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Siemens Healthineers

Medizintechnikunternehmen
Siemens Healthineers AG

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Rechtsform AG
ISIN DE000SHL1006
Gründung 1. Dezember 2017[1]
Sitz München, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
  • Michael Reitermann, Mitglied der Geschäftsführung
  • Jochen Schmitz, Mitglied der Geschäftsführung
Mitarbeiterzahl etwa 50.000 (Konzern)[2]
Umsatz 13,4 Mrd. (GJ 2017/18)[2]
Branche Medizintechnik
Website www.healthcare.siemens.de
Stand: 30. September 2018

Zwei-Kopf Gammakamera (Siemens e.cam duet)

Die Siemens Healthineers AG ist die Muttergesellschaft, unter der die Tochtergesellschaften für die medizintechnischen Aktivitäten der Siemens AG zusammengefasst sind. Der Name „Healthineers“ ist ein Neologismus aus „healthcare“, „engineer“ und „pioneer“.

GeschäftsbereicheBearbeiten

Die Gesellschaft ist in sechs Geschäftsbereiche unterteilt:[3]

  • Point of Care Diagnostics
  • Laboratory Diagnostics
  • Diagnostic Imaging
  • Ultrasound
  • Advanced Therapy
  • Services

EckdatenBearbeiten

Siemens Healthineers AG ist die Muttergesellschaft mehrerer Unternehmen, die als Konzern weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen sind und Ende September 2018 rund 50.000 Mitarbeiter in 75 Ländern der Welt beschäftigten.[2] Hauptsitz und Zentrale in Deutschland ist München, Standorte der operativen Gesellschaften wie der Siemens Healthcare GmbH befinden sich in Erlangen, im benachbarten Forchheim sowie in Kemnath, Rudolstadt und Marburg. Im Geschäftsjahr 2017/18 wurde ein Umsatz von 13,4 Mrd. Euro erzielt.[2] Das Unternehmen liegt im weltweiten Vergleich der größten Medizintechnik-Hersteller auf Platz sechs hinter Medtronic, Johnson & Johnson, General Electric, Fresenius Medical Care und Philips.[4]

GeschichteBearbeiten

Im Jahr 1847 wurde die Firma Siemens & Halske (S & H) in Berlin gegründet, welche in den Jahren 1850 bis 1866 mit der Produktion elektromedizinischer Geräte begann.[5] Erwin Moritz Reiniger wiederum gründete am 24. Mai 1877 am Erlanger Schloßplatz einen Gewerbebetrieb; in seiner ersten Werbeanzeige empfahl er

alle Arten von constanten Batterien…, ferner Thermometer, Aracometer, Urinometer, Mikroskope…; ferner: Brillen, Pince-nez in 8- und 14-kar. Gold, Silber, Neu-Silber und Stahl. Ebenso werden Haustelegraphen- und Telephonleitungen bestens eingerichtet sowie auch alle in mein Fach schlagende Arbeiten und Reparaturen prompt und billig besorgt. Ein von meiner Privatwerkstätte in das physik. Cabinet gehendes Telephon mit elektr. Leitung und Glocken kann jederzeit in Augenschein genommen werden (Erlanger Tageblatt, 20.XII.1877).

Reiniger, Gebbert & Schall (1906 zur Aktiengesellschaft mit 1,2 Millionen Mark Stammkapital umgewandelt) entstand durch Gründung einer oHG im Jahre 1886 unter dem Namen Vereinigte Physikalisch-Mechanische Werkstätten Reiniger, Gebbert & Schall, Erlangen – New York – Stuttgart (RGS) durch Erwin Moritz Reiniger, Max Gebbert und Karl Friedrich Schall. Gebbert und Schall hatten zuvor eine gemeinsame Werkstatt in Stuttgart betrieben. Im Jahre 1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen in Würzburg die Röntgenstrahlen. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Entdeckung der Röntgenstrahlen begannen RGS 1896 mit der Produktion von Röntgenröhren und den zugehörigen Apparaten.

