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Aixtron

deutsches Maschinenbauunternehmen mit Sitz in Herzogenrath
Aixtron

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Rechtsform Societas Europaea
ISIN DE000A0WMPJ6
Gründung 1983
Sitz Herzogenrath, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Bernd Schulte
Felix J. Grawert (Vorstand)[1]
Kim Schindelhauer (Aufsichtsratsvorsitzender)[2]
Mitarbeiterzahl 628 (2018)[2]
Umsatz 268,8 Mio. EUR (2018)[2]
Branche Maschinenbau, Halbleitertechnik[2]
Website www.aixtron.com
Stand: 31. Dezember 2018

Die Aixtron SE (Eigenschreibweise: AIXTRON) ist ein deutsches Elektrotechnikunternehmen mit Sitz in Herzogenrath, das Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitern und Nanomaterialien produziert.

Die Aktien des Unternehmens werden an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. AIXTRON ist sowohl Bestandteil des TecDax als auch des SDAX.[3]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

AnfängeBearbeiten

Das Unternehmen entstand 1983 in Aachen als Ableger der RWTH Aachen. Anfangs spezialisiert auf Anlagen zur Herstellung von III-V-Halbleitern wie Galliumarsenid (GaAs) und Indiumphosphid (InP), wurde die Produktpalette Anfang der 1990er Jahre um hochtemperaturgeeignete Anlagen zur Herstellung von Galliumnitrid (GaN) erweitert.

Im November 1997 erfolgte der Börsengang der Aixtron AG im Segment Neuer Markt in Frankfurt. Das Listing an der US-Technologiebörse NASDAQ erfolgte im März 2005 und wurde zum 30. Dezember 2016 beendet.[4]

Es gab zahlreiche Übernahmen wie 1999 die des britischen Konkurrenten im III-V-Markt Thomas-Swan Scientific Equipment Ltd. und der schwedischen Epigress AB im selben Jahr sowie 2005 der US-amerikanischen Genus Inc. für 118 Mio. Euro. 2007 kaufte Aixtron die britische Nanoinstruments Ltd.[5] Durch die Übernahmen erweiterte das Unternehmen sein Spektrum der Anlagentypen und Materialsysteme sowie insbesondere der Anlagen für die Siliziumindustrie.

Übernahmeversuch 2016Bearbeiten

Nach jahrelangen Verlusten stellte sich Aixtron Ende März 2016 zum Verkauf.[6] Im Mai 2016 stimmte Aixtron einem Übernahmeangebot des chinesischen Fujian Grand Chip Investment Fund (FGC) in Höhe von 676 Millionen Euro zu.[7] Dieser wird zu 51 % von dem Investor Zhendong Liu und zu 49 % über Zhongyao Wang und Wanming Huang von dem Unternehmen Xiamen Bohao Investment Ltd., das wiederum indirekt der lokalen Regierung in Xiamen gehört, kontrolliert. Investor Liu aus Xiamen wollte das Angebot durch Liu Sino IC Leasing, deren Kapital von verschiedenen Unternehmen (u. a. San'an Optoelectronics, ein wichtiger Kunde von Aixtron), Banken, staatlichen Fonds und privaten Investoren stammt, kofinanzieren.[8] Vorstand und Aufsichtsrat empfahlen den Aktionären, das Angebot anzunehmen.[9]

Im Oktober 2016 zog das Bundeswirtschaftsministerium seine am 8. September 2016 erteilte Unbedenklichkeitsbescheinigung zurück und kündigte die Wiederaufnahme der Investitionsprüfung gemäß Außenwirtschaftsgesetz/Außenwirtschaftsverordnung an.[10][11] Im November 2016 verwies das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) den Fall aufgrund von nationalen Sicherheitsbedenken zur Entscheidung an den US-Präsidenten Barack Obama,[12] der durch sein Veto den Verkauf für die US-Niederlassung verhinderte.[13] Die Grand Chip Investment teilte daraufhin am 8. Dezember 2016 mit, dass das Übernahmeangebot insgesamt erloschen sei.[14]

Entwicklung seit 2017Bearbeiten

Ende 2017 verkaufte Aixtron seine ALD/CVD-Produktlinie an Eugene Technology, Inc., eine 100-prozentige US-Tochter von Eugene Technology Co., Ltd (Südkorea).[15] Das Geschäft mit OVPD-Anlagen für die OLED-Herstellung wurde zum 1. Oktober 2017 in die Tochtergesellschaft APEVA ausgegliedert. Im Rahmen eines Joint Ventures erwarb der südkoreanische Automatisierungsspezialist IRUJA im Oktober 2018 einen Minderheitsanteil an APEVA.[16]

Aixtron erzielte im Geschäftsjahr 2018 mit knapp 630 Mitarbeitern einen Umsatz von 268,8 Mio. Euro, davon entfielen 54 % auf Asien, 26 % auf Europa und 20 % auf die Vereinigten Staaten.[2]

