Keyboard

elektrophones Tasteninstrument

Ein Keyboard (englisch electronic keyboard) (von englisch keyboard [ˈkiːbɔːd]: „Tastatur“) ist ein elektrophones Tasteninstrument.

Keyboard
englisch: electronic keyboard
Yamaha AN1X.jpg


Klassifikation Elektrophon
Tasteninstrument
Vorlage:Infobox Musikinstrument/Wartung/Parameter Tonumfang fehlt
Vorlage:Infobox Musikinstrument/Wartung/Parameter Klangbeispiel fehlt
Verwandte Instrumente

Klavier, E-Orgel

Musiker
Kategorie:Keyboarder
Beispiel Casio-Keyboard-Sound

In den Bezeichnungen der Instrumentalisten einer Band steht Keyboarder für alle Spieler eines Tasteninstruments, das kein Klavier oder Flügel oder eine Orgel ist.

GeschichteBearbeiten

Die Geschichte der Keyboards ist eng mit der Entwicklung der elektronischen Orgel und der Synthesizer verknüpft. Die Entwicklung elektronischer Tasteninstrumente begann 1885, als Edward Norton Lorenz das erste brauchbare elektromechanische Instrument mit einer klavierähnlichen Tastatur herstellte. Zwölf Jahre später präsentierte Thaddeus Cahill das Dynamophon, den ersten Synthesizer, der aber nur Sinustöne lieferte. Friedrich Trautwein ertüftelte dann 1924 das Trautonium – dieses hatte zwar keine klavierähnliche Tastatur, konnte aber in Ganztönen gespielt werden. 1934 erschuf Laurens Hammond mit der Hammond-Orgel die erste elektrische Orgen nach heutigem Vorbild. Deren Klangsynthese beruht auch ebenfalls auf Sinustönen; diese werden aber in verschiedener Oktavlage (Fußlage) zusammengemischt und ermöglichten einen komplexen Klang auf jeder Taste. Das später hinzugefügte Leslie-Kabinett war mithin ein bedeutender Klangeffekt. Auf der Basis des Trautoniums wurde ab den 1960er Jahren in der DDR der elektronische Klangerzeuger Subharchord entwickelt, der ebenfalls mit einer klassischen Tastatur ausgestattet war.

Den ersten rein elektronischen Synthesizer heutiger Bauart wurde von Robert Moog auf der Basis der Arbeiten von Peter Mauzey entwickelt. Anders als die zeitgleich entstandenen Geräte von Don Buchla verfügten dessen Geräte ebenfalls über eine Tastatur. Weitere ähnliche Entwicklungen waren in den 1970er Jahren das Synclavier und die Synthesizer-Orgel GX-1.

 
Casio-Keybaord um 1988 – NP ca. DM 1.500,-

In den 1980er Jahren etablierte sich durch die neuen Möglichkeiten der digitalen Klangerzeugung das heute gebräuchliche Keyboard. Das elektronische E-Piano wurde mit der Verbreitung der Samplingtechnik in den 1990er Jahren populär. Ebenfalls in den 1990er Jahren wurden die ersten Keyboards für Laien im niedrigen Preissegment auf den Markt gebracht.

Aufbau des KeyboardsBearbeiten

Hauptkriterium und Vorteil eines Keyboards ist seine einfache Transportierbarkeit und Kompaktheit. Die Tastatur eines Keyboards ist der eines Klaviers ähnlich, unterscheidet sich aber vom Anschlag und Spielgefühl, die Keyboard-Klaviatur ist eher von der Orgel abgeleitet.

Die Anzahl der Tasten variiert; im Bereich der portablen Keyboards werden meistens 76-, 61- oder 49-Tasten-Klaviaturen verwendet – in jüngerer Zeit vermehrt auf 37- und 25er-Tastenversionen. Ein typisches Keyboard hat heute 61 Tasten. Die Tastenbreite entspricht meistens der genormten Klavier-Tastatur (16,5 cm pro Oktave), bei einfachen Anfänger-Keyboards und für Kinder gibt es auch schmalere Tasten (14 cm pro Oktave). Für kompakte Geräte werden oft auch schmalere und kürzere Tasten, sogenannten Mikrotasten verwendet.

Auf vielen Keyboards finden sich weitere Bedienelemente wie Schalter, Taster, Drehknöpfe oder Schieberegler, um die Funktionen des Keyboards oder externer Geräte zu steuern. Die meisten Keyboards besitzen auch ein Display, auf dem die Einstellungen dargestellt werden. Hierfür werden Segmentanzeigen, erweiterte LC-Displays oder TFT-Bildschirme eingesetzt.

Viele Keyboards, vor allem im Homekeyboard-Bereich, besitzen eingebaute Lautsprecher, sodass keine externe Verstärkung benötigt wird. Auf der Rückseite der Keyboards befinden sich meistens Steckbuchsen für einen Stromanschluss, ein oder mehrere Audioanschlüsse, MIDI-Anschlüsse und Anschlüsse für Pedale (etwa Sustain- oder Piano-Pedal). Neuere Keyboards besitzen ein Disketten-, CD- oder Speicherkartenlaufwerk, mit dem es möglich ist, zusätzliche Klangfarben, Stile für die Begleitautomatik oder Songs im MIDI-Format als Presets in den internen Speicher zu laden.

