Hauptmenü öffnen

Der Osella FA1C war ein Formel-1-Rennwagen, der vom italienischen Rennstall Osella Squadra Corse entwickelt, gebaut und eingesetzt wurde. Er war der Nachfolger des Osella FA1B und ging in den Jahren 1981 und 1982 an den Start. Der FA1C war das erste Formel-1-Auto, mit dem Osella Weltmeisterschaftspunkte erzielte. Bei dem Osella FA1C handelt es sich um das Auto, in dem der italienische Rennfahrer Riccardo Paletti tödlich verunglückte.

Osella FA1C

Osella FA1C in der Lackierung vom GP der Niederlande 1982

Konstrukteur: ItalienItalien Osella
Designer: Hervé Guiplin
Vorgänger: Osella FA1B
Nachfolger: Osella FA1D
Technische Spezifikationen
Chassis: Aluminium
Radstand: 2720 mm
Gewicht: 580 kg
Reifen: Michelin
Pirelli
Benzin: Agip
Statistik
Fahrer: FrankreichFrankreich Jean-Pierre Jarier
ItalienItalien Ricardo Paletti
Erster Start: Großer Preis von Italien 1981
Letzter Start: Großer Preis von Las Vegas 1982
Starts Siege Poles SR
18
WM-Punkte: 3
Podestplätze:
Führungsrunden:

HintergrundBearbeiten

Das auf den Konstrukteur Abarth zurückgehende Unternehmen Osella Corse hatte in den 1970er-Jahren in erster Linie Rennsportwagen für Berg- und Sportwagenrennen entwickelt und gebaut. In der Formel-2-Europameisterschaft 1979 trat es mit dem eigenen Chassis FA2/79 erfolgreich an; der Werkspilot Eddie Cheever gewann drei Rennen gewonnen und belegte am Ende Rang vier der Europameisterschaft. Auf der Suche nach Sponsoren für die folgende Formel-2-Saison wandte sich Teamchef Enzo Osella an die italienische Tochter des Unilever-Konzerns, die wegen der geringen Medienabdeckung kein Interesse an der Formel 2 hatte, Osella aber im September 1979 die Unterstützung für den Fall anbot, dass das Team in die Formel 1 aufsteige.[1] Osella ging darauf ein und baute in drei Monaten die Grundlage für einen Einsatz in der Formel-1-Weltmeisterschaft 1980 auf, deren erstes Rennen bereits am 13. Januar 1980 stattfand. Die Anfänge des Teams waren deshalb großteils improvisiert.[2] Mit dem ersten Formel-1-Auto des Teams, dem Osella FA1, erreichte Cheever keine Zielankunft. Da sich der sehr schwere FA1 nur eingeschränkt modifizieren ließ, entschied sich die Teamleitung im April 1980 für die Entwicklung eines gänzlich neuen Autos. Seine Konstruktion übernahmen Enzo Osella und Giorgio Valentini. Daraus wurde der FA1B, der im Herbst 1981 durch den weiterentwickelten FA1C abgelöst wurde.

Der FA1C wurde auch in der Saison 1982 eingesetzt. Der britische Rennwagenchronist David Hodges behauptet, der FA1C habe im Frühjahr 1982 eine Überarbeitung erfahren, in deren Folge das Auto ab dem Großen Preis von Deutschland als FA1D bezeichnet wurde.[3][4] Diese Darstellung findet weder in der Osella-Werksbiografie noch in den Meldelisten zu den Großen Preisen des Jahres 1982 eine Stütze. Danach waren alle Fahrzeuge, die Osella im Laufe der Saison 1982 eingesetzte, Varianten des FA1C. Sein Nachfolger FA1D erschien erst zum Auftaktrennen der Saison 1983.[5]

TechnikBearbeiten

Verantwortlicher Konstrukteur des FA1C waren Tony Southgate und Hervé Guiplin. Er entwarf ein neues, gegenüber dem Vorgängermodell im Gewicht reduziertes Monocoque, das weitgehend aus Kunststoffen gefertigt war. Die Karosserie bestand aus Aluminium.[3] Der Wagen war sehr breit und hatte abermals größere Seitenkästen, um die Saugwirkung des Flügelprofils zu erhöhen. Hinsichtlich des Fahrwerks und der Antriebstechnik entsprach der FA1C dagegen weitgehend seinen beiden Vorgängermodellen.[6] Osella verwendete weiterhin Cosworth DFV-Achtzylindermotoren.

