Backnang

Stadt in Baden-Württemberg, Deutschland

Backnang (im lokalen Schwäbisch Baggana) ist eine Mittelstadt in Baden-Württemberg, etwa 30 km nordöstlich der Landeshauptstadt Stuttgart. Sie gehört zur Region Stuttgart und zur europäischen Metropolregion Stuttgart. Sie ist die viertgrößte Stadt des Rems-Murr-Kreises und ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Bis 1973 war sie Sitz des im Zuge der Kreisreform aufgelösten gleichnamigen Landkreises.

Wappen Deutschlandkarte
Backnang
Deutschlandkarte, Position der Stadt Backnang hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 57′ N, 9° 26′ OKoordinaten: 48° 57′ N, 9° 26′ O
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 271 m ü. NHN
Fläche: 39,38 km2
Einwohner: 37.957 (31. Dez. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 964 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 71522, 71570
Vorwahl: 07191
Kfz-Kennzeichen: WN, BK
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 008
Stadtgliederung: Kernstadt und 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Rathaus 1
71522 Backnang
Website: www.backnang.de
Oberbürgermeister: Maximilian Friedrich (Freie Wähler)
Lage der Stadt Backnang im Rems-Murr-Kreis
KarteAllmersbach im TalAllmersbach im TalAlthütteAuenwaldBacknangBacknangBurgstettenFellbachGroßerlachKaisersbachKaisersbachKaisersbachKaisersbachKirchberg an der MurrLeutenbach (Württemberg)Leutenbach (Württemberg)Leutenbach (Württemberg)MurrhardtOppenweilerPlüderhausenPlüderhausenPlüderhausenRudersbergSchorndorfSchwaikheimSpiegelbergSulzbach an der MurrWaiblingenWaiblingenWaiblingenWeissach im TalWelzheimWinnendenWinterbach (Remstal)Aspach (bei Backnang)BerglenBerglenWeinstadtKernen im RemstalUrbach (Remstal)AlfdorfAlfdorfKorb (Württemberg)Remshalden
Karte
Ansicht von Backnang aus Andreas Kiesers Forstlagerkarte (1686): In der Mitte das Rathaus, links davon auf dem Burgberg befindet sich das herzogliche Schloss und die Stiftskirche. Links unten die Sulzbacher Brücke mit der Totenkirche. Rechts die Aspacher Brücke mit der Aspacher Vorstadt.

Die Einwohnerzahl von Backnang überschritt 1953 die Marke von 20.000, sodass die Stadt mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung am 1. April 1956 den Status einer Großen Kreisstadt erhielt. Mit den Gemeinden Allmersbach im Tal, Althütte, Aspach, Auenwald, Burgstetten, Kirchberg an der Murr, Oppenweiler und Weissach im Tal ist die Stadt Backnang eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.

Geographie

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Geographische Lage

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Backnang hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge und Neckarbecken.[2] Es liegt am östlichen Rand des Neckarbeckens in der Backnanger Bucht, die von der Murr durchflossen wird. Diese durchquert von Nordosten kommend das Stadtgebiet, wendet sich flussabwärts nach Südwesten, durchfließt in mehreren Windungen die Kernstadt und verlässt das Stadtgebiet im Südwesten. Die Altstadt Backnangs liegt südlich in einem der Murr-Bögen. Im Osten des Stadtgebiets mündet die Weißach in die Murr.

Nachbargemeinden

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An Backnang grenzen im Nordosten Oppenweiler und Sulzbach an der Murr, im Osten Auenwald und Weissach im Tal, im Südosten Allmersbach im Tal, im Süden Winnenden und Leutenbach, im Südwesten Burgstetten, im Westen Kirchberg an der Murr und im Nordwesten Aspach (alle Rems-Murr-Kreis).

Stadtgliederung

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Backnang besteht aus der Kernstadt, der 1941 eingegliederten Gemeinde Steinbach im Nordosten und den vier im Rahmen der Gebietsreform der 1970er Jahre eingegliederten Gemeinden Strümpfelbach im Norden sowie Heiningen, Maubach und Waldrems im Süden. Diese fünf eingegliederten Gemeinden bilden Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenen Ortschaftsräten.[3]

Auf dem Gebiet der Stadt Backnang liegen 21 separat gelegene Wohnplätze mit eigenem Namen:

Wüstungen

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Auf dem Gebiet der Kernstadt lag auf der Höhe über dem rechten Murr-Ufer die abgegangene Ortschaft Hagenbach, zu der auch eine Burg gehört haben soll, von der heute allerdings keine Reste mehr vorhanden sind. Die Flur Hagenbach ist heute modern bebaut.[4] Eine weitere Befestigung, die Schöntaler Burg, befand sich südwestlich von Oberschöntal auf einem Bergsporn über der Murr. Von dieser Burg sind noch geringe Spuren als Bodendenkmal vorhanden. 1593 erscheint auf einer Karte von Georg Gadner eine Siedlung mit dem Namen Thos (Taus) bei der Mündung der Weissach in die Murr.[5] Matzenhart beim heutigen Seehof wurde im 14. Jahrhundert erwähnt.[6] Zwischen Backnang und Strümpfelbach lag das 1375 genannte Kuhnweiler.[6] Der Ort Etzlinsweiler wurde 1501 letztmals erwähnt.[7] Der Flurname „Weiler“ bei Steinbach lässt eine weitere Wüstung vermuten.

Aufgegangene Siedlungen

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Um 1870 in Backnang aufgegangen ist der Wohnplatz Walke. Nach 1936 ist der Wohnplatz Spinnerei in Steinbach aufgegangen.[8]

Wohngegenden

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In der Kernstadt werden zum Teil weitere Wohngebiete mit eigenem Namen unterschieden, deren Bezeichnungen sich im Laufe der Geschichte aufgrund der Bebauung ergeben haben und die meist nicht genau abgrenzbar sind. Hierzu gehören beispielsweise die Siedlung Plattenwald, die Robert-Kaess-Siedlung und die Plaisir-Siedlung.

Raumplanung

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Backnang ist ein Mittelzentrum in der Region Stuttgart, deren Oberzentrum die Stadt Stuttgart ist.

Zum Mittelbereich Backnang gehören außerdem die Stadt Murrhardt sowie folgende Gemeinden im nördlichen Teil des Rems-Murr-Kreises: Allmersbach im Tal, Althütte, Aspach, Auenwald, Burgstetten, Großerlach, Kirchberg an der Murr, Oppenweiler, Spiegelberg, Sulzbach an der Murr und Weissach im Tal.

Backnang ist Mitgliedsgemeinde des Wasserverbands Murrtal. Ihm obliegt der Hochwasserschutz.[9]

Flächenaufteilung

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Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[10]

Geschichte

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Frühe Geschichte und erste Besiedlung

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Auf der Gemarkung von Backnang wurden Siedlungs- und Grabstellen aus der Jungsteinzeit und der Hallstattzeit gefunden.

Zur Zeit der Römer lag das Gebiet um Backnang ab der Vorverlagerung des Limes im Jahr 155 n. Chr. in der römischen Provinz Obergermanien. Auf Backnanger Gemarkung befanden sich römische Straßen, Siedlungen und Gräberfelder, die jedoch nur wenig erforscht sind. Die römische Militärstraße, welche das Kastell Benningen einst mit dem Kastell Murrhardt verband, verlief nördlich des Katharinenhofs. Auf der Markung von Steinbach (Gewann Heidenfeld) wurden im 19. Jahrhundert Reste einer Villa rustica gefunden. Allerdings gingen die Fundstücke im Zweiten Weltkrieg verloren. Ein römisches Gräberfeld befand sich im Bereich der ehemaligen Spinnerei Adolff. Auch wurden schon römische Münzen im heutigen Stadtgebiet gefunden.[11] Mit dem Limesfall dürfte die romanische Bevölkerung das Gebiet verlassen haben.

