Pansexualität

sexuelle Orientierung

Pansexualität[1] ist eine sexuelle Orientierung, bei der Personen in ihrem Begehren keine Vorauswahl nach Geschlecht bzw. Geschlechtsidentität treffen.[2][3] Der Begriff Pansexualität leitet sich von der griechischen Vorsilbe pan (gesamt, umfassend, alles) ab. In der wissenschaftlichen Literatur wird der Begriff nicht einheitlich definiert und verwendet.

Flagge der Pansexualität

Vergleich mit Bi-, Poly- und OmnisexualitätBearbeiten

Bi- und Polysexuelle fühlen sich zu mehr als einer bzw. zwei Geschlechtsidentitäten hingezogen, jedoch nicht zu allen. Außerdem unterscheiden sie, im Gegensatz zu Pansexuellen, auch zwischen ihnen.

Der Unterschied zu Omnisexuellen besteht lediglich darin, dass Omnisexuelle im Gegensatz zu Pansexuellen zwischen den unterschiedlichen Geschlechtern unterscheiden.[4][5] Pansexualität und Omnisexualität werden häufig gemeinsam genannt, da der Begriff Omnisexualität nicht eindeutig definiert ist.

Pansexualität als GeschlechtBearbeiten

Ein separates "pansexuelles Geschlecht" wurde ebenfalls postuliert.[6] Dieses Geschlechterkonzept entwickelt und verfeinert die Merkmale, die mit der viel allgemeineren Vorstellung von "Pansexualität als sexuelle Orientierung" verbunden sind.

Die Definition des pansexuellen Geschlechts liegt jenseits und außerhalb der Grenzen des traditionellen binären Geschlechtsspektrums (binäre Geschlechtergruppe: männlich/weiblich/gemischt und zugehörige Homo/Bi/Hetero-Orientierungen).[7] Für eine Person mit pansexuellem Geschlecht spielt der physische Körper, in dem sie geboren ist (männlich, weiblich), keine Rolle, weder bei der Beeinflussung ihrer Verhaltensmerkmale noch bei der Beurteilung anderer pansexueller geschlechtsspezifischer Personen.[8] Ähnlich wie bei einer Person mit binärem Geschlecht, die im falschen Körper geboren ist (z. B. transsexuell),[9] wird das Geschlecht der pansexuellen Geschlechtsperson nicht durch physische Körpermerkmale bestimmt. Im Gegensatz zur transsexuellen Person ist die pansexuelle Geschlechtsperson jedoch völlig agnostisch gegenüber ihrem Körpertyp.

Ein Hauptmerkmal des pansexuellen Geschlechts ist, dass sie nur von anderen Mitgliedern des pansexuellen Geschlechts angezogen werden.[10][11] Im Gegensatz zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen innerhalb der binären Geschlechtergruppe ist jedoch eine Fortpflanzung innerhalb der pansexuellen Geschlechtergruppe möglich.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. The American Heritage Dictionary of the English Language – Fourth Edition. Abgerufen am 9. Februar 2007 von Dictionary.com Website.
  2. Pansexuality. In: SexInfo Online. University of California, Santa Barbara. Abgerufen am 29. Januar 2011.
  3. Donald E. Tarver II: Transgender Mental Health. The Intersection of Race, Sexual Orientation, and Gender Identity. In: Billy E. Jones, Marjorie J. Hill (Hrsg.): Review of Psychiatrie: Mental health issues in lesbian, gay, bisexual, and transgender communities. Band 21, Ausgabe 4. American Psychiatric Publishing, Washington, D.C. 2002, ISBN 1-58562-069-6, Kapitel 5, S. 95 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Echte Flaggen-Vielfalt. Abgerufen am 26. Oktober 2020.
  5. Was ist Pansexualität? Abgerufen am 26. Oktober 2020.
  6. N. Nilssen: Distinctions of Gender Diversity. MA Dissertation University of Durham (2020).
  7. M. Robinson, C. E. Flanders, J. A. Caravaca Morera: Defining Bisexuality: Young Bisexual and Pansexual People's Voices. Journal of Bisexuality (2016).
  8. V. Grönlund: En har mer respekt för tjejer. En kvalitativ intervjustudie med bi- och pansexuella kvinnor och icke-binära: om mononormativitet, genus och relationer, med ett ödmjukt anspråk på ett möte mellan queerteori och lesbisk feminism, Lund University (2018).
  9. A. Pullen: Preface to Transgender: Fractures of the Wrong Body. Emory University (2012).
  10. Cuthbert, Karen Lilian Kathleen, Gender without sex(uality): Exploring the relationship between gender and sexuality at the empirical sites of asexuality and sexual abstinence, PhD thesis, University of Glasgow (2017).
  11. S. M. van Anders: Beyond Sexual Orientation: Integrating Gender/Sex and DiverseSexualities via Sexual Configurations Theory. (2020).