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Nicole Belloubet

französische Juristin und Politikerin

Nicole Belloubet (* 15. Juni 1955 in Paris) ist eine französische Juristin. Am 21. Juni 2017 ernannte sie der französische Präsident Emmanuel Macron zur Justizministerin im Kabinett Philippe II.

Nicole Belloubet, 2018

LebenBearbeiten

Belloubet studierte Öffentliches Recht und Rechtsgeschichte an der Universität Panthéon-Assas in Paris und schloss jeweils mit dem Master ab. Von 1983 bis 1990 war sie Wissenschaftliche Assistentin und von 1990 bis 1992 Dozentin (als Maître de conférences) für Öffentliches Recht an der Universität Paris I. Sie wurde dort im Jahr 1990 zu dem Thema Pouvoirs et relations hiérarchiques („Leitungsgewalt und hierarchische Verhältnisse“) promoviert. Von 1992 bis 1995 war sie Inhaberin des Lehrstuhls für öffentliches Recht an der Universität Evry-Val d’Essonne.

Ab 1995 stieg sie zunehmend in der Hochschulverwaltung auf und wurde zur Direktorin der Abteilung für Forschung und Veröffentlichungen am „Internationalen Institut für öffentliche Verwaltung“ (Institut international d’administration publique). Von 1997 bis 2000 war sie Leiterin des Unterrichtsverwaltungsbezirks von Limoges und Kanzlerin der Universität Limoges. Sie wechselte im Anschluss daran nach Toulouse und war dort bis 2005 ebenfalls Leiterin des Unterrichtsverwaltungsbezirks und Kanzlerin der Universität Toulouse.

Daneben war Belloubet von 2001 bis 2002 Mitglied im Auswahlausschuss für die Einstellung von leitenden Beamten für das Schul- und Hochschulwesen und regionalen pädagogischen Beamten in den verschiedenen Schulbezirken der Prüfungsjahrgänge 2001 und 2002. 2001 wurde sie von Bildungsminister Jack Lang mit der Erstellung eines Berichtes über sexuelle Gewalt an der Schule beauftragt.

2005 wurde Belloubet Professorin an der Universität Evry-Val d’Essonne, 2008 wurde sie Professorin am „Institut für politische Studien“ (Sciences Po de province) von Toulouse. Daneben war sie in mehreren Universitätsgremien tätig. So wurde sie 2012 Vorsitzende des „Verwaltungsrates des Forschungszentrums für berufliche und fachliche Befähigungen“ (Centre d’études et de recherches sur les qualifications – CEREQ) in Marseille.

Im März 2013 wurde sie vom Präsidenten des Senats Jean-Pierre Bel zum Mitglied des Verfassungsrates berufen.[1] Mit ihrer Berufung zur Justizministerin schied sie aus.

Am 21. Juni 2017 berief Präsident Emmanuel Macron sie zur Justizministerin im Kabinett von Édouard Philippe. Sie wurde Nachfolgerin von Justizminister François Bayrou, der wegen des Verdachts der Scheinbeschäftigung und aus persönlichen Gründen zurückgetreten war.[2]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Internetseite des Conseil Constitutionnel@1@2Vorlage:Toter Link/www.conseil-constitutionnel.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. Scheinselbstständigkeit-Affäre – Macrons Bündnispartner in schwerer Not. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21. Juni 2017