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SMA Solar Technology

Hersteller von Wechselrichtern für Photovoltaikanlagen u.ä. in Niestetal bei Kassel
SMA Solar Technology AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A0DJ6J9
Gründung 1981
Sitz Niestetal, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl 3.353[1]
Umsatz 760,9 Mio. Euro (2018)[1]
Branche Solartechnik
Website www.sma.de
Stand: 31. Dezember 2018

Die SMA Solar Technology AG (ursprünglich für „System-, Mess- und Anlagentechnik“) mit Hauptsitz im nordhessischen Niestetal ist einer der weltweit umsatzstärksten und deutschlandweit bekannteste Hersteller von Wechselrichtern für Photovoltaikanlagen mit Netzeinspeisung, netzunabhängiger Einspeisung sowie Backup-Betrieben.[2]

Das Unternehmen ist mit Niederlassungen in insgesamt 18 Ländern vertreten. Die SMA Solar Technology AG entstand – ebenso wie die im März 2017 veräußerte SMA Railway Technology GmbH – aus der ehemaligen SMA Technologie AG.

Im Jahr 2018 wurden 3.353 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umsatz im Jahr 2018 lag bei 760,9 Millionen Euro.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

SMA wurde 1981 von Werner Kleinkauf und den ehemaligen Vorstandsmitgliedern Günther Cramer (1952–2015), Peter Drews und Reiner Wettlaufer unter dem Namen SMA Regelsysteme GmbH als eigenständiges Unternehmen aus der Universität Kassel heraus gegründet und firmierte 2004 zur SMA Technologie AG um. Im Jahr 2006 hat Pierre-Pascal Urbon den Vorstand erweitert. Im Juni 2008 wurde der Name in den heutigen geändert, um die starke Fokussierung auf die Solartechnik zu unterstreichen und der Internationalisierung des Unternehmens gerecht zu werden. Gleichzeitig wurde der Geschäftsbereich Bahntechnik in die SMA Railway Technology GmbH ausgegliedert.[3] Am 29. März 2017 wurde der Verkauf der SMA Railway Technology GmbH an den chinesischen Bahntechnikkonzern Bejing Dinghan abgeschlossen.[4]

Größere Veränderungen im Vorstand wurden nach der Hauptversammlung am 10. Juni 2009 wirksam. Der Gründer Reiner Wettlaufer wechselte in den Aufsichtsrat. Aus dem Unternehmen kamen als Technologievorstand Roland Grebe und für das Ressort Marketing & Vertrieb Marko Werner hinzu, beide mit über zwanzigjähriger Betriebszugehörigkeit. Ab April 2010 wurde der Vorstand durch Jürgen Dolle im Ressort Personal und Uwe Hertel im Ressort Operatives Geschäft ergänzt. Seit der Hauptversammlung 2011 ist Pierre-Pascal Urbon Vorstandssprecher und für die strategische Ausrichtung des Unternehmens und die Weiterführung der Internationalisierung verantwortlich. Die beiden Gründer Drews und Cramer wechselten in den Aufsichtsrat. Uwe Hertel schied 2011 aus dem Vorstand aus.

Im November 2012 erweiterte Lydia Sommer den Vorstand und übernahm das Ressort Finanzen und Recht von Pierre-Pascal Urbon, der dieses Ressort bisher in einer Doppelrolle als Vorstandssprecher und Chief Financial Officer mit innehatte. Seit Mai 2013 verantwortete Lydia Sommer auch das Ressort Personal und die Funktion des Arbeitsdirektors, nachdem Jürgen Dolle aus dem Vorstand ausgeschieden war. Das operative Geschäft hatte Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon übernommen. Im Januar 2015 übernahm Martin Kinne das Vorstandsressort Vertrieb und Service.

SMA ist am deENet, einem Anfang 2003 gegründeten Verein „Kompetenznetzwerk für dezentrale Energietechnologien Nordhessen“ beteiligt, der die in der Region vorhandenen Kompetenzen auf diesem Gebiet bündeln soll. Im März 2009 hat SMA mit dem Solar-Werk 1 eine CO2-neutrale Produktionsstätte errichtet.

2011 hatte das Unternehmen mehr als 5000 Mitarbeiter.[5] 2014 kam es zum bisher größten Einbruch der Firmengeschichte. Am 26. Januar 2015 wurde bekannt, dass 1600 der fast 4700 Stellen des Konzerns abgebaut werden sollten, davon 1300 in Deutschland. Von diesen 1300 Stellenstreichungen sollte weitestgehend der Standort im nordhessischen Niestetal betroffen sein.[6] Während SMA im Jahr 2010 noch einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro und einem Überschuss von 365 Millionen Euro erzielte, lag der Umsatz 2014 gerade noch bei 805,4 Millionen Euro, bei einem Verlust 164,9 Millionen Euro.[7]

Im Zuge der Transformation des Unternehmens 2015 reduzierte der SMA Aufsichtsrat die Anzahl der Vorstandsmitglieder. Lydia Sommer schied daher Ende Februar, Martin Kinne Ende Dezember 2015 aus dem Vorstand der SMA aus. Ihre Aufgaben wurden auf die drei verbleibenden Vorstandsmitglieder übertragen. Per 1. Januar 2016 verantwortete Pierre-Pascal Urbon als Vorstandssprecher neben dem Ressort Strategie als Chief Financial Officer (CFO) das Ressort Finanzen, Recht und Compliance sowie Vertrieb. Roland Grebe, vorher Vorstand Technische Innovationen, führte die Bereiche Personal und IT und war neuer Arbeitsdirektor der SMA Solar Technology AG. Die Gesamtverantwortung für die Ressorts Technologie sowie Operations oblag Jürgen Reinert.

Zum 31. Dezember 2016 schied Roland Grebe aus dem Vorstand aus. Ulrich Hadding wurde neu in den Vorstand berufen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2017 setzt sich der Vorstand der SMA Solar Technology AG aus folgenden Mitgliedern zusammen: Ulrich Hadding (Vorstand Finanzen, Personal und Recht), Jürgen Reinert (Stellv. Vorstandssprecher, Vorstand Operations und Technologie), Pierre-Pascal Urbon (Vorstandssprecher, Vorstand Strategie, Vertrieb und Service).[8]

Pierre-Pascal Urbon schied zum 31. Dezember 2018 auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen aus und legte in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat sein Vorstandsmandat am 15. Oktober 2018 nieder. Seit dem 15. Oktober 2018 ist Jürgen Reinert Vorstandssprecher der SMA Solar Technology AG und verantwortet neben den Ressorts Operations und Technologie auch Strategie, Vertrieb und Service. Ulrich Hadding ist weiterhin für die Bereiche Finanzen, Personal und Recht verantwortlich sowie zusätzlich für Investor Relations.[9]

UnternehmensprofilBearbeiten

Das Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung und Herstellung von Systemtechnik für Photovoltaik und Batteriespeicher sowie auf Energiemanagementlösungen. Früher umfasste SMA noch die Geschäftsbereiche Bahntechnik und Industriecomputer. SMA führt Vertriebs- und Service-Niederlassungen in den USA, Chile, Brasilien, Kanada, Mexiko, Südafrika, Spanien, Italien, Frankreich, der VR China, Australien, Belgien, Indien, Japan, Großbritannien, Polen und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Im Jahr 2011 akquirierte SMA einen seiner langjährigen Hauptzulieferer für Elektronikkomponenten, das polnische Unternehmen dtw Sp.z o.o.[10] 2012 erwarb SMA die Mehrheitsbeteiligung an dem chinesischen Unternehmen Jiangsu Zeversolar New Energy Co., Ltd., welches zu den führenden chinesischen Solarwechselrichter-Herstellern zählt.[11] Im ersten Quartal 2019 wurden die chinesischen Tochtergesellschaften an das dortige Management verkauft.[12]

Als strategischer Partner konnte im Jahre 2014 das dänische Unternehmen Danfoss gewonnen und dessen Wechselrichter-Sparte übernommen werden.[13] Im April 2016 beteiligte sich SMA im Rahmen einer Kapitalerhöhung mit 27 Prozent an der Tigo Energy, Inc. und erhielt gleichzeitig die exklusiven Rechte für den weltweiten Vertrieb der Smart-Modultechnik TS4-Retrofit.[14] Im Januar 2018 gründete SMA mit der coneva GmbH mit Sitz in München eine Tochtergesellschaft für digitale Energielösungen.[15]

ProdukteBearbeiten

 
Ein Sunny Mini Central montiert für eine Freiflächenanlage in Speyer, rechts im Bild der Rhein
 
Überblick auf die SMA-Wechselrichter

SMA vertreibt Solar-Wechselrichter als Produktfamilien „Sunny Boy“ (für Klein- und Hausanlagen sowie Solarbäume), „Sunny Tripower“ (für kleine und mittlere Anlagen ab 3 kW bis in den Megawattbereich), "Sunny Highpower" (für mittlere Anlagen ab 75 kW bis zu PV-Kraftwerken im Multimegawattbereich) und „Sunny Central“ (für Freiflächenanlagen und Solarparks ab 500 kW bis in den Multimegawattbereich wie beispielsweise die Solaranlage im Energiepark Waldpolenz mit 40 MW) zum Eigenverbrauch von Solarenergie und zur Einspeisung in das Verbundnetz sowie Batteriespeichersysteme mit dem „Sunny Island“ für unabhängige Inselanlagen und netzgekoppelte Systeme sowie „Sunny Boy Storage“ für netzgekoppelte PV-Anlagen und "Sunny Central Storage" für große Speicherkraftwerke. Das Portfolio wird ergänzt durch Komponenten zu Anlagenüberwachung, Energiemanagement und Datenauswertung sowie Serviceleistungen bis hin zur operativen Betriebsführung von PV-Kraftwerken.

GeschäftszahlenBearbeiten

Geschäftsjahr Umsatz (in Mio ) EBIT (in Mio €) Gewinn (in Mio €) Mitarbeiter (im Jahresdurchschnitt)
2003 104 16 8 703
2004 181 33 13 832
2005 172 35 18 928
2006 193 33 21 1.164
2007 327,3 59,3 36,8 1.600
2008 681,6 167,4 119,5 2.513
2009 934,3 228,4 161,1 3.412
2010 1.920,1 516,8 365,0 4.466
2011 1.676,3 240,3 166,1 5.532
2012 1.463,4 102,0 75,1 5.584
2013 932,5 −89,1 −66,9 5.141
2014 805,4 −164,9 −179,3 5.137
2015 999,6 34,3 14,3 4.088
2016 946,7 64,8 29,6 3.345
2017[16] 891,0 44,1 30,1 3.213 (zum Jahresende)
2018 760,9 −151,7 −175,5 3.353 (zum Jahresende)

Stand: 31. März 2019 / alle Finanzberichte:[17]

AktieBearbeiten

Die Aktien des Unternehmens werden seit dem 27. Juni 2008 im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Die Aktie des Unternehmens hat sich am 22. September 2008 für den Technologie-Index TecDax qualifiziert.[18] Mit der Neuaufstellung der DAX Indizes durch die Deutsche Börse am 24. September 2018 ist sie von dort in den SDAX gewechselt. Seit 22. September 2008 ist die Aktie im ÖkoDAX gelistet; sie wurde 2009 in den Photovoltaik Global 30 Index aufgenommen. 25,17 Prozent der Aktien befinden sich 2018 im Streubesitz. Großaktionäre sind die Gründer des Unternehmens mit ihren Stiftungen und Familien (54,83 Prozent) und der dänische Ankerinvestor Danfoss (20,00 Prozent).[13]

AuszeichnungenBearbeiten

2008 bekam SMA den Deutschen Fairnesspreis überreicht.[19]

Zudem wurde das SMA Solar-Werk 1 aufgrund seiner CO2-neutralen Produktion mit dem Energy Efficiency Award 2010[20] von der Deutschen Energie-Agentur ausgezeichnet und zusätzlich 2011 von Deutschland – Land der Ideen gekürt.[21]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Geschäftsbericht 2018. (pdf) sma.de, abgerufen am 25. Juni 2019.
  2. Neue Photovoltaikstudie: SMA Solar gilt als der bekannteste Hersteller von Wechselrichtern, Artikel im Photovoltaik-Guide vom 1. Juli 2010
  3. SMA verkündet Namensänderung des Unternehmens und die Ausgliederung der Bahntechnik, abgerufen am 25. November 2010
  4. SMA Railway Technology GmbH: Neuer Eigentümer stärkt Marktposition der SMA Railway Technology GmbH. In: sma-railway.com. 29. März 2017, abgerufen am 25. April 2017.
  5. Unternehmensprofil (Memento vom 29. Mai 2011 im Internet Archive), Website von SMA, abgerufen am 11. März 2012.
  6. Hiobsbotschaft aus Niestetal: SMA streicht ein Drittel seiner Stellen, hna.de, Artikel vom 27. Januar 2015.
  7. http://www.sma.de/investor-relations/publikationen/wichtige-kennzahlen.html
  8. SMA Solar Technology verändert Vorstandsressorts. In: sma.de. 8. Dezember 2016, abgerufen am 25. April 2017.
  9. SMA Solar Technology AG: Dr.-Ing. Jürgen Reinert wird Vorstandssprecher der SMA – Pierre-Pascal Urbon verlässt Unternehmen. Abgerufen am 8. Juli 2019.
  10. Aus den Unternehmensnachrichten der Internetpräsenz der SMA Solar Technology AG (Memento vom 17. Juni 2011 im Internet Archive)
  11. Aus den Unternehmensnachrichten der Internetpräsenz der SMA Solar Technology AG
  12. Große Projekte und positive Trends. 15. April 2019, abgerufen am 8. Juli 2019 (deutsch).
  13. a b https://www.sma.de/investor-relations/aktie.html
  14. SMA Solar Technology AG: SMA Solar Technology AG beteiligt sich an Tigo Energy, Inc., um den Markt für Smart-Modul-Technik zu erschließen. In: www.sma.de. Abgerufen am 25. November 2016.
  15. SMA Solar Technology AG: SMA Solar Technology AG gründet Tochtergesellschaft coneva GmbH für digitale Energielösungen. Abgerufen am 24. September 2018.
  16. SMA Solar Technology AG: Einladung zur Hauptversammlung 2018. (PDF) Abgerufen am 10. Juni 2018.
  17. SMA Solar Technology AG: Finanzberichte. (PDF) Abgerufen am 31. März 2016.
  18. SMA Solar Technology AG schafft Sprung in den TecDAX, abgerufen am 25. November 2010
  19. Fairness-Stiftung: Preisverleihung 2008. Abgerufen am 11. Juli 2019.
  20. Wechselrichter-Fabrik von SMA mit ersten Preis beim Energy Efficiency Award 2010 ausgezeichnet [10059]. Abgerufen am 11. Juli 2019.
  21. SMA Solar Technology – CO2-neutrale Wechselrichterproduktion. In: land-der-ideen.de. Abgerufen am 11. Juli 2019.

Koordinaten: 51° 18′ 54,4″ N, 9° 32′ 19,5″ O