Die Drei (3) ist die natürliche Zahl zwischen zwei und vier. Sie ist ungerade und eine Primzahl.

Drei
3
Darstellung
Römisch III
Dual 11
Oktal 3
Duodezimal 3
Hexadezimal 3
Morsecode · · · – – 
Arabisch ٣
Chinesisch
Mathematische Eigenschaften
Vorzeichen positiv
Parität ungerade
Faktorisierung
Teiler 1, 3

Mathematik Bearbeiten

Drei ist die erste ungerade Primzahl und die zweitkleinste nach der Zwei. Gleichzeitig ist sie die erste Mersenne-Primzahl ( ), die erste Fermat-Primzahl ( ), sowie die zweite Sophie-Germain-Primzahl und der zweite Mersenne-Primzahl-Exponent. Sie ist die vierte Zahl der Fibonacci-Folge und die Zweite, die einmalig ist.

Das Dreieck ist die einfachste geometrische Figur in der Ebene. Mit der Berechnung seiner Größen beschäftigt sich die Trigonometrie.

Dreierregel: Ist die Quersumme einer Zahl im Dezimalsystem ein Vielfaches von drei, ist die zugrundeliegende Zahl durch drei teilbar.

Der Dreisatz ist ein mathematisches Lösungsverfahren. Durch den Dreisatz können Verhältnisaufgaben gelöst werden. Zwei Werte werden zueinander in ein Verhältnis gesetzt und darauf aufbauend ein neues Verhältnis gebildet. Die Lösung der Aufgabe erfolgt in drei Schritten, daher auch der Name Dreisatz.

Darstellung Bearbeiten

 
Die 3 in verschiedenen Darstellungen und Schrifttypen
 
Entwicklung zum Zahlzeichen 3

Drei ist in den meisten Schriftsystemen die größte Zahl, die mit ebenso vielen Strichen geschrieben wird, wie die repräsentierte Zahl. So gingen die Römer bei der Darstellung der Zahl 4 von ursprünglich IIII auf IV über, jedoch wird 3 bei den römischen Zahlen, wie im Chinesischen mit drei Strichen dargestellt – erstere vertikal (III), letztere horizontal.

Die indische Brahmi-Zahl für drei wurde wie die chinesische mit drei horizontalen Linien geschrieben, während die Gupta die drei Linien mehr gebogen darstellten (dazu die Abbildung rechts, 1. und 2. Skizze von links). Die Nagari gingen dazu über, die noch horizontalen Linien am rechten Ende im Uhrzeigersinn abwärts zu ziehen (s. Abb. 3). Nach und nach verbanden sie die Linien mit der jeweils darunter liegenden und entwickelten so ein Zeichen, das der modernen 3 schon sehr ähnlich sah, allerdings mit einem zusätzlichen Abstrich an der Basis (s. Abb. 4 & 5). Schließlich waren es die Araber des Maghreb, die mit der Ghubar-Schrift den „Extraschnörkel“ beseitigten und so die moderne 3 entwickelten (s. Abb. 6). Im Gegensatz dazu war der Extraschnörkel für die Ostaraber sehr wichtig: Sie machten ihn viel größer, während sie gleichzeitig die darüberliegenden Striche in eine horizontale Achse rotierten. Auf diese Weise entwickelte sich eine Drei (٣), die wie eine gespiegelte Sieben aussah, mit zwei Erhöhungen auf der obersten Linie.

Das chinesische Zahlzeichen ist chinesisch , Pinyin sān, in formaler (d. h. schwerer fälschbarer) Schreibweise chinesisch , Pinyin sān. Weil das chinesische Wort ähnlich wie der Begriff für „lebendig“ (chinesisch , Pinyin shēng) klingt, gilt drei in China als „gute Zahl“.

Sprachliches Bearbeiten

Sprachen Bearbeiten

Nicht alle Sprachen haben ein eigenes Zahlwort für die Zahl drei. Einige Sprachen wie die der Torres-Strait-Insulaner kennen nur Wörter für die 1 und die 2, mit denen durch Kombination die Zahlen 3, 4, 5 und 6 dargestellt werden. Größere Mengen werden lediglich mit „viel“ bezeichnet. Einige austronesische und australische Sprachen haben andererseits einen eigenen Numerus für die Dreiheit, den Trial, bewahrt.

In Fremdwörtern sowohl aus dem Lateinischen als aus dem Griechischen steht die Wurzel tri für die Zahl drei, in Trikolore, Triops. Ferner ist die lateinische Ordnungszahl tertius (der dritte) und die Multiplikativform triplus (dreifach) in Form der Wurzeln terz bzw. tripel in deutsche Fremdwörter eingegangen, Terz und Tripelspiegel.

Im Lateinischen werden nur die Zahlen von 1 bis 3 (ebenso ambō beide), die Hunderter von ducentī bis nōngentī und der Plural mīlia (Tausende) dekliniert.

Das Trivium (lateinisch für „Dreiweg“) bezeichnete die drei sprachlichen Fächer der sieben freien Künste:

Redensarten Bearbeiten

 
Die Drei Affen von Nikkō

Die Redewendung Aller guten Dinge sind drei, stammt aus germanischer Zeit und meint mit Dinge die Volks- und Gerichtsversammlungen Thing, bei denen nach germanischer Sitte Recht gesprochen wurde. Der Angeklagte wurde dreimal geladen zu erscheinen. Tat er das nicht, wurde er in Abwesenheit verurteilt.[1] Auch wurde ein Thing jährlich dreimal abgehalten. Die Brüder Grimm führen die Wendung als Sprichwort „alle gute ding sind drei“ in ihrem Deutschen Wörterbuch von 1854 auf.

Drei Kreuze schlagen/machen (etwas überstanden haben, froh sein, erleichtert sein) leitet sich vom Bekreuzigen der Christen, das Überstehen einer Aufgabe oder Prüfung symbolisiert und dem christlichen Sinnbild der Dreifaltigkeit ab.[2]

Flotter Dreier, kurz Dreier genannt, ist die umgangssprachliche Redensart für die Ausübung von Geschlechtsverkehr zwischen drei Personen und stellt damit die kleinstmögliche Variante von Gruppensex dar.

Bis drei zählen. Drei Impulse, die in gleichen Zeitabständen erfolgen, machen den dritten Impuls vorhersehbar. Somit sind drei Schläge die kürzeste Möglichkeit, einen Startmoment oder dergleichen anzusagen. Daher genügt es, bis drei zu zählen, wenn mehrere Personen etwas im selben Moment tun sollen, z. B. im Spiel Schere, Stein, Papier. Auch viele Abzählreime zählen bis drei.

