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Diatonische Intervalle
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Terz (von lateinisch tertia: „die Dritte“) bezeichnet in der Musik das Intervall, das drei Stufen einer diatonischen Tonleiter umspannt.[1][2]

Im engeren Sinne versteht man unter der Terz auch die dritte Stufe der jeweiligen Tonleiter. Die genauere Bezeichnung dafür ist Terzton.[3][4]

Als Intervall umfasst eine kleine Terz insgesamt drei, eine große Terz vier Halbtonschritte (verminderte und übermäßige Terz siehe unten). Die Terz ist das Komplementärintervall zur Sexte.

VariantenBearbeiten

Die Terz kann in vier Varianten auftreten.

Sehr geläufig, da charakteristisch für das Dur-Moll-System, sind die große Terz (4 Halbtöne) und die kleine Terz (3 Halbtöne), die in der reinen Stimmung das Frequenzverhältnis 5:4 bzw. 6:5 haben.

Große Terz, bezogen auf den Grundton die Dur-Terz:

 


Kleine Terz, bezogen auf den Grundton die Moll-Terz:

 


Seltener sind die übermäßige Terz (5 Halbtöne) und die verminderte Terz (2 Halbtöne). Sie benötigen Tonstufen aus verschiedenen Tonleitern des Quintenzirkels.

Übermäßige Terz. In gleichstufiger Stimmung können die übermäßige Terz und die Quarte enharmonisch verwechselt verwechselt werden, in reiner Stimmung – wie hier – kann der Unterschied 41 Cent betragen:

 


Verminderte Terz. In gleichstufiger Stimmung können die verminderte Terz und die große Sekunde enharmonisch verwechselt werden.

 

Im folgenden Beispiel Neapolitanischer Sextakkord kann der Sopran die verminderte Terz b-gis intonieren, indem er auf die Harmonik der Akkorde hört. Hier ist das Frequenzverhältnis dieser verminderten Terz in reiner Stimmung 256:225≙223,5 Cent. Zum Vergleich dazu hat die Sekunde (kleiner bzw. großer Ganzton) die Größe von 182,4 Cent bzw. 203,9 Cent.

 

Intervall Halbtöne Beispiele Umkehrintervall
(a) große Terz 4 (2 Ganztöne) CE, FA
„Wachet auf, es krähte der Hahn“
kleine Sexte
(b) kleine Terz 3 (1 Ganzton + 1 Halbton) C–Es, AC, EG
„Ein Vogel wollte Hochzeit machen“ (aufwärts)
„Kuckuck ruft's aus dem Wald“ (abwärts)
große Sexte
(c) übermäßige Terz 5 (1 Ganzton + 1 Hiatus) C–Eis, AsCis, CesE verminderte Sexte
(d) verminderte Terz 2 (2 Halbtöne) Gis-B,Ais-C,C–Eses, Cis-Es übermäßige Sexte

Im Zusammenhang mit der Partialtonreihe, z. B. bei Orgelregistern, wird der 5. Partialton als Terz bezeichnet. Diese Terz hat zur nächsttieferen Oktave ein Frequenzverhältnis von 5:4. Selten ist in diesem Zusammenhang die Bezeichnung Mollterz für den 19. Teilton, der zur nächsttieferen Oktave ein Frequenzverhältnis von 19:16 hat. (Zum Vergleich: gleichstufige kleine Terz: 300 Cent, reine kleine Terz (6/5): 315 Cent, „Mollterz“ bezogen auf den 19. Teilton (19/16): 298 Cent.) Der 19. Teilton spielt hörpsychologisch noch eine Rolle.[5]

StimmungBearbeiten

Das genaue Frequenzverhältnis der Terz entscheidet sich mit dem jeweiligen musikalischen Stimmungssystem. Neben den oben erwähnten, das Stimmungssystem unbeachtet lassenden, Terzen sind zu erwähnen:

Name Frequenzverhältnis Centwert
Pythagoreische Terz 81 : 64 407,82 Cent
Gleichstufige große Terz   : 1 400 Cent
Reine große Terz 5 : 4 386,31 Cent
Reine kleine Terz 6 : 5 315,64 Cent
Gleichstufige kleine Terz   : 1 300 Cent
oktavierter 19. Naturton 19 : 16 297,51 Cent

Mit „gleichstufige“ Terzen sind die Terzen in gleichstufiger Stimmung gemeint.

In der gleichstufigen Stimmung (z. B. auf einem Klavier) sind im Vergleich mit den reinen Intervallen nach der obigen Tabelle große Terzen immer etwas zu groß, kleine Terzen etwas zu klein. Diese Unterschiede sind bei den Terzen – zusammen mit den Sexten als Komplementärintervallen – von allen Intervallen am größten (siehe dazu z. B. die Tabelle unter Gleichstufige Stimmung). Kann man die Stimmung einzelner Töne beeinflussen (z. B. im Gesang oder auf einem Streichinstrument) und sollen die Intervalle eines Akkords rein erklingen, muss demnach die jeweilige dritte Tonleiterstufe als „Durterz“ etwas tiefer, als „Mollterz“ etwas höher intoniert werden.

Siehe hierzu auch: Stimmung, Cent, Naturterz.

HörbeispieleBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. M. Honegger, G. Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik Band 8, Freiburg: Herder 1987, ISBN 3-451-22921-8, Seite 114
  2. Metzler-Sachlexikon Musik, Stuttgart: Metzler 1978. ISBN 3-476-01544-0, Seite 1049
  3. H. J. Moser: Allgemeine Musiklehre, 3. Auflage, Verlag de Gruyter 1968, Seite 42
  4. Walter Opp: Handbuch Kirchenmusik, Band 1, Merseburger 2001, Seite 216, 225, 235. ISBN 3-87537-281-6
  5. Wolfgang Auhagen, Claudia Bullerjahn, Holger Höge: Musikalisches Gedächtnis und musikalisches Lernen. 2009, ISBN 978-3-8409-2242-8, S. 107 (Vorschau in der Google-Buchsuche).