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Selbstwert

Bewertung von sich selbst
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Unter Selbstwert (auch: Selbstwertgefühl, Selbstwertschätzung, Selbstachtung, Selbstsicherheit, Selbstvertrauen) versteht die Psychologie die Bewertung, die man von sich selbst hat. Das kann sich auf die Persönlichkeit und die Fähigkeiten des Individuums, die Erinnerungen an die Vergangenheit und das Ich-Empfinden oder auf das Selbstempfinden beziehen. Unterschieden wird nicht nur, ob der Selbstwert einer Person hoch oder niedrig ist, sondern auch ob er stabil oder instabil, kontingent oder nicht-kontingent, explizit (bewusst kognitiv) oder implizit (unbewusst affektiv erfahrungsbedingt), sicher oder fragil ist.[1] Laut Leary und Mitarbeitern dient der Selbstwert als ein Indikator für die soziale Integration eines Menschen (Soziometer-Theorie).[2] Nach dem kognitiven Modell von Aaron T. Beck wird der Selbstwert auch stark von Denkprozessen (Grundannahmen, automatische Gedanken, verzerrte Informationsverarbeitung) beeinflusst.[3]

Äußere Faktoren können das Selbstvertrauen prägen, wenn bei bestimmten Anforderungen hinreichend objektive Gründe gegeben sind, wie zum Beispiel Methodenkompetenz, ausreichende Kenntnisse oder Erfahrungen, wiederholte Tätigkeiten in ähnlichen Situationen oder Ähnliches.

Selbstwert ist darüber hinaus auch eine politisch-moralische Kategorie, die beispielsweise die Gewissheit begründet, in einer bestimmten Situation „im Recht“ zu sein, bzw. ein zustehendes Recht wahrzunehmen, einzufordern oder zu erstreiten.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Selbstwert auch unpräziser Weise mit Selbstbewusstsein gleichgesetzt. Seltener wird der Begriff Eigenwert benutzt, der heute eine Eigenschaft linearer Abbildungen in der linearen Algebra beschreibt. Der Selbstwert steht in Beziehung zum Ego (in der Psychologie als Selbst, wissenschaftlich als Ich bezeichnet).

Inhaltsverzeichnis

TheorieBearbeiten

Selbstwertgefühl resultiert aus dem Vergleich der vermeintlichen subjektiven Fähigkeiten mit den Anforderungen, mit denen sich die Persönlichkeit konfrontiert sieht und im Bezug auf die Fähigkeiten anderer. Es lässt sich an ganz konkreten und zunehmend verallgemeinerten Anforderungssituationen bestimmen, zum Beispiel auch in psychologischen Tests. Ein hohes Selbstvertrauen gegenüber Anforderungen zeigt sich, wenn vorausschauend eingeschätzt wird, dass diese Situation gut gemeistert werden kann.

Der Grad des Selbstvertrauens hängt meist von der unterschiedlichen Befähigung für bestimmte Tätigkeiten ab und ist zeitlichen Änderungen (etwa durch Emotionen oder Müdigkeit) unterworfen.

Personen können situativ oder ständig ein inadäquates Selbstvertrauen haben, indem sie ihre Leistungsmöglichkeiten über- oder unterschätzen. Derartige Fehleinschätzungen entstehen auf der Grundlage individueller Besonderheiten, Einstellungen und anderer Eigenschaften.

Ein sehr hohes Selbstwertgefühl muss jedoch keineswegs günstig sein und kann sich zu Überheblichkeit entwickeln, was bei anderen Antipathie hervorruft.

