a.: Age of Individuals Who Identify as Transgender in the United States. The Williams Institute, UCLA School of Law, Los Angeles Januar 2017 (englisch; PDF: 468 kB, 13 Seiten auf williamsinstitute.law.ucla.edu).
    Pressemeldung des Williams Instituts: New Estimates Show that 150,000 Youth Ages 13 to 17 Identify as Transgender in the US. In: WilliamsInstitute.Law.UCLA.edu. 17. Januar 2017, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
  49. Studie von Cole Gately u. a.: Mapping the Void: Two-Spirit and LGBTQ+ Experiences in Hamilton. Hrsg.: McMaster University, The AIDS Network. Kanada 11. Juni 2019, S. 16 (englisch; PDF: 3,4 MB, 99 Seiten auf mcmaster.ca). Anmerkung: Die im Werk abgedruckte Prozentzahl „19,0“ bezieht sich auf die reine Zahl der Antworten: 164 von 862 (bei 906 Teilnehmenden).
  50. Tania Witte: Andersrum ist auch nicht besser: Willkommen im Mainstream. In: Zeit Online. 15. Juni 2017, abgerufen am 8. November 2019.
  51. Christiane Meister: Gesetzesänderung für Intersexuelle: Junge, Mädchen oder keins von beidem. In: Die Zeit. 1. November 2013, abgerufen am 2. Juli 2020.
  52. Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS): Dritte Option – Fragen und Antworten. In: Antidiskriminierungsstelle.de. 8. April 2019, abgerufen am 2. Juli 2020.
  53. Milou Deelen, Noor Spanjer: Warum genderneutrale Pässe noch keine gleichen Rechte bedeuten. In: Vice.com. 11. Dezember 2019, abgerufen am 22. November 2019.
  54. Jack Harrison, Jaime Grant, Jody L. Herman: A Gender Not Listed Here: Genderqueers, Gender Rebels, and OtherWise in the National Transgender Discrimination Survey. In: LGBTQ Policy Journal at the Harvard Kennedy School. Band 2, 2011–2012, S. 13–24, hier S. 21 (englisch; PDF: 181 kB, 12 Seiten auf thetaskforce.org (Memento vom 25. Juli 2012 im Internet Archive)).
  55. Dodo Karsay: Gesundheitliche Diskriminierung von Menschen außerhalb des binären Geschlechtersystems. 10. Oktober 2017, abgerufen am 22. November 2019.
    Die Studie: Adam Smiley, Aisa Burgwal u. a.: Overdiagnosed but Underserved – Trans Healthcare in Georgia, Poland, Serbia, Spain, and Sweden: Trans Health Survey. Herausgegeben von Transgender Europe (TGEU), Oktober 2017 (englisch; 26 % nichtbinäre Studienteilnehmer; PDF: 761 kB, 89 Seiten auf tgeu.org).
  56. Sandy E. James, Jody L. Herman u. a.: The Report of the 2015 U.S. Transgender Survey. Hrsg.: National Center for Transgender Equality (NCTE). Washington DC Dezember 2016, final 1. Juni 2017, S. 49 (englisch; PDF: 2,1 MB, 302 Seiten auf transequality.org; USTS-Website).
  57. Liam Knox: Merriam-Webster adds nonbinary ‘they’ pronoun to dictionary. In: NBCnews.com. 18. September 2019, abgerufen am 8. November 2019 (englisch); Zitat: „Merriam-Webster’s dictionary is adding a new entry to the definition of the pronoun ‘they’: a way to refer to a nonbinary individual, one who identifies as neither exclusively male nor female.“
  58. Jacey Fortin: When Dictionaries Wade Into the Gender (Non)Binary. In: NYTimes.com. 20. September 2019, abgerufen am 8. November 2019 (englisch).
  59. Wörterbucheintrag: they (pronoun) 4). In: Merriam-Webster’s Dictionary. 2019, abgerufen am 8. November 2019 (englisch).
    Die Bedeutung Nr. 4 wurde im September 2019 zugefügt, dazu der Redaktionskommentar: Usage Notes – A Note on the Nonbinary “They”: It’s now in the dictionary. In: Merriam-Webster.com. 19. September 2019 (englisch).
  60. Merriam-Webster’s-Redaktion: Words We’re Watching: Singular “They”. In: Merriam-Webster.com. September 2019, abgerufen am 8. November 2019 (englisch); Zitat: „Though singular ‘they’ is old, ‘they’ as a nonbinary pronoun is new – and useful“.
