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FK Sarajevo

bosnisch-herzegowinischer Fußballverein

FK Sarajevo steht für Fudbalski klub Sarajevo (Fußballverein Sarajevo). Der Klub aus Sarajevo ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten aus Bosnien und Herzegowina. Während der jugoslawischen Zeit war der FK Sarajevo ein regelmäßiger Teilnehmer der ersten jugoslawischen Fußballliga. Heute spielt der Verein aus Sarajevo in der Premijer Liga. Stadtrivalen sind Bosniens Rekordmeister FK Željezničar Sarajevo und FK Olimpik Sarajevo.

SD FK Sarajevo
Abzeichen de FK Sarajevo
Basisdaten
Name Sportsko društvo Fudbalski klub Sarajevo
Sitz Sarajevo, Bosnien und Herzegowina
Gründung 24. Oktober 1946.
Farben bordeauxrot-weiß
Eigentümer Vincent Tan
Präsident Valentin Ilievski
Vorstand Sabrina Buljubašić
Website fksarajevo.ba
Erste Fußball-Mannschaft
Cheftrainer Husref Musemić
Spielstätte Stadion Asim Ferhatović Hase
Plätze 34.630
Liga Premijer Liga
2018/19 1. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

GeschichteBearbeiten

Der FK Sarajevo wurde am 24. Oktober 1946 gegründet. Eine Fusion zwischen dem FK Udarnik und SDM Sarajevo brachte den Verein hervor. Seit dem Jahr 1950 war der FK Sarajevo ein regelmäßiger Teilnehmer der ersten jugoslawischen Fußballliga. In der Saison 1964/1965 wurde der FK Sarajevo Vizemeister Jugoslawiens. In der Saison 1966/1967 errang der FK Sarajevo erstmals die jugoslawische Fußballmeisterschaft und unterbrach somit die langjährige Überlegenheit der Fußballvereine aus Serbien und Kroatien.

Schnell wurde der Verein überregional bekannt, da er viele internationale Begegnungen in den wichtigsten Wettbewerben Europas bestritt. Die Jahre 1957–1967 gehören zu den erfolgreichsten des Vereins. Zu dieser Zeit spielten beim FK Sarajevo bekannte Spieler wie Mirsad Fazlagić, Vahidin Musemić und Asim Ferhatović.

In der Saison 1967/1968 spielte FK Sarajevo im Europapokal der Landesmeister. In der ersten Runde spielte die Mannschaft gegen Olympiakos Nikosia in Nikosia 2:2 und gewannen zuhause im Stadion Koševo mit 3:1 und erreichten somit die zweite Runde. In der zweiten Runde mussten sie gegen Manchester United aus England spielen. Zu Hause spielten sie 0:0 und im Old Trafford verlor FK Sarajevo 1:2.

Asim Ferhatovićs Rücktritt im Jahre 1968 erschütterte die Sportfreunde Sarajevos. In Erinnerung an den Fußballer schrieb in den 1980er Jahren die Sarajevoer Rockband Zabranjeno Pušenje das Lied Nedelja kad je otišo Hase (Der Sonntag als Hase ging). Die bekannteste Zeitung aus Sarajevo, Oslobodenje schrieb damals Jedan je Hase (Es gibt nur einen Hase). Auch nach dem Rücktritt von Asim Ferhatović spielte der FK Sarajevo weiterhin sehr erfolgreich. Vom Jahre 1948 bis 1982 spielte der FK Sarajevo insgesamt 226 internationale Fußballspiele auf vier Kontinenten. Davon gewann er 107, spielte 58-mal unentschieden und verlor 61-mal mit der Tordifferenz 570:383.

Die frühen 1980er Jahre war die zweite „goldene Ära“ des Vereins. Im Jahre 1980 wurde er zunächst jugoslawischer Vizemeister. 1982 erreichten er die 3. Runde des UEFA-Pokals, wo er gegen den späteren Gewinner RSC Anderlecht verlor. 1985 spielten die Mannschaft als jugoslawischer Landesmeister wiederum im Europapokal der Landesmeister, angeführt vom legendären bosnischen Spieler Safet Sušić.

