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Tende (bis 1947 ital. Tenda) ist eine Gemeinde mit 2184 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Südosten Frankreichs im Département Alpes-Maritimes ungefähr 30 Kilometer nördlich von Ventimiglia. Das Städtchen liegt auf ca. 820 m Höhe an der Roya in der äußeren Zone des Mercantour-Nationalparks an der alpenquerenden Tendabahn.

Tende
Wappen von Tende
Tende (Frankreich)
Tende
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Alpes-Maritimes
Arrondissement Nice
Kanton Contes
Gemeindeverband Riviera Française
Koordinaten 44° 5′ N, 7° 36′ OKoordinaten: 44° 5′ N, 7° 36′ O
Höhe 552–2.920 m
Fläche 177,47 km2
Einwohner 2.184 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 12 Einw./km2
Postleitzahl 06430
INSEE-Code
Website www.tende.fr

Tende
Ortsansicht von der Flussbrücke über die La Roya

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Tende liegt im äußersten Südosten des Départements Alpes-Maritimes an der Grenze zur italienischen Region Piemont nur wenige Kilometer südlich des Col de Tende (deutsch: Tenda-Pass, ital. Colle di Tenda) am Oberlauf der Roya in den Seealpen.

Tende ist der größte Ort des oberen Royatals und nach Westen, Norden (Seealpen) und Osten (Ligurische Alpen) von Bergen umgeben. Über 20 dieser Gipfel, darunter der legendenumwobene Mont Bégo, sind höher als 2000 Meter.

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung von Tende stammt aus dem 11. Jahrhundert, als der Ort noch zur Grafschaft Ventimiglia gehörte, die von den Grafen von Ventimiglia regiert wurde. Pierre-Guillaume de Vintimille, der Lehnsherr von Tende, heiratete 1261 die Schwester des jungen byzantinischen Kaisers Giovanni di Lascaris und begründete mit ihr Geschlecht und Grafschaft Vintimille-Lascaris (später ‚Grafschaft Tende‘).

1581 fiel die Grafschaft durch Heirat an Savoyen, was den Ausbau der über den Col de Tende führenden Straße zwischen Turin und Nizza ermöglichte. 1627 wurde Tende Poststation an diesem für die damalige Zeit bedeutsamen Handelsweg. Als 1860 die zum Königreich Sardinien gehörende Grafschaft Nizza zusammen mit Savoyen an Frankreich abgetreten wurde, wurde Tende (zusammen mit der Nachbargemeinde La Brigue) von dieser Abtretung ausgeklammert und Teil Italiens.

1947 votierten die beiden Orte des oberen Royatals in einem Referendum erfolgreich für die Angliederung an Frankreich.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2016
Einwohner 1.954 2.053 1.951 1.954 32.089 1.844 2.025 2.184
Quellen: Cassini und INSEE

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Eine Straße in Tende
  • Vallée des Merveilles – dt.: Tal der Wunder
    • Musée des Merveilles, vom Département unterhaltenes Museum mit ständiger Ausstellung zum Vallée des Merveilles (u. a. auch Originalgravuren) und jährlich neuer Wechselausstellung.
  • Ruinen des ‚Château des Lascaris‘, des für die Grafen von Ventimiglia und Tende im 14./ 15. Jahrhundert errichteten Schlosses, das 1692 durch Truppen Ludwig XIV. zerstört wurde.
  • Notre-Dame de l’Assomption (auch: Collégiale Sainte Marie du Bois) aus dem Jahr 1506 mit Orgel von Serassi aus dem Jahr 1807
  • ‚Grotte des Hérétiques‘. Verfolgten Protestanten diente diese Grotte oberhalb von Tende im 15. und 16. Jahrhundert als Versammlungsort.
  • Porte de Lombarde (nördliches Stadttor) und Porte de Nice (südliches Stadttor)
  • Chapelle de L’Annonciade mit Fresken aus dem 15. Jahrhundert, die Giovanni Baleison zugeschrieben werden

TourismusBearbeiten

Tende ist ein Etappenort am französischen Fernwanderweg GR 52A, dem Sentier Panoramique du Mercantour.

VerkehrBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Le Patrimoine des Communes des Alpes-Maritimes. Flohic Editions, Band 2, Paris 2000, ISBN 2-84234-071-X, S. 936–946.
  • Sabine Bade, Wolfram Mikuteit, Grande Randonnée 52A. Le Sentier panoramique du Mercantour. Fernwege.de, Roxheim 2011, ISBN 978-3-937304-78-6.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tende – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien