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GeographieBearbeiten

Geographische Lage[2]Bearbeiten

 
Panorama von Süden

Alfdorf liegt etwa zehn Kilometer nordwestlich von Schwäbisch Gmünd und 40 Kilometer nordöstlich von Stuttgart. Das landschaftlich abwechslungsreiche Gemeindegebiet (Höhenlage von 308 bis 560 m über NN) liegt im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald mit schönen Aussichtspunkten auf die Dreikaiserberge und zur Schwäbischen Alb, den Tälern mit den vielen Wassermühlen und den ausgedehnten Wäldern, lädt zum Wandern und zur Erholung, eine gepflegte Gastronomie zum Verweilen, ein. In unmittelbarer Umgebung befindet sich der Welzheimer Wald.

KlimaBearbeiten

Der Jahresniederschlag beträgt 1044 mm. Die Niederschläge sind hoch und liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 87 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,6 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren stark. An 71 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Ausdehnung[3]Bearbeiten

Auf einer Markungsfläche von ca. 6852 ha erstreckt sich die Gemeinde mit ihren 63 Teilorten bzw. Ortsteilen von Adelstetten im Osten, bis zum Tannhof im Westen, vom Haselbach im Süden bis Hellershof im Norden.

NachbargemeindenBearbeiten

An das Gebiet Alfdorfs grenzen im Norden Gschwend, im Osten Spraitbach, Durlangen und Mutlangen, im Süden Schwäbisch Gmünd und Lorch (alle Ostalbkreis), im Westen Plüderhausen, Urbach und Welzheim sowie im Nordwesten Kaisersbach (alle Rems-Murr-Kreis).

GemeindegliederungBearbeiten

 
Wasserturm in Pfahlbronn

Die Gemeinde Alfdorf mit den Gemeindeteilen Alfdorf, Pfahlbronn und Vordersteinenberg besteht aus 64 Dörfern, Weilern, Höfen und Häusern:

Zum Gemeindeteil Alfdorf gehören das Dorf Alfdorf, die Weiler Bonholz und Haselbach sowie die Höfe Leinhalden, Maierhof, Maierhofer Sägmühle, Meuschenmühle, Schölleshof, Strübelhof und Strübelmühle.

Zum Gemeindeteil Pfahlbronn gehören das Dorf Pfahlbronn, die Weiler Adelstetten, Brech, Brend, Buchengehren, Burgholz, Enderbach, Haghof, Haselhof, Höldis, Mannholz, Mittelweiler, Rienharz, Schmidhof, Tannhof und Voggenberg, die Höfe Burgholzhof, Döllenhof, Fritzhof, Hagmühle, Leinecksmühle, Niederheckenhof, Schenkhöfle und Schmidhöfle sowie die Häuser Buchengehrener Sägmühle, Burgholzer Sägmühle, Gehäuhaus, Haghofer Ölmühle, Haldenhof, Mannholzer Ölmühle, Pfahlbronner Mühle, Rienharzer Sägmühle, Voggenberger Sägmühle und Voggenbergmühle.

Zum Gemeindeteil Vordersteinenberg gehören die Dörfer Vordersteinenberg, Hintersteinenberg und Kapf, die Weiler Bruckhof, Hellershof, Hüttenbühl, Steinhaus, Tennhöfle und Wahlenheim, die Höfe Deschenhof, Dornhalden, Greuthöfle, Greuthof, Hafental, Heinlesmühle, Pfahlenhof, Schotthof, Stixenhof und Vaihinghof sowie das Haus Neuwirtshaus.

Im Gemeindeteil Alfdorf liegt das abgegangene Gehöft Haselhof.[4][5]

BevölkerungsstrukturBearbeiten

Der Ausländeranteil beträgt 6,4 %.

6610 der 7062 Einwohner Alfdorfs sind durch das Statistische Landesamt als Einwohner deutscher Herkunft ausgeschrieben. 452 Einwohner seien ausländischer Herkunft.[6]

FlächenaufteilungBearbeiten

 

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[7]

GeschichteBearbeiten

 
Ehemaliges Rathaus von Pfahlbronn

Die Römer errichteten ab dem Jahr 150 nach Christus zwischen dem Rhein bei Koblenz und der Donau bei Regensburg den Obergermanisch-Raetischen Limes. Diese Grenzlinie zu den Germanen durchzog auch den Westen des heutigen Gemeindegebiets von Alfdorf. Vom Nordnordwesten führte der Limes in schnurgerader Linie auf einer Länge von 80 Kilometern aus der Nähe von Walldürn im Odenwald bis zum Alfdorfer Ortsteil Haghof, wo er zunächst abrupt nach Osten abknickte und kurz vor dem benachbarten Alfdorfer Ortsteil Pfahlbronn erneut nach Süden schwenkte, um dann dem Remstal bei Lorch zuzustreben. Die nächsten Kastelle lagen im heutigen Stadtgebiet von Welzheim (im Norden) und Lorch (im Süden). Auf dem Gemeindegebiet von Alfdorf errichteten die Römer entlang des Limes mehrere Wachttürme, die Grundmauern einiger davon sind noch erhalten.