WettbewerbBearbeiten

Aixtron stellt hauptsächlich MOCVD-Anlagen für die Produktion von Verbindungshalbleitern her und ist in diesem Markt aktuell Weltmarktführer. Das Marktforschungsinstitut Gartner Dataquest schätzte in einer Studie (Market Share: Semiconductor Wafer Fab Equipment, Worldwide, April 2018) den Marktanteil von Aixtron am weltweiten Markt für MOCVD-Anlagen in 2017 auf rund 54 % (Gesamtmarktgröße 2017: USD 320 Mio.), den Marktanteil des Hauptwettbewerbers Veeco Instruments, Inc. (USA) im gleichen Zeitraum auf 43 %.[2]

Weitere Wettbewerber neben Veeco sind Taiyo Nippon Sanso (Japan), Tokyo Elektron Ltd. (Japan), Advanced Micro-Fabrication Equipment Inc. (China), Tang Optoelectronics Equipment Corporation LTd. (China) und LPE (Italien).[2]

Technologie und ProdukteBearbeiten

Die Produktpalette von Aixtron umfasst kundenspezifische Anlagen für die Abscheidung komplexer Halbleitermaterialien. Hierbei können Substrate unterschiedlicher Materialien und Größen beschichtet werden.[2]

Zur Gasphasenabscheidung von Verbindungshalbleiter-Materialien für die Herstellung von leistungs- und optoelektronischen Komponenten wie beispielsweise LED, Lasern, anderen optoelektronischen Komponenten oder Leistungselektronik wird das MOCVD-Verfahren angewendet. Zur Herstellung komplexer Kohlenstoff-Nanostrukturen (Kohlenstoff-Nanoröhren und -drähte oder Graphen) wird das PECVD-Verfahren eingesetzt.[2]

Zur Abscheidung von Dünnschichtmaterialien für die Herstellung organischer Elektronikanwendungen, einschließlich organischer lichtemittierender Dioden (OLED) bietet die Tochtergesellschaft APEVA das OVPD-Verfahren (Organische Gasphasenabscheidung) an.[2]

Die Anlagen des Unternehmens arbeiten größtenteils nach dem Showerhead- oder Planetenprinzip und werden für Wafergrößen von 2-Zoll bis 12-Zoll geliefert. APEVA kann Anlagen für Glasgrößen von Gen1 bis größer als Gen8 anbieten.[2]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Der Vorstand der AIXTRON SE. Aixtron, abgerufen am 25. Juni 2018.
  2. a b c d e f g h i j k Geschäftsbericht 2018, abgerufen am 26. Februar 2019.
  3. Deutsche Börse Group: AIXTRON SE in TecDAX aufgenommen. In: deutsche-boerse.com. 3. März 2017, abgerufen am 3. März 2017.
  4. DGAP-News: AIXTRON SE beabsichtigt freiwilliges Delisting... Onvista, 20. Dezember 2016, abgerufen am 25. Juni 2018.
  5. Aixtron übernimmt Nanoinstruments Ltd. In: aixtron.com. 8. Oktober 2007, abgerufen am 4. Dezember 2016.
  6. APA: Deutscher Chip-Anlagenbauer Aixtron auf Käufersuche. In: Der Standard. 31. März 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016.
  7. Aixtron agrees €670m takeover by Fujian Grand Chip Investment Fund. In: semiconductor-today.com. 23. Mai 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016 (englisch).
  8. David Böcking: Herr Liu versteht die deutsche Angst nicht. In: Spiegel Online. 4. Oktober 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016.
  9. Martin Goetzeler, Kim Schindelhauer: Brief an die Aktionäre. (PDF) In: aixtron.com. 29. September 2016, archiviert vom Original am 26. Oktober 2016; abgerufen am 4. Dezember 2016.
  10. Lutz Reiche: Aixtron: Wirtschaftsminister will Übernahme erneut prüfen. In: manager magazin. 24. Oktober 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016.
  11. Aixtron: US-Geheimdienste stoppen Verkauf deutscher Firma nach China. In: Zeit Online. 26. Oktober 2016, abgerufen am 26. Oktober 2016.
  12. Aixtrons Schicksal hängt an Obama. In: Spiegel Online. 19. November 2016, abgerufen am 19. November 2016.
  13. Aixtron: Obama blockiert Verkauf deutscher Firma an China. In: Die Zeit. 3. Dezember 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016.
  14. Chinesen sagen Aixtron-Deal ab. Handelsblatt, 8. Dezember 2016, abgerufen am 8. Dezember 2016.
  15. Aixtron kann Produktlinie an Südkoreaner verkaufen. In: Handelsblatt Online. 24. Oktober 2017, abgerufen am 25. Oktober 2017.
  16. AIXTRON und IRUJA. Ltd. unterzeichnen Joint Venture Vereinbarung. In: aixtron.com. 24. Oktober 2018, abgerufen am 24. Oktober 2018.