Wissenschaftsjahr 1830

GeologieBearbeiten

 
Das Titelbild von Lyells Principles of Geology illustriert seine Vorstellungen über den Bau der Erdkruste und die Entstehung der Gesteine. Hier handelt es sich um ein Exemplar der zweiten US-amerikanischen Ausgabe von 1857.

1830 veröffentlichte der britische Naturwissenschaftler Charles Lyell den ersten von insgesamt drei Bänden seiner bahnbrechenden Werkreihe „Principles of Geology“. Der letzte Band erschien erstmals 1833. Lyell hinterfragte in der Reihe die bisher vorherrschende Meinung, nach der plötzliche Katastrophen die Gestalt der Erde formten. Der Forscher argumentierte, dass geologische Strukturen über Jahrmillionen entstanden sein müssen. Voraussetzung für diese Annahme war Lyells Prinzip des Aktualismus: Wenn die Gesetze der Physik, Biologie und Chemie sich in der Vergangenheit genauso verhielten wie in der Gegenwart, dann musste es möglich sein, das Alter der Erde relativ präzise zu bestimmen. Als Untersuchungsgegenstand nutzte Lyell Erosionsprozesse, d. h., er berechnete den Zeitraum, den Regen, Eis und Wind benötigten, um Gebirge abzutragen.[1] Lyells Prinzip des Aktualismus ist mit Einschränkungen bis heute gültig. Allerdings weiß die Geologie heute, dass sich die Zusammensetzung der Atmosphäre im Laufe der Milliarden Jahre ihrer Existenz durchaus stark verändert hat. Außerdem können Vulkanausbrüche und Asteroideneinschläge auch plötzliche Veränderungen der Umwelt und Massenaussterben auslösen.[2]

AstronomieBearbeiten

Gemeinsam mit dem Astronomen Johann Heinrich Mädler erstellte der Berliner Bankier Wilhelm Beer die erste bekannte Karte über die Oberfläche des Planeten Mars. Dabei zeichneten sie auch dunklere Partien ein. Heute weiß man, dass diese von mafischen Mineralen herrühren. Beer und Mädler glaubten noch, dass die Marsoberfläche derjenigen der Erde sehr ähnlich sei. Daher vermuten sie nahe den Polkappen noch Sümpfe, welche von dem schmelzenden Eis der Polkappen des Mars versorgt würden. Die beiden Astronomen legten den bis heute gültigen Nullmeridian des Planeten fest. Als Bezugspunkt für die Längen- und Breitengrade diente das Meridiani Planum, bei dem es sich – wie man heute weiß – um eine Hochebene handelt.[3]

ReiseBearbeiten

GeborenBearbeiten

NaturwissenschaftlerBearbeiten

Mediziner, Chemiker und PhysikerBearbeiten

Botaniker und ZoologenBearbeiten

Geographen, Geologen und EntdeckerBearbeiten

Astronomen und MathematikerBearbeiten

GeisteswissenschaftlerBearbeiten

GestorbenBearbeiten

NaturwissenschaftlerBearbeiten

GeisteswissenschaftlerBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: 1830 in science – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans-Jürgen Götze/Jörg Arndt/Dorothee Mertmann/Ulrich Riller: Einführung in die geologischen Wissenschaften. Eugen Ulmer, Stuttgart 2015, S. 18; Christian Illies: Philosophische Anthropologie im biologischen Zeitalter. Zur Konvergenz von Moral und Natur. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2006, S. 66.
  2. Hans-Jürgen Götze/Jörg Arndt/Dorothee Mertmann/Ulrich Riller: Einführung in die geologischen Wissenschaften. Eugen Ulmer, Stuttgart 2015, S. 19.
  3. Werner E. Celnik: Kosmos Mars-Guide. Der Praxisratgeber zum roten Planeten. Kosmos, Stuttgart 2018, S. 10.