Die 1990er waren die schwersten Zeiten für den FK Sarajevo. Infolge des Bosnienkriegs kam das gesamte kulturelle und sportliche Leben in der Hauptstadt Sarajevo praktisch zum Erliegen. 1994 spielte der FK Sarajevo ein Freundschaftsspiel gegen eine UNPROFOR-Auswahl, das er mit 4:1 gewann.

Seit dem Ende des Krieges in Bosnien spielt FK Sarajevo in der bosnischen Premijer Liga. Er ist einer der erfolgreichsten Vereine aus der jungen Geschichte des Landes. Zum 25. Jubiläum der erstmaligen Teilnahme am Europapokal der Landesmeister wurde 2001 Safet Sušić zum besten Spieler Bosnien und Herzegowinas gewählt. Asim Ferhatović landete auf Platz 3.

EuropapokalbilanzBearbeiten

2007/08

Als bosnischer Meister qualifizierte sich FK Sarajevo für die Qualifikation für die UEFA Champions League. In der 1. Qualifikationsrunde musste man gegen den Vertreter von Malta, den FC Marsaxlokk antreten. Sarajevo siegte in Malta mit 6:0 und stellte somit den höchsten Sieg in der Vereinsgeschichte im Europapokal auf. Im Rückspiel in Sarajevo wurde Marsaxlokk mit 3:1 bezwungen. In der 2. Runde der Qualifikation für die Champions League war der belgische Vertreter KRC Genk der Gegner von Sarajevo. Im Hinspiel in Belgien wurde Genk mit 2:1 bezwungen. Die Torschützen waren Admir Raščić und Veldin Muharemović für Sarajevo und Hans Cornelis für den KRC Genk. Sarajevo verlor zwar das Rückspiel mit 0:1, konnte aber wegen der Auswärtstorregel die 3. Qualifikationsrunde erreichen. Dort traf man auf den ukrainischen Meister Dynamo Kiew. Kiew siegte in beiden Spielen, mit 3:0 und 1:0. In der 1. Runde des UEFA-Pokals verlor Sarajevo schließlich gegen den FC Basel aus der Schweiz. Basel siegte in Sarajevo mit 2:1 und in Basel mit 2:0.

2009/10

FK Sarajevo qualifizierte sich als 3. für die zweite Qualifikationsrunde der Europa League, wo man auf den FC Spartak Trnava traf. Man besiegte das Team aus der Slowakei im Hinspiel zu Hause 1:0 und spielte eine Woche später in Trnava unentschieden (1:1), was für den Einzug in die die dritte Qualifikationsphase reichte.

Dort traf das Team auf den schwedischen Vizemeister Helsingborgs IF. Im Hinspiel sicherte man sich durch eine engagierte Leistung eine gute 1:2-Niederlage. Im Rückspiel erreichte das Team vor rund 30.000 Zuschauern im fast ausverkauften Stadion Asim Ferhatović Hase ein 2:1 und zog nach dem Elfmeterschießen in die die Playoffs der Europa League ein. Hier traf der FK Sarajevo auf den CFR Cluj. Das Hinspiel in Sarajevo endete 1:1. Nachdem die Mannschaft in Cluj mit 1:2 verloren hatte, glückte der Einzug in die Gruppenphase erneut nicht.

