Spiegelberg

Gemeinde in Deutschland

Spiegelberg ist eine Gemeinde im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg.

Wappen Deutschlandkarte
Spiegelberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Spiegelberg hervorgehoben

Koordinaten: 49° 2′ N, 9° 27′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 383 m ü. NHN
Fläche: 28,22 km2
Einwohner: 2112 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km2
Postleitzahl: 71579
Vorwahl: 07194
Kfz-Kennzeichen: WN, BK
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 069
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Sulzbacher Straße 7
71579 Spiegelberg
Website: www.gemeinde-spiegelberg.de
Bürgermeister: Uwe Bossert
Lage der Gemeinde Spiegelberg im Rems-Murr-Kreis
Allmersbach im TalAllmersbach im TalAlthütteAuenwaldBacknangBacknangBurgstettenFellbachGroßerlachKaisersbachKaisersbachKaisersbachKaisersbachKirchberg an der MurrLeutenbach (Württemberg)Leutenbach (Württemberg)Leutenbach (Württemberg)MurrhardtOppenweilerPlüderhausenPlüderhausenPlüderhausenRudersbergSchorndorfSchwaikheimSpiegelbergSulzbach an der MurrWaiblingenWaiblingenWaiblingenWeissach im TalWelzheimWinnendenWinterbach (Remstal)Aspach (bei Backnang)BerglenBerglenWeinstadtKernen im RemstalUrbach (Remstal)AlfdorfAlfdorfKorb (Württemberg)RemshaldenKarte
Über dieses Bild
Spiegelberger Kirche

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Spiegelberg liegt am teilweise nach ihm bekannten Fluss „Spiegelberger“ Lauter im Naturraum Schwäbisch-Fränkische Waldberge[2] und ist Mitgliedsgemeinde im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald. Nachbarstädte und -gemeinden Spiegelbergs sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Süden): Oppenweiler, Aspach (Rems-Murr-Kreis), Oberstenfeld (Landkreis Ludwigsburg), die Stadt Beilstein, Wüstenrot (beide Landkreis Heilbronn), Großerlach und Sulzbach an der Murr.

 
Das Dorf Spiegelberg

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Spiegelberg gehören 12 separat gelegene Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser sowie einige Wüstungen. Zur Gemeinde Spiegelberg im Gebietsstand vom 31. August 1971 gehören das Dorf Spiegelberg, die Weiler Eisenlautern, Großhöchberg, Hüttlen, Obere Roßstaig, Roßstaig und Vorderbüchelberg und der Wohnplatz Gieshof sowie die abgegangene Ortschaft Lassweiler.[3] Der Weiler Dauernberg wurde 1977 eingemeindet. Zur ehemaligen Gemeinde Nassach gehören das Dorf Nassach und der Weiler Kurzach sowie die abgegangene Ortschaft Glashausen. Zur ehemaligen Gemeinde Jux gehört das Dorf Jux.[4]

FlächenaufteilungBearbeiten

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[5]

GeschichteBearbeiten

Altwürttembergische ZeitBearbeiten

Der Ort geht auf eine im Jahre 1700 im Spiegelberger Ortsteil Jux gegründete Glashütte zurück. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten und Pächterwechsel wurde im Jahre 1705 im nahen Lautertal eine Schleifmühle zur Spiegelfertigung errichtet. Diese wurde, nach dem erzeugten Produkt, Spiegelberg benannt. Die Spiegelhütte wurde 1794 geschlossen. 1795 wurden die Gebäude der Spiegelhütte verkauft und eine Krappfabrik gegründet. Trotz des für 10 Jahre zugesicherten Monopols in einem Umkreis von 7 Meilen sowie weiterer Vergünstigungen bestand diese nur wenige Jahre. Infolge der Gründung der Krappfabrik wurden weiterhin eine Baumwollspinnerei, vorübergehend auch eine Essig- und Biersiederei, sowie eine Baumwollfärberei und eine Bleiche gegründet.

