Teoman Alibegović

jugoslawischer Basketballspieler

Teoman Alibegović (* 11. Januar 1967 in Zenica, SFR Jugoslawien) ist ein ehemaliger slowenischer Basketballspieler. Er ist bosnischer Abstammung.[1]

WerdegangBearbeiten

Mit der Auswahl Jugoslawiens wurde er 1986 in Österreich Junioren-Europameister,[2] 1987 wurde er Junioren-Weltmeister.[3] Auf Vereinsebene war er Spieler von Cantera Ljubljana.[4] Er ging 1988 in die Vereinigten Staaten und studierte bis 1991 an der Oregon State University. Mit 18,1 Punkten je Begegnung war er in der Saison 1990/91 mannschaftsintern führend.[5] Er spielte an der Oregon State University an der Seite Gary Paytons.[1]

Der 2,05 Meter große Flügelspieler[4] versuchte sich zunächst in der US-Liga Continental Basketball Association (CBA), bestritt in der Saison 1991/92 32 Spiele für die Yakama Sun Kings (8,8 Punkte im Schnitt).[6] Im Laufe der Saison heuerte er bei Mangiaebevi Bologna in Italien an. Nach einem Einsatz in der Saison 91/92 kam er für den Erstligisten in der Folgesaison auf 21,3 Punkte je Begegnung.[7] 1993 wechselte Alibegović zu Alba Berlin in die deutsche Basketball-Bundesliga. Bis 1996 war der Flügelspieler in jedem seiner drei Spieljahre in der Bundesliga bester Korbschütze der Berliner. 1993/94 brachte er es in der Bundesliga auf 19,1 Punkte je Begegnung, 1994/95 waren es 20,6 und 1995/96 20,7.[8] Er war eine der Hauptpersonen des Berliner Europapokalsieges 1995: Alibegović erzielte während der Korać-Cup-Saison 1994/95 22,7 Punkte pro Partie,[8] in den beiden Endspielen (Hin- und Rückspiel) gegen Mailand verbuchte er 21 beziehungsweise 34 Punkte.[9] Angesichts seines Weggangs aus Berlin sprach er später von der „schlimmsten Entscheidung seines Lebens“. Eigenem Empfinden nach war Alibegović seinerzeit auf seiner Position europaweit der beste Spieler und hätte nach einem weiteren Jahre in Berlin zu Großklubs nach Spanien oder Griechenland wechseln können.[10]

Zu Beginn des Spieljahres 1996/97 stand Alibegović bei Ülker Istanbul unter Vertrag. Im Dezember 1996 schloss er sich Genertel Triest in Italien an. Bis zum Saisonende 96/97 verbuchte er in der Serie A einen Schnitt von 21,9 Punkten pro Partie.[7] Er verstärkte im Spieljahr 1997/98 den spanischen Erstligisten Cáceres CB (13,6 Punkte/Spiel).[4] Alibegović ging nach Italien zurück, stand 1998/99 wieder in Triest und von 1999 bis 2002 bei Snaidero Udine unter Vertrag. Seine besten Punktwerte in Udine erreichte er 2000/01 mit 18,4 pro Begegnung.[7] In seinem letzten Spieljahr als Berufsbasketballspieler verstärkte er Ionikos Nea Filadelfia in Griechenland.[4]

Er nahm mit Slowenien an den Europameisterschaften 1993, 1995 und 1997 teil. Bei den Turnieren 1993 (17 Punkte/Spiel)[11] und 1995 (20,2 Punkte/Spiel)[12] war er bester Korbschütze der Mannschaft.

Zwischen 2003 und 2005 betreute Alibegović Snaidero Udine als Cheftrainer,[13] in der Saison 2005/06 war er als Manager von Fortitudo Bologna[14] und von Dezember 2006 bis Mitte November 2007 als Cheftrainer von Scafati Basket tätig. Bei Scafati hatte er im Spieljahr 2006/07 eine Bilanz von elf Siegen und elf Niederlagen. Nach nur drei Siegen aus neun Partien in der Saison 2007/08 wurde er abgelöst.[15]

Seine Söhne Amar,[16] Mirza[17] und Denis[18] schlugen ebenfalls Laufbahnen im Leistungsbasketball ein. Er ist mit der Tochter des früheren Fußballtorhüters Refik Muftić verheiratet. Der Basketballspieler Luka Garza ist Alibegovićs Neffe.[19]