HintergrundBearbeiten

Die Basis für einen sicheren Umgang mit sich und der Umwelt hängt eng mit dem Selbstvertrauen und dem Selbstwertgefühl zusammen. Die Selbstsicherheit bildet sich im Laufe der kindlichen Entwicklung aus:

  1. über das Erzielen von Wirkungen – insbesondere von jenen, die beim Kind zu angenehmen, positiv erlebten Gefühlen führen;
  2. das Erhalten von Wertschätzung und Anerkennung (als besondere Form sozialer Wirkung);
  3. dem Identifizieren mit wichtigen Bezugspersonen, die selbst die nötige Selbstsicherheit haben und auf das Kind positiv reagieren;
  4. in der späteren Entwicklung durch eine Balance zwischen erlebter Freiheit und der Verbundenheit zu Bezugspersonen.

Sechs Säulen des SelbstwertgefühlsBearbeiten

Neben den im Laufe der Entwicklung wichtigen Faktoren zu einem gesunden Selbstwertgefühl, nennt der Psychologe Nathaniel Branden die folgenden Bedingungen, die „die sechs Säulen des Selbstwertgefühls“ bilden:

  1. Bewusstes Leben
  2. Selbstannahme
  3. Eigenverantwortliches Leben
  4. Selbstsicheres Behaupten der eigenen Person
  5. Zielgerichtetes Leben
  6. Persönliche Integrität

Authentische Selbstsicherheit und Selbstwertgefühl sind nach der Meinung Brandens in einem positiven Ansatz weitgehend abgekoppelt von der Rückmeldung eines Gegenübers.

Studien zum Zusammenhang mit dem restlichen LebenBearbeiten

Empirische Studien legen nahe, dass der Einfluss des Selbstwertgefühls auf die übrigen Lebensbereiche geringer sei als allgemein vermutet: Die schulischen Leistungen, das Aussehen, die Beliebtheit bei anderen, die Konfliktfähigkeit und die Selbstbehauptung gegenüber den Gemeinheiten anderer würden nicht mit dem Selbstwertgefühl korrelieren. Es wurde auch kein Zusammenhang zwischen dem Selbstwertgefühl von 9- bis 13-Jährigen und ihrem späteren Alkoholkonsum im Alter von 15 Jahren festgestellt.

Dagegen zeigte sich, dass Menschen mit hohem Selbstwertgefühl kontaktfreudiger und glücklicher als andere Menschen sind. Auch neigen Kinder mit hohem Selbstwertgefühl eher zum Herumkommandieren als andere.[4]

Arbeitslosigkeit und SelbstwertBearbeiten

Langzeitarbeitslose, vor allem jene, die vorher in jahrelangem, festem Arbeitsverhältnis standen, tendieren dazu, ihr durch ihren Beruf definiertes Selbstverständnis in Frage zu stellen. In der Regel tritt nach sechsmonatiger bis einjähriger Arbeitslosigkeit ein Gefühl der Nutzlosigkeit auf, das in manchen Fällen zur Entfremdung von der Familie und/oder anderen sozialen Milieus führen kann, bis hin zur Selbstaufgabe und zum Suizid. Es besteht anscheinend, gemäß Jeremy Rifkins Das Ende der Arbeit (Seiten 156 ff.), ein deutlicher Zusammenhang zwischen anwachsender Arbeitslosigkeit und der Zunahme von Depressionen und psychotischen Erkrankungen. Hier wird berichtet, dass der Soziologe und Psychologe Thomas T. Cottle, der die psychischen Folgen der Arbeitslosigkeit über fünfzehn Jahre hinweg untersuchte, bei Langzeitarbeitslosen in Amerika, die durch die US-Regierung als „entmutigt“ eingestuft wurden, pathologische Symptome feststellte, die denen Sterbender ähnelten.

