Schweinfurt

kreisfreie Stadt in Bayern, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schweinfurt
Schweinfurt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schweinfurt hervorgehoben

Koordinaten: 50° 3′ N, 10° 14′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Höhe: 226 m ü. NHN
Fläche: 35,7 km2
Einwohner: 54.032 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 1513 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 97421, 97422, 97424
Vorwahl: 09721
Kfz-Kennzeichen: SW
Gemeindeschlüssel: 09 6 62 000
Stadtgliederung: 15 Stadtteile
mit 23 Bezirken
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
97421 Schweinfurt
Website: www.schweinfurt.de
Oberbürgermeister: Sebastian Remelé (CSU)
Lage der Stadt Schweinfurt in Bayern
Weiden in der OberpfalzStraubingWürzburgSchwabachSchweinfurtRegensburgRosenheimNürnbergNürnbergPassauLandshutMemmingenKaufbeurenKempten (Allgäu)IngolstadtFürthHofErlangenCoburgBayreuthBambergAugsburgMünchenAschaffenburgAmbergAnsbachLandkreis WürzburgLandkreis Wunsiedel im FichtelgebirgeLandkreis Weißenburg-GunzenhausenLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis UnterallgäuLandkreis TraunsteinLandkreis TirschenreuthLandkreis Straubing-BogenLandkreis StarnbergLandkreis SchweinfurtLandkreis SchwandorfLandkreis Rottal-InnLandkreis RothLandkreis RosenheimLandkreis Rhön-GrabfeldLandkreis RegensburgLandkreis Pfaffenhofen an der IlmLandkreis RegenLandkreis PassauLandkreis OstallgäuLandkreis OberallgäuLandkreis Nürnberger LandLandkreis Neu-UlmLandkreis Neustadt an der WaldnaabLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis Neuburg-SchrobenhausenLandkreis MünchenLandkreis Mühldorf am InnLandkreis MiltenbergLandkreis MiesbachLandkreis Main-SpessartLandkreis Lindau (Bodensee)Landkreis LichtenfelsLandkreis LandshutLandkreis Landsberg am LechLandkreis KulmbachLandkreis KronachLandkreis KitzingenLandkreis KelheimLandkreis HofLandkreis HaßbergeLandkreis GünzburgLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis FürthLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis Freyung-GrafenauLandkreis FreisingLandkreis ForchheimLandkreis Erlangen-HöchstadtLandkreis ErdingLandkreis EichstättLandkreis EbersbergLandkreis Donau-RiesLandkreis Dingolfing-LandauLandkreis Dillingen an der DonauLandkreis DeggendorfLandkreis DachauLandkreis CoburgLandkreis ChamLandkreis Berchtesgadener LandLandkreis BayreuthLandkreis BambergLandkreis Bad Tölz-WolfratshausenLandkreis Bad KissingenLandkreis AugsburgLandkreis AschaffenburgLandkreis AnsbachLandkreis Amberg-SulzbachLandkreis AltöttingLandkreis Aichach-FriedbergBodenseeSchweizÖsterreichBaden-WürttembergHessenTschechienSachsenThüringenKarte
Über dieses Bild
Schweinfurt und der Main bei Nacht.jpg
KH Schweinfurt 2.JPGSchweinfurt Konf.zentrum Treppe.jpg
Schweinfurt MuseumSchäfer.jpgAnder-Kupfer-Platz 2, Tribüne Schweinfurt 20190913 007.jpg
Schweinfurt-017.jpg
Im Uhrzeigersinn von oben: Main mit Skyline bei Nacht, Konferenzzentrum Maininsel, Willy-Sachs-Stadion, Markt mit Altem Rathaus und Rückert-Denkmal, Museum Georg Schäfer und Bayerisches Landessozialgericht (links), Kunsthalle Schweinfurt

Schweinfurt (vmtl. von altniederländisch Swin,[2] schweinfurterisch: Schweifert) ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Unterfranken des Freistaats Bayern. Die Industriemetropole und Hafenstadt am Main ist Oberzentrum, Verwaltungssitz des Landkreises Schweinfurt, wichtiger Behördenstandort, Hochschul- und Kunststadt[3] sowie Sitz eines Fraunhofer-Instituts. Schweinfurt besteht, als deutsche Ausnahme, fast nur aus der Kernstadt, weshalb die Einwohnerzahl keinen Vergleichsmaßstab bietet. Die Agglomeration hat 100.200 (2018)[4] und das Einzugsgebiet der Stadt 759.000 Einwohner.[5] Zu ihm gehören die Region Main-Rhön, geprägt durch Naturparks, Kurbäder und Landadel (Deutscher Burgenwinkel)[6][7] und der mittlere Teil Südthüringens.

Schweinfurt wurde 791 erstmals urkundlich erwähnt und gehört zu den ältesten Städten Bayerns. Seit über 1000 Jahren wird Weinbau betrieben.[8] Um das Jahr 1000 beherrschten die Markgrafen von Schweinfurt weite Teile Nordbayerns. Vom 12. Jahrhundert bis 1802 war Schweinfurt Reichsstadt, um 1700 ein humanistisches Zentrum und 1770 begann die 250-jährige Industriegeschichte. Im Zweiten Weltkrieg erlitten die Amerikaner ihre größte Luftniederlage über der Stadt, die durch die Wiedervereinigung stark an Zentralität gewann und zu einem Autobahnknoten in der deutschen Mitte wurde.

Durch Überwindung der Strukturkrise um 1992 wurde die Stadt nicht deindustrialisiert und hat die höchste Arbeitsplatzdichte (2015)[9] und das dritthöchste Bruttoinlandsprodukt je Einwohner Deutschlands (2014).[10] Der größte Wälzlager-Konzern der Welt SKF,[11] der zweitgrößte Schaeffler,[12] der zweitgrößte Automobilzulieferer der Welt ZF Friedrichshafen[13][14] und der DAX-Konzern Fresenius Medical Care haben ihre größten Werke in Schweinfurt.

Weltbedeutende Erfindungen stammen aus der Stadt am Main:[15] das Tretkurbel-Fahrrad von Philipp Moritz Fischer (1853),[16] Fahrradfreilauf (1889) und Rücktrittbremse (1903) von Ernst Sachs und Inlineskates als Serienprodukt von SKF (1978).[17] In Schweinfurt wurde 1652 die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt gegründet, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina; sie hat heute ihren Sitz in Halle (Saale) und wurde 2008 Nationale Akademie der Wissenschaften.[18]

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

   
Schweinfurt liegt in der Mitte
des Einzugsgebiets des Mains...
...und am Nordostrand des
   Schweinfurter Beckens

Schweinfurt besitzt eine sehr zentrale Lage, in Bayerns Deutscher Mitte und der Mitte des Deutschen Sprachraums bzw. der DACH-Region.[19] Nach dem Brexit befindet sich das Stadtzentrum nur noch 30 km nordöstlich des Mittelpunkts der Europäischen Union.[20] Im Umkreis von 120 km liegen drei Internationale Flughäfen (siehe: Schweinfurt Hauptbahnhof, Flughafentransfer). 20 km nördlich Schweinfurts liegt das einstige Weltbad Bad Kissingen.

Die zentrale Lage der Stadt widerspiegelt sich auch in der Geodäsie. Schweinfurt liegt 12 km östlich des Schnittpunkts des 50. Grades nördlicher Breite mit dem 10. Grad östlicher Länge. Es ist der einzige Schnittpunkt zwischen einem Haupt-Breiten- und einem Haupt-Längengrad in Deutschland. Der 50. Breitengrad entspricht der Mainlinie. Der 10. Meridian östlicher Länge bildet die Mittelsenkrechte auf Weltkarten, die auf die Landmasse ausgemittelt sind. Der Schnittpunkt bildet ein Fadenkreuz in der Mitte Europas, weshalb die Stadt leicht lokalisierbar ist. Am Schnittpunkt der beiden Grade, 5 km westlich des Autobahnkreuzes Schweinfurt/Werneck, befindet sich ein Schnittpunkt-Denkmal. Das Schweinfurter Rathaus hat die geographische Lage: 50° 02′ 41″ nördliche Breite, 10° 14′ 06″ östliche Länge.

Deutschland in Europas Mitte,
Und in Deutschlands Mitte Franken,
In des schönen Frankenlandes
Mitte liegt ein schöner Grund.
In des schönen Grundes Mitte
Liegt ein schöner schöner Garten;
In des schönen Gartens Mitte
Liegt der Allerschönsten Haus.
Fragt ihr noch, warum ich immer
Mich um dieses Häuschen drehe,
Als um meines Vaterlandes
Allerschönsten Mittelpunkt?
Friedrich Rückert, geb. 1788 in Schweinfurt
 
Schweinfurter Mainbogen, Blick stadtauswärts: rechts Schweinfurter Becken mit Wehranlagen (Stadtpark); links: Schweinfurter Rhön mit Dorf- und Schloss Mainberg und Weinbergen

Schweinfurt liegt am oberen Teil des mittleren Mains, an der Großschifffahrtsstraße Main, die über den Rhein-Main-Donau-Kanal die Nordsee mit dem Schwarzen Meer verbindet.[21] Die Stadt ist auf der Landkarte zudem leicht lokalisierbar, am Beginn des Maindreiecks, dem flussabwärts das Mainviereck folgt (siehe obere linke Abb.).

Die Stadt besitzt zudem eine naturnahe Lage, an der Schweinfurter Rhön, mit dem Nationalen Naturerbe Brönnhof und ist von Haßbergen, Steigerwald, Rhön und Spessart umgeben, mit mehreren Naturparks und einem Biosphärenreservat. In Sichtweite liegen Steigerwald, Gramschatzer Wald und Rhön.

Schweinfurt liegt in einem Großraum großer Gegensätze: zwischen den sommerheißen Mainfränkischen Platten im Süden, im Hitzesommer 2015 mit Temperaturen bis knapp über 40° C,[22] wo auch die Schweinfurter Trockenplatte liegt, die mit 450 Millimeter pro Jahr so wenig Niederschläge besitzt wie Nordjordanien[23] und der Mittelgebirgsschwelle im Norden, mit internationalen Wintersport in Oberhof.

Das Stadtgebiet liegt im Norden und Osten auf den Ausläufern der Schweinfurter Rhön und südlich des Mains im hier brettflachen, durch Deiche geschützten Schweinfurter Becken. Der niedrigste Punkt des Stadtgebietes liegt im Südwesten, am Main, auf 202 m ü. NHN,[24] der höchste im Norden, in der Schweinfurter Rhön, auf 343 m ü. NHN.[25]

Neue ZentralitätBearbeiten

In Folge des Falls des Eisernen Vorhangs änderte sich die wirtschaftsgeografische Lage der Stadt grundlegend. 2005 wurde die Thüringer-Wald-Autobahn A 71 Erfurt– Schweinfurt als Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 16 (VDE 16) fertiggestellt. Bei der Bahn erlangte Schweinfurt 2017 durch das 10 Milliarden Euro teure Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8 (VDE 8) weitere Zentralität. Berlin ist nun unter dreieinhalb Stunden, München schon seit langem ab 2:33 Stunden und Hamburg ab 3:57 Stunden erreichbar, über nun zwei Hochgeschwindigkeitsstrecken, mit Umstieg in Bamberg und Würzburg. Berlin und München sind von Schweinfurt etwa eine dreiviertel Stunde schneller als von Frankfurt a. M. zu erreichen und Paris ab 6:22 Stunden. Im Rahmen der DB-Fernverkehrsoffensive erhält Schweinfurt bis spätestens Dezember 2028 einen direkten IC-Anschluss, durch den neuen IC Bamberg–(Schweinfurt)–StuttgartTübingen.[26][27]

Neue Zentralität Schweinfurts durch die Wiedervereinigung und neue Verkehrsprojekte

Dortmund 350 km
 
Kassel 200 km
 
O 10°
Erfurt 160 km
 
Frankfurt/M 160 km
  Main N 50 °
Würzburg 45 km
  Bayreuth 120 km
N 50 ° Main  
Bamberg 55 km
 
Stuttgart 190 km
O 10°
 
Ulm 230 km
 
Nürnberg 120 km

Berlin (City-West) via A 70: 450 km, via A 71: 442 km
Die Kilometerangaben beziehen sich auf Entfernungen zwischen den Stadtzentren bei Fahrten über Autobahnen

Alle Autobahnen mit der ersten Ziffer „7“ führen in Richtung Schweinfurt (bzw. in Gegenrichtung), mit Ausnahme des nördlichen Teils der A 73. 5 km westlich vom Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck kreuzt der 50. Grad nördlicher Breite (siehe oben: N 50 °), der der Mainlinie und A 70 entspricht, den 10. Meridian östlicher Länge (O 10 °), der identisch ist mit der Nord-Süd-Achse Europas DänemarkNorditalien und der A 7.

GewässerBearbeiten

Schweinfurt besitzt zahlreiche Fließgewässer und Seen. Die Wasserflächen, die sich im Süden durch Baggerseen verändern, betragen derzeit (2020) ca. 170 Hektar.[28] Zwischen der Innenstadt und Sennfeld liegen der hier bis zu 170 m breite Main und zwei (einstige) Nebenarme: der Altarm Saumain und das Altwasser Sennfelder Seenkranz. Sie bilden einen bis zu 800 m breiten Gewässerkomplex, mit dazwischen liegenden Inseln und einer größeren Halbinsel (siehe: Maininseln in Schweinfurt).

Altstadt: mit Schleusenkanal (ganz links), Schleuseninsel (links) und Main dessen Hauptarm im Stadtgebiet bis 170 m Breite erreicht.
Dahinter: altes Fischerviertel Fischerrain (links), Altes Gewerbeviertel (Mitte hinter Bäumen) und Spinnmühle (rechts)

Durch den Nordwesten des Stadtgebiets fließt in einem Bogen die Wern. Aus der Schweinfurter Rhön fließen Marienbach und Höllenbach durchs Stadtgebiet in den Main, zudem mündet hier der Zellergrundbach in den Marienbach. Zu beiden Seiten der südlichen Stadtgrenze liegen viele Bagger-, Natur- und Waldseen, mit zahlreichen Bademöglichkeiten.

Wälder und ParksBearbeiten

 
Wehranlagen mit Wasserspielen

Schweinfurt besitzt ausgedehnte Waldgebiete (Stadtwald und Hospitalstiftung) im Norden und Osten des Stadtgebiets. Die Wälder im Stadtgebiet haben eine Gesamtfläche von 1.756 Hektar.[29] Zudem gibt es viele Parkanlagen und entlang der fünf Fließgewässer durch die Stadt Grünspangen und Auwiesen. Unzählige Straßen werden von Bäumen gesäumt. 25.000 Stadtbäume gibt es insgesamt an Straßen und in Parks,[30] zudem neun z. T. weitläufige Kleingartenanlagen mit insgesamt 40,5 Hektar.[31] Weshalb Schweinfurt i. Ggs. zum benachbarten Würzburg als grüne Stadt gilt (siehe auch: Klimaschutz).

Die Wehranlagen (Stadtpark) liegen am Main, gegenüber der Altstadt und ziehen sich mit ihren Ausläufern über 2 km im Maintal entlang aus der Stadt hinaus in die Mainauen. In dem im 19. Jahrhundert angelegten Park gibt es Gastronomie, Biergärten und am Mainufer Sportclubs, Bootshäfen und Bademöglichkeiten.

 
Ringanlage Am Unteren Wall
mit einstigem Burgbezirk Zürch

Die Altstadt, mit der teilweise erhaltenen Stadtmauer, wird größtenteils von Ringanlagen umgeben: im Norden von Fichtel's Garten und Motherwell-Park, im Osten von der Grünanlage am Philosophengang und der Ringanlage am Am Unteren Wall, im Süden am Main vom Alten Friedhof und im Westen vom Châteaudun-Park. Außerhalb der Innenstadt liegen am Deutschhof der Seinäjoki-Park, im Westen die Grünanlage am Schuttberg auf Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs und in Oberndorf der Pfister-Park an einer einstigen Wasserburg an der Kreuzkirche.

Tierpark und SchutzgebieteBearbeiten

Der Wildpark an den Eichen im Stadtwald wurde ab 1962 aufgebaut, nachdem der private Zoo in den Wehranlagen den Bombenangriffen 1944 zum Opfer fiel.[32] Der Wildpark umfasst mittlerweile 18 Hektar; 50 europäische Tierarten mit insgesamt 500 Tieren sind hier bei freien Eintritt zusehen. Ein Streichelzoo, Wasser- und Abenteuerspielplätze, Liegewiese, Minigolfplatz und zwei Biergärten runden das Angebot ab.

Im Stadtgebiet befinden sich ein Naturschutzgebiet mit dem Namen Saumain in der Stadt Schweinfurt, zwei Landschaftsschutzgebiete, zwei FFH-Gebiete (Stand März 2016) und ein Geotop.

Siehe auch: Liste der Naturschutzgebiete in der Stadt Schweinfurt, Liste der Landschaftsschutzgebiete in Schweinfurt, Liste der FFH-Gebiete in der Stadt Schweinfurt und Liste der Geotope in Schweinfurt

WeinbauBearbeiten

Der örtliche Weinbau hat kaum noch wirtschaftliche, aber nach wie vor kulturelle Bedeutung, für die Selbstwahrnehmung und Lebensart der Stadt. Sie ist ein großlagenfreier Weinort im Fränkischen Weinbaugebiet, im Bereich Volkacher Mainschleife,[33] mit 3,54 Hektar bestockter Rebfläche (2017).[34]

In Schweinfurt wird seit über 1000 Jahren Weinbau betrieben.[8] Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Schweinfurt eine bedeutende fränkische Weinbau- und Weinhandelsstadt. Zum Ende der Reichsstadtzeit 1802 waren es etwa 320 Hektar Rebfläche, was dem größten heutigen fränkischen Weinbauort Nordheim am Main entspricht. Große Teile heutiger Stadtviertel, bis nahe an den Rand der Altstadt, befinden sich auf ehemaligen Weinbergen. Goethe schätzte den Schweinfurter Wein und ließ sich große Mengen liefern. Die Verbindung Goethes zum Schweinfurter Wein geht aus sieben Goethebriefen hervor, die im Goethe-Schiller-Museum in Weimar verwahrt werden.[35] Die Reblaus tauchte 1902 in Franken auf,[36] sie traf den Schweinfurter Raum besonders hart.

Seit den 1980er Jahren wird wieder planmäßig in den historischen Weinlagen Peterstirn und Mainleite Weinbau mit der Leitsorte Silvaner betrieben. Durch die fast vollständige Unterbrechung des Weinbaus blieben die Weinberge von der Zuordnung zu Großweinlagen und der großen Flurbereinigung der 1970er Jahre verschont, bei der meist die historischen Strukturen zerstört wurden. Die kleine Wein-Kulturlandschaft am Schloss Peterstirn blieb dadurch unversehrt erhalten. Auf der Peterstirn befindet sich ein Weingut im Familienbesitz, wo zweimal jährlich ein Weinfest stattfindet (siehe: Regelmäßige Veranstaltungen).

KlimaBearbeiten

 
Niederschlagsdiagramm der Stadt

Der Niederschlag ist für westdeutsche Verhältnisse gering, mit knapp über 600 mm pro Jahr, durch die Lage der Stadt östlich des Landrückens RhönSpessart, auf der Leeseite, in der Schweinfurter Trockenplatte. Längere Trockenperioden sind zu allen Jahreszeiten möglich, da die meisten Niederschläge im Hochsommer als kurze Gewittergüssen niedergehen, weshalb Schweinfurt 2015 Deutschlands Blitzhauptstadt wurde, mit 4,5 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer.[37] Dauerregen über einen halben Tag hinaus sind selten. Die Winter sind mitunter kalt, die Übergangszeiten für bayerische Verhältnisse relativ mild, durch die niedrige Seehöhe und die Sommer meist warm. Während in den höher gelegenen Regionen Süddeutschlands der Frühling später einzieht und in Folge der Klimaerwärmung heute relativ schnell in den Sommer übergeht, zieht das Frühjahr im Schweinfurter Becken bald ein und ist sehr ausgeprägt. Das führt zur frühen Obstblüte, vielfältiger Flora und guten klimatischen Bedingungen für Spargel- und Weinbauanbau.

 
Main-Eisgang an der Böckleinsinsel

Im Kontinentalitätsgrad liegt das örtliche Klima im Übergangsbereich zwischen Seeklima und Kontinentalklima. Dieses gemäßigte Kontinentalklima, mit geringem Niederschlag, kalten Wintern und warmen Sommern, kommt sonst in Westdeutschland nirgends vor, ist aber in Ostdeutschland weit verbreitet. Die Schweinfurter und Berliner Klima-Eckdaten sind nahezu identisch. Der Spessart bildet die Klimascheide zum maritimen Klima.

Durch die Klimaerwärmung erhöhten sich die geringen Niederschlagsmengen etwas (Starkregen). Die bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts mit Unterbrechungen auftretenden Winter mit zahlreichen Frost- und Schneetage verminderten sich rapide. Die Sommer wurden, insbesondere im südlichen Bereich, im Schweinfurter Becken, manchmal tropisch heiß, im Hitzesommer 2015 bis nahe 40° C und sind im nördlichen Bereich, an den ausgedehnten Wäldern der Schweinfurter Rhön seit jeher etwas gemäßigter.

Im Stadtklima wird der Wärmeinsel-Effekt durch mehrere begünstigende topografische Faktoren abgemildert und ist dadurch wesentlich geringer, als im hochbelasteten, benachbarten Würzburg. Schweinfurt liegt nicht in einem Talkessel, besitzt viel Grün (siehe: Wälder und Parks), viele Gewässer (siehe: Gewässer) und das Maintal verläuft in der Hauptwindrichtung von Ost nach West (siehe auch: Klimaschutz).

Stadtentwicklung und StadtbildBearbeiten

 
Gegensätze: Alte Reichs-bank und Rückert-Center

Schweinfurt ist trotz seiner Großindustrie eine organisch gewachsene Stadt, beispielsweise i. Ggs. zu Erlangen. Im Zweiten Weltkrieg wurde Schweinfurt außerhalb der Industriegebiete lediglich zu ca. 40 % zerstört, damit nicht mehr als Rothenburg ob der Tauber.[38] Es gab keinen Feuersturm, i. Ggs. zu Würzburg. Nach dem Krieg war deshalb ein planmäßiger, schneller Wiederaufbau nur an einigen Stellen der Stadt nötig. Dadurch gab es für spätere Zeiten über viele Stilepochen noch Gestaltungsspielraum. So blieb Schweinfurt ein tristes Stadtbild der Nachkriegszeit erspart, i. Ggs. zu nahezu total zerstörten Städten, wie Hanau, Kassel oder Heilbronn. Im Westen der Stadt ist bis heute der Baustil der 1930er Jahre stadtbildprägend, insbesondere durch die Klinkerbauten der Großindustrie in bis heute komplett erhaltenen oder nach Kriegsschäden teilrekonstruierten Straßenfronten (siehe: Moderne).

Die Entwicklung von einer historischen, mittelalterlichen Kleinstadt über die Industrialisierung bis zum Oberzentrum für eine halbe Million Einwohner spiegelt sich auch im gegensätzlichen Stadtbild wider. Gegenüber Residenz- und Beamtenstädten, wie Bayreuth oder Ansbach, wo um den historischen Stadtkern fast nur Villen- und Einfamilienhausviertel entstanden, entwickelte sich im großindustriellen Zentrum Schweinfurt um die Ringanlagen eine geschlossene Gründerzeitbebauung im Westen (Ludwigsvorstadt) und Norden (nördliche Neutorvorstadt). Durch all dies wird in der Innenstadt das Stadtbild von Osten nach Westen hin allmählich großstädtischer (in unterer Bildfolge von links nach rechts). Altfränkische Gassen in sanierten Quartieren der östlichen Altstadt gehen über in mittelstädtische, zuweilen chaotische Strukturen um den Roßmarkt, bis zu großstädtischem Stadtbild in der westlichen City. Eine Ausnahme im Osten bildet das Rückert-Center im Brutalismus der frühen 70er Jahre. Es erhielt den auch in vielen überregionalen Veröffentlichungen erwähnten Spitznamen Zementrum,[39] der heute nicht mehr gerechtfertigt ist, da die graue Beton-Fassade ausgetauscht wurde, bzw. derzeit wird.[40]

StadtgliederungBearbeiten

Bei der Bayerischen Gebietsreform wurden keine Vororte eingemeindet, weshalb das Stadtgebiet nur die Kernstadt und das 1919 eingemeindete Oberndorf umfasst.