Die heutige Besiedlung geht wohl auf die Alamannen zurück, die um 260 n. Chr. die Römer zwischen Rhein und Donau zurückdrängten. Die älteste Siedlungsgründung war vermutlich der heutige Ortsteil Heiningen, von wo aus die gesamte Backnanger Bucht erschlossen wurde. Um 500 gelangte die Backnanger Bucht in den Herrschaftsbereich der Franken, die ihr Territorium durch systematische Besiedlung (Fränkische Landnahme) sicherten. Nach 600 entstand an der heutigen Sulzbacher Brücke eine Burg zum Schutz des für historische Fernwege wichtigen Übergangs über die Murr. Auf diese Burg geht der heutige Ort Backnang zurück, in dem um 890 eine erste romanische Kirche erbaut wurde.

Erste Erwähnung 1067 und Gründung des Augustiner-Chorherrenstifts 1116

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Erstmals erwähnt wurde der Ortsname als Baccananc in einer Urkunde aus dem Jahr 1067. In dem in Augsburg ausgestellten Schriftstück in lateinischer Sprache ist von einem Hesso de Baccananc und seinem gleichnamigen Sohn (et filius eius Hesso) die Rede. Die Herkunft des Ortsnamens ist umstritten. Der Name könnte ‚Wang des Bacco‘ bedeuten. Allerdings ist eine Person mit dem Namen Bacco nicht nachweisbar.[12] Die alten Namensformen schlagen sich in der Bezeichnung der Bewohner für ihre Stadt als Baggana bis in die heutigen Tage nieder. Damals befand sich Backnang im Besitz der Hessonen. Das Geschlecht stammte aus dem Sülchgau und kam wahrscheinlich durch Heirat in den Besitz Backnangs. Die Hessonen zählten zum unmittelbaren Umkreis des Kaisers und zum vornehmsten Hochadel im damaligen Deutschland. Die Hessonen bauten die Burg Backnang zu ihrem Machtzentrum aus. Wie die Urkunde von 1067 beweist, nannten sich die Hessonen im 11. Jahrhundert von Backnang.[13] Durch Heirat der Hessonen-Tochter Judith von Backnang mit Markgraf Hermann II. gelangte Backnang vermutlich um 1070 an die Markgrafen von Baden. Die Hessonen siedelten nach der Burg Wolfsölden um. Die Badener bauten Backnang systematisch zu ihrem Hauptort aus. Markgraf Hermann und seine Frau gründeten in Backnang ein Augustiner-Chorherrenstift, welches 1116 päpstlich bestätigt und privilegiert wurde. Die ersten Bewohner des Stifts waren Augustiner-Mönche vom Stift Marbach im Elsass.[14] Hermanns Sohn Hermann III. von Baden baute die Anlage weiter aus und errichtete, nachdem die alte Kirche dem Stift vorbehalten war, die Sankt Michaelskirche als neue Kirche für den Ort. Das Stift wurde für fünf Generationen zur Grablege der Markgrafen von Baden.

Stadtrecht im 13. Jahrhundert

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Der Ort wurde vermutlich um 1220 durch die Markgrafen von Baden zur Stadt ausgebaut. Eine fragmentarisch erhaltene Urkunde von 1230 lässt Rückschlüsse auf ein damals bereits bestehendes Stadtrecht zu. 1235 geriet die Stadt in die Auseinandersetzungen zwischen dem deutschen König Heinrich (VII.) und seinem Vater Kaiser Friedrich II.; sie wurde durch Heinrich von Neuffen, Herr der Burg Altwinnenden, zerstört. Beim anschließenden Wiederaufbau wurde die Stadt ummauert, so dass die Stadterhebung später irrtümlicherweise auf diesen Bau der Stadtmauer im Jahr 1237 datiert wurde und Backnang im Jahr 1987 ein 750-jähriges Stadtjubiläum beging. Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1245. Aus dieser Urkunde geht außerdem hervor, dass damals neben den beiden Kirchen St. Pankratius und St. Michael auch drei Mühlen, ein Hospital und ein Berg genannter Hof (wohl heutiger Bereich des Amtsgerichts) vorhanden waren.

Backnang unter den Württembergern (ab 1300)

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Um 1300 wurde Backnang durch die Heirat von Irmengard, der Tochter des Markgrafen Rudolfs I. von Baden, mit dem Grafen Eberhard dem Erlauchten von Württemberg als Mitgift württembergisch. Im Reichskrieg Kaiser Heinrichs VII. gegen Eberhard 1311/12 ergab sich die Stadt am 28. August 1312 dem Reich, kam jedoch 1316 an Württemberg zurück. Noch im 14. Jahrhundert wurde Backnang Sitz einer württembergischen Vogtei.

1477 wurde das Regularkanonikerstift in ein freiweltliches Stift umgewandelt. Ab 1500 lag die Stadt im Schwäbischen Reichskreis. Im Bauernkrieg 1525 wurde die Stadt gestürmt und das Augustiner-Chorherrenstift geplündert.

Reformation und Gegenreformation

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1535 wurde durch Herzog Ulrich die Reformation in Württemberg eingeführt, allerdings kam es kurzzeitig zu einer Rekatholisierung: 1546 besetzte Kaiser Karl V. im Schmalkaldischen Krieg das Herzogtum Württemberg und zwang Ulrich 1548, das Augsburger Interim zu akzeptieren. Weiterhin musste Ulrich der Stationierung von kaiserlich-katholischen Truppen zustimmen. 1549 wurde auch in Backnang eine Einheit katholischer Söldner aus Spanien stationiert, welche jedoch schon 1550 wieder abgezogen wurde. Viele der Augustiner-Chorherren konvertierten in der Folgezeit entweder zum Protestantismus oder verließen die Stadt, andere blieben. 1593 starb der letzte katholisch gebliebene Chorherr von Backnang.[15]

Erste Zerstörung Backnangs im Dreißigjährigen Krieg 1635

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Während des Dreißigjährigen Krieges hatte Backnang unter Einquartierungen, Verwüstungen und der Pest zu leiden: 1631 wurden fürstenbergische Soldaten nach Backnang verlegt. 1626 und 1634/35 wütete die Pest in der Stadt, denen jeweils ein Drittel der Stadtbevölkerung zum Opfer fiel.[15] Nach der Schlacht bei Nördlingen im September 1634, welche für die Protestanten mit einer schweren Niederlage endete, wurde Backnang erneut von kaiserlich-katholischen Truppen besetzt. 1635 übernahmen die Jesuiten das Backnanger Stift. Im selben Jahr verwüstete ein Großbrand, welcher vermutlich durch einquartierte katholische Soldaten verursacht wurde, die Stadt; Backnang wurde größtenteils zerstört. Im letzten Kriegsjahr 1648 zogen die katholischen Truppen aus Backnang ab. Anschließend marschierten die Schweden in Backnang ein, welche trotz ihrer evangelischen Konfession wie Feinde in der Stadt hausten.[16] Nach dem Westfälischen Frieden mussten die Jesuiten Backnang verlassen.