Ein anderer Erklärungsansatz findet sich im Manifest der Glücklichen Arbeitslosen: „Wenn der Arbeitslose unglücklich ist, dann liegt das auch daran, daß der einzige gesellschaftliche Wert, den er kennt, die Arbeit ist. Er hat nichts mehr zu tun, er langweilt sich, er hat keine Kontakte mehr, da ja die Arbeit oft auch einzige Kontaktmöglichkeit ist, das gleiche gilt übrigens auch für Rentner. Der Grund dieser existentiellen Misere ist natürlich die Arbeit und nicht die Arbeitslosigkeit.“[5]

Organisatoren von Motivationsseminaren scheinen die Bedeutung von Langzeitarbeitslosigkeit als potenzielle Einnahmequelle erkannt zu haben. Mit teilweise dubiosen Praktiken versuchen sie, das Selbstwertgefühl gedemütigter Langzeitarbeitsloser zu steigern. Die Effektivität solcher „Motivationsseminare“ bleibt – trotz teilweiser Förderung durch Arbeitsämter – jedoch fraglich. Ohnehin entbehrt jeglicher wissenschaftlichen Grundlage, dass eine Steigerung des Selbstwertgefühls unmittelbar Einsetzbarkeit und Erfolg auf dem Arbeitsmarkt steigere. Vielmehr scheint es eher ein Versuch zu sein, die Eigenverantwortung des Einzelnen für sein Schicksal ins Gewissen zu rufen, anstatt externe Faktoren für Arbeitslosigkeit heranzuziehen, wie zum Beispiel Rationalisierung, Outsourcing oder Automatisierung.

PsychologieBearbeiten

Der Selbstwert ist auch ein Konzept in der wissenschaftlichen Psychologie, insbesondere in der Persönlichkeits- und der Differentiellen Psychologie, aber auch innerhalb der Sozialpsychologie.

BegriffsklärungBearbeiten

In der psychologischen Forschung beschreibt der Selbstwert eine der drei Komponenten des Selbst. Selbstwert oder synonym die Selbstwertschätzung entspricht der affektiven Komponente. Hierbei handelt es sich um die Bewertung des Bildes von der eigenen Person. Die kognitive Komponente ist das Selbstkonzept, also das Bild, das Personen von sich selbst haben. Unter der konativen oder handlungsbezogenen Komponente können Begriffe wie Selbstwirksamkeits­erwartung oder Selbstdarstellung subsumiert werden. Der Begriff Selbstwertschätzung entspricht am ehesten dem englischen Begriff „self-esteem“ und umfasst positive wie auch negative Bewertungen der eigenen Person. Der Begriff Selbstwertgefühl hingegen ist weniger angemessen, weil es sich dabei nicht um ein Gefühl oder eine Emotion im engeren Sinne handelt.

Theoretische EinbettungBearbeiten

Menschen gelangen über drei verschiedene Quellen zu selbstbezogener Information. Mittels Selbstbeobachtung kann aktuelles Verhalten und Erleben zu früheren Ereignissen in Beziehung gesetzt werden und sich so eine positive oder eher negative Selbsteinschätzung herauskristallisieren. Je nachdem, wie der soziale Vergleich mit anderen Personen ausfällt, erleben sich Personen unterschiedlich. Rückmeldungen stellen die dritte Quelle selbstbezogenen Wissens dar. Die Beurteilung dieses Wissens wirkt sich wiederum auf die Selbstwertschätzung aus. Unter „Selbstwertquellen“ hingegen versteht man Bereiche des Lebens, aus denen man seinen Selbstwert zieht. Vergängliche Selbstwertquellen wie zum Beispiel Schönheit sind insofern problematisch, als sie mit dem Älterwerden zu Schwankungen oder gar Einbrüchen im Selbstwert führen.

Zur psychoanalytischen Theorie siehe auch: Selbstobjekt

Theorie der sozialen VergleichsprozesseBearbeiten

Es wird angenommen, dass der Selbstwert ein Resultat sozialer Vergleichsprozesse ist. Nennenswert ist hier die Theorie sozialer Vergleichsprozesse von Festinger.

Soziometer-TheorieBearbeiten

Leary und Kollegen (1995) gehen davon aus, dass das Selbstwertgefühl anzeigt, wie akzeptiert oder abgelehnt sich eine Person von anderen Mitgliedern seiner sozial relevanten Gruppe empfindet.[6] Der Selbstwert könnte so als eine Art Überwachungssystem für soziale Beziehungen betrachtet werden.

