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Maccabi Tel Aviv (Fußball)

israelischer Fußballverein

Der Moadon Kaduregel Maccabi Tel Aviv (Hebräisch: מועדון כדורגל מכבי תל אביב; – Fußball Klub Maccabi Tel Aviv) ist die Fußballabteilung des größten israelischen Sportvereins Maccabi Tel Aviv, auch bekannt für seine Basketballabteilung.

Maccabi Tel Aviv
Logo
Basisdaten
Name Moadon Kaduregel Maccabi Tel Aviv
Sitz Tel Aviv
Gründung 1906
Präsident KanadaKanada Mitchell Goldhar
Website maccabi-tlv.co.il/
Erste Mannschaft
Cheftrainer SerbienSerbien Vladimir Ivic
Spielstätte Bloomfield-Stadion
Plätze 17.500
Liga Ligat ha’Al
2018/19 1. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

1906 in Jaffa als HaRishon LeZiyyon gegründet, ist Maccabi nicht nur einer der ältesten Fußballvereine Israels, sondern mit 22 Meisterschaften und 23 Pokalsiegen auch der erfolgreichste. Maccabi spielt seit 1949 ununterbrochen höchstklassig in der Ligat ha’Al. Hauptrivale ist der Lokalrivale Hapoel Tel Aviv.

Der Verein gewann 1968 sowie 1971 die Asian Club Championship. Das Finale 1971 entschied der Verein kampflos für sich, als der irakische „Polizeiverein“ Al-Shorta aus Bagdad seinen Antritt verweigerte.

Inhaltsverzeichnis

Name und WappenBearbeiten

Im Vereinswappen ist der Davidstern in der Ausführung der Maccabi-Bewegung prominent, deren Ziel die Förderung des Bewusstseins der jüdischen Jugend für religiöse, kulturelle und nationale Werte ist. Der Begriff „Maccabi“ wird vom Namen einer Priesterfamilie, den Makkabäern, abgeleitet, deren Mitglieder als Freiheitskämpfer angesehen sind.

GeschichteBearbeiten

Gründungsjahre (1906–1927)Bearbeiten

Am Vorabend des Pessach-Festes 1906 trafen sich eine Gruppe Jungen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren im Haus von Meir Dizengoff. Sie beschlossen, den ersten jüdischen Fußballverein im damals osmanischen Palästina zu gründen. Der Maccabi HaRishon LeZion war geboren. Das erste Spiel konnte mit 3:0 gegen eine Mannschaft aus französischen Seeleuten gewonnen werden. Nachdem 1909 die Stadt Tel Aviv gegründet wurde, benannte sich der Verein in Maccabi Tel Aviv um.

Fußball in Palästina (1928–1945)Bearbeiten

 
Maccabi 1939 in Australien

1928 wurde die Palestine Football Association gegründet. Zu den ersten Mitgliedern des Fußballverbandes zählten neben Maccabi auch Allenbi Hapoel (später Hapoel Tel Aviv) und eine Reihe von britischen Vereinen. Dadurch konnte die erste Fußballliga des Landes gegründet werden. Im selben Jahr wurde auch der israelische Pokal unter dem Namen „People Cup“ gegründet. Das erste Derby zwischen Maccabi Tel Aviv und Allenbi Hapoel fand auch 1928 statt und konnte mit einem 3:0 von Maccabi entschieden werden. 1929 konnte der Verein seinen ersten Staatspokal gewinnen. Im Finale wurde Maccabi HaShmona’i besiegt. 1930 wurde der zweite Pokalerfolg sicher gemacht. Mit 2:1 gewann die Mannschaft gegen das 48. Platoon der britischen Armee.

1936 wurde Maccabi in die USA eingeladen. Auf ihrem Weg dahin wurden zwei Freundschaftsspiele in Frankreich absolviert. Gegen Racing Paris und Olympic Lille reichte es aber nicht zum Sieg. In den USA besiegte die Mannschaft ein New Yorker All Star Team im mit 50.000 Zuschauer besetzten Yankee Stadium. Weitere Spiele folgten. Trainer war damals der Österreicher Egon Pollak.

Nachdem man aus den USA wieder in Israel angekommen war, brach ein Spielerstreik innerhalb der Mannschaft aus. Der Verband konnte die Gehälter nicht mehr bezahlen. Nach einem Jahr akzeptierte der Fußballverband die Forderungen der Spieler. 1937 gewann Maccabi seine erste Meisterschaft. Zwei Jahre später konnte der zweite Titel erlangt werden. Am Ende dieser Saison fuhr die Mannschaft nach Australien. Unter dem Namen Maccabi Palestine Team absolvierten sie dort insgesamt 18 Spiele. Man spielte gegen die Auswahlmannschaften der einzelnen Bundesstaaten, regionale Mannschaften und fünfmal gegen die australische Nationalmannschaft.