Es gibt keine amtliche Stadtgliederung sondern das Stadtgebiet wurde lediglich in 26 statistische Bezirke eingeteilt. Aus untenstehender Liste zur Sozialstruktur von der Stadt Schweinfurt[41] ergeben sich 15 Stadtteile (blaue Fettschrift), sofern man, gemäß der öffentlichen Wahrnehmung, die Altstadt zur Innenstadt zählt. Die einzige Übersichtskarte zur Stadtgliederung befindet sich im Jugendhilfeplan der Stadt Schweinfurt.[42] Im Widerspruch zur unteren Liste wurde im Jugendhilfeplan in der Übersichtskarte (die sich auf die Bedürfnisse der Jugendarbeit bezieht) und im Text der Bezirk 47 Zeilbaum nicht dem Stadtteil Deutschhof sondern dem Nordöstlichen Stadtteil zugeordnet.

Stadtgliederung und Sozialstruktur
Nr. Name des statistischen Bezirks/Stadtteils Einwohner
31. Dez. 2015[41]
Ausländer
(%)[41]
Doppelstaatler[43]
(%)[41]
11 Altstadt 2.529 17,7 6,9
12 Innenstadt-West 4.291 29,4 15,7
13 Innenstadt-Nord 3.994 23,0 13,1
21 Bergl 9.162 18,8 23,9
22 Musikerviertel 3.103 20,4 20,1
31 Nordwestlicher Stadtteil 3.314 19,1 15,5
32 Gartenstadt 2.787 6,6 9,4
33 Nördlicher Stadtteil 3.024 11,9 16,6
34 Haardt 1.779 7,4 17,4
35 Eselshöhe 2.561 4,3 13,9
41 Hochfeld/Steinberg 5.126 7,6 10,8
42 Nordöstlicher Stadtteil 2.734 7,4 8,2
43 Deutschhof-Süd 1.855 6,1 26,3
44 Deutschhof-Mitte 1.454 9,6 27,4
45 Deutschhof-Ost 962 7,3 25,7
46 Deutschhof-Nord 963 6,0 14,6
47 Deutschhof-Zeilbaum 784 1,9 11,4
51 Hafen-Ost[44] 244 7,8 7,4
52 Hafen-West[45] 22 50,0 4,5
53 Schweinfurt-Süd/Baggersee 4 0,0 0,0
54 Maintal 2 0,0 0,0
61 Oberndorf-Süd 1.135 11,3 9,7
62 Oberndorf-Mitte 1.326 16,1 13,7
32.5, 36, 63 Diverse Randgebiete 47 2,1 25,5
Schweinfurt insgesamt 53.202 14,6 16,2

GeschichteBearbeiten

Erste Besiedlungen und NamensbildungBearbeiten

Siedlungsspuren lassen sich auf heutigem Stadtgebiet an diversen Stellen seit 7500 Jahren nahezu lückenlos nachweisen. Die erste Siedlung des historischen Schweinfurts (Dorf Altstadt) lag ebenfalls am Main, zwischen Höllenbach und Marienbach,[46] 1 km östlich (mainaufwärts) der später gegründeten Reichsstadt, die der heutigen Altstadt entspricht. Das Dorf Altstadt ist in den ersten Anfängen mindestens 2100 Jahre alt.[47]

Nicht das Schwein, sondern der Swin hat der Stadt ihren Namen gegeben. Das Wort stammt wahrscheinlich nicht aus dem Althochdeutschen, sondern wurde von den Franken aus ihren ursprünglichen Gebieten um Maas und Schelde mitgebracht. Im Niederländischen bezeichnet Zwin [zʋin] einen Priel, einen Wasserlauf in Watt und Marsch.[2] Swin bedeutet im eigentlichen Sinn abnehmen („schwinden“), was sich in diesem Zusammenhang auf das seichte Wasser einer Furt bezieht. Das Wort war auch im Altsächsischen in Gebrauch, worauf mehrere Orte namens Swinford auf den Britischen Inseln hinweisen;[2] ferner auch Swinemünde an der Swine. Der Siedlungsname ist wie folgt belegt:

  • 720 Suinuurde.[2]
  • 791 Suuinfurtero (erste urkundliche Erwähnung).[2]
  • 804 Suuinfurte.[2]
  •  ? Swinfurt.[48]
  •  ? Swinvordi.[48]
  • 1230 Swinfurthe.[46]
  • 1254 Swinvorde
  •  ? Sweinvort.[48]
  • 1500 Sweynfurt.[49]
  •  ? Schweinfurt

„Hättest Mainfurt, hättest Weinfurt, weil du führest Wein, heißen können, aber Schweinfurt, Schweinfurt sollt es sein.“ Friedrich Rückert

FrühmittelalterBearbeiten

 
Judith von Schweinfurt (Mitte)
(Darstellung aus dem 14. Jh.)

Die erste urkundliche Erwähnung Schweinfurts (Dorf Altstadt) erfolgte im Jahr 791.[46][50] Bedeutung erlangte Schweinfurt im Jahre 941[51] mit der Nennung des Grafen Berthold als erstem Glied des Hauses der Grafen von Schweinfurt.[52] Er nahm eine wichtige Position im zentralen Reichsgebiet, dem Herzogtum Franken, ein. Berthold gab dem König des Ostfrankenreichs Otto I. (936-973), der 962 römisch-deutscher Kaiser wurde, gegen aufständische Stammesherzöge wertvolle Waffenhilfe. Als Dank erhielt Berthold von Otto I. die Grafschaften für den Folkfeld- und den Radenzgau sowie die Markgrafschaft für den Nordgau, in etwa die heutige Oberpfalz.[53] Dadurch war er und ab 980 sein Sohn Heinrich der mächtigste weltliche Adelige auf dem Gebiet des heutigen Nordbayern.[54]

 
St. Johannis, Brauttor (1240), Romanik

Später unterstützte Graf Heinrich (Hezilo) den ostfränkischen König Heinrich II. (1002–1024, ab 1014 römisch-deutscher Kaiser) bei der Königswahl 1002 und bekam dafür die Herzogswürde von Baiern zugesagt. Nach der Wahl löste jedoch Heinrich II. das Versprechen nicht ein. Daraufhin kam es 1003[51] zur Schweinfurter Fehde. Graf Heinrich verlor seinen gesamten Besitz. Die entzogenen Königsgüter bildeten den Kern des neuen Bistums Bamberg. Hezilo behielt jedoch seinen Besitz um den Burgberg Peterstirn.[50] Das Geschlecht, in dem Judith von Schweinfurt zu einer zentralen Figur der Alt-Schweinfurter Stadtgeschichte wurde, starb im Mannesstamm 1057 aus und spätestens dieses Jahr markiert das unumstrittene Ende der bedeutenden Rolle der Markgrafen von Schweinfurt.

Zu den Anfängen der heutigen Altstadt aus dem 12. Jahrhundert,[52] westlich des Dorfs Altstadt, gibt es unterschiedliche Ansichten, von einem allmählichen Aufbau bis zur geplanten Civitas Imperii (Reichsstadt), also einer Gründungsstadt, durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa, unter Verwendung von vorhandenem Königsgut.[55] Im Kampf um die Vorherrschaft in Mainfranken zwischen den Hennebergern und dem Bischof von Würzburg wurde die Stadt zwischen 1240 und 1250 zerstört (Erstes Stadtverderben). Es ist jedoch umstritten, ob diese Zerstörung noch im Dorf Altstadt erfolgte und ein Grund für den Aufbau der westlich gelegenen Reichsstadt war oder ob die Zerstörung bereits hier stattfand.[55] In einem Brief König Wilhelms von Holland vom 9. Januar 1254[50] heißt es, Schweinfurt sei früher Reichsstadt gewesen (...Swinforde, que olim imperii civitas fuerat). Es bleibt unklar, ob jemals der Stadt Rechte entzogen wurden oder ob nur auf die Zerstörung Bezug genommen wird. Jedoch ist dieser Brief der erste urkundliche Nachweis von Schweinfurt als Reichsstadt und somit auch als Ort mit Stadtrecht.[50] Bis 1524 waren die letzten Bewohner aus dem Dorf Altstadt übergesiedelt, das danach völlig verfiel.[56]

SpätmittelalterBearbeiten

Die (innere) Stadtbefestigung der neuen Stadt wurde errichtet und erstmals 1258 urkundlich erwähnt,[55] sie ist am Marienbach heute noch weitgehend erhaltenen. 1282 wurde Schweinfurt von Rudolf von Habsburg (1273–1291) als Reichsstadt bestätigt.[56] Durch Verpfändung kam 1309 Schweinfurt an die Henneberger, die von 1310 bis 1427 eine Reichsburg im Stadtteil Zürch unterhielten. Die Gefahr dem Reich auf Dauer entfremdet zu werden konnte nur durch Selbstauslösung (1361/1385) unter großen finanziellen Opfern gebannt werden. In Folge stärkten zahlreiche königliche Privilegien die Kommune in rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht.

Territorium der Reichsstadt Schweinfurt von 1620–1802
und umgebende Gebiete
  • Reichsstadt Schweinfurt (evang.)
  • Reichsdörfer (evang.)
  • Reichsritterschaften (evang.)
  • Grafen von Schönborn (kath.)
  • Deutscher Orden (Brönnhof)
  • Hochstift Würzburg (kath.)
  • Im 15. Jahrhundert begann der Aufbau eines Territoriums um die Kernstadt, der sich bis 1620 hinzog. 1436 wurde die unmittelbar südwestlich an die Stadtmauer grenzende alte Fischersiedlung Fischerrain, deren Ursprünge im Dunkel der Geschichte liegen, in die Stadt eingegliedert. Auf Grund positiver wirtschaftlicher Entwicklung kann die Stadt 1436 den Vorort Oberndorf erwerben. 1436/37 erhielt der Rat der Stadt vom Deutschen Orden für 18.000 Gulden die Burg auf der Peterstirn sowie das zugehörige Landgebiet mit Zell, Weipoltshausen und einigen Höfen.

    Frühe NeuzeitBearbeiten

    Schweinfurt schloss sich relativ spät, 1542 der Reformation an,[57][58] da die Stadt zusammen mit benachbarten Reichsdörfern und reichsritterschaftlichen Dörfern vollständig vom katholischen Hochstift Würzburg umgeben war. Bei einem Konfessionswechsel musste mit militärischen Übergriffen gerechnet werden. Der Schutzherr der Stadt Graf Wilhelm von Henneberg bot dafür nicht genügend Rückhalt (siehe: Evangelisch-lutherisch).

    Im Zuge des Zweiten Markgrafenkrieg wurde die Stadt 1554 geplündert und in Brand gesetzt. Dies ging als Zweites Stadtverderben in die Stadtgeschichte ein (nach dem Ersten Stadtverderben um 1245, siehe: Frühmittelalter). Der Wiederaufbau zog sich bis 1615[59] hin. In dieser Form blieb die Altstadt, mit Ausnahme später modernisierter Befestigungsanlagen, bis ins frühe 19. Jahrhundert fast unverändert.[60] 1609[57] trat die Stadt der Protestantischen Union bei. Das reichsstädtische Territorium wurde 1620 [57] zudem noch um Madenhausen ergänzt. Durch die Zuerwerbe hatte das Territorium der Reichsstadt nun von Südwesten nach Nordosten eine Ausdehnung von 17 km. Dadurch war von der Stadt Schweinfurt über den Ritterkanton Baunach ein nahezu durchgehender protestantischer Korridor durch die Hochstifte Würzburg und Bamberg ins protestantische Herzogtum Sachsen entstanden.[6][61]

    Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) kam 1632 der schwedische König Gustav II. Adolf in die Stadt. Der Generalfeldmarschall der schwedischen Armee Karl Gustav Wrangel errichtete sein Hauptquartier in Schweinfurt. In den 1640er Jahren wurde die Stadtmauer von Wrangel zu einer modernen Befestigungsanlage ausgebaut (siehe: Stadtmauer). Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt nicht zerstört und kaum beschädigt. Die beiden bekanntesten (nebenstehenden) Abbildungen der Reichsstadt stammen aus der Zeit unmittelbar nach dem Dreißigjährigen Krieg.

     
    Altes Gymnasium (1583). Dominizil des Gymnasium Gustavianum 1634–1881

    Eine Universität war um 1630 in Schweinfurt geplant aber das Projekt scheiterte. Auf der Reichsstadt lag ein enormer politischer Druck, da sie eine humanistische und protestantische Insel war, umzingelt vom Hochstift Würzburg und Bamberg. Knapp hundert Jahre nachdem in Schweinfurt 1652 die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (heute Nationale Akademie der Wissenschaften) gegründet wurde, gab es in Würzburg die letzte Hexenverbrennung.

    Auf Weisung des schwedischen Königs Gustav II. Adolf wurde 1632 in Schweinfurt das Gymnasium Gustavianum, das heutige Celtis-Gymnasium, gegründet.[62] Zudem wollte er in der Stadt, als protestantischen Gegenpol zur Universität Würzburg, eine vom katholischen Dogmatismus befreite, allein der Wissenschaft verpflichtete Universität gründen, die den Namen tatsächlich verdient. Er nahm deshalb im Dreißigjährigen Krieg dem Hochstift Würzburg Geldersheim und 17 weitere Ortschaften weg und schenkte sie Anfang 1632 der Reichsstadt zur Finanzierung der Eliteschule. Das Vorhaben wurde letztlich durch seinen Tod Ende 1632 in der Schlacht bei Lützen vereitelt. Die schwedische Zwischenregierung in den annektierten, lutherisch gewordenen Gebieten endete 1634, als die alten Verhältnisse wieder hergestellt wurden.[50][63][64]

    Späte NeuzeitBearbeiten

     
    Erste fabrikähnliche Anlage von 1770, um 1891: die Bleiweißmühle an der Maingabelung am Elefantenbuckel

    Das Jahr 1770 markiert den Beginn der Industrialisierung der Stadt. Mit einer bis heute durchgängigen 250 jährigen Industriegeschichte, ohne Phasen der Deindustrialisierung, die allen anderen klassischen, fränkischen Industriestädten, Nürnberg, Fürth, Aschaffenburg und Hof widerfuhren. Die chemische- und Farbenindustrie machte 1770 den Anfang, mit der Errichtung der Wolf'schen Bleiweißmühle am Bleiweißmühlenwehr (Volksmund: Elefantenbuckel) an den heutigen Wehranlagen. Sie soll laut Dr. Ferdinand Gademann (1880–1969) die älteste deutsche Bleiweißfabrik gewesen sein. 1780 wurde sie von Johann Martin Schmidt übernommen.[65] Weitere fabrikähnliche Anlagen dieser Art entstanden an der Bellevue und dem benachbarten Vorort Niederwerrn.[66][65]

    Durch den Reichsdeputationshauptschluss kam Schweinfurt 1802 zu Bayern, drei Jahre bevor das Königreich Bayern gegründet wurde.[67] 4000 Menschen demonstrierten am Roßmarkt gegen den Anschluss.[68] Nach der zwischenzeitlichen Zugehörigkeit zum Großherzogtum Würzburg (1810–1814) fiel Schweinfurt 1814 an das Königreich Bayern. Die zum reichsstädtischen Territorium gehörenden Dörfer wurden ausgegliedert. Dadurch verlor Schweinfurt etwa zwei Drittel seines Gebietes.

    Im Deutschen Krieg besiegten am 10. Juli 1866 in der Schlacht bei Kissingen preußische Truppen die Bayern, die nach Schweinfurt flüchteten. Die Preußen folgten ihnen bis nahe der Stadt, erhielten aber dort den Befehl gegen Frankfurt am Main zu marschieren.[69] Schweinfurt stand zu keiner Zeit in irgendeiner Art unter dem Einfluss Preußens.

    1852 erfolgte mit der Eröffnung der Ludwigs-Westbahn von Bamberg zum Stadtbahnhof der Anschluss ans Eisenbahnnetz.[70] 1874 wurde 2,5 km westlich der heutige Hauptbahnhof in Oberndorf eröffnet. Die Schweinfurter Straßenbahn verband als erste kommunale Straßenbahn Bayerns von 1895 bis 1921 den Hauptbahnhof mit dem Stadtzentrum.

    ModerneBearbeiten

     
    Hauptverwaltung Fichtel & Sachs AG (1933, heute ZF) von Paul Bonatz nach Vorbild des Berliner Shell-Hauses

    Die 1930er Jahre waren im Gegensatz zu vielen anderen Städten eine der wichtigsten Epochen der Stadtentwicklung. Die Mitarbeiterzahl der metallverarbeitenden Großfirmen stieg bis 1939 auf 20.700 an. Dadurch kam es zu einem Bauboom in der Industrie. Im Wohnungsbau entstanden, insbesondere im Nordwestlichen Stadtteil, weitläufige Wohnanlagen und die Weichen für die moderne Stadtentwicklung wurden gestellt. Großzügige Freizeiteinrichtungen entstanden (Ernst-Sachs-Bad, Willy-Sachs-Stadion).

     
    Overlord-Plan mit kombinierter Bomberoffensive Juni 1944:
    Schweinfurt (karierte Schraffur in der deutschen Mitte) war das einzige primäre Angriffsziel (Primary) der Alliierten in Bayern

    Der Zweite Weltkrieg brach mitten in der Boomphase aus. Der Luftkrieg über Schweinfurt unterschied sich von den anderen Städten. Nicht die einheimische Bevölkerung, sondern die angreifende Luftwaffe erlebte einen Schicksalstag. Die örtliche, kriegswichtige Wälzlagerindustrie war eine Schlüsselindustrie für den Panzer- Flugzeugbau. Albert Speer, ab 1942 Reichsminister für Bewaffnung und Munition, sagte, dass bei Ausfall der Schweinfurter Industrie der Krieg zwei Monaten später zu Ende gewesen wäre.[71] Deshalb hatte die Stadt die beste Luftverteidigung Deutschlands.

     
    Amerikanischer Luftangriff auf das Industriegebiet 1943

    Die United States Army Air Forces (USAAF) erlitt in Luftkämpfen über der Stadt ihre größten Verluste. Insgesamt wurde in 15 größeren und sieben kleineren Luftangriffen[72] die Stadt zu 40 % und das Industriegebiet zu 80 % zerstört,[73] was als Drittes Stadtverderben bezeichnet wird (nach dem Zweiten Stadtverderben von 1554, siehe: Frühe Neuzeit). Jedoch wurde bei den Luftangriffen kein Feuersturm entfacht, im Gegensatz zum benachbarten Würzburg, wo in einem einzigen Angriff die gesamte Stadt zu 80 % zerstört wurde. Der erste Luftangriff der Alliierten erfolgte am 17. August 1943, im Rahmen der Operation Double Strike, in denen sie bereits große Verluste erlitten.[74][75] Der zweite Angriff am 14. Oktober 1943 führte die USAAF in die Katastrophe, sie erlitt über Schweinfurt ihre größte Luftniederlage. Der Tag ging später als Black Thursday (Schwarzer Donnerstag) in die Geschichte der amerikanischen Luftwaffe ein. Von insgesamt 291 Bombern verlor die 8. US-Luftflotte 77 B-17-Bomber und weitere 121 wurden so schwer getroffen, dass sie nicht mehr eingesetzt werden konnten. Unter den Bomberbesatzungen gab es mit 600 Todesopfern weit mehr als unter der Zivilbevölkerung.[76] Darauf waren bei den Alliierten Bomberbesatzungen Angriffe auf Schweinfurt gefürchtet.

    Die US Army marschierte am 11. April 1945 in die Stadt ein.[77] In die 1946 in Ledward Barracks umbenannte Panzerkaserne zog das Hauptquartier der neu gegründeten U.S. Army Garrison Schweinfurt. Im Kalten Krieg hatte der Schweinfurter Standort die höchste Konzentration von US-Kampf-Einheiten in der Bundesrepublik Deutschland.[78]

    Siehe auch: Amerikaner in Schweinfurt

     
    Ernst-Sachs-Straße im Jahre 1959

    Wie viele andere westdeutschen Städte erlebte auch Schweinfurt in den 1950er und 1960er Jahren ein beispielloses Wirtschaftswunder und die Großindustrie boomte. Um dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken wurden ab 1960 Gastarbeiter angeworben. Die meisten Bauprojekte der Nachkriegszeit wurden unter Oberbürgermeister Georg Wichtermann (SPD, 1965–1974) verwirklicht, in der von der SPD mit absoluter Mehrheit regierten Stadt. Zahlreiche neue Wohn-Stadtteile entstanden. Durch den Sprung über den Main (ab 1963)[79] entstanden südlich des Mains der Gewerbepark Hafen-Ost und das neue Industriegebiet Hafen-West. Die Infrastruktur wurde ausgebaut, u. a. mit dem Mainhafen (1963) und der heutigen Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt (1971).

     
    Erste seriengefertigte Inlineskates: Speedy von SKF 1978

    Die Zeit des Oberbürgermeisters Kurt Petzold (SPD, 1974–1992) stand unter den Zeichen von Konsolidierung, aber auch von Ölkrise und Rezessionen, mit Stellenabbau in der örtlichen Großindustrie. 1979 begann die Altstadtsanierung,[80] als Anfangspunkt einer bis heute andauernden Umgestaltung der Stadt, mit erfolgtem Imagewandel, von der Grauen-Maus-Industriestadt zur Stadt hoher Lebensqualität. 1981 wurde das große städtische Klinikum Leopoldina-Krankenhaus eröffnet.[80]

    Mit Gudrun Grieser, einer politischen Quereinsteigerin, gelang es der CSU 1992 erstmals in der bisher von der SPD dominierten Stadt den Oberbürgermeister zu stellen. Die bayerische Staatsregierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) begleitete den historischen Machtwechsel wohlwollend und Teile des Bayerischen Landessozialgerichts und des Bayerischen Landesamtes für Statistik wurden von München nach Schweinfurt verlegt. Während der Amtszeit Griesers stabilisierte sich ab Mitte der 1990er Jahre die wirtschaftliche Lage, 4500 neue Industriearbeitsplätze und rund 6000 Jobs im Dienstleistungsbereich entstanden. Die Gewerbesteuereinnahmen stiegen auf Rekordhöhe. In der Grieser-Ära wurde das neue Motto der Stadt Industrie und Kunst kreiert. Sehr viele Projekte, in Zusammenarbeit mit dem damaligen Baureferenten Jochen Müller (SPD) gaben der Stadt ein neues Gesicht, setzten in der Architektur neue, überregional beachtete Zeichen und wurden mit zahlreichen Architekturpreisen honoriert. Unter den vielen verwirklichten Projekten sind der neue Industrie- und Gewerbepark Maintal (ab 1995),[80] das Museum Georg Schäfer (2000),[80] das Konferenzzentrum Maininsel (2004), die Stadtbücherei im Ebracher Hof (2007), die Kunsthalle Schweinfurt (2009), die Stadtgalerie Schweinfurt (2009) mit Umgestaltung der Weststadt und dem neuen DB-Halt Schweinfurt-Mitte, das Jugendgästehaus (2009), der Gesundheitspark Schweinfurt (ab 2009) und der Campus 2 der Hochschule für angewandte Wissenschaften besonders zu erwähnen. Die Ära Grieser bleib bis heute stadtbildprägend und veränderte das Stadtimage nachhaltig.

    Unter dem derzeitigen Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU, seit 2010) wurde das Großprojekt Neue Hadergasse umgesetzt. Die Gewerbesteuereinnahmen stiegen weiter und die Stadt konnte Rücklagen ansparen. Diese werden aktuell für das Mammutprojekt US-Konversion eingesetzt, das zu den derzeit fünf größten Militär-Konversionsprojekten Deutschlands zählt. Hervorzuheben sind hierzu der i-Campus Schweinfurt und der neue Stadtteil Bellevue

    BevölkerungBearbeiten

    Kulturelle PrägungBearbeiten

     
    Weingut auf der Peterstirn

    Die multikulturelle Schweinfurter Kernstadt, mit einer Bevölkerung mit fast 50 % Migrationshintergrund und 125 Nationalitäten,[81] steht im starken Kontrast zum Umland.

    Schweinfurt ist die nördlichste größere Stadt mit vollkommen süddeutscher Prägung. Trotz der deutschen Mittellage an der Mainlinie ist Mainfranken ethnisch und kulturell ausschließlich süddeutsch geprägt und ist insofern dem Alpenraum näher als Frankfurt am Main. Mainfranken liegt im Bereich des Oberdeutschen (siehe: Sprache) und im Verbreitungsgebiet des Grußes Grüß Gott, man feiert Fasching statt Karneval und spielt(e) Schafkopf statt Skat. Schweinfurt war nie preußisch, liegt also südlich der einstigen Hegemonialgrenze Preußen/Bayern-Österreich. Die Landschafts- und Ortsbilder südlich der Stadt ähneln denen im Elsaß (Elsaß Bayerns) (siehe auch: Sprache).

