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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Altötting Deutschlandkarte, Position des Landkreises Altötting hervorgehobenKoordinaten: 48° 13′ N, 12° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Verwaltungssitz: Altötting
Fläche: 569,35 km2
Einwohner: 110.338 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 194 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: AÖ, LF
Kreisschlüssel: 09 1 71
Kreisgliederung: 24 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Bahnhofstr. 38
84503 Altötting
Website: www.landkreis-altoetting.de
Landrat: Erwin Schneider (CSU)
Lage des Landkreises Altötting in Bayern
Weiden in der OberpfalzStraubingWürzburgSchwabachSchweinfurtRegensburgRosenheimNürnbergNürnbergPassauLandshutMemmingenKaufbeurenKempten (Allgäu)IngolstadtFürthHofErlangenCoburgBayreuthBambergAugsburgMünchenAschaffenburgAmbergAnsbachLandkreis WürzburgLandkreis Wunsiedel im FichtelgebirgeLandkreis Weißenburg-GunzenhausenLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis UnterallgäuLandkreis TraunsteinLandkreis TirschenreuthLandkreis Straubing-BogenLandkreis StarnbergLandkreis SchweinfurtLandkreis SchwandorfLandkreis Rottal-InnLandkreis RothLandkreis RosenheimLandkreis Rhön-GrabfeldLandkreis RegensburgLandkreis Pfaffenhofen an der IlmLandkreis RegenLandkreis PassauLandkreis OstallgäuLandkreis OberallgäuLandkreis Nürnberger LandLandkreis Neu-UlmLandkreis Neustadt an der WaldnaabLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis Neuburg-SchrobenhausenLandkreis MünchenLandkreis Mühldorf am InnLandkreis MiltenbergLandkreis MiesbachLandkreis Main-SpessartLandkreis Lindau (Bodensee)Landkreis LichtenfelsLandkreis LandshutLandkreis Landsberg am LechLandkreis KulmbachLandkreis KronachLandkreis KitzingenLandkreis KelheimLandkreis HofLandkreis HaßbergeLandkreis GünzburgLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis FürthLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis Freyung-GrafenauLandkreis FreisingLandkreis ForchheimLandkreis Erlangen-HöchstadtLandkreis ErdingLandkreis EichstättLandkreis EbersbergLandkreis Donau-RiesLandkreis Dingolfing-LandauLandkreis Dillingen an der DonauLandkreis DeggendorfLandkreis DachauLandkreis CoburgLandkreis ChamLandkreis Berchtesgadener LandLandkreis BayreuthLandkreis BambergLandkreis Bad Tölz-WolfratshausenLandkreis Bad KissingenLandkreis AugsburgLandkreis AschaffenburgLandkreis AnsbachLandkreis Amberg-SulzbachLandkreis AltöttingLandkreis Aichach-FriedbergBodenseeSchweizÖsterreichBaden-WürttembergHessenTschechienSachsenThüringenKarte
Über dieses Bild
Der Inn bei Marktl

Der Landkreis Altötting liegt im bayerischen Regierungsbezirk Oberbayern.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Das Gebiet des Landkreises Altötting kann in drei verschiedene Landschaftsräume eingeteilt werden. Im Norden, oberhalb der Inn-Niederung dehnt sich das tertiäre Isar-Inn-Hügelland aus. Daran schließt sich das Inntal mit einer durchschnittlichen Breite von 10 km an. Im Süden folgen die Moränen-Hügel und die Hochterrassenfelder der Alzplatte mit Anfängen des Voralpenlandes.

Die höchste Erhebung des Landkreises ist bei Tyrlaching (544 m ü. NN), der tiefste Punkt am Innspitz bei Haiming (346 m ü. NN).[2]

NachbarkreiseBearbeiten

Der Landkreis grenzt gegen den Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Rottal-Inn, Mühldorf am Inn und Traunstein. Im Südosten grenzt er an Österreich.

GeschichteBearbeiten

LandgerichtBearbeiten

Auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Altötting entstand 1803 das Landgericht Burghausen und 1810 das Landgericht Altötting. Beide gehörten ab 1817 zum Unterdonaukreis (Hauptstadt Passau). Im Zuge der 1837 vollzogenen Umbenennung der damaligen Kreise Bayerns in die heute noch gültigen Regierungsbezirke, kam es zu der Gebietsveränderung zwischen dem Isar- und Unterdonaukreis bzw. Ober- und Niederbayern, die den Altöttinger Raum zu Oberbayern brachte.

BezirksamtBearbeiten

Das Bezirksamt Altötting wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Altötting und Burghausen gebildet.[3]

LandkreisBearbeiten

Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt.[4] So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Altötting.

Am 1. Oktober 1970 wurde die Gemeinde Mörmoosen des Landkreises Mühldorf am Inn in den Landkreis Altötting um- und in die Gemeinde Tüßling eingegliedert.

