der Freitag
Der Freitag Logo
Beschreibung Internetmedium und Wochenzeitung
Verlag der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG Berlin
Erstausgabe 9. November 1990
Erscheinungsweise Netz: täglich, Print: wöchentlich (donnerstags)
Verkaufte Auflage
(IVW 4/2016, wöchentlich)
21.597 Exemplare
Chefredakteure Christian Füller (V.i.S.d.P.), Katja Kullmann
Herausgeber Jürgen Todenhöfer
Geschäftsführer Jakob Augstein, Christiane Düts
Weblink freitag.de
ISSN 0945-2095
ZDB 1049643-9

der Freitag ist eine überregionale deutsche Wochenzeitung mit linker bis linksliberaler Ausrichtung, gegründet 1990 mit dem Untertitel Die Ost-West-Wochenzeitung. 2009 wurde die Zeitung nach Eigentümerwechsel deutlich umgestaltet: Neben optischen und inhaltlichen Veränderungen wurden vor allem die Online-Aktivitäten mit dem Ziel der gleichberechtigten Verknüpfung von Online- und Printausgabe und stärkerer Interaktion mit der Leserschaft stark ausgeweitet. Gleichzeitig wurde der Untertitel in Das Meinungsmedium geändert. Erscheinungstag der Printausgabe ist Donnerstag, Erscheinungsort Berlin. Verleger ist seit 2008 Jakob Augstein, der im Februar 2013 auch die Chefredaktion übernahm.[1] Seit Januar 2017 ist Jürgen Todenhöfer Herausgeber der Wochenzeitung[2] und ab März 2017 ist Christian Füller Chefredakteur.[3]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und StrukturenBearbeiten

1990 bis 2009: Die Ost-West-WochenzeitungBearbeiten

Der Freitag wurde 1990 in Berlin gegründet. In ihm gingen der Ost-Berliner Sonntag (gegründet 1946), die DKP-nahe Deutsche Volkszeitung (gegründet 1953 und wesentlich finanziert von der SED) sowie Die Tat (1949 von der VVN gegründet) zu einer neuen, gesamtdeutschen Zeitung auf.[4][5] Der Freitag sah seine publizistische Aufgabe zunächst darin, das Zusammenwachsen der beiden deutschen Staaten kritisch und konstruktiv zu begleiten und ein Forum für eine west-östliche Debatte zu bieten. Er wandte sich dabei vornehmlich an eine urbane, gebildete, linksbürgerliche Leserschaft. Eine Leserbefragung im Jahr 2006 ergab, dass etwa ein Drittel der Freitag-Leser aus den neuen Bundesländern stammte.[6]

 
Altes Logo bis Januar 2009

Die Gründungsherausgeber waren Günter Gaus (†), Wolfgang Ullmann (†), Gerburg Treusch-Dieter (†) und Christoph Hein. Auf die Frage, was der Begriff „links“ ihm bedeute, antwortete Gaus im Gespräch mit Alexander Kluge im Jahr 1993: „Ich nenne links, dass man gesellschaftliche Fragen für vorrangig hält. Dass man die gesellschaftlichen Antworten, die gegeben werden, jedes Mal sehr skeptisch überprüft, ob sie wirklich mehr als eine Tagesantwort sein können.“[7]

Bis 1996 gehörte der Freitag der Medien Schmidt & Partner, die unter anderem auch für den Verlag Elefanten Press verantwortlich zeichnete. Im Frühjahr des Jahres wurde der Freitag für den symbolischen Preis von einer Mark verkauft.[8] Zur damaligen neuen Eigentümergruppe gehörten unter anderen die Journalisten Ursel Sieber, Wolfgang Storz und Holger Schmale, der Arzt Willi Brüggen und der Sozialwissenschaftler Frieder Otto Wolf. Es gelang den neuen Verlegern, das Unternehmen fast von der gesamten Schuldenlast in Höhe von rund 1,5 Millionen Mark zu befreien.

Neustart 2008/2009: Das MeinungsmediumBearbeiten

 
Der Freitag, Titelseite vom 5. Februar 2009

Am 26. Mai 2008 kaufte der Verleger und Journalist Jakob Augstein den Freitag und übernahm formell am 1. Juni des Jahres die Zeitung.[8] Unter Augstein erhielt der Freitag zunächst eine neue Redaktionsstruktur: Von Herbst 2008 an war Philip Grassmann, vorher bei der Süddeutschen Zeitung, Chefredakteur der bislang eher basisdemokratisch organisierten Redaktion.[9] Sein Stellvertreter war von 2010 bis 2012 Jörn Kabisch, vorher bei der taz.[10] Ihm folgte zum April 2012 Jana Hensel nach.[11] Sie verließ das Blatt zum Ende des Jahres 2014 „auf eigenen Wunsch“. Ihr Nachfolger war der bisherige Leiter der Ressorts Kultur und Alltag, Michael Angele.[12] Seit März 2016 ist Katja Kullmann stellvertretende Chefredakteurin. [13] Augstein selbst trat zum Februar 2013 in die Chefredaktion ein. Seit Mitte März 2017 ist Christian Füller Chefredakteur des Freitag. [14] Mitte Juni 2010 wechselte Ulrike Winkelmann von der taz zum Freitag und wurde Leiterin des Politikressorts.[15] Sie verließ das Blatt nach nur knapp einem Jahr und kehrte zur taz zurück.[16] Ihr folgte von September 2011 bis Februar 2013 Verena Schmitt-Roschmann nach, die zuvor bundespolitische Korrespondentin bei dapd war.[17] Art-Direktorin war bis Februar 2013 Janine Sack. Ähnlich wie bei der taz verdienen Redakteure und Autoren deutlich weniger als bei anderen Zeitungen.

Die Geschäftsführung der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG übernahm 2008 Detlev Hustedt. Er war zuvor stellvertretender Gesamtanzeigenleiter bei der WELT-Gruppe und Anzeigenleiter bei der Wochenzeitung Die Woche, sowie Geschäftsführer der Nachrichtenagentur pressetext.deutschland.[18] Im März 2010 verließ Geschäftsführer Hustedt den Freitag.[19] Zum Neustart erhöhte der Freitag seine Auflage der Ausgabe 06/2008 auf 70.000 Exemplare. Ebenso wurde die Zahl der Verkaufsstellen bundesweit kurzfristig auf mehr als 20.000 erhöht.[20]

Nachdem erste Anzeigen von Markenartikeln im bis dahin anzeigenarmen Freitag erschienen waren, gab es auf der Leserbriefseite Diskussionen über den künftigen Kurs des Blattes, in denen Augstein auf die wirtschaftliche Notwendigkeit des Anzeigengeschäftes hinwies und die redaktionelle Unabhängigkeit des Freitags gegenüber allen äußeren Interessen unterstrich.[21]

Am 5. Februar 2009 erfolgte eine optische Neugestaltung der Zeitung und des Internetauftritts.[22] Neben den Artikeln der Redaktion und einem Archiv wird dort nun auch Bloggern die Möglichkeit geboten, in der Community eigene Beiträge zu veröffentlichen. Eine Auswahl hieraus wird wöchentlich in der gedruckten Ausgabe veröffentlicht. Die Zahl redaktioneller Mitarbeiter wurde von sieben auf zwanzig erhöht und die Verkaufsstellen verfünfzehnfacht. Der Verlag beschäftigt 35 Mitarbeiter.[23] Das Titellogo wurde geändert, die Namen der Herausgeber wurden vom Titelblatt entfernt; das Impressum enthielt keine Bezugnahme mehr auf den Sonntag und auf die Volkszeitung.

Das Blatt konnte sich in den ersten Jahren nach der Übernahme durch Augstein nur durch dessen Zuschüsse finanziell über Wasser halten.[24][25]

Im Dezember 2011 trennte sich der Verleger Augstein von den bisherigen Herausgebern der Zeitung Daniela Dahn, György Dalos, Frithjof Schmidt und Friedrich Schorlemmer. Er begründete das damit, dass die Phase des Übergangs bei der Übernahme der Zeitung nun abgeschlossen sei, der Freitag habe nun den Charakter einer ‚normalen Zeitung‘ (und nicht mehr eines ‚Projekts‘), woraus folge, dass das Institut der Herausgeber sich für den Freitag überlebt habe.[26][27] Hintergrund sei ein Beitrag von Dahn zum Bürgerkrieg in Libyen gewesen, der nicht im Freitag erscheinen konnte,[28][29] so dass sie ihn in den Blättern für deutsche und internationale Politik veröffentlichte.[30]

