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MorphoSys AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006632003
Gründung 1992
Sitz Planegg, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
  • Simon E. Moroney, CEO
    Jens Holstein
    Malte Peters
    Markus Enzelberger
Mitarbeiterzahl 326[2]
Umsatz 66,8 Mio. (2017)[2]
Branche Biotechnologie
Website www.morphosys.de
Stand: 31. Dezember 2017

Die MorphoSys AG ist ein 1992 gegründetes deutsches Biotechnologieunternehmen. Die börsengehandelte und im TecDAX notierte Gesellschaft hat ihren Sitz seit 2016 in Planegg bei München[3]. Morphosys gehört laut Eigenangabe zu den weltweit führenden Biotechnologieunternehmen im Bereich der vollständig humanen Antikörper. Auf Basis seiner Technologien entwickelt Morphosys Antikörper sowohl für Therapie als auch für Forschung und Diagnostik.

Inhaltsverzeichnis

GeschäftsfeldBearbeiten

Die wichtigste Technologie von Morphosys ist eine Antikörper-Bibliothek namens HuCAL®, die von Wissenschaftlern zur Herstellung von menschlichen Antikörpern genutzt wird. Diese Sammlung umfasst mehr als zehn Milliarden verschiedene humane Antikörper in Form einer Phagen-Display-Bank. Die Morphosys AG stellt mehreren Partnerunternehmen gegen Lizenzgebühren die HuCAL®-Bibliothek entweder für die Entwicklung therapeutischer Wirkstoffe auf Basis monoklonaler Antikörper oder zu Forschungszwecken zur Verfügung.

Die Morphosys AG erhält bei den der Medikamentenentwicklung dienenden Partnerschaften zudem Meilensteinzahlungen bei der Erreichung bestimmter Entwicklungsziele (beispielsweise Lieferung eines Antikörpers gegen ein vorgegebenes Zielmolekül, Beginn der klinischen Prüfung mit einem HuCAL®-Antikörper, Zulassung als Medikament). Diese Meilensteinzahlungen summieren sich je Wirkstoff-Projekt auf insgesamt rund 10 Mio. USD. Je weiter fortgeschritten ein Projekt in der Entwicklung ist, desto höher fallen die einzelnen Zahlungen üblicherweise aus. An den Umsätzen mit fertig entwickelten Medikamenten aus den Projekten wird die Morphosys AG ebenfalls beteiligt.

Zu den Partnerunternehmen der Morphosys AG gehören folgende internationale Pharmakonzerne:

Im Januar 2005 übernahm die Morphosys AG die britische Biogenesis-Gruppe für 5,25 Mio. GBP (etwa 6,3 Mio. EUR). Im Januar 2006 übernahm Morphosys die britische Serotec-Gruppe für 20 Mio. GBP (etwa 24 Mio. EUR). Mit der Verschmelzung der beiden Marken zu AbD Serotec stieg die Morphosys AG damit nach eigenen Angaben zum größten Anbieter von Antikörpern für die Forschung in Europa auf. Im Dezember 2012 übernahm die kalifornische Biotechnologiefirma Bio-Rad Laboratories die Forschungs- und Diagnostik-Sparte AbD Serotec gegen Zahlung von 48 Mio. EUR plus einer Lizenzzahlung für den Einsatz der HuCAL®-Technologie.[4] Im Oktober 2010 übernahm die Morphosys AG die in Puchheim ansässige private Sloning Biotechnologie GmbH für 19 Mio. EUR. Im Mai 2015 übernahm Morphosys das niederländische Unternehmen Lanthio Pharma BV. Lanthio war das erste Unternehmen, an welchem sich Morphosys zuvor mit Eigenkapital beteiligt hatte. Im Rahmen einer Serie-A-Finanzierungsrunde hatte Morphosys 2012 rund 20 % von Lanthio erworben.[5]

Die Morphosys AG arbeitet seit Ende 2004 profitabel, was im Biotech-Sektor nicht selbstverständlich ist. Derzeit ist noch kein Medikament auf Basis der HuCAL®-Technologie zur Marktreife entwickelt worden.

Klinische StudienBearbeiten

Der eigens entwickelte Antikörper MOR103 GM-CSF gegen rheumatoide Arthritis durchläuft momentan eine Klinische Studie der Phase Ib/IIa. Die am weitesten fortgeschrittenen Partnerprogramme stammen von Centocor mit CNTO888 und Novartis mit BHQ880 und befinden sich momentan jeweils in einer klinischen Testphase II. Insgesamt werden aktuell sechs eigene Medikamente und über 65 von Partnerunternehmen auf Basis der HuCAL®-Technologie entwickelt.[6]

UnternehmenBearbeiten

Die Morphosys AG wurde 1992 gegründet. Zu den Gründern des Unternehmens gehören der Initiator Christian Schneider, der das Unternehmenskonzept und die Technologieplattform konzipierte, der heutige Vorstandsvorsitzende Simon E. Moroney und Andreas Plückthun als wissenschaftlicher Berater. Die Firma ist zugleich ein Spin-off aus dem Max-Planck-Institut für Biochemie.[7]

Der Umsatz im Geschäftsjahr 2012 betrug 64,9 Mio. Euro, der Reingewinn lag bei 1,9 Mio. Euro.[8] 2013 erwirtschaftete das Morphosys einen Umsatz in Höhe von 77,96 Millionen Euro, der Konzernjahresüberschuss betrug 13,32 Millionen Euro.[9] 2014 erwirtschaftete das Morphosys einen Umsatz in Höhe von 63,97 Millionen Euro, der Konzernjahresverlust betrug 3,01 Millionen Euro.[10] 2015 erwirtschaftete das Morphosys-Konzern einen Umsatz in Höhe von 106,2 Millionen Euro, der Konzernjahresgewinn betrug 17,2 Millionen Euro.[11] 2016 erwirtschaftete der Morphosys-Konzern 49,7 Millionen Euro, der Konzernjahresverlust betrug 59,9 Millionen Euro.[12] 2017 erwirtschaftete der Morphosys-Konzern 66,8 Millionen Euro, der Konzernjahresverlust betrug 67,6 Millionen Euro.[2]

VorstandBearbeiten

  • Simon Moroney (Vorsitzender)
  • Jens Holstein (Finanzen)
  • Malte Peters (Entwicklung)
  • Markus Enzelberger (Forschung)

AktionärsstrukturBearbeiten

Stand: September 2016[13]

  • Vorstand und Aufsichtsrat der MorphoSys AG : ca. 2 %
  • Celgene Netherlands II BV : ca. 3 %
  • Streubesitz : ca. 98 %

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Aufsichtsratswahl 2018, abgerufen am 10. Juni 2018
  2. a b c Geschäftsbericht 2017. (pdf) MorphoSys AG, abgerufen am 15. November 2018.
  3. Geschäftsbericht 2018. MorphoSys AG, 31. Dezember 2018, S. 6, abgerufen am 18. Juni 2019 (deutsch).
  4. Bio-Rad übernimmt AbD Serotec. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 9. Januar 2013; abgerufen am 10. Januar 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.morphosys.de
  5. BIOCOM AG: Transkript: Morphosys kauft Lanthio. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 29. September 2015; abgerufen am 28. September 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.transkript.de
  6. Antikörper-Pipeline: Überblick. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 6. Juni 2010; abgerufen am 20. Mai 2010.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.morphosys.de
  7. Siehe Liste der Ausgründungen bei Max-Planck-Innovation GmbH unter http://www.max-planck-innovation.de/de/technologietransfer/ausgruendungen/
  8. MorphoSys AG: Konzernabschluss 2012. (PDF; 2,4 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 5. März 2013.@1@2Vorlage:Toter Link/www.morphosys.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. MorphoSys AG: Geschäftsbericht 2013. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 14. Mai 2014.@1@2Vorlage:Toter Link/www.morphosys.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. MorphoSys AG: Geschäftsbericht 2014. (PDF) Abgerufen am 30. Dezember 2015.
  11. MorphoSys AG: Geschäftsbericht 2015. (PDF) Abgerufen am 8. April 2016.
  12. Geschäftsbericht 2016. (pfd) Morphosys AG, abgerufen am 15. November 2018.
  13. Morphosys Aktionärsstruktur zum Ende September 2016. MorphoSys AG, abgerufen am 7. November 2016.