Backnang im 17. Jahrhundert

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Zweite Zerstörung Backnangs im Pfälzischen Erbfolgekrieg am 23. Juli 1693

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Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688–1697) wurden Teile Württembergs erneut verwüstet, diesmal durch die Franzosen. Im Juli 1693 stießen französische Einheiten unter Oberbefehl von Ezéchiel Comte de Mélac über Heidelberg und Heilbronn ins mittlere Neckargebiet vor. Dabei plünderten und zerstörten die Franzosen nacheinander Marbach, Beilstein und Großbottwar. Am 23. Juli 1693 erreichten die Franzosen Backnang. Die Bauern der umliegenden Dörfer versteckten sich in den Wäldern oder suchten Zuflucht in der Backnanger Burg. Allerdings konnten die Mauern Backnangs die Franzosen nicht aufhalten: Sie überwanden die Mauern durch einen Sturmangriff, bei dem 15 französische Angreifer ihr Leben lassen mussten. Dies reizte die Franzosen offenbar zum Zorn, die daraufhin 100–200 Stadtbewohner ermordeten. Anschließend wurde die Stadt geplündert und eingeäschert. Etwa 210 Gebäude wurden ein Raub der Flammen, darunter das Rathaus[17] und die Kirchen St. Michael (Stadtkirche) und St. Pankratius (Stiftskirche). Von St. Michael brannte das Kirchenschiff ab und wurde nie wieder aufgebaut. Nur der Chor und der Glockenturm blieben erhalten. St. Pankratius wurde ebenfalls bis auf den Chor zerstört, doch konnte die Kirche in den folgenden Jahren in vereinfachter Form wiederaufgebaut werden.[18]

Backnang als Württembergische Amtsstadt

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Gerberhäuser in Backnang um 1910

1707 wurde Backnang erneut von französischen Truppen unter General Broglie besetzt, welche jedoch bald wieder abzogen.[19] Aus der württembergischen Vogtei in Backnang entstand 1758 das Oberamt Backnang. Im Zuge der Umwälzungen während der Zeit der Koalitionskriege und der 1806 erfolgten Gründung des Königreichs Württemberg wurde das Oberamt Backnang bis 1813 bedeutend vergrößert.

Das späte 18. und frühe 19. Jahrhundert war von Missernten, Einquartierungen und Hungersnöten geprägt.

Backnang im 19. Jahrhundert

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Nach dem Ende der entbehrungsreichen Napoleonischen Kriege war Württemberg 1816 besonders stark von den Auswirkungen des Jahrs ohne Sommer betroffen. Die Verhältnisse führten zu mehreren Auswanderungswellen nach Amerika und Russland.

Um 1820 wurden Stadtmauern und -tore abgerissen und die Stadt wuchs über ihren mittelalterlichen Siedlungskern hinaus. Gleichzeitig wurden 1819 verschiedene Dörfer und Höfe eingemeindet. 1848 wurde der einundzwanzigjährige Raubmörder Wilhelm Heinrich Armbruster auf der Bleichwiese geköpft. Die Exekution Armbrusters war die letzte öffentliche Hinrichtung im Königreich Württemberg. Im Revolutionsjahr 1848 wurde die erste gesamtdeutsche Parlamentswahl abgehalten. Dabei errang der Schlosser Ferdinand Nägele aus Murrhardt im Wahlbezirk Backnang die Mehrheit der Stimmen. Nägele war der einzige Handwerker im Paulskirchenparlament.

Die bedeutendsten Handwerkszweige in der Stadt um 1800 waren Gerberei und Weberei, die durch die Industrialisierung weiteren Aufschwung nahmen. Nachdem die Weberei wegen Baumwollmangels aufgrund des Amerikanischen Bürgerkrieges ab 1861 in eine Krise geriet und unterging, wurde die Gerberei zum bestimmenden Erwerbsfeld der Bevölkerung. 1897 gab es 102 Gerbermeister mit 456 Gesellen und 97 Lehrlingen in der Stadt. Die Gerberei verlor in Backnang erst nach dem Zweiten Weltkrieg an Bedeutung. Im späten 19. Jahrhundert siedelten sich auch Maschinenbaufirmen und weitere Industrie an. 1875 wurde eine Industrieschule eröffnet, 1876 wurde Backnang mit der Einweihung der Murrbahn an das Schienennetz der Württembergischen Eisenbahn angeschlossen.

Backnang im Ersten und Zweiten Weltkrieg

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Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) waren unter den ins Feld gerückten Einwohnern 334 Opfer zu beklagen. Große Teile der Backnanger SPD traten nach dem Krieg der neu gegründeten KPD bei.[15] Dadurch kam es zu einer starken Polarisierung der Gesellschaft, die sich 1919 und 1923 in größeren Tumulten entlud. Zur NS-Zeit wurde das Gebäude des 1909 eingeweihten Lehrerseminars in der heutigen Mörikeschule als Napola-Schule genutzt. Durch die Verwaltungsreformen während der NS-Zeit in Württemberg wurde 1934 aus dem Oberamt Backnang der Kreis Backnang, welcher 1938 bei der Kreisreform in den um einige Gebiete erweiterten Landkreis Backnang umgewandelt wurde. 1934 entstand am nordwestlichen Stadtrand die Robert-Kaess-Siedlung.[20] 1936 wurde Sachsenweiler von Unterweissach abgetrennt und nach Backnang umgemeindet.[21] 1941 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Steinbach aufgelöst und Backnang zugeschlagen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt mehrfach von Luftangriffen getroffen, wobei es zu zahlreichen Toten und schweren Beschädigungen kam. Im gesamten Kriegsverlauf wurden in Backnang 447 Gefallene und 309 Vermisste registriert. Anfang 1945 wurde in Backnang aus Jugendlichen und älteren Männern der Volkssturm gebildet, welcher gegen die anrückenden Amerikaner kämpfen sollte. Zu der Einheit gehörten auch die kriegserfahrenen Soldaten Fritz Munz und Hermann Krimmer. In der Hoffnung, ihre Heimatstadt vor unnötiger Zerstörung bewahren zu können, entfernten sich beide unerlaubt von ihrer Einheit und fuhren mit Fahrrädern den anrückenden US-Truppen entgegen. Bei Sulzbach überquerten beide die Brücke der Lauter, welche kurz danach gesprengt wurde. Bei der Fahrt fand Munz den Tod, weil er über eine deutsche Mine gefahren war.[22] Krimmer setzte seine Fahrt fort und erreichte die US-Truppen bei Bernhalden. Dort konnte er mit einem US-Offizier sprechen und die kampflose Übergabe von Backnang erreichen.[23] An Munz und Krimmer erinnern heute in Backnang die beiden Straßen Fritz-Munz- und Hermann-Krimmer-Weg.

Nachkriegszeit

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1945 geriet Backnang in die Amerikanische Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging.

Am 19. Oktober 1946 detonierte ein Sprengsatz vor dem Sitz der Entnazifizierungs-Spruchkammer in Backnang. Wie sich bei den Ermittlungen herausstellte, wurde die Bombe von einer Gruppe Jugendlicher unter Führung von Siegfried Kabus gelegt. Der Gruppe gehörten auch ehemalige Napola-Schüler aus Backnang an. Bei den Anschlag wurde niemand verletzt, auch die Akten der Spruchkammer blieb unversehrt. Kabus wurde zunächst zum Tode verurteilt, allerdings wurde das Urteil später in lebenslange Haft umgewandelt.

In der Nachkriegszeit zogen viele tausend Heimatvertriebene aus den deutschen Ostgebieten und den ehemaligen Gebieten Österreich-Ungarns nach Backnang. Dadurch entwickelte die Stadt ein besonders enges Verhältnis zu den Ungarndeutschen.[15] Dies ist auch der Grund, warum die Stadt seit 1988 eine Städtepartnerschaft mit der ungarischen Stadt Bácsalmás unterhält. Es entstanden auch viele Neubaugebiete für Vertriebene und bauwillige Neubürger: Die Plattenwald- und die Sachsenweilersiedlung entstanden um 1950. Es folgten die Taus- und Plaisir-Siedlung. Die Schöntaler Höhe wurde um 1960 aufgesiedelt, die Hochhaus-Siedlung am Dresdner Ring entstand um 1970.[24]

1956 wurde Backnang Große Kreisstadt und Anfang der 1970er Jahre wurde sie durch Eingliederung der Nachbargemeinden Heiningen, Maubach, Strümpfelbach und Waldrems erheblich vergrößert. Bei der Kreisreform am 1. Januar 1973 verlor Backnang seine Funktion als Kreisstadt, als der Landkreis Backnang mit dem Landkreis Waiblingen zum neuen Rems-Murr-Kreis vereinigt wurde. Sitz des neuen Kreises wurde Waiblingen.

