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LageBearbeiten

Chaillevette liegt am von Kanälen durchzogenen Südufer der Seudre auf der zwischen der Gironde und der Seudre gelegenen Halbinsel Arvert, die zur historischen Kulturlandschaft der Saintonge gehört, die ihrerseits wiederum ein Bestandteil der Landschaft der Charente ist. Die nächstgrößere Stadt ist Royan (etwa 15 Kilometer Fahrtstrecke südlich).

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2016
Einwohner 1120 1073 1011 1019 1031 1081 1358 1542

Im 19. Jahrhundert hatte der Ort beständig zwischen 920 und 1.180 Einwohner. Infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft ist die Bevölkerungszahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutlich zurückgegangen.

WirtschaftBearbeiten

Seit Jahrhunderten spielen Landwirtschaft und Fischfang die dominierenden Rollen im Wirtschaftsleben der Gemeinde. Diese gehört zu den Bons Bois des Weinbaugebiets Cognac, doch wegen der Absatzkrise bei teuren Weinbränden wird kaum noch Wein angebaut. Viele Bauern sind zur 'normalen' Landwirtschaft zurückgekehrt. Als weitere Erwerbsquelle hat sich die Austernzucht etabliert.

Seit den 1960er Jahren spielt der Tourismus eine nicht unbedeutende Rolle im Wirtschaftsleben des Ortes.

GeschichteBearbeiten

 
Église Saint-Pierre
 
Temple

Auf dem Gemeindegebiet wurden prähistorische und gallo-römische Funde gemacht; ehemals gab es auf dem Gemeindegebiet zwei Großsteingräber (dolmen), von denen nur noch spärliche Überreste existieren. Chaillevette überstand – anders als der Nachbarort Arvert – den Hundertjährigen Krieg (1337–1453) und die Hugenottenkriege (1562–1598), die mit dem Edikt von Nantes zu Ende gingen, weitgehend unbeschadet. Durch das Edikt von Fontainebleau (1685) wurde der protestantische Glaube, dem im Westen Frankreichs in manchen Gemeinden mehr als zwei Drittel der Bevölkerung anhingen, erneut drangsaliert. Er lebte jedoch im Untergrund weiter – die Gläubigen trafen sich insgeheim in den Dünen oder in Scheunen; man sprach von einer ‚Kirche in der Wüste‘ (Église du Desert). Erst mit dem in religiösen Dingen toleranten Marschall und Gouverneur Jean Charles de Saint-Nectaire besserte sich auf der Halbinsel Arvert die Situation für die Protestanten in der Mitte des 18. Jahrhunderts wieder.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Chaillevette

  • Die katholische Pfarrkirche Saint-Pierre ist ein schlichter Bau vom Ende des 18. Jahrhunderts. Eine in der Nähe stehende romanische Kirche wurde wegen Baufälligkeit abgerissen. Die schmucklose Westfassade hat ein klassizistisches Portal mit einem Metopen-Triglyphenfries. Im einschiffigen Innern ist bei Restaurierungsarbeiten der Putz von den Wänden abgeschlagen worden, so dass – ähnlich wie bei den Kirchen von Arvert und Les Mathes – das Bruchsteinmauerwerk sichtbar wird; es bildet einen reizvollen Kontrast zum tiefhängenden verputzten Stuckgewölbe, das auf eine hölzerne Bretterverschalung aufgetragen wurde.
  • Das protestantische Gotteshaus (temple) steht am Ortsrand. Das 'Erdgeschoss' des optisch zweigeschossigen Bauwerks ist ungegliedert und schmucklos; im 'Obergeschoss', welches nochmals durch ein umlaufendes Gesims unterteilt ist, reihen sich etwa ein Dutzend Fenster aneinander, die jeweils von Lisenen getrennt sind. Oberhalb des Portals findet sich – als einziger Bauschmuck – ein ausgebreitetes Tuch mit einem aufgeschlagenen Buch und den Worten Le Christ est ma vie.

PartnergemeindenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Le Patrimoine des Communes de la Charente-Maritime. Flohic Editions, Band 2, Paris 2002, ISBN 2-84234-129-5, S. 1138–1141.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Chaillevette – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien