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Nik Gugger

Schweizer Sozialunternehmer und Politiker (EVP)
Nik Gugger (2009)

Niklaus «Nik» Samuel Gugger (* 1. Mai 1970 in Udupi, Indien) ist ein Schweizer Sozialunternehmer und Politiker (EVP). Seit der Wintersession 2017 ist er Mitglied des Schweizer Nationalrates.

Leben und WirkenBearbeiten

Seine ersten Lebensjahre verbrachte Nik Gugger in Thalassery (Indien). Seine Eltern waren dort in einem Entwicklungsprojekt des Hilfswerks der Evangelischen Kirchen der Schweiz HEKS tätig. Als Nik Gugger vier Jahre alt war, zog die Familie in die Schweiz nach Uetendorf.

Durch die Arbeit seines Vaters in der Stiftung Uetendorfberg, die Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Hör-, Sprach- und Mehrfachbeeinträchtigungen bietet, fand Nik Gugger früh den Kontakt zu behinderten Menschen. Später übernahmen seine Eltern die Leitung des neuen Altersheims im Dorf, so dass Nik Gugger im Umfeld von betagten Leuten aufwuchs. Erste Erfahrungen in der sozialen Arbeit machte Gugger als Leiter im CEVI und in der Kirchgemeinde Uetendorf.

Nik Gugger absolvierte nach seiner Schulzeit eine Berufslehre als Mechaniker in Steffisburg. Ein anschliessendes Sozialpraktikum in Kolumbien führte ihn zum Beruf des Jugend- und Sozialarbeiters.

Gugger ist seit 1994 verheiratet und hat mit seiner Frau drei Kinder. Er lebt mit seiner Familie in Winterthur.

Für sein soziales Engagement für Kinder und Jugendliche wurde ihm 2019 der Ehrendoktortitel des Kalinga Institute of Industrial Technology in Odisha, Indien verliehen.[1]

SozialunternehmerBearbeiten

Nach einer ersten Anstellung als Jugendarbeiter in Lindau ZH wechselte Nik Gugger in die kirchliche Jugendarbeit nach Wülflingen, einem Stadtquartier von Winterthur. Dort leistete er Pionierarbeit im Aufbau der Schulsozialarbeit und war Mitglied der Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung des Leitbildes für die Offene Jugendarbeit in Winterthur.[2][3] Parallel dazu studierte Gugger Sozialarbeit an der FH Nordwestschweiz von 1995 bis 1999 und Sozialmanagement an der FHNW, in Innovationsmanagement am Zentrum für Agogik ZAK in Basel/Uni Amsterdam von 2004 bis 2006 und in Politischer Kommunikation an der ZHAW.

Von 2003 bis 2018 leitete Nik Gugger die Fabrikkirche Winterthur, eine von der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Zürich und dem reformierten Stadtverband Winterthur finanzierte Jugendkirche.[4]

Für das Versicherungsunternehmen Elvia war Gugger in verschiedenen Teilen der Welt im Einsatz, um Reisende sicher nach Hause zu bringen, so auch in Thailand nach dem Tsunami vom 26. Dezember 2004.

In Thalassery ist Gugger für das Hilfswerk der Gundert Stiftung zuständig, welches sich für eine moderne Ausbildung für Kinder aller Kasten einsetzt.[5]

Nik Gugger ist nebenberuflich Mitgründer und Verwaltungsrat des Beratungsunternehmens Herzkraftwerk AG in Winterthur, das Coachings für Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Non-Profit-Organisationen anbietet.[6] Des Weiteren gehört er zu den Gründern des im Jahr 1998 aufgeschalteten unabhängigen Internetportals jugendarbeit.ch.

Nik Gugger ist Inhaber des Winterthurer Restaurants Concordia.

PolitikBearbeiten

Nik Gugger ist Mitglied des Zentralvorstandes der Evangelischen Volkspartei der Schweiz (EVP). Er war 2002 bis 2014 Mitglied im Grossen Gemeinderat der Stadt Winterthur.[7] Dort leitete er seit Mai 2008 als Fraktionspräsident die EVP-Fraktion. Bei der Stadtratswahl in Winterthur 2010 erreichte er das absolute Mehr und verpasste mit dem achten Rang knapp die Aufnahme in das siebenköpfige Gremium.[8][9][10][11]

Vom 2014 bis 2017 war er Mitglied des Zürcher Kantonsrats. Bei den Wahlen für den Regierungsrat des Kantons Zürich am 12. April 2015 trat Nik Gugger als Kandidat der EVP an, für einen Sitz reichte es aber nicht.

Bei den Nationalratswahlen 2015 schaffte es Nik Gugger auf den ersten Ersatzplatz nach Maja Ingold. Am 27. November 2017 ist er in den Nationalrat nachgerückt.[12]

Die politischen Schwerpunkte von Nik Gugger liegen bei finanz- und sozialpolitischen Themen.[13][14]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lisa Aeschlimann: Gugger ist indischer Ehrendoktor. In: Der Landbote. 9. Mai 2019 (Online [abgerufen am 22. Mai 2019]).
  2. Marisa Eggli, Martin Freuler, Roger Tacheron: Ein Showman drängt auf die grosse Bühne. Landbote Online, 6. Februar 2010, abgerufen am 26. April 2011.
  3. Leitbild für die Offene Jugendarbeit in Winterthur. (PDF) Leitbildarbeitsgruppe der JugendarbeiterInnen der offenen Jugendarbeit, Winterthur, März 1999, abgerufen am 26. April 2011.
  4. Christian Gurtner: Zerwürfnis in der Fabrikkirche – Gugger tritt ab. In: Der Landbote vom 5. Juni 2018.
  5. Delegation from Switzerland visits Gundert school. The Hindu, 11. April 2006, abgerufen am 24. April 2011 (englisch).
  6. SHAB: Herzkraftwerk AG. moneyhouse Handelsregister- und Firmendaten, abgerufen am 26. April 2011.
  7. Protokoll der 6. und 7. Sitzung des Grossen Gemeinderates im Amtsjahr 2014/2015 vom 25. August 2014. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Grosser Gemeinderat Winterthur, 25. August 2014, archiviert vom Original am 6. November 2014; abgerufen am 6. November 2014.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/stadt.winterthur.ch
  8. flo: Nik Gugger will Winterthurer EVP-Stadtratssitz verteidigen. Neue Zürcher Zeitung, 25. März 2009, abgerufen am 24. April 2011.
  9. Martin Gmür: Winterthurs Mitte-Kandidaten flirten mit der Wirtschaft. Tages-Anzeiger Online, 20. August 2009, abgerufen am 24. April 2011.
  10. rd: Wirtschaft will zwei Stadträte abwählen. Tages-Anzeiger Online, 1. September 2009, abgerufen am 24. April 2011.
  11. sda/frua/weis: FDP gewinnt zweiten Sitz in Winterthurer Regierung. SFDRS, 7. März 2010, abgerufen am 24. April 2011.
  12. Vereidigungen. 17.211 Geschäft des Parlaments. Abgerufen am 1. Dezember 2017.
  13. Adrian Schulthess: Ausgehverbot für unter 16-jährige ab 22 Uhr? 20 Minuten, 12. Juli 2006, abgerufen am 26. April 2011.
  14. tif: Christliche Krippe bekommt kein Geld. Tages-Anzeiger Online, 23. Dezember 2009, abgerufen am 26. April 2011.