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FK Željezničar Sarajevo

bosnisch-herzegowinischer Fußballverein

Fudbalski Klub Željezničar (Fußballverein Željezničar) ist einer der bekanntesten und der erfolgreichsten bosnischen Klubs aus der Hauptstadt Sarajevo. Der Vereinsname bedeutet Eisenbahner und wurde von einer Gruppe Bahnarbeiter am 19. September 1921 gegründet. In Bosnien ist der Verein dafür bekannt dass er talentierte Spieler produziert eher er sie verpflichtet. Željezničar verkauft am Ende der Saison seine talentiertesten Spieler um seine finanziellen Probleme zu stabilisieren.[1] Der Verein ist mit sechs Meisterschaften derzeitiger Rekordmeister des Landes.

FK Željezničar Sarajevo
Logo
Basisdaten
Name Fudbalski Klub Željezničar Sarajevo
Sitz Sarajevo
Gründung 19. September 1921
Farben blau-weiß
Mitglieder 5.607 (November 2017)
Präsident Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Vedran Vukotić
Vorstand Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Mirsad Šiljak
Website fkzeljeznicar.ba
Erste Mannschaft
Trainer Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Admir Adžem
Stadion Grbavica
Plätze 16.100
Liga Premijer Liga
2016/17 2. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

Während der Zeit des ehemaligen Jugoslawiens wurde der FK Željezničar in der Saison 1971/72 der 1. jugoslawischen Fußballliga Staatsmeister und qualifizierte sich somit zum ersten Mal in den europäischen Cup. Die größten Erfolge für den Verein waren der Einzug in das Halbfinale und das Viertelfinale des UEFA Pokals in den Saisons 1984/85 und 1971/72. Sie waren somit der erste bosnische Verein welcher das Halbfinale erreichte und einer von wenigen aus dem ehemaligen Jugoslawien.

Željezničar hat sich nie für die UEFA Champions League qualifiziert. Am weitesten kamen sie in der Saison 2002/03 wo sie in der 3. Qualifikationsrunde gegen den Newcastle United ausschieden.

Laut der IFFHS Liste der Top 200 Klubs aus Europa, ist Željezničar der am Höchsten platzierte Verein aus Bosnien und Herzegowina.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Vor der Unabhängigkeit (1921–92)Bearbeiten

Der Klub wurde am 15. September 1921 von Schaffnern und Schienenarbeitern der jugoslawischen Eisenbahn gegründet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in Sarajevo sehr viele Fußballvereine. Diese waren üblicherweise Reich und wurden durch ethnisch homogene Organisationen unterstützt. Željezničar war hingegen ein Verein der Arbeiterklasse welche alle Schichten der Stadt beinhaltete. Da der Verein finanziell damals sehr schlecht unterwegs war, organisierten die Spieler Tanz Nächte. Das davon erworbene Geld wurde genutzt um Fußbälle und Schuhe zu kaufen.

Finanzielle Probleme waren nicht die Einzigen des FK Željezničar. Das multiethnische Bild des Vereines wurde als Bedrohung von Vielen gesehen, so wurde der Klub jahrelang unterdrückt. Trotzdem überlebte der FK Željezničar. Das erste Spiel wurde in Kovačići, einem Stadtteil Sarajevos, gegen den NK SAŠK bestritten welches in einer 1–5 Niederlage endete. Das zweite Spiel verlor man gegen den Sarajevski ŠK mit 1–2.[3]

Als 1941 der 2. Weltkrieg auch nach Sarajevo kam, kamen alle sportlichen Aktivitäten zum Stillstand. Sehr viele Mitglieder von Željo waren Anhänger von Widerstandsbewegungen und manche von ihnen wurden sogar umgebracht. Nach dem Krieg wurde Željezničar erneut gebildet und gewann gleich im Jahr 1946 die bosnische Meisterschaft. Dieser Erfolg garantierte ihnen einen Platz in der jugoslawischen Liga. Bald nachdem gründete die UDBA gemeinsam mit anderen Bürger Sarajevos den FK Torpedo, heute bekannt als FK Sarajevo.

Saison 1971/72Bearbeiten

Pl. Verein Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. FK Željezničar Sarajevo  34  21  9  4 055:200 +35 72
 2. FK Roter Stern Belgrad  34  19  11  4 057:210 +36 68
 3. OFK Belgrad  34  17  11  6 056:260 +30 62
 4. FK Vojvodina  34  15  12  7 050:380 +12 57
 5. FK Partizan Belgrad  34  15  9  10 041:350  +6 54

Der größte inländische Erfolg war der 1. Platz in der 1. jugoslawischen Fußballliga in der Saison 1971/72. Bemerkenswert ist auch dass der FK Željezničar in der darauffolgenden Saison in den Top 3 gelandet ist.

UEFA Pokal 1984/85Bearbeiten

Željezničars größter Erfolg je war der Einzug ins Halbfinale des UEFA-Pokal 1984/85. Die Mannschaft, angeführt von Ivica Osim schied gegen den Videoton SC aus Ungarn aus. Ein Weiterkommen hätte der Mannschaft im Finale ein Aufeinandertreffen mit Real Madrid ermöglicht.

Nach der Unabhängigkeit (1992–heute)Bearbeiten

 
Das Stadion Grbavica in Ruinen

Nach der Unabhängigkeitserklärung der Republik Bosnien und Herzegowina von Jugoslawien brach der Bosnienkrieg aus und der Fußball kam danach wieder zum Stillstand. Das Spiel zwischen dem FK Željezničar und dem FK Rad wurde nach 35 Minuten, nachdem mehrere Schüsse abgegeben worden sind, unterbrochen.[4] Das Stadion wurde am 7. Mai 1992 von serbischen Belagerern gezielt unter Beschuss genommen und darauf hin zerstört.[4] Der Krieg endete 1995, nur Mannschaften von der bosnischen und kroatischen Seite spielten zunächst in der neugegründeten Premijer Liga. Vereine aus der Republika Srpska kamen in der Saison 2002/03 hinzu.

FansBearbeiten

 
Fans bei einem Spiel gegen die FK Sloboda

Die Ultras des Vereins nennen sich Manijaci (englisch The Maniacs) und wurden im Jahre 1987 gegründet. Es entstanden auch Untergruppen wie Blue Tigers und Joint Union. Der wichtigste und bekannteste Anführer war Dževad Begić-Đilda der im Bosnienkrieg bei der Verteidigung der Stadt Sarajevo ums Leben kam. Sie befinden sich auf der Süd-Tribüne des Stadion Grbavica.

ErfolgeBearbeiten

  • Jugoslawische Meisterschaft
    • Meister (1): 1972
    • Vizemeister (1): 1971
  • Jugoslawischer Pokal
    • Finalist (1): 1981
  • Premijer Liga
    • Meister (6): 1998, 2001, 2002, 2010, 2012, 2013
    • Vizemeister (5): 2003, 2004, 2005, 2015, 2017

EuropapokalbilanzBearbeiten

In der Saison 1984/85 spielte Željezničar im UEFA-Pokal. Das erste Spiel bestritt der Klub gegen den DFS Sliwen. In Bulgarien verlor er mit 0:1, im Heimspiel gewann Željezničar mit 5:1 und trat damit in die zweite Runde des UEFA-Cups ein. Gegen den FC Sion aus der Schweiz gewann Željezničar zuhause mit 2:1, in der Schweiz trennten sich die Klubs mit 1:1. Željezničar kam damit ins Achtelfinale. Dort traf er auf Universitatea Craiova aus Rumänien. In Rumänien verlor Željezničar überraschend mit 0:2, doch in Sarajevo gewann man mit 4:0 und stand damit im Viertelfinale. In der Runde der letzten Acht musste Željezničar gegen Dinamo Minsk aus der damaligen Sowjetunion spielen. Zuhause konnte Željezničar mit 2:0 gewinnen, in Minsk spielte man 1:1 und war damit im Halbfinale. Dort traf Željezničar auf den FC Videoton Székesfehérvár und verlor im ersten Spiel mit 3:1. In Sarajevo gewannen er nur mit 2:1 und schied damit aus dem UEFA-Pokal aus. Bester Torschütze in dieser Saison war Edin Bahtić von Željezničar mit 7 Toren.

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1970/71 Messestädte-Pokal 1. Runde Belgien  RSC Anderlecht 7:9 3:4 (H) 4:5 (A)
1971/72 UEFA-Pokal 1. Runde Belgien  FC Brügge 4:3 3:0 (H) 1:3 (A)
2. Runde Italien  FC Bologna (a)3:3(a) 1:1 (H) 2:2 (A)
3. Runde Schottland  FC St. Johnstone 5:2 0:1 (A) 5:1 (H)
Viertelfinale Ungarn 1957  Ferencváros Budapest 3:3
(4:5 i. E.)
1:2 (A) 2:1 n.V. (H)
1972/73 Europapokal der Landesmeister 1. Runde England  Derby County 1:4 0:2 (A) 1:2 (H)
1984/85 UEFA-Pokal 1. Runde Bulgarien 1971  DFS Sliwen 5:2 0:1 (A) 5:1 (H)
2. Runde Schweiz  FC Sion 3:2 2:1 (H) 1:1 (A)
3. Runde Rumänien  Universitatea Craiova 4:2 0:2 (A) 4:0 (H)
Viertelfinale Sowjetunion  FK Dinamo Minsk 3:1 2:0 (H) 1:1 (A)
Halbfinale Ungarn 1957  Videoton SC 3:4 1:3 (A) 2:1 (H)
1998/99 UEFA-Pokal 1. Runde Schottland  FC Kilmarnock 1:2 1:1 (H) 0:1 (A)
2000/01 UEFA-Pokal Qualifikation Polen  Wisła Krakau 1:3 0:0 (H) 1:3 (A)
2001/02 UEFA Champions League 1. Qualifikationsrunde Bulgarien  Lewski Sofia 0:4 0:4 (A) 0:0 (H)
2002/03 UEFA Champions League 1. Qualifikationsrunde Island  ÍA Akranes 4:0 3:0 (H) 1:0 (A)
2. Qualifikationsrunde Norwegen  Lillestrøm SK 2:0 1:0 (A) 1:0 (H)
3. Qualifikationsrunde England  Newcastle United 0:5 0:1 (H) 0:4 (A)
2002/03 UEFA-Pokal 1. Runde Spanien  FC Málaga 0:1 0:0 (H) 0:1 (A)
2003/04 UEFA-Pokal Qualifikation Zypern Republik  Anorthosis Famagusta 4:1 1:0 (H) 3:1 (A)
1. Runde Schottland  Heart of Midlothian 0:2 0:0 (A) 0:2 (H)
2004/05 UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde San Marino  SS Pennarossa 9:1 5:1 (A) 4:0 (H)
2. Qualifikationsrunde Bulgarien  Litex Lowetsch 1:9 1:2 (H) 0:7 (A)
2010/11 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde Israel  Hapoel Tel Aviv 0:6 0:5 (A) 0:1 (H)
2011/12 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Moldawien  Sheriff Tiraspol 1:0 1:0 (H) 0:0 (A)
3. Qualifikationsrunde Israel  Maccabi Tel Aviv 0:8 0:2 (H) 0:6 (A)
2012/13 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde Slowenien  NK Maribor 2:6 1:4 (A) 1:2 (H)
2013/14 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde Tschechien  Viktoria Pilsen 4:6 3:4 (A) 1:2 (H)
2014/15 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Montenegro  FK Lovćen Cetinje 1:0 0:0 (H) 1:0 (A)
2. Qualifikationsrunde Mazedonien  FK Metalurg Skopje (a)2:2(a) 0:0 (A) 2:2 (H)
2015/16 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Malta  FC Balzan 3:0 2:0 (A) 1:0 (H)
2. Qualifikationsrunde Ungarn  Ferencváros Budapest 3:0 1:0 (A) 2:0 (H)
3. Qualifikationsrunde Belgien  Standard Lüttich 1:3 1:2 (A) 0:1 (H)
2017/18 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Montenegro  FK Zeta Golubovci 3:2 1:0 (H) 2:2 (A)
2. Qualifikationsrunde Schweden  AIK Solna 0:2 0:0 (H) 0:2 (A)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 68 Spiele, 23 Siege, 15 Unentschieden, 30 Niederlagen, 83:98 Tore (Tordifferenz −15)

Spieler und TrainerBearbeiten

Kader 2017/18Bearbeiten

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
13 Vedran Kjosevski Bosnien und Herzegowina 
12 Adnan Bobić Bosnien und Herzegowina 
1 Irfan Fejzić Bosnien und Herzegowina 
04 Matteo Boccaccini Italien 
019 Semir Kerla Bosnien und Herzegowina 
07 Sanel Jahić Bosnien und Herzegowina 
15 Jadranko Bogičević Bosnien und Herzegowina 
27 Kemal Osmanković Bosnien und Herzegowina 
22 Musa Muhammed Nigeria 
18 Danijel Stojanović Kroatien 
3 Amar Besirović Bosnien und Herzegowina 
011 Jovan Blagojević Serbien 
025 Uglješa Radinović Serbien 
14 Dino Hasanović Bosnien und Herzegowina 
8 Darko Marković Montenegro 
39 Denis Zerić Bosnien und Herzegowina 
88 Miroslav Stevanović Bosnien und Herzegowina 
16 Srđan Stanić Bosnien und Herzegowina 
Ivan Crnov Kroatien 
17 Goran Zakarić Bosnien und Herzegowina 
44 Samir Bekrić Bosnien und Herzegowina 
20 Zajko Zeba Bosnien und Herzegowina  (C) 
024 Ivan Lendrić Kroatien 
023 Stevo Nikolić Bosnien und Herzegowina 
29 Ajdin Mujagić Bosnien und Herzegowina 

TrainerstabBearbeiten

Trainerstab
Admir Adžem Chef-Trainer
Asmir Džafić Co-Trainer
Elvis Karić Torwart-Trainer
Raif Zeba Konditionstrainer

JugendabteilungBearbeiten

 
FC Salzburg gegen FK Zeljeznicar Sarajevo U19

Die Jugendabteilung und die Fußballschule des FK Željezničar ist eine der besten des ganzen Landes. Die U-19 ist regelmäßiger Teilnehmer der UEFA Youth League. Sie sind auch die erste Mannschaft aus Bosnien-Herzegowina welche in Europa überwintert hat.[5]

Gesamt Hinspiel Rückspiel
FC Salzburg  Osterreich  5:2 Bosnien und Herzegowina   FK Željezničar Sarajevo 4:0 1:2
Ludogorez Rasgrad  Bulgarien  3:4 Bosnien und Herzegowina   FK Željezničar Sarajevo 1:1 2:3
NK Lokomotiva Zagreb  Kroatien  1:1 (a) Bosnien und Herzegowina   FK Željezničar Sarajevo 1:1 1:1

Bekannte SpielerBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Berjan: Željo je dobijao aplauz po cijeloj Jugoslaviji, fkzeljeznicar.ba. Abgerufen am 19. August 2015. 
  2. Europe's Club of the Century retrieved from www.iffhs.de, 13 September 2009
  3. Osnivanje kluba – FKZ, fkzeljeznicar.ba. Abgerufen am 14 August 2015. 
  4. a b PALJBA NA GRBAVICI, oslobodjenje.ba. Archiviert vom Original am 9. April 2012. Abgerufen am 6. April 2012. 
  5. Joldić: Prva smo ekipa koja će prezimiti u Evropi, fkzeljeznicar.ba. Abgerufen am 25. November 2017.