Die Verluste des Freitag wurden faktisch durch Gewinne aus Augsteins Spiegel-Anteilen finanziert.[25] Als Reaktion auf die wirtschaftliche Misere des Blattes kündigte Augstein an, die 40-köpfige Redaktion im Jahr 2013 um neun Stellen zu verkleinern.[31] Die verkaufte Auflage stieg seitdem wieder leicht an.

Zum Jahresanfang 2017 schuf Augstein das „überlebte“ Amt des Herausgebers neu und bestellte Jürgen Todenhöfer dazu. Dessen Funktion beschränkt sich laut Augsteins Aussage in einem Interview der taz darauf, dass Todenhöfer die Chefredaktion berät und in die Konferenzen kommen darf. Auf Nachfrage, dass dies „nicht viel“ sei und wozu Todenhöfer denn benötigt würde, verwies Augstein auf Todenhöfers „riesige Fangemeinde im Internet“ und bezeichnete ihn als „völlig unabhängige[n] Publizist[en]“. Man hoffe, unter seinen 700.000 Facebook-Fans neue Leser zu gewinnen.[32] Augstein bestritt gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass Redaktionsmitglieder aufgrund von Todenhöfers Ernennung den Freitag verlassen wollten, räumte aber ein, dass es aus diesem Anlass redaktionsintern einen Streit über das Selbstverständnis des Blattes gegeben habe.[33] Martin Krauß, der über ein Vierteljahrhundert als freier Journalist dort veröffentlicht hatte, stellte seine Mitarbeit im Januar 2017 ein und begründete dies in der Jüdischen Allgemeinen damit, dass Todenhöfer antisemitische Stereotype bedient habe.[34] Da ihm eine „antiwestliche Haltung“ vorgeworfen wird, wurde die Ernennung in sozialen Netzwerken kritisiert[35]

Nach Darstellung Augsteins von Anfang 2017 macht der Freitag inzwischen keine Verluste mehr und ist somit nicht mehr auf seine finanzielle Unterstützung angewiesen.[33] Der Jahresabschluss von Der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG hatte zum Geschäftsjahr 2015 noch einen nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Fehlbetrag von 91.986,59 Euro ausgewiesen.[36]

ReichweitenentwicklungBearbeiten

Seit der Gründung der Zeitung ist die Auflage deutlich zurückgegangen. 1990 lag sie noch bei rund 50.000 Exemplaren. Zwischen November 2009 und Sommer 2011 wurde die Auflage nicht mehr der IVW gemeldet. Von Ende 1998 bis Ende 2008 sank die Zahl der Abonnenten laut IVW um etwa 26 Prozent.[37] Nach dem Relaunch des Freitag im Jahr 2009 hielt der Abwärtstrend zunächst weiter an, konnte dann aber trotz der Kündigung einer beträchtlichen Zahl von Alt-Abonnenten gestoppt werden. Seitdem stieg die Zahl der Abonnenten vom niedrigen Niveau des dritten Quartals 2009 ausgehend um 122,8 Prozent an.[38] Die verkaufte Auflage liegt aktuell bei 21.597 Exemplaren.[39]

Entwicklung der verkauften Auflage[40]

 


Entwicklung der Abonnentenzahlen[41]

 


Inhalt und ZeitungsbücherBearbeiten

Der Freitag besteht seit dem Relaunch aus drei Zeitungsbüchern. Die bereits bestehenden Bücher Politik und Kultur wurden überarbeitet und durch das neue, dritte Buch Alltag ergänzt. Im Buch Alltag sind Porträts, größere Interviews, Lesestücke und Kolumnen sowie Vorabdrucke von Sachbüchern vorgesehen. Seit September 2014 hat der Freitag einmal im Monat ein viertes Buch „Wirtschaft“; das Resort wird von Sebastian Puschner geleitet. Im Juni 2016 erschien erstmals Robinson - ein Longread-Teil mit Reportagen und Interviews. [42]

