Richard O’Brien

englischer Schauspieler, Autor und Komponist

Richard O’Brien (* 25. März 1942 in Cheltenham, England als Richard Timothy Smith) ist ein britischer Schauspieler, Autor und Komponist. Er schrieb das Musical The Rocky Horror Show, das 1975 als The Rocky Horror Picture Show verfilmt wurde.

Richard O’Brien (2008)
Richard O’Brien (2006)

LebenBearbeiten

In den 1970er Jahren schuf O’Brien das Musical The Rocky Horror Show als Hommage an den Horror-Film der 1950er und 60er Jahre. Zuvor hatte er bereits in Tournee-Produktionen von Hair und Jesus Christ Superstar in kleineren Rollen mitgewirkt.[1] Inspirationen für sein Musical holte er sich bei Hollywood-B-Movies, Science-Fiction-Filmen und -Comics sowie musikalisch beim Rock ’n’ Roll. 1975 wurde die Verfilmung The Rocky Horror Picture Show in die Kinos gebracht.

In den folgenden Jahren hatte er immer wieder meist kleinere Rollen in verschiedenen Filmen und Fernsehserien sowie in der Fortsetzung der Rocky Horror Picture Show Shock Treatment, die aber nicht an den Erfolg anknüpfen konnte. Von 2007 bis 2015 war er die Synchronstimme für Ferbs Vater Lawrence „Dad“ Fletcher in der US-amerikanischen Zeichentrickserie Phineas und Ferb. Auf der Berlinale 1998 erhielt O’Brien einen Spezial-Teddy Award für sein Lebenswerk.

PrivatlebenBearbeiten

Im Jahr 2008 gab das Interviewmagazin Galore an, dass O’Brien zweimal verheiratet war, drei Kinder habe und in London lebe.[2] Zu seiner genderfluiden Geschlechtsidentität befragt, antwortete O’Brien der britischen Times 2009 (übersetzt): „Es gibt ein Kontinuum zwischen männlich und weiblich. Einige sind festverdrahtet in die eine Richtung oder die andere, ich bin dazwischen. Oder ein drittes Geschlecht, so könnte ich mich gut sehen.“ Er habe sich schon früh als transgender empfunden (als nicht mit seinem Geburtsgeschlecht übereinstimmend), sich dabei aber unglücklich gefühlt, vor allem, weil es von der Gesellschaft abgelehnt wurde. Mit geschlechtsangleichenden Maßnahmen habe er schlechte Erfahrungen gemacht und lehne sie für sich ab.[3] 2013 erklärte O’Brien der BBC: „Ich verstehe mich wahrscheinlich als rund 70 % männlich, 30 % weiblich.“ Auf die Frage, welches Feld er bei der Geschlechtswahl anklicken würde, wenn es ein drittes Feld gäbe neben Mann/Frau: „Ich würde ‚M‘ markieren […] Aber würde auch gerne ‚Andere‘ wählen können.“[4] Als sich O’Brien 2016 zu einer Kontroverse um eine Äußerung der Feministin Germaine Greer äußerte, erklärte er dem britischen Metro-Magazin: „Ich denke an mich als ein drittes Geschlecht und das macht die Dinge einfacher. Ich bin irgendwo in der Mitte. Meine Ehefrau und Kinder lieben mich und feiern mich für das, was ich bin.“[5]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Richard O’Brien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Künstlereintrag: Richard O’Brien. In: Last.fm/de. 2020, abgerufen am 20. Januar 2020.
  2. Inhaltsübersicht von Band 44: Richard O’Brien: „Ich war die meiste Zeit meines Lebens nicht ganz bei Trost.“ (Memento vom 29. Juni 2009 im Internet Archive) In: Galore.de. Interview-Begleittext vom 4. September 2008, abgerufen am 20. Januar 2020.
  3. Zitiert nach einer Meldung: Richard O’Brien: ‘Society should not dictate gender’. (Memento vom 27. Februar 2012 im Internet Archive) In: PinkNews. 18. August 2009, abgerufen am 20. Januar 2020 (englisch); Zitat: „There is a continuum between male and female. Some are hard-wired one way or another, I’m in between. Or a third sex, I could see myself as quite easily.“
    Original Times-Artikel hinter einer Paywall: Dominic Wells: Richard O’Brien: Rocky Horror? It was all about my mother. In: TheTimes.co.uk. 18. August 2009, abgerufen am 20. Januar 2020 (englisch).
  4. Jo Fidgen: Richard O’Brien: “I’m 70 % man”. In: BBC.com/news. 18. März 2013, abgerufen am 20. Januar 2020 (englisch); Zitat: „[…] I believe myself probably to be about 70 % male, 30 % female. […] I tick the M […] But I would quite like to have Other to tick.“
  5. Zitiert nach Nick Duffy: Rocky Horror star Richard O’Brien: Trans women can’t be women. In: PinkNews. 8. März 2016, abgerufen am 20. Januar 2020 (englisch); Zitat: „I think of myself as a third sex and it makes things easier. I’m somewhere in the middle. My wife and children love me and celebrate me for who I am.“