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Kawhi Leonard

US-amerikanischer Basketballspieler
Basketballspieler
Kawhi Leonard
1 kawhi leonard 2019 (cropped).jpg
Spielerinformationen
Voller Name Kawhi Anthony Leonard
Spitzname The Claw, The Klaw, Fun Guy, Board Man,
Geburtstag 29. Juni 1991 (28 Jahre und 138 Tage)
Geburtsort Riverside, Kalifornien, Vereinigte Staaten
Größe 201 cm
Position Small Forward
College San Diego State
NBA Draft 2011, 15. Pick, Indiana Pacers
Vereinsinformationen
Verein Los Angeles Clippers
Liga NBA
Trikotnummer 2
Vereine als Aktiver
2011–2018 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten San Antonio Spurs
2018–2019 KanadaKanada Toronto Raptors
2019– Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Los Angeles Clippers

Kawhi Anthony Leonard (Aussprache: [kəˈwaɪ]; * 29. Juni 1991 in Riverside, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Basketballspieler, der seit 2019 für die Los Angeles Clippers in der NBA spielt.

Schul- und CollegezeitBearbeiten

Leonard spielte während seiner Schulzeit Basketball an der Martin Luther King High School in seinem Geburtsort Riverside im US-Bundesstaat Kalifornien. Am 18. Januar 2008 wurde Leonards Vater in der von ihm betriebenen Autowaschanlage in Compton erschossen. Leonard entschied sich dennoch dafür, am nächsten Tag in einem Match für seine High School zu spielen. Nach der Begegnung erlebte er noch am Spielort in der Sporthalle einen emotionalen Zusammenbruch.[1] Im Oktober 2008 gab er seine Entscheidung bekannt, ein Stipendiumsangebot der San Diego State University anzunehmen.[2]

Er wechselte 2009 an die San Diego State University. In seiner Freshman-Saison erzielte er pro Spiel durchschnittlich 12,7 Punkte und holte 9,9 Rebounds. Mit den Aztecs schied er beim NCAA Division I Basketball Championship-Turnier in der ersten Runde gegen die University of Tennessee aus. In seiner Sophomore-Saison steigerten sich Leonards Statistiken auf im Schnitt 15,7 Punkte und 10,4 Rebounds pro Spiel und er erreichte mit seinem Team die Sweet Sixteen des NCAA-Turniers. Dort schied man jedoch gegen den späteren Meister, die University of Connecticut, aus.[3]

NBABearbeiten

Bei der NBA-Draft 2011 wurde Leonard an 15. Stelle von den Indiana Pacers ausgewählt, jedoch kurz darauf zu den San Antonio Spurs getauscht. Im Gegenzug wechselte unter anderem George Hill nach Indiana. Nachdem Manu Ginobili mit einer gebrochenen Hand zu Beginn der Saison ausfiel, wurde Leonard dessen Platz in der Anfangsaufstellung übertragen. Seine Rookie-Saison beendete Leonard mit im Durchschnitt 8,9 Punkten, 6,2 Rebounds und 0,5 Assists pro Spiel. Bei der Wahl zum NBA Rookie of the Year Award erreichte Kawhi den vierten Platz hinter Kenneth Faried, Ricky Rubio und dem Gewinner Kyrie Irving.

Am 3. November 2012 gelang ihm gegen Utah Jazz mit fünf Körben bei fünf Würfen aus dem Feld, einem Dreipunktwurf bei einem Versuch und 2-von-2 von der Freiwurflinie ein „perfektes Spiel“ ohne Fehlwurf. Damit wurde er nach Danny Green, der am 23. April 2012 ohne Fehlversuch blieb (6-von-6 aus dem Feld, 2 von 2 Freiwürfen), der zweite Spieler der Spurs, dem dies gelang. 2013 erreichte er mit den Texanern die NBA-Finalserie, jedoch unterlag man den Miami Heat. In der Endspielserie der Saison 2013/14 traf er mit seinen San Antonio Spurs wieder auf Miami, das diesmal mit 4:1-Siegen bezwungen wurden. Leonard leistete dabei einen großen Beitrag zur fünften NBA-Meisterschaft der Spurs und wurde nach dem Spiel zum MVP der Finalserie gekürt. Er wurde damit der drittjüngste Spieler, der jemals diese Auszeichnung erhielt. Am 23. April 2015 wurde bekanntgegeben, dass Leonard als bester Verteidiger der NBA-Saison 2014/15 ausgezeichnet wurde. Er führte die Statistik der Liga mit 2,3 Steals pro Spiel an und wurde damit nach Michael Jordan und Hakeem Olajuwon erst der dritte Spieler in der NBA-Geschichte, der im Laufe seiner Karriere sowohl bester Spieler einer Finalserie sowie als Verteidiger des Jahres ausgezeichnet wurden.[4]