    Siehe dazu auch Dennis Baron: A brief history of singular ‘they’. In: oed.com/blog. 4. September 2018, abgerufen am 8. November 2019 (englisch; Professor für Englisch und Linguistik, University of Illinois at Urbana-Champaign); Zitat: „Singular they has become the pronoun of choice to replace he and she in cases where the gender of the antecedent – the word the pronoun refers to – is unknown, irrelevant, or nonbinary, or where gender needs to be concealed.“
  61. Emily A. Brewster (Merriam-Webster), interviewt von Cristan Williams (Trans-Aktivist): Merriam-Webster explains why “they” was added as a non-binary pronoun to dictionary. In: TransAdvocate.com. 18. September 2019, abgerufen am 20. Januar 2020 (englisch).
  62. Benjamin Mullin: The Washington Post will allow singular ‘they’. In: Pointer. 1. Dezember 2015, abgerufen am 8. November 2019 (englisch; das Poynter Institute ist eine US-amerikanische Journalistenschule).
  63. Avinash Chak: Beyond ‘he’ and ‘she’: The rise of non-binary pronouns. In: BBC.com. 7. Dezember 2015, abgerufen am 8. November 2019 (englisch).
  64. Bill Walsh, Chef-Lektor der Washington Post: Acknowledging the Inevitable: Important changes in Post style (effective Sunday). In: theSlot. Eigener Blog. 1. Dezember 2015, abgerufen am 8. November 2019 (englisch); Zitat: „The singular they is also useful in references to people who identify as neither male nor female.“
  65. Kristen Hare: AP style change: Singular they is acceptable ‘in limited cases’. In: Pointer. 24. März 2017, abgerufen am 8. November 2019 (englisch); Zitat: „For the first time, The Associated Press now permits journalists to use ‘they’ as a singular pronoun. […] They/them/their is acceptable in limited cases as a singular and-or gender-neutral pronoun […] If they/them/their use is essential, explain in the text that the person prefers a gender-neutral pronoun. Be sure that the phrasing does not imply more than one person.“
  66. Brooke Sopelsa: AP Stylebook Embraces ‘They’ as Singular, Gender-Neutral Pronoun. In: NBCnews.com. 27. März 2017, abgerufen am 8. November 2019 (englisch); Zitat: „In its latest edition, the Associated Press Stylebook – a widely used reference for journalists – is embracing the use of ‘they’ as a singular pronoun.“
  67. BBC-Radiosendung: Newsbeat: A brief history of gender neutral pronouns. In: BBC.com. 22. September 2019, abgerufen am 8. November 2019 (englisch); Zitat: „The practice of using pronouns in a non-binary way has not featured much in academic writing – the first paper on it was published in 2017, but has become more accepted online and on social media, with people now listing them in their Twitter bios.“
  68. Tracy Frey: Singular They. In: AMAstyleInsider.com. 27. September 2017, abgerufen am 12. Mai 2020 (englisch).
    Chicago Manual of Style: Offizielle Website (englisch).
  69. Lexikoneintrag: they, pron., adj., adv., and n. In: Oxford English Dictionary. Abgerufen am 12. Mai 2020 (englisch).
  70. Margit Tavits, Efrén O. Pérez: Language influences mass opinion toward gender and LGBT equality. In: PNAS. 5. August 2019 (englisch; online veröffentlicht; doi:10.1073/pnas.1908156116); Zusammenfassung: „Significance: Evidence from 3 survey experiments traces the effects of gender-neutral pronoun use on mass judgments of gender equality and tolerance toward lesbian, gay, bisexual, and transgender (LGBT) communities. The results establish that individual use of gender-neutral pronouns reduces the mental salience of males.“
  71. Inga Barthels: Studie aus Schweden: Geschlechtergerechte Sprache wirkt. In: Tagesspiegel.de. 20. August 2019, abgerufen am 8. November 2019; Zitat: „In Schweden gibt es ein geschlechtsneutrales Pronomen. Eine Studie zeigt: Dessen Nutzung beeinflusst unmittelbar die Wahrnehmung von Geschlechterrollen.“
  72. Ian Sample (Wissenschaftsredakteur): Language: He, she, or… ? Gender-neutral pronouns reduce biases – study. In: TheGuardian.com. 20. August 2019, abgerufen am 8. November 2019 (englisch); Zitat: „Researchers find usage boosts positive feelings towards women and LGBT people“.