Ein Dreitagebart ist ein sehr kurzer Bart, bei dessen Pflege nur ganz kurze Bartstoppeln stehengelassen werden

Weitere Redensarten:

  • Alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist (es wird nichts verschont, was in greifbarer Nähe ist)
  • ein Gesicht machen wie drei Tage Regenwetter
  • ein Dreikäsehoch sein; kaum drei Käse hoch sein
  • ewig und drei Tage
  • drei Meilen gegen den Wind
  • drei ist einer zu viel (Gegenteilige Redewendung)
  • in drei Teufels Namen
  • nicht bis drei zählen können
  • sich jemanden drei Schritte vom Leib halten

Ordnungszahl Bearbeiten

Während bei den meisten Zahlen zur Bildung der Ordnungszahl einfach eine Endung an die Grundzahl gehängt wird (zwei-ter, zwanzig-ster, dreißig-ster), haben die Zahlen 1 und 3 und ihre Zusammensetzungen unregelmäßige Formen (erster, dritter; hunderterster, hundertdritter).

Im Englischen haben nur die Ordnungszahlen von 1 bis 3 (first, second, third) und ihre Zusammensetzungen (twenty-first) eigene Formen, die übrigen enden auf -th (fourth, fifth, one hundredth).

Naturwissenschaft Bearbeiten

 
Anzeige der 3 mit Hilfe der sieben Segmente Technik

Physik Bearbeiten

Im Raum und der Geometrie gibt es die drei Raumdimensionen Breite, Länge und Höhe oder verallgemeinert die Achsenrichtungen X, Y und Z eines Koordinatensystems. Die orientierte Verkettung von 3 Richtungen im Raum kann durch eine Dreifingerregel veranschaulicht werden, etwa im Elektromagnetismus.

In der Quantenmechanik gibt es drei Valenzquarks in den Baryonen, wie zum Beispiel den Neutronen und Protonen.

Bei der Berechnung von Bahnkurven (Himmelsmechanik) stößt man auf das sogenannte Dreikörperproblem.

Chemie Bearbeiten

Die Entdeckung atomarer Triaden, die sich mit den Elementen einer Gruppe oder Spalte des Periodensystems beschäftigt, wurde als eine Form der Numerologie bezeichnet, die schließlich zur Entstehung des Periodensystems führte.[3] Obwohl die Methode nicht mit jedem Triplett funktioniert, basierten manche wissenschaftliche Arbeiten in der Folge auf dieser Beobachtung.[4][5]

Lithium ist ein chemisches Element mit der Ordnungszahl 3 im Periodensystem der Elemente.

Während Trichlorethen (Trivialname: Trichlorethylen, Trichlor, Tri) ein Lösungsmittel ist, gehört Trinitrotoluol (TNT) zu den Sprengstoffen.

Ein Triol ist in der Chemie ein dreiwertiger Alkohol, z. B. Glycerin.

Omega-3-Fettsäuren sind in Algen, Fischen und Pflanzen als Carbonsäureester beziehungsweise Triglyceride enthalten.

Biologie Bearbeiten

Zoologie Bearbeiten

Ein Triceratops ist ein ausgestorbener dreihörniger Saurier und die Trilobiten sind eine ausgestorbene Klasse meeresbewohnender dreilappiger Gliederfüßer.

Die Triangel-Bodeneule auch Triangel-Erdeule genannt, ist ein Schmetterling (Nachtfalter).

Die zweiseitig symmetrischen Tiere entwickeln drei Keimblätter: Entoderm, Mesoderm und Ektoderm.

Die Dreispitz-Konusspinne ist eine Art der Webspinnen.

Die Dreifinger-Faultiere stellen eine der zwei heute noch bestehenden Linien der Faultiere dar.

Botanik Bearbeiten

 
Laubblatt mit Drüsenhaaren des Dreifinger-Steinbrech

Der Dreifinger-Steinbrech auch Dreifingeriger Steinbrech[6] oder Finger-Steinbrech[7] genannt, ist eine Pflanzenart.[8][9] Der Dreiteilige Ehrenpreis oder Dreiblättriger Ehrenpreis bezeichnet, ist wie der Dreifinger-Steinbrech, eine Pflanzenart aus der Gattung Ehrenpreis.

Der Dreispitz-Ahorn, auch Dreizahn-Ahorn genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Ahorne die in Japan, Taiwan und China verbreitet ist.[10]

Die Dreispitzige Jungfernrebe oft auch Dreiblättrige bzw. Dreilappige Jungfernrebe, wird wie andere ähnliche Arten Wilder Wein genannt.

Der Dreiteilige Zweizahn ist eine Pflanzenart in der Familie der Korbblütler, die in Eurasien und Nordamerika verbreitet ist.

Der Dreiteilige Wasserhahnenfuß[11] ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hahnenfuß und der Familie der Hahnenfußgewächse.

Trifolium ist der Gattungsname des Klees, der dreizählige Blätter aufweist.

Geographie und Geologie Bearbeiten

Geographie Bearbeiten

Der Dreispitz ist ein Gebirgsmassiv südlich des Thunersees im schweizerischen Berner Oberland.

Der Dreitannenriegel ist ein Berg im Bayerischen Wald.

Die Dreitorspitze ist ein mehrgipfliges, markantes Gebirgsmassiv im östlichen Teil des Wettersteingebirges.

Die Drei Schwestern sind drei Gipfel einer Bergkette im Rätikon, einer Gebirgsgruppe der westlichen Zentralalpen.

Die Drei Zinnen sind ein markanter Gebirgsstock in den Sextner Dolomiten an der Grenze zwischen den italienischen Provinzen Belluno im Süden und Südtirol im Norden.

Drei Gleichen ist die Bezeichnung für ein mittelalterliches Burgenensemble in Thüringen und für das Bergensemble, auf dem die Burgen stehen.

Die Drei-Brüder-Höhle (französisch Grotte des Trois-Frères) ist eine der drei Höhlen des Volp. Als Bilderhöhle des Jungpaläolithikums enthält sie berühmte Höhlenmalereien.

Die Trias (altgriechisch τριάς „Dreiheit, Dreizahl“) ist in der Geologie ein Erdzeitalter das 51 Millionen Jahre dauerte.