Im Juli 2015 verlängerte Leonard seinen auslaufenden Vertrag bei den Spurs um fünf Jahre, das Arbeitspapier sicherte ihm ein Gehalt von insgesamt 90 Millionen US-Dollar. Im Jahre 2016 wurde er erstmals in seiner Karriere in das NBA All-Star Game als Starter für die Western Conference berufen.[5] Leonard spielte eine überragende Saison für die Spurs und erzielte in nahezu allen Kategorien Karrierebestwerte. Er wurde zudem zum zweiten Mal in Folge als Verteidiger des Jahres ausgezeichnet.[6] Bei der Wahl zum wertvollsten Spieler der Saison 2016 landete Leonard hinter Stephen Curry auf dem zweiten Platz.[7]

Ein Jahr später wurde er bei der MVP-Wahl Dritter hinter Russell Westbrook und James Harden;[8] bei der Wahl des Verteidiger des Jahres wurde er ebenfalls Dritter (hinter Draymond Green und Rudy Gobert).[9] Darüber hinaus wurde er ins All-NBA-First-Team sowie ins NBA-All-Defensive-First-Team gewählt.[10][11] In den Playoffs unterlagen seine Spurs dennoch in der Conference-Finalserie den Golden State Warriors. Im darauffolgenden Spieljahr absolvierte Leonard aufgrund einer Schulterverletzung und einer anschließenden langen Wiederaufbauphase nur neun Saisonspiele. In dieser Zeit kam es zwischen Leonard und der texanischen Mannschaft zu Unstimmigkeiten, die damit endeten, dass Leonard seinen Willen zum Vereinswechsel ausdrückte.[12]

Am 18. Juli 2018 wurde er zusammen mit Danny Green im Tausch gegen DeMar DeRozan und Jakob Pöltl zu den Toronto Raptors transferiert.[13] Mit den Raptors zog Leonard im Spieljahr 2018/19 erstmals in der Mannschaftsgeschichte in die NBA-Finalserie ein, wo man den amtierenden Meister Golden State Warriors mit 4:2-Siegen bezwang. Leonard wurde nach 2014 zum zweiten Mal als wertvollster Spieler (MVP) der Finalserie ausgezeichnet.[14] Er wurde damit der erste Spieler, der sowohl in der Western- als auch in der Eastern-Conference sowohl den NBA-Meistertitel als auch die Auszeichnung des besten Spieler der Finalserie gewann.[15] Leonard kam in der Meistersaison auf Mittelwerte von 26,6 Punkten und 7,3 Rebounds für die Kanadier, zudem bereitete er statistisch gesehen je Begegnung 3,3 Korberfolge seiner Nebenleute vor.[16]

Am 6. Juli 2019 entschied sich Leonard, einen Vertrag bei den Los Angeles Clippers zu unterschreiben und damit in seinen Heimatbundesstaat zurückzukehren.[16]