Am 1. Juli 1972 kam im Zuge der Gebietsreform die Gemeinde Tyrlaching vom Landkreis Laufen zum Landkreis Altötting.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 
Einwohnerentwicklung des Landkreis Altötting von 1840 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle

Von 1988 bis 2008 gewann der Landkreis Altötting knapp 13.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um rund 13 %. Seit 2004 ist die Einwohnerentwicklung leicht rückläufig.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2017
Einwohner 30.869 35.172 50.219 76.369 78.095 89.934 94.216 100.258 105.914 108.268 109.227 107.711 108.485 110.338

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Altötting Platz 156 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“.[5]

Der Landkreis Altötting beherbergt wesentliche Teile des südostbayerischen Chemiedreiecks. Zwischen den Städten Burghausen, Töging und Trostberg lässt sich ein Dreieck zeichnen, in dem international bedeutende Chemieunternehmen tätig sind. Burghausen ist sowohl der Sitz des größten Werkes der Wacker Chemie AG als auch der petrochemischen Raffinerie der OMV Deutschland GmbH. In Burgkirchen befindet sich das Werk Gendorf. Auf dem Gelände der ehemaligen Hoechst AG haben sich verschiedene internationale Firmen der chemischen Industrie niedergelassen.
Eine wichtige Rolle spielt der Tourismus insbesondere durch die Wallfahrt in Altötting, Besuche des Papstgeburtsortes Marktl und die Burg zu Burghausen.

VerkehrBearbeiten

Überörtlich ist der Landkreis in Richtung Ost- und Nordostbayern sowohl durch die Bundesstraße 20 als auch die Bundesstraße 588 an den Verkehr angebunden. In Nord-Süd-Richtung dient die Bundesstraße 299, welche zwischen Erharting und Winhöring mittlerweile zur Kreisstraße AÖ 35 abgestuft wurde, als wichtige Verkehrsader. Die in West-Ost-Richtung verlaufende Staatsstraße St 2550 (ehemalige Bundesstraße 12) wickelt ebenfalls einen großen Teil des überregionalen Verkehrs ab und wurde mittlerweile durch die A 94 wesentlich entlastet. Letztere durchquert von der Orts- und Landkreisgrenze bei Töging am Inn bis nach Marktl den Landkreis. Im weiteren, über die Landkreisgrenze hinaus verlaufenden, Straßenstück dient die überlastete Bundesstraße 12 der Anbindung in Richtung Simbach/Pocking und zur A 3. Dem Durchgangsverkehr im Landkreis dienen außerdem 8 Staatsstraßen und 33 Kreisstraßen.

Im Jahr 1871 eröffnete die Bayerische Staatsbahn in Marktl ihre Strecke von Mühldorf über Neuötting nach Simbach–Braunau als Verbindung von Bayern nach Österreich. Bevor 1906 die Dampfstraßenbahn Neuötting–Altötting ihren Betrieb aufnahm, war der vielbesuchte Wallfahrtsort bereits 1897 an die Lokalbahn Mühldorf–Burghausen angeschlossen worden, die bereits 1894 bis Tüßling fuhr, wo dann 1908 die Hauptbahn nach Freilassing abzweigte. Von ihrer Station Garching wurde 1910 eine Querverbindung über Trostberg und Traunstein hergestellt.

Seit der Stilllegung der Dampfstraßenbahn im Jahre 1930 ist der Umfang des Schienennetzes unverändert geblieben. Allerdings kam es etwa 1943 zu einer Verlegung der Trasse und des Bahnhofs in Burghausen.

Heute durchqueren folgende vier, von der Südostbayernbahn betriebene Regionalbahnlinien den Landkreis: Mühldorf – Neuötting – Simbach (KBS 941), Mühldorf – Altötting – Burghausen (KBS 942), Mühldorf – Garching – Freilassing (KBS 945) und Mühldorf – Garching – Trostberg (KBS 947).

Ein zum Teil zweigleisiger Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke München - Mühldorf - Burghausen sind geplant und im Bundesverkehrswegeplan als vordringlicher Bedarf vermerkt.

Der Güterverkehr wird überwiegend durch Railion und einigen privaten Eisenbahnunternehmen betrieben. Das Güterverkehrszentrum Burghausen wurde am 19. Januar 2015 in Betrieb genommen.

PolitikBearbeiten

LandräteBearbeiten

Folgende stellvertretende Landräte wurden durch den Kreistag gewählt:

  • Stefan Jetz (CSU), seit 2002
  • Horst Krebes (SPD), ersetzt 2017 durch Hubert Gschwendtner (SPD)
  • Konrad Heuwieser (FW), seit 2008

KreistagBearbeiten

Kreistagswahl 2014
 %
50
40
30
20
10
0
48,5 %
20,7 %
14,1 %
6,4 %
2,3 %
3,9 %
4,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+3,3 %p
-3,9 %p
-1,5 %p
+0,9 %p
-1,5 %p
+1,2 %p
+1,6 %p

Wahlergebnis des Kreistags 2014:

Wahlergebnis des Kreistags 2008:

Wahlergebnis des Kreistags 2002:

Mandatsträger aus dem Landkreis AltöttingBearbeiten

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Gespalten; vorne in Blau das silberne Oktogon der Altöttinger Gnadenkapelle, darüber schwebend eine goldene Marienkrone; hinten die bayerischen Rauten.“[6]

Das Wappen wird seit 1960 geführt.

