Neo Rauch, Brühl 2007

Neo Rauch (* 18. April 1960 in Leipzig) ist ein deutscher Maler und Hochschullehrer, der als Wegbereiter der „Neuen Leipziger Schule“ gilt.

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Leben und WerdegangBearbeiten

Neo Rauch wuchs bei seinen Großeltern in Aschersleben auf, denn seine Eltern Hanno Rauch (21) und Helga Wand (19) starben vier Wochen nach seiner Geburt beim Eisenbahnunfall von Leipzig.[1] Er legte an der Erweiterten Oberschule „Thomas Müntzer“ (heute Gymnasium Stephaneum) das Abitur ab. An der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst studierte Rauch Malerei, zunächst von 1981 bis 1986 bei Arno Rink, und danach von 1986 bis 1990 absolvierte er ein Meisterschülerstudium bei Bernhard Heisig. Von 1993 bis 1998 arbeitete er als Assistent von Arno Rink an der Leipziger Akademie und von 2005 bis 2009 als Hochschullehrer.[2] Sein Einsatz für die Studierenden ging weit über die Tätigkeit als Lehrender hinaus; so kuratierte er 2007 mit Timm Rautert eine Ausstellung mit dem Titel „Man muss sich beeilen, wenn man noch etwas sehen will …“ auf Gut Selikum in Neuss.

Neo Rauch ist mit der Malerin Rosa Loy verheiratet. Die beiden haben einen erwachsenen Sohn und leben in Markkleeberg bei Leipzig. Er arbeitet in der ehemaligen Leipziger Baumwollspinnerei.[3] Der Leipziger Raum ist für Rauch nicht nur Heimat, sondern künstlerischer Nährboden: „Es ist der Ort der Konzentration und der Inspiration. Mir wachsen hier die besten Einfälle zu.“[4]

Künstlerisches WirkenBearbeiten

Die Gruppenausstellung „Junge Künstler im Bezirk Leipzig“ im Lindenau-Museum in Altenburg 1986 markiert den Beginn seiner öffentlichen Wahrnehmung. Seine Bilder aus den 1980er Jahren verwarf er. Die erste große institutionelle Einzelausstellung („Randgebiete“) richtete im Jahr 2000 die Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig aus. 2006 widmete das Kunstmuseum Wolfsburg ihm eine Retrospektive. Im Metropolitan Museum of Art in New York folgte 2007 die kleine Ausstellung „para“.[5]

Rauchs Bildwelt ist von einer leuchtend opaken Farbigkeit geprägt und zeigt Figuren in sich überlappenden Räumen und Zeiten. Der Stil durchdringt den sozialistischen Realismus, ist aber auch von Pop Art und Comic beeinflusst. Konzeptionell steht das Werk dem Surrealismus nahe und ist als magischer Realismus einzuschätzen. Nicht selten erträumt Rauch seine Sujets. Den Bildern wird "Eigentümlichkeit, Suggestivität und Zeitlosigkeit" nachgesagt.[6] In der Zeitschrift „Texte zur Kunst“ wurde er als Vertreter des deutschen Neokonservatismus' porträtiert.

Eine seiner Entdeckerinnen, Roberta Smith, löste mit einem Artikel über den "Maler, der aus der Kälte kam" Begeisterung für Neo Rauch in den USA aus. Rauchs Bilder hängen im Metropolitan Museum of Art in New York sowie im Museum der bildenden Künste in Leipzig und werden in Einzelausstellungen, wie z. B. in der Wiener Albertina (2004/2005), präsentiert.

2006 veröffentlichte er zu fünf Kalendergeschichten von Botho Strauß acht Lithographien unter dem Titel Der Mittler.

2007 entwarf Rauch unentgeltlich Vorlagen für drei Fenster mit Motiven aus dem Leben der Elisabeth von Thüringen für die Elisabethkapelle im Naumburger Dom.[7] Auf dem Kunstmarkt wurden für ein Werk bereits rund 1,5 Millionen Dollar bezahlt.[8] Rauch wird von Gerd Harry Lybkes Galerie "Eigen + Art" in Leipzig und Berlin sowie von David Zwirner, New York vertreten.

Am 1. Juni 2012 wurden im Beisein von Neo Rauch die Ausstellungsräume der Grafikstiftung Neo Rauch in seiner Heimatstadt Aschersleben eröffnet.[9] Die Stiftung wurde im Mai 2012 von Rauch, seinen Galeristen und der Stadt Aschersleben gegründet und basiert auf einer Schenkung des Künstlers, der seiner Heimatstadt jeweils ein Exemplar seines grafischen Werks überließ.

Von 2013 bis 2016 ließ sich Neo Rauch von der Dokumentarfilmerin Nicola Graef und einem kleinen Film-Team bei seiner Arbeit begleiten. Daraus entstand der Film Neo Rauch – Gefährten und Begleiter, der am 2. November 2016 in Leipzig auf dem 60. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm uraufgeführt wurde.[10] Starttermin für die deutschen Kinos ist der 2. März 2017.[11]

AuszeichnungenBearbeiten

Ausstellungen (Auswahl)Bearbeiten

 
Ausstellung, Galerie Rudolfinum, 2007

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. MDR kultur: Hanno und Neo Rauch - Vater trifft Sohn
  2. Susanne Altmann: Der Druck war zu groß, art-magazin.de, 13. Mai 2008
  3. Gabi Czöppan: Traumwandler mit Realitätsbezug, Focus, 30. Oktober 2006
  4. Axel Hecht, Tim Sommer: Der Bürgerkrieg greift auf die Bilder über, Art Magazin, 12/2004, Seite 54-56
  5. Galerie Eigen + Art Kurzbiografie Neo Rauch
  6. Neo Rauch: Bilder, wie ich sie gerne hätte, in: Monopol – Magazin für Kunst & Leben, Berlin 2003, S. 30
  7. Neo Rauch im Naumburger om
  8. Auktionsrekord: Neo Rauch, 2009, abgerufen am 8. November 2015
  9. Entstehungsgeschichte. Grafikstiftung Neo Rauch, 2015, abgerufen am 25. Februar 2017 (deutsch).
  10. Neo Rauch – Gefährten und Begleiter. In: films2016.dok-leipzig.de. DOK Leipzig, abgerufen am 23. Februar 2017.
  11. abö/dpa: Die seltsamen Begleiter des Neo Rauch. Film über den Malerstar – Start 2. März. In: LVZ-Online. Leipziger Volkszeitung, 23. Februar 2017, abgerufen am 25. Februar 2017.
  12. Website zur Ausstellung, abgerufen am 11. Oktober 2011.
  13. Website zur Ausstellung, abgerufen am 19. Februar 2012.
  14. Webseite zur Ausstellung, abgerufen am 6. Januar 2013.
  15. Website der Stiftung und zur Ausstellung, abgerufen am 1. Juni 2012
  16. Homepage Bozar, abgerufen am 20. Februar 2013
  17. Pressemitteilung zur dritten Ausstellung, abgerufen am 3. September 2014.
  18. MDR Kultur, abgerufen am 3. September 2016.