Technik und Architektur Bearbeiten

Technik Bearbeiten

 
Das Cooke-Triplet

Das Cooke-Triplet ist ein dreilinsiges Objektiv. Triplet steht engl. für Dreiergruppe, Drilling oder auch Dreilinser.

Dreiphasenwechselstrom oder Drehstrom, ist eine Form des Wechselstroms, bei der drei zueinander phasenverschobene Wechselspannungen wirken.

Der 3D-Druck (auch 3-D-Druck),[12] ist eine Bezeichnung für alle Fertigungsverfahren, bei denen Material Schicht für Schicht aufgetragen wird, um dreidimensionale Gegenstände (Werkstücke) zu produzieren.

Die Drei-Schluchten-Talsperre ist eine Stauanlageim im Jangtsekiang in der Volksrepublik China.

Architektur Bearbeiten

Nach dem antiken römischen Architekt, Ingenieur und Schriftsteller Vitruv beruht Architektur auf den drei Prinzipien, Stabilität (Firmitas), Nützlichkeit (Utilitas) und Anmut/Schönheit (Venustas).[13] Dabei müssen alle drei Kategorien gleichermaßen und gleichwertig berücksichtigt werden.

Gesellschaft und Geschichte Bearbeiten

 
Überlebensgroßes Monument der Heiligen Drei Könige (portugiesisch „Três Reis Magos“) in Natal (Brasilien), 2004

Gesellschaft Bearbeiten

 
Symbol für Blinde
 
Symbol für Drei-Sterne-Restaurants
 
Italienischer Dreispitz, Mitte des 18. Jahrhunderts

Drei Menschen sind die kleinste Gruppe, in der bei Abstimmungen eine absolute Mehrheit den Ausschlag für eine Entscheidung geben kann. Viele kleine Entscheidungsgremien bestehen daher aus drei Mitgliedern, zum Beispiel Spruchkörper im deutschen Gerichtswesen wie das Schöffengericht oder die Kleine Strafkammer. Rechtsstaatliche Systeme wie das von Deutschland fußen zumeist konstitutionell auf den drei Säulen Legislative, Judikative und Exekutive. Die Soziale Dreigliederung nach Rudolf Steiner– auch Dreigliederung des sozialen Organismus – ist eine Forderung nach der konkreten Gestaltung der Gesellschaft, die Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, einer spirituellen Weltanschauung, aufgestellt hat.[14]

Trinitatis ist ein Fest im Kirchenjahr, das in der Westkirche am ersten Sonntag nach Pfingsten begangen wird. Deutsche Bezeichnungen sind Dreifaltigkeitssonntag oder Dreieinigkeitsfest.

Der Dreikönigstag ist in der katholischen Kirche das Hochfest der Erscheinung des Herrn, volkstümlich und in vielen Kalendern auch als Dreikönigsfest, Heilige Drei Könige und Heiligedreikönigstag bezeichnet.[15]

Teams aus drei Personen sind dynamisch und können rasch entscheiden, das gilt auch für soziale und erotische Dreierbeziehungen, Triumvirat. Ein Triumvirat – abgeleitet von lat. tres viri („drei Männer“) – bezeichnet ein Bündnis von drei Personen, die gemeinsam die Macht in einem Gemeinwesen ausüben.

Ein Dreisterne-General oder Generalleutnant ist ein militärischer Dienstgrad für Soldaten der Bundeswehr und des Bundesheeres sowie weiterer moderner und früherer Streitkräfte.

Drei-Sterne-Restaurants, sind entsprechend dem Guide Michelin Restaurants, die eine Reise wert sind und die eine einzigartige Küche bieten.

Unter dem Namen Drei plus Drei bildeten die skandinavischen Länder Dänemark, Finnland und Schweden sowie die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen eine Kontaktgruppe.

Blinde oder hochgradig sehbehinderte Personen tragen zur Kenntlichmachung ihrer Beeinträchtigung manchmal ein Abzeichen oder eine Armbinde mit drei schwarzen Punkten auf gelbem Grund.

Unter drei“ ist ein Code im deutschen journalistischen Sprachgebrauch. Er bezeichnet die informelle Regel, dass weder Quelle noch Inhalt genannt werden dürfen, die erhaltenen Informationen absolut vertraulich behandelt werden müssen und ausschließlich für den Hintergrund bestimmt sind (verdeckte Information).

Der Dreispitz oder auch Dreimaster, ist eine Hutform mit dreiteilig nach oben geklappter Krempe und die Bezeichnung für die in Dreiecksform gefaltete Flagge der Vereinigten Staaten.

Geschichte Bearbeiten

 
Die drei Stände, Kleriker, Ritter und Bauer um 1285

Die Zeit der Drei Reiche ist eine Epoche (ca. 208–280 n. Chr.) in der Geschichte Chinas.

Die mittelalterliche und frühneuzeitliche Gesellschaft Europas gliederte sich in drei Stände. Stände sind gesellschaftliche Gruppen, die durch rechtliche Bestimmungen voneinander abgetrennt sind.[16]

Der Dreikönigenschrein im Kölner Dom ist ein Reliquiar, das aus der Zeit Ende des 12. Jahrhunderts stammt.

Die französische Julirevolution von 1830 wird im französischen Sprachraum auch als „Die Drei Glorreichen“ (Les Trois Glorieuses) bezeichnet.

Ursprünglich orientierte sich die Breite der Hoheitsgewässer an der Kontrollierbarkeit mit Geschützfeuer von Land aus. Deshalb einigte man sich auf die Weite eines Kanonenschusses mit einheitlich drei Seemeilen, die Drei-Meilen-Zone.[17][18]

Philosophie Bearbeiten

 
Bild der Arbeitsgemeinschaft (Dreieinigkeit) von Friedrich Nietzsche, Lou Andreas-Salomé und Paul Ré

Eine Dreiteilung in Logos, Psyche und Physis findet man bereits in der klassischen griechischen Philosophie. Philosophiegeschichtlich ist die Metaphysik, eine der Grunddiziplinen der Philosophie, vor allem durch drei Grundfragen geprägt:

  1. Gibt es Arten von Dingen, die für die Existenz anderer Arten grundlegend sind? (Aristoteles’ „Kategorien“)
  2. Gibt es eine erste/letzte Ursache, von deren Existenz die Existenz von allem anderen abhängt? (Aristoteles)
  3. Warum gibt es überhaupt etwas und nicht nichts? (nach Gottfried Wilhelm Leibniz,[19] von Martin Heidegger zur Grundfrage erklärt[20])

Die Unterscheidung dreier Naturreiche (Mineralien, Pflanzen und Tiere) durch den antiken griechischen Philosophen Aristoteles blieb in der Philosophie und der Biologie lange Zeit maßgeblich.