  73. Ben Kesslen: Ms., Mr. or Mx.? Nonbinary teachers embrace gender-neutral honorific. In: NBCnews.com. 20. Januar 2019, abgerufen am 8. November 2019 (englisch).
  74. Matthias Heine: Kultur – Mr, Mrs oder Mx: Auch Englisch hat jetzt ein drittes Geschlecht. In: Die Welt. 6. Mai 2015, abgerufen am 22. November 2019
  75. Oxford English Dictionary: Mx 1). Abgerufen am 8. November 2019 (englisch); Zitat: „A title used before a person’s surname or full name by those who wish to avoid specifying their gender or by those who prefer not to identify themselves as male or female.“
  76. Anna Damm und Lann Hornscheidt, interviewt von Malte Göbel: Geschlechtergerechte Sprache: „Es gibt mehr als Frauen und Männer“. In: taz.de. 17. Mai 2014, abgerufen am 22. November 2019.
  77. Lann Hornscheidt, interviewt von Nadine Lange: „Lasst uns Gender verabschieden“. In: Tagesspiegel.de. 23. Juli 2019, abgerufen am 8. November 2019; Zitat: „Dabei ist das System mit dem X viel einfacher als das gegenwärtige mit seinen drei Genusformen. Es geht aber nicht darum, überall ein X dranzuhängen oder neuen Regeln einzuführen, sondern darum, uns Sprache wieder anzueignen.“
    Am selben Tag erschien eine Kritik von Peter Grimm: Gendern ist jetzt gar nicht mehr gut. In: Achgut.com. 23. Juli 2019, abgerufen am 8. November 2019.
  78. Rat für deutsche Rechtschreibung (RdR), Pressemeldung: Empfehlungen zur „geschlechtergerechten Schreibung“ – Beschluss des Rats für deutsche Rechtschreibung vom 16. November 2018. Mannheim, S. 1–2 (PDF: 422 kB, 2 Seiten auf rechtschreibrat.com).
  79. Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz (MFFJIV), Referat Gleichgeschlechtliche Lebensweisen und Geschlechtsidentität: Handreichung „Geschlechtergerechte Sprache“. Oktober 2019, S. 4: Wie können Einzelpersonen geschlechtergerecht angesprochen werden? Ebenda S. 6: Welche Selbstbezeichnungen nutzen transidente und intergeschlechtliche Menschen? (PDF: 235 kB, 8 Seiten auf mffjiv.rlp.de).
  80. Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Mann – Frau – Divers: Die „Dritte Option“ und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. In: Antidiskriminierungsstelle.de. 8. April 2019, abgerufen am 8. November 2019.
  81. Jens Balzer: Küss mich an meinen Geschlechtern! In: Republik.ch. 17. November 2018, abgerufen am 22. November 2019 (über mehrere transgender/nichtbinäre Musiker).
  82. Judith Vogt: Essay: Geht doch! Gendergerechte Sprache in einem Roman (am Beispiel von „Wasteland“). In: TOR online. 18. Oktober 2019, abgerufen am 25. April 2020.
  83. Allgemeiner Deutscher Tanzlehrerverband (ADTV): Pressemeldung: Geschlechtergerechte Sprache hat eine neue Dimension – Aktuelle Empfehlung des Arbeitskreises Umgangsformen International (AUI). In: Presseportal.de. 4. November 2019, abgerufen am 8. November 2019.
  84. Blogbeitrag von Katje: Calling for an International Non-Binary Gender Day. In: Fierce Femme’s Black Market. Privater Blog von Fierce Femme, Kanada, 8. März 2012, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
    Ein Aufruf aus dem Jahr 2018 von Charlie Mathers: Prepare for International Non-binary Day by learning how to be a better ally. In: GayStarNews.com. 13. Juli 2018, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
  85. Alexander Kacala: Culture: International Non-Binary People’s Day Celebrates Gender Non-Conforming People. In: Newsweek.com. 14. Juli 2019, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
    Rokia Hassanein: Breaking Binaries this International Non-Binary Day. In: Equality Magazine. Online-Zeitschrift der Human Rights Campaign (HRC). 11. Juli 2019, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
    Jesse Jones: Events: Brisbane celebrates International Non-Binary Day. In: Qnews.com.au. 15. Juli 2019, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
  86. Queerer Kalender: Transgender Day of Visibility. In: Queer-Lexikon.net. 19. Dezember 2019, abgerufen am 9. Juli 2020.