Bis 1797 ein eigenes Stabsamt gebildet werden konnte, gehörte Spiegelberg zum altwürttembergischen Oberamt Marbach. Dem Stabsamt Spiegelberg waren neben Spiegelberg auch Jux und Roßstaig zugeordnet.

Württembergische Zeit bis 1945Bearbeiten

Das Stabsamt Spiegelberg bestand bis 1807, ehe es zur Eingliederung in das ebenfalls im Königreich Württemberg befindliche Oberamt Backnang kam. Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Spiegelberg 1938 zum Landkreis Backnang.

NachkriegszeitBearbeiten

1945 bis 1952 gehörte die Gemeinde zum Nachkriegsland Württemberg-Baden, welches 1945 in der Amerikanischen Besatzungszone gegründet worden war. 1952 gelangte Spiegelberg zum neuen Bundesland Baden-Württemberg. Seit der Kreisreform von 1973 ist die Gemeinde Teil des Rems-Murr-Kreises.

EingemeindungenBearbeiten

Bereits 1827 wurde Großhöchberg nach Spiegelberg eingemeindet, das bis dahin eine selbstständige Gemeinde bildete. Am 1. September 1971 wurden die Gemeinden Jux und Nassach nach Spiegelberg eingemeindet.[6] Dauernberg wurde am 1. Januar 1977 von der Gemeinde Oppenweiler nach Spiegelberg umgemeindet.[7]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

In Spiegelberg wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Spiegelberg hat nach der letzten Wahl 11 Mitglieder (vorher 10). Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Endergebnis.[8] Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Kommunalwahl 2019
 %
60
50
40
30
20
10
0
55,10 %
44,90 %
GVL
FWV Freie Wählervereinigung 55,10 6 ? 7
GVL Gemeinsam Vorwärts Liste 44,90 5 ? 3
gesamt 100,0 11 100,0 10
Wahlbeteiligung 65,85 % 55,5 %

Landtagswahl 2021Bearbeiten

Bei der Landtagswahl 2021 erzielte die Partei Alternative für Deutschland (AfD) allein in der Gemeinde Spiegelberg mit 21,7 % eine relative Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Besonders günstig für sie fiel das Ergebnis im Ortsteil Jux aus, wo 32,45 % für die AfD stimmten.

BildungBearbeiten

Spiegelberg hat eine Grundschule, einen Kindergarten und einen Waldkindergarten.

 
Das Dorf Jux um 1900

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Spiegelberg liegt an der Idyllischen Straße.

Auf dem 533 Meter hohen Juxkopf, der zweithöchsten Erhebung der Löwensteiner Berge, bietet der Juxkopfturm des Schwäbischen Albvereins eine ausgezeichnete Rundumsicht über den Schwäbisch-Fränkischen Wald.

An der Straße vom Winterlautertal nach Jux befindet sich der Wetzsteinstollen, ein ehemaliges Bergwerk, in dem Schleifsteine abgebaut wurden.

Im Rathaus Spiegelberg befindet sich seit 2005 das Glasmuseum Spiegelberg, das die Geschichte der Glashütten im Schwäbisch-Fränkischen Wald anschaulich darstellt.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Ludwig Nägele (1869–1950), geboren in Jux, württembergischer Oberamtmann und Landrat
  • Wilhelm Traub (1914–1998), geboren in Vorderbüchelberg, Politiker (SPD), Landtags- und Bundestagsabgeordneter

LiteraturBearbeiten

  • Spiegelberg. In: Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Backnang (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 53). H. Lindemann, Stuttgart 1871, S. 303–311 (Volltext [Wikisource]).

WeblinksBearbeiten

Commons: Spiegelberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2020 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Ein Waldgewann Laßweiler liegt nach der einschlägigen Topographischen Karte etwa 2 km östlich des Weilers Vorderbüchelberg am Südostabfall der Schwarzjurakuppe Greut über dem Klingenansatz des Leukertsbachs. 49° 3′ 42,7″ N, 9° 28′ 56,2″ O
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 556–557.
  5. Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Spiegelberg. Statistisches Landesamt.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 446.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 464.
  8. Wahlinformationen der ITEOS