Zu den Errungenschaften, die man dem antiken griechischen Philosophen Pythagoras (570–510 v. Chr.) zugeschrieben hat, gehören die drei mathematischen Mitteln (arithmetisches, geometrisches und harmonisches Mittel).[21]

Das antike Lehrgebäude der stoischen Philosophieschule kennt drei Kernaspekte, die Physik, die sich mit dem Kosmos befasst, die Logik, die Erkenntnis, Erklärung und Beweisführung umfasst, sowie der Ethik, die sich mit dem menschlichen Leben beschäftigt und den Mittelpunkt der stoischen Philosophie bildet.[22] Dabei nahm Philon auf die Dreiheitslehre der Pythagoreer Bezug.[23]

Plutarch ging auf die Sonderstellung der Dreiheit ein. Er befand, die Dreizahl sei ihrem Wesen nach vollkommen. Sie sei die erste der ungeraden Zahlen und der Anfang der Vielheit.[24]

Der römische Philosoph Seneca fasste die Bewegungen der drei Grazien der römischen Mythologie als vollständige Darstellung der Großmut auf.[25]

Der Kirchenlehrer Augustinus von Hippo (354–430) argumentiert, dass es nur durch die Trinität möglich sei, dass Liebe ein ewiger Wesenszug Gottes sein kann.

Der Franziskaner, Philosoph und Theologe der Scholastik Bonaventura (1221–1274) war der Auffassung, dass Aristoteles und seine Anhänger sich dreifach irrten und dreifach blind waren, indem sie die Urbildlichkeit, die göttliche Vorsehung und die göttliche Einrichtung des Weltlaufs bestritten (dreifacher Irrtum). Außerdem seien sie blind bezüglich der behaupteten Ewigkeit der Welt, der angenommenen Einheit des Intellekts und der geleugneten Strafe und Glückseligkeit nach diesem Leben (dreifache Blindheit).[26]

Der deutsche Philosoph Christian Wolff postuliert drei Hauptarten der Erkenntnis:

  • die historische Erkenntnis
  • die philosophische Erkenntnis
  • sowie die mathematische Erkkentnis

Der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche (1844–1900) beschreibt drei Stadien (Kamel, Löwe, Kind), die der menschliche Geist im Laufe der Wahrheits- und Selbstfindung durchläuft.

Ernst Bloch (1885–1977), ein anderer deutscher Philosoph, entwickelte eine Philosophie des „Tertium“, also des Dritten, einer Lage zwischen Nicht-Mehr- und Noch-Nicht-Sein[27]

Dreiwertige Logiken (auch: ternäre Logiken) unterscheiden sich von der klassischen Logik dadurch, dass das Prinzip der Zweiwertigkeit aufgegeben wird. Dies bedeutet, dass es statt zwei Wahrheitswerten drei gibt, nämlich anstatt nur „wahr“ und „falsch“ außerdem noch „unbekannt“, „unbestimmt“, „möglich“ oder „Don’t-Care“ .

Psychologie Bearbeiten

Eine Triade bezeichnet in der systemischen Familientherapie das Beziehungssystem zwischen drei Personen (z.b. Vater-Mutter-Kind).

Sport Bearbeiten

Dreiseitiger Fußball (auch Dreiseitenfußball) ist eine Variante des Fußballs mit drei statt zwei Mannschaften. Das Spiel wurde von Asger Jorn erdacht. Damit wollte er seine Idee der Dreiwertigen Logik veranschaulichen.

Der Dreisprung ist eine Disziplin der Leichtathletik; Dreikampf und Triathlon kombinieren drei Sportdisziplinen. Bei Volleyball sind einer Mannschaft 3 Ballberührungen erlaubt, bei Basketball 3 Halbschritte beim Dribbeln mit dem Ball. Karambolagebillard wird mit 3 mechanisch identen Kugeln gespielt, eventuell als Dreiband-Variante. Triathlon ist eine Ausdauersportart, bestehend aus einem Mehrkampf der Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen.

Drei Tore in einem Mannschaftsspiel oder drei Erfolge in Serie werden im Sport als Hattrick bezeichnet.

Kunst Bearbeiten

Ein aus drei Teilen oder Einzelwerken bestehendes Werk bezeichnet man in der Bildenden Kunst als Triptychon, in Literatur, Film und Musik meist als Trilogie.

 
Drei Sterne Schulterstück in der US-Armee

Musik Bearbeiten

 
Die Zauberflöte die Drei Knaben und Pamina
 
Ein Triangel auf einem Bild von Angelika Kauffmann

Die abendländische Harmonik in der Musik beruht auf dem Ordnen verschiedener Töne zu Dreiklängen. Wiewohl der Dreiklang aus drei Klängen besteht, so vereinigt er sich doch zu einem Klang.

Terz (von lateinisch tertia: „die Dritte“) bezeichnet in der Musik das Intervall, das drei Stufen einer diatonischen Tonleiter umspannt.[28][29]

In der barocken Deutung der Trinität finden sich Hinweise, dass die pythagoreisch-platonische Ideenlehre eine symbolhafte Darstellung der Trinität sei.[30]

Das Triangel (wohl über italienisch triangulo von lateinisch triangulum „Dreieck“) ist ein Schlaginstrument in der Form eines gleichseitigen Dreiecks.

Trios in der Rockmusik werden auch Powertrios genannt. Die Besetzung ist meist Gitarre, Bass und Schlagzeug. Bekannte Rocktrios mit dieser Besetzung sind zum Beispiel The Jimi Hendrix Experience, Cream, The Police oder ZZ Top. Ein Vertreter des Trios mit Keyboard war Emerson, Lake and Palmer. Eine minimalistische Trio-Variante spielte die deutsche Band Trio mit dem Song Da Da Da ich lieb dich nicht du liebst mich nicht aha aha aha.

Die drei Tenöre (internationale Bezeichnung: The Three Tenors) waren ein Gesangstrio aus den drei Opernsängern Plácido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras.

Drei Chinesen mit dem Kontrabass ist ein Kinderlied, das im gesamten deutschen Sprachraum verbreitet ist.

