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Georg Diez (2018)

Georg Diez (* 1969 in München) ist ein deutscher Journalist und Buchautor. Von ihm stammen Monographien über die Beatles und die Rolling Stones.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Diez wuchs als Sohn eines evangelischen Pfarrers und einer Kirchenmusikerin in München-Oberföhring auf. Seine Eltern ließen sich scheiden, als er sechs Jahre alt war.[1] Diez studierte Geschichte und Philosophie in München, Paris, Hamburg und Berlin. In der Folge arbeitete er als Theaterkritiker für den Spiegel, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und die Süddeutsche Zeitung sowie als Literaturkritiker für Die Zeit.

2009 legte er seinen autobiographischen Essay Der Tod meiner Mutter vor, in dem er schildert, wie seine Mutter Hannelore (1935–2005) gegen ihre Krebserkrankung kämpfte.[2] 2010 unternahm Georg Diez gemeinsam mit dem Berliner Künstler und Filmemacher Christopher Roth eine Recherche, die sie 80*81 nannten.[3] Jeden Monat wurde an einem anderen Ort auf der Welt recherchiert, etwa in Johannesburg, New York, Berlin und Shanghai. Um ihre Forschung in regelmäßigen Abständen sichtbar zu machen, erarbeiteten sie gemeinsam mit dem Theater-Regisseur René Pollesch „theatrale Wissensperformances mit Spielcharakter“.[4]

Von Januar 2011 bis September 2018 schrieb er für Spiegel Online die Kolumne S.P.O.N. – Der Kritiker.[5] Nach neun Jahren beim Nachrichtenmagazin Spiegel kündigte er im Mai 2019 an, das Magazin zu verlassen.[6]

Diez ist Mitglied der 2016 gegründeten Bewegung Demokratie in Europa 2025.[7]

Diez lebt mit seiner Familie in Berlin.[8] Zwischen 2016 und 2017 hielt Diez sich für ein Jahr als Nieman Fellow an der Harvard University auf und wollte während dieser Zeit „den Journalismus unterbrechen“.[9]

RezeptionBearbeiten

Im Februar 2012 bezeichnete Georg Diez in einem Artikel über Christian Kracht und dessen Roman Imperium diesen als „Türsteher der rechten Gedanken“ und diagnostizierte „totalitäres Denken“.[10] In einem Offenen Brief kritisierten daraufhin mehrere Autoren, darunter Elfriede Jelinek, Daniel Kehlmann und Monika Maron, Diez, der mit diesem Beitrag „die Grenzen zwischen Kritik und Denunziation überschritten“ hätte und „Äußerungen von literarischen Erzählern und Figuren“ „konsequent“ dem Autor zuschreibe.[11] Der Artikel löste im Weiteren eine Mediendiskussion über die Methoden gegenwärtiger Literaturkritik aus.[12][13]

In der Erstauflage des Buchs Das andere Land (2018) behauptete Diez fälschlicherweise, der ehemalige Zeit-Feuilletonchef Ulrich Greiner habe die Erklärung 2018 gegen Masseneinwanderung unterschrieben.[14] Auf diese Darstellung berief sich auch die vom Berliner Kultursenator Klaus Lederer unterstützte Broschüre "Alles nur Theater? Zum Umgang mit dem Kulturkampf von rechts".[15] Nachdem Greiner eine Unterlassungserklärung erwirkt hat, dürfen Neuauflagen nur korrigiert erscheinen.[16]

Werke (Auswahl)Bearbeiten

MonographienBearbeiten

HerausgeberBearbeiten

  • Das war die BRD. Fast vergessene Geschichten. Goldmann, München 2001, ISBN 3-442-15153-8.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Georg Diez: Der Tod meiner Mutter. 2009, S. 62–70.
  2. Rezension vom 19. September 2009 in Die Presse
  3. Der Große Wandel Artikel in der TAZ zu Projekt 80*81
  4. http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/sparten/buehne_und_bewegung/archiv/80_81.html
  5. S.P.O.N. - Der Kritiker, Kolumne bei Spiegel Online
  6. Süddeutsche: Georg Diez verlässt den "Spiegel". 17. Mai 2019, abgerufen am 27. Mai 2019.
  7. Website der Bewegung
  8. Georg Diez: Der Tod meiner Mutter, Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2009, ISBN 978-3-462-04142-2. (Online)
  9. Rechtsruck: Die Schwächung der Demokratie fängt in der Mitte an, Spiegel Online, 28. August 2016, abgerufen am 28. August 2016
  10. Georg Diez: Die Methode Kracht. In: Der Spiegel 07/2012. (Online).
  11. Offener Brief an "Spiegel". Grenzen zwischen Kritik und Denunziation überschritten
  12. Iris Radisch: Beschwerde beim Dienstherrn. In: Die Zeit 09/2012. (Online).
  13. Lothar Müller: Phantasie und Format. In: Süddeutsche Zeitung. 21. Februar 2012.
  14. Georg Diez: Das andere Land. 1. Auflage. S. 132.
  15. Ideologisch verstiegene Broschüre. Abgerufen am 6. März 2019.
  16. Christine Lemke-Matwey, Adam Soboczynski: Handreichung der Mobilen Beratung: Wer nicht für uns ist, kann nur verdächtig sein! In: ZEIT ONLINE. 27. Februar 2019, abgerufen am 3. Januar 2019.
  17. Vor 30 Jahren@1@2Vorlage:Toter Link/www.monopol-magazin.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.