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1967/68 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Zypern Republik  Olympiakos Nikosia 5:3 2:2 (A) 3:1 (H)
2. Runde England  Manchester United 1:2 0:0 (H) 1:2 (A)
1980/81 UEFA-Pokal 1. Runde Deutschland Bundesrepublik  Hamburger SV 5:7 2:4 (A) 3:3 (H)
1982/83 UEFA-Pokal 1. Runde Bulgarien 1971  Slawia Sofia 6:4 2:2 (A) 4:2 (H)
2. Runde Rumänien 1965  Corvinul Hunedoara 8:4 4:4 (A) 4:0 (H)
3. Runde Belgien  RSC Anderlecht 2:6 1:6 (A) 1:0 (H)
1985/86 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Finnland  Kuusysi Lahti 2:4 1:2 (A) 1:2 (H)
1998/99 UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde Belgien  Germinal Ekeren 1:4 1:4 (A) 0:0 (H)
2001/02 UEFA-Pokal Qualifikation Portugal  Maritimo Funchal 0:2 0:1 (A) 0:1 (H)
2002/03 UEFA-Pokal Qualifikation Tschechien  SK Sigma Olomouc 3:3
(5:3 i. E.)
1:2 (A) 2:1 n. V. (H)
1. Runde Turkei  Beşiktaş Istanbul 2:7 2:2 (A) 0:5 (H)
2003/04 UEFA-Pokal Qualifikation Serbien und Montenegro  FK Sartid 1:4 1:1 (H) 0:3 (A)
2006/07 UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde Andorra  FC Rànger's 5:0 3:0 (A) 2:0 (H)
2. Qualifikationsrunde Rumänien  Rapid Bukarest 1:2 1:0 (H) 0:2 (A)
2007/08 UEFA Champions League 1. Qualifikationsrunde Malta  FC Marsaxlokk 9:1 6:0 (A) 3:1 (H)
2. Qualifikationsrunde Belgien  KRC Genk (a)2:2(a) 2:1 (A) 0:1 (H)
3. Qualifikationsrunde Ukraine  Dynamo Kiew 0:4 0:1 (H) 0:3 (A)
2007/08 UEFA-Pokal 1. Runde Schweiz  FC Basel 1:8 1:2 (H) 0:6 (A)
2009/10 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Slowakei  FC Spartak Trnava 2:1 1:0 (H) 1:1 (A)
3. Qualifikationsrunde Schweden  Helsingborgs IF 3:3
(5:4 i. E.)
1:2 (A) 2:1 n. V. (H)
Play-offs Rumänien  CFR Cluj 2:3 1:1 (H) 1:2 (A)
2011/12 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Schweden  Örebro SK 2:0 0:0 (A) 2:0 (H)
3. Qualifikationsrunde Tschechien  Sparta Prag 0:7 0:5 (A) 0:2 (H)
2012/13 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Malta  Hibernians Paola 9:6 5:2 (H) 4:4 (A)
2. Qualifikationsrunde Bulgarien  Lewski Sofia 3:2 0:1 (A) 3:1 (H)
3. Qualifikationsrunde Montenegro  FK Zeta Golubovci (a)2:2(a) 2:1 (H) 0:1 (A)
2013/14 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde San Marino  AC Libertas 3:1 1:0 (H) 2:1 (A)
2. Qualifikationsrunde Albanien  KF Kukësi 2:3 2:3 (A) 0:0 (H)
2014/15 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Norwegen  FK Haugesund 3:2 0:1 (H) 3:1 (A)
3. Qualifikationsrunde Griechenland  Atromitos Athen 4:3 1:1 (H) 3:1 n. V. (A)
Play-offs Deutschland  Borussia Mönchengladbach 02:10 2:3 (H) 0:7 (A)
2015/16 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde Polen  Lech Posen 0:3 0:2 (H) 0:1 (A)
2017/18 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Moldau Republik  FC Zaria Bălți 3:3
(5:6 i. E.)
1:2 (A) 2:1 (H)
2018/19 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Armenien  Banants Eriwan 5:1 2:1 (A) 3:0 (H)
2. Qualifikationsrunde Italien  Atalanta Bergamo 2:10 2:2 (A) 0:8 (H)
2019/20 UEFA Champions League 1. Qualifikationsrunde Schottland  Celtic Glasgow 2:5 1:3 (H) 1:2 (A)
2019/20 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Freilos      
3. Qualifikationsrunde Weissrussland  BATE Baryssau 1:2 1:2 (H) 0:0 (A)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 74 Spiele, 24 Siege, 15 Unentschieden, 35 Niederlagen, 104:134 Tore (Tordifferenz −30)

Spieler und TrainerBearbeiten

Kader 2018/19Bearbeiten

Tor[1] Abwehr Mittelfeld Angriff
13 Vladen Kovačević
30 Serbien  Bojan Pavlovic
02 Dušan Hodžić
03 Selmir Pidro
04 Halid Šabanović
18 Nihad Mujakić
19 Almir Bekić
22 Montenegro  Aleksandar Šofranac
25 Ghana  Joachim Adukor
27 Numan Kurdić
29 Amer Dupovac
05 Miloš Stanojević
07 Anel Hebibović
08 Ševkija Resić
10 Amar Rahmanović
17 Aladin Šišić
20 Samir Radovacović
21 Kroatien  Ljuban Crepulja
23 Alen Mustafić
24 Sanjin Lelić
26 Emir Halilović
09 Mersudin Ahmetović
11 Krste Velkoski (C) 
28 Haris Handžić
32 Benjamin Tatar

TrainerstabBearbeiten

Trainerstab
Husrefd Musemić Bosnien und Herzegowina  Chef-Trainer
Dženis Čosić Bosnien und Herzegowina  Co-Trainer
Muhamed Džakmić Bosnien und Herzegowina  Co-Trainer
Abdulah Oruč Bosnien und Herzegowina  Co-Trainer
Adi Adilović Bosnien und Herzegowina  Torwart-Trainer
Eldin Jelešković Bosnien und Herzegowina  Fitness-Trainer

SpielerBearbeiten

TrainerBearbeiten

ErfolgeBearbeiten

  • Jugoslawische Meisterschaft
    • Meister (2): 1966–1967, 1984–1985
    • Vizemeister (2): 1964–1965, 1979–1980
  • Jugoslawischer Pokal
    • Finalist (2): 1966–1967, 1982–1983
  • Premijer Liga
    • Meister (4): 1998–1999, 2006–2007, 2014–2015, 2018–2019
    • Vizemeister (4): 1996–1997, 1997–1998, 2005–2006, 2010–2011, 2012–2013
  • Bosnisch-herzegowinischer Fußballpokal
    • Sieger (6): 1996–1997, 1997–1998, 2001–2002, 2004–2005, 2013–2014, 2018–2019
    • Finalist (3): 1998–1999, 2000–2001, 2016–17
  • Super-Cup Republik Bosnien und Herzegowina
    • Sieger (1): 1996–1997
    • Finalist (2): 1997–1998, 1998–1999

FansBearbeiten

 
Horde Zla Graffiti am Stadion Asim Ferhatović Hase in Sarajevo

Die Ultras von FK Sarajevo werden Horde Zla(dt. Horden des Übels) genannt, die schon oft mit gegnerischen Fans in Auseinandersetzungen verwickelt waren. So kam es am 4. Oktober 2009. vor dem Erstligaspiel zwischen NK Široki Brijeg, einem kroatisch dominierten Klub, und dem FK Sarajevo zu einer der schwersten Ausschreitungen in Bosnien und Herzegowina.[2] Nach Zusammenstößen der zwei rivalisierenden Fangruppen und der Polizei in der Nähe von Mostar, wurde ein Anhänger des FK Sarajevo durch einen Schuss aus einer Feuerwaffe tödlich verwundet, sowie 18 Polizisten und 15 Anhänger verletzt, davon 6 schwer.[2] Bei dem Täter, der den Anhänger erschossen hatte, soll es sich um einen einstigen Angehörigen des ehemaligen Kroatischen Verteidigungsrates (Hrvatsko vijece obrane, HVO) gehandelt haben.[2][3][4]

Es besteht eine recht enge Fanfreundschaft zum deutschen Zweitligisten Dynamo Dresden.[5]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Prvi Tim. In: fksarajevo.ba. Abgerufen am 3. August 2018.
  2. a b c Die Presse Sarajevo: Mutmaßlicher Fußball-Fan-Mörder geflohen - Hinzugefügt am 9. Mai 2013
  3. Transfermarkt.de Fan stirbt nach Randale - Hinzugefügt am 9. Mai 2013
  4. Jutarnji list Istraga potvrdila: Navijač Sarajeva ubijen hicem iz pištolja - Hinzugefügt am 9. Mai 2013 (Memento des Originals vom 28. September 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.jutarnji.hr
  5. http://www.zeit.de/sport/2014-08/moenchengladbach-sarajevo-europa-league