  • Erstes Buch, wie früher: Politik
  • Wirtschaft (einmal monatlich)
  • Kultur unter der Leitung von Michael Angele[1]
  • Alltag
  • Robinson (zzt. 4x im Jahr)

Ein neues Element der Print-Ausgabe war beispielsweise die Wochenchronik auf Seite 12. In einer subjektiven Auswahl stellt die Redaktion auch die wichtigsten Ereignisse der vorangegangenen Woche zusammen. Weiterentwickelt und mit einer großen Illustration versehen wurde die Alltagsgeschichte, eine journalistisch-literarische Kurzgeschichte. Außerdem wurde der Wissensteil der Zeitung auf zwei Seiten ausgebaut. Dieser wurde später dem Feuilleton zugeteilt, das seitdem zwei zusätzliche Film-Seiten enthält. Weiterhin neu waren das Lexikon der Gegenwart (A-Z) und das Storyboard, in dem ein Illustrator auf Grundlage einer wahren Begebenheit zeichnet, sie aber nach eigenen Vorstellungen zu Ende bringt. Der Literaturteil wurde zunächst gekürzt, dann aber wieder sukzessive erweitert: Der Freitag beinhaltet zwei Literaturseiten, mehrmals im Jahr erscheinen Sonderliteraturseiten [43] und Sonderbeilagen zu Krimi [44] und Sachbuch [45]

Obgleich der Pressekodex des Deutschen Presserats in seiner Richtlinie 2.6 grundsätzlich vorsieht, dass Zuschriften unter voller Namensnennung abgedruckt werden sollen, erscheinen auf der Leserbriefseite des Freitag überwiegend pseudonyme und anonyme Leserzuschriften, die den Blogs der Freitag-Community entnommen sind. Die Redaktion ist der Ansicht, sie brauche die Namen der Betroffenen nicht zu kennen, und überträgt dabei die Gepflogenheiten in ihrem Webforum auf die gedruckte Zeitung. Der Deutsche Presserat befand dieses Vorgehen als richtlinienkonform, solange zutreffend auf die Herkunft der Beiträge verwiesen werde.[46] Dieser Hinweis findet sich jedoch nicht auf der Leserbriefseite.

ErscheinungsbildBearbeiten

Der Freitag erscheint im sogenannten Rheinischen Format (Satzspiegel ist 325 mm breit und 465 mm hoch) jeden Donnerstag mit 24 vollständig vierfarbigen Seiten.

Die Schriften sind in einer von Schriftdesigner Lucas de Groot weiterentwickelten TheAntiqua gesetzt.[1] De Groot gestaltete u. a. auch die Schriften des Spiegel und der Tageszeitung.[47] Bis Ausgabe 05/2009 wurde Stempel Garamond verwendet.

Der Freitag onlineBearbeiten

 
Screenshot der Website der Zeitung (2009)

Das Internetangebot wurde zum 5. Februar 2014 komplett neu konzipiert. Weiterhin werden online mehrmals täglich eigene und ins Deutsche übersetzte Texte vom britischen Syndizierungspartner Guardian und Observer veröffentlicht. Die Redaktion bearbeitet sowohl die Print- als auch die Onlineausgabe.

Redaktionelle Beiträge stehen gleichberechtigt neben jenen der Community, die als Plattform für „kritische Debatten und kontroverse Sichtweisen“ dienen soll.[48] Sie orientiert sich am Angebot des Guardian, das aktuell dreizehn Millionen Nutzer aufweist.[48] Leser erhalten so die Möglichkeit, sich inhaltlich zu äußern.[49] Der Freitag möchte Online- und Printausgabe eng miteinander verbinden.[50]

Benutzer können Artikel kommentieren und bewerten sowie Beiträge im eigenen Blog erstellen. Ausgewählte Beiträge werden honoriert und in die Printausgabe übernommen.[51][52] Dabei werden Kommentatoren, Blogger und Publizisten unterschieden. Letztere tragen nach Ansicht der Redaktion und der Community längerfristig qualitativ höherwertige Inhalte bei.[53][54] Um eine Transparenz bei den Quellen der Artikel zu schaffen, werden die Artikel – je nach Herkunft – auch in der Printausgabe mit Farbcodes versehen.[55]