Die Siebzehner bei Welzheim sind 17 Bauernhöfe von Altersberg, Nardenheim, Seelach, Hintersteinenberg, Vordersteinenberg, Deschental, Wighartsrüte, Kapf und Krettenbach, die heute zu Alfdorf und Gschwend gehören. Einer weit verbreiteten, jedoch widerlegten Legende zufolge besaßen sie im späten Mittelalter eine eigene Gerichtsbarkeit einschließlich eigener Richtstätte.

Alfdorf ist in der Älteren Ausbauzeit entstanden und wurde erstmals 1143 urkundlich erwähnt, als Bischof Walther von Augsburg eine Stiftung an das Kloster Anhausen an der Brenz bestätigt; dieser Besitz ging 1327 an das Kloster Lorch.

Bis 1805 war das Dorf ritterschaftliches Gut der Familie vom Holtz (seit 1628) im Ritterkanton Kocher. 1805 kam Alfdorf unter die alleinige Oberherrschaft Württembergs. Alfdorf kam 1807 zum Oberamt Gmünd, 1810 zum Oberamt Welzheim und 1938 zum Landkreis Schwäbisch Gmünd.

Beim Dorf Pfahlbronn liegen in einer Südschlinge der Lein am unteren Hang des Bergsporns und gleich nördlich der Leinecksmühle die Überreste der Burg Leineck.

Die heutige Gemeinde entstand am 1. Januar 1972 durch Vereinigung der Gemeinden Alfdorf, Pfahlbronn und Vordersteinenberg.[8]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Alfdorf hat 22 Mitglieder. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis:[9]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Kommunalwahl 2019
 %
60
50
40
30
20
10
0
55,1 %
23,7 %
21,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-7,0 %p
-14,2 %p
+21,3 %p
FW Freie Wähler 55,1 12 62,1 11
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 23,7 5 37,9 7
UB Unabhängige Bürger 21,3 5 - -
gesamt 100,0 22 100,0 18
Wahlbeteiligung 65,0 % 55,1 %

Wappen der OrtsteileBearbeiten

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Am 12. August 2011 sind Alfdorf und die ungarische Gemeinde Hosszúhetény eine Partnerschaft eingegangen, am 2. Oktober 2011 außerdem mit der Thüringer Gemeinde Reinstädt.[11]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Stephanuskirche
 
Oberes Schloss (Rathaus)

BauwerkeBearbeiten

Auf dem Gebiet der Gemeinde Alfdorf endet in der Nähe des Haghofs ein in Walldürn beginnendes, ca. 81 km langes, schnurgerade südsüdöstlich laufendes Teilstücks des Obergermanisch-Raetischer Limes, der zum UNESCO-Welterbe gehört. Entlang der Trasse der alten Grenze kann der Wanderer auf dem Limes-Wanderweg (HW 6) des Schwäbischen Albvereins den Spuren der Römer folgen. Auch der Mühlenwanderweg führt durch das Alfdorfer Gemeindegebiet und berührt hier etliche historische Mühlen, darunter die Heinlesmühle, die Meuschenmühle, die Voggenbergmühle und die Hummelgautsche.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die im Jahr 1776 fertiggestellte Stephanuskirche.

In Alfdorf stehen zwei Schlösser. Das Neue, sogenannte Obere Schloss steht im Schlosspark und ist heute Sitz der Gemeindeverwaltung. Das Alte, besser Unteres Schloss genannt, wurde um 1550 am Rande des Schweizertals erbaut. Bauherren waren die Herren von Neuhausen.

Im Mitte des 19. Jahrhunderts erbauten Gebäude Obere Schlossstraße 43 befand sich bis Ende der 2000er Jahre ein privat betriebenes Heimatmuseum.[12][13]

KunstgewerbeBearbeiten

Alfdorf besitzt eine lange Tradition im Töpferhandwerk. In dessen Blütezeit lieferten Alfdorfer Töpfereien ihre Ware auch an den Hof nach Stuttgart. Bis heute wird das alte Handwerk in traditioneller Form betrieben.[14]

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Alfdorfer Straßenfest (September)
  • Alfdorfer Lichtermarkt (November)

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Alfdorf liegt im Bereich des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart und gehört zum Verbundtarif OstalbMobil. Die nächsten Bahnhöfe sind Lorch (Württ) und Schwäbisch Gmünd an der Remsbahn (Stuttgart–Aalen), acht bzw. zwölf Kilometer von Alfdorf entfernt. Landesstraßen stellen die Verbindung zum überregionalen Straßennetz her (B 14 in Backnang bzw. Waiblingen, B 29 in Lorch bzw. Schwäbisch Gmünd und A 7 bei Aalen, durch Zubringer B 29).