Drei Schwestern (russisch: Три сестры, international übliche Schreibweise: Tri Sestri) ist eine Oper in einem Prolog und drei Sequenzen nach Anton Tschechows Drama Drei Schwestern.

Die Liebe zu den drei Orangen ist eine Oper von Sergei Prokofjew in vier Akten.

In der Oper Die Zauberflötte von Wolfgang Amadeus Mozart kommt die Drei oft vor, die Schlange wird in drei Teile zerschnitten, drei Damen stehen im Dienst der Königin, drei Knaben unter dem Befehl von Sarastro, es gibt drei Sklaven, die eine gesprochene Rolle spielen, drei Türen des Tempels, drei Musikinstrumente, drei Prüfungen, drei Erscheinungen der Königin, ein dreimal zu hörender Donner usw.[31]

Die Sonate Nr. 3 in B-Dur von Wolfgang Amadeus Mozarts ist eine Klaviersonate mit drei Sätzen.

Die Dreigroschenoper ist ein Theaterstück von Bertolt Brecht mit Musik von Kurt Weill.

Literatur Bearbeiten

In der 1942 erschienenen Erzählung Runaround postulierte der US-amerikanische Science-Fiction Autor Issac Asimov die drei Robotergesetze.[32]

  1. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen.
  2. Ein Roboter muss den Befehlen eines Menschen gehorchen, es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zum ersten Gesetz.
  3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange dieser Schutz nicht dem Ersten oder Zweiten Gesetz widerspricht.

Die Trilogie des Scheiterns ist eine Romantrilogie des deutschen Schriftstellers Wolfgang Koeppen, die aus folgenden drei Hauptwerken besteht:

Die drei Sonnen ist ein Science-Fiction-Roman des chinesischen Autors Liu Cixin.

Weitere Literatur Bearbeiten

Film Bearbeiten

2001: Odyssee im Weltraum Bearbeiten

Der Literaturwissenschaftler Armin Klumpp veranschaulicht, dass im formalen Aufbau des Films 2001: Odyssee im Weltraum die Zahl Drei in allen erdenklichen Variationen in Erscheinung tritt. In der ersten Einstellung werden die drei Himmelskörper Mond, Erde und Sonne übereinander aufgereiht. Dreimal erscheint im Film diese Konjunktions-Einstellung. Die Stimmenerkennungsdienst-Terminals der Raumstation sind zu je drei Einheiten zusammengefasst und haben drei Durchgänge. Im zweiten Teil des Films sind drei Landemanöver zu sehen. Der Zuschauer erlebt drei Geburtstage (Floyds Tochter, Poole, das neugeborene „Sternenkind“ am Ende des Films). Dreimal gleitet die Discovery One an der Kamera vorbei. Die Besatzung der Discovery One besteht aus drei aktiven (HAL, Poole, Bowman) und drei passiven Mitgliedern. Das Bug der Discovery One birgt drei Raumgondeln in sich. Obwohl die Besatzung der Discovery One aus fünf Menschen besteht, sind nur drei Raumanzüge zu sehen. Die AE-35-Einheit, die sich aus drei Parabolantennen zusammensetzt, fällt angeblich in 72 Stunden aus, sprich in drei Tagen. Die KI HAL trägt in ihrem Emblem drei Nullen (die Bodenkontrolle bezeichnet ihn als „neun-dreimal-null-Bordcomputer“). Bevor sich Bowman in die Notluftschleuse katapultiert, drückt er zuerst drei Knöpfe und betätigt anschließend drei Schalter. Dreimal tritt Bowman seiner gealterten Inkarnation gegenüber. Im Badezimmer hängen drei Handtücher. Drei biblische Gebote kommen im Laufe des Films zum Vorschein: „Du sollst nicht töten.“(Deut 5,17 EU) „Du sollst Dir kein Bildnis machen.“(Deut 5,8 EU) und „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“(Deut 5,7 EU) Der letzte Teil des Films besteht aus drei Sequenzen. In der letzten Szene sind drei Himmelskörper (Mond, Erde, überdimensionales Neugeborenes) zu sehen. Die Zahl drei entspricht nicht nur jenen drei Dimensionen, die Stanley Kubricks Kameramann auf der zweidimensionalen Leinwand vor Augen führt, sondern sie verweist auch auf die Dreifaltigkeit.[33]

Trilogieen Bearbeiten

Filme mit der Zahl drei im Titel (Auswahl) Bearbeiten

Religion Bearbeiten

 
Triskele auf der Flagge von Sizilien

Drei gilt von alters her als göttliche bzw. heilige Zahl. Der Jahres- und Lebenszyklus wurde in vielen Kulturen als Dreiheit gesehen. Stichwörter dafür sind

  • Wachsen – Fruchtbarkeit – Vergehen
  • Kindheit – Erwachsensein – Alter
  • zunehmender Mond – Vollmond – abnehmender Mond

Eine Dreiheit von Göttern (Trias) als Symbol für die allumfassende Göttlichkeit existiert in vielen Kulturkreisen.

Polytheistische Religionen Bearbeiten

Göttliche Triaden (Dreiheiten, d. h. drei verschiedene, zusammengehörende Gottheiten), oft bestehend aus Vater, Mutter und Kind, sind aus den meisten Mythologien bekannt:

Die Trimūrti („drei Formen“ oder „Dreieinigkeit“) sind die Dreifaltigkeit der höchsten Göttlichkeit im Hinduismus.[38][39] Schöpfung, Bewahrung und Zerstörung werden als Dreiklang von Gottheiten personifiziert. Typischerweise ist Brahma, der Schöpfer, Vishnu, der Bewahrer, und Shiva, der Zerstörer.[40]

Die drei Doshas („Schwäche“) sind die Grundlage der ayurvedischen Medizin in Indien und der brahmanische Heilkunde der Tridosalehre.[41]

Die drei Gunas sind die grundlegende Handlungen im vedischen Wissenssystem.

Zur Bedeutung von drei in der chinesischen Zahlensymbolik siehe Chinesische Zahlen#Zahlensymbolik.

 
Kleeblatt als Symbol für die Trinität

Für die altorientalische babylonische Religion haben Zahlen eine mystische Bedeutung. Die mystische Bedeutung der drei entspringt der Dreiteilung des Kosmos in drei Sphären der Fixsterne; ebenso die Dreiteilung der irdischen Sphäre, in Lufthimmel, Erde und Ozean. Genauso lässt sich die Trias Vater, Mutter, Sohn (Enki, Ninḫursanga, Marduk) damit in Verbindung bringen.

Monotheistische Religionen Bearbeiten

In der jüdischen mystischen Tradition der Kabbala glaubt man, dass die Seele aus drei Teilen besteht, wobei der höchste Teil Neshamah („Atem“), der mittlere Ruach („Wind“ oder „Geist“) und der niedrigste Nefesh („Ruhe“) ist.[42] In der christlichen Zahlensymbolik ist drei unter anderem ein Symbol für die Dreifaltigkeit (Trinität) Gottes aus Vater, Sohn und heiligem Geist.[43] Andere Beispiele sind die Heilige Familie, die Heiligen Drei Könige und die Auferstehung Christi am dritten Tag. Im Gegensatz zur Zahl Vier der weltlichen Sphäre wurde im Mittelalter die Drei der spirituellen Sphäre[44] zugeordnet. Der Heilige Patrick soll der Legende nach die Iren mit einem Kleeblatt über die Dreieinigkeit Gottes aufgeklärt haben.[45]

Es gibt drei christliche Initiationssakramente, die Taufe, die Firmung (Myronsalbung) und die Eucharistie.

In den Kirchen katholischer und orthodoxer Tradition gibt es die Weihe zum dreifachen apostolischen Amt von Diakon, Presbyter (Priester) und Bischof.

Mit der Sammelbezeichnung Drei Kappadokier bzw. Drei kappadokische Väter sind die drei kappadokischen Theologen Basilius der Große, Gregor von Nyssa und Gregor von Nazianz gemeint.

 
Die drei Hirtenkinder von Fatima

Die Drei Hierarchen des Christlichen Orients, Basilius der Große, Johannes Chrysostomos und Gregor der Theologe, spielten eine entscheidende Rolle in der Christlichen Theologie.

Nach Auffassung der deutschen Benediktinerin und Ärztin Hildegard von Bingen, gibt es drei Lebenspfade für den Menschen. Nur wenn er die drei Aspekte, Seele, Leib und Sinne bei der Lebensführung ausgewogen berücksichtigt, bleibt der Mensch gesund.

Die drei Geheimnisse von Fátima sind Teile einer Botschaft, die die drei Hirtenkinder Lúcia dos Santos, Jacinta Marto und Francisco Marto am 13. Juli 1917 bei der dritten Marienerscheinung in Fátima (Portugal) laut ihren Aussagen empfangen haben und nicht veröffentlichen durften.

Nichttheistische Religionen Bearbeiten

 
Die drei Reinen

Buddhismus Bearbeiten

Im Buddhismus gibt es drei Hauptströme, Hinayana („Kleines Fahrzeug“) oder Theravada („Lehre der Älteren“), Mahayana („Großes Fahrzeug“) und Vajrayana (im Westen meist als Tibetischer Buddhismus bekannt).

Die älteste Zusammenfassung buddhistischen Schriftgutes heist Tipitaka (Sanskrit: Tripitaka, deutsch: „Dreikorb“, auch Pali-Kanon) und besteht aus den drei Teilen Abhidhammapitaka, Suttapitaka (Korb der Lehrreden) und dem Vinayapitaka.

Als die drei Daseinsmerkmale werden die Merkmale bezeichnet, die allen physischen und psychischen Phänomenen des Daseins innewohnen:

  • anicca – Alles ist vergänglich und dem Wandel unterworfen.
  • dukkha – Alles ist dem Leiden unterworfen. Der Begriff kann auch Unbefriedigendheit bedeuten.[46]
  • anatta – Alle Dinge und Phänomene existieren ohne einen unveränderlichen Wesenskern und entstehen abhängig von anderem.[46]

Die Drei Juwelen (Pāḷi: Tiratana, Skt.: Triratna; auch: Drei Kostbarkeiten, dreifache Edelsteine, Drei Schätze[47][48]) bezeichnen im Buddhismus, den Lehrer (Buddha) die Lehre (Dharma) und die Gemeinschaft der Praktizierenden (Sangha). Indem jemand Zuflucht zu diesen Drei nimmt, bezeugt er seine Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Buddhisten und gilt als Buddhist.

Eine Wahrheit des Buddhismus lautet, dass das Leid in Abhängigkeit von Ursachen entsteht, nämlich im Wesentlichen durch die Drei Geistesgifte, die in deutscher Übersetzung meist als „Gier“, „Hass“ und „Unwissenheit / Verblendung“ bezeichnet werden.[49]

Im Zen-Buddhismus werden drei Niederwerfungen, die Sanpai (japanisch 参拝), praktiziert. Wobei san „sich beteiligen“ (gleichgeschrieben mit der literarische Schreibung der Zahl Drei san) und pai „Niederwerfung“ bedeutet. Die rituelle Niederwerfungen, bringen die tiefe Achtung und Dankbarkeit zum Ausdruck.[50]

Daoismus Bearbeiten

Die Drei Schätze (Chinesisch: 三寶; Pinyin: sānbǎo; Wade-Giles: san-pao) sind die drei Grundtugenden des Daoismus.

Die Drei Reinen (pinyin: Sānqīng), auch übersetzt als die Drei Reinen, die Drei Unberührten, die Drei Göttlichen Lehrer, die Drei Klarheiten oder die Drei Reinheiten, sind die drei höchsten Götter im taoistischen Pantheon. Sie gelten als reine Manifestationen des Tao[51] und als Ursprung aller empfindungsfähigen Wesen, zusammen mit den „Herren der drei Lebensprinzipien oder 'Atem' (Qi)“[52] Sie waren auch Götter, die „mit dem Himmel, der Erde und der Unterwelt verbunden“[53] waren.

Märchen Bearbeiten

In Märchen erscheint die Drei hauptsächlich in den drei Grundformen, drei Brüder, drei Wünsche, drei Prüfungen. Typisch für die Struktur von Märchen ist oft ein dreiteiliger Aufbau mit Steigerung in der dritten Periode (z. B. drei Aufgaben, drei Brüder oder Schwestern).[54] Diese Struktur erfüllt bestimmte Funktionen, die mit „archetypischen[55] Akteuren verbunden sind (z. B. Held, Gegenspieler, Helfer), und ist schon in der Antike aufzufinden.[56] Im Märchen ist die Dreiheit ebenso häufig wie in der Mythologie. Beispiele dafür sind:

  • Drei Söhne oder Töchter des Königs oder des Müllers.
  • Drei Wünsche der (guten) Fee.
  • Drei zu bestehende Prüfungen.