1971 wurde in Backnang das erste autonome Jugendzentrum in Deutschland gegründet.[25]

Eingemeindungen

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Die folgenden Gemeinden beziehungsweise Gemeindeteile wurden in die Stadt Backnang eingegliedert:

  • 1936: Sachsenweiler (Gemeinde Unterweissach)
  • 1941: Steinbach
  • 1. Juli 1971: Maubach[26]
  • 1. Januar 1972: Heiningen und Waldrems[26]
  • 20. März 1972: Strümpfelbach[26]

Einwohnerentwicklung

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Einwohnerentwicklung Backnangs nach nebenstehender Tabelle – oben von 1500 bis 2018, unten ein Ausschnitt ab 1871

Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1500 ca. 2.000
1618 2.500
1803 4.100
1823 3.980
1849 4.464
1. Dezember 1871 4.472
1. Dezember 1880 ¹ 5.736
1. Dezember 1890 ¹ 6.767
1. Dezember 1900 ¹ 7.650
1. Dezember 1910 ¹ 8.676
16. Juni 1925 ¹ 8.811
16. Juni 1933 ¹ 10.069
17. Mai 1939 ¹ 11.601
1946 15.412
13. September 1950 ¹ 18.189
Jahr Einwohner
6. Juni 1961 ¹ 23.725
27. Mai 1970 ¹ 27.755
31. Dezember 1975 29.614
31. Dezember 1980 29.149
25. Mai 1987 ¹ 30.244
31. Dezember 1990 31.687
31. Dezember 1995 33.882
31. Dezember 2000 34.562
31. Dezember 2005 35.761
31. Dezember 2010 35.395
31. Dezember 2015 36.266
31. Dezember 2020 37.558

¹ Volkszählungsergebnis

Religionen

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Evangelische Kirche

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Stiftskirche St. Pankratius auf dem Burgberg
 
Gemeindezentrum der Liebenzeller Gemeinschaft (Annonaystraße)

Backnang gehörte zunächst zum Bistum Speyer und war dem Archidiakonat St. Guido, Kapitel Marbach zugeordnet. Infolge der Zugehörigkeit zum Herzogtum Württemberg wurde hier, wie im übrigen Württemberg, ab 1534 die Reformation eingeführt. Danach war Backnang über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Zunächst gehörte die Kirchengemeinde zur Superintendentur Marbach, bevor Backnang 1695 Sitz eines eigenen Dekanats (siehe Kirchenbezirk Backnang) innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg wurde. Ursprünglich gab es nur die Stiftskirchengemeinde Backnang, die auch das Totenkirchle, die ehemalige Friedhofskirche vor den Toren der Stadt, als Predigtstelle nutzt. Als die Gemeinde durch Zuzug stark anwuchs, wurden die Matthäusgemeinde (1962) und die Markusgemeinde mit einer weiteren Predigtstelle in Schöntal abgetrennt, die inzwischen ihre eigenen Kirchen haben. Alle bilden aber weiterhin die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Backnang. Auch die heutigen Stadtteile Backnangs gehörten früher zur Württemberg und sind daher überwiegend protestantisch. Die Gemeindeglieder von Heiningen, Maubach und Waldrems gehörten ursprünglich zur Stiftsgemeinde Backnang. 1961 wurde in Waldrems eine eigene Pfarrei gegründet und eine eigene Kirche (Auferstehungskirche Heiningen) erbaut. Zur Kirchengemeinde gehört neben Waldrems und Heiningen auch Maubach (eigene Pauluskirche). Sachsenweiler wurde 1969 eine eigene Pfarrei (mit Petruskirche), zu der auch Steinbach (mit eigener Stephanuskirche) gehört. Die Gemeindeglieder von Strümpfelbach gehören bis heute zur Nachbarkirchengemeinde Oppenweiler. Neben den Kirchengemeinden gibt es auch Landeskirchliche Gemeinschaften in Backnang, nämlich die Altpietistische Gemeinschaft, die Kirche unterwegs der Bahnauer Bruderschaft e. V., die Liebenzeller Gemeinschaft und die Michael Hahn’sche Gemeinschaft.

Evangelische Freikirchen

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Katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist (Obere Bahnhofstraße)

Ferner gibt es auch einige Freikirchen, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche (Zionskirche), die Biblische Gemeinde, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Mennonitengemeinde mit Kirche in Sachsenweiler, die Volksmission entschiedener Christen sowie Die Christliche Gemeinde in Maubach.

Katholische Kirche

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Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken nach Backnang. Sie wurden anfangs von der Gemeinde Ebersberg betreut. 1894 wurde in Backnang eine eigene Pfarrei gegründet und im gleichen Jahr wurde die Kirche Johannes Baptist erbaut, die zunächst alle Katholiken im Raum Backnang betreute. Im Laufe der Zeit zogen weitere Katholiken zu und einige Nachbargemeinden wurden abgetrennt. Die Stadtteile Backnangs Germannsweiler, Heiningen, Maubach, Sachsenweiler, Schöntal, Stiftsgrundhof und Waldrems werden bis heute von der Pfarrei Johannes Baptist betreut. 1965 wurde eine zweite katholische Kirche in Backnang, die Christkönigskirche, erbaut. 1969 wurde die Christkönigskirche zur Pfarrkirche erhoben und die Pfarrei Christus König errichtet, zu der auch die Katholiken aus Steinbach gehören. Die beiden katholischen Kirchengemeinden haben sich 1973 zur Katholischen Gesamtkirchengemeinde Backnang zusammengeschlossen, die Träger der Katholischen Sozialstation und der katholischen Kindergärten ist. Zusammen mit zwei muttersprachlichen Kirchengemeinden, der kroatischen Gemeinde Sveti Ante Padovanski und der portugiesischen Gemeinde Sagrada Familia, bilden die katholischen Kirchengemeinden St. Johannes Baptist und Christus König heute die katholische Seelsorgeeinheit Backnang, die zum Dekanat Rems-Murr innerhalb der Diözese Rottenburg-Stuttgart gehört.

Neuapostolische Kirche

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Auch die Neuapostolische Kirche ist in Backnang vertreten: Ihre Kirche befindet sich in der Sulzbacher Straße.

Griechisch-orthodoxe Kirche

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Durch Zuwanderung kamen Mitte des 20. Jahrhunderts griechisch-orthodoxe Christen nach Backnang. Diese haben sich zu der Kirchengemeinde Agiou Bassileiou (Hl. Basilius) zusammengeschlossen. Das Gemeindezentrum mit Kapelle befindet sich im Seefeld 4 (Industriestraße).

Sonstige

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Die Gemeinde der Zeugen Jehovas verfügt über einen Königreichssaal in der Fabrikstraße. Weiterhin gibt es eine türkisch-islamische Gemeinde der DİTİB mit einer Moschee in der Wilhelmstraße.