Ansässige UnternehmenBearbeiten

 
Standort Alfdorf von TRW Automotive

Das Unternehmen ZF Friedrichshafen AG beschäftigt in Alfdorf rund 1800 Mitarbeiter.

Die in Alfdorf ansässige Astorplast Klebetechnik AG besteht seit Mitte der 1960er Jahre, stellt technische Haftklebebänder her und beschäftigt rund 120 Mitarbeiter (Stand 2010).[15]

BildungBearbeiten

In Alfdorf gibt es eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. In den Teilorten Pfahlbronn und Hellershof befinden sich je eine weitere Grundschule. Die nächsten Realschulen und Gymnasien befinden sich in Welzheim, Lorch und Mutlangen. Neben neun Kindergärten verfügt Alfdorf außerdem über eine Musikschule und eine Volkshochschule.

ReligionBearbeiten

In Alfdorf gibt es eine evangelische Kirche (St. Stephanus-Kirche), eine katholische Kirche (St. Clemens Maria Hofbauer), eine neuapostolische Kirche, eine evangelisch-methodistische Kirche, sowie die Volksmission Alfdorf und Des Weiteren gibt es die Volksmission Alfdorf und die Apis.

Ansässige VereineBearbeiten

Der TSV 1921 Alfdorf wurde am 15. März 1921 als Turnverein Alfdorf gegründet. Er baute 1927 eine Turn- und Festhalle, die auch von Schulen und anderen Vereinen genutzt wurde. Diese ging allerdings 1935 in das Eigentum der Gemeinde über. 1947 wurde der Verein unter dem heutigen Namen neu gegründet. 1952 trennte sich die Fußballabteilung als FC Alfdorf ab, deren Männerabteilung zur Saison 2018/2019 in der Kreisliga B1 spielt.[16] Zu den Sportanlagen in Alfdorf zählen eine Turn- und Festhalle, eine Sporthalle (momentan wegen Renovierungsarbeiten geschlossen), ein Stadion mit Tartanbahn und mehrere Tennisplätze. Zu den Sportanlagen in Pfahlbronn zählen zwei Rasenplätze, mehrere Tennisplätze, sowie das Vereinsheim der Bundesligamannschaft der Tauziehfreunde Pfahlbronn. Zu den Sportanlagen in Vordersteinenberg zählen zwei Rasenplätze, vier Tennisplätze und das Vereinsheim des Sportvereins Hintersteinenberg.[17]

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Persönlichkeiten, die vor Ort wirkenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. So erreichen Sie Alfdorf: Gemeinde Alfdorf. Abgerufen am 15. Mai 2019.
  3. So erreichen Sie Alfdorf: Gemeinde Alfdorf. Abgerufen am 15. Mai 2019.
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 493–497.
  5. TK 50; Blatt L 7124 „Schwäbisch Gmünd“.
  6. Bevölkerung nach Nationalität - vierteljährig. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 30. September 2018, abgerufen am 16. März 2019.
  7. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Alfdorf.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 455.
  9. Wahlinformationen der Gemeinde Alfdorf.
  10. Wappen von Alfdorf - Detailseite - LEO-BW. Abgerufen am 15. Mai 2019.
  11. Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Alfdorf und Hosszuheteny jetzt in offizieller Partnerschaft verbunden. In: Gemeinde Alfdorf (Hrsg.): Amtsblatt Alfdorf. Pfahlbronn und Hintersteinenberg. Nr. 34. Einhorn-Verlag, Schwäbisch Gmünd 25. August 2011, S. 1.
  12. Heimatmuseum Alfdorf, kunst-und-kultur.de, abgerufen 24. Juli 2011.
  13. Grundbesitzer nach Interesse fragen, Gmünder Tagespost, Artikel vom 14. Oktober 2009.
  14. Alfdorfer Töpfereien, Gemeinde Alfdorf, abgerufen am 18. Juni 2017.
  15. Astorplast: Aufsichtsratschef wird Vorstandschef, heilbronn-franken-wirtschaft.de, abgerufen 17. September 2010.
  16. Vereinschronik des TSV (Memento vom 2. Januar 2014 im Internet Archive), Turn- und Sportverein Alfdorf 1921 e. V., abgerufen 29. November 2010.
  17. Sportanlagen: Gemeinde Alfdorf. Abgerufen am 15. Mai 2019.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Alfdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien