Jean-Michel Blanquer

französischer Politiker

Jean-Michel Blanquer (Aussprache: [blɑ̃'kɛʀ]; * 4. Dezember 1964 in Paris) ist ein französischer Rechtswissenschaftler, Hochschullehrer und Politiker (LREM). Er war von 2013 bis 2017 Direktor der Pariser Wirtschaftshochschule ESSEC. Seit Mai 2017 ist er französischer Bildungsminister.

Jean-Michel Blanquer (2017)

LebenBearbeiten

Blanquer besuchte die katholische Privatschule Collège Stanislas in Paris. Er war ein Klassenkamerad von François Baroin, den er als seinen „Beinahe-Bruder“ bezeichnet.[1] Mit Baroin sowie Richard Senghor (Großneffe des senegalesischen Präsidenten Léopold Senghor) initiierte Blanquer 1987 eine „Erklärung für das dritte Jahrtausend“, die eine aktualisierte Fassung der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 sein sollte.[2] Er studierte am Institut d’études politiques de Paris (Sciences Po) und der Universität Paris IV (Université Paris-Sorbonne), schloss mit einem DEA im öffentlichen Recht und einer Maîtrise in Philosophie ab. Er promovierte 1993 an der Universität Panthéon-Assas (Paris II) im öffentlichen Recht.

Von 1996 bis 1998 war er Professor für öffentliches Recht am Sciences Po Lille, anschließend bis 2004 Direktor des Institut des hautes études de l'Amérique latine (IHEAL) an der Universität Paris III (Sorbonne Nouvelle). Von 2004 bis 2006 war er Recteur d'académie (Leiter der Bildungsregion) von Französisch-Guayana. Anschließend gehörte er dem Stab des Bildungs- und Forschungsminister Gilles de Robien (UDF) an, bevor er unter Bildungsminister Xavier Darcos (UMP) die Leitung der Académie de Créteil (Bildungsregion östlich von Paris) übernahm. 2009 bis 2012 war er Generaldirektor für das Schulwesen im französischen Bildungsministerium unter Luc Chatel (UMP). Blanquer bewarb sich erfolglos um den Direktorenposten der Pariser Elitehochschule Sciences Po, 2013 wurde er jedoch Direktor der Wirtschaftshochschule École supérieure des sciences économiques et commerciales (ESSEC), die ebenfalls zu den renommierten Grandes écoles zählt. Er leitete sie bis zu seinem Wechsel in die Politik im Jahr 2017.

Staatspräsident Emmanuel Macron ernannte den damals noch parteilosen Blanquer am 17. Mai 2017 zum Bildungsminister im Kabinett Philippe I. Blanquer wird der rechten Seite des politischen Spektrums zugeordnet[3] und steht der wirtschaftsliberalen Denkfabrik Institut Montaigne nahe.[4] Im Oktober 2017 trat er Macrons Partei La République en Marche (LREM) bei. Er behielt sein Amt auch im Kabinett Philippe II,[5] seinem Ministerium wurde im Oktober 2018 der Bereich Jugend hinzugefügt. Im seit Juli 2020 amtierenden Kabinett Castex ist Blanquer Minister für Bildung, Jugend und Sport.

WeblinksBearbeiten

Commons: Jean-Michel Blanquer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jean-Michel Blanquer, hyper-recteur. In: Le Monde, 22. Oktober 2009.
  2. La Déclaration de 1789 revue et corrigée par trois jeunes Parisiens. In: Le Monde, 4. Februar 1987.
  3. Marie Piquemal: Jean-Michel Blanquer, un ministre de l'Education classé à droite. In: Libération, 17. Mai 2017.
  4. Ismaël Halissat: Education : le libéral Institut Montaigne, maître à penser de Macron. In: Libération, 7. Juni 2017.
  5. Le Monde: La liste complète du gouvernement d’Edouard Philippe (französisch)