Sam Smith

britischer Sänger
Sam Smith in Berlin (2015)
Sam Smith in Glasgow (2014)

Samuel „Sam“ Frederick Smith (* 19. Mai 1992 in London) ist britischer Nationalität und Singer-Songwriter. 2016 erhielt Smith den Oscar für den Titelsong Writing’s on the Wall des 24. James-Bond-Films Spectre. Erste überregionale Bekanntheit erlangte Smith 2012 mit der Single Latch der britischen House/Electronica-Band Disclosure. Ein halbes Jahr später wirkte Smith an Naughty Boys La La La mit, das in mehreren europäischen Ländern auf Platz 1 der Charts rangierte und mehrfach ausgezeichnet wurde. Smiths Debüt-Single Lay Me Down erschien 2013, das erste Solo-Album In the Lonely Hour 2014 auf Capitol Records.

LebenBearbeiten

Sam Smith wuchs im kleinen Dorf Linton in der Grafschaft Cambridgeshire als Kind einer in der Finanzindustrie tätigen Mutter und eines Hausmannes auf. Während sich der Vater in dem gemeinsamen Haus in Great Chishill um Smith und die beiden jüngeren Schwestern kümmerte, war die vielbeschäftigte Mutter als Bankerin sehr erfolgreich. Laut Smith war bereits die Großtante im Bankwesen aktiv und war dabei eine der ersten weiblichen Bankiers überhaupt. Bereits in früher Kindheit war Smith von weiblichen Stimmen und vor allem kraftvollen Sängerinnen und Balladen fasziniert. Im Alter von acht Jahren erkannten die Eltern das großes Talent Smiths und begannen dieses zu fördern. In früher Jugend war Sam Smith als Backup-Sänger der mehrjährigen Jazzgesangslehrerin Joanna Eden bei Auftritten in der Hauptstadt im Einsatz. Die Schulausbildung absolvierte Smith unter anderem an der St. Thomas More Primary School sowie an der St. Mary’s Catholic School in Bishop’s Stortford in der Grafschaft Hertfordshire. Noch in früher Jugend wechselte Smith für eine weitere Gesangsausbildung ans Youth Music Theatre UK nach London. Im Jahr 2007 nahm Smith am lokalen Singwettbewerb South Coast Idol teil und gewann diesen.[1] Bei einem Auftritt von Adele, bei dem Smith im Vorprogramm stand, kam erstmals Kontakt zu einem Manager zustande. Smith, damals 16 Jahre alt, hatte zu diesem Zeitpunkt noch keinen eigenen Manager und schaffte es an diesem Abend auch nicht, sich mit ebendiesem in Verbindung zu bringen. Erst etwa drei Jahre später kam durch ein weiteres Treffen die Zusammenarbeit zustande. Dem Manager war es auch zu verdanken, dass Smith den Songwriter Jimmy Napes kennenlernen und mit ihm zusammenarbeiten konnte. Durch Napes kam Smith schließlich auch zu Disclosure, mit der erste überregionale Erfolge gefeiert werden konnte.

In den Jahren 2012 bis 2013 kam es zu Smiths eigentlichen internationalen Durchbruch. Dem britischen auf House, Electronica und Dance-Pop spezialisierten Duo Disclosure verhalf Smith durch die Mitarbeit an deren Single Latch zum Durchbruch. Bald darauf kam es zu einer Zusammenarbeit mit dem DJ, Singer-Songwriter und Produzenten Naughty Boy. Nachdem Smith noch im Februar 2013 die erste eigene Single Lay Me Down über das Label Method,[2] später über Capitol Records, veröffentlichte, kam es im Mai 2013 mit Naughty Boys Song La La La zu Smiths endgültigen internationalen Durchbruch. Bei La La La trat Smith nicht nur singend in Erscheinung, sondern war auch für den Songtext hauptverantwortlich. Das Lied war in mehreren Ländern ein Nummer-eins-Hit in den Charts. In den britischen Charts rangierte das Lied im Jahr 2013 eine Woche auf dem ersten Platz und wurde dann durch Robin Thickes Blurred Lines vom Thron verdrängt. Neben den hohen Chartplatzierungen erreichte das Lied in Australien Doppel-Platin, in Neuseeland und Italien reichte es für einfaches Platin, in Belgien und Dänemark hatte La La La Gold-Status. Nach den Erfolgen mit der Zusammenarbeit mit Naughty Boy veröffentlichte Sam Smith Anfang Oktober 2013 die EP Nirvana mit vier darauf befindlichen Songs. In dieser Zeit kollaborierte Smith unter anderem mit den Produzenten Fraser T Smith, Two Inch Punch oder Eg White.

Mitte Februar schaffte es Smiths als Debüt-Single vermarktete Auskopplung Money on My Mind in die internationalen Charts. Im Vereinigten Königreich stieg das Lied binnen nur einer Woche bis auf den ersten Platz. Während Lay Me Down im Februar 2013 noch fast keine Beachtung erhielt, schaffte es das Lied nach einer besseren Vermarktung durch Capitol Records und der Erwähnung des Liedes bei den BRIT Awards durch den Schauspieler James Corden im Februar des Folgejahres in die UK-Charts und stieg dabei mit dem 46. Platz ein. Bereits am 16. Dezember 2013 wurde bekanntgegeben, dass Sam Smiths Debütalbum In the Lonely Hour am 26. Mai 2014 unter dem Majorlabel Capitol Records veröffentlicht wird.[3] Bei den BRIT Awards des Jahres 2014 wurde das Lied La La La als „Beste britische Single des Jahres“ nominiert, konnte sich allerdings nicht gegen Waiting All Night von Rudimental feat. Ella Eyre durchsetzen. Auch war La La La in der Kategorie „British Video“ nominiert, konnte den Preis aber nicht gewinnen. Hingegen konnte Sam Smith bei den BRIT Awards den „Critics’ Choice“-Award entgegennehmen und sich hierbei gegen Chlöe Howl und Ella Eyre durchsetzen. Zudem war Smith Ende 2013 bzw. Anfang 2014 bei „Brand New For 2014“ von MTV nominiert,[4] musste sich allerdings der vierköpfigen britischen Popband The Vamps geschlagen geben.[5] Des Weiteren wurde Smith Anfang des Jahres 2014 mit einem „Sound of … 2014“-Award von BBC ausgezeichnet.[6]

Im Mai 2014 bekannte Sam Smith sich dazu, homosexuell zu sein. Smith war damals mit dem Model Jonathan Zeizel liiert.[7][8] Sam Smith verriet in einem Interview, dass das Album In the Lonely Hour von Smiths Liebe zu einem Mann handelt, die nicht erwidert wurde.[9]

Bei den Grammy Awards 2015 war Sam Smith sehr erfolgreich. Neben zwei erfolglosen Nominierungen gewann Smith vier Auszeichnungen, darunter die drei Hauptkategorien Bester neuer Künstler und Single beziehungsweise Song des Jahres (Stay with Me). Bei der Auszeichnung bedankte Smith sich bei dem Exfreund, vom dem das Album handelte: „I would like to thank the man that I fell in love with last year – the man who this album is about. Thank you so much for breaking my heart, because you got me four Grammys!“.[10]

In einem Radio-Beitrag von WDR 2 wurde bekannt, dass Sam Smith für den Hit Stay with Me Tantiemen an Tom Petty zahlt, da der Song I Won’t Back Down ähnelt. Im Mai 2015 gab Smith bekannt, sich einer Stimmband-OP unterziehen zu müssen.[11] Dieser Eingriff verlief erfolgreich. Am 8. September 2015 wurde bekannt, dass Smith den Titelsong Writing’s on the Wall des 24. James-Bond-Films Spectre singen würde. Für den Song wurde Smith im Februar 2016 mit dem Oscar in der Kategorie Bester Song ausgezeichnet.[12] Dem Umstand schuldend, dass nur sehr wenig offen Schwule einen Oscar erhalten, widmete Sam Smith die Auszeichnung der LGBT-Community.[13]

Am 8. September 2017 veröffentlichte Smith die Single Too Good at Goodbyes. Das Musikvideo dazu wurde von Mikey Levelle und Tom Birmingham produziert.

Geschlechtsidentität

Im Oktober 2017 erklärte Smith in einem Interview mit der Londoner The Times die eigene Geschlechtsidentität als nichtbinär (genderqueer).[14][15] Im September 2019 gab Smith über Instagram bekannt, nicht mehr mit männlichen Fürwörtern bezeichnet werden zu wollen, sondern in geschlechtsneutraler Weise mit dem singularen Fürwort they (im Deutschen unübersetzbar).[16][17][18] Auch einige Journalisten nutzen diese Art der Formulierung in der Berichterstattung über Smith.

DiskografieBearbeiten

Studioalben

Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH   UK   US
2014 In the Lonely Hour
Capitol
DE17
 
Gold

(53 Wo.)DE
AT15
 
Platin

(27 Wo.)AT
CH3
 
Platin

(82 Wo.)CH
UK1
 
×8
Achtfachplatin

(… Wo.)Template:Charttabelle/Wartung/vorläufig/2014UK
US2
 
×2
Doppelplatin

(… Wo.)Template:Charttabelle/Wartung/vorläufig/2014US
Erstveröffentlichung: 26. Mai 2014
Verkäufe: + 5.765.000
2017 The Thrill of It All
Capitol
DE8
(12 Wo.)DE
AT7
 
Gold

(9 Wo.)AT
CH3
(19 Wo.)CH
UK1
 
×2
Doppelplatin

(59 Wo.)UK
US1
(60 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 3. November 2017
Verkäufe: + 962.500

KünstlerauszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Meldung: Great Chishill singer-songwriter Sam Smith wins BBC Sound of 2014. (Memento vom 18. April 2015 im Internet Archive) In: Cambridge-News.co.uk. 13. Januar 2014, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
  2. Besprechung von Britt Julious: Sam Smith: “Lay Me Down”. In: Pitchfork.com. 15. Februar 2013, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
  3. Ankündigung: Sam Smith announces debut album „In The Lonely Hour“, shares tour dates. In: FactMag.com. 16. Dezember 2013, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
  4. Meldung: Meet MTV’s Brand New For 2014 Nominees! In: MTV.co.uk. 27. November 2013, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
  5. Meldung: The Vamps Win MTV Brand New For 2014! In: MTV.co.uk. 3. Februar 2014 abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
  6. Porträt: BBC Music Sound Of: 1. Sam Smith. In: BBC.co.uk. 2019, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
  7. Brett Malec: Sam Smith Opens Up About Being Gay, Reveals Album Is About a Guy Who Didn’t Love Him Back. In: eOnline.com. 28. Mai 2014, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
  8. Meldung: Sam Smith confirms break-up on stage in Toronto. In: BBC.co.uk/newsbeat. 22. Januar 2015, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
  9. Jessica Robertson: Cover Story: Sam Smith – The about-to-explode pop singer opens up about love songs and his sexuality. In: theFader.com. 28. Mai 2014, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
  10. Maggie Panos: Watch Sam Smith's Adorably Humble Grammys Acceptance Speeches. In: PopSugar.com. 9. Februar 2015, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
  11. Meldung (dpa): Leute: Sam Smith muss seine Stimme weiter schonen. In: Focus Online. 5. Mai 2015, abgerufen am 22. November 2019.
  12. Meldung (dpa): 007-Abenteuer „Spectre“: Sam Smith singt neuen Bond-Titelsong. In: Spiegel Online. 8. September 2015, abgerufen am 22. November 2019.
  13. Benjamin Lee: Oscars 2016 – Sam Smith: I want to dedicate my Oscar to the LGBT community. In: TheGuardian.com. 29. Februar 2016, abgerufen am 22. November 2019 (englisch).
  14. Sam Smith, interviewt von Louis Wise: Interview: Sam Smith on coming out, and The Thrill of It All. In: TheTimes.co.uk. 22. Oktober 2017, abgerufen am 22. November 2019; Zitat: „Sam Smith: ‘I feel just as much woman as I am man’“.
  15. Meldung (cw): „Ach du Scheiße, das bin ja ich“: Sam Smith sieht sich als genderqueer an. In: Queer.de. 18. März 2019, abgerufen am 22. November 2019; Zitat: „Der britische Künstler erzählt in einem Interview davon, dass er sich weder als männlich noch als weiblich ansieht.“
  16. Sam Smith: My pronouns are: they / them. In: Instagram. 13. September 2019, abgerufen am 22. November 2019 (englisch); Zitat: „Gefällt 641.374 Mal“.
  17. lath: Sam Smith möchte nicht mehr „er“ genannt werden – Sondern lieber „They/Them“. In: Jetzt.de. 14. September 2019, abgerufen am 22. November 2019; Zitat: „Ich kann im Moment noch nicht genau und ausführlich in Worte fassen, was nicht-binär eigentlich heißt. Im Moment möchte ich das nur sichtbar machen.“
  18. Meldung (SpotOnNews): Sam Smith: Er wählt ein geschlechtsneutrales Pronomen. In: Stern.de. 13. September 2019, abgerufen am 22. November 2019; Zitat: „Sam Smith outete sich als nicht-binär. Jetzt verkündete er, dass er nicht mehr mit einem männlichen Pronomen bezeichnet werden möchte.“