Internetauftritt und Community wurden in Zusammenarbeit mit Bloggern konzipiert, die dort anfangs auch schrieben. Nach einer Weile kam es zu Kritik.[56] Das redaktionelle Konzept für das Zusammenwirken von Blog und Print wurde seitdem mehrfach geändert. Freitag-Herausgeber Jakob Augstein hatte sich über die politische Blogosphäre vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Zeitungskrise kritisch geäußert.[57]

Im September/Oktober 2009 diskutierte Augstein mit den Nutzern der Freitag-Community über die Frage einer kostenpflichtigen Nutzung des Angebots.[58]

Der frühere freie Mitarbeiter des Freitag Rudolf Walther zog im Februar 2014 zum fünften Jahrestag der Blattreform ein eher nüchternes Fazit. Viele ehemalige Redakteure und freie Mitarbeiter hätten das Blatt verlassen. Die Bezugnahme auf das Modell des Guardian bei der Verbindung von Print und Online sei ein „Anfall von Selbstüberschätzung“ gewesen. Die Online-Community habe sich zu einer „Kinderspielwiese“ entwickelt. Mittlerweile sei deutlich geworden, dass man „im Netz zwar Geld investieren und versenken, aber nur mit der gedruckten Zeitung welches verdienen“ könne. Ob es den Freitag in fünf Jahren noch geben werde, sei ungewiss angesichts der stagnierenden Auflage.[59]

Seit November 2014 steht für die Leser auch eine App für diverse Endgeräte zur Verfügung.

Syndizierungspartner The GuardianBearbeiten

Der Freitag hat eine Kooperation mit der britischen Tageszeitung The Guardian für den deutschsprachigen Raum.[48] Der Guardian liefert pro Ausgabe drei bis acht ins Deutsche übersetzte Artikel. Dies soll laut Augstein zu mehr internationalen Themen im Freitag führen.[60]

Ein weiteres Element der Kooperation ist eine Microsite des Guardian auf der Internetpräsenz des Freitag. Die Microsite fasst ausgewählte englischsprachige Artikel und Themen für den Leser zusammen und verlinkt auf das Komplettangebot des Guardian. Mit der Microsite ist die Website die bisher einzige im deutschsprachigen Raum, in der Nachrichten von zwei unabhängigen Medienunternehmen publiziert werden. Optisch angelehnt ist die Microsite an die Hauptseite des Guardian.

Laut Colin Hughes, Managing Director The Guardian, steht die Zusammenarbeit erst am Anfang: „Wir hoffen, dass wir die Beziehung im Laufe der Zeit weiter vertiefen können.“[60]

Ähnliche Kooperationen unterhält der Guardian weltweit bereits mit mehr als 80 Medienpartnern. „Das Konzept, das Herr Augstein entwickelt hat, passt sehr gut zu unseren Vorstellungen. Der Freitag ist ein perfekter Partner, mit dem wir gerne zusammenarbeiten, um unsere Inhalte einer neuen Leserschaft zugänglich zu machen“ so Hughes.[61]

AuszeichnungenBearbeiten

Im Februar 2010 wurde die Zeitung von der Society for News Design mit Sitz in Orlando (Florida) neben der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und der New York Times als World's Best Designed Newspaper 2009 ausgezeichnet.[62]

Bei den im März 2010 in Hamburg vergebenen LeadAwards bekam das Onlineangebot die Auszeichnung in der Kategorie Webmagazin des Jahres.[63] 2013 erhielt der Freitag eine Silbermedaille in der Kategorie Leadzeitung des Jahres.[64]

Bei den im Mai 2010 in Frankfurt am Main vergebenen Awards des deutschen Art Directors Club erhielt das Onlineangebot in der Kategorie Online Editorial einen bronzenen Nagel.[65]

Für den satirischen Beitrag Integriert euch! zur Sarrazin-Debatte wurde Ulrike Winkelmann, Ressortleiterin Politik, mit dem Alternativen Medienpreis 2011 ausgezeichnet.[66][67]

Stimmen zum FreitagBearbeiten

Die folgenden Kommentare beziehen sich auf den Freitag vor dem Neustart 2009:

„Der Freitag ist heute die gescheiteste deutsche Wochenzeitung – klein, aber unverwechselbar souverän, bisweilen angenehm anachronistisch.“

Heribert Prantl, in: Süddeutsche Zeitung, Deutschland Archiv, 5/2004.

