Siemens Energy

deutsches Unternehmen der Elektro- und Energietechnik

Die Siemens Energy AG ist ein börsennotierter Elektro- und Energietechnikhersteller mit Sitz in München. Das Portfolio umfasst die Energieerzeugung, die Energieübertragung und Industrielösungen sowohl im Bereich der konventionellen als auch der erneuerbaren Energien. Die Aktivitäten im Bereich der erneuerbaren Energie werden vom Tochterunternehmen Siemens Gamesa geführt. Siemens Energy entstand durch Abspaltung von Siemens. Die Aktien des neuen Unternehmens werden seit September 2020 an der Börse gehandelt. Seitdem hält die Siemens 35 % der Anteile.[3]

Siemens Energy AG

Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000ENER6Y0
Gründung 2020
Sitz München,[1] Deutschland Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl ca. 92.000 (2020)[2]
Umsatz 27,5 Mrd. Euro (2020)[2]
Branche Elektrotechnik, Energietechnik
Website siemens-energy.com
Stand: 30. Oktober 2020

GeschichteBearbeiten

Die Energiesparte war seit der Gründung des Unternehmens durch Werner von Siemens und Johann Georg Halske ein wesentlicher Bestandteil des Siemens-Konzerns. Wichtige organisatorische Meilensteine waren 1903 die Gründung der Siemens-Schuckertwerke, 1969 der Geschäftsbereich Energietechnik in der neugegründeten Siemens und 2008 die Bündelung der Aktivitäten im Energy Sector.

GründungBearbeiten

Siemens Energy ist im April 2020 durch eine erneute Umstrukturierung des Siemens-Konzerns entstanden.[2] Die Siemens AG hat dafür ihre Energiesparte in das neue eigenständige Unternehmen überführt. Bis zum 31. März waren diese Aktivitäten als sogenannte Operating Company Gas and Power und in der eigenständigen sogenannten Strategic Company Siemens Gamesa Renewable Energy organisiert. Beide Bereiche wurden in das neue Unternehmen überführt.[4] Etwa ein halbes Jahr vor der geplanten Ausgründung der Energiesparte wurde bekannt, dass Christian Bruch von Linde Vorstandsvorsitzender des neuen Unternehmens werden soll. Der damalige Siemens Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser wurde Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens Energy.[5]

Auf einer Siemens außerordentlichen Hauptversammlung am 9. Juli 2020 stimmten ihre Aktionäre der Abspaltung von Siemens Energy mehrheitlich zu.[6] Im September 2020 gab der Vorstandsvorsitzende Christian Bruch bekannt, dass die Konzernzentrale mit der Konzernleitung in Berlin angesiedelt werde. Der Verwaltungssitz verbleibt in München.[7][8]

Im März 2021 wurde die Aktie von Siemens Energy in den DAX aufgenommen,[9][10] nachdem sie seit dem 21. Dezember 2020 zunächst im MDAX gelistet war.[11] Bereits kurz nach der Ausgliederung plante man den Abbau von 7000 Stellen[12] von etwa 90.000 Stellen weltweit.[13] Im März 2022 stieg die Aktie von Siemens Energy wieder in den MDAX ab[14] und kehrte am 19. September 2022 in den DAX zurück.[15]

Konflikt um Nordstream 1Bearbeiten

Nachdem Ende August 2022 die Gaslieferung über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 von Russland nach Deutschland zunächst wegen angeblich verhinderter Wartungsarbeiten an einer Turbine und dann wegen eines Ölaustritts unterbunden worden war, warf die Europäische Kommission dem Betreiber Gazprom vor, den Gasfluss mittels falscher Vorwände aufzuhalten.[16]

Siemens Energy, als Herstellerin und für den Ablauf der Wartung der Turbinen verantwortliche Firma, beschrieb dazu den Vorgang wie folgt: Zu der Anlage in Portowaja „gehören sechs große Turbinen, von denen für 100 Prozent Gasfluss fünf laufen müssen. Und es gibt Ersatzturbinen, die eingebaut werden können, wenn jeweils eine Turbine von uns routinemäßig in Kanada gewartet wird.“ Die gewartete Turbine läge noch in Mülheim an der Ruhr fest, da es keinen Auftrag von Gazprom zur Auslieferung gibt. Dennoch hätte der Gasfluss mit den dort vorhandenen fünf Turbinen laufen können. Hier wurde dann ein Problem an einer in der Anlage befindlichen Turbine vorgeschoben: Doch „Verwendungsspuren wie das angebliche Ölleck werden normalerweise im Zuge der Wartung vor Ort behoben. Aber: Wir haben von Gazprom dafür bisher [1. Oktober 2022] keinen Auftrag erhalten.“[17]

Siehe auch: Geschichte von Siemens

ProdukteBearbeiten

Zur Produktpalette des Konzerns zählen im Wesentlichen:

UnternehmensstrukturBearbeiten

Nach der Abspaltung und dem Börsengang der Siemens Energy AG hat das Unternehmen diese Organisationsstruktur veröffentlicht:[2]

Aufsichtsrat
Vorstand
Gas and Power Siemens Gamesa Renewable Energy(*)
Generation Industrial Application Transmission New Energy Onshore Offshore
Stand 1. Oktober 2020

(*) Anteil an Siemens Gamesa: 67 Prozent

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Siemens Energy AG, München - Firmenauskunft. In: Firmenwissen.de. Abgerufen am 9. Februar 2021.
  2. a b c d Siemens Energy - Unternehmenspräsentation, Oktober 2020. (PDF) Siemens Energy AG, abgerufen am 9. Februar 2021.
  3. Siemens Energy startet schwach an der Börse – Kurs rutscht unter 20 Euro. In: handelsblatt.de. 28. September 2020, abgerufen am 28. September 2020.
  4. Siemens baut fokussierten Energieriesen. Siemens AG, abgerufen am 16. November 2019.
  5. Senvion: Paukenschlag bei Siemens - Sen wirft kurz vor Börsengang hin. In: www.manager-magazin.de. Abgerufen am 21. März 2020.
  6. Außerordentliche Hauptversammlung der Siemens AG. In: www.siemens.com. Abgerufen am 28. September 2020.
  7. Siemens Energy zieht nach Berlin. In: n-tv.de. 24. September 2020, abgerufen am 25. September 2020.
  8. Siemens Energy kehrt zurück zu seinen Wurzeln. Abgerufen am 26. September 2020.
  9. Siemens Energy AG neu im DAX. Abgerufen am 3. März 2021.
  10. DAX30 Liste. Abgerufen am 22. März 2021.
  11. Siemens Energy AG to be included in MDAX. 3. Dezember 2020, abgerufen am 4. Dezember 2020 (amerikanisches Englisch).
  12. Job-Abbau bei Siemens Energy in Erlangen: Werden Stellen ins Ausland verlagert? Abgerufen am 14. Juli 2021.
  13. sueddeutsche.de vom 1. August 2021
  14. Gruppe Deutsche Börse - Daimler Truck und Hannover Rueck neu im DAX. Abgerufen am 9. März 2022.
  15. INDEX-MONITOR: Siemens Energy ersetzt ab heute Hellofresh im Dax. Abgerufen am 19. September 2022.
  16. EU: Nord Stream 1 unter „falschen Vorwänden“ stillgelegt. In: rtl.de. 2. September 2022, abgerufen am 3. September 2022.
  17. Vorstandsvorsitzender Christian Bruch im SPIEGEL-Gespräch, Ausgabe Nr. 40, 1. Oktober 2022, S. 64.