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LageBearbeiten

Guémar liegt in der Oberrheinebene zwischen Colmar (14 km südlich) und Sélestat (10 km nördlich) und knapp 6 km östlich von Ribeauvillé. Hier kreuzen sich die Autoroute A35 (Anschlussstelle 20 – Guémar) und die Départementsstraße D 106. Zwischen Ribeauvillé und Guémar liegt der Weiler Ribeauvillé Gare. Dort verläuft die Eisenbahnstrecke Straßburg–Colmar der SNCF.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde als Ghermari erstmals 768 von Pippin dem Jüngeren erwähnt.[1] Im 8. Jahrhundert gehörte das Dorf den Widonen. Im Mittelalter wurde hier Fischerei betrieben, ab 1298 werden ein Hafen und ein Fischbecken erwähnt.

Seit dem 13. Jahrhundert befand sich im Ort eine viel umkämpfte Burg (siehe Burg Guémar).

Während der Zugehörigkeit des Elsass zum Deutschen Reich 1871–1918 schrieb sich die Gemeinde Gemar – gesprochen hört sich der Ortsname in beiden Sprachen nahezu identisch an. Im Jahr 1885 hatte Gemar 1219 Einwohner und war Teil des Landkreises Rappoltsweier (Ribeauvillé).

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1885 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2014
Einwohner 1219 841 847 1002 1051 1162 1314 1356 1333
Quelle: Cassini und INSEE

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die Kirche Saint-Léger wurde 1741 im Barockstil erbaut. Der Turm hingegen stammt schon aus dem 14. Jahrhundert und ist der einzige Rest eines älteren Kirchenbaus. Die Turmhaube stammt von 1772.
  • Das Obertor (La Porte Haute), Teil der mittelalterlichen Befestigung des Ortes, wurde um 1400 errichtet und zu Beginn des 21. Jahrhunderts restauriert. Im August 2009 waren die Arbeiten beendet.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Leo Jud (1482–1542), Schweizer Reformator elsässischer Herkunft, in Guémar geboren

LiteraturBearbeiten

  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 2, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 955–962.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Guémar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Topographia Alsatiae: Gemar – Quellen und Volltexte

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vgl. Oelsner, Ludwig: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Duncker und Humblot, Berlin 1871, S. 424.