Klangerzeugung bei einem elektronischen KeyboardBearbeiten

Beim Drücken einer Keyboardtaste wird mittels elektronischer Klangsynthese ein Ton mit der ihm zugeordneten Tonhöhe erzeugt und mit gfs. durch den Tastenanschlag (Velocity), der Tastenbewegung nach dem Drücken (Aftertouch) und die Tastendruckdauer beeinflusst, wobei meistens eine programmierbare ADSR-Hüllkurve wirkt. Die Tonquelle bei klassischen Keyboards ist meistens ein Sample – bei synthesizerähnlichen Systemen eine Oszillatorschaltung. Mit integrierten Effekten kann der Klang zusätzlich beeinflusst werden.

Anschluss an einen ComputerBearbeiten

So gut wie alle Keyboards werden heutzutage mit einer MIDI-Schnittstelle ausgeliefert, wodurch sowohl PCs als auch andere elektronische Klangerzeuger angeschlossen werden können.

Das Keyboard kann über mit dem MIDI-Eingang mit einem USB-Eingang des Computers verbunden werden. Diese Verbindung dient jedoch nicht zur Übertragung von Musik, sondern von MIDI-Kommandos (Note-On, Note-Off, Program Change etc.), die auf der PC-Seite durch ein entsprechendes Sequenzer- oder Synthesizer-Programm erst in Klänge umgesetzt werden müssen. Es gibt zwei Gründe, ein Keyboard mit einem PC zu verbinden:

1. Recording: Man kann sein eigenes Spiel als MIDI-Notenfolge aufnehmen, abspeichern und wiederverwerten. Damit lassen sich auch vielspurige MIDI-Files (= elektronische Notenblätter) erzeugen, so dass man ein ganzes Orchester aufbauen kann. Außerdem kann man auch Wave-Files (=Audiodateien) erzeugen, die sich speichern lassen.

2. Man kann mit dem Keyboard einen Software-Synthesizer ansteuern und damit die Klang- und Effektmöglichkeiten gewaltig erweitern. Solche Soft-Synthesizer wie Cubase, Studio One, Sonar, Music Producer, Synthesizer Workstation oder Ableton erfüllen beide Funktionen.

Funktionen heutiger KeyboardsBearbeiten

Keyboards besitzen im Vergleich zum Klavier verschiedene Zusatzfunktionen. Diese stehen je nach Anwendervorgabe und Preislage des Keyboards zur Verfügung und können qualitativ stark variieren. Dazu können gehören:

  • synthetische Erzeugung von realen Instrumentenklängen und ausgewählter elektronischer Synthesizer-Klänge
  • steuerbare Begleitung durch Schlagzeug- und Instrumentenklänge einer Combo
  • interne Speicherung (Aufnahme) und Wiedergabe gespielter Musikdaten („Tonbandfunktion“ für Musikdarbietung)
  • Erstellung von Arpeggi aus angespielten Akkorden
  • Funktion zum Erlernen von Liedern mit Hilfe programmierter Leuchttasten
  • Abspielen und Weitergabe von Dateien im MIDI-Format
  • Speichern von Konfigurationen bezüglich Sound und Begleitung[1]

Digitalpianos sind mitunter mit verschiedenen Keybordfunktionen ausgestattet oder direkt als Mischform konzipiert.

Verwendung in der MusikBearbeiten

 
MIDI-USB-Keyboard zum Anschluss an den PC – um 2005

Das weit verbreitete Homekeyboard wird oft in der Hausmusik und der Musikpädagogik eingesetzt. Höherwertige Keyboards, oft mit komfortabler Programmiermöglichkeit ausgestattet, werden häufig von Alleinunterhaltern verwendet, meistens im Umfeld der Tanz- und Unterhaltungsmusik. Mit den erweiterten MIDI-Funktionen kann automatisiert eine komplette Band simuliert werden. Die dafür nötigen MIDI-Arrangements werden vom Musiker selbst erstellt oder käuflich erworben.

Im Tonstudio unterstützen sogenannte Workstations den Musiker bei der Komposition oder Produktion von Musikstücken. Geräte ohne eigene Klangerzeugung werden als Masterkeyboards bezeichnet. Diese dienen allein der Steuerung anderer Geräte oder der Erzeugung von MIDI-Daten zur Aufnahme im Computer.

PädagogikBearbeiten

Viele professionelle Keyboarder erhielten ihre Ausbildung auf dem Klavier oder der Orgel. Der Einstieg auf einem akustischen Tasteninstrument wird von vielen Musikpädagogen empfohlen. Dennoch ist inzwischen eine Primärausbildung auf dem Portable Keyboard in vielen Musikschulen möglich, häufig in Kombination mit Arrangement und Musikproduktion.[2]

HerstellerBearbeiten

Hier eine Liste der bekanntesten Hersteller von Keyboards:

  • Yamaha, Japan: mit Abstand größter Hersteller von Keyboards; gesamte Produktepalette, vom Einsteigermodell über die Mittelklasse bis hin zu Instrumenten für den professionellen Gebrauch
  • Roland, Japan: komplette Palette, zuletzt jedoch überwiegend Modelle im Einsteiger- und Mittelklasse-Segment
  • Korg, Japan: Einsteigerklasse, Mittelklasse und professioneller Bereich
  • Casio, Japan: Spezialität: Low-Price-Instrumente im Einsteiger-Segment
  • Medeli Electronics, Hongkong: Low-Price-Instrumente, Instrumente werden teilweise von Musikhäusern unter eigenen Markennamen verkauft

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Wiktionary: Keyboard – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Keyboard spielen lernen für Anfänger - Pianobeat. Abgerufen am 17. Juni 2021 (deutsch).
  2. START - Keyboards & Music Production an der Musikhochschule Münster. Abgerufen am 18. Juni 2021.