Das Bild der drei Blutstropfen auf weißem Untergrund verbindet Schneewittchen mit dem Grimm-Märchen Die Gänsemagd: Hier sind drei Blutstropfen in einem Taschentuch neben dem Pferd Fallada das einzige Unterpfand für Leben und Achtung der Prinzessin. In dem Grimm-Märchen Der Liebste Roland haben drei Blutstropfen der feindlichen Hexentochter eine bannende und rettende Wirkung. Die Dreizahl der Blutstropfen in Schneewittchen korrespondiert auch mit den drei bedrohlichen Besuchen der Stiefmutter, bei denen sie in Form todbringender Geschenke die drei Attribute der römischen Göttin Venus überreicht.[57]

Märchen mit drei im Titel:

Weitere Märchen:

Verschiedenes Bearbeiten

Erst drei Punkte können eine Fläche aufspannen (definieren). Dreibein, Stativ, Dreirad sowie Schemel und Tisch stehen auf 3 Unterstützungspunkten, definitiv ohne zu wackeln.

Am nördlichen Sternenhimmel sind das Frühlingsdreieck, das Sommerdreieck und das Winterdreieck sichtbar, die aus den hellen Hauptsternen verschiedener Sternbilder gebildet werden.

Zur Farbwahrnehmung besitzt der Mensch drei Sorten von Farbsinneszellen (Zapfen) für unterschiedliche Spektralbereiche. Dementsprechend sieht der Mensch die drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau, siehe Dreifarbentheorie.

Die drei ??? ist eine Hörspielserie, die auf der gleichnamigen Jugendbuchserie beruht.

Medizin Bearbeiten

Das Drei-Tage-Fieber ist eine ansteckende Infektionskrankheit, die zu den Kinderkrankheiten zählt.

Von einer Trisomie (von altgriechisch tría, deutsch ‚drei, dreierlei‘ und sôma, deutsch ‚Körper‘) wird gesprochen, wenn ein Chromosom oder ein Teil eines Chromosoms dreifach (trisom) statt zweifach (disom) in allen oder einigen Körperzellen vorliegt.

Literatur Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Wiktionary: drei – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: 3 (number) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch Bearbeiten