Soziale IdentitätstheorieBearbeiten

Tajfel unterscheidet zwischen der personalen Identität (Eigenschaften, die der Abgrenzung von anderen Personen dient) und der sozialen Identität (Eigenschaften die sich aus einer Gruppenzugehörigkeit ergeben und die einen von anderen Gruppen abgrenzen). Aus der Notwendigkeit, sich in der Welt zu orientieren, entstehe das Bedürfnis zu kategorisieren, wodurch sich die soziale Identität ergebe. Sich zu einer Gruppe zugehörig zu fühlen, die man positiv bewertet, steigere den Selbstwert.[7]

Defensive Strategien zur Bewahrung des SelbstwertesBearbeiten

Covington (2000) nennt drei mögliche Strategien um den eigenen Selbstwert zu bewahren:[8]

  • Selbstwertprotektion: Anstrengung wird mit Absicht vermieden, um ein Scheitern der mangelnden Anstrengung zuschreiben zu können.
  • Self-Handicapped-Verhalten: Schon vor Arbeitsbeginn werden Hindernisse eingebaut, beispielsweise zu später Arbeitsbeginn, um Misserfolge dem Hindernis zuschreiben zu können.
  • Defensiver Pessimissmus: Unrealistisch niedrige Ziele können die Angst mindern, die gesetzten Ziele nicht zu erreichen.

ErfassungsmethodenBearbeiten

Selbstwertschätzung wird am häufigsten mit Selbstbeschreibungsfragebögen erfasst. Als ein eindimensionales Verfahren ist die Rosenberg Self-Esteem Skale (Rosenberg, 1965)[9] zu nennen. Sie ist die international am weitesten verbreitete Skala, die mit zehn Items sehr ökonomisch die globale Selbstwertschätzung ermittelt. Selbstwerttheorien gehen zusätzlich davon aus, dass Selbstwertschätzung hierarchisch strukturiert ist, sich also unter der globalen Selbstwertschätzung mehrere Facetten des Selbstwerts wie Leistungsselbstwert oder sozialer Selbstwert gliedern. Mehrdimensionale Selbstwertskalen wie die Feelings of Inadequacy Scale (FIS, Janis & Field, 1959)[10] oder die Multidimensionale Selbstwertskala (MSWS, Schütz & Sellin, 2006)[11] tragen dieser hierarchischen Struktur Rechnung.

Entwicklung von SelbstwertschätzungBearbeiten

Eine 2002 veröffentlichte Studie meint, dass eine gewisse genetische Komponente die Ausprägung des Selbstwerts beeinflusst.[12] Andere – z. B. der Psychologische Psychotherapeut Rolf Merkle – sind der Auffassung bzw. Überzeugung, dass Selbstvertrauen ausschließlich erlernt ist.[13] Weitläufige Meinungen, dass Frauen im Durchschnitt einen geringeren Selbstwert hätten als Männer, wurden in einer Studie aus dem Jahr 2011 nicht bestätigt.[14] Des Weiteren konnte im Verlauf des Lebens ein Anstieg des Selbstwertgefühls festgestellt werden, bis es in einem Alter von ungefähr 60 Jahren seinen Höhepunkt erreicht. Der Rückgang des Selbstwertgefühls im Alter wird auf Veränderungen im sozio-ökonomischen Status und der allgemeinen Gesundheit zurückgeführt.[15]