„Nach meinem Eindruck hat sich die Gesellschaft im staatlich zusammengeschlossenen Deutschland weit nach rechts hin entwickelt. Was unter den Blättern der alten Bundesrepublik einstmals linksliberal war, ist neoliberal geworden; manches auch deutschnational. Die Politik im Land und die Darstellung und Diskussion in den Medien hat Schlagseite. Ob es hilft, dass sich der Freitag dagegen stemmt? Die Zweifel daran, die mich gelegentlich befallen, können meine Absicht nur bestärken, den Freitag im Dagegen-Sein zu unterstützen.“

Günter Gaus (2001)

Nach ihrem Ausscheiden als Herausgeberin sagte Daniela Dahn zur weiteren Entwicklung des Freitag seit 2009:[26]

„Ich wollte den Anspruch, Gegeninformationen zu liefern, nicht aufgeben und die analytische und intellektuelle Substanz bewahren. Auch wollte ich den neuen Alltagsteil nicht auf Zerstreuung, Lifestyle, Prominente der Kulturindustrie oder gar Boulevard-Stories beschränkt sehen. Die sollten zum Beispiel durch mehr Geschichten aus der akademischen und produzierenden Arbeitswelt ergänzt werden, Geschichten vom Überleben, die erzählen, wie die Wirtschaft in den Alltag ganz normaler Leute funkt. Ich hielt es für verfrüht, dass der Freitag den Brückenbau zwischen West und Ost(-Europa) aufgegeben hat. Kurzum, im Laufe der Zeit haben sich unsere Vorstellungen von der Identität der Zeitung zu meinem Bedauern entfernt.“

Daniela Dahn (2012)

