Heinz Goerke

deutscher Medizinhistoriker und Hochschullehrer

Heinz Goerke (* 13. Dezember 1917 in Allenstein; † 16. Juni 2014) war ein deutscher Medizinhistoriker und Hochschullehrer. Er war langjähriger Ärztlicher Direktor des Klinikums Großhadern. Goerke verfasste einige Monografien zur Kunst und Technik in der Medizin. Er erhielt die Ehrendoktorwürde der Universitäten Lund und Istanbul.

Grab von Heinz Goerke auf dem Waldfriedhof in München-Solln

LebenBearbeiten

Aufgrund eines beruflich bedingten Umzugs seiner Familie ist er in Potsdam aufgewachsen, wo er 1937 das Abitur ablegte. Ab 1939 studierte er Medizin mit Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg und Einberufung als Truppenarzt. 1962 wurde er als Professor für Geschichte der Medizin an die Freie Universität Berlin berufen. 1969 wechselte Goerke nach München, wo er von 1970 bis 1982 Ärztlicher Direktor des Klinikums Großhadern war. Er war auch erster Direktor des von ihm initiierten Deutschen Medizinhistorischen Museums, das 1973 eröffnet wurde.

Mit Walter Artelt, Edith Heischkel und Gunter Mann (1924–1992) war Goerke Herausgeber der Zeitschrift Medizinhistorisches Journal.[1]

Seit 2015 verleiht der Verein der Freunde und Förderer der Medizinischen Fakultät der LMU München die Heinz-Goerke-Medaille.[2]

Veröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

  • Heilkunde im alten Potsdam, Hildesheim ; Zürich ; New York : Olms 2002, ISBN 3-487-11626-X.
  • Arzt und Heilkunde: Vom Asklepiospriester zum Klinikarzt. 3000 Jahre Medizin. München 1984.
  • Am Puls der Medizin : Arzt im 20. Jahrhundert ; eine Autobiographie, Hildesheim ; Zürich ; New York : Olms 1996, ISBN 3-487-10293-5.
  • Carl von Linné : 1707 - 1778 ; Arzt – Naturforscher – Systematiker, 2., erweiterte Auflage Stuttgart : Wiss. Verlags-Gesellschaft 1989, ISBN 3-8047-0959-1 (Reihe: Große Naturforscher ; Bd. 31)
  • Berliner Ärzte : Selbstzeugnisse, Berlin : Berlin Verlag 1965.
  • Die deutsch-schwedischen Beziehungen in der Medizin des achtzehnten Jahrhunderts, Kopenhagen : Munksgaard 1958, Reihe Acta historica scientiarum naturalium et medicinalium. Vol. 16, zugleich Habilitationsschrift FU Berlin 1960
  • Über die unspezifische Desensibilisierung von Augen-Allergosen mit Histamin, Dissertation Berlin 1943.
  • Mit Heinz Müller-Dietz (Hrsg.): Verhandlungen des XX. Internationalen Kongresses für Geschichte der Medizin (Berlin, 22.–27. August 1966). Hildesheim 1968.
  • als Hrsg. mit Hans Diller und Karl Deichgräber: Ars medica. Texte und Untersuchungen zur Quellenkunde der Alten Medizin. Schriftenreihe des Instituts für Geschichte der Medizin der Freien Universität Berlin. II. Abteilung: Griechisch-lateinische Medizin. Berlin 1968 ff.

WeblinksBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Prof. Dr. med. Dr. med. h.c. mult. Heinz Goerke. In: Deutsches Ärzteblatt 95 (1998), S. A169.
  • Manfred Stürzbecher: Prof. Dr. Dr. Heinz Goerke wurde 85 Jahre alt, in: Brandenburgisches Ärzteblatt 3/2003, S. 92.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. W. Artelt, H. Goerke, E. Heischkel, G. Mann (Hrsg.): Medizinhistorisches Journal. Georg Olms, Hildesheim/New York (Band 9, 1974).
  2. Meldung über die Verleihung der Medaille 2015 (Memento des Originals vom 2. August 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.klinikum.uni-muenchen.de