    Das Schweinfurter Land gehört zu den Regionen mit ältesten deutschen Dörfern. Es ist ein Zentrum Fränkischer Tracht und Brauchtums, mit Kirchweihen (Kerm) und Weinfesten. Hinzu kommt bei den Schweinfurter Vororten die für Franken typische Mischung protestantischer und katholischer Orte. Die protestantischen Vororte waren Reichsritterschaften bzw. Sennfeld und Gochsheim Reichsdörfer, von denen es im Heiligen Römischen Reich insgesamt nur acht gab. Außerdem überlappt sich im östlichen Teil der Region Weinfranken mit Bierfranken. Zudem haben die Landkreise um Schweinfurt den niedrigsten Anteil von Migranten Westdeutschlands.

    Durch all diese Faktoren besitzt die Region Schweinfurt ein sehr hohes Maß an Lokalkolorit.

    SpracheBearbeiten

       
    Oberdeutsche Mundarten
    Fränkische Subdialekte

    Der Unterostfränkische Dialekt ist dem bis in die äußerste Nordostecke Frankreichs reichenden Südfränkischen sehr ähnlich, im großen Gegensatz zum Bairischen und auch im Gegensatz zum Nürnberger Dialekt, der teilweise vom nordbairischen Dialekt geprägt wird.

    In Schweinfurt werden im Gegensatz zum benachbarten Würzburger Raum fränkische Dialektbezeichnungen negiert, man spricht nicht Meefränkisch, sondern Schweinfurterisch. Ein auffälliger Unterschied zum restlichen Unterostfränkischen ist die Verkleinerungsform in der Pluralbildung, mit der Endung lich statt li; z. B. Häuslich statt Häusli für hochdeutsch Häuschen.

    Heute ist der Schweinfurter Dialekt innerhalb der Kernstadt fast bedeutungslos (siehe: Kulturelle Prägung). Aber auch früher wurde der Dialekt in der Stadt weniger ausgeprägt gesprochen, als im näheren Umland. In der Geschichte war der Schweinfurter Dialekt die Sprache der einfacheren Leute, der Arbeiter in der Stadt und Bauern der Umgebung. Ferner auch die Sprache alteingesessener Originale, an die Figuren aus Kolumnen des Schweinfurter Tagblatts anknüpften, wie s' Schorschle meent oder die Rosl von der Keßlergass. Die Bildungsschicht sprach und spricht Hochdeutsch, mit unterschiedlich ausgeprägter oder kaum mehr vorhandener fränkischer Klangfärbung, da der mitunter sehr deftig klingende Schweinfurter Dialekt als unfein gilt.

    Amerikaner in SchweinfurtBearbeiten

    Die USAG Schweinfurt umfasste einschließlich Standortübungsplatz Areale von 29 km².[82] Von den 1950er bis in die späten 1990er Jahre wurde neben militärischen Anlagen sukzessive eine zivile Infrastruktur aufgebaut, die der einer amerikanischen Kleinstadt entsprach. In Folge der Schließung vieler anderer deutscher US-Standorte wurde Schweinfurt schließlich zu einem der größten US-Standorte Europas.

    Seit den 1990er Jahren veränderte sich das Bild gegenüber der herkömmlichen Vorstellung eines US-Standorts erheblich und die USAG Schweinfurt bekam zivileren Charakter. Mit den Berufssoldaten kamen viele Familienangehörige, die schließlich in der Mehrheit waren. Zudem bemerkte man den sozialen Wandel in den USA, hin zu einer multikulturelleren Gesellschaft, mit mehr Farbigen, Latinos und Asiaten.

    Die Umstrukturierung der deutschen US-Streitkräfte wurde 2014 mit der Auflösung des Standorts Schweinfurt abgeschlossen (siehe auch: Geschichte, Moderne). Auf einstigen US-Arealen entstehen derzeit zahlreiche Großprojekte.

    Siehe auch: Liste zur US-Konversion Schweinfurt

    Gesellschaftliche UmbrücheBearbeiten

    Seit den 1970er Jahren verließen viele jüngere Familien und auch alteingesessene Bürger die engen politischen Grenzen der Stadt und zogen in die Vororte, wodurch ein Speckgürtel entstand. Die westliche Kernstadt wurde nun zunehmend von Segregation bestimmt, im Zusammenspiel mit abnehmender deutscher Bevölkerung in Folge der Demografie. In den innerstädtischen und westlichen Wohngebieten, die nicht mehr den gestiegenen deutschen Ansprüchen entsprachen, fand vielfach ein Bevölkerungsaustausch statt. Migranten zogen in freiwerdende, preiswerte Wohnungen. Dadurch bildeten sich neben den weithin aus Einfamilienhäusern bestehenden bürgerlichen Vierteln auf den Anhöhen im Norden und Osten durch Ethnizität geprägte Viertel im Westen. Es entstanden große Gegensätze, wie sonst nirgends im provinziell strukturierten Unterfranken.[83][84]

    EinwohnerentwicklungBearbeiten

     
    Einwohnerentwicklung von Schweinfurt von 1800 bis 2018

    Einwohnerzahl und Einwohnerentwicklung Schweinfurts sind mit anderen Städten nicht vergleichbar (Gründe hierfür siehe: Eingemeindung). 1939 hatte Schweinfurt 50.000 Einwohner und 1970 den bisherigen Höchststand mit 58.500 Einwohnern. Während danach nahezu alle anderen deutschen Städte demografisch bedingte Einwohnerabnahmen durch Eingemeindungen ausgleichen konnten, sank in Schweinfurt die Einwohnerzahl bis 1987 auf 52.000. Danach stieg sie bis 1996 in Folge der Spätaussiedler wieder auf 56.000 an. 2014 fiel die Einwohnerzahl mit 51.600 auf den tiefsten Stand seit Anfang der 1950er Jahre. Danach trat entgegen aller Prognosen eine positive Wende ein, aufgrund mehrerer, zumindest teilweise nicht berücksichtigter Faktoren: Flüchtlinge, US-Konversion, i-Campus Schweinfurt, neuer Trend zurück in die Städte und hoher, lokaler Lebensqualität. Seit 2015 nahm die Einwohnerzahl zu, 2018 auf 54.032. Schweinfurt erfuhr damit gegenüber vielen anderen Kernstädten eine relativ geringe Einwohnerabnahme. Die Agglomeration ist im Falle Schweinfurts eine bessere Vergleichsgröße zur Einwohnerzahl anderer Städte. 1994 hatte sie 105.000 Einwohner,[85] sank auf 96.600 Einwohner (Zensus 9. Mai 2011) und stieg danach wieder auf 100.200 Einwohner (Schätzung 31. Dezember 2018).[4]

    Nicht in den Einwohnerstatistiken enthalten sind die Angehörigen der zwischen 1945 und 2014 in und nahe der Stadt stationierten Personen der U.S. Army Garrison Schweinfurt mit ihren Familien, mit zeitweise über 12.000 Menschen.

    EingemeindungBearbeiten

     
    Oberndorfer Wasserturm, heute Wahrzeichen vom Bergl

    Schweinfurt gilt unter den deutschen Städten als Ausnahmefall. Bei der bayerischen Gebietsreform wurden in Folge wahltaktischer Überlegungen örtlicher CSU-Mandatsträger keine Vororte eingemeindet.[86] Schweinfurt umfasst deshalb gegenüber fast allen anderen deutschen Städten fast nur die Kernstadt und wurde zur flächenkleinsten kreisfreien Stadt Deutschlands.

    Einzig Oberndorf wurde 1919 eingemeindet, als es bereits komplett mit der Stadt zusammengewachsen war.[87] Es kamen 8,18 km² mit 3.886 Einwohnern zur Stadt hinzu.[88] Den Ausschlag zur Eingemeindung gab die Großindustrie, die sich nur zu einem kleineren Teil auf Schweinfurter Gebiet und zum größten Teil auf den weitläufigen Arealen rund um den Hauptbahnhof auf Oberndorfer Gemeindegebiet angesiedelt hatte. Oberndorf konnte die Wasserversorgung der Großfirmen nicht mehr gewährleisten. Um die drohende Eingemeindung abzuwenden, ließ das Dorf 1911/12 einen mächtigen Wasserturm errichten. Das sehr harte Wasser lehnte die Großindustrie wegen der hohen Verkalkungsgefahr ab.[89]

    ReligionenBearbeiten

    Siehe auch: Kirchen in Schweinfurt

    KonfessionsstatistikBearbeiten

    Im Jahr 2017 waren 23,8 % der Einwohner evangelisch und 36,8 % römisch-katholisch. 40,1 % gehörten anderen Konfessionen oder Religionsgemeinschaften an oder waren konfessionslos.[90]

    Evangelisch-lutherischBearbeiten

    Landeskirche

     
    Martin Luther
    in St. Johannis
     
    Evangelische Hauptkirche St. Johannis

    Schweinfurt schloss sich relativ spät, 1542 der Reformation an (siehe: Frühe Neuzeit). 1532 predigte der sächsische Hofprediger Spalatin anlässlich des Fürstentages in der Liebfrauenkirche, die 1729 in St. Salvator umbenannt wurde. Die Stadt erwarb 1542 das aufgelöste Karmeliterkloster. Die Ratsherren Nikolaus Sprenger und Ludwig Scheffer konnten mit Landgrafen Philipp I. von Hessen den führenden Kopf des Schmalkaldischen Bundes und Vorkämpfer des Protestantismus als Schutz- und Schirmherrn und Reichsvogt gewinnen. Der vom Landgrafen gesandte Prediger Johann Sutel, genannt Sutellius, hielt in Schweinfurt am 19. Juni 1542 den ersten protestantischen Gottesdienst und verfasste in der Folgezeit eine Kirchenordnung. Der Rat, die Pfarrer, und jeder, der das Bürgerrecht erwerben wollte, wurden fortan auf die evangelische Lehre vereidigt. Damit waren bis zum Ende der Reichsstadtzeit Katholiken vom Bürgerrecht ausgeschlossen. Stadtschreiber und Syndikus Adam Alberti († 1583) unterzeichnete 1579 für den Bürgermeister und den Rat der Stadt Schweinfurt die lutherische Konkordienformel von 1577.[91]

    Zur Zeit der Gegenreformation (1587–1631) wanderten an die 700 Glaubensflüchtlinge aus der Stadt und dem Hochstift Würzburg nach Schweinfurt aus.

    Siehe auch: Evangelisch-Lutherisches Dekanat Schweinfurt

    Landeskirchliche Gemeinschaft

    Die Christliche Gemeinschaft Schweinfurt der LKG ist Teil der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und gehört zum Landeskirchlichen Gemeinschaftsverband (LKG) in Bayern, der eine Zwischenstellung zwischen Landeskirche und Freikirchen einnimmt.

    FreikirchenBearbeiten

    Im 19. Jahrhundert stand an Stelle des heutigen Landratsamtes, an der Südseite des Schillerplatzes, als eines der ersten Gebäude des Gründerzeitviertels, eine repräsentative Halle der Freien Christlichen Gemeinde. Das große Gebäude wurde spätestens ab 1868 anderweitig als Concert Halle und Theater genutzt,[92] woher auch der Name Schillerplatz abstammt. Bis in die 1970er Jahre gab es in der Stadt nur eine Methodistische und eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) sowie mehrere englischsprachige Gemeinden von Freikirchen für Angehörige der US-amerikanischen Garnison Schweinfurt. Seitdem entstanden weitere Gemeinden, sowohl in pietistisch-evangelikaler als auch pfingstlich-charismatischer Prägung. Zu erstgenannten gehören die Freikirchliche Gemeinde Christen in Aktion in Oberndorf und die Christliche Gemeinde Schweinfurt. Zu zweitgenannten Wort des Glaubens, gegründet von John und Mirjana Angelina vom heutigen Gospel Life Center in München und die Biblische Gemeinde Schweinfurt. Einige Freikirchen sind in der Evangelischen Allianz vertreten.

    Römisch-katholischBearbeiten

     
    Abbruch der Spitalkirche 1896
     
    Katholische Hauptkirche Heilig-Geist von 1902

    Der Katholizismus blieb für die kulturelle Ausprägung Schweinfurts bedeutungslos. Mit Einführung der Reformation waren alle Kirchen der Reichsstadt evangelisch geworden. Das bayerische Religionsedikt von 1803 ermöglichte 1806 die Wiedergründung einer katholischen Pfarrei. Die katholische Gemeinde erhielt von der Stadt die Spitalkirche zum Heiligen Geist für ihre Gottesdienste. Sie wurde durch den stetigen Zuzug von Katholiken aus dem Umland mit der Zeit zu klein und abgebrochen. 1902 wurde der Nachfolgebau, die Heilig-Geist-Kirche fertiggestellt und ist seitdem Hauptkirche der Schweinfurter Katholiken.

    Seit der Industrialisierung ist der Anteil der Katholiken, meist zugewanderte Landbevölkerung, etwas höher als der Protestanten.

    Siehe auch: Dekanat Schweinfurt-Stadt

    Griechisch-orthodoxBearbeiten

    Die Griechisch-orthodoxe Gemeinde hält ihre Gottesdienste im Untergeschoss von St. Anton ab.

    Weitere christliche GemeinschaftenBearbeiten

    Zudem sind in der Stadt Gemeinden der Sieben-Tags-Adventisten, der Neuapostolischen Kirche und der Zeugen Jehovas vertreten.

    JudentumBearbeiten

    Mit dem 1212 genannten zuAbraham von Schweinfurt lässt sich ein jüdischer Bewohner der Stadt nachweisen.[93] Auch für die Folgezeit lassen sich jüdische Familien in der Stadt belegen, die sowohl von den Rintfleisch-Verfolgungen von 1298 als auch vom Pestpogrom von 1348/49 betroffen waren.

    1368 erhielt die Stadt Schweinfurt vom Kaiser Karl IV. das Privileg, in ihren Mauern erneut Juden aufnehmen zu dürfen. In der Folgezeit konnten die Juden, die sich in Schweinfurt niederließen, gegen Zahlung hoher Steuern relativ frei und sicher leben. Die Familien wohnten in der Judengasse im Alten Gewerbeviertel. Hier befanden sich auch Betstube und Tauchbad. Die mittelalterliche jüdische Gemeinde, die ihren Lebensunterhalt im Geldverleih und im Handel, besonders mit Wein bestritt, fand 1554/55 ihr Ende. Die Schweinfurter Bürger gingen gegen die Juden vor, weil sie bei ihnen stark verschuldet waren.[94] Nach der Zerstörung im Markgrafenkrieg erhielt die Stadt 1555 vom Kaiser das Recht, den Juden, die vorher in ihren Mauern gelebt hatten, den erneuten Zuzug zu verweigern.

    Erst in bayerischer Zeit durften sich nach 1814 jüdische Familien wieder in der Stadt ansiedeln; sie bildeten eine Jüdische Gemeinde und errichteten zwischen Siebenbrückleinsgasse und Roßmarkt eine Synagoge. 1874 wurde der heute noch bestehende Jüdische Friedhof Schweinfurt eröffnet, in dem es 1969 die bisher letzte Bestattung gab. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge von SA-Männern verwüstet, danach anderweitig genutzt und im Zweiten Weltkrieg zerstört.

    IslamBearbeiten

    Seit den 1960er Jahren, mit der Zuwanderung türkischer Arbeitskräfte in das großindustrielle Zentrum Schweinfurt, spielt der Islam eine größere Rolle. In der Stadt gibt es inzwischen vier Moscheen, von den Gemeinschaften DITIB, Millî Görüş, IBV und der Arabischen Gemeinde. Die größte Gemeinde ist DITIB, mit ca. 2.500 Gläubigen.[95]

    PolitikBearbeiten

    Schweinfurt war in den Nachkriegsjahrzehnten neben München und Nürnberg eine der wenigen bayerischen SPD-Hochburgen, in der die SPD ständig den Oberbürgermeister stellte und die Stadtratswahlen gewann. Bis in den 1990er Jahren auf Grund des gesellschaftlichen Wandels auch in Schweinfurt die CSU die Oberhand gewann und die Stadt sogar zu einer CSU-Hochburg wurde (siehe: Oberbürgermeister). Weiterhin blieb Schweinfurt aber ein überregional bedeutendes Zentrum von Gewerkschaft und Linken, deren Vertreter öfters Ämter auf Landes- und Bundesebene einnehmen.

    StadtratBearbeiten

    Seit 1990 zogen, wie vielerorts, neben etablierten Parteien auch Wählergruppen in den Stadtrat ein, der aus 44 Sitzen besteht, die sich seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 wie folgt aufteilen:

    Stadtratswahl 2014[96]
    Wahlbeteiligung: 42,65 %
     %
    50
    40
    30
    20
    10
    0
    48,04 %
    23,11 %
    7,23 %
    7,15 %
    6,14 %
    4,27 %
    2,54 %
    1,52 %
    Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
    Anmerkungen:
    d Schweinfurter Liste – Freie Wähler
    f proschweinfurt
    Partei Sitze G/V1
    CSU 21 + 3
    SPD 10 + 1
    Linke 03 − 1
    Schweinfurter Liste 03 − 1
    Grüne 03 + 1
    Pro Schweinfurt 02 − 1
    REP/AfD2 01 ± 0
    FDP 01 ± 0
    1 G/V: Gewinn oder Verlust gegenüber der Wahl 2008
    2 Für REP gewählt, zur AfD gewechselt[97]

    Der von den Wahlberechtigten in direkter Wahl gewählte Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) ist das 45. Mitglied des Stadtrats. Die vom Stadtrat aus seinen Mitgliedern gewählten Stellvertreter des Oberbürgermeisters sind Sorya Lippert (CSU), als Zweiter und Karl-Heinz Kauczok (SPD) als Dritter Bürgermeister.

    OberbürgermeisterBearbeiten

     
    Oberbürgermeister Sebastian Remelé

    Lange Amtszeiten kennzeichnen Schweinfurts Oberbürgermeister. Bereits im 19. Jahrhundert war Carl von Schultes insgesamt 45 Jahre im Amt. Die SPD war viele Jahrzehnte stärkste politische Kraft in der Stadt und stellte von 1920 bis 1933 und von 1946 bis 1992 den Oberbürgermeister. Nach der gewonnenen Oberbürgermeisterwahl durch Gudrun Grieser (1992–2010) aus der CSU im Jahr 1992 wechselte erstmals die Mehrheit im Stadtrat zu Gunsten ihrer Partei. Für die OB-Wahl am 7. März 2010 gab es sechs Kandidaten. Sebastian Remelé (CSU) gewann die Stichwahl mit 63,4 %[98] und wurde am 16. März 2014 mit 66,9 % im Amt bestätigt.[99]

    Siehe auch: Moderne

    WappenBearbeiten

    Blasonierung: „In Blau ein silberner Adler.“[100]
    Wappenbegründung: Das erste bekannte Wappen bestand aus einem einköpfigen schwarzen Adler auf einem gelben oder goldenen Schild, der heraldisch nach rechts, das heißt vom Betrachter gesehen aus nach links, blickte.[101][102] Im 15. Jahrhundert war der Adler silberfarben auf schwarzem Hintergrund, im Jahre 1608 wurden die Farben Silber auf Violett erwähnt. Später war es wieder ein schwarzer Adler auf goldenem Grund. Seit 1771 sind die Farben Silber auf Blau.[103]

    Die bekannteste Darstellung des Wappens befand sich bis 1875 am Mühltor. Da der Adler dem Betrachter den Kopf zuwandte hielten ihn viele für eine Eule; ihm widmete Friedrich Rückert in Der Besuch in der Stadt einige Verse.[101]

    StädtepartnerschaftenBearbeiten

     
    Châteaudun-Park, benannt nach der französischen Partnerstadt

    Schweinfurt unterhält folgende Städtepartnerschaften:[104]

    Der Bezirk North Lanarkshire entstand 1996 im Zuge einer schottischen Verwaltungs-Neugliederung. In ihm ging Schweinfurts älteste Partnerstadt Motherwell auf.[105]

    KulturBearbeiten

    Schweinfurt besitzt seit den 1980er Jahren eine vielfältige herkömmliche wie auch alternative Kulturszene. Die Stadt wurde zudem Produktionsstätte für Kulturschaffende und entwickelte sich ab der Jahrtausendwende zu einem überregionalen Zentrum in der Sparte Tanz (siehe: Tanz).

    Preise und AuszeichnungenBearbeiten

    Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina verleiht für herausragende wissenschaftliche Tätigkeiten die Carus-Medaille. Seit 1961 wird den Trägern der Medaille der Carus-Preis der Stadt Schweinfurt verliehen. Er ist nach Carl Gustav Carus benannt, dem 13. Präsidenten der in Schweinfurt gegründeten Leopoldina.

    Der Friedrich-Rückert-Preis der Stadt Schweinfurt wird alle drei Jahre an herausragende Schriftsteller vergeben.

    Die Erich-und-Erna-Kronauer-Stiftung verleiht regelmäßig im Alten Rathaus der Stadt Schweinfurt einen Wissenschaftspreis für Historiker.

    StiftungenBearbeiten

    Die Erich-und-Erna-Kronauer-Stiftung ist eine unselbstständige Stiftung mit Sitz in Schweinfurt. Sie wurde 1999 von Erich Kronauer und seiner Frau Erna Kronauer gegründet. Die Stiftung ist eng mit dem Historiker Ernst Nolte verbunden.[106] Die Verleihung des Historikerpreises an den mit geschichtsrevisionistischen Thesen hervortretenden Stefan Scheil (2014), der mittlerweile Vorstandsmitglied ist, führte zu einer öffentlichen Kontroverse, spätestens im Zuge dessen Experten der Stiftung insgesamt eine Nähe zur Neuen Rechten attestierten.

    TheaterBearbeiten

    Das Theater der Stadt Schweinfurt gehört zu den führenden Gastspielhäusern im deutschsprachigen Raum. Viele Berühmtheiten traten hier bereits auf, wie Jose Carreras, Ingeborg Hallstein, Heinz Rühmann, Marcel Marceau und andere.[107] In jeder Spielzeit stehen etwa 150 Aufführungen mit Künstlern aus dem In- und Ausland auf dem Programm.[108] Die drei Spielstätten werden im Schnitt von mehr als 80.000 Menschen jährlich besucht, darunter befinden sich seit vielen Jahren konstant 6.600 Abonnenten. Publikum kommt auch aus den umliegenden Metropolregionen.[109] In der Disharmonie (Kulturwerkstatt am Main) finden Theater-, Kabarett-, Musik- und Kunstveranstaltungen statt.[110] Der Disharmonie ist ein Café am Mainufer angegliedert. Die Kleinkunstbühne Schrotturmkeller befindet sich im Keller eines Renaissance-Hauses am Schrotturm, im Alten Gewerbeviertel. Die Hans-Sachs-Gruppe pflegt das spätmittelalterliche Fastnachtsspiel und den Renaissancetanz. Zudem gibt es den Freundeskreis Puppentheater Schweinfurt.[111]

    Museen und GalerienBearbeiten

     
    Museum Georg Schäfer,
    Oberlichtsäle im 2. OG

    Das Museum Georg Schäfer (MGS) präsentiert die bedeutendste Privatsammlung deutscher Malerei des 19. Jahrhunderts und die weltweit größte Sammlung mit Werken von Carl Spitzweg. Ferner werden Werke von Caspar David Friedrich, Max Liebermann, Ferdinand Georg Waldmüller, Max Slevogt, Wilhelm Leibl und vielen anderen gezeigt. Die Bibliothek Otto Schäfer ist heute Teil des Museums Otto Schäfer (MOS) und enthält rund 1000 illustrierte Drucke, vornehmlich des 15. und 16. Jahrhunderts, darunter die nahezu vollständige Sammlung von Dürer-Stichen in hoher Qualität. Ein zweiter Sammlungsschwerpunkt sind die Erstausgaben deutscher Literatur von der Reformationszeit bis zum Realismus.