ErfolgeBearbeiten

StatistikBearbeiten

Regular SeasonBearbeiten

Legende
  GP Absolvierte Spiele (Games played)   GS Spiele von Beginn an (Games started)  MPG Absolvierte Minuten pro Spiel (Minutes per game)
 FG % Wurfquote aus dem Feld (Field-goal percentage)  3P % Wurfquote Drei-Punkte-Würfe (3-point field-goal percentage)  FT % Freiwurfquote (Free-throw percentage)
 RPG Rebounds pro Spiel (Rebounds per game)  APG Assists pro Spiel (Assists per game)  SPG Steals pro Spiel (Steals per game)
 BPG Blocks pro Spiel (Blocks per game)  PPG Punkte pro Spiel (Points per game)  FETT Karriere-Bestmarke
Saison Team GP GS MPG FG % 3P % FT % RPG APG SPG BPG PPG
2011–12 San Antonio 64 39 24.0 .493 .376 .773 5.1 1.1 1.3 0.4 7.9
2012–13 San Antonio 58 57 31.2 .494 .374 .825 6.0 1.6 1.7 0.6 11.9
2013–14 San Antonio 66 65 29.1 .522 .379 .802 6.2 2.0 1.7 0.8 12.8
2014–15 San Antonio 64 64 31.8 .479 .349 .802 7.2 2.5 2.3 0.8 16.5
2015–16 San Antonio 72 72 33.1 .506 .443 .874 6.8 2.6 1.8 1.0 21.2
2016–17 San Antonio 74 74 33.4 .485 .381 .880 5.8 3.5 1.8 0.7 25.5
2017–18 San Antonio 9 9 23.3 .468 .314 .816 4.7 2.3 2.0 1.0 16.2
2018–19 Toronto 60 60 34.0 .496 .371 .854 7.3 3.3 1.8 0.4 26.6
Gesamt 467 440 30.8 .495 .383 .848 6.3 2.4 1.8 0.7 17.7

PlayoffsBearbeiten

Saison Team GP GS MPG FG % 3P % FT % RPG APG SPG BPG PPG
2011–12 San Antonio 14 14 27.1 .500 .450 .813 5.9 0.6 1.2 0.4 8.6
2012–13 San Antonio 21 21 36.9 .545 .390 .633 9.0 1.0 1.8 0.5 13.5
2013–14 San Antonio 23 23 32.0 .510 .419 .736 6.7 1.7 1.7 0.6 14.3
2014–15 San Antonio 7 7 35.8 .477 .423 .771 7.4 2.6 1.1 0.6 20.3
2015–16 San Antonio 10 10 33.9 .500 .436 .824 6.3 2.8 2.6 1.4 22.5
2016–17 San Antonio 12 12 35.8 .525 .455 .931 7.8 4.6 1.7 0.5 27.7
2018–19 Toronto 23 23 39.0 .492 .386 .885 9.2 4.0 1.7 0.7 30.9
Gesamt 110 110 34.6 .507 .413 .835 7.7 2.4 1.7 0.6 19.5

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kawhi Leonard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eric Sondheimer: Shooting death of his father drives Riverside King's Leonard. In: www.latimes.com, 8. März 2008, abgerufen am 12. Juli 2019.
  2. https://www.thescore.com/nba/news/1759325
  3. Kawhi Leonard - Men's Basketball. Abgerufen am 6. Juli 2019 (englisch).
  4. nba.com Spurs’ Kawhi Leonard named Kia Defensive Player of the Year Award (Memento des Originals vom 2. Oktober 2018 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nba.com
  5. nba.com:Die All-Star-Starter im Überblick
  6. KAWHI LEONARD WINS 2015-16 KIA NBA DEFENSIVE PLAYER OF THE YEAR AWARD
  7. Warriors’ Curry wins second straight Kia MVP award (Memento des Originals vom 13. Mai 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nba.com
  8. Ergebnisse der MVP-Wahl auf NBA.com, abgerufen am 6. Juli 2017.
  9. Ergebnisse auf NBA.com, abgerufen am 6. Juli 2017.
  10. Harden, James, Westbrook, Leonard and Davis named 2016-17 All-NBA First Team. NBA.com, 18. Mai 2017, abgerufen am 6. Juli 2017 (englisch).
  11. Warriors’ Draymond Green, Jazz’s Rudy Gobert and Spurs’ Kawhi Leonard lead 2016-17 NBA All-Defensive First Team. NBA.com, 26. Juni 2017, abgerufen am 6. Juli 2017 (englisch).
  12. nba.com: Reports: Kawhi Leonard demands trade from San Antonio Spurs
  13. Sources: Kawhi to Toronto, DeRozan to Spurs. In: ESPN.com. (espn.com [abgerufen am 18. Juli 2018]).
  14. From NBA com Staff: Kawhi Leonard joins elite company in winning Finals MVP. Abgerufen am 6. Juli 2019 (englisch).
  15. Kawhi Leonard Wins NBA Finals MVP, First Player to Win in Both Conferences. Abgerufen am 6. Juli 2019.
  16. a b Kawhi Leonard and Paul George reportedly joining Los Angeles Clippers. Abgerufen am 6. Juli 2019 (amerikanisches Englisch).