Die Selbsteinschätzungen von Kleinkindern basieren noch auf Bewertungen wie „gut“ oder „schlecht“. Im Verlauf der kindlichen Entwicklung gewinnt der soziale Vergleich mehr an Einfluss, so dass insbesondere bei Übergängen in neue Lebensphasen (zum Beispiel Einschulung) die Selbstwertschätzung Umbrüchen unterliegt. Die Pubertät ist durch die Suche nach Identität und häufig durch Selbstzweifel gekennzeichnet. Insbesondere bei Mädchen ist ein Absinken des Selbstwerts zu verzeichnen, da die vorherrschenden Schönheitsideale meist entgegen ihrer pubertären Entwicklung stehen. Obwohl häufig davon ausgegangen wird, dass sich Persönlichkeitseigenschaften im Erwachsenenalter nicht mehr verändern, stellten Studien fest, dass die Selbstwertschätzung in dieser Lebensphase durchaus beeinflusst wird, besonders durch familiäre und berufliche Erfolge oder Misserfolge.

Aktuelle ForschungBearbeiten

Neben Untersuchungen zum expliziten Selbstwert, den meist Selbstbeschreibungsfragebögen ermitteln sollen, versucht ein Teil der psychologischen Forschung heute, die implizite Selbstwertschätzung zu erfassen.[16] Sie ist definiert als die spontane, nicht bewusste Bewertung der eigenen Person. Indirekte Verfahren wie beispielsweise der implizite Assoziationstest (IAT; Greenwald, McGhee & Schwartz, 1998) sollen anhand von Reaktionszeiten auf diese Form der Selbstwertschätzung schließen lassen. Hervorzuheben ist, dass explizite und implizite Selbstwertschätzung in „Selbstwertdiskrepanzen“ auseinanderklaffen können. Weiterhin werden in aktueller Forschung Mechanismen der Selbstwerterhöhung untersucht. Ein Beispiel für einen solchen Mechanismus ist die Selbst-Stereotypisierung, wenn Annahmen und Wissen über eine positiv bewertete Gruppe, der man selbst angehört, auf die eigene Person übertragen werden.[17]

PathologieBearbeiten

Karen Horney nahm 1939 erstmals eine genaue Unterscheidung zwischen gesundem Selbstbewusstsein und pathologischem Narzissmus vor.[18] Sowohl eine zu niedrige als auch überhöhte Selbstwertschätzung könnten zu Problemen führen.[19] Im ICD-10 ist ein vermindertes Selbstwertgefühl ein Zusatzkriterium für die Diagnose einer Depression[20], eine überhöhte Selbsteinschätzung[21] umgekehrt für die Diagnose einer Manie. Beim Narzissmus ist im DSM-IV von einem grandiosen Gefühl der eigenen Wichtigkeit die Rede.[22] Im DSM-IV-TR wird beschrieben, dass bei Anorexia nervosa und Bulimie Körpergewicht und Figur einen übertriebenen Einfluss auf das Selbstwertgefühl haben.[23] Jugendliche mit einer sozialen Phobie hätten laut Leitlinie neben der Furcht vor Kritik auch ein niedriges Selbstwertgefühl.[24] Prüfungsangst kann als spezifische soziale Phobie aufgefasst werden. Nach der Selbstwerttheorie Covingtons ist die Ursache für Prüfungsangst, dass der Selbstwert in westlichen Gesellschaften unmittelbar mit der Leistungsfähigkeit verknüpft ist.[25]

Selbstwertsteigernde InterventionenBearbeiten

Potreck-Rose und Jacob unterscheiden vier Säulen des Selbstwertes und richten danach therapeutische Interventionen zur Steigerung des Selbstwertes aus.[26] Die vier Säulen sind: Selbstakzeptanz, Selbstvertrauen, soziale Kompetenz, soziales Netz.[26] Nach deren Vorstellung sei für die Entwicklung von Selbstakzeptanz und Selbstvertrauen jedoch die positive Selbstzuwendung grundlegend. Die konkret vorgeschlagenen Interventionen ordnen sie dementsprechend den Bereichen positive Selbstzuwendung, Selbstakzeptanz und Selbstvertrauen zu:[26]

  • Positive Selbstzuwendung: Achtsamkeitsübungen
  • Positive Selbstzuwendung: Wahl eines liebevollen Beobachters und Identifikation des inneren Kritikers
  • Positive Selbstzuwendung: Selbstfürsorge
  • Selbstakzeptanz: Differenzierung des Werte- und Normensystems.
  • Selbstvertrauen: Selbstkontrolle und Selbstmanagement.