RenneinsätzeBearbeiten

Formel-1-Saison 1981Bearbeiten

Der FA1C debütierte beim Großen Preis von Italien im September. Hier wie auch in den beiden folgenden Rennen wurde er von Jean-Pierre Jarier gefahren, während Beppe Gabbiani, der zweite Pilot des Teams, bis zum Ende der Saison den bereits 1980 vorgestellten FA1B verwenden musste. Jarier beendete das Debütrennen des FA1C mit einem Zieldurchlauf auf dem neunten Platz. Bei den folgenden Rennen in Kanada und in Las Vegas schied er dagegen aus.

Formel-1-Saison 1982Bearbeiten

In der Formel-1-Saison 1982 wurde der FA1C vom Saisonbeginn bis zum Großen Preis von Frankreich eingesetzt, der Ende Juli abgehalten wurde. Fahrer waren Jean-Pierre Jarier und der Debütant Riccardo Paletti. Jarier kam dreimal ins Ziel. Das beste Ergebnis war der vierte Platz beim Großen Preis von San Marino, bei dem allerdings infolge eines Boykotts seitens einzelner Teams nur 14 Autos an den Start gingen.[7] Riccardo Paletti gelang es, sich bei acht Versuchen dreimal mit dem FA1C zu qualifizieren. Bei seinem dritten Formel-1-Start anlässlich des Großen Preises von Kanada verunglückte er im FA1C tödlich. In der zweiten Hälfte der Saison meldete das Team nur Jarier. Nach dem tödlichen Unfall Palettis verzichtete Osella darauf, das zweite Cockpit neu zu besetzen.

RennergebnisseBearbeiten

Saison Fahrer Nummer 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Punkte Rang
1981                              
Frankreich  Jean-Pierre Jarier 32 9 DNF DNF
1982                                 3 12
Frankreich  Jean-Pierre Jarier 31 DNF 9 DNF 4 DNF DNQ DNF DNS 14 DNF DNF DNF DNQ DNF DNF DNS
Italien  Ricardo Paletti 32 DNQ DNPQ DNQ DNF DNQ DNPQ DNS DNF

LiteraturBearbeiten

  • Adriano Cimarosti: Das Jahrhundert des Rennsports. Autos, Strecken und Piloten. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-613-01848-9.
  • David Hodges: Rennwagen von A–Z nach 1945. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01477-7.
  • David Hodges: A–Z of Grand Prix Cars. Crowood Press, Marlborough 2001, ISBN 1-86126-339-2
  • Pierre Ménard: La Grande Encyclopédie de la Formule 1. 2. Auflage. Chronosports, St. Sulpice 2000, ISBN 2-940125-45-7 (französisch).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gianni Tomazzoni: Enzo Osella, Schena, 2011, ISBN 9788882299217, S. 108.
  2. Gianni Tomazzoni: Enzo Osella, Schena, 2011, ISBN 9788882299217, S. 112.
  3. a b Hodges: Rennwagen von A–Z nach 1945. 1994, S. 205.
  4. David Hodges: A–Z of Grand Prix Cars. Crowood Press, Marlborough 2001, ISBN 1-86126-339-2, S. 185.
  5. Geschichte des Osella FA1C auf der Internetseite www.oldracingcars.com (abgerufen am 19. Mai 2017).
  6. David Hodges: A–Z of Grand Prix Cars. 2001, S. 206.
  7. Dazu Cimarosti: Das Jahrhundert des Rennsports. 1997, S. 323 f.

WeblinksBearbeiten