VereineBearbeiten

Als SpielerBearbeiten

Zeitraum Verein Land
Cantera Ljubljana Slowenien  Slowenien
1988–1991 Oregon State University (NCAA) Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten
1991 Yakima Sun Kings (CBA) Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten
1991–1993 Mangiaebevi Bologna Italien  Italien
1993–1996 Alba Berlin Deutschland  Deutschland
1996 Ülker Istanbul Turkei  Türkei
1997 Genertel Triest Italien  Italien
1997–1998 Cáceres CB Spanien  Spanien
1998–1999 Lineltex Triest Italien  Italien
1999–2002 Snaidero Udine Italien  Italien
2002–2003 Ionikos Nea Filadelfia Griechenland  Griechenland

Als Trainer/ManagerBearbeiten

Zeitraum Verein Land
2003–2005 Snaidero Udine Italien  Italien
2005/06 Fortitudo Bologna Italien  Italien
2006–2007 Scafati Basket Italien  Italien

ErfolgeBearbeiten

  • Junioren-Europameister mit Jugoslawien (1986)
  • Junioren-Weltmeister mit Jugoslawien (1987)
  • Jugoslawischer und Slowenischer Nationalspieler
  • Basketballer des Jahres (Deutschland, 1993)
  • Europäischer All Star (1995)
  • Korać-Cup-Gewinner mit Alba-Berlin (1995)
  • BBL All-Star Game (1994–96, MVP 1996)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Teoman Alibegović: daleč od nje, a še vedno s Slovenijo v srcu. Abgerufen am 14. November 2020 (slowenisch).
  2. https://archive.fiba.com/pages/eng/fa/player/p/pid/2623/pid2//sid/2340/tid/390/tid2//_/1986_European_Championship_for_Junior_Men_Final_Round/index.html
  3. https://archive.fiba.com/pages/eng/fa/player/p/pid/2623/pid2//sid/2893/tid/390/tid2//_/1987_World_Championship_for_Junior_Men/index.html
  4. a b c d Teoman Alibegovic: TRAYECTORIA Y LOGROS. In: acb.com. Abgerufen am 14. November 2020.
  5. 1990-91 Oregon State Beavers Roster and Stats. Abgerufen am 14. November 2020 (englisch).
  6. Teo Alibegovic Statistics on StatsCrew.com. Abgerufen am 14. November 2020 (englisch).
  7. a b c Alibegovic Teoman - Statistiche INDIVIDUALI. In: LEGABASKET SERIE A. Abgerufen am 14. November 2020.
  8. a b 25 Jahre Alba Berlin Basketball. Eine Chronik. Alba Berlin, abgerufen am 14. November 2020.
  9. Korac Cup 1994-95. In: linguasport.com. Abgerufen am 14. November 2020.
  10. Dietmar Wenck: "Alba ist für mich eine große Liebe". In: morgenpost.de. 15. März 2005, abgerufen am 14. November 2020 (deutsch).
  11. https://archive.fiba.com/pages/eng/fa/player/p/pid/2623/pid2//sid/2264/tid/2154/tid2//_/1993_European_Championship_for_Men_Final_Round/index.html
  12. https://archive.fiba.com/pages/eng/fa/player/p/pid/2623/pid2//sid/2265/tid/2154/tid2//_/1995_European_Championship_for_Men_Final_Round/index.html
  13. The Club Scene: Snaidero Udine. Abgerufen am 14. November 2020 (englisch).
  14. Fortitudo, primi nomi da Legadue. Abgerufen am 14. November 2020 (italienisch).
  15. La Bialetti Scafati vuole iniziare con un successo. Abgerufen am 14. November 2020 (italienisch).
  16. Amar Alibegovic - Men's Basketball. Abgerufen am 14. November 2020 (englisch).
  17. Mirza Alibegovic. In: baskettorinoofficial.com. Abgerufen am 14. November 2020 (italienisch).
  18. Denis Alibegovic a Fabriano: la dinastia continua. In: MegaBasket. 8. August 2020, abgerufen am 14. November 2020 (italienisch).
  19. Edin Kadic: BiH dobija pojačanje iz SAD-a: Tu igra i moj rođak... In: Sportske.ba. 9. Oktober 2020, abgerufen am 14. November 2020 (bosnisch).