  • Trinität, die Wesenseinheit Gottes in drei Personen

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Paul Friedrich Weber: Woher der Ausdruck?: Deutsche Redensarten und ihre Erklärung, Seite 31, Verlag Kemper, 1961 Aller guten Dinge sind drei
  2. Stefan Gottschling: Lexikon der Wortwelten. Das So-geht’s-Buch für bildhaftes Schreiben. 2. Auflage. SGV-Verlag, Augsburg 2008, S. 71.
  3. Johann Wolfgang Dobereiner. Purdue University, abgerufen am 16. März 2015.
  4. I. J. Good: A Quantal Hypothesis for Hadrons and the Judging of Physical Numerology. In: Disorder in Physical Systems. Oxford University Press, 1990, ISBN 0-19-853215-6, S. 141.
  5. Dan Falk: Cosmic numbers: Pauli and Jung's love of numerology. In: NewScientist – Opinion. am 29. April 2009, abgerufen am 16. März 2015.
  6. Saxifraga tridactylites L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 26. Februar 2023.
  7. Saxifraga tridactylites L., Finger-Steinbrech. auf FloraWeb.de
  8. Luc Brouillet, Patrick E. Elvander: Saxifraga.: Saxifraga tridactylites, S. 145 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 8 – Paeoniaceae to Ericaceae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2009, ISBN 978-0-19-534026-6.
  9. Karol Marhold, 2011+: Saxifragaceae. Datenblatt Saxifraga tridactylites In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  10. Tingzhi Xu, Yousheng Chen, Piet C. de Jong, Herman John Oterdoom, Chin-Sung Chang: Aceraceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 11: Oxalidaceae through Aceraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2008, ISBN 978-1-930723-73-3. Acer buergerianum S. 534 – textgleich online wie gedrucktes Werk.
  11. Ranunculus tripartitus DC., Dreiteiliger Wasser-Hahnenfuß. auf FloraWeb.de
  12. Wie der 3-D-Druck die Welt verbessern soll. Süddeutsche Zeitung.
  13. Vitruv: Zehn Bücher über Architektur. Übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Dr. Curt Fensterbusch. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1964, ISBN 3-534-01121-X, S. 45.
  14. Steiner: Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage 1915–1921
  15. Als „Epiphanias/Heiligedreikönigstag“ wird der kirchliche Feiertag am 6. Januar in § 7 Absatz 1 Buchstabe a des Niedersächsischen Gesetzes über die Feiertage in der Fassung vom 7. März 1995 (Nds. GVBl. 1995, S. 50), zuletzt geändert durch Gesetze vom 22.06.2018 (Nds. GVBl. S. 122 und 123) bezeichnet
  16. Reinhold Kaiser: Das römische Erbe und das Merowingerreich. Oldenbourg Verlag, 2004.
  17. Nele Matz-Lück, Johannes Badenhop: Einzelne Elemente des Staates - Die Elemente des Staates nach heutigem Völkerrech. In: wsi.uni-kiel.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. Januar 2017; abgerufen am 1. August 2023.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wsi.uni-kiel.de
  18. Christian Fahl: Jura für Nichtjuristen. Sieben unterhaltsame Lektionen. C. H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-59990-3, S. 222 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  19. Gottfried Wilhelm Leibniz: In der Vernunft begründete Prinzipien der Natur und der Gnade. In: Ders.: Kleine Schriften zur Metaphysik. Hg. u. übers. von Hans Heinz Holz. Darmstadt 1985, § 7
  20. Martin Heidegger: Was ist Metaphysik? [1929]. In: Ders.: Wegmarken. Frankfurt a. M. 2004, S. 103–121 (hier S. 121)
  21. Walter Burkert: Weisheit und Wissenschaft, Nürnberg 1962, S. 395, 414–419.
  22. Aetius I prooem.2
  23. John M. Dillon: The Middle Platonists, London 1977, S. 168 f.
  24. Plutarch, Fabius Maximus 4.
  25. Oskar Bätschmann und Sandra Gianfreda (Hrsg.): Leon Battista Alberti - Über die Malkunst. Darmstadt 2002, ISBN 3-534-15151-8, S. 24: „Der Dichter Boccaccio (1581) bezeichnet sie als Töchter der "Venus magna", der tugendhaften Göttin der Liebe - im Unterschied zur wollüstigen "Venus secunda" (Anm. 88, S. 53)“
  26. Collationes in Hexaemeron VI, 3-4 (V 361 ab); Collationes in Hexaemeron VII, 1-2 (365 ab)
  27. Vgl. jedoch die soziologischen Fortführungen der mehrwertigen Logik von Gotthard Günther.
  28. Marc Honegger, Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik Band 8, Freiburg: Herder 1987, ISBN 3-451-22921-8, Seite 114
  29. Metzler-Sachlexikon Musik, Stuttgart: Metzler 1978. ISBN 3-476-01544-0, Seite 1049
  30. Andreas Werckmeister: Musicalische Paradoxal-Discourse. Calvisius, Quedlinburg 1707 S. 91–97 [1];vgl. dazu Felbick, Lutz: Lorenz Christoph Mizler de Kolof – Schüler Bachs und pythagoreischer „Apostel der Wolffischen Philosophie“. (= Schriftenreihe der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig). Hildesheim: Olms 2012, S. 115f. (pdf Online-Version SLUB Dresden); Plüss, David; Jäger, Kirsten Andrea Susanne; Kusmierz, Katrin (Hrsg.): Wie klingt reformiert? Arbeiten zu Liturgie und Musik. Gesammelte Aufsätze von Andreas Marti. Praktische Theologie im reformierten Kontext: Vol. 11. Zürich: Theologischer Verlag Zürich 2014, S. 94 f.
  31. Éric Chaillier: La flute enchantée, opéra merveilleux et multiple. Paris 2017, S. 268. (französisch).
  32. I. Asimov: Meine Roboter. Essay, in: Robotervisionen. Bastei Band 21 201, Bastei Lübbe by Byron Preiss Visual Publications, Inc, Copyright 1990.
  33. Armin Klumpp: Filmanalyse 2001: Odyssee im Weltraum. 3x7=2001. Über das Unaussprechliche in Stanley Kubrick Odyssee im Weltraum In: filmzentrale.com; abgerufen am 19. Januar 2023.
  34. Thomas Elsaesser: Rainer Werner Fassbinder. Bertz Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-929470-79-9, S. 464.
  35. Erwähnung im Focus
  36. Zahlen als Filmtitel. In: moviepilot.de. Abgerufen am 29. Juli 2023.
  37. Niederösterreichische Nachrichten (Horner Zeitung), 4. November, 1998 Seite 8
  38. Eva Rudy Jansen: The Book of Hindu Imagery. Havelte, Holland: Binkey Kok Publications BV., 2003, ISBN 90-74597-07-6 (englisch).
  39. Sarvepalli Radhakrishnan: The Cultural Heritage of India. The Ramakrishna Mission Institute of Culture, Calcutta: 1956 (englisch).
  40. Heinrich Zimmer: Myths and Symbols in Indian Art and Civilization. Princeton University Press, Princeton, New Jersey 1972, ISBN 0-691-01778-6 (englisch).
  41. Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 4.
  42. Aryeh Kaplan: The Soul Aish. In: The Handbook of Jewish Thought . Reprinted with permission. Band 2. Maznaim Publishing, 4. September 2004 (englisch).
  43. Tobias Glenz: Verborgene Botschaften und Codes. 14. Juni 2020, abgerufen am 24. März 2021.
  44. Ortrun Riha: Konzepte: Säfte und Symbole. In: Medizin im Mittelalter. Zwischen Erfahrungswissen, Magie und Religion (= Spektrum der Wissenschaften. Spezial: Archäologie Geschichte Kultur. Band 2.19), (auch in Spektrum der Wissenschaften. 2, 2002) 2019, S. 6–11, hier: S. 10.
  45. John Roach: St. Patrick’s Day Facts: Snakes, a Slave, and a Saint; National Geographic News, 16. März 2009.
  46. a b Volker Zotz: Mit Buddha das Leben meistern. Buddhismus für Praktiker. 8. Auflage, S. 64, Rowohlt Taschenbuch Verlag: 2009.
  47. Die Vielfalt buddhistischen Wissens – Der Buddha – Die Lehre – Die Gemeinschaft. (PDF; 10 kB) Deutsche Buddhistische Union, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 18. Dezember 2013; abgerufen am 24. Januar 2011.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.buddhismus-studium.de
  48. Buddha Shakyamuni. Abgerufen am 24. Januar 2011.
  49. Kevin Trainor: Buddhismus. Hrsg.: Kevin Trainor. Evergreen GmbH, Köln 2004, ISBN 3-8365-0253-4, S. 70.
  50. Do you speak Zen ? In: Temple Zen Ryumon Ji. Abgerufen am 9. Juni 2021 (deutsch, französisch).
  51. Christopher Dell: Mythology: The Complete Guide to our Imagined Worlds. Thames & Hudson, New York 2012, ISBN 978-0-500-51615-7, S. 341 (englisch).
  52. Don Mills: World Religions: Eastern Traditions. Hrsg.: Willard Gurdon Oxtoby. Oxford University Press, Ontario 2002, ISBN 0-19-541521-3, S. 393.
  53. Chaoping Yang: 道德經第四十二章「道生一,一生二,二生三,三生萬物. (chinesisch).
  54. Lüthi, Märchen, 6. Auflage 1976, S. 28 ff.
  55. Vgl. auch G. Giesa: Märchenstrukturen und Archetypen in den Artusepen Hartmanns von Aue (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik. Band 466). Kümmerle Verlag, Göppingen 1987, ISBN 3-87452-701-8.
  56. Almut-Barbara Renger: Zwischen Märchen und Mythos: die Abenteuer des Odysseus und andere Geschichten von Homer bis Walter Benjamin. Eine gattungstheoretische Studie. Metzler, Stuttgart u. a. 2006, S. 106–128, 145–248.
  57. Robert Ranke-Graves: Die weiße Göttin – Sprache des Mythos, S. 474, Reinbek bei Hamburg 2002, ISBN 3-499-55416-X
  58. Hans-Jörg Uther (Hrsg.): Ludwig Bechstein. Märchenbuch. Nach der Ausgabe von 1857, textkritisch revidiert und durch Register erschlossen. Diederichs, München 1997, ISBN 3-424-01372-2, S. 385.
  59. Hans-Jörg Uther: Handbuch zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019441-8, S. 415–416.