Für die beiden interpersonellen Säulen soziale Kompetenz und soziales Netz schlagen sie vor, auf die beiden Behandlungsmanuale Assertiveness Training Programme von Ullrich und Muynck sowie das Gruppentraining sozialer Kompetenz von Pfingsten und Hinsch zurückzugreifen.[26]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Nathaniel Branden: Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls, Piper Verlag München Zürich 1995, Taschenbuchausgabe: 2006, ISBN 978-3-492-24386-5.
  • Roy F. Baumeister, Jennifer D. Campbell, Joachim I. Krueger und Kathleen D. Vohs: Does High Self-Esteem Cause Better Performance, Interpersonal Success, Happiness, or Healthier Lifestyles?. In: Psychological Science in the Public Interest, Band 4, Nummer 1, May 2003, S. 1–44 (PDF)
  • Matthew Mc Kay et al.: Selbstachtung – Das Herz einer gesunden Persönlichkeit, Junfermann Verlag Paderborn, 2. Auflage 2007, ISBN 3-87387-557-8.
  • Rolf Merkle: So gewinnen Sie mehr Selbstvertrauen: Ein praktischer Ratgeber zur Überwindung von Minderwertigkeitsgefühlen und Selbstzweifeln. Pal Verlag 2001.
  • Jannis Plastargias: Bodybuilding zur Stärkung des jugendlichen Selbstwertgefühls. Kubayamashi-Do Studien- und Fachbuchverlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-9808375-9-0 (zugleich Diplomarbeit, Pädagogische Hochschule Karlsruhe 2004).
  • Jeremy Rifkin: Das Ende der Arbeit (und ihre Zukunft), 1995 Putnam, New York, 2004 Campus Verlag, S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2005.
  • Virginia Satir: Kommunikation – Selbstwert – Kongruenz, Junfermann Verlag Paderborn, 7. Auflage 2004, ISBN 3-87387-018-5.
  • Helga Schachinger, Das Selbst, die Selbsterkenntnis und das Gefühl für den eigenen Wert. 2005, ISBN 3-456-84188-4.
  • Astrid Schütz: Je selbstsicherer, desto besser? Licht und Schatten positiver Selbstbewertung. Beltz, Weinheim 2005, ISBN 3-621-27532-0.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Dieter Frey: Psychologie der Werte: Von Achtsamkeit bis Zivilcourage – Basiswissen aus Psychologie und Philosophie. Springer, 2015, ISBN 978-3-662-48014-4, S. 188 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Lilian Streblow: Bezugsrahmen und Selbstkonzeptgenese. Waxmann, ISBN 978-3-8309-6353-0, S. 37 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Johannes Michalak, Thomas Heidenreich, J. Mark G. Williams: Achtsamkeit. Hogrefe Verlag, 2012, ISBN 978-3-8409-2236-7, S. 13 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Roy F. Baumeister, Jennifer D. Campbell, Joachim I. Krueger und Kathleen D. Vohs: Mythos Selbstbewusstsein. In: Spektrum der Wissenschaft, August 2005, S. 24
  5. http://www.satt.org/gesellschaft/glar_1.html
  6. Klaus Jonas, Wolfgang Stroebe, Miles Hewstone: Sozialpsychologie. Springer-Verlag, 2014, ISBN 978-3-642-41091-8, S. 178 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Franziska Schmithüsen: Lernskript Psychologie: Die Grundlagenfächer kompakt. Springer-Verlag, 2014, ISBN 978-3-662-44941-7, S. 102 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. Stephanie Schreblowski, Detlef H. Rost: Training von Lesekompetenz. Waxmann Verlag, ISBN 978-3-8309-6356-1, S. 58–59 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. Morris J. Rosenberg: Society and the adolescent self-image. Princeton University Press, Princeton 1965, Taschenbuch 1989 ISBN 0-8195-6228-9