    In der Kunsthalle Schweinfurt finden jährlich vier teilweise hochrangige Präsentationen statt. Wie beispielsweise 2014 die Sammlung Gunter Sachs, mit Werken von Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Salvador Dali und Max Ernst. Das derzeit (2020) in Planung befindliche Kulturforum Martin-Luther-Platz soll mehrere historische Gebäude und derzeit geschlossene Museen vereinigen. Das Deutsche Bunkermuseum im Fichtel-und-Sachs-Bunker von 1941 ist Geschichtsmuseum, Militärmuseum, Kriegsmuseum und Gedenkstätte, mit Veranstaltungen. Das kleine Museum ist eine Privatsammlung und zeigt grafische Werke von Hundertwasser, Leihgaben aus deutschen und internationalen Galerien sowie Ausstellungsobjekte von Udo Lindenberg.[112] Das Gunnar-Wester-Haus präsentiert die Sammlung Graf Luxburg, eine kulturgeschichtliche Sammlung zur Entwicklung von Feuererzeugung und Beleuchtung seit der Antike und die Ikonensammlung von Fritz Glöckle.[113] Das Naturkundliche Museum zeigt die Vogelsammlung der Brüder Schuler. Die Sparkassengalerie in der Schranne präsentiert in Wechselausstellungen zeitgenössische Kunst. Der Künstlerhof Oberndorf befindet sich im ehemaligen Wohnhaus und Atelier des Künstlers Gustl Kirchner, mit Kirchner-Ausstellung und Kirchner-Archiv.[114] Das ZF Sachs Museum zeigt die Sachs-Ausstellung der ZF Friedrichshafen AG zur Industriegeschichte der Fichtel & Sachs AG, mit den drei Abteilungen Unternehmensgeschichte, Technische Highlights, Marketing und Motorsport.[115][116] Das Kleine Industriemuseum in der historischen Spinnmühle am Main zeigt Exponate der Schweinfurter Industriegeschichte.[117] Das Saazer Heimatmuseum befindet sich in einem von der Stiftung Saazer Heimatmuseum erworbenen Bürgerhaus in der Oberen Straße 8. Es zeigt eine Ausstellung zum Leben in Saaz (Žatec) bis 1945, zur Vertreibung der Sudetendeutschen und zur Aufnahme von über 28.000 Vertriebenen und Flüchtlingen in Schweinfurt.[118]

    MusikBearbeiten

    Der Stattbahnhof ist ein Zentrum für Konzerte, Comedy und vieles mehr. Der Name wurde vom heute noch betriebenen Stadtbahnhof abgeleitet (statt eines Bahnhofs), in dessen einstiger, historischer Schalterhalle und den Nebenräumen das Kulturzentrum beheimatet ist. In der Zeitschrift Visions wurde der Stattbahnhof zu den Besten 50 Adressen der deutschen Clubszene gewählt. Bekannte Namen gastierten hier, wie Marla Glen oder Ten Years After.[119]

    Tonquadrat ist eine Plattform für Elektronische Musik.[120] Das Musiklabel in der Schweinfurter DDC Factory produziert Musik jeder Art.

     
    Kromlek auf einem Festival

    Seit den 1980er Jahren entstanden viele Bands in Schweinfurt, die Alben der Musikrichtungen Rock, Metal und Punk auf den Markt brachten. The Ghost Rockets (kurz TGR) ist eine Rock-Band, die die Alben The Ghost Rockets (2009) und Goodbye Utopia (2014) herausbrachten. Hatred (engl.: Der Hass) ist eine Power- und Thrash-Metal-Band, die die Alben Soulless (2004), Madhouse Symphonies (2008), Destruction Manual (2010) und War of Words (2015) herausbrachten und es in die Enzypedia des Rock Hard Magazins schaffte. Vendetta ist eine Thrash-Metal-Band. Sie brachte die Alben Go and Live… Stay and Die (1987), Brain Damage (1988), Hate (2007) und Feed the Extermination (2011) heraus. Kromlek war eine 2004 gegründete und 2012 aufgelöste Metal-Band mit antichrislicher Symbolik. 2005 fand ihr erster größerer Auftritt auf dem Newcomer Festival in Schweinfurt statt, das sie gewannen, unter anderem spielten sie auf dem Ragnarök-Festival 2007. Sie brachten zwei Studioalben heraus, Strange Rumours… Distant Tremors (2007) und Finis Terrae (2011). Tagtraum ging aus der Punk-Band Untergang hervor, wurde 1992 gegründet und beschloss 2006 ihre Trennung. Die Bandmitglieder spielen weiterhin in anderen Formationen, Jörg Holdinghausen u. a. bei Wir sind Helden. Tagtraum brachte die Alben Trotz & Träume (1997), Feuer gratis (1998), Seelenpuzzle (1999), Augen auf und durch (2001) und Komm lass es echt sein (2003) heraus. 2019 wurde die Indie-Rockband Sondermarke mit acht Bandmitgliedern gegründet, mit dem einstigen Gitarristen von Tagtraum Bernhard Wegner-Schmidt.[121]

    TanzBearbeiten

       
    DDC mit Breakdance in Lederhosen
    DDC auf Tournee

    Die Schweinfurter Dancefloor Destruction Crew (DDC), die 1999 gegründet wurde und heute überwiegend aus hauptberuflichen Tänzern besteht, gehört zu den besten Breakdance-Gruppen der Welt. 2012 gewann DDC das Triple, den TAF Deutschen Breakdance Meistertitel, den IDO Europameistertitel und zum zweiten Mal den IDO Weltmeistertitel. 2013 verband DDC mit dem Berliner Regisseur und Echo-Preisträger Christoph Hagel klassische Musik mit Breakdance in ihrem Theaterstück Breakin' Mozart, das seitdem über 190 Mal im Berliner Wintergarten Varieté sowie in vielen anderen Städten aufgeführt wurde. Die Firma DDC Entertainment UG & Co. KG wurde gegründet, mit den vier Sparten DDC Breakdance – DDC Produktion – DDC Workshops – DDC Agentur. Mit der Show Breakdance in Lederhosen wurde 2014 der Gedanke des Crossover endgültig als Markenzeichen der DDC etabliert. 2015 folgte der internationale Durchbruch. DDC vertrat Deutschland im 15. Wuqiao International Circus Festival in China und erhielt einen Special Price for Excellent Performance.

    Die DDC-Factory im Stadtteil Yorktown Village, mit Arena und Studio, wurde zu einem nationalen Tanzzentrum.[122] In ihrer eigens produzierten Radioshow DDC TakeOver – Breakdancer OnTour berichten die Tänzerinnen und Tänzer über ihre jährlich 170 Shows, im lokalen Jugendsender Radio Hashtag+ (siehe: Medien).[123]

    2006 wurde die Dance Academy Schweinfurt gegründet, mit zwei Standorten, in der Innenstadt und bei der Turngemeinde Schweinfurt 1848. Als Akademie für Hobbytänzer und für Berufsausbildungen zum Tänzer, Tanzpädagogen und DTHO-Hip-Hop-Tanzlehrer. Die Akademie besitzt in der Kategorie Profi-League die Formation Blazin’ Heat und seit 2019 in der Alterskategorie Juniors 1 die Formation Destiny Queens.[124]

    Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

     
    Schweinfurter Stadtfest im August

    Der Raum Schweinfurt ist bekannt für seine unvergleichlich hohe Dichte an Festen. Was die Lebensart seiner Bewohner widerspiegelt, unweit der Überlappungsstelle von Weinfranken mit Bierfranken (siehe auch: Kulturelle Prägung). Es gibt unzählige traditionelle Kirchweihen (Kerm) und Weinfeste. Dazu kamen viele neuere Feste, sodass an manchen Wochenenden mehrere Kirchweihen und Feste gleichzeitig stattfinden.

    Messe

    Die ufra (Unterfrankenschau), eine Regionalmesse für Verbraucher, findet alle zwei Jahre (in den geraden Jahren) im Oktober auf dem Volksfestplatz am Willy-Sachs-Stadion statt. Mit über 400 Ausstellern und 70.000 Besuchern in 22 Hallen gehört sie zu den größeren Regionalmessen Frankens.

    Festivals

    Das Honky Tonk in Schweinfurt ist die Mutter aller Kneipenfestivals, das hier 1993 erfunden wurde. Zum jährlich wiederkehrenden, eintägigen Honky Tonk Festival kamen schon bis zu 22.000 Besucher in derzeit über 40 Altstadtkneipen. Das Musikfestival Nachsommer Schweinfurt findet alljährlich mitten in der örtlichen Großindustrie drei Wochen im September mit internationaler Besetzung statt, derzeit im ZF-Kesselhaus. Bekannte Namen, wie Malia, gastierten bereits in der SKF Halle 411.[125] Das Internationale Varietéfestival, Europas größtes Varietéfestival, findet etwa alle drei Jahre am Sennfelder See, knapp hinter der Stadtgrenze statt. Hierzu wird ein großes Zelt aufgebaut.[126]

    Stadtteil-Kirchweihen

     
    Geschmückte Gassen vor Beginn der Zürcher Kirchweih

    Charakteristisch für Schweinfurt sind die zahlreichen Stadtteilkirchweihen, die die Bürgervereine des jeweiligen Stadtteils austragen. Hervorzuheben sind die über 300 Jahre alte Zürcher Kirchweih, älteste Unterfrankens, im Juni, im Zürch. Die ebenfalls traditionelle Höllen-Kirchweih des Bürgervereins Altstadt, im Höllental, Mitte Juli.[127] Die Johannis-Kirchweih, der ältesten Kirche der Stadt St Johannis, am Wochenende um den Johannistag (24. Juni) auf dem historischen Martin-Luther-Platz. Die beiden größeren traditionellen Feste für die Schweinfurter liegen außerhalb der engen politischen Stadtgrenzen. Die zeitgleich um den ersten Sonntag im September stattfindenden Sennfelder und Gochsheimer Friedensfeste (Kirchweihen) in den beiden ehemals kaiserlich unmittelbaren und freien Reichsdörfern.

    Weitere Veranstaltungen im Jahreslauf

    Die drei Schweinfurter Faschingsgesellschaften ESKAGE, Schwarze Elf und Antöner Narrenelf präsentieren Sitzungsabende. Am Faschingsdienstag führt der traditionelle Faschingsumzug der ESKAGE durch die Innenstadt, mit jährlich etwa 25.000 Besuchern.

     
    Schweinfurter Weihnachtsmarkt

    Im April findet das erste Fest im Freien statt, der Vogelschuss, ein kleines Volksfest einer Schützengesellschaft. Im Mai lädt Schweinfurt@night zu einer langen Einkaufs- und Kulturnacht. Das Walpurgisgericht am Fronleichnam ist ein mittelalterliches Fest mit Handwerkermarkt im Friedrich-Pfister-Park in Oberndorf. Am Freitag nach Fronleichnam startet für elf Tage das Schweinfurter Volksfest, eines der größten seiner Art in Franken.[128] Im Mai findet das Frühlings- und im Juli das Sommerweinfest des Weingut Dahms auf der sonst nicht zugänglichen Peterstirn statt. Es gilt als eines der schönsten Weinfeste Frankens. Anfang August findet nicht jährlich aber 2019 bereits zum 7. Mal das Schweinfurter Weinfest auf dem Marktplatz statt.[129] Ende August präsentiert an zwei Tagen das Schweinfurter Stadtfest auf mehreren Plätzen der Schweinfurter Altstadt Genuss und Lebensqualität der Region. Das Mittelalterfest wird alle 3 Jahre im September (zuletzt 2019) in den Wallanlagen Am Unteren und Oberen Wall an der Stadtmauer abgehalten. Am selben Ort findet Ende September das Federweißer-Fest GenussReichStadt Schweinfurt vom Weingut Dahms statt. Beim Straßenmusikfestival Pflasterklang im September treten an rund 20 Orten der Altstadt Musiker aller Stilrichtungen, Jongleure, Zauberer und Straßenmaler auf. Die Nacht der Kultur lädt im Oktober zu Musik, Theater, Tanz, Lesungen, Kabarett und Kurzfilmen an viele Orte um den Marktplatz. Der Schweinfurter Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz beschränkt sich auf Kunsthandwerk und Weihnachtsschmuck und gehört zu den stilvollsten seiner Art. Traditionell kommt alljährlich das Nürnberger Christkind zu seiner ersten Auswärtsvisite, mit seinem Prolog vom Rathausbalkon.[128] Zwischen Weihnachten und Dreikönigstag steht das Schweinfurter Winterdorf auf dem Marktplatz.[130]

    Kulinarische SpezialitätenBearbeiten

     
    Schweinfurter Schlachtschüssel-Gedeck mit Kren, Salz, Pfeffer, Brot
     
    Gärtnerdorf Sennfeld, lediglich 2 km östlich des Schweinfurter Marktplatzes

    Die Original Schweinfurter Schlachtschüssel ist ein Gericht, das der Schweinfurter Metzgerwirt Georg Josua Schwanhäusser im Gasthof Goldener Stern in der Oberen Gasse 36 im Jahre 1856 seinen Gästen erstmals servierte. Die Schlachtplatte, fränkisch Schlachtschüssel, findet sich auf keiner Speisekarte und ist kein übliches Essen, sondern eher ein Fest in geselliger Runde, über mehrere Stunden, für einen größeren Personenkreis. Der Ablauf erfolgt nach einem genau überlieferten Zeremoniell, einschließlich traditioneller Belustigungen. Manchmal auch mit Musikbegleitung und Gesang. Die Schlachtschüssel dieser Art wird ausschließlich in Wirtshäusern in und um Schweinfurt angeboten. Das Kesselfleisch wird auf bis zu fünf Meter langen Holzbrettern serviert, von denen auch gegessen wird, an Stelle von Tellern. Dazu gibt es nur Schwarzbrot, Kren und Sauerkraut. Getrunken wird Frankenwein, Weinschorle oder Most, Bier ist verpönt.

    Schnickerli sind ein weiteres, typisches Schweinfurter Gericht. Prägend für die örtlichen Spezialitäten sind viele Direktvermarkter vor den Toren der Stadt, die nahezu täglich in die Stadt auf den Markt liefern.[131] Die Meefischli (hochdeutsch: die Mainfischlein), winzige Weißfische die dreimal schwimmen, im Main, im Fett und dann im Wein, werden wie andere Fische traditionell nur in den Monaten mit dem Buchstaben r, also von September bis April verzehrt. Blaue Zipfel sind saure Bratwürste im Zwiebelsud, die vor allem im Winter, auch am Heilig Abend, gegessen werden. Die Schweinfurter Alternative zu Salzburger Mozartkugeln ist das Süße Kugellager, hergestellt von Konditoreien aus der Kugellagerstadt: hochwertige Vollmilch- oder Bitterschokolade aus reiner Kakaobutter wird mit einer abgestimmten Nougatcreme gefüllt.[132]

    NachtlebenBearbeiten

    Kneipen

    Die Region Schweinfurt/Main-Rhön, am Überlappungsgebiet Weinfrankens mit Bierfranken, gehört zu den Gegenden mit der höchsten Kneipendichte Deutschlands.[133]

     
    Alte Kneipenmeile Bauerngasse
    während der Sanierung 2018
     
    Weinstube s' Türmle,
    Am Unteren Wall

    In Schweinfurt gibt es heute, wie in manchen anderen Industriestädten, überproportional viele Szenetreffs. Zudem besitzt die Stadt eine besondere Historie. In den 1990er Jahren war die Blütezeit der langen Kneipenmeile in der nördlichen Altstadt: Obere Straße–Kornmarkt–Bauerngasse–Zeughaus, mit im Kern über 100 Jahre alten Wirtshäusern. Ab 1989 wurden hier die Schweinfurter Bluestage abgehalten. Daraus ging die örtliche Blues Agency hervor, die hier das Honky Tonk erfand (siehe: Regelmäßige Veranstaltungen).

    Kinos

    In Schweinfurt gab es, wie anderswo, seit der Nachkriegszeit zahlreiche Schließungen von Filmtheatern. Die Zahl der Kinosäle erhöhte sich trotzdem durch Konzentration auf wenige Orte. So besitzt die Stadt heute mit 14 Kinosälen eine relativ hohe Zahl an Leinwänden, davon 12 am östlichen Rand der Altstadt, während es beispielsweise im benachbarten Würzburg zeitweise keinen einzigen Kinosaal in der Altstadt gab. Das KuK (Kino und Kneipe) im Musikerviertel ging aus dem alten CC Filmtheater und dem CC Tanzcafé aus den 1950er Jahren hervor. Das Programmkino mit zwei Sälen wurde mehrfach ausgezeichnet.[134] Auf dem alten Dielenparkett des einstigen Tanzcafés wird einmal im Monat beim La Milonga del KuK Tango getanzt. Auch das Cinema am Markt aus den 1970er Jahren verband in der ersten Renaissance der Kinos einst Kino mit Kneipe, ersteres schloss, die Musikkneipe behielt den Namen. Das Weltbio Kino-Center aus den 1950er Jahren, das später zum Schachtelkino umgebaut wurde, besitzt fünf Säle. Unweit davon eröffnete 2009 die Filmwelt Schweinfurt, ein Multiplex-Kino in 3-D, mit Bar, mit sieben Sälen und insgesamt 1010 Sitzplätzen,[135] wo auch Konzerte und Events live übertragen werden

    Diskotheken

    Die örtliche Diskothekenszene hat sich seit dem Abzug der US-amerikanischen Streitkräfte aus der Stadt im Jahre 2014 (siehe: Moderne) teilweise verändert.

       
    Einstiges Megadrom,
    heute Club 360 Grad...
    ...und die benachbarte Rockfabrik, am Hainig

    Die 2012 abgebrannte 90 m lange Großdiskothek Megadrom am Hainig[136] zog als selbsternannter Hottest Hip-Hop-Club of Germany samstagabends ein afroamerikanisches und deutsch-amerikanisches Publikum aus halb Deutschland an den zentral gelegenen Ort.[137] Heute besteht die Diskothek in verkleinerter Form als Club 360 Grad, neben einer neuen Bowlingarena mit 18 Bahnen und Indoor-Minigolf.[137] Im einstigen Mad in Oberndorf, mit damals ähnlichem Publikum, gastierte Ende der 1990er Jahre zweimal VIVA Club Rotation, moderiert von Daisy Dee. Die in Club Diamond umbenannte Großdiskothek mit zwei Floors wurde nach dem Abzug der Amerikaner, wie zuvor schon das Megadrom,[137] zu einer deutsch-russischen Diskothek. Die neben dem Club 360 Grad liegende Rockfabrik, ebenfalls mit zwei Floors, hat sich seit Beginn der Ära von Techno und Großdiskotheken Anfang der 1990er Jahre bis heute unverändert gehalten. Die als Eastside bekannte Diskothek an der Ludwigsbrücke, später für kürzere Zeit W 3 und s'East, eröffnete 2017 neu als Pure Club & Lounge,[138] mit diversen Musikrichtungen und Parties. Der einstige Suzie Club im Hafen-Ost mit kleinem Dancefloor und großer Bar hatte strenge Zutrittskontrolle, verstand sich als Edeldiskothek und wird heute auf andere Art als Tante Suzie geführt.

    Rotlichtszene

    Das Rotlichtmilieu liegt im üblichen Bereich eines Oberzentrums mit entsprechendem Umland. Da die Stadt keinen Sperrbezirk auswies, kam es zu keiner Konzentration von Rotlichtbetrieben und es entstand in Folge kein Rotlichtbezirk. Lediglich an der Mainlände gab es von der Stadt ausgewiesene Öffentliche Prostitution, die wegen der Nähe zur Anlegestelle für Flusskreuzfahrtschiffe 2009 aufgelöst wurde. Als Ersatz war die Franz-Schubert-Straße im Nordwestlichen Stadtteil von der Stadt vorgesehen, was am Widerspruch der örtlichen Bevölkerung scheiterte. Es gibt nur kleinere Nachtclubs und Etablissements, die über das Stadtgebiet verteilt sind, mit Ausnahme von Wohngebieten, wo sie auf Grund der baulichen Nutzung unzulässig sind. Die Sicherheitslage im Rotlichtbereich sei „als gut einzustufen“.[139]

    BauwerkeBearbeiten

    Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege listet für die Stadt Schweinfurt 170 Baudenkmäler, einschließlich Bauensembles und 36 Bodendenkmäler auf (Stand 20. November 2017).[140]

    Siehe auch: Bilder Einzelhandel

    StadtmauerBearbeiten

     
    Stadtmauer Am Unteren Wall
    an Stelle der Reichsburg

    Die Schweinfurter Stadtmauer wurde 1258 erstmals urkundlich erwähnt. Die Südostecke der Stadtmauer im vermutlich ältesten Viertel der Altstadt Zürch war zugleich Umfassungsmauer der Reichsburg, die sich hier von 1310 bis 1427 befand. In den 1640er Jahren wurde im Zuge des Dreißigjährigen Krieges, den die Stadt unbeschadet überstand, die veraltete, mittelalterliche Stadtmauer vom Generalfeldmarschall der schwedischen Armee Karl Gustav Wrangel, der sein Hauptquartier am Roßmarkt hatte, zu einer modernen Befestigungsanlage mit Schanzen ausgebaut.

    In den 1980er Jahren wurden die Befestigungsanlagen Am Oberen Wall wieder instand gesetzt und erst seit den 1990er Jahren wurden in Folge schwerer Zugänglichkeit und Bauarbeiten immer wieder an diversen Orten Entdeckungen gemacht. Teile der Spitaltorbrücke von 1748 wurden bei Bauarbeiten Ende der 1990er Jahre wiederentdeckt und freigelegt. Im nächsten Jahrzehnt wurde die Stadtmauer Am Unteren Wall restauriert und beim Bau der Kunsthalle im Keller ein Abschnitt einer Schanze entdeckt und freigelegt. 2007 wurde ein Schalenturm, der sogenannte Jungfernkuss entdeckt, der in Teilen von einem 1367 gestifteten Karmeliterkloster (bis 1542) stammt. 2016 wurde der im Zweiten Weltkrieg zerstörte, kleine Höpperle Turm an der westlichen Stadtmauer rekonstruiert.

    ProfanbautenBearbeiten

    Der Ebracher Hof wurde 1431 vom Zisterzienser Kloster Ebrach im Steigerwald als Amtssitz und Klosterhof erworben. Er ist im Zweiten Markgrafenkrieg 1554 bis auf die Außenmauern abgebrannt und erst 1578 wieder aufgebaut worden.[141] Die Renaissance ist in der Altstadt der prägende historische Stil der protestantischen Reichsstadt. Die Schranne wurde als Kornspeicher 1560 errichtet.

     
    Alte Rathaus (1572)
    mit Rathausbogen

    Das Alte Rathaus (1570–1572) gilt als Glanzleistung der profanen deutschen Renaissance. Das Alte Gymnasium (1582–1583) ließ Gustav Adolf II. als Gymnasium Academicum errichten, es ist seit 1934 Heimat des Stadtgeschichtlichen Museums. Das Zeughaus (1589–1591) war Waffenarsenal der Reichsstadt. Der Schrotturm (1611) ist ein vorgelagerter Treppenturm eines Renaissance-Bürgerhauses, der im 19. Jahrhundert um vier Geschosse zu einem Schrotturm erhöht wurde.[141] Das Stadtschreiberhaus (Klassizismus) ist im Kern aus dem 16./17. Jahrhundert, davor befindet sich ein kleiner Obelisk, das Johann-Christian-Schmid-Denkmal. Das Schloss Peterstirn (1873–1874, Historismus) ist ein Weinbergshaus mit zinnenbekrönten Karlsturm, Burgtor und Mauer. Es wurde auf Überresten einer alten Burg aus dem 11. Jahrhundert und eines Benediktiner-Klosters errichtet. Um die Jahrhundertwende entstanden Villen von Industriellen im Norden (südliche Neutorvorstadt) und Osten der Stadt (Kiliansberg) sowie Gründerzeitviertel im Westen (Ludwigsvorstadt) und Norden (nördliche Neutorvorstadt).

    Zahlreiche bekannte Architekten des 20. Jahrhunderts standen mit der Stadt in Verbindung und die Verwicklungen, Probleme oder menschlichen Widersprüche mit der Zeit des Nationalsozialismus treten auch hier zu Tage. Der gebürtige Schweinfurter Theodor Fischer war an den Planungen des Berliner Reichstagsgebäudes beteiligt, distanzierte sich schließlich vom Historismus, schuf die Grundlagen für das Bauhaus-Manifest und wollte das Bauhaus im nationalsozialistischen Deutschland erhalten, was ihm nicht gelang. In Schweinfurt baute er die Wirsing Villa (1909) (Bild siehe: Wissenswertes).

    Den Werdegang des Erbauers des Stuttgarter Hauptbahnhofs Paul Bonatz kann man an Schweinfurter Bauwerken nachverfolgen, von der noch historisierenden Ludwigschule (1908), hin zur Moderne mit der Hauptverwaltung der Fichtel & Sachs AG (1931–33) die sich am Berliner Shell-Haus von Emil Fahrenkamp orientiert und schließlich der Tribüne des Willy-Sachs-Stadions (1936) im Bauhausstil. Roderich Fick, dessen Schwager Oberbaurat der Stadt Schweinfurt war, plante als einer der anfänglichen Lieblingsarchitekten Adolf Hitlers maßgeblich den Obersalzberg und den nur in Ansätzen verwirklichten Ausbau von Linz zur europäischen Kulturmetropole. Zuvor baute er in Schweinfurt ein Wohnhaus am Löhlein 4 (1928) und sein erstes größeres Werk, das Ernst-Sachs-Bad (1931–33), die heutige Kunsthalle Schweinfurt.