Die Siemens-Reiniger-Werke AG (SRW) entstanden 1932 aus dem Zusammenschluss der Firmen Reiniger, Gebbert & Schall AG in Erlangen (Bayern), der Phönix Röntgenröhren-Fabriken AG in Rudolstadt (Thüringen) und der Siemens-Reiniger-Veifa-Gesellschaft für medizinische Technik m.b.H. (SRV; Veifa: „Vereinigte Elektrotechnische Institute Frankfurt-Aschaffenburg“) in Berlin-Siemensstadt.

Zum 1. Oktober 1966 ging aus der Fusion der bis dahin eigenständigen Aktiengesellschaften Siemens & Halske (S & H), Siemens-Schuckertwerke (SSW) und Siemens-Reiniger-Werke (SRW) die heutige Siemens AG hervor. Der medizintechnische Bereich firmierte nun unter dem Namen Siemens AG, Wernerwerk für medizinische Technik. Im Zuge einer allgemeinen Umstrukturierung wurde das Wernerwerk 1969 in Siemens Unternehmensbereich Medizintechnik (UB Med) und 2001 in Medical Solutions umbenannt. Im Juni 2002 beging der Bereich Siemens Medical Solutions in Erlangen, Forchheim, Kemnath und Rudolstadt sein 125. Jubiläum.

Im Februar 2014 wurde der Bereich Health Services durch die Cerner Corporation übernommen.

Bis 2001 hieß der Unternehmensbereich Medizinische Technik (UB Med), danach bis Ende 2007 Siemens Medical Solutions (Med). Zum 1. Januar 2008 wurde die Medizintechnik unter dem Namen Siemens Sector Healthcare als einer der vier Sektoren der Siemens AG geführt. Vom 1. Oktober 2014 bis zum 30. April 2015 besaß der Geschäftsbereich die Bezeichnung Siemens Healthcare.

Zum 1. Mai 2015 wurde der Geschäftsbereich in die rechtlich eigenständige Siemens Healthcare GmbH ausgegliedert.[6] Die Siemens AG blieb hierbei jedoch alleinige Gesellschafterin.

Im Mai 2016 wurde im Rahmen einer Mitarbeiterveranstaltung die Etablierung des Markennamens Siemens Healthineers bekannt gegeben. Der neue Namen setzt sich aus Silben der drei englischen Worte „health“ (Gesundheit), „engineer“ (Ingenieur) und „pioneer“ (Gründer) zusammen, er soll den Pioniergeist und das Ingenieurwissen des Unternehmens unterstreichen.[7] Das Unternehmen selbst firmierte aber zunächst weiterhin als Siemens Healthcare GmbH.

2017 erhielt das Unternehmen einen Großauftrag im Umfang von 4,1 Mrd. Dollar vom US-Verteidigungsministerium.[8]

Im August 2017 gab die Siemens AG bekannt, Siemens Healthineers an die Börse bringen zu wollen.[9] Dafür wurde die Siemens Healthineers AG gegründet. Siemens hatte bis dato nicht bekannt gegeben, welchen Anteil der Mutterkonzern nach dem Börsengang halten würde, nach Zeitungsberichten sollte maximal ein Viertel der Anteile abgegeben werden.[10]

Im Dezember 2017 gab das Unternehmen die Übernahme des in Luxemburg ansässigen Unternehmens Fast Track Diagnostics bekannt.[11]

AktienBearbeiten

Die Zeichnung der Aktien für den Börsengang wurde auf 6. März 2018 und 15. März 2018 festgesetzt. Die Preisspanne im Bookbuilding-Verfahren betrug 26 bis 31 Euro. Es wurden zwischen 13,4 und 15 % der Aktien (Greenshoe) zur Zeichnung angeboten. Am 16. März 2018 lag der erste Kurs von 29,10 Euro an der Frankfurter Börse über dem Ausgabepreis von 28 Euro.[12] Seit Juni 2018 gehört das Unternehmen zum TecDAX.[13] Zum 24. September 2018 wurde das Unternehmen auch in den MDAX aufgenommen.[14]

Das Grundkapital der Siemens Healthineers AG ist aufgeteilt auf eine Milliarde auf den Namen lautende Namensaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien).[15] Mit 85 % Anteil am Grundkapital ist die Siemens AG der beherrschende Mehrheitsaktionär.[2] Die übrigen 15 % befinden sich im Streubesitz. Die Mehrheit der Aktien an Siemens Healthineers soll langfristig von Siemens gehalten werden.[12]

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 wurde eine Dividende in Höhe von 0,70 Euro je Aktie ausgeschüttet.

PortfolioBearbeiten

Das Portfolio enthält unter anderem Ultraschalluntersuchungssysteme, Mammografiegeräte, Computertomographen, Magnetresonanztomographen, Angiographiesysteme, konventionelle Röntgensysteme, sportmedizinische Diagnosegeräte, molekularmedizinische Systeme (PETCT, SPECTCT, PETMR etc.), Produkte zur Labordiagnostik sowie Strahlentherapiesysteme und Partikeltherapiesysteme auf der Basis von Teilchenbeschleunigern. Außerdem bietet Siemens Healthineers Systeme zur medizinischen Informationsverarbeitung an.

Das jahrzehntelang betriebene Geschäft mit Hörgeräten verkaufte Siemens im Januar 2015 an das schwedische Investmentunternehmen EQT und die Familie Strüngmann. Es wird von dem Unternehmen Sivantos fortgeführt, der Markenname Siemens wird in Lizenz weiterhin verwendet.[16]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jahresabschluss der Siemens Healthineers AG München für das Geschäftsjahr vom 01.12.2017 bis zum 30.09.2018, abrufbar auf bundesanzeiger.de
  2. a b c d e Geschäftsbericht 2018, abgerufen am 14. Dezember 2018
  3. Aufgabenbereiche von Siemens Healthcare
  4. Healthcare-Branche bietet Ingenieuren gute Karrierechancen. ingenieur.de, 22. Mai 2018, abgerufen am 28. Juni 2018.
  5. Siemens AG: Die Meilensteine der Medizintechnik - Geschichte von Siemens. 4. Mai 2016, abgerufen am 11. Juli 2018.
  6. Gemeinsamer Spaltungsbericht der Siemens AG und der Siemens Healthcare GmbH vom 2. Dezember 2015. (pdf) Siemens AG, abgerufen am 8. Januar 2018.
  7. Siemens Healthineers – Die neue Marke für das Healthcare-Geschäft von Siemens. Siemens Healthineers, 4. Mai 2016, abgerufen am 7. Mai 2016.
  8. Milliardenauftrag: Siemens stattet US-Militär mit Medizintechnik aus. 29. März 2017 (handelsblatt.com).
  9. Kaeser verlängert und bringt Medizinsparte an die Börse. In: Manager Magazin (online). 3. August 2017, abgerufen am 8. Januar 2018.
  10. Frankfurt steht Mega-Börsengang bevor. In: Manager Magazin (online). 29. November 2017, abgerufen am 8. Januar 2018.
  11. Siemens Healthineers gibt Übernahme von Fast Track Diagnostics bekannt. Siemens Healthineers, 15. Dezember 2017, abgerufen am 16. Dezember 2017.
  12. a b Siemens Healthineers AG startet erfolgreich an der Frankfurter Wertpapierbörse. Abgerufen am 14. Dezember 2018.
  13. Deutsche Börse: Siemens Healthineers steigt in den TecDax auf. (handelsblatt.com [abgerufen am 6. September 2018]).
  14. Wirecard steigt auf: Gründungsmitglied Commerzbank fliegt aus dem Dax. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 6. September 2018]).
  15. Aktieninformation. Abgerufen am 14. Dezember 2018.
  16. Das Siemens Hörgerätegeschäft firmiert ab sofort unter Sivantos. (Nicht mehr online verfügbar.) Sivantos Pte. Ltd., 16. Januar 2015, archiviert vom Original am 15. Februar 2016; abgerufen am 8. August 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sivantos.com