1941 konnte das erste Double errungen werden. Im Finale des Pokals gewann die Mannschaft gegen Hapoel Tel Aviv. Nach dem Ende dieser Saison wurde der Ligabetrieb bis 1945 aufgrund des Zweiten Weltkrieges ausgesetzt, trotzdem spielte die Mannschaft in diversen Freundschaftsspielen weiter. 1946 wurde die Liga immer noch nicht ausgespielt, dafür aber der Staatspokal. Maccabi gewann diesen gegen Hapoel Ironi Rishon LeZion mit 6:0. 1947 wurde der Ligabetrieb wieder aufgenommen, und Maccabi Tel Aviv wurde wiederum Meister. Das Pokalfinale gegen Beitar Tel Aviv konnte mit 3:2 gewonnen werden, weil der Schiedsrichter ein Tor für Beitar aberkannte. Die Spieler und Fans der unterlegenden Mannschaft stürmten daraufhin auf den Schiedsrichter zu, und Yom-Tov Mansherov, ein Spieler von Beitar, schnappte sich den Pokal. Dieser tauchte 45 Jahre später in Petach Tikwa wieder auf.

Nach der Unabhängigkeit (ab 1948)Bearbeiten

Nachdem 1948 der Staat Israel ausgerufen wurde, gewann Maccabi in der Saison 1949/50 die erste Meisterschaft. Die Mannschaft erzielte einen Rekord von 103 Toren in 24 Spielen. In den folgenden Jahren dominierte Maccabi mit vier weiteren Meistertiteln in den 50er Jahren das Geschehen der Liga.

Die Saison 1961/62 wurde mit dem zehnten Platz abgeschlossen. Dieses war das bis dahin schlechteste Ergebnis der Mannschaft. Ein Jahr später konnte der Pokalsieg errungen werden und 1967 noch einmal. In diesem Jahr zog der Verein in das Bloomfield Stadium nach Jaffa um. Von 1966 bis 1968 wurde eine Doppelsaison ausgespielt. Maccabi wurde nach fast zehn Jahren wieder Meister. Durch die Meisterschaft durfte die Mannschaft an dem zweiten Asian Champion Club Turnier teilnehmen. Diese konnte durch einen Finalsieg gegen den südkoreanischen Verein Yangzee FC erreicht werden. Die Saison 1969/70 war mit Double-Gewinn wieder mal sehr erfolgreich für die Mannschaft aus Tel Aviv. Die Asian Champion Club konnte in der folgenden Saison zum zweiten Mal gewonnen werden. Die irakische Mannschaft Al-Shorta erklärte, aus politischen Gründen nicht an dem Finale teilnehmen zu wollen. So wurde das Spiel 2:0 für Maccabi gewertet. Auch das vorherige Gruppenspiel wurde 2:0 für die israelische Mannschaft gewertet.

In den 70er Jahren wurden drei weitere Meisterschaften errungen, anders in den 80er Jahren, in diesem Zeitraum konnte keine Meisterschaft erzielt werden. 1988 schaffte man den Rekordsieg von 10:0 gegen Maccabi Haifa. 1992 konnte Maccabi wieder die Liga anführen und zum ersten Mal seit 1979 wieder Meister werden. In der folgenden Saison nahm der Verein zum ersten Mal an der UEFA Champions League teil. In der Vorrunde konnte der FC Valletta aus Malta mit insgesamt 3:1 besiegt werden. Im Hinspiel der ersten Runde unterlag die Mannschaft dem FC Brügge mit 1:0. Auch das Rückspiel wurde mit 3:0 verloren. In der Saison 1993/94 nahm Maccabi Tel Aviv als Pokalsieger am Europapokal der Pokalsieger teil, schied aber in der ersten Runde gegen Werder Bremen aus.

Unter Trainer Avram Grant gewann Maccabi erneut die Meisterschaft und qualifizierte sich dadurch für die Champions League, schied aber frühzeitig gegen den Grasshopper Club Zürich aus. Trotzdem wurde die Saison 1995/96 erfolgreich mit einem Gewinn des Double beendet. In den folgenden Jahren konnte die Maccabi nur den Toto Cup 1999 gewinnen.

2001 und 2002 wurde Maccabi Pokalsieger, 2002/03 unter Trainer Nir Klinger sogar Meister. Der Titelgewinn erfolgte aber nur durch die um einen Treffer bessere Tordifferenz zum Zweiten. Bei der UEFA Champions League 2004/05 schaffte es Maccabi dank Siegen gegen HJK Helsinki und PAOK Thessaloniki in die Gruppenphase. Dort traf Maccabi auf Juventus Turin, den FC Bayern München und Ajax Amsterdam. Mit vier Niederlagen, einem Sieg gegen Ajax und einem Unentschieden gegen Juventus schied der Verein aus. Im selben Jahr konnte zum 22. Mal der israelische Staatspokal gewonnen werden. In der folgenden Saison erlitt die Mannschaft die höchste Heimniederlage aller Zeiten. Gegen den Zweitligisten Hapoel Acre verlor Maccabi 4:0 im Pokal.