  87. Anna Siegel: Anti-Diskriminierung: Nürnberger Grüne fordern Badetag nur für Trans*- und Intergender-Menschen. In: inFranken.de. 7. Juli 2020, abgerufen am 9. Juli 2020 („Die Aktion soll zum International Trans*gender Day of Visibility am 31. März 2021 starten“).
  88. Ashlee Fowlkes: Transgender Day Of Visibility: Honoring The Visible And The Invisible. In: Forbes.com. 31. März 2019, abgerufen am 9. Juli 2020 (englisch).
  89. Flaggen-Galerie: Pride Gallery. In: Nonbinary.wiki. 19. Oktober 2019, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
  90. a b c Flaggen-Galerie: Pride Flags. In: Wikia.org: Gender Wiki. 17. Juli 2019, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
  91. JJ Poole: So I couldn’t find a flag that… In: Tumblr. 2012, abgerufen am 22. November (englisch; nur nach Anmeldung).
  92. Salem: Untitled: hi my name is salem and i created the agender flag. In: Tumblr. 4. Januar 2019, abgerufen am 22. November (englisch); Zitat: „i wiped the rest of my content because it contained a lot of information from an extremely difficult period of my life.“
  93. Filmeintrag: Gendernauts – eine Reise durch das Land der Neuen Geschlechter bei filmportal.de, abgerufen am 3. April 2020.
  94. Offizielle Projekt-Website: My Genderation. 2016–2020, abgerufen am 3. April 2020 (englisch).
    Videokanal von Owl Fisher und Fox Fisher: Fox and Owl auf YouTube, abgerufen am 3. April 2020 (englisch).
  95. Berlin Lesbian Non-Binary Filmfest (BLNfilmfest): Team. In: blnfilmfest.org. 2020, abgerufen am 3. April 2020.
  96. Sandra Polchow (BLN-Team), interviewt von Eva Tepest: Lesbisches Filmfest Berlin „Wir wollen ein breites Publikum erreichen“. In: Der Tagesspiegel. 7. Dezember 2018, abgerufen am 3. April 2020.
  97. Independent German Queer Film: Berlin Lesbian Non-Binary Filmfest (BLN). In: QueerScope.de. Dezember 2019, abgerufen am 3. April 2020.
  98. Dokumentation von Jakob Kneser, Dirk Gilson, Anke Rau, Angela Sommer, Georg Wieghaus, Pina Dietsche: Junge oder Mädchen? Warum es mehr als zwei Geschlechter gibt. In: WDR:Quarks. 10. April 2018, abgerufen am 3. April 2020 (mit Video: 44:18 Minuten; verfügbar bis 10. April 2023).
  99. Video von WDR Doku: Männlich oder weiblich? Das dritte Geschlecht auf YouTube, 7. Juni 2018, abgerufen am 3. April 2020 (43:03 Minuten).
  100. Dokumentation von Constanze Grießler und Franziska Mayr-Keber bei Ultimate Doku: Die Abschaffung der Geschlechter (Doku HD deutsch 2018) auf YouTube, 4. August 2018, abgerufen am 3. April 2020 (51:40 Minuten).
    Julian Dörr: Gender-Doku bei 3sat: Typisch männlich, typisch weiblich, typisch irgendwas. In: Süddeutsche Zeitung. 25. Juli 2018, abgerufen am 3. April 2020.
    Programminfo: „Die Abschaffung der Geschlechter – Typisch Mann, typisch Frau, typisch Was?“ am 25. Juli um 20.15 Uhr in 3sat. In: ORF.at. 25. Juli 2018, abgerufen am 3. April 2020.
  101. Jan-Philipp Kohlmann: Transgender-Filme im Panorama: Mein Körper, meine Wahl. In: Tagesspiegel.de. 28. Februar 2020, abgerufen am 3. April 2020.
  102. Video von 3sat: Ab 18! – Being Sascha. 2020 (34 Minuten; verfügbar bis 1. Februar 2021).
  103. Katharina Lipowsky: Non-binary Identity: Fotografieausstellung. Bundeszentrale für politische Bildung 2018, abgerufen am 20. März 2020 (mit Video: 6:54 Minuten).
  104. Yasmin Polat: Einfach nur Mensch: Ausstellung „Non-Binary“ startet in Schöneberg. In: Tagesspiegel.de. 1. Dezember 2017, abgerufen am 5. September 2020.