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Alwin Riemke

deutscher Fußballspieler und -trainer
(Weitergeleitet von Alv Riemke)

Alwin Riemke (* 2. Februar 1910; † im November 1991 in Nürnberg[1]), auch „Alv“ genannt, war ein deutscher Fußballtorwart, Fußballtrainer und DFB-Funktionär.

Alwin Riemke
Personalia
Geburtstag 2. Februar 1910
Geburtsort Deutsches Kaiserreich
Sterbedatum November 1991
Sterbeort NürnbergDeutschland
Position Tor
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1926–1928 Fortuna Leipzig
1928–1930 VfB Leipzig
1930–1932 TSV 1860 München
1932–1934 VfB Leipzig
1934–1935 Lausanne-Sports FC 4 (0)
1939–1941 1. FC Nürnberg 6 (0)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1934–1935 Lausanne-Sports FC
1935–1936 FC Basel
1937–1939 SpVgg Fürth
1939–1941 1. FC Nürnberg
1945–1946 1. FC Nürnberg
1947 SpVgg Fürth
1948–1950 FC Bayern München
1951–1952 1. FC Nürnberg
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Inhaltsverzeichnis

KarriereBearbeiten

SpielerBearbeiten

Riemke, aufgewachsen in Leipzig, gehörte als 16-Jähriger der ersten Mannschaft von Fortuna Leipzig an und wechselte 1928 zum VfB Leipzig, für den er zunächst zwei Spielzeiten lang aktiv war. Für die Leipziger kam er über die Punktspiele hinaus auch im Achtelfinale um die Deutsche Meisterschaft 1930 zum Einsatz, das am 18. Mai mit 3:4 gegen Holstein Kiel verloren wurde.

Zur Saison 1930/31 wechselte er zum TSV 1860 München in die Bezirksliga Bayern, Gruppe Südbayern, die er auch in der Folgesaison jeweils als Zweiter hinter dem FC Bayern München beendete. Für die Sechz'ger kam er in seiner ersten Saison als Teilnehmer an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1931 in allen vier Spielen, einschließlich des am 14. Juni 1931 mit 2:3 gegen Hertha BSC verlorenen Finales zum Einsatz.

Von 1932 bis 1934 stand Riemke erneut beim VfB Leipzig[2] und in der Sachsenauswahl zwischen den Pfosten. Anschließend wurde er Trainer. Von 1934 bis 1936 war er für die Schweizer Nationalligisten Lausanne-Sports FC und danach FC Basel als Spielertrainer aktiv[3] wie auch von 1939 bis 1941 für den 1. FC Nürnberg, bei dem er nach sechs Punktspielen auch seine aktive Fußballerkarriere beendete.

TrainerBearbeiten

Riemkes erster großer Erfolg als 25-jähriger Trainer war der Gewinn des „Doubles“ mit Lausanne 1934/35. Selbst wirkte er noch viermal als Torwart mit;[4] Stammkeeper war der berühmte Frank Séchehaye.

Der Erfolg saturierte ihn nicht. Mitte der 1930er Jahre hospitierte Riemke einige Monate beim Arsenal FC und belegte einen zertifizierten Trainerkurs bei Jimmy Hogan.[5] Nach Deutschland zurückgekehrt, nahm „Alv“ von 1937 bis 1939 die Trainertätigkeit bei der SpVgg Fürth, und von 1939 bis 1941 beim 1. FC Nürnberg wahr. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte er im Juli 1945 nach Nürnberg zurück und führte den Club nunmehr in der neugeschaffenen und in Deutschland ersten höchsten Spielklasse, der Oberliga Süd, auf den zweiten Platz. In der Rückrunde der Folgesaison war er für den Ligakonkurrenten SpVgg Fürth im Januar 1947 kurzzeitig tätig, bevor er zur Saison 1948/49 den FC Bayern München für zwei Spielzeiten übernahm. Seine letzte Trainertätigkeit übte Riemke von 1951 bis 1952 nochmal beim 1. FC Nürnberg aus, bei dem (Vorstands-)Mitglied blieb und Jahre später in der Bundesliga noch als Kurzzeit-Interimstrainer einsprang.

In den 1950er Jahren war er Verbandstrainer beim Bayerischen Fußball-Verband. Die Amateur-Auswahl des Freistaates führte er 1955 bis zum Finale des DFB-Länderpokals. Doch noch vor dem Spiel, das Bayern am 2. Juli 1955 im Rosenaustadion von Augsburg mit 5:2 gegen Westfalen gewann trat er überraschend vom Amt zurück. Der Ex-Nationalspieler des FC Bayern Jakob „Jakl“ Streitle fungierte hier dann als Trainer.

1966 gehörte der Leipziger zum DFB-Tross bei der WM 1966 in England, wurde dort bei einem Busunglück verletzt und musste stationär behandelt werden.[6] In den 1970er Jahren gehörte er dem DFB-Spielausschuss an und war an der Betreuung der deutschen Amateurnationalmannschaft beim Olympischen Fußballturnier von München 1972 beteiligt.

SonstigesBearbeiten

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs betrieb er ein Sporthaus, zuerst in der Nürnberger Königstraße, dann in der Karolinenstraße 5.

WeblinksBearbeiten

EinzelverweiseBearbeiten

  1. kicker Sportmagazin vom 21. November 1991, Seite 13
  2. siehe z. B. Hamburger Anzeiger vom 26. Mai 1934
  3. Wechsel von Lausanne nach Basel lt. Wiener Sporttagblatt vom 24. Juli 1935, Seite 3
  4. Jean-Pierre Malherbe/Guy de Dekker: Swiss League Players´ Record Ligue Nationale A, Holsbeek o. J. (wohl 2008), Seite 90. Ob und wie oft der Trainer/Torwart 1935/36 beim FC Basel noch selbst gespielt hat, geht aus der Quelle nicht hervor.
  5. Sport-Magazin vom 15. November 1965, Seiten 16 f.
  6. Kicker vom 1. August 1966, Seite 41