  10. I. L. Janis und P. B. Field: Sex differences and factors related to persuability. In: C. I. Hovland und I. L. Janis (Eds), Personality and persuability (pp. 55–68). Yale University Press, New Haven 1959.
  11. Astrid Schütz und Ina Sellin: Multidimensionale Selbstwertskala, Hogrefe Verlag, Göttingen 2006.
  12. M. B. Neiss, C. Sedikides und J. Stevenson: Self-esteem: A behavioural genetic perspective. In: European Journal of Personality, Band 16, 2002, S. 351–368.
  13. Vgl. Rolf Merkle: So gewinnen Sie mehr Selbstvertrauen: Ein praktischer Ratgeber zur Überwindung von Minderwertigkeitsgefühlen und Selbstzweifeln. 17. Aufl. 2001.
  14. Die Entwicklung des Selbstwerts – Eine longitudinal Studie. Website zum Thema Selbstbewusstsein. Abgerufen am 1. September 2013.
  15. Longitudinale Studie zur Entwickelung des Selbstwertgefühls vom frühen Erwachsenenalter bis ins Greisenalter. Website zum Thema Selbstwertgefühl. Abgerufen am 12. April 2015.
  16. Almut Rudolph: Measures of Implicit Self-Esteem. Psychometric Properties and the Prediction of Anxious, Self-Confident and Defensive Behavior. Abgerufen am 11.04.2016.
  17. Burkley, M. & Blanton, H. (2005). When am I my group? Self-enhancement versus self-justification accounts of perceived prototypicality. Social Justice Research, 18, 445–463.
  18. Karen Horney: New Ways in Psychoanalysis, New York: Norton, 1939
  19. Hannelore Weber, Thomas Rammsayer: Handbuch der Persönlichkeitspsychologie und Differentiellen Psychologie. Hogrefe, 2005, ISBN 978-3-8409-1855-1, S. 427 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  20. Frank Schneider, Martin Härter, Susanne Schorr: S3-Leitlinie/Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression. Springer-Verlag, 2017, ISBN 978-3-662-52906-5, S. 40 (google.de [abgerufen am 3. Juni 2017]).
  21. DGBS, DGPPN: S3-Leitlinie - Diagnostik und Therapie bipolarer Störungen. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-37774-7, S. 366 (google.de).
  22. Bernhard Grimmer; Gerhard Dammann; Isa Sammet: Narzissmus: Theorie, Diagnostik, Therapie. Kohlhammer, 2012, ISBN 978-3-17-027506-5 (google.de).
  23. Silja Vocks, Tanja Legenbauer: Körperbildtherapie bei Anorexia und Bulimia Nervosa: Ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Behandlungsprogramm. Hogrefe Verlag, 2010, ISBN 978-3-8409-2264-0, S. 6 (google.de).
  24. Leitlinien zu Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter: mit 9 Tabellen. Deutscher Ärzteverlag, 2007, ISBN 978-3-7691-0492-9, S. 278 (google.de).
  25. Christine Schumacher: Prüfungsangst in der Schule: Ursachen, Bewältigung und Folgen am Beispiel einer zentralen Abschlussprüfung. Waxmann Verlag, 2016, ISBN 978-3-8309-8398-9, S. 85 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  26. a b c d Friederike Potreck-Rose, Gitta Jacob: Selbstzuwendung, Selbstakzeptanz, Selbstvertrauen: Psychotherapeutische Interventionen zum Aufbau von Selbstwertgefühl. Klett-Cotta, 2013, ISBN 978-3-608-10382-3, S. 77–80 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).