Gemeinderat

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Der Gemeinderat von Backnang hat 26 Mitglieder; er besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Oberbürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Endergebnis:[27]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Kommunalwahl 2019
 %
30
20
10
0
28,79
19,33
17,28
12,60
8,81
5,80
3,43
2,31
1,64
BfB/FDP
CIB
Ba. Dem.
DHDW.org
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
−6,51
+5,43
−5,92
−1,60
+8,81
−1,30
+3,43
+2,31
+1,64
BfB/FDP
CIB
Ba. Dem.
DHDW.org
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 28,79 7 35,3 9
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 19,33 5 13,9 4
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 17,28 5 23,2 6
BfB/FDP Bürgerforum Backnang/Freie Demokratische Partei 12,60 3 14,2 4
AfD Alternative für Deutschland 8,81 2
CIB Christliche Initiative Backnang 5,80 2 7,1 2
Backnanger Demokraten Backnanger Demokraten 3,43 1
BIG Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit 2,31 1
DHDW.org duhastdiewahl.org 1,64 0
Unabhängig Unabhängige Bürgervereinigung 4,6 1
gesamt 100,0 26 100,0 26
Wahlbeteiligung 56,22 % 46,4 %

Bürgermeister

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An der Spitze der Stadt Backnang stand ein Schultheiß, der erstmals 1231 nachweisbar ist. Die Aufsicht über die Verwaltung oblag dem Vogt. Seit 1819 trug das Stadtoberhaupt die Bezeichnung Stadtschultheiß, seit 1930 Bürgermeister und mit der Erhebung zur Großen Kreisstadt am 1. April 1956 lautet die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von den Wahlberechtigten auf acht Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der Erste Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister.

Liste der Stadtoberhäupter (unvollständig, Amtszeiten teilweise unklar):

  • 1231: Hartmut[28]
  • 1373: Cuntz Schlecht[28]
  • 1551–1595: Veit Breitschwert[29]
  • 1605–1615: Johann Leonhard Korn[29]
  • 1611: Hans Maurer[29]
  • 1616: Christoph Jäger[29]
  • 1626: Veit Scheffler[29]
  • 1629: Jakob Bestlin[29]
  • 1635: Johann Unsinn[29]
  • 1638–1646: Conrad Stählin[29]
  • 1647–1648: Johann Jakob Schropp[29]
  • 1648–1649: Anton Schoch[29]
  • 1649: Johann Ludwig Mohl[29]
  • 1659: Wilhelm Parst[29]
  • 1664: Johann Georg Engel[29]
  • 1698–1705: Johann Hieronymus Seefried[29]
  • 1705–1710: Günther Albrecht Renz[29]
  • 1711–1714: Johann Gottfried Schmid[29]
  • 1715–1725: Veit Jakob Neuffer[29]
  • 1726–1756: Martin Neuffer[29]
  • 1757–1764: Friedrich August Hochstetter[30]
  • 1764–1766: Adolph Friedrich Weisser[30]
  • 1774–1785: Johann Jacob Kübler[30]
  • 1785–1794: Christian Friedrich Bazing[30]
  • 1794–1795: Ludwig Gottfried Spindler[30]
  • 1795–1801: Georg Jacob Müller[30]
  • 1801–1822: Georg Adam Isenflamm[30]
  • 1822–1845: Johann Gottlieb Karl Monn[30]
  • 1845–1878: Christian Daniel Schmückle[30]
  • 1878–1901: Emil Gock
  • 1901–1921: Hermann Eckstein
  • 1921–1945: Albert Rienhardt (seit 1937 NSDAP)
  • 1945: Wilhelm Höger
  • 1945: Friedrich Tränkle
  • 1945: Eugen Wohlfahrt (kommissarisch)[31]
  • 1946–1966: Walter Baumgärtner
  • 1966–1986: Martin Dietrich
  • 1986–1994: Hannes Rieckhoff (CDU)
  • 1994–2002: Jürgen-Heinrich Schmidt (SPD)
  • 2002–2021: Frank Nopper (CDU)
  • seit 2021: Maximilian Friedrich (Freie Wähler)

Wappen und Flagge

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Hiss- und Bannerflagge
 
Wappen von Backnang
Blasonierung: „In gespaltenem Schild vorne in Silber (Weiß) drei liegende schwarze Hirschstangen übereinander, hinten in Schwarz ein blauer Reichsapfel mit goldenem (gelbem) Beschlag und Kreuz.“[32]
Wappenbegründung: Das erste bekannte Siegel der 1297 an Württemberg gekommenen, im Reichskrieg 1312 aber der Reichsstadt Esslingen unterworfenen Stadt zeigt in einem Abdruck von 1312 den Reichsadler. Spätere Siegel des 14. Jahrhunderts enthalten die drei Hirschstangen der nunmehr wieder württembergischen Stadtherrschaft. Während dieses Wappen 1535 in den württembergischen Farben Schwarz und Gold belegt ist, wurden die Hirschstangen von der Stadt spätestens seit dem Ende des 16. Jahrhunderts in verwechselten Farben in einem von Silber und Schwarz gespaltenen Schild geführt. Der bisher nicht sicher gedeutete Reichsapfel (vergleiche Möglingen, Landkreis Ludwigsburg) tritt 1686 als Marksteinzeichen der Stadt auf. Im 19. Jahrhundert entstand die Verbindung von Hirschstangen und Reichsapfel, die am 10. Juli 1903 als Stadtwappen festgelegt wurde.

Die Stadtflagge ist Blau-Gelb.

Städtepartnerschaften

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Backnang unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:[33]

Wirtschaft und Infrastruktur

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Wirtschaft

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Im Zuge der Industrialisierung gewannen zunächst Unternehmen der Textilbranche an Bedeutung, darunter zu nennen Gerberei, Weberei, Spinnerei und Strickerei. Nachdem zunächst die Weberei einen Aufschwung genommen hatte, wurde die Lederindustrie zur führenden Branche. Noch heute ist von der Gerberstadt Backnang die Rede, obwohl alle großen Fabriken längst geschlossen beziehungsweise abgerissen wurden.

 
Kaelble Zugmaschine von 1953 aus Backnang

Die Spinnerei Adolff, unter anderem Hersteller von Kunstrasen, zog um die Jahrhundertwende viele Menschen nach Backnang und trug stark zum Wachstum der Stadt bei.

Dazu gesellten sich in den folgenden Jahren Unternehmen des Maschinenbaus sowie seit 1895 das Unternehmen Kaelble, ein Baumaschinen-, Motoren- und Nutzfahrzeughersteller, der vor allem durch seine Zugmaschinen für Straßenroller bekannt wurde. Seit 1989 ist d&b audiotechnik, ein Hersteller für PA-Anlagen, in Backnang ansässig und beschäftigt dort über 500 Mitarbeitende.[34]

Weitere Unternehmen der Elektro- und Nachrichtentechnik, die aus der damaligen AEG hervorgegangen sind und bis heute das Stadtbild prägen: Ericsson, telent und Tesat-Spacecom. Das Management von Ericsson hat jedoch angekündigt, den Standort Backnang teilweise auszugliedern und eventuell zu verkleinern oder ganz zu schließen.[35][36]

In Backnang befindet sich auch der Sitz der FK Automotive GmbH, die überregional für Autozubehör bekannt ist. Außerdem hat Kerling International Haarfabrik, der europäische Marktführer für Perücken, in Backnang seinen Stammsitz. Im Stadtteil Waldrems sitzt die WIRmachenDRUCK GmbH, eine Online-Druckerei für Digital- und Offsetdruck.

Straßenverkehr

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Erstes Empfangsgebäude des Backnanger Bahnhofs (um 1900)

Durch das Stadtgebiet Backnangs führen die Bundesstraße 14 Stuttgart–Nürnberg, so wie die Bundesstraße 328 Backnang–Mundelsheim. Die Bundesstraße 14 ist als Umgehungsstraße ausgebaut und führt westlich um die Kernstadt. Der Kreuzungsbereich mit der Stuttgarter Straße sowie ein etwa 700 Meter langer Abschnitt auf Höhe des Industriegebiets Lerchenäcker sind vierstreifig ausgebaut, so dass zum einen langsamere Fahrzeuge problemlos überholt werden können und zum anderen der Rückstau vor den Ampelanlagen nicht zu lang wird. Über die Bundesstraße 328 gelangt man zur nächsten Anschlussstelle der Bundesautobahn 81 in Mundelsheim im Verlauf der Strecke Stuttgart-Heilbronn.