LiteraturBearbeiten

  • Lutz Herden (Hrsg.): Ernstfall Einheit – 15 Jahre Freitag. Ein Dokument der Zeitgeschichte, der politischen und journalistischen Vitalität von 1990 bis 2005. Edition Freitag, Berlin 2005, ISBN 3-936252-05-X.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Impressum des Freitag, abgerufen am 3. Februar 2013
  2. "Der Freitag" Jürgen Todenhöfer wird Herausgeber ", vom 7. Dezember Spiegel Online (abgerufen am 26. Dezember 2016)
  3. Christian Füller wird neuer Chefredakteur des "Freitag"
  4. Der Freitag: Impressum. Abgerufen am 19. März 2011: „Gründungsjahr 1990. Hervorgegangen aus dem ‚Sonntag‘, Ostberlin, gegründet 1946 vom Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands, und der ‚Volkszeitung‘, ehemals ‚Deutsche Volkszeitung‘, gegründet 1953 in Düsseldorf von Reichskanzler a. D. Dr. Joseph Wirth, und der ‚Tat‘, gegründet 1950 in Frankfurt/M. von der VVN.“
  5. Der Spiegel 3. Juni 1991: Graf Saldos Gewerbe
  6. Heinrich Eckhoff: Ein starkes Zeitungspublikum. In: Der Freitag, 5. Januar 2007, abgerufen am 24. Januar 2015.
  7. Freitag Archiv: „Was nennen Sie links?“, JUBILäUM II: Günter Gaus im Gespräch mit Alexander Kluge (1993)
  8. a b Wilhelm Brüggen: „Ein gut bestelltes Haus“, Freitag Nr. 22 vom 30. Mai 2008
  9. "Sonderstellung im Land". Abgerufen am 23. April 2015.
  10. Kress.de: „Kress Profil ‚Jörn Kabisch‘“, In der Personendatenbank KressKöpfe
  11. David Hein: Jana Hensel kehrt dem "Freitag" den Rücken. In: horizont.net. 5. Januar 2015. Abgerufen am 16. Februar 2012.
  12. Marc Bartl: Wechsel in der Chefredaktion des „Freitag“: Jana Hensel ist weg, Michael Angele steigt auf. In: kress. 5. Januar 2014. Abgerufen am 5. Januar 2014.
  13. new-business.de: Katja Kullmann verstärkt das Team der Chefredaktion beim 'Freitag'. new-business.de. Abgerufen am 9. November 2016.
  14. horizont.net: Als Nachfolger von Philip Grassmann Christian Füller wird Chefredakteur des "Freitag". In: Horizont.net. 23. Februar 2017. Abgerufen am 24. März 2017.
  15. Nach elf Jahren „taz“: Winkelmann wird Politik-Chefin beim „Freitag“, kress.de, 28. April 2010.
  16. Ulrike Winkelmann wechselt zur taz zurück. In: Meedia. 20. Mai 2011. Abgerufen am 12. Juni 2011.
  17. Kress.de: „Freitag“ holt sich dapd-Frau: Verena Schmitt-Roschmann wird Politik-Chefin. 10. Juni 2011. Abgerufen am 11. Juni 2011.
  18. Kress.de: „Kress Profil ‚Detlev Hustedt‘“, In der Personendatenbank KressKöpfe
  19. Meedia.de: Geschäftsführer Hustedt verlässt Freitag
  20. dnv-online.de Der neue FREITAG geht mit 70.000 Exemplaren an den Start, vom 16. Januar 2009
  21. Freitag Nr. 49 vom 5. Dezember 2008 S. 12 „Tagebuch“
  22. Die Welt: Zurück zu den Wurzeln. 29. Dezember 2008
  23. kress.de Mediendienst Kress.de
  24. Wolfgang Michal: Arm und nicht mal sexy: Warum gerade linke Zeitungen so große Probleme haben. In: Carta.info. 18. November 2012. Abgerufen am 21. November 2012: „Nachdem das Blatt eine Zeitlang aus den IVW-Statistiken verschwunden war, ist seit Herbst 2011 wieder zu sehen, wie die Auflage – stagniert. Knapp 14.000 Exemplare verkaufte der Freitag im dritten Quartal 2011. Und auf diesem Niveau bewegt er sich auch ein Jahr später, trotz ansprechender Renovierungsarbeiten, trotz unterstützender Netz-Community und eines journalistisch überaus umtriebigen Verlagsleiters. Ohne die Zuschüsse aus dem Vermögen des Chefs wäre das Blatt wohl längst über die Spree gegangen.“
  25. a b Uwe Müller: Jakob Augstein wird Chefredakteur des „Freitag“. In: welt.de. 21. Dezember 2012. Abgerufen am 22. Dezember 2012.
  26. a b Stefan Reinecke: Interview über Rauswürfe beim „Freitag“: "Nur noch ein Störfaktor". In: taz.de. 5. Januar 2012. Abgerufen am 5. Januar 2012. (Interview mit Daniela Dahn.)
  27. Peter Wolter: „Der Freitag hat intellektuell an Substanz verloren“. In: Junge Welt. 6. Januar 2012. Abgerufen am 5. Januar 2012. (Interview mit Daniela Dahn.)
  28. Ulrike Simon: Vier Herausgeber müssen gehen. In: Frankfurter Rundschau. 6. Januar 2012. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  29. Birte Bühnen: „Normale Zeitung“ und kein „Projekt“ mehr: Augstein trennt sich von den Herausgebern des „Freitag“. In: kress.de. 6. Januar 2012. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  30. Daniela Dahn: Störfaktor Gaddafi. In: Blätter für deutsche und internationale Politik. Juli 2011. Seiten 35–39. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  31. Jürn Kruse: Redaktion soll eingedampft werden. In: taz. die tageszeitung. 12. Dezember 2012. Abgerufen am 22. Dezember 2012.
  32. Interview von Anne Fromm mit Jakob Augstein:Jakob Augstein über Jürgen Todenhöfer „Er ist kein Journalist“ taz vom 8.  Dezember  2016
  33. a b Interview von Evelyn Roll mit Jakob Augstein:"Eine beeindruckende Gestalt", Süddeutsche Zeitung vom 2. Februar 2017
  34. Martin Krauß: Nicht mit Todenhöfer, Jüdische Allgemeine vom 12. Januar 2017
  35. Ehemaliger Burda-Vorstand Jürgen Todenhöfer wird Herausgeber des „Freitag“, Hamburger Morgenpost vom 7. Dezember 2016
  36. Der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015, einsehbar beim Bundesanzeiger
  37. Vergleich laut IVW (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  38. Vergleich laut IVW (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  39. laut IVW, viertes Quartal 2016, wöchentlich (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  40. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  41. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  42. new-business.de: 'der Freitag' startet neuen Longread-Teil 'Robinson'. new- business.de. Abgerufen am 9. November 2016.
  43. freitag.de: [1]
  44. freitag.de [2]
  45. freitag.de [3].
  46. Eckart Roloff: Mode mit markanten Mängeln. MEDIENgedanken: Manche Zeitungen bringen gern pseudonyme Leserbriefe. Gut ist das nicht. In: neues deutschland. 13. Oktober 2012. Abgerufen am 20. November 2012.
  47. Lucasfonts Case Studies
  48. a b c Regina Mönch: „Ein Wort soll das andere geben“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 7. Februar 2009. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  49. Interview mit Philip Grassmann Wir verzahnen Print und Online so eng wie keine andere Zeitung (exklusiv) (Memento vom 8. Februar 2009 im Internet Archive) in Medienhandbuch.de vom 6. Februar 2009.
  50. Kunst-Stück: Augsteins „Freitag“ startet Anfang Februar. In: kress.de. 16. Januar 2009. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  51. Almut Kipp, dpa: Augstein frischt den „Freitag“ auf. In: Grenzecho.de. 30. Januar 2009. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  52. Lydia Harder: Freitag-Blogger: Klick und Frieden. In: FAZ. 12. Juni 2010. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  53. Järn Kabisch: Werden Sie Publizist! In: Freitag.de. 31. Januar 2009. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  54. Interview mit Jakob Augstein Backstage: Das Interview. 5 Fragen an Jakob Augstein, Journalist, Publizist und Herausgeber In: Backstage. 2. Februar 2009. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  55. Harry Nutt New Kids on the Blog. In: Frankfurter Rundschau vom 5. Februar 2009. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  56. Christian Sickendieck: Das Versagen des Freitag. In: F!xmbr. 22. März 2009. Stephan Erdmann: Augsteins Freitag: Planlos Online. In: Feynsinn – mehr Demokratie wagen. 12. Juni 2009.
  57. Jakob Buhre, Felix Kubach: "Das Netz hat gewonnen" In: Frankfurter Rundschau, 10. Juni 2009, abgerufen am 7. Januar 2012 (Interview mit Jakob Augstein): „Oh Gott, bitte gib uns noch ein bisschen Zeit und lass die Zeitungen nicht so schnell sterben, weil sonst das Feld brach liegt. Wenn Don Alphonso und Sascha Lobo diejenigen sind, die diese Lücke in Zukunft ausfüllen sollen, dann kann ich nur sagen: Herzlichen Glückwunsch!“ – Vgl. dazu: Stephan Erdmann. Augsteins Freitag: Planlos Online. Feynsinn – mehr Demokratie wagen, 12. Juni 2009.
  58. Jakob Augstein. Zukunft / Freitag / Bezahltes Internet. Freitag-Community, 30. September 2009; ders., Zukunft / Freitag / Bezahltes Internet 2. Teil, Freitag-Community, 3. Oktober 2009; ders. Zukunft / Bezahltes Internet / 3. Teil. Freitag-Community, 6. Oktober 2009.
  59. Rudolf Walther: Besser dank Community? In: Neues Deutschland, 5. Februar 2014, abgerufen am 13. Februar 2014.
  60. a b Dossier Augsteins Avantgarde-Versuch Zeitung 2.0 (Memento vom 10. Februar 2009 im Internet Archive)
  61. Freitag.de „Der Freitag ist für uns ein perfekter Partner“
  62. Society of Newspaper Design „The paper in a word: delightful“
  63. Lead Awards
  64. Lead Academy [4]
  65. ADC 2010
  66. Ulrike Winkelmann: Integriert Euch!. In: Der Freitag. 2. September 2010. Abgerufen am 22. Juli 2011.
  67. Alternativer Medienpreis: Preisträger 2011. Abgerufen am 22. Juli 2011.