    Von Ludwig Gies, dem Erschaffer des Bundesadlers (1953) im Bonner Bundeshaus, ist der nationalsozialistische Bronzeadler (1936), der auf einer Erdkugel krallt, auf einem Pylon, am Eingang des Willy-Sachs-Stadions. Ein Hauptwerk von Olaf Andreas Gulbransson ist die Auferstehungskirche (1959) am Bergl. Egon Eiermanns Kaufhaus-Systemfassade aus Porzellan ist bei Horten (1963), heute Kaufhof, vertreten. Der Enkel von Ludwig Mies van der Rohe Dirk Lohan heiratete in die Schweinfurter Industriellen-Familie Schäfer ein. Mies van der Rohe entwickelte zwischen 1960 und 1963 einen Entwurf für das Museum Georg Schäfer in Schweinfurt, der nicht ausgeführt wurde und danach in größeren Abmessungen als Neue Nationalgalerie in Berlin umgesetzt wurde.

    Das Hochhaus der Deutschen Hauptverwaltung der SKF (1960–1962) von A. Kubitza ist eine Etage höher als die Hauptverwaltung in Göteborg und sollte die Vormachtstellung der Schweinfurter SKF unter seinem damaligen Generaldirektor und schwedischen Konsul Gunnar Wester repräsentieren. Das Scheibenhochhaus am Main wurde nach Vorbild des UNO-Hauptquartiers am East River in New York geschaffen. Dort existierte, aber nur bis in die 1960er Jahre, eine durch das Raumlicht hinter den Fenstern geschaltete, farblose Leuchtschrift „UN“. Auch hier diente das UNO-Gebäude als Vorbild.[142] Das SKF-Logo erschien abendlich durch blaue, heruntergezogene Fensterrollos, von außen mit Neonröhre bestrahlt (so noch auf unterem Bild). 2014 wurde das Hochhaus komplett saniert und die Leuchtschrift auf LED umgestellt.[142]

    Das Theater der Stadt Schweinfurt (1964–1966) wurde 2016 unter Denkmalschutz gestellt, als „einer der bedeutendsten Theaterbauten der Nachkriegszeit in Bayern […] in der Nachfolge von Alvar Aaltos Essener Theater.“[143][144]

    Seit Ende des 20. Jahrhunderts wurden in der Schweinfurter Architektur überregional beachtete Maßstäbe abseits des Mainstreams gesetzt, unter der Ägide der damaligen Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser (CSU) und des Baureferenten Jochen Müller (SPD). In zeitloser Moderne, Platzgestaltung mit minimalistischen Mitteln und Harmonie zwischen Alt und Neu.

     
    Minimalistische Platzgestaltung
    am Schillerplatz

    Das Museum Georg Schäfer (MGS) (1998–2000) gilt als einer der hervorragendsten modernen, deutschen Museumsbauten.[145] Das Museum besitzt eine große Treppenhalle nach Vorbild der Alten Pinakothek in München. Die gegenüberliegende Stadtbücherei (2004–07) ist ein Um- und Ausbau des Ebracher Hofs, mit neuem unterirdischen Basisgeschoss. Es bildet mit dem Hauptzollamt (2005–07) ein Bauensemble, das vom Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt 2008 zu den 24 besten Bauwerken Deutschlands gekürt wurde[146] und eine Simbiose von Tradition und Moderne zeigt.[147] Der Bau 65 (2001–2003) innerhalb der ZF Friedrichshafen AG im Bauhausstil steht an Stelle einer im Zweiten Weltkrieg stark beschädigten Produktionshalle der Fichtel & Sachs AG und wurde in Anlehnung an die typischen Schweinfurter Industrie-Klinkerbauten der 1930er Jahre errichtet und orientiert sich an den Fagus-Werken von Walter Gropius. Die Stadtgalerie Schweinfurt (2007–09), mit einem 230 m langen Glasdach, ist eine 300 m lange Shopping Mall im klassischen Sinne, die aus einer einzigen, geraden Ladenpassage (in zwei Ebenen mit Galerie) besteht. In den Komplex wurde ein SKF-Jugendstil-Portal integriert. Die Kunsthalle Schweinfurt (2008/09) ist ein Um- und Ausbau des vormaligen Ernst-Sachs-Bades, mit 500 m² großer Halle. Der Innenhof wurde für einen weiteren Ausstellungsraum unterkellert, wobei Reste der sogenannten Naturheilschanze integriert wurden, die der schwedische Feldmarschall und Staatsmann Carl Gustav Wrangel 1648 anlegen ließ.[148] Das Technologiezentrum von Fresenius Medical Care (2019) stammt von Gunter Henn, dem Architekten der Autostadt von Volkswagen in Wolfsburg und der Gläsernen Manufaktur in Dresden.[149]

    Siehe auch: Stadtentwicklung und Stadtbild

    KirchenBearbeiten

    St. Johannis (ab 1200, Romanik, Gotik und weitere Baustile) ist das älteste erhaltene Gebäude der Stadt. 1237 war der Nordturm mit romanischer Turmkapelle fertiggestellt, auf den Südturm verzichtete man. Mit gotischem Taufstein (1367),[57] mit originaler Malerei, Barocker Kanzel und freigelegten Fresken und Malereien des Mittelalters. Nahezu alle europäischen Baustile über 8 Jahrhunderte, von der Romanik bis zum Klassizismus sind vertreten.[141] Die Kreuzkirche (13. Jahrhundert/1940) in Oberndorf steht an der Stelle einer mittelalterlichen Wasserburg. Chor und Turm stammen aus dem 13. Jahrhundert und waren Teile der Burgkapelle. St. Salvator (1719, schlichter Barock) im Zürch ist einstige Burgkapelle (um 1315) mit gotischem Ausbau, mit noch erhaltenem Chor. Die Heilig-Geist-Kirche (1897–1902, Neuromanik),[57] entstand an Stelle der abgerissenen gotischen Spitalkirche aus dem 15. und 16. Jahrhundert und an Stelle einer Zuckerfabrik.[150] Die Kirche hat die Form einer romanischen Kathedrale, mit Nachbildungen der Kathedrale San Vigilio in Trient (Vierungsturm und Chor), mit 56 m hohen Turm von 1911. St. Kilian (1954) wurde auf den Außenmauern der im Zweiten Weltkrieg zerstörten neubarocken[141] Kirche aufgebaut, mit einem der größten Kirchenfenster Deutschlands (250 m²) von Georg Meistermann.[141] Die Auferstehungskirche (1959) am Bergl, von Olaf Andreas Gulbransson, ist eine der außergewöhnlichsten modernen Kirchen Deutschlands und wurde bereits unter Denkmalschutz gestellt. Gulbransson schuf mit dieser Kirche das einzige Beispiel eines neuen Baustils, der Ornamentik, Kunsthandwerk und Moderne vereint und in Folge seines tödlichen Autounfalls bei anderen von ihm geplanten und postum fertiggestellten Kirchen nicht konsequent fortgesetzt wurde.

    Denkmäler und BrunnenBearbeiten

    Der Ludwigsbrunnen (1830, Klassizismus) steht am Fuß der historischen Weinberge an der alten Mainleitenstraße. Von 1826 bis 1829 ließ die Stadt Schweinfurt die Straße ausbauen und pflastern. Aus diesem Anlass wurde zu Ehren des bayerischen Königs Ludwig I. dieser Brunnen errichtet.[151]

    Das Rückert-Denkmal (1890) auf dem Marktplatz gedenkt an den 1788 in Schweinfurt geborenen Dichter und bahnbrechenden Übersetzers orientalischer Dichtung Friedrich Rückert. Das Walzenwehr-Denkmal (1903/1965) ist eine Kettenaufzugsvorrichtung für das erste Walzenwehr der Welt von MAN (1903). Das Denkmal am Willy-Sachs-Stadion (1936, Neoklassizismus) ist ein Bronzeguss von Ludwig Gies zu Ehren des Stadionstifters Willy Sachs.

    Der Anker vom Berliner Künstler-Ehepaar Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff ist eine Monomentalskulptur auf der Schleuseninsel. Brigitte Matschinsky-Denninghoff war Assistentin bei Henry Moore. Das Duplikat des Great Beijing Wheel-Lagers (2012) vor dem Theater der Stadt Schweinfurt entstand, nachdem FAG Kugelfischer in Schweinfurt die beiden Pendelrollenlager für das London Eye entwickelt und gebaut hatte. FAG wurde nun beauftragt, die Lager für das größte, 208 m hohe Riesenrad der Welt, das Great Beijing Wheel im Chaoyang-Park zu entwickeln, das jedoch nicht ausgeführt wurde. Der Innendurchmesser des Lagers entspricht exakt dem Außendurchmesser des Lagers des London Eye.[152] Der Gedenkort für die Opfer der Zwangsarbeit (2011) ist ein 3 km langer Lagerweg und Gedenkort am Main in Oberndorf. Der Weg führt entlang des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers von Kugelfischer,[153] als Gedenkstätte an die über 10.000 Zwangsarbeiter, die auch aus Kriegsgefangenen rekrutiert wurden und in der Schweinfurter Großindustrie arbeiten mussten. Das Deutsch-amerikanische Luftkriegsdenkmal von 1998 am Hochbunker am Spitalseeplatz gilt als erstes und einziges seiner Art in Deutschland. Es erinnert insbesondere an den Black Thursday, den 14. Oktober 1943, als die Amerikaner über Schweinfurt ihre größte Luftniederlage erlitten (siehe: Zweiter Weltkrieg). In den 1970er Jahren wurde die Second Schweinfurt Memorial Association (SSMA) gegründet, die schon in ihrem Namen auf diesen zweiten Angriff auf Schweinfurt Bezug nimmt und die Idee zum Denkmal hatte.[154]

    StadtmodellBearbeiten

    Seit 2015 befindet sich im Stadtschreiberhaus am Martin-Luther-Platz ein neu angefertigtes Stadtmodell, das Schweinfurt um das Jahr 1800 zeigt. In den nächsten Jahren soll das Modell bis zum Schloss Peterstirn auf 4,80 Meter Länge erweitert werden, das dann das historische Stadtgebiet (ohne Alt-Oberndorf) auf einer Distanz von knapp über zwei Kilometern abbildet.[155]

    WirtschaftBearbeiten

    Schweinfurt besitzt das dritthöchste Bruttoinlandsprodukt (2018) und mit 76,2 % (2017) die zweithöchste Einpendlerquote[156] Deutschlands.[157] 39.600 Menschen pendeln täglich zur Arbeit nach Schweinfurt.[157] Die Stadt hatte 2017 insgesamt 52.898 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, fast so viele wie Einwohner, davon 26.823 im produzierenden Gewerbe, ca. 17.750 im Dienstleistungssektor und 8.311 im Handel, Verkehr und Gastgewerbe.[158] Das verfügbare Einkommen ist aufgrund des moderaten, örtlichen Preisniveaus hoch;[159] deutlich höher als beispielsweise in München[160] und anderen Ballungsräumen, wo sehr hohe Mieten zum Standortnachteil wurden.[161][162]

    Bekannte UnternehmenBearbeiten

     
    ZF Sachs, Firmenname 2001–2011, vor Verschmelzung beider Konzerne

    GroßindustrieBearbeiten

    In der Großindustrie sind 2019 über 22.000 Menschen beschäftigt.[166] Schweinfurt ist seit den 1930er Jahren europäisches Zentrum der Wälzlagerindustrie. Nach ersten Schwierigkeiten in den 1970er Jahren mit Personalabbau in Folge eines japanischen Dumping-Angriffs auf die Schweinfurter Wälzlagerindustrie geriet die Stadt um 1992 schließlich in Folge der Globalisierung in eine schwere Krise. Sie wurde erfolgreich überwunden, ohne eine einzige Werksschließung, im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Industriezentren, wie beispielsweise Nürnberg. Seit den 1990er Jahren vollzog sich ein Wandel, weg von billiger Massenproduktion und alles dominierender Automobilzulieferung, hin zu Hightech-Wälzlagern mit Sensorentechnologie oder für Bergbau, Schiffbau, Luft- und Raumfahrt, Großlagern für Windkraftanlagen und riesigen Spezialanfertigungen, wie dem Pendelrollenlager fürs London Eye von FAG Kugelfischer.[167] Forschung und Entwicklung wurden zum immer größeren Faktor, der Ingenieur ersetzt zunehmend den Arbeiter. Dazu kamen neue Branchen in die Stadt, wie Lineartechnik mit Bosch Rexroth und Medizintechnik mit Fresenius Medical Care, mit der weltweit größten Produktion von Dialysegeräten in Schweinfurt.

    SKF eröffnete 2017 das leistungsfähigste Großlager-Prüfzentrum der Welt.[168] Am Schweinfurter ZF-Standort, dem Sitz der Division E-Mobility, wurde 2019 das E-Mobility-Center eröffnet.[169] Am Schweinfurter Schaeffler-Standort, dem Sitz der Sparte Industrie und Zentrum der Mechatronik, werden der Prozess Industrie 4.0 und zudem eine digitale Lernfabrik angesiedelt.[170] Fresenius eröffnet 2020 sein neues Technologiezentrum.[171] Durch den seit 2017 im Aufbau befindlichen i-Campus Schweinfurt soll die Zusammenarbeit von Industrie und Hochschule intensiviert werden, u. a. mit dem bundesweit ersten Studiengang Roboting.

    Siehe auch: Schweinfurter Industriegeschichte

    InformationstechnologieBearbeiten

    Die GPSoverIP GmbH ging 2003 aus einem 1996 gegründeten Schweinfurter IT-Haus hervor. Sie entwickelte das neue Verfahren GPSoverIP zur Positionsübermittlung von Geokoordinaten. Es wird u. a. in der Logistik-Branche bei LKWs und bei Formel 1-Rennwagen angewendet. Die GPSoverIP GmbH arbeitet im Auftrag von namhaften deutschen Unternehmen, wie Audi und BMW und ist der vielfach ausgezeichnete Branchenprimus.[172] Zudem besteht seit 2008 eine enge Zusammenarbeit mit dem ADAC.[173]

    Finanzen und DienstleistungenBearbeiten

    Schweinfurt ist Hauptsitz von mehreren Finanzdienstleistern. Das Bankhaus Max Flessa (Kurzbezeichnung: Flessabank) ist eine private Universalbank mit Niederlassungen in drei Bundesländern. Die Sparkasse Schweinfurt-Haßberge ist ein öffentlich-rechtliches Kreditinstitut. Die SKD BKK ist eine offene Betriebskrankenkasse für die zehn westdeutschen Bundesländer und Berlin. Alle drei Finanzdienstleister haben ihren Sitz in der westlichen Innenstadt. Mercator-Leasing mit Sitz im Gewerbepark Maintal, ist ein Tochterunternehmen zweier Privatbanken (Fürstlich Castell’sche Bank und dem Bankhaus Max Flessa) und betreut seit 1991 mit über 100 Mitarbeitern deutschlandweit rund 47.000 Kunden.

    Die Deutsche Telekom und die Unicredit betreiben jeweils ein Callcenter im Maintal. Die DB FuhrparkService ist mit zwei ihrer insgesamt fünf deutschen DB Autohäusern in Schweinfurt ansässig, aufgrund der zentralen Lage der Stadt. Die Firma dronesecure betreibt die erste und bisher (2019) einzige Drohnenschule Deutschlands. Als Übungsplatz dienen das Freigelände und die einstigen Tennishallen einer ehemaligen Freizeitanlage am Sennfelder See.[174]

    Bau- und ImmobilienwirtschaftBearbeiten

    Schweinfurt ist das Zentrum der Bau- und Immobilienwirtschaft in Mainfranken. Die Firmengruppe Riedel Bau mit ca. 430. Mitarbeitern agiert als Bauunternehmen bundesweit und bei Projektentwicklung und Realisierung von Bauträgerprojekten mit Schwerpunkt in Mainfranken.[175] Die Unternehmensgruppe Glöckle mit ca. 420. Mitarbeitern agiert in selber Weise, zudem auch im Tiefbau.[176]

    MedienBearbeiten

    Printmedien

     
    Sendeantenne von Radio Primaton, Blaues Hochhaus

    Die beiden Tageszeitungen Schweinfurter Tagblatt und Volkszeitung (Schweinfurt) gehören zur Würzburger Mediengruppe Main-Post, die im Bereich der Printmedien eine Monopolstellung in Mainfranken besitzt. Die einst zu Holtzbrinck gehörende Mediengruppe wurde 2010 von der Mediengruppe Pressedruck in Augsburg übernommen, zu der die Augsburger Allgemeine gehört.[177] Der Lokalteil beider Schweinfurter Zeitungen ist weitgehend identisch, vereinzelt zeigen Kommentare unterschiedliche Positionen auf. Wöchentlich werden kostenlos der Schweinfurter markt und main Sonntag verteilt. Auch diese Zeitungen gehören zur Mediengruppe Main-Post. Mittwochs und sonntags erscheinen zusätzlich die Anzeigenblätter Schweinfurter Anzeiger und Sonntagsanzeiger vom Schweinfurter SAZ-Verlag. Zweimal pro Jahr (Mai und November) erscheint für die Studenten der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt die hochschuleigene Zeitschrift BLICK, die vor allem über Themen aus der Forschung informiert.

    Online-Zeitungen

    Die Mediengruppe Main-Post, mit dem Schweinfurter Tagblatt, hat eine Online-Ausgabe. Im Jahr 2000 wurde die erste journalistisch produzierte und unabhängige Schweinfurter Onlinezeitung swex.de gegründet und 2014 wieder eingestellt.[178] Aktuelle Online-Zeitungen sind Schweinfurt City/swity.de, deren Artikel das Nachrichtenmagazin Focus in seiner bayerischen Online-Ausgabe ungeprüft übernimmt, SW1.News, vormals in-und-um-schweinfurt.de und inFranken.de mit einer Schweinfurter Ausgabe.

    Rundfunk

    1991 nahm Radio Primaton als privater Hörfunksender sein Programm auf, mit dem Schwerpunkt auf aktueller Chartmusik und Klassikern der internationalen Rock- und Popgeschichte. Der amerikanische Militärsender American Forces Network (AFN) betrieb in der Stadt bis zur Auflösung der U.S. Army Garrison Schweinfurt im Jahr 2014 ein Studio und eine Sendeanlage auf der UKW-Frequenz 87,7 MHz. Nach Freiwerden dieser Frequenz und Dank DAB+ wurde 2017 der private Hörfunksender Radio Hashtag+ gegründet, mit der Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen und meist aktuellen Chart-Hits.[179][180] Der Bayerische Rundfunk unterhält ein Korrespondentenbüro in Schweinfurt und produziert für BR-Hörfunkprogramme Beiträge aus der Region Main-Rhön.

    Fernsehen

    Das BR-Studio Main-Rhön des Bayerischen Rundfunks in Schweinfurt produziert Beiträge aus der Region und aktuelle Bilder für Nachrichtensendungen. Ende der 1980er Jahre startete der Schweinfurter Fernsehpionier Johannes Bloching einen Versuch mit einem lokalen Programm rtu-Teleschau, als Partner der örtlichen Mediengruppe Main-Post, die sich dann zurückzog. 1990 begann Bloching mit TV 1, donnerstags mit einem Programm für Schweinfurt und die Region. 2011 wurde der Betrieb in Folge der lokalen Übermacht von TV touring Schweinfurt eingestellt, nachdem zwei lokale TV-Sender in Stadt und Region 21 Jahre parallel liefen, was in Bayern einmalig war. Aufnahmestudio und TV-Produktion von TV 1 bleiben erhalten.[181] TV touring Schweinfurt sendete seit 1990 für Schweinfurt und die Region Main-Rhön ein tägliches Live-Programm von 17 bis 18 Uhr, das danach alle drei Stunden wiederholt wurde. Seit 2017 heißt der Sender TV Mainfranken, nach wie vor mit getrennten Programmen für Schweinfurt und Würzburg, einschließlich ihrer Regionen.

    Webradio- und Internetfernsehen

    Radio Hashtag+ und TV Mainfranken sind auch über das Internet empfangbar. Zudem gibt es das spezielle Internetfernsehen SW-N.TV, mit Beiträgen ausschließlich aus dem Stadtgebiet.

    Tourismus und KonferenzenBearbeiten

     
    Konferenzzentrum Maininsel (KMI) auf der Maininsel Bleichrasen
     
    Bad Kissingen bietet Entlastung bei zu geringen Schweinfurter Hotel-kapazitäten bei großen Konferenzen

    2018 gab es 230.000 Übernachtungen, mit einer für eine Stadt relativ hohen durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 1,9 Tagen (z. Vgl. Würzburg: 1,6 Tage).[182] 2019 arbeiteten in den Hotels und Gaststätten der Stadt bereits rund 1.700 Menschen.[183] Unter den Touristen finden sich insbesondere Geschäftsreisende, Teilnehmer an Konferenzen, Radtouristen auf dem vielbefahrenen Main-Radweg, Museums-Touristen und Urlauber auf dem Weg in den Süden über die Skandinavienautobahn A 7. Auf dieser wird nach der geplanten Fertigstellung des Fehmarnbelttunnels 2024 ein starker Zuwachs von Fernreisenden erwartet. Wegen der vermuteten, nahezu kompletten Verlagerung des Skandinavien-Transitverkehrs, weg von den Ostsee-Fähren und Ostdeutschland auf die A 7.

    Schweinfurt liegt in einer Tourismus-Region. Unweit nördlich vom Landkreis Schweinfurt liegt das bayerische Staatsbad Bad Kissingen, unweit südlich die Volkacher Mainschleife. Zusammen kommt diese Region auf über 2 Millionen jährliche Übernachtungen und über 200 Beherbergungsbetriebe mit etwa 10.000 Gästebetten.[184][185] Bei größeren Konferenzen in Schweinfurt wird deshalb bei Übernachtungen auf das große Ausweichpotenzial im 24 km (Straße) entfernten Bad Kissingen zurückgegriffen.

    2004 wurde das Konferenzzentrum Maininsel (KMI) auf der Maininsel Bleichrasen eröffnet. Es bietet Platz für 960 bzw. ca. 400 Teilnehmer (Stuhlreihen/Parlament) und bildet eine Einheit mit einem Viersterne-Hotel.

    EinzelhandelBearbeiten

    Das Einzugsgebiet Schweinfurts reicht im Nordosten bis an den Kamm des Thüringer Waldes. Das Einzelhandels-Gesamteinzugsgebiet der Stadt beträgt 759.000 Einwohner.[5] Die Stadt ist für die knapp eine Million Einwohner Mainfrankens, das nur teilweise deckungsgleich mit Gesamteinzugsgebiet ist, in maximal einer Stunde gut erreichbar.[186] Schweinfurt besitzt eine sehr hohe Einzelhandelszentralität von 214 Punkten (2019) und liegt damit über dem benachbarten Würzburg mit 189 Punkten.[187] Die Verkaufsfläche Schweinfurts beträgt 237.600 m² (2016). Davon entfallen 70.200 m² auf die Innenstadt, wo sich auch das größte innerstädtische Warenhaus Unterfrankens befindet, eine Filiale der Galeria Kaufhof mit rund 10.000 m² Verkaufsfläche[188] und das 1973 eröffnete Rückert-Center, mit 21.000 m².[40] Die Verkaufsflächendichte liegt bei hohen 4.500 m² pro 1.000 Einwohner (2016).[189] Der Umsatz stieg ständig an, von 526 Millionen Euro (2014) und 646 Millionen Euro (2016) auf einen geschätzten Wert von 688 Millionen Euro für 2019.[187][190] Die Leerstandsquote lag 2016/17 unter den rund 800 Geschäften in der Innenstadt bei 9,9 % (78 Geschäfte).[191] Die Leerstände waren seitdem wieder rückläufig,[191] wobei sich steigende Reallöhne positiv auswirkten[190] und außerdem Gastronomie eine wichtigere Rolle spielte. 2009 eröffnete das größte innerstädtische Einkaufszentrum Mainfrankens, die Stadtgalerie Schweinfurt, eine 300 m lange Shopping Mall mit 22.500 m² Verkaufsfläche, 100 Geschäften und 1.300 Parkplätzen auf dem Dach. Die Stadtgalerie hat eine tägliche, durchschnittliche Frequenz von 16.674 Besuchern (2019).[192]

    Im Hafen-Ost entstand seit den 1980er Jahren eine der größten Fachmarktagglomerationen Deutschlands, in Konkurrenz zur Innenstadt. Die Stadt lässt im Hafen jedoch kein innenstadtrelevantes Warenangebot zu. 2009 eröffnete XXXLutz im benachbarten Maintal zwei Möbelhäuser seiner Marken XXXL Neubert und Mömax mit zusammen 34.900 m² Verkaufsfläche.[193]

    WeiteresBearbeiten

    Fahrräder

    In der Geburtsstadt des Fahrrads (siehe: Artikel-Einleitung) sind auch heute namhafte Firmen der Branche ansässig. Neben SRAM und Winora (siehe jeweils: Bekannte Unternehmen) zudem das erst 2017 gegründete Unternehmen Pexco, der branchenbekannten Schweinfurter Familie Puello, mit zwei Radkollektionen, einschließlich E-Bikes, ihrer neuen Marken Raymon und Husqvarna Bicycles.[165]

    Kunststoffe

       
    Farbenfabrik Deifel mit Gebäude von 1838/1896 (einstige Zuckerfabrik Adolph Wüstenfeld) in der Mainberger Straße
    wie links

    Schweinfurt ist Hauptsitz von Maincor, Hersteller von Kunststoffrohren, Sitz von Mainplastik und von Melaplast, das Melamin-Laminate produziert. KLT Hummel Plastic (KunstoffLagerTechnik) produziert vor allem für die Automobilindustrie (einschließlich Nutzfahrzeuge). Zu den Kunden zählen Daimler, Scania, ZF, Schaeffler und Continental. Zudem arbeitet KLT mit SKF im Bereich Gleitlager zusammen, für wartungsfreie Lager, wie sie im Großformat im Oosterschelde-Sperrwerk eingebaut wurden.[194]

    Farben

    Im historischen Zentrum der deutschen Farbenfabriken (siehe: Schweinfurter Industriegeschichte, Farben) gibt es heute nur noch die Buntfarbenfabrik Deifel.

    Textilien

    P.A.C. am Hainig ist ein weltweit führender Hersteller von Multifunktionstüchern.[195]

    Lebensmittel

       
    Erster Standort der Malzfabrik (hinten rechts) am Beginn der Hauptbahnhofstraße...
    ...und heutiger Standort (Ireks) im Hafen

    Das lößreiche Schweinfurter Gauland im Westen des Landkreises ist eine Kornkammer.[196] Hier gedeiht auch Braugerste hoher Qualität. In der Stadt sind eine Getreidemühle, die Cramer Mühle und zwei Malzfabriken ansässig: Ireks, mit Hauptsitz in Kulmbach, und die Mälzerei Günther Schubert.

    Brauereien

    Von insgesamt elf Brauereien existiert heute nur noch die Brauerei Roth.

    Logistik

    Schweinfurt ist aufgrund der zentralen deutschen und europäischen Lage ein wichtiger Logistikstandort. Hier haben ZF Friedrichshafen und SKF ihr deutsches bzw. europäisches Logistikzentrum. DB Schenker bietet in und nahe der Stadt an insgesamt drei Standorten alle Bereiche der Logistik an, von See- und Luftfracht über Messelogistik bis zur Kunstlogistik. Beiderseits der südlichen Stadtgrenze sind weitere Logistikunternehmen, allein Schäflein hat hier zehn Standorte.

    Mineralöle

       
    Schubverband von Erik Walther...
    ...und eine Walther Tankstelle

    Das Mineralölunternehmen Erik Walther hat seinen Hauptsitz in Schweinfurt, mit einem Tanklager im Hafen. Das Unternehmen betreibt rund 70 eigene Tankstellen in vier Bundesländern und verschifft die Mineralöle mit einer eigenen Tankerflotte von den ARA-Häfen (Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen) zum Hauptsitz und anderen Tanklagern.

    Land- und Forstwirtschaft

    Landwirtschaftlich werden 1033 ha im Stadtgebiet genutzt.[197] Zwei Aussiedlerhöfe liegen am Rande der Gartenstadt und zwei am Münzberg. Der Weinbau umfasst 3,5 ha (2017) an der Peterstirn (siehe: Weinbau). Die Wasserflächen betragen ca. 170 ha (2018), u. a Karpfenteiche westlich des Sennfelder Sees; es gibt noch einige Fischwirte. Die Waldgebiete umfassen 500 ha,[197] die abgesehen von kleineren naturgeschützten und urwaldähnlichen Zonen am südlichen Mainufer der Forstwirtschaft unterliegen.

    Gründerzentren

    Das erste Gründerzentrum wurde bereits 1994 eröffnet, als Gründer- Innovations- und Beratungszentrum Schweinfurt (GRIBS). Es bietet insbesondere Gründern aus den Bereichen Informationstechnik, Software, Technologie und unternehmens­nahen Dienstleistungen angepasste Büroräume am Hainig zur Miete.[198] Das von der Stadt Schweinfurt betriebene Chancen-Center Maintal vermietet Hallen für Start-up-Unternehmen im Gewerbebereich im Industrie- und Gewerbepark Maintal. Seit 2018 bietet ebenfalls die Stadt Coworking-Spaces im Friedrich-Rückert-Bau in der Altstadt an, dazu drei externe Ladenlokale in der Innenstadt,[199] zudem ein Startup-Chancencenter im Gewerbegebiet Heckenweg im Nördlichen Stadtteil.

    InfrastrukturBearbeiten

    MainbrückenBearbeiten

     
    Maxbrücke von 1902–1945

    Schweinfurt besitzt insgesamt 62 Brücken,[200] davon sieben Mainbrücken, die den Main oder nur einzelne Mainarme oder nur den Altmain queren. Darunter befindet sich eine Eisenbahnbrücke, alle anderen sind Straßenbrücken. Die nachfolgend von Ost nach West (mainabwärts) aufgeführten Brücken queren vollständig den Main. Die Maxbrücke ist eine dreispurige Straßenbrücke, Baujahr 1958.[201] An ihrer Stelle befand sich bereits um 1400 die erste Brücke der Stadt über den Hauptarm des Mains. Die Gerolzhöfer Brücke ist eine eingleisige Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Schweinfurt-Hbf–Kitzingen-Etwashausen, die derzeit, außer Güterverkehr im Raum Schweinfurt, nicht im Betrieb ist. Die erste Eisenbahnbrücke an dieser Stelle wurde 1903 errichtet. Über die Hahnenhügelbrücke, die 1964–1967 erbaut wurde,[202] führt die Bundesstraße 286. Mit über 41.800 (2011)[202] Kraftfahrzeugen am Tag bildet sie die südmainische Hauptzufahrt in die Innenstadt. Sie besitzt vier Fahrspuren und soll in einigen Jahren durch einen fünf- oder sechsspurigen Brückenneubau ersetzt werden. Die Mainbrücke Oberndorf ist eine sechsspurige Straßenbrücke (vier Fahrspuren und zwei Standspuren), Baujahr 1970/1994, der Bundesautobahn 70. Die Brücke überqueren ebenfalls über 40.000 Kraftfahrzeuge (2017) am Tag.

    BundeswasserstraßeBearbeiten

     
    Mainhafen: Walther-Hochtanklager

    Schweinfurt liegt an der derzeit (2019) leistungsfähiger ausgebauten,[203] 3.500 km langen Großschifffahrtsstraße, die über den Rhein-Main-Donau-Kanal die Nordsee mit dem Schwarzen Meer verbindet.[21] Jährlich passieren 1.000 Hotelschiffe (Flusskreuzfahrtschiffe) und 6.000 Frachtschiffe die Stadt.[203] Die Häfen Schweinfurts umfassen einen Binnenhafen, eine Lände, Anlegestellen für Personenschifffahrt und Kreuzfahrtschiffe sowie Bootshäfen. Im Stadtgebiet befindet sich außerdem eine Staustufe, mit einer Schleuse und eine Bootsschleuse für Sportboote. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Schweinfurt ist eines von 39 bundesdeutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsämtern (WSA) und ist für die Bundeswasserstraße Main im größten Bereich Unterfrankens auf einer Länge von 202 km zuständig.

    Schweinfurt war 1911/1912 Endpunkt der in Mainz beginnenden Kettenschifffahrt auf dem Main, die 1936 wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit eingestellt wurde.

    Öffentlicher VerkehrBearbeiten

    Schweinfurt besitzt unter allen deutschen Städten das dichteste Netz an Haltestellen im öffentlichen Personennahverkehr.[204]

    Verkehrsverbünde

    Die Verkehrsgemeinschaft Schweinfurt (VSW) ist eine Verkehrsgemeinschaft des Öffentlichen Personennahverkehrs für das Gebiet der kreisfreien Stadt Schweinfurt und den Landkreis Schweinfurt. 23 Buslinien von örtlichen Busunternehmen und zwei Bahnlinien der Erfurter Bahn, bzw. der Deutschen Bahn, bieten einen Gemeinschaftstarif an. 2022 soll die Region Schweinfurt/Main-Rhön dem Verkehrsverbunds Mainfranken (VVM) angegliedert werden, zum dann nach Einwohnern drittgrößten und nach Fläche zweitgrößten Verkehrsverbund Bayerns.[205]

    Schiene

       
    Hauptbahnhof von 1874 um 1903; obiges Empfangsgebäude wurde 1943 zerstört
    Haltepunkt Schweinfurt Mitte zwischen Stadt- und Hauptbahnhof

    Bahnhöfe:

    Während der deutschen Teilung lag die Stadt im Bahn-Fernverkehr im Abseits und erfährt in neuerer Zeit eine Trendwende (siehe: Neue Zentralität). Schweinfurt liegt an folgenden Regionalexpress- (RE) und Regionalbahnlinien (RB):

    Ab spätestens Dezember 2028 erhält Schweinfurt Anschluss an das Intercity-Netz:

    Einen weiteren Fernverkehrsanschluss soll Schweinfurt durch eine Initiative für eine Neubaustrecke Schweinfurt–Fulda erhalten (siehe: Schweinfurt Hauptbahnhof, Projekt Neubaustrecke Schweinfurt–Fulda). Die Reaktivierung der Unteren Steigerwaldbahn wird derzeit (2020) diskutiert, u. a. eine Variante als Regionalstraßenbahn durch die Innenstadt (siehe: Schweinfurt Hauptbahnhof, Streit um Reaktivierung der Steigerwaldbahn).

    Busse

     
    Anzeigetafel der Stadtbusse
    am ZOB Roßmarkt

    Zentrale Omnibusbahnhöfe (ZOB):

    Fernbusse ab ZOB Bahnhofsplatz, mit Verbindungen in viele Städte Zentraleuropas. Regionalbusse der Omnibusverkehr Franken (OVF) und der VSW fahren neben dem ZOB Bahnhofsplatz weitere Haltestellen im Stadtgebiet an. Die OVF unterhält in Schweinfurt eines von insgesamt drei Depots. Stadtbusse der Stadtwerke Schweinfurt fahren sternförmig den ZOB Roßmarkt an, 20 Linien bedienen das Stadtgebiet und die meisten Vororte.[206]

    Personenschifffahrt

    Die Schweinfurter Personenschifffahrt führt von März bis Oktober auf dem Main Rundfahrten durch, auch in Verbindung mit Veranstaltungen mit gastronomischen Angebot an Bord.

    StraßenverkehrBearbeiten

    Schweinfurt besitzt sehr gute Straßenverkehrsanbindungen, als nahezu immer staufreier Autobahnknoten (siehe: Neue Zentralität), der die Stadt entlastet, die nur noch 5 %  Durchgangsverkehr besitzt.[207] Autobahn 70 (Südtangente) und Autobahn 71 (Westtangente) bilden eine Umfahrung um Schweinfurt, mit sieben Anschlussstellen für Stadt und Vororte. Die Planungen der Reichsautobahnen gingen vollständig an Schweinfurt vorbei. In Folge der deutschen Teilung und der damit verbundenen Umplanungen (siehe: Strecke 46 und Strecke 85) und der Wiedervereinigung wurde die Stadt schließlich zu einem Autobahnknoten in der deutschen Mitte.

    Schweinfurt liegt an zwei Europastraßen (Transeuropäische Netze TEN):

    •   TEN Alta (Nordkap)–Gela (Sizilien). Die europäische Nord-Süd-Achse, mit fast 5000 km Länge, verläuft auf der A 7 über das Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck.
    •   TEN Schweinfurt–Prag. Sie beginnt am Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck. Im Endausbau wurde sie als durchgehende, vierspurige Schnellstraße von Schweinfurt bis Prag angestrebt, was durch die Einstellung der Planung der Fichtelgebirgsautobahn 2009 nicht mehr möglich ist.
    •   An die erste Autobahn durch Unterfranken erhielt Schweinfurt Anfang der 1960er Jahre seinen ersten Autobahnanschluss Schweinfurt-Süd/Wiesentheid über einen 34 km langen Autobahnzubringer. Diese Anschlussstelle wurde später für die Stadt durch drei neue, nähere Autobahnen völlig bedeutungslos und wurde deshalb in Wiesentheid umbenannt.
    •   Sie verläuft von der dänischen zur österreichischen Grenze. Anschlussstellen Wasserlosen (vormals Schweinfurt/Niederwerrn) und Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck (A 7/A 70). Zwischen den Kreuzen Schweinfurt/Werneck und Biebelried ist der sechsstreifige Ausbau im Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP 2030) im weiteren Bedarf mit Planungsrecht, kann aber bei entsprechenden Haushaltsmitteln wesentlich früher beginnen.[208] Fünf neue sechsstreife Brücken sind im Bau und sollen bis 2023 fertiggestellt sein.[209]
    •   Sie beginnt am Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck und läuft über Bamberg bis zum Autobahndreieck Bayreuth/Kulmbach (A 70/A 9).
    •   Sie endet an der Schweinfurter Stadtgrenze am Autobahndreieck Werntal (A 70/A 71) und läuft über das Autobahnkreuz Erfurt (A 71/A 4) zum Autobahndreieck Südharz (A 71/A 38).

    Die Bundesstraßen spielen für Schweinfurt nur noch eine geringere Rolle und wurden deshalb zum Teil im Schweinfurter Raum zu Staatsstraßen zurückgestuft. Die Stadt liegt an, bzw. bei folgenden Bundesstraßen:

    •   EisenachKleines Walsertal. Sie verläuft 2 km vor der Stadtgrenze als Westtangente und wurde zwischen der A 70 und Meiningen herabgestuft.
    •   Riedstadt (Rhein)–Bamberg, wurde im Raum Schweinfurt zur Staatsstraße herabgestuft
    •   Autobahnkreuz Schweinfurt/WerneckArnstein. Bundesstraße auf neuer Trasse, ohne Ortsdurchfahrten, aber nicht kreuzungsfrei.
    •   im BVWP 2030.[210] Geplante Schnellstraße vom Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck zur A 3 (Anschlussstelle Helmstadt), als Umgehung des Autobahnkreuzes Biebelried, als direkte Verbindung von Schweinfurt nach Frankfurt am Main via A 3 und Stuttgart via A 81. Kreuzungsfrei, dreistreifig, mit abwechselnder Überholspur geplant.[211] Der erste Bauabschnitt ist im vordringlichen Bedarf des BVWP 2030 und befindet sich derzeit (2020) bereits in fachplanerischer Umsetzung:[208] er verläuft zunächst auf der Trasse der B 26a bis Arnstein und dann weiter auf neuer Trasse bis Karlstadt am Main, mit fünf Anschlussstellen, zuletzt Karlstadt-Ost.[212]
    •   EnzlarBad Brückenau. Im Abschnitt zwischen A 3, Anschlussstelle Wiesentheid und Schweinfurt-Hafenkreuz kreuzungsfreie Schnellstraße. In diesem Abschnitt von Gerolzhofen bis zur Anschlussstelle Schwebheim dreistreifig, mit abwechselnder Überholspur und ab da bis Hafenkreuz vierstreifig.
    •   A 7, Anschlussstelle WasserlosenSchirnding (Tschechische Grenze bei Eger). Zwischen der A 70 bei Schweinfurt und dem Coburger Land auf neuer Trasse, ohne Ortsdurchfahrten, aber nicht kreuzungsfrei.

    RadwegeBearbeiten

    Die Stadt besitzt, besonders im westlichen Bereich, ein dichtes Radwegenetz und liegt an drei Radfernwegen. Der 600 Kilometer lange Main-Radweg wurde 2008 als erster deutscher Radfernweg vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) mit fünf Sternen ausgezeichnet.[213] Ferner liegt die Stadt am Main-Werra-Radweg und am Werntal-Radweg.

    LuftverkehrBearbeiten

    Schweinfurt liegt zwischen dem Frankfurter Flughafen (118 km westlich) und dem Nürnberger Flughafen (85 km südöstlich). Wegen dieser Nähe gibt es dazwischen keinen Regionalflughafen, obwohl um 1970 unweit westlich des heutigen Autobahnkreuzes Schweinfurt/Werneck ein Regionalflughafen angedacht war. Um Schweinfurt liegen drei Flugplätze:

    EnergieversorgungBearbeiten

    Die Stadtwerke Schweinfurt betreiben in der Stadt und einigen Randgemeinden ein Stromnetz, Methangasnetz, Fernwärmenetz und ein Kabelnetz. Der Strom wird an der Börse in Leipzig gekauft und die Stadtwerke sind Miteigentümer des Wasserkraftwerkes an der Schweinfurter Main-Staustufe. Das Gas wird vollständig zugekauft. Die Fernwärme wird von der Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt GmbH bezogen, die am Schweinfurter Hafen das Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt (GKS) betreibt. Neben den Stadtwerken werden damit die größeren Industriebetriebe mit Heißdampf versorgt.

     
    Kernkraftwerk Grafenrheinfeld, 2015 stillgelegt, hier noch im Betrieb

    Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG), das sich 3,4 km südwestlich von der Stadtgrenze befindet, wurde 2015 stillgelegt. Bis ca. Ende 2020 ist die Brennelementefreiheit geplant und der anschließende nukleare Rückbau bis Ende 2033. Danach beginnt der konventionelle Abriss der Gebäude und Kühltürme, der um 2035 beendet sein soll. Die schwach- und mittelradioaktiven Stoffe soll der Schacht Konrad bei Salzgitter als Endlager aufnehmen. Da er noch nicht zur Verfügung steht wurde am KKG eine Bereitstellungshalle (BeHa) errichtet. Die hochradioaktiven Abfälle werden im 2006 am KKG erbauten Zwischenlager, dem Brennelementbehälterlager (BELLA), gelagert. Es hat eine Laufzeit von 40 Jahren. Wo danach die radioaktiven Abfälle hinkommen steht noch nicht fest, da es noch kein zentrales Endlager gibt. Die beiden Gebäude BeHa und BELLA werden das Einzige sein, was nach dem Abbruch vom KKG übrigbleibt.[214] Rückbau und Abbruch werden voraussichtlich 1,2 Milliarden Euro kosten. E.ON hat bislang (2020) noch kein Konzept, was danach mit dem Werksgelände geschehen soll.[215][216]

    Einer der wichtigsten deutschen Leitungsknoten der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung befindet sich am Kernkraftwerk und am gegenüberliegenden Mainufer bei Bergrheinfeld. Er bleibt bestehen und wird seit Anfang 2015 weiter ausgebaut, als ein Ende der geplanten Stromtrasse Suedlink, als erstes Großprojekt in Erdverkabelung.[217][218]

    KlimaschutzBearbeiten

    Die Stadt Schweinfurt besitzt 1230 Hektar Wald, dazu 526 Hektar von der Hospitalstiftung. Laubholz dominiert: „Eiche und Buche sind geschwächt und der Esche droht ob einer Pilzkrankheit der schleichende Totalausfall. Die "Seltenen Baumarten" Hainbuche, Feldahorn, Speierling und Elsbeere dagegen kommen mit den klimatischen Bedingungen vergleichsweise gut zurecht.“[29]

    Die Baumschutzverordnung für die Stadt wurde 2018 abgeschafft, da ein Bürgerentscheid für ihren Erhalt am Quorum scheiterte.[219] 25.000 Stadtbäume (2019) gibt es insgesamt an Straßen und in Parks, ohne Privatgrundstücke und den Stadtwald. Darunter ca. 6.600 Ahornbäume, 4.000 Linden, 2.000 Eichen, 1.830 Hainbuchen, 1.800 Eschen, 1.140 Platanen und 900 Robinien. Als längerfristiges, größeres Projekt zur Verbesserung des Stadtklimas sind Baumpflanzungen im gesamten Bereich zwischen Hauptfriedhof und Hauptbahnhof geplant.[30]

    Am 1. Januar 2019 waren für die Stadt 40.494 Fahrzeuge zugelassen, darunter 92 reine Elektrofahrzeuge und 81 Plug-in-Hybrid-Autos. „Im Bundesschnitt steht die Stadt damit sehr gut da, im Ganzen betrachtet sieht man aber, wie viel noch zu tun ist.“[220]

    Wissenschaft und BildungBearbeiten

    Nationale Akademie der WissenschaftenBearbeiten

    In der seinerzeitigen Reichsstadt Schweinfurt wurde 1652 die 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften erhobene Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina von vier Ärzten gegründet (benannt nach Kaiser Leopold I.). Sie hat heute ihren Sitz in Halle (Saale) und ist die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt.[18] Die Gründung erfolgte einige Jahre bevor die entsprechenden Gesellschaften in London (Royal Society) und Paris (Académie des sciences) gegründet wurden. Das Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt erinnert an diese Gründung. Der ebenfalls in Halle ansässige Freundeskreis der Leopoldina hält seine Jahresveranstaltungen alle vier Jahre in Schweinfurt ab.

    Hochschule für angewandte WissenschaftenBearbeiten

     
    Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, Abteilung Schweinfurt, Auditorium Maximum

    In der Schweinfurter Abteilung der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt studieren derzeit (WS 2018/19) 2.915 Studenten. Einen Rekord gab es dabei mit 1.014 Studienanfängern.[221] Die Hochschule entstand 1971 durch den Zusammenschluss des Schweinfurter Balthasar-Neumann-Polytechnikums mit der Würzburger Höheren Wirtschaftsschule und Werkkunstschule.[222] Sie wird auch Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) genannt und ist mit insgesamt ca. 9000 Studenten viertgrößte Fachhochschule Bayerns. In Schweinfurt wurde 2011 östlich des Campus 1 der Campus 2 am nordwestlichen Rand der Innenstadt eröffnet.

    i-CampusBearbeiten

     
    Baugrube des i-Campus Schweinfurt Januar 2018

    2017 begannen auf dem Areal der einstigen Ledward Barracks, wo derzeit der neue Stadtteil Carus-Park entsteht, die Bauarbeiten für einen weiteren Campus der Fachhochschule, im Rahmen der Internationalisierung der Hochschule, die FHWS i-Campus genannt wird.[223] Hier entsteht der internationale Hochschulcampus i-Campus Schweinfurt. Erste englischsprachige Vorlesungen für Studenten aus aller Welt begannen bereits im Wintersemester 2014/15 im bestehenden Campus 1. Ein Studentendorf wird angegliedert,[224] ein erstes Gebäude wurde bereits bezogen.

    Die Abteilung Schweinfurt der FHWS hat sich auf die MINT-Fächer spezialisiert, was im i-Campus fortgeführt werden soll.[225] Hier soll auch der bundesweit erste Studiengang Roboting etabliert werden.

    Die i-Factory soll auch Unternehmen direkten Zugang zu innovativen Forschungseinrichtungen der FHWS in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik und Mechatronik ermöglichen.[225] Die zusätzlichen Projekte i-Company und Industrie on Campus sehen eine weitere Zusammenarbeit mit Unternehmen und deren direkten Zugang zu Forschungseinrichtungen der Hochschule, bis hin zur Verschmelzung von Industrie und Hochschule vor.[225] Der Vorlesungsbetrieb im neuen Campus soll 2019 beginnen[226] und im Endausbau Raum für 2.000 bis 3.000 Studenten aus aller Welt geboten werden.

    Fraunhofer InstitutBearbeiten

     
    Fraunhofer Institut

    Die digitale Fabrik i-Factory ist derzeit am i-Campus in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut im Aufbau. Die i-Factory und das neu angesiedeltes Fraunhofer-Institut wurden zunächst im Headquarter der einstigen Ledward Barracks untergebracht.[227]

    Uni-LehrkrankenhausBearbeiten

    Das Klinikum der Stadt Schweinfurt Leopoldina-Krankenhaus ist akademisches Lehrkrankenhaus der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Die Leo Academie am Leopoldina-Krankenhaus bietet Mitarbeitern und externen Teilnehmern Fort- und Weiterbildungsprogramme in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen an. Mit Dozenten aus den eigenen Kliniken und externen Lehrkräften.[228]

    SchulenBearbeiten

    Schweinfurt ist eine Schulstadt, mit derzeit rund 19.000 Schülern in ca. 50 Schulen.[229]

     
    Musikschule

    Von den acht staatlichen Grundschulen beherbergen drei eine Mittelschule. Daneben gibt es eine private Grund- und Mittelschule, in der nach der Montessoripädagogik unterrichtet wird, zwei Realschulen und die Private Real- und Wirtschaftsschule O. Pelzl.

    Abitur, die Fachhochschulreife oder das Internationale Abitur kann man in neun Schulen erlangen: in fünf Gymnasien, dem Bayernkolleg Schweinfurt, der Fachoberschule, der Berufsoberschule und der englischsprachigen International School Mainfranken. Das Celtis-Gymnasium wurde 1632 auf Weisung des Schwedischen Königs Gustav II. Adolf als Gymnasium Gustavianum gegründet. Das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium war in den 1970er Jahren mit über 2.000 Schülern größtes Gymnasiums Bayerns. Die englischsprachige International School Mainfranken ist als IB World School von der International Baccalaureate Organization (IBO) zertifiziert und bietet Schülern nach der 10. Jahrgangsstufe den internationalen mittleren Schulabschluss IGCSE und nach der 12. Klasse das International Baccalaureate Diploma (IB-Diploma), vergleichbar mit einem internationalen Abitur, das in über 110 Ländern anerkannt wird.[230] Eine Besonderheit stellt das private Lyzeum der Republik Griechenland dar. Der Schulträger ist das Bildungsministerium Griechenlands und der Schulaufwandsträger die Republik Griechenland.

    Die fünf Förderschulen bieten unterschiedliche Förderschwerpunkte an. Es gibt vier Berufsschulen, davon eine zur sonderpädagogischen Förderung, eine BDS-AzubiAkademie und eine Fachakademie für Sozialpädagogik. Die Musikschule wurde im Jahr 1872 gegründet und zählt mittlerweile zu den größten Bayerns.[231][232]

    Gymnasien

    Internationale Schule

    Schulen des Zweiten Bildungsweges

    • Bayernkolleg
    • Friedrich-Fischer-Schule (FOS/BOS)

    Realschulen

    • Walther-Rathenau-Realschule
    • Wilhelm-Sattler-Realschule
    • Private Realschule Pelzl
    • Private Wirtschaftsschule Pelzl

    BibliothekenBearbeiten

    Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

    GesundheitswesenBearbeiten

    Das Leopoldina-Krankenhaus (Volksmund: Leo) ist ein städtisches Akutkrankenhaus der Schwerpunktversorgung für die ganze Region, mit rund 2.000 Mitarbeitern, über 700 Planbetten, 15 bettenführenden Fachabteilungen, 6 Instituten und 12 Dialyseplätzen (siehe auch: Uni-Lehrkrankenhaus). 2019 wurde das Leo im Klinikvergleich des Nachrichtenmagazins Focus als „Top regionales Krankenhaus“ ausgezeichnet und die Neurologie bei der Behandlung von Schlaganfällen zu den „Top 100“ gezählt.[233] Auf dem Campus befinden sich zudem ein Medizinisches Versorgungszentrum (Ärztehaus) mit vier Fachrichtungen, bei denen die Innere Medizin wiederum zehn spezielle Fachbereiche umfasst sowie weitere Institute.

    Das Krankenhaus St. Josef (Volksmund: Josefskrankenhaus) ist ein katholisches Krankenhaus mit 260 Betten und 7 bettenführenden Fachabteilungen. Unweit des Krankenhauses, in der ehemaligen Frauenklinik Dr. Knüpffer, befindet sich die Palliativstation des Josefskrankenhauses, dem ebenfalls ein größeres Ärztehaus mit sieben Fachpraxen angegliedert ist.

    Die Tagesklinik für Psychiatrie Schweinfurt ist eine Außenstelle des Krankenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck. Die Außenstelle verfügt über 20 Betten. Der Vorort Werneck ist das Klinikzentrum des Landkreises Schweinfurt, wo sich zwei weitere Kliniken befinden.

    Die Augenklinik Mainfranken im Rückert Center führt ambulante Operationen und Behandlungen im großen Spektrum der Augenheilkunde durch.

    Das Ambulante Reha-Centrum am Hainig befasst sich mit Wiederherstellung und Erhalt der Beweglichkeit.

    In Schweinfurt kommen auf einen Arzt, einschließlich Psychotherapeuten, 356 Einwohner. Das ist ein Mittelwert, der zwischen den vergleichbaren Nachbarstädten Bamberg (277, Platz 1 in Deutschland) und Aschaffenburg (392) liegt (jeweils 2018).[234]

    BehördenBearbeiten

     
    Bayerisches Landesamt für Statistik, Dienststelle Schweinfurt
     
    Hauptzollamt Schweinfurt

    Die Zuständigkeitsbereiche mehrerer in Schweinfurt angesiedelter Behörden erstrecken sich teilweise weit über die Region hinaus. In den 1990er Jahren wurde das Bayerisches Landesamt für Statistik aus München nach Schweinfurt teilverlegt. 2020 kündigte die bayerische Staatsregierung eine weitere Behördenverlagerung an, eine Bearbeitungsstelle des Finanzamts München mit 300 Stellen soll in Schweinfurt angesiedelt werden.[235]

    GerichteBearbeiten

     
    Justizpalast: Land- und Amtsgericht

    Schweinfurt gehört zum Gerichtsbezirk des Oberlandesgerichts Bamberg. Schweinfurt ist Sitz mehrerer Gerichte unterschiedlicher Instanzen. In den 1990er Jahren wurde ein bayerisches Landesgericht aus München nach Schweinfurt teilverlegt.

    JustizvollzugsanstaltBearbeiten

    In Schweinfurt befindet eine Justizvollzugsanstalt (JVA) mit 84 Haftplätzen. Hier werden Untersuchungshaft- und Freiheitsstrafen im Erst- und Regelvollzug bis zu sechs Monate für den Landgerichtsbezirk Schweinfurt sowie Freiheitsstrafen im gleichen Umfang für den Amtsgerichtsbezirk Gemünden vollzogen.[236] Auf dem Gelände der JVA in der Altstadt, an der westlichen Stadtmauer, wurde erstmals 1884 ein Gefängnis errichtet, das im letzten Krieg zerstört wurde. Ab 1945 diente der Hochbunker A4 (Goethebunker) im Musikerviertel als Notgefängnis, bis 1957 das heutige Gebäude an einstiger Stelle fertiggestellt war.[237][236]

    JugendhilfeeinrichtungBearbeiten

    Das Haus Marienthal ist eine Jugendhilfeeinrichtung mit nahezu 170-jähriger Tradition. 1849 besuchte Johann Hinrich Wichern, der Gründer der Inneren Mission, auch Schweinfurt. Er hatte in Hamburg das Rauhe Haus zur Rettung verwahrloster Kinder errichtet. 1854 wurde auf Initiative von Ludwig von Jan das Schweinfurter Waisen- und Rettungshaus eingeweiht. Seit 2000 gehören sämtliche Schülerhorte der Stadt Schweinfurt zum Haus Marienthal. Die einstmals protestantische Stiftungsschule wird heute noch von historischen, evangelischen Vororten (Reichsdörfer und Reichsritterschaften) unterstützt.

    FeuerwehrenBearbeiten

    In der Stadt sind mehrere Feuerwehren ansässig. Die Ständige Wache Schweinfurt, die Freiwillige Feuerwehr Schweinfurt und die Werkfeuerwehren von Schaeffler, SKF und ZF Friedrichshafen. Zudem gab es bis zur Auflösung der U.S. Army Garrison Schweinfurt im Jahre 2014 eine amerikanische Feuerwehr.

    SportBearbeiten

     
    Bundespräsident K. Carstens 1982 mit Fahrradsportler aus Schweinfurt

    Schweinfurt galt als Stadt des Sports. Diese Bezeichnung wird auch heute noch manchmal verwendet, obwohl der Sport hier seit Jahrzehnten keine überregionale Rolle mehr spielt.

    VereineBearbeiten

     
    Ellertshäuser See, rechts Segelclub Ellertshäuser See Schweinfurt (SCES)

    In der Stadt gibt es 76 Sportvereine und Betriebssportgemeinschaften (2020).[31] Mehrere herkömmliche Sportvereine, insbesondere mit Fußballabteilungen, wurden allerdings, wie vielerorts, durch die Demografie dezimiert und mussten teilweise neu organisiert werden. Viele Tennisanlagen wurden in Folge der Konkurrenz durch den Golfboom rückgebaut oder verwahrlosten.

    Der älteste Verein der Stadt ist die Bürgerliche Schützengesellschaft 1433 Freischütz von 1875 e.V. Sie bestand vermutlich schon vor 1433. Noch vor Erfindung des Schießpulvers entstand hier ein Verein für Armbrustschützen.[238] In der Tradition der Fußballstadt steht der 1. FC Schweinfurt 05 (siehe: Fußball). Die beiden größten Vereine sind jedoch die Turngemeinde Schweinfurt 1848 mit ca. 3.000 Mitgliedern[239] und außerhalb herkömmlicher Sportvereine die Sektion Schweinfurt des Deutschen Alpenvereins mit 3.805 Mitgliedern (2018),[240] sie betreibt die Schweinfurter Hütte in den Stubaier Alpen und die Hütte an der Haselstaude in der Schweinfurter Rhön sowie das DAV-Kletterzentrum Schweinfurt.[241] Weitere Traditionsvereine sind der Schweinfurter Ruder-Club Franken von 1882 und die 1. Radfahrer-Vereinigung 1892 Schweinfurt. Ferner ist der ERV Schweinfurt zu nennen, mit seiner Eishockey-Mannschaft Mighty Dogs. Die beiden letztgenannten Vereine stehen auch in Verbindung mit der Fahrrad- und Rollschuh-Tradition der Stadt, in der Fahrräder, Skateboards, Inlineskates und dazugehörige Kugellager hergestellt wurden bzw. werden. Das Angebot im Wassersport rundet der Segelclub Ellertshäuser See Schweinfurt (SCES) ab.

    Siehe auch: Golfplätze

    Willy-Sachs-StadionBearbeiten

     
    Willy-Sachs-Stadion vor einem Popkonzert 2013

    Das Willy-Sachs-Stadion wurde 1936, eine Woche vor den Olympischen Spielen in Berlin, als Volkspark eröffnet. Es besitzt eine Tribüne im Bauhausstil und die gesamte Anlage, einschließlich Tennisplätzen mit Clubhaus, steht unter Denkmalschutz. Am Namen des Stadions wird immer wieder bundesweit wegen der Verbindungen des Stadionstifters Willy Sachs zum Nationalsozialismus Kritik geübt. Bei der Einweihung waren die mit Willy Sachs befreundeten Heinrich Himmler und Hermann Göring anwesend. Der Sportpark mit seinem alten Baumbestand wurde nach dem Krieg erweitert und hat zusammen mit den Sportanlagen benachbarter Vereine und den ehemals amerikanischen Sportanlagen (siehe: U.S. Army Garrison Schweinfurt) eine Fläche von etwa einem halben Quadratkilometer.

    „Die Stadien unserer Zeit zeichnen sich durch Kurzlebigkeit aus. Nur noch das Willy-Sachs-Stadion in Schweinfurt und das Volkspark-Stadion in Bamberg vermitteln bis heute ein Gefühl von der Bedeutung des Sports in den 20er und 30er Jahren, in denen er in einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel eingebettet war […] Das Willy-Sachs-Stadion entspricht von der Konzeption her der Idee der Freiluftsportanlage, wie sie in den 20er-Jahren häufig in Deutschland realisiert wurde. Die Anlage war als Volkspark und Aufenthaltsort für Familien gedacht.“[242]

    Anfang der 1960er Jahre, als das Willy-Sachs-Stadion noch zu den größten Sportparks in der Bundesrepublik Deutschland gehörte, war geplant, das Bundesleistungszentrum für Leichtathletik dort zu errichten. Es wurden bereits Baupläne für eine große Sporthalle nördlich des Stadions veröffentlicht. Das Leistungszentrum wurde dann jedoch in Hannover verwirklicht.

    Siehe auch: Leichtathletik und Faustball

    FußballBearbeiten

    Der 1. FC Schweinfurt 05 stellte mit Andreas Kupfer den ersten Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland im Spiel gegen die Schweiz am 22. November 1950 vor 103.000 Zuschauern. Am 12. Mai 1937, vier Tage vor der Geburtsstunde der Breslau-Elf, stellte der FC 05 in einem Testspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Manchester City im Willy-Sachs-Stadion die gesamte Läuferreihe mit Andreas Kupfer, Albin Kitzinger (beide FC 05) und Robert Bernard (VfR 07 Schweinfurt). Die größten Erfolge des Vereins waren das Erreichen der Endrunden für die deutsche Meisterschaft 1939 und 1942 sowie 1936 das Erreichen des Halbfinales im Tschammerpokal, wie der DFB-Pokal damals hieß. In den 1930er und Anfang der 1940er Jahre war der FC 05 nach dem 1. FC Nürnberg die Nummer 2 im bayerischen Fußball. Seit 1931 spielte der FC 05 ohne Unterbrechung in der höchsten nationalen Spielklasse, bis zur Einführung der 1. Bundesliga im Jahre 1963, als der Verein zweitklassig wurde. Zweimal misslang danach der Versuch in die 1. Bundesliga aufzusteigen. Ein Jahr nachdem der FC Bayern München Meister der Regionalliga Süd wurde und aufstieg, wurde 1966 der FC 05 Meister dieser Liga und scheiterte in der Aufstiegsrunde. Der Verein wurde 1974 Gründungsmitglied der 2. Fußball-Bundesliga und gleich in der ersten Saison verpasste er knapp bei Punktgleichheit die beiden Relegationsspiele zur 1. Bundesliga. In der Saison 2001/02 gehörte der Verein zum dritten und bisher letzten Mal der 2. Liga an. Seitdem spielte er in diversen Amateurligen, derzeit (2019/20) in der Fußball-Regionalliga Bayern.

     
    Andreas Kupfer und Albin Kitzinger,
    beide vom FC 05; die einzigen Deutschen in der ersten Weltelf 1938

    Der italienische Doppelweltmeistertrainer Vittorio Pozzo stellte erstmals eine Europäische Fußballauswahl zusammen, die am 26. Oktober 1938 im Highbury in London gegen England spielte. In dieser ersten Weltelf der Fußballgeschichte waren zwei Deutsche vertreten, Andreas Kupfer und Albin Kitzinger, beide vom FC 05.

    Der Lokalrivale VfR 07 Schweinfurt (VfR 07) spielte von 1939 bis 1941 ebenfalls in der höchsten Spielklasse, der Gauliga Bayern, im Stadion am Hutrasen. Der größte Erfolg des Vereins war 1940 das Erreichen der zweiten Hauptrunde im Tschammerpokal, in der der VfR 07 gegen Rapid Wien ausschied.

    Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war Schweinfurt Gastgeber der Tunesischen Nationalmannschaft. Sie wurde Dritter der Gruppe H und erreichte das Achtelfinale nicht.

    Eis- und RollhockeyBearbeiten

    Der Eislauf- und Rollschuhverein ERV Schweinfurt hat die derzeit mit Abstand führende Rollhockey-Abteilung Bayerns. Der ERV ist 14facher Meister der 2. Rollhockey-Bundesliga-Süd, spielte auch in der 1. Rollhockey-Bundesliga und stellte einige Zeit die meisten Rollhockey-Nationalspieler. Die Mannschaft hat sich für die neu gegründete eingleisige 2. Bundesliga ab April 2017 qualifiziert, dominierte die Liga und wurde mit großem Punktabstand Meister. Zudem gewann sie 2017 zum vierten Mal in Folge die bayerische Meisterschaft, wo sie als einziger Verein mit der ersten und zweiten Mannschaft teilnahm.

    Die größten Erfolge der Eishockey-Mannschaft (seit 2003 Mighty Dogs) des ERV Schweinfurt waren zwei Spielzeiten in der 2. Liga Süd von 1994 bis 1996, die Meisterschaft in der Oberliga Süd/Ost 2003 und die dreimalige Bayerische Eishockey-Meisterschaft 1990, 2009 und 2012. Die Spielstätte der Eishockey-Abteilung ist der überdachte Icedome neben dem Willy-Sachs-Stadion, mit einer Kapazität von 3.000 Zuschauern.

    LeichtathletikBearbeiten

    Zu den Olympischen Spielen 1960 in Rom fanden für die gesamtdeutsche Olympiamannschaft zum ersten Mal Ausscheidungswettkämpfe statt. Die Leichtathletik-Vorentscheidungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR wurden im Willy-Sachs-Stadion ermittelt. Zu diesen Olympischen Spielen wurde auch die gesamtdeutsche Olympiaflagge eingeführt (Schwarz-Rot-Gold mit weißen olympischen Ringen im roten Streifen).

    FaustballBearbeiten

    Die Faustball-Weltmeisterschaft 1972 der Männer fand im Willy-Sachs-Stadion statt, in der die Bundesrepublik Deutschland Weltmeister wurde, vor Brasilien und Österreich. Im selben Stadion gewann die Schweiz die Faustball-Europameisterschaft 2012 der Männer, vor Österreich und Deutschland.

    RegattastreckeBearbeiten

    Der Schweinfurter Ruder-Club Franken von 1882 unterhält eine 1000 Meter lange Regattastrecke auf dem Main. Sie ist neben der Olympiaanlage in Oberschleißheim eine der beiden bayerischen Regattastrecken. In den geraden Jahren finden die Bayerischen Meisterschaften im Rudern auf der Olympiaanlage statt und in den ungeraden Jahren in Schweinfurt, wo auch schon die deutschen Sprintmeisterschaften, der deutsche Rudertag und das deutsche Ruderwandertreffen ausgetragen wurden.[243]

    FreizeitBearbeiten

    Promenaden, Strände und FreizeitbadBearbeiten

     
    Badesee am Schwebheimer Wald, im Süden der Stadt
    • Mainpromenaden mit Bootsvermietung mit speziellen Grillbooten.
    • Stadtstrand Schweinfurt, in der Mainbastion der Stadtmauer.
    • Baggersee am Schwebheimer Wald, mit 1 km langem Badestrand (teilweise Sandstrand), mit einer Gesamtfläche von 60 Hektar, dem 26 Hektar großen Badesee, Beachvolleyball, Bootsvermietung, Kinderspielplätzen und Beachcafe.[244]
    • Vier weitere Badeseen und eine Badebucht unweit der südlichen Stadtgrenze.[245]
    • Silvana Hallenfreibad und Freizeitbad, am Wildpark an den Eichen.

    KletternBearbeiten

    • D.A.V. Kletterhalle, am Wildpark an den Eichen
    • Hochseilgarten am Baggersee am Schwebheimer Wald

    GolfplätzeBearbeiten

    Im Raum Schweinfurt gibt es eine hohe Dichte an Golfplätzen, die Stadt liegt in der Golf-Region Franken.[246] Die nächstgelegenen Anlagen befinden sich nordöstlich der Stadt, in sommerkühleren Höhenlagen, an Waldrändern in der Schweinfurter Rhön:

    • Golf Club Schweinfurt in Löffelsterz (380–400 m ü NN): Golfplatz (18 Loch), öffentlicher Golfplatz (6 Loch), öffentliche Driving Range
    • Golfakademie am Funkturm in Hoppachshof (420 m ü NN): öffentlicher Golfplatz (3 Loch), öffentliche Driving Range

    WanderwegeBearbeiten

     
    Kreuzberg, Rhön (928 m)
    45 km nördlich von Schweinfurt

    Die Schweinfurter Rhön zieht sich bis ins nordöstliche Stadtgebiet, wo ein dichtes Wanderwegenetz durch weithin unbesiedeltes Gebiet beginnt.[247] 15 km Spazier- und Wanderwege gibt es allein im Stadtwald.[31] Ein zusammenhängendes Wegesystem führt darüber hinaus zu Bayerns größtem Nationalen Naturerbe am Brönnhof, zum Ellertshäuser See und bis in die Nachbarlandkreise Bad Kissingen und Haßberge.

    In der Stadt beginnen drei Fernwanderwege Richtung Norden und Nordosten, durch dünn besiedelte Naturräume und Naturparks:

    WintersportBearbeiten

    Der Icedome ist ein Eisstadion für 3.000 Zuschauer. Eine Natureisbahn befindet sich an der Ludwigsbrücke und eine Rodelbahn am Wildpark an den Eichen, die hinunter zum Zellergrundbach führt. Kleinere Wintersportmöglichkeiten in der Schweinfurter Rhön fielen der Klimaerwärmung zum Opfer. Eine Autostunde nördlich der Stadt, in der Rhön, bestehen nach wie vor vielfältige Wintersporteinrichtungen: unweit des Schweinfurter Hauses liegt das hessische Skilanglaufzentrum mit öffentlichen Loipen auf ca. 800 m ü. NN. Eineinhalb Autostunden nördlich Schweinfurts, an der Autobahn 71, liegt auf dem Thüringer Wald der internationale Wintersportort Oberhof, mit der Rennsteig-Arena für 13.000 Zuschauer, mit Weltcups und Weltmeisterschaften.

    FerienstraßeBearbeiten

    Schweinfurt liegt am nordöstlichen Ende des größeren, unterfränkischen Teils der Bocksbeutelstraße. Sie führt von der Stadt nach Süden, entlang des Mains, vorbei an den beiden größten Weinorten des Landkreis Schweinfurts Stammheim und Wipfeld und weiter zum nahen Zentrum des Fränkischen Weinlands, der Volkacher Mainschleife[248] (siehe auch: Weinbau).

    Reisemobil- und CampingplätzeBearbeiten

    In Folge der zentral in der Touristikregion Mainfranken gelegenen Stadt gibt es im näheren Umfeld zahlreiche Reisemobil-Stellplätze. Ein kombinierter Reisemobil- und Campingplatz (Stadtcamping Schweinfurt) liegt an der westlichen Stadtgrenze am Hainig, ein weiterer Reisemobil-Stellplatz am Hutrasen, südlich des Naturschutzgebietes Saumain und ein weiterer Campingplatz kurz hinter der südöstlichen Stadtgrenze, am Schwebheimer Wald, auf Sennfelder Gebiet.

    WissenswertesBearbeiten

    Theodor Fischer: ein Vater des Bauhauses

     
    Wirsing Villa Schweinfurt,
    Theodor Fischer 1909

    Der am 28. Mai 1862 in Schweinfurt geborene Theodor Fischer, der in Schweinfurt das heutige Celtis-Gymnasium besuchte, wurde „als einflussreichster und bedeutendster Architekt vor dem Ersten Weltkrieg“ bezeichnet.[249] Fischer wandte sich von seiner Mitarbeit (1886 bis 1889) am Berliner Reichstagsgebäude unter Paul Wallot ab, distanzierte sich vom Historismus und galt schließlich als ein Vater der Moderne und des Bauhauses. Seine Gedanken im Manifest für die deutsche Baukunst wurden Grundlage für das Bauhaus-Manifest. 1932 sowie in einer Rede im Oktober 1933 vor versammelter NS-Prominenz appellierte er vergeblich für den Erhalt des Bauhauses.

    Erfindung des schnürlosen Fußballs

    1920 erfand der Schweinfurter Fritz Stöcklein den schnürlosen VAU-DE-Es-Fußball mit Rückschlagventil.[250]

    Erstes Bodybuilding-Studio Deutschlands

    Der US-Amerikaner Harry Gelbfarb wurde 1951 zur Armee eingezogen und später in Schweinfurt stationiert, wo er seine spätere Frau Elly Böttcher, eine Sportlehrerin und Leichtathletin kennen lernte. Nach seiner Armeezeit traf er in Kalifornien bekannte Bodybuilder und eröffnete danach 1956 in Schweinfurt das erste Bodybuilding-Studio Deutschlands. 1959 gründete er mit Mitgliedern seines Studios den ersten deutschen Bodybuilding-Verband (DKB). 1981 organisierte Gelbfarb in seinem Schweinfurter Studio die ersten deutschen Meisterschaften im Kraftdreikampf der Frauen. Für die ersten Frauenmeisterschaften im Bodybuilding formulierte Gelbfarb die Richtlinien mit. Gelbfarb hat „das moderne Zeitalter dieser Sportart in Deutschland eingeleitet“.[251]Sie waren zu siebt, als Harry Gelbfarb im Jahr 1959 den ersten deutschen Bodybuilding-Verband gründete. Ein halbes Jahrhundert später sind es sieben Millionen Menschen, die in Fitnessstudios ihre Kraft mit Gewichten und Maschinen trainieren“.[252]

    Ludwig Mies van der Rohe und Schweinfurt

     
    Neue Nationalgalerie Berlin, Rückgriff auf einen Entwurf des Museums Georg Schäfer

    40 Jahre vor der Eröffnung des Museum Georg Schäfer (MGS) beauftragte der Schweinfurter Industrielle Dr. Georg Schäfer Ludwig Mies van der Rohe für die Planung eines Museums für seine damals bereits bedeutende Privatsammlung. Der Entwurf von 1960/61 sah einen gläsernen, stützenlosen, eingeschossigen Hallenraum mit einer Stahlkonstruktion vor und sollte im Fichtelsgarten, einem Abschnitt der nördlichen Schweinfurter Wallanlagen, errichtet werden. Der damalige von der SPD dominierte Stadtrat lehnte das Geschenk des Industriellen für seine Heimatstadt wegen der zu übernehmenden Unterhaltskosten ab. Daraufhin verwirklichte Mies van der Rohe die Idee in größeren Abmessungen als Neue Nationalgalerie in Westberlin an der Potsdamer Straße in den Jahren 1965 bis 1968. Es ist das einzige Bauwerk, das Mies van der Rohe in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg umsetzte und gilt als Meisterwerk am Ende seiner langen Laufbahn. Die Bauleitung hatte sein Enkel Dirk Lohan, der mit Heidemarie Schäfer, der Tochter von Georg Schäfer, verheiratet war.[253] Wegen seiner Beziehungen zu Schweinfurt fand neben seiner Geburtsstadt Aachen im MGS von Ende Februar bis Ende Mai 2017 die einzige Ausstellung in Deutschland mit Collagen Van der Rohes als Leihgabe des Museum of Modern Art (MoMA) aus New York statt.[254]

    Gunter Sachs

     
    Schloss Mainberg bei Schweinfurt, Geburtsort von Gunter Sachs

    Gunter Sachs wurde auf Schloss Mainberg bei Schweinfurt am 14. November 1932 geboren. Er war in den 1960er und 1970er Jahren als Prototyp des Gentleman-Playboys bekannt. Nach seiner Liaison mit der persischen Ex-Kaiserin Soraya 1962 war er von 1966 bis 1969 mit der französischen Filmschauspielerin Brigitte Bardot verheiratet. Der Fotograf und Kunstsammler führte das Nachkriegsdeutschland aus seiner Provinzialität, machte die Pop Art salonfähig und entdeckte Andy Warhol.[255] Er gehörte bis Mitte der 1980er Jahre dem Aufsichtsrat der Sachs-Gruppe in Schweinfurt an. Um den Jahreswechsel 2013/14 war in der Kunsthalle Schweinfurt die Sammlung Gunter Sachs, u. a. mit Werken von Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Salvador Dalí und Max Ernst zu sehen. Die Ausstellung verstand sich „als eine Hommage der Familie Sachs an ihre Wurzeln“.[256]

    Beinamen

    Schweinfurt gilt als Kugellagerstadt oder Welthauptstadt der Kugellager. Der mittlerweile ebenfalls bundesweit bekannte Spitzname für den 1. FC Schweinfurt 05 Schnüdel wird in der Stadt als Bezeichnung für den Verein und im Umland zudem als Spottname für die Schweinfurter benutzt. Der Name wurde von der Verschnürung des Fußballs abgeleitet,[250] die wiederum ein Schweinfurter überflüssig machte (siehe: Fritz Stöcklein).

    PersönlichkeitenBearbeiten

    Zu Schweinfurts Ehrenbürgern gehört Otto von Bismarck (1895). Aus der Stadt stammen Judith von Schweinfurt, (Königin von Ungarn (?), beigesetzt im Veitsdom), Friedrich Rückert (Dichter und Orientalist), Theodor Fischer (Architekt und ein Vater des Bauhauses), Andreas Kupfer, Albin Kitzinger (einzige Deutsche in der ersten Weltelf der Fußballgeschichte 1938), Stefan Marquard (Starkoch) und der „gefallene Star“[257] Jürgen Höller (Autor und Motivationstrainer). Gunter Sachs (bekanntester Playboy, Fotograf, Kunstsammler und Ehemann von Brigitte Bardot) wurde im an Schweinfurt angrenzenden Mainberg geboren. Daneben war die Stadt aber auch Anziehungspunkt und Teil des Lebens bekannter Personen, wie Ernst Sachs (Erfinder und Industrieller), Klaus Ernst (Mitbegründer der Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative und Vorsitzender von Die Linke) oder Tommy Jaud (Autor). Familiäre, berufliche oder sonstige Bezüge zu Schweinfurt haben Ludwig Mies van der Rohe, Michael Glos und Sarah Kreuz.

    LiteraturBearbeiten

    alphabetisch nach Autoren geordnet

    WeblinksBearbeiten

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    VideosBearbeiten

    Einzelnachweise und AnmerkungenBearbeiten

    1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
    2. a b c d e f Dr. Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein, Lehrbeauftragter für bayerische Namenkunde der Ludwig-Maximilians-Universität München. Abhandlung veröffentlicht durch Michael Unrath in: Schweinfurtführer Mein Schweinfurt: Geschichte. Abgerufen am 15. Mai 2016.
    3. Museum Georg Schäfer Kunsthalle Schweinfurt und weitere Museen
    4. a b Citypopulation.de. Abgerufen am 23. September 2018.
    5. a b Das Gesamteinzugsgebiet bezogen auf den Standort Stadtgalerie Schweinfurt beträgt nach Angabe von ECE Projektmanagement 758.974 Einwohner ECE Stadtgalerie Schweinfurt. Abgerufen am 13. August 2019.
    6. a b Territoriale Verhältnisse in Unterfranken 1792. (PDF) Abgerufen am 14. Februar 2018.
    7. mainpost.de: Ruinen mit Leben füllen, 2. August 2016. Abgerufen am 22. September 2019.
    8. a b mainpost.de: Zurück zum Wein, 26. September 2014. Abgerufen am 25. Dezember 2019.
    9. FOCUS: Arme Stadt, reiche Stadt. Ein Besuch im Job-Paradies Schweinfurt und in der Schuldenhochburg Oberhausen. Asg. Nr. 34, 14. August 2015. Abgerufen am 26. Juli 2017.
    10. Zwei Städte und ein Landkreis liegen vor Schweinfurt FAZ.de: Deutschlands unwahrscheinliche Aufsteiger-Regionen, 10. April 2018. Abgerufen am 9. August 2018.
    11. Wirtschaft in Mainfranken, August 2018, S. 63: SKF Standort Schweinfurt mit ca. 4.100 Mitarbeitern größter Standort weltweit
    12. a b Durch die Übernahme von FAG Kugelfischer 2001 wurde Schaeffler zum zweitgrößten Wälzlagerhersteller der Welt nach SKF, in: Wirtschaft in Mainfranken: Mit einer genialen Idee zum Weltkonzern, August 2016, S. 78.
    13. a b automobilwoche.de: ZF Friedrichshafen erstmals zweitgrößter Automobilzulieferer der Welt. Abgerufen am 12. Dezember 2017.
    14. a b ZF Friedrichshafen AG Standort Schweinfurt: mit über 9.300 Mitarbeitern 2017/2018 größter Standort weltweit. Abgerufen am 9. August 2018.
    15. mainpost.de: Wo Sie einem Stück Schweinfurt begegnen – ohne es zu wissen, 27. Januar 2019. Abgerufen am 27. Januar 2019.
    16. Im Ggs. zu Pierre Michaux (1861) brachte P. M. Fischer seine im Schweinfurter Museum für Stadtgeschichte ausgestellte Erfindung nicht an die Öffentlichkeit, weshalb er in vielen Quellen zu Fahrradgeschichte bis heute nicht erwähnt wird. Die angeblichen vorhergehenden Erfindungen von Baader (1825) und Heinrich Mylius (1845) sind strittig und unbelegt: foelss.de: Die Entwicklung des Fahrrads. Abgerufen am 28. März 2018.
    17. TNS Frankfurt Forum. Abgerufen am 8. Januar 2020.
    18. a b Bundesministerium für Bildung und Forschung: Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Abgerufen am 12. August 2018.
    19. Der geographische Mittelpunkt (nach der Schwerpunktermittlung) der D-A-CH-Region liegt 45 km östlich von Schweinfurt, in Seßlach
    20. Der geographische Mittelpunkt der EU liegt 70 km westlich Schweinfurts in Oberwestern und nach dem Austritt Großbritanniens 31 km südwestlich Schweinfurts in Gadheim
    21. a b mainpost.de: Der Hafen, der den Main mit Schiene und Straße verbindet, 13. März 2019. Abgerufen am 14. März 2019.
    22. mainpost.de: Kitzingen verliert "Titel": Neuer Hitzerekord in Deutschland, 3. Dezember 2019. Abgerufen am 31. Dezember 2019.
    23. mainpost.de: Auf der Schweinfurter Trockenplatte zählt jeder Tropfen, 23. Oktober 2018. Abgerufen am 23. Januar 2020.
    24. Informationsbroschüre Stadt Schweinfurt. Weka Info-Verlag, Mering 2002, S. 15.
    25. Topografische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamtes 1:25.000, Blatt 5927 Schweinfurt
    26. Mittelrhein-Tageblatt: Bahnverkehr nach Schweinfurt gestärkt – DB plant IC-Anschluss. Abgerufen am 14. Januar 2020.
    27. IC-Flächennetz...im Hochlauf bis 2030. Abgerufen am 14. Januar 2020.
    28. Angaben der Stadt Schweinfurt. Die aktuellen Seeflächen der neueren Baggerseen gemessen im BayernAtlas
    29. a b mainpost.de: Klimawandel: Im Stadtwald ist die Fichte der Hauptverlierer, 16. Oktober 2019. Abgerufen am 25. November 2019.
    30. a b mainpost.de: Bäume am Straßenrand für ein besseres Klima in der Stadt, 2. Juli 2019. Abgerufen am 16. Juni 2019.
    31. a b c Stadt Schweinfurt/Zahlen, Daten und Fakten. Abgerufen am 31. Dezember 2019.
    32. Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Wehranlagen mit Tierpark. Abgerufen am 10. Mai 2016.
    33. Regierung von Unterfranken: Weinbergslagen in Bayern gegliedert nach Bereichen. Abgerufen am 1. Mai 2019.
    34. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim: Bestockte Rebflächen in der Weinbaukartei am Stichtag 31. Juli 2017
    35. Weingut Dahms: Schweinfurt und der Wein. Abgerufen am 21. Juli 2015.
    36. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau: Geschichte des Fränkischen Weinbaus
    37. Süddeutsche Zeitung, Online-Ausgabe vom 26. Juli 2016: Deutschlands Blitzhauptstadt, Angaben des Blitzinformationsdienstes.
    38. Verschiedene Autoren: Wie lange müssen wir noch in diesen Ängsten leben?. Verlagshaus Weppert, Schweinfurt 1995, ISBN 3-926879-23-8, S. 61, Karte mit dem Grad der Zerstörung deutscher Städte
    39. DIE ZEIT.de:Schweinfurt-unterschätzte Stadt. Abgerufen am 2. August 2017.
    40. a b mainpost.de: Edelstahl und Licht für das Parkhaus am Rückert-Centrum, 10. Mai 2019. Abgerufen am 11. Mai 2019.
    41. a b c d Melderegisterbasierte Bevölkerung (mit Zweitwohnsitzen) und Bevölkerungsstruktur nach Angaben der Stadt Schweinfurt. Abgerufen am 4. Oktober 2018.
    42. Jugendhilfeplan der Stadt Schweinfurt/Übersichtskarte der statistischen Bezirke/Stadtteile. Abgerufen am 9. Januar 2020.
    43. Auch Spätaussiedler.
    44. In der Bevölkerungsstatistik der Stadtverwaltung als Schweinfurt-Süd bezeichnet.
    45. In der Bevölkerungsstatistik der Stadtverwaltung als Schweinfurt-Süd-Hafen bezeichnet.
    46. a b c Historisches Lexikon Bayerns. Abgerufen am 24. Mai 2019.
    47. mainpost.de: Die erste Schweinfurter Siedlung war ein Fischerdorf, 10. Mai 2019. Abgerufen am 27. Januar 2019.
    48. a b c Karl Treutwein: Unterfranken, S. 141
    49. Erstausgabe der Romwegkarte, 1500, von Erhard Etzlaub
    50. a b c d e Schweinfurt|Stadt|Kultur|Themen. Publikation des Schweinfurter Tagblatts und Sonderausgabe für das Handelsblatt und die ZEIT: Mikro-Schauplatz der deutschen Geschichte, 20. Mai 2009, S. 4 f.
    51. a b Informationsbroschüre Stadt Schweinfurt. Weka Info-Verlag, Mering 2002, S. 5.
    52. a b Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Geschichte. Abgerufen am 24. Mai 2019.
    53. Rudolf Endres: Die Rolle der Grafen von Schweinfurt in der Besiedlung Nordostbayerns. Jahrbuch für fränkische Landesforschung 1972, S. 7 und Dr. F. Stein: Das Markgräfliche Haus von Schweinfurt. S. 27 ff.
    54. Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Die bedeutende Rolle der Markgrafen von Schweinfurt von 973 bis 1057. Abgerufen am 12. Dezember 2016.
    55. a b c Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Geschichte 1200–1300. Abgerufen am 6. Mai 2018.
    56. a b Hubert Gutermann: Alt-Schweinfurt. 12. überarbeitete Auflage. Mediengruppe Main-Post, Würzburg 2006, ISBN 3-925232-22-2, S. 112.
    57. a b c d e Stadtplan Schweinfurt mit Geschichte und Sehenswürdigkeiten, Druck- und Verlagshaus Weppert, Schweinfurt 2003.
    58. Streiflichter auf die Kirchengeschichte in Schweinfurt. Kirchengemeinde St. Johannis, Schweinfurt 1992.
    59. Informationsbroschüre Stadt Schweinfurt. Weka Info-Verlag, Mering 2002, S. 6.
    60. Unterfränkische Geschichte, Band 3. Echter Verlag Würzburg 1995.
    61. Mehrere Autoren: Großer Atlas zur Weltgeschichte. Lingen Verlag, Köln 1987, Karte S. 79: Deutschland im Jahr 1648.
    62. Heinrich Christian Beck: Chronik der Stadt Schweinfurt. Schweinfurt 1836–1841, Bd. 1, Abteil. 2, Spalte 28.
    63. Kleine Stadtgeschichte Schweinfurt, S. 40.
    64. mainpost.de: Geldersheim: Vertriebene Pfarrer, verschwundene Altäre, 24. Juli 2019. Abgerufen am 6. August 2019.
    65. a b Paul Ultsch: Damals in Schweinfurt. Band 1: Als die Stadtmauer noch Begrenzung war. Buch- und Idee-Verlags-GmbH, Schweinfurt 1982, ISBN 3-9800480-1-2, S. 80
    66. Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Geschichte 1700–1800. Abgerufen am 27. April 2019.
    67. Uwe Müller: Schweinfurt – von der kaiserlich freien Reichsstadt zur königlich bayerischen Stadt, in: Rainer A. Müller, Helmut Flachenecker, Reiner Kammerl (Hrsg.): Das Ende der kleinen Reichsstädte 1803 im süddeutschen Raum, Beihefte der Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, B 27, München 2007, 139-163; (Digitalansicht)
    68. TV Touring Schweinfurt, 29. Januar 2016.
    69. Hubert Gutermann: Alt-Schweinfurt. 12. überarbeitete Auflage. Mediengruppe Main-Post, Würzburg 2006, ISBN 3-925232-22-2, S. 86 ff.
    70. Hubert Gutermann: Alt-Schweinfurt. 12. überarbeitete Auflage. Mediengruppe Main-Post, Würzburg 2006, ISBN 3-925232-22-2, S. 45.
    71. dailymotion.com: The History Channel/11-The Schweinfurt Raid
    72. Michael Bucher, Rolf Schamberger, Karl-Heinz Weppert: Wie lange müssen wir noch in diesen Ängsten leben? Druck- und Verlagshaus Weppert, Schweinfurt 1995, ISBN 3-926879-23-8, S. 42 f.
    73. Bundesanstalt für Immobilienaufgaben: Konversion Schweinfurt/Geschichte der Liegenschaften. Abgerufen am 17. Juni 2018.
    74. Die Welt.de: Der Untergang der US Air Force über Schweinfurt. Abgerufen am 15. April 2016.
    75. Video (45:26): The History Channel: 11-The Schweinfurt Raid. „The Schweinfurt Disaster“. Erster Luftangriff auf Schweinfurt (U.S. Army Air Force) am 17. August 1943. Abgerufen am 7. Mai 2018.
    76. Second Schweinfurt Memorial Association. Black Thursday 10/14/1943. Abgerufen am 15. April 2016.
    77. Mathias Wiedemann: Ende einer 70-jährigen Nachbarschaft. In: Schweinfurter Tagblatt, 19. September 2014.
    78. Ron Mihalko, Forst: Geschichte der U.S. Kasernen in Schweinfurt
    79. Informationsbroschüre Stadt Schweinfurt. Weka Info-Verlag, Mering 2002, S. 7.
    80. a b c d Informationsbroschüre Stadt Schweinfurt. Weka Info-Verlag, Mering 2002, S. 8.
    81. mainpost.de: Rassismus gibt es auch in der Multikulti-Stadt Schweinfurt, 21. März 2019. Abgerufen am 3. April 2019.
    82. Angaben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
    83. Reim Hart Nei 2 – Hip Hop Jam (Straßenszenen aus der Innenstadt-West) Video (2:48). Abgerufen am 1. Dezember 2019.
    84. Royal Riches: Bye Bye Schweinfurt (Szenen aus dem Schweinfurter Westen) Video (02:36). Abgerufen am 1. Dezember 2019.
    85. Rand Mc.Nally: Internationaler Atlas. Georg Westermann Verlag, Braunschweig 2001, ISBN 3-07-500001-9, S. 306.
    86. 30 Jahre Gebietsreform: Reform ging an der einst roten Stadt vorbei, 23.Mai 2008. Abgerufen am 23. Juni 2019.
    87. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 569.
    88. Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/1919 - Oberndorf wird Teil von Schweinfurt - Oberndorf im 20. Jahrhundert. Abgerufen am 1. Dezember 2019.
    89. Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Der Wasserturm Oberndorfs steht heute am Bergl. Abgerufen am 2. Dezember 2019.
    90. Stadt Schweinfurt Bevölkerung nach Konfession am 31. Dezember 2017. Abgerufen am 6. August 2019.
    91. Vgl. BSLK, S. 765; vgl. S. 17.
    92. Im Katasterplan von 1868 ist die Halle der ehemaligen Freien Christlichen Gemeinde, jetzt Theater „Concert Halle“ eingezeichnet
    93. Uzuwe Müller: Dokumente jüdischen Lebens in Schweinfurt. Veröffentlichungen des Stadtarchivs Schweinfurt 4, 1990.
    94. Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum/Schweinfurt. Abgerufen am 10. Dezember 2017.
    95. TV Mainfranken: „Der Islam in Schweinfurt“, 23. Januar 2015. Abgerufen am 8. Dezember 2018.
    96. Vorläufiges Ergebnis zur Stadtratswahl 2014 am 16. März 2014. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 21. Juli 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wahlen.schweinfurt.de
    97. AfD ab sofort im Schweinfurter Stadtrat vertreten. SWity.de. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 1. Mai 2016; abgerufen am 2. Mai 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.swity.de
    98. Ergebnis der Stichwahl auf mainpost.de
    99. Stadt Schweinfurt, Bekanntmachung zur OB-Wahl
    100. Eintrag zum Wappen von Schweinfurt in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 6. September 2017.
    101. a b Hubert Gutermann: Alt-Schweinfurt, 9. Auflage, S. 1.
    102. Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Stadtwappen. Abgerufen am 11. Januar 2019.
    103. Heraldry of the world: Schweinfurt. Abgerufen am 21. Juli 2015.
    104. Stadt Schweinfurt: Partnerstädte. Abgerufen am 26. Dezember 2019.
    105. Stadt Schweinfurt: North Lanarkshire (vormals Motherwell, Schottland). Abgerufen am 26. Dezember 2019.
    106. Friedrich Klein: Zweifelhafter Preis-(Träger). Jörg Friedrich. In: Tribüne. Zeitschrift zum Verständnis des Judentums, 49. Jg., H. 154 (2010), S. 50–54.
    107. Schweinfurt|Stadt|Kultur|Themen. Publikation des Schweinfurter Tagblatts und Sonderausgabe für das Handelsblatt und DIE ZEIT: Von kühner Nüchternheit, 20. Mai 2009, S. 20.
    108. Guide to Bavaria: Informationen zum Theater der Stadt Schweinfurt
    109. Angaben der Stadt Schweinfurt
    110. Disharmonie. Kulturwerkstatt am Main. Abgerufen am 4. Februar 2016.
    111. Freundeskreis Puppentheater Schweinfurt. Abgerufen am 4. Februar 2016.
    112. Hundertwassermuseum-Das kleine Museum. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
    113. Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Gunnar-Wester-Haus. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
    114. Tourismusinformation Schweinfurt 360°. Künstlerhof Oberndorf. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
    115. Wirtschaft in Mainfranken: Zeugnisse der Industriegeschichte, August 2016, S. 20 f.
    116. Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Sachs-Ausstellung der ZF-Friedrichshafen AG. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
    117. Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Kleines Industriemuseum. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
    118. Peter Hofmann: schweinfurtfuehrer.de/Saazer Heimatmuseum. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
    119. Stattbahnhof.de. Abgerufen am 4. Februar 2016.
    120. Tonquadrat.de. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
    121. mainpost.de: „Sondermarke“: Neue Indie-Band in Schweinfurt, 26. April 2019. Abgerufen am 26. April 2019.
    122. mainpost.de: Spitzenturner trainierten in der DDC-Factory, 4. Juli 2019. Abgerufen am 4. Juli 2019.
    123. Schweinfurter Anzeiger: Radiohashtag+ und DDC starten Kooperation, 7. Juni 2019
    124. Dance Academy erneut siegreich, 15. Mai 2019. Abgerufen am 4. Juli 2019.
    125. Nachsommer Schweinfurt 2016. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
    126. Internationales Varietéfestival. Abgerufen am 20. Oktober 2016.
    127. Bürgerverein Altstadt. Abgerufen am 9. Dezember 2016.
    128. a b Veranstaltungskalender Schweinfurt 360°. Abgerufen am 9. Dezember 2016.
    129. mainpost.de:Schweinfurter Weinfest: Edle Tropfen und jede Menge Musik, 2. August 2019. Abgerufen am 2. August 2019.
    130. SW1.News: Schweinfurter Winterdorf lädt bereits zum 3. Mal mit attraktivem Rahmenprogramm ein, 27. Dezember 2018. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
    131. Bayerischer Rundfunk: Kümmerli und Sonnenhut im Schweinfurter Mainbogen. Abgerufen am 29. April 2018.
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    133. ZEIT Online: Deutschlandkarte der Kneipendichte. Abgerufen am 5. Dezember 2018.
    134. Schweinfurter Tagblatt: Lob von Ministerin: „Eine starke Kinolandschaft“, 3. Dezember 2018
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    136. Main-Post: Megadrom: Brandstifter waren am Werk, 23. Mai 2012
    137. a b c SW1.News: Sport für's Megadrom, 10. Januar 2015. Abgerufen am 7. Dezember 2018.
    138. Schweinfurter Tagblatt: Schweinfurter Straße: Schon wieder eine neue Disco, 3. August 2017
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    143. Main-Post: Schweinfurter Theater nun ein Einzeldenkmal, 4. August 2016.
    144. TV-Touring Schweinfurt vom 5. August 2016.
    145. BDA-Preis Bayern 2001 und Architekturpreis Beton 2001.
    146. Schweinfurt Stadt|Kultur|Themen. Sonderausgabe des Schweinfurter Tagblatts für das Handelsblatt und DIE ZEIT: Das schönste Entrée. S. 3, 20. Mai 2009.
    147. Zeitmaschine Architektur, Vierte Architekturwoche des Bundes Deutscher Architekten (BDA) in Schweinfurt 2008, S. 2.
    148. Schweinfurt-Stadt-Kultur-Themen. Sonderausgabe des Schweinfurter Tagblatts für das Handelsblatt und die ZEIT, S. 10 f.
    149. Stararchitekt plant für Fresenius, 19. September 2017. Abgerufen am 11. Juni 2019.
    150. BayernAtlas der Bayerischen Vermessungsverwaltung, Historische Karte.
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