Bahn- und Busverkehr

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In Backnang mündet die Strecke aus Ludwigsburg in die Bahnstrecke Waiblingen–Schwäbisch Hall-Hessental ein. Der Bahnhof Backnang ist Anfangsstation der Linie S3 (Backnang–Waiblingen–Stuttgart–Flughafen) und seit Dezember 2012 auch der Linie S4 (Backnang–MarbachStuttgart-Schwabstraße) der S-Bahn Stuttgart.

Ein weiterer Haltepunkt der Linie S3 im Backnanger Stadtgebiet ist Maubach.

Die Friedrich Müller Omnibusunternehmen GmbH erbringt den größten Teil des Busverkehrs in Backnang und der Umgebung.[37] Einzig die Buslinien rund um Sulzbach und Murrhardt, die teilweise auch Backnang erreichen, werden von der Omnibus-Verkehr Ruoff GmbH betrieben.[38]

Alle Linien verkehren zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS).

Radfernwege

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Backnang ist ein Knoten des baden-württembergischen Radwegegrundnetzes. Im Stadtgebiet sind die Routen nach Beilstein über Aspach, Sulzbach, Rudersberg, Waiblingen und Steinheim über Maubach ausgeschildert.

Flugverkehr

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Im Stadtteil Heiningen liegt der Flugplatz Backnang-Heiningen.

In Backnang erscheint als Tageszeitung die Backnanger Kreiszeitung und als Wochenblatt jeweils am Donnerstag das Backnanger Wochenblatt.

Gericht, Behörden und Einrichtungen

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Backnang hat ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört, ferner ein Finanzamt, ein Arbeitsamt, eine Prüfstelle des TÜV, das Landwirtschaftsamt für den Rems-Murr-Kreis und eine Außenstelle des Landratsamts Rems-Murr-Kreis.

Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Backnang der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und des Dekanats Backnang des Bistums Rottenburg-Stuttgart, das zum Dekanatsverband Rems-Murr gehört.

In Backnang ist auch einer der beiden Rems-Murr-Ortsverbände des Technischen Hilfswerks ansässig.

 
Mörikeschule in Backnang, Hauptgebäude.[39]

Backnang besitzt zwei Gymnasien (Max-Born-Gymnasium und Gymnasium in der Taus), zwei Realschulen (Max-Eyth- und Schickhardt-Realschule), drei Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule (GHS in der Taus, Mörikeschule und Talschule Heiningen-Waldrems), eine Förderschule (Pestalozzischule), eine Waldorfschule und vier Grundschulen (Plaisir-GS, Schillerschule, GS Maubach und GS Sachsenweiler).

Der Rems-Murr-Kreis ist Schulträger dreier Beruflicher Schulen: die gewerbliche Schule, unter anderem mit einem Technischen Gymnasium, die Eduard-Breuninger-Schule (kaufmännische Schule, unter anderem mit Wirtschaftsgymnasium) und die Anna-Haag-Schule, eine haus- und landwirtschaftliche Schule.

Die beiden privaten Schulen (Freie Waldorfschule Backnang e. V. und Evangelische Fachschule für Altenpflege Staigacker der Stiftung Altenheime Backnang und Wildberg) runden das schulische Angebot in Backnang ab.

Im Bereich der Erwachsenenbildung ist Backnang Sitz der Volkshochschule Backnang, die auch das Umland versorgt und zehn Außenstellen betreibt. Zudem gibt es die nicht-akademischen Fernschulen Deutsches eLearning Studieninstitut (DeLSt) und Academy of Sports, sowie die staatlich anerkannte Europäische Hochschule für Innovation und Perspektive (EHiP).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Im Backnanger Bürgerhaus gibt es Opern- und Schauspielvorführungen sowie Bälle und Tagungen. Das Bandhaus Theater Backnang auf dem Burgberg steht seit Sommer 2013 unter der Leitung von Jasmin Meindl und Juliane Putzmann. Dort wird seitdem zeitgenössisches Theater und Bürgertheater praktiziert. Erfolgreiche Produktionen waren zuletzt eine Version des Bürgertheaters von William Shakespeares Stück „Was ihr wollt“ und aktuell das Stück „Kannst Du schweigen? Ich auch“, das sich mit dem Mord an Backnanger Bürgern im Jahr 1940 in der Tötungsanstalt Grafeneck auseinandersetzt. Ebenfalls auf dem Burgberg befindet sich das Galli-Theater, das Theaterstücke und theaterpädagogische Angebote für Kinder und (vorwiegend vergnügliche) Theaterstücke sowie Kurse für Erwachsene bietet.

Das Schmiedemuseum am Burgplatz in einer ehemaligen Schmiede ist ein Handwerkermuseum, das die Arbeits- und Lebensweise des Schmieds darstellt. Im Backnanger Stadtturm ist eine stadtgeschichtliche Ausstellung zu sehen. Das Museum-Scheuerle in einer ehemaligen Scheune zeigt unter anderem landwirtschaftliche Geräte und Maschinen sowie eine alte Schuhmacher-Werkstatt und einen Webstuhl. Das Rundfunkmuseum „Manfred von Ardenne“ ist eine private Sammlung der Unternehmerfamilie Burgel zur Geschichte des Radios. Das Ungarndeutsche Heimatmuseum zeigt Kultur, Geschichte und Lebensweise der vertriebenen Ungarndeutschen. Das Grafik-Kabinett wartet mit bedeutenden Stichen von Lucas Cranach dem Älteren und Albrecht Dürer auf. Zeitgenössische Kunst in Wechselausstellungen ist in der Galerie der Stadt Backnang im Turmschulhaus zu sehen, unter anderen von bekannten Künstlern wie Neo Rauch, Ilya Kabakov, Tim Eitel, Eberhard Bosslet und Markus Oehlen. Das Technikforum Backnang ist ein Museum, das in der von 1938 bis 1939 gebauten, ehemaligen Fertigungshalle der Firma Kaelble untergebracht ist. Es beschreibt die Industriegeschichte der Stadt Backnang hinsichtlich der Themenbereiche Nachrichtentechnik, Gerberei, Spinnerei und der Firma Kaelble.

Ein seit mehr als 40 Jahren bestehendes selbstverwaltetes Jugendzentrum veranstaltet regelmäßig Konzerte aus den Bereichen Independent und Punkrock. Die 1984 gegründete Metal-Band Totenmond stammt aus Backnang. Die Sängerin Vanessa Mai wurde in Backnang geboren und lebt dort.

Bauwerke

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Blick in den Stiftshof: ganz links das Bandhaus, dahinter der Stadtturm, rechts davon die Stiftskirche und ganz rechts das Amtsgericht
 
Amtsgericht, ehemaliges herzogliches Schloss

Die evangelische Stiftskirche St. Pankratius bildet zusammen mit dem Stadtturm ein Ensemble. Von der romanischen Kirche des 1116 gegründeten Augustiner-Chorherrenstifts aus dem 12. Jahrhundert sind die Chorflankentürme und der spätgotische Chor erhalten. Die Kirche war Grablege der Markgrafen von Baden von Anfang des 12. Jahrhunderts bis etwa 1240. Das Langhaus wurde nach einem Brand von 1693 im Jahr 1697 in einfacherer Form wiederaufgebaut. Vor der Kirche ist eine historische Kirchenglocke von 1739 aufgestellt. Die Stiftskirche ist seit der Reformation die Hauptkirche der evangelischen Kirchengemeinde, westlich von ihr schließt sich der sogenannte Freithof an.

Der Stadtturm ist der Rest der ehemaligen Pfarrkirche St. Michael. Der gotische Chor enthält über dem Wildschweinkapitell eine furchteinflößende Blattmaske. Der 45 Meter hohe Chorturm entstand im 13. Jahrhundert und wurde nach dem Brand von 1693 um zwei Fachwerkgeschosse und einer Dachhaube ergänzt. Daneben entstand am Markgrafenhof 1816/17 das sogenannte Turmschulhaus in Fachwerkbauweise. Beide dienen heute als Galerie der Stadt Backnang.