2008 beendete der erfolgreichste Torschütze Avi Nimni des Vereins seine Karriere. In insgesamt 355 Spielen erzielte er 174 Tore. Seine Rückennummer 8 wird seitdem nicht mehr vergeben. Seit 2008 ist er auch Generalmanager des Vereins und wird dabei von dem ehemaligen israelischen Nationaltorhüter Yossi Mizrahi als Trainer unterstützt.

2009 konnte der Toto Cup gegen den MS Aschdod gewonnen werden. Bei der UEFA Europa League 2010/11 schied die Mannschaft in der Play-off Runde gegen Paris Saint-Germain aus.

StadionBearbeiten

 
Das Bloomfield-Stadion (2006)

Der Verein trägt normalerweise seine Heimspiele im 1962 eröffneten Bloomfield-Stadion in Jaffa aus. Seit Mitte 2017 wird es renoviert und auf 29.150 Plätze ausgebaut. Es soll im Mai 2019 wiedereröffnet werden.[1] In der Zwischenzeit spielt Maccabi im Netanja-Stadion in Netanja. Das Bloomfield-Stadion bot bis zum Umbau 17.500 Sitzplätze. Der Verein teilt sich die Nutzung mit den Ortsrivalen Hapoel und Bne Jehuda. Das Fußballstadion ist nach dem Bloomfield Fonds benannt, aus dem die Finanzierung des Baus erfolgte. Das Eröffnungsspiel bestritten am 12. Oktober 1962 Hapoel und der FC Twente Enschede aus den Niederlanden. Maccabi nutzt das Stadion seit 1968. Die Anlage wird auch für Konzerte u. a. von Phil Collins, den Scorpions und den The Black Eyed Peas genutzt.

Kader der Saison 2017/18Bearbeiten

Stand 18. August 2017[2]

Nr. Position Name
1 Israel  TW Daniel Lifshitz
2 Israel  AB Eli Dasa
3 Israel  AB Yuval Spungin
7 Israel  MF Omer Atzili
9 Island  ST Viðar Kjartansson
10 Israel  ST Barak Yitzhaki
11 England  ST Nick Blackman (ausgeliehen von Derby County)
13 Israel  MF Sheran Yeini ((C) )
14 Israel  MF Eliel Peretz
15 Israel  MF Dor Micha
16 Israel  MF Shlomi Azulay
17 Israel  ST Sagiv Yehezkel
18 Israel  AB Eitan Tibi
19 Brasilien  TW Daniel Tenenbaum
Nr. Position Name
20 Israel  AB Matan Baltaxa
21 Weissrussland  AB Egor Filipenko
22 Israel  MF Avi Rikan
23 Israel  MF Eyal Golasa
24 Israel  ST Yonatan Cohen
25 Vereinigte Staaten  ST Aaron Schoenfeld
26 Israel  AB Tal Ben Haim
27 Israel  AB Ofir Davidzada (ausgeliehen von KAA Gent)
28 Italien  MF Cristian Battocchio
29 Brasilien  MF Marcelo
31 Bosnien und Herzegowina  MF Tino-Sven Sušić (ausgeliehen von KRC Genk)
42 Israel  MF Dor Peretz
44 Israel  AB Sean Goldberg
95 Serbien  TW Predrag Rajković

Verliehene SpielerBearbeiten

Nr. Position Name
Israel  TW Sahar Hasson (an Beitar Tel Aviv Ramla)
Israel  TW Barak Levi (an Hapoel Katamon Jerusalem)
Israel  TW Omer Katz (an Beitar Tel Aviv Ramla)
Israel  AB Osher Abu (an Hapoel Ramat Gan)
Israel  AB Shachar Fiban (an Beitar Tel Aviv Ramla)
Israel  AB Saar Kalderon (an Hakoah Amidar Ramat Gan)
Israel  AB Maksim Grechkin (an Beitar Tel Aviv Ramla)
Israel  AB Guy Aviv (an Beitar Tel Aviv Ramla)
Nr. Position Name
Israel  MF Sharon Ziso (an Beitar Tel Aviv Ramla)
Israel  MF Roslan Barsky (an Hapoel Haifa)
Israel  MF Sohil Armeli (an Beitar Tel Aviv Ramla)
Israel  ST Dor Jan (an Beitar Tel Aviv Ramla)
Israel  MF Gabriel Knyakovski (an Hapoel Akko)
Israel  MF Dan Glazer (an Maccabi Netanja)
Israel  ST Matan Hozez (an Bne Jehuda Tel Aviv)
Kongo Republik  ST Mavis Tchibota (an Bne Jehuda Tel Aviv)

TitelBearbeiten

TrainerBearbeiten

SpielerBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Maccabi Tel Aviv (Fußball) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tel Aviv: Bloomfield Stadium to be opened in May, 2019. In: stadiumdb.com. ynet.co.il / one.co.il, 20. März 2018, abgerufen am 1. April 2019 (englisch).
  2. Fist Team. In: maccabi-tlv.co.il. Maccabi Tel Aviv, abgerufen am 18. August 2017 (englisch).
  3. Israel – Liste der Pokalfinale RSSSF