 
Burghausen, Burgkirchen und der Süden von Altötting (oben und rechts) in den 1930er-Jahren (Aufnahmeblatt der 3. österreichischen Landesaufnahme)

Verdiente PersönlichkeitenBearbeiten

GemeindenBearbeiten

Zur Entstehung der Gemeinden des Landkreises, siehe: Gemeinden im Landkreis Altötting

BurghausenEmmertingBurgkirchen an der AlzKastl (Landkreis Altötting)Haiming (Oberbayern)Mehring (Oberbayern)MarktlNeuöttingAltöttingFeichten an der AlzWinhöringTüßlingTöging am InnTeisingPleiskirchenGarching an der AlzUnterneukirchenTyrlachingStammham (am Inn)ReischachPerachKirchweidachHalsbachErlbach (Oberbayern)Landkreis Rottal-InnLandkreis Mühldorf am InnLandkreis TraunsteinÖsterreich 

(Einwohner am 31. Dezember 2017[7])

Städte

  1. Altötting (12.906)
  2. Burghausen (18.622)
  3. Neuötting (8803)
  4. Töging a.Inn (9289)

Märkte

  1. Marktl (2716)
  2. Tüßling (3279)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Emmerting
    (Gemeinden Emmerting und Mehring, 6611)
  2. Kirchweidach
    (Gemeinden Feichten a.d.Alz, Halsbach, Kirchweidach und Tyrlaching, 5504)
  3. Marktl
    (Markt Marktl und Gemeinde Stammham, 3694)
  4. Reischach
    (Gemeinden Erlbach, Perach und Reischach, 4946)
  5. Unterneukirchen
    (Gemeinden Kastl und Unterneukirchen, 5797)

Weitere Gemeinden

  1. Burgkirchen a.d.Alz (10.367)
  2. Emmerting (4143)
  3. Erlbach (1151)
  4. Feichten a.d.Alz (1164)
  5. Garching a.d.Alz (8578)
  6. Haiming (2476)
  7. Halsbach (947)
  8. Kastl (2716)
  9. Kirchweidach (2537)
  10. Mehring (2488)
  11. Perach (1253)
  12. Pleiskirchen (2463)
  13. Reischach (2595)
  14. Stammham (1005)
  15. Teising (1894)
  16. Tyrlaching (972)
  17. Unterneukirchen (3171)
  18. Winhöring (4803)

SehenswürdigkeitenBearbeiten

SchutzgebieteBearbeiten

Im Landkreis gibt es vier Naturschutzgebiete, sechs Landschaftsschutzgebiete, sechs FFH-Gebiete und mindestens 28 ausgewiesene Geotope. (Stand August 2016)

Siehe auchBearbeiten

Kfz-KennzeichenBearbeiten

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 14. Oktober 2016 ist auch das Unterscheidungszeichen LF (Laufen) erhältlich[8].

LiteraturBearbeiten

  • Karl Huttner: Land zwischen Salzach und Inn. Sechzig Kalenderblätter. Mit Zeichnungen v. Günther Grassmann. Richard Pflaum Verlag, München 1957.
  • Neue Presse-Verlags GmbH und Kreistag des Landkreises Altötting (Hrsg.): Der Landkreis Altötting: Das Öttinger und Burghauser Land. Mit Beiträgen v. Simon Pittner, Siegfried Schamberger, Dr. Josef Pfennigmann u. a. Neue Presse-Verlag, Passau 1978.
  • Oettinger Heimatbund e.V. (Hrsg.): Oettinger Land: eine heimatkundliche Schriftenreihe für den gesamten Landkreis Altötting. Altötting 1981-
  • Dieter Grypa: Studien zu Kriegsende und Neuanfang im Landkreis Altötting. In: Burghauser Geschichtsblätter 46. Stadt Burghausen, Burghausen 1991.
  • H. Jochen Dyck, Siegfried Scherrer: Der Landkreis Altötting: Liebenswert-lebenswert-sehenswert. Blickpunkt-Wochenbl.-Verl.-Gruppe, Burghausen (u. a.) 1992, ISBN 3-923735-02-2.
  • Stefan König: Begegnungen: Papst Benedikt XVI. im Landkreis Altötting. ars et media, Altötting 2006, ISBN 3-9810956-5-0.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. H. Jochen Dyck, Siegfried Scherrer: Der Landkreis Altötting: Liebenswert-lebenswert-sehenswert. Blickpunkt-Wochenbl.-Verl.-Gruppe, Burghausen (u. a.) 1992: 16.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 434.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 97.
  5. Zukunftsatlas 2016. Archiviert vom Original am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018.
  6. Eintrag zum Wappen des Landkreises Altötting in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 4. September 2017.
  7. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  8. Ab sofort gibt es wieder das alte Laufener Kennzeichen. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 1. Februar 2017; abgerufen am 12. Februar 2018.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.traunstein.com