Der an die Stiftskirche östlich anschließende Stiftshof ist der um 1600 erbaute Witwensitz des Hauses Württemberg. Das Hauptgebäude am Stiftshof war einst das herzogliche Schloss, diente nach dem Brand 1693 als Fruchtkasten und heute als Amtsgericht. Außerdem befindet sich am Stiftshof die ehemalige Stiftskellerei, die ebenfalls im Anschluss an den Brand 1693 wiederaufgebaut wurde, nach 1806 als Kameral- und Finanzamt diente und heute Teile der Stadtverwaltung beherbergt. Die ehemalige herzogliche Küche war später Amtsgefängnis und beherbergt heute ebenfalls Verwaltungsräume. Auf dem Stiftshof befindet sich noch ein schmuckvoller Brunnenkasten von 1713.

Das Rathaus ist ein Fachwerkbau aus dem Jahr 1716, das auf dem alten Sockel von 1599 erstellt wurde und das auf der dem Stadtturm zugewandten Giebelseite ein charakteristisches Glockentürmchen trägt. Auf dem Marktplatz befindet sich noch einer von einst drei alten Rathausbrunnen. Das historische Backnanger Stadthaus, ebenfalls ein Fachwerkgebäude, war einst Sitz des württembergischen Vogts. Zu den markanten Fachwerkbauten der Stadt zählt auch das alte Stadtschulhaus. Die Innenstadt ist darüber hinaus reich an weiteren Fachwerkgebäuden. Backnang ist eine Station der Deutschen Fachwerkstraße.

 
Das Backnanger Stadthaus

Das Totenkirchle wurde 1452 als Friedhofskirche errichtet. Vom einstigen Friedhof ist nichts mehr zu sehen, durch das Anwachsen der Stadt befindet sich die einstmals außerhalb der Stadtmauern gelegene Kirche inzwischen im Innenstadtbereich.

Die römisch-katholische Stadtkirche St. Johannes wurde 1893/94 im Stil der Neogotik erbaut und 1946 im Inneren erneuert.

In Backnang befinden sich zwei historische Schulgebäude, das Zentralschulhaus von 1891 (erweitert 1914) und das ehemalige Lehrerseminar, erbaut 1906 bis 1909.

An verschiedenen Stellen sind noch Überreste der Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert erhalten.

In den 1960er-Jahren wurden die katholische Christkönig-Kirche und die evangelische Matthäuskirche im Gebiet der Neubaustadtteile Plaisir, Taus und Plattenwald neu erbaut.

Der Wasserturm am nördlichen Stadtrand ist ein architektonisches Zeugnis des Brutalismus. Der denkmalgeschützte Turm entstand zwischen 1959 und 1961 nach Plänen von Helmut Erdle.

Auf dem Gelände des ehemaligen Hallenbades entstand zwischen 2016 und 2017 der Annonay-Garten. Hierbei handelt es sich um einen Park mit Erholungs- und Spielangeboten.[40][41]

Die TSG Backnang ist mit rund 4.350 Mitgliedern der größte örtliche Sportverein.

2021 hatte sich die Stadt zusammen mit dem Rems-Murr-Kreis und den Städten Winnenden und Waiblingen als Host Town für die Gestaltung eines viertägigen Programms für eine internationale Delegation der Special Olympics World Summer Games 2023 in Berlin beworben. 2022 war die Stadt als Gastgeberin für Special Olympics Bermuda ausgewählt worden.[42] Es waren 35 Personen angekündigt.[43] Damit wurde die Stadt Teil des größten kommunalen Inklusionsprojekts in der Geschichte der Bundesrepublik mit mehr als 200 Host Towns.[42]

Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten

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Die am 10. Dezember 2012 eröffneten Murrbäder Backnang Wonnemar befinden sich im Osten der Stadt nahe dem namensgebenden Fluss. Das Wonnemar bietet unter anderem ein großes Schwimmbecken, eine Röhrenrutsche und einen Kinderbereich („Wonni-Land“). Angeschlossen sind ein Spa- und ein großer Sauna-Bereich mit Blockhaus- und Erdsauna, Dampfbad und Kneippbecken. In direkter Nachbarschaft befindet sich das Backnanger Mineralfreibad, das mit dem Erlebnisbad über eine Fußgängerbrücke verbunden ist.

Im Umland der Stadt existieren viele Wandermöglichkeiten, so führt der 84 km lange Rundwanderweg ’s Äpple einmal rund um Backnang.

Regelmäßige Veranstaltungen

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Weihnachtsmarkt 2010
  • Backnanger Silvesterlauf – 31. Dezember, seit 1985
  • Frühlingsfest Backnanger Tulpenfrühling – Aktion des Stadtmarketing-Vereins mit verkaufsoffenem Sonntag am ersten Wochenende im April, seit 1999
  • City Triathlon Backnang – Ende April/Anfang Mai, seit 2012 (früher Backnanger City Duathlon)
  • Backnanger Straßenfest – Das älteste und größte Straßenfest in Baden-Württemberg, am letzten vollständigen Wochenende im Juni, Freitag bis Montag, seit 1971
  • Nachwuchsfestival Talente ans Mikrofon – im Rahmen des Straßenfestes, seit 1971
  • Juze Murr-Regatta des Jugendzentrums Backnang – zwei Wochen nach dem Straßenfest, seit 1985
  • Internationaler Kulturmarkt – Ende Juli, seit 1984
  • Backnanger Weindorf – Ende August, seit 2003
  • Backnanger Gänsemarkt – Verkaufsoffener Sonntag mit Kulturprogramm und verschiedenen Eventbühnen, jeweils am letzten Sonntag im Oktober, seit 1986[44]
  • Backnanger Weihnachtsmarkt – am ersten Adventswochenende, seit 1981

Persönlichkeiten

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Ehrenbürger

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Die Stadt Backnang hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

  • 1867: Gottlob Friedrich Moser, Dekan
  • 1874: Friedrich von Dillenius, Geheimer Rat, Präsident der Württembergischen Eisenbahndirektion
  • 1892: Christian von Kalchreuter, Dekan
  • 1911: Eduard Breuninger, Kaufmann
  • 1911: Eugen Adolff, Fabrikant
  • 1919: Fritz Häuser, Fabrikant
  • 1921: Hermann Eckstein, Stadtschultheiß 1901–1921
  • 1930: Karl Friederich, Ratschreiber und anschließend Stadtpfleger
  • 1930: Robert Kaess, Lederfabrikant und Landtagsabgeordneter
  • 1952: Carl Kaelble, Seniorchef der Motoren- und Maschinenfabrik Kaelble
  • 1952: Albert Rienhardt, Oberbürgermeister 1921–1945
  • 1954: Walter Gross, Arzt
  • 1964: Karl Krische, Chefarzt
  • 1966: Walter Baumgärtner, Oberbürgermeister 1946–1966
  • 1976: Daniel Aimé, Bürgermeister der Partnerstadt Annonay
  • 2000: Martin Dietrich, Oberbürgermeister 1966–1986
  • 2021: Frank Nopper, Oberbürgermeister 2002–2021

Ehrenbürger der früher selbstständigen Stadtteile

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  • 1927: Karl von Metzger (Strümpfelbach)[45]
  • 1935: Paul Reusch, Kommerzienrat (Strümpfelbach)[45]
  • 1957: Wilhelm Kübler, Unternehmer, Steinbruchbesitzer (Maubach)[45]
  • 1960: Hermann Reusch, Industrieller (Strümpfelbach)[45]

Söhne und Töchter der Stadt

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Weitere Persönlichkeiten

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Literatur

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  • Württembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser. Stuttgart 1961.
  • Burkhart Oertel: Ortssippenbuch der württembergischen Kreisstadt Backnang. Band 1: Für die Kernstadt 1599–1750. Selbstverlag des Verfassers, Neubiberg 1999 (= Württembergische Ortssippenbücher 40)
  • Burkhart Oertel: Ortssippenbuch der württembergischen Kreisstadt Backnang. Band 2: Für die Kernstadt 1751–1860. Selbstverlag des Verfassers, Neubiberg 2001 (= Württembergische Ortssippenbücher 41)
  • Burkhart Oertel: Ortssippenbuch der württembergischen Kreisstadt Backnang. Band 3: Für die Teilorte Heiningen, Maubach, Waldrems mit Horbach 1599–1920. Selbstverlag des Verfassers, Neubiberg 2004 (= Württembergische Ortssippenbücher 60).
  • Bernhard Trefz/Frank Nopper (Hrsg.): Das Backnang-Lexikon. Stroh, Backnang 2014, ISBN 978-3-927713-56-7.
  • Gerhard Fritz/Bernhard Trefz (Hrsg.): 950 Jahre Backnang 1067-2017 (= Backnanger Jahrbuch, Bd. 25). Stroh, Backnang 2017, ISBN 978-3-927713-61-1.
  • Martin Zeiller: Baknang. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Sueviae (= Topographia Germaniae. Band 2). 1. Auflage. Matthaeus Merian, Frankfurt am Main 1643, S. 29 (Volltext [Wikisource]).
  • Backnang. In: Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Backnang (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 53). H. Lindemann, Stuttgart 1871, Kapitel B 1, S. 124–155 (Volltext [Wikisource]).
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Einzelnachweise

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  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2022 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009.
  3. Hauptsatzung der Stadt Backnang vom 23. Juli 1998. (PDF; 1,5 MB) S. 6, abgerufen am 19. Februar 2024.
  4. Gerhard Fritz, Roland Schurig (Hrsg.): Die Burgen im Rems-Murr-Kreis. 1. Auflage. Verlag Manfred Hennecke, Remshalden-Buoch 1994, ISBN 3-927981-42-7, S. 68–69.
  5. Landesarchiv Baden-Württemberg Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart - Dokumente. Abgerufen am 19. Oktober 2023.
  6. a b Johannes Potratz: Wie unsere Städte und Dörfer entstanden. In: Backnanger Kreiszeitung (Hrsg.): Unsere Heimat. 1975.
  7. Gerhard Fritz: Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des Stifts Backnang vom späten 14. bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts. In: Backnanger Jahrbücher. S. 76 f.
  8. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 498–502
  9. Wasserverband Murrtal. (Memento vom 22. Juni 2010 im Internet Archive) In: murrhardt.de.
  10. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Backnang.
  11. Stadtgeschichte Backnang - Römer Backnang. Abgerufen am 15. April 2023.
  12. Bernhard Trefz: Kleine Geschichte der Stadt Backnang. Verlag Regionalkultur, 2022, ISBN 978-3-95505-314-7, S. 10–11.
  13. Bernhard Trefz: Kleine Geschichte der Stadt Backnang. Verlag Regionalkultur, 2022, ISBN 978-3-95505-314-7, S. 8.
  14. Bernhard Trefz: Kleine Geschichte der Stadt Backnang. Verlag Regionalkultur, 2022, ISBN 978-3-95505-314-7, S. 13.
  15. a b c d Waldemar Lutz, Erich Scheible (Hrsg.): Kennzeichen WN, Heimatkunde für den Rems-Murr-Kreis. Verlag Waldemar Lutz Lörrach und Ernst Klett Schulbuchverlag GmbH, Stuttgart 1990, ISBN 3-12-258290-2, S. 196.
  16. Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart 1871, S. 141–142.
  17. Kennzeichen WN, Heimatkunde für den Rems-Murr-Kreis. Verlag Waldemar Lutz Lörrach und Ernst Klett Schulbuchverlag GmbH, Stuttgart 1990, ISBN 3-12-258290-2, S. 167.
  18. Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart 1871, S. 126 ff.
  19. Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart 1871, S. 142.
  20. Backnang - Altgemeinde~Teilort - Detailseite - LEO-BW. Abgerufen am 9. April 2023.
  21. Sachsenweiler - Wohnplatz - Detailseite - LEO-BW. Abgerufen am 9. April 2023.
  22. Backnanger Unternehmen während des Nationalsozialismus. Abgerufen am 23. Mai 2023.
  23. Waldemar Lutz, Erich Scheible (Hrsg.): Kennzeichen WN, Heimatkunde für den Rems-Murr-Kreis. 1. Auflage. Verlag Waldemar Lutz und Ernst Klett Schulbuchverlag GmbH, Stuttgart 1990, ISBN 3-12-258290-2, S. 175.
  24. Backnang – Altgemeinde~Teilort – Detailseite – LEO-BW. Abgerufen am 9. April 2023.
  25. Martin Tschepe: 40 Jahre Juze Backnang – Das organisierte Chaos, Stuttgarter Zeitung vom 6. April 2011, abgerufen am 2. August 2017.
  26. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 446.
  27. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart. (Memento vom 27. Mai 2019 im Internet Archive)
  28. a b Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart 1871, S. 140.
  29. a b c d e f g h i j k l m n o p q r Burkhart Oertel (Hrsg.): Ortssippenbuch Backnang. 1. Auflage. Band 1. Selbstverlag des Verfassers, Neubiberg und Frankfurt am Main 1999, S. 10.
  30. a b c d e f g h i Burkhart Oertel (Hrsg.): Ortssippenbuch Backnang. Band 2. Selbstverlag des Verfassers, Neubiberg und Frankfurt am Main 2004, S. 4.
  31. Besetzung und Besatzung der US-Amerikaner. Abgerufen am 8. April 2023.
  32. https://www.leo-bw.de/web/guest/detail-gis/-/Detail/details/ORT/labw_ortslexikon/1311/Backnang
  33. Städtepartnerschaften Backnangs
  34. Über d&b | d&b audiotechnik. Abgerufen am 23. Januar 2023.
  35. Backnang droht erneut Aderlass – Management will Ericsson-Geschäfte teilweise ausgliedern. In: Stuttgarter Nachrichten, 5. Juni 2007
  36. Betriebsrat: Ericsson baut Forschungsabteilung in Backnang ab. heise online, 11. März 2008
  37. Ab 1. Januar 2019: bessere Busverbindungen in Backnang und Umgebung. Abgerufen am 27. April 2023.
  38. Ab 1. August: bessere Busverbindungen im Bereich Sulzbach an der Murr, Backnang und Murrhardt. Abgerufen am 27. April 2023.
  39. Mörikeschule Backnang. Abgerufen am 23. August 2017.
  40. Martin Tschepe: Neuer Park mitten in Backnang. Stuttgarter Nachrichten, 8. April 2016.
  41. „Annonay-Garten: Fehler ausgebügelt, Zuschuss gesichert“ (Memento vom 27. Dezember 2017 im Internet Archive). Pressemitteilung der Stadt Backnang, 31. August 2017.
  42. a b Host Town Program. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 21. März 2023.@1@2Vorlage:Toter Link/www.berlin2023.org (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  43. Kommunen im Land empfangen Teilnehmende der Special Olympics. 6. Juni 2023, abgerufen am 1. August 2023.
  44. Beschreibung Gänsemarkt (Memento vom 19. Januar 2015 im Internet Archive) auf backnang-stadtmarketing.de
  45. a b c d Helmut Bomm: Ehrungen Backnanger Bürger. In: Schriftenreihe des Heimat- und Kunstvereins. Band 5. Backnang 1987, S. 65.
  46. Die Supersause hält, was sie verspricht“, Artikel in der Stuttgarter Zeitung vom 